Internationale Konferenz Lexikologie und Terminologie: Theorie, Praxis, Geschichte. Zum 100. Geburtstag von Jonas Kruopas
ROBERTAS STUNŽINAS
Institut für Litauische Sprache
Auf der internationalen Konferenz Lexikologie und Terminologie: Theorie, Praxis, Geschichte. Zum 100. Geburtstag von Jonas Kruopas, die vom 23. bis 25. April 2008 am Institut für Litauische Sprache stattfand, wurde der Terminologie große Aufmerksamkeit gewidmet. Vorträge zu terminologischen Themen hielten 21 Referenten aus Litauen und dem Ausland. In der Plenarsitzung sprach Prof. habil. Dr. V. Skujinia (Skujiņa) (Institut für Lettische Sprache der Universität Lettlands) über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Lexikologie und Terminologie sowie ihren Teilbereichen Lexikografie und Terminografie. Dies dürfte dazu beitragen, Probleme im Zusammenhang mit der Rolle verschiedener Elemente der Sprache der Terminologie zu klären. Prof. habil. Dr. S. Grinevas-Grinevičius (Universität Białystok) hielt einen Vortrag über Lexikografie und Terminologie. In jüngster Zeit hat sich die Auffassung von allgemeinem und fachlichem Wortschatz gewandelt; die Unterschiede zwischen diesen Bereichen verschwinden. Ausführliche Übersetzungswörterbücher können die Besonderheiten nationaler Terminologien aufzeigen. Bei der Arbeit mit Übersetzungswörterbüchern lassen sich ohne Experimente formale Kriterien für semantische Abweichungen bei der Übersetzung von Termini sowie die Grenzen von Polysemie und Homonymie, partieller und absoluter Synonymie bestimmen.
A. Fóris (Fóris) (Universität Westungarn) erörterte Probleme der nationalen und entlehnten Terminologie Ungarns. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden Lehnwörter nur in Ausnahmefällen verwendet. Die Tendenz zur Magyarisierung der Wörter hielt bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts an, als Ungarn unter starken Einfluss der Sowjetunion geriet. Der Beitritt zur Europäischen Union brachte Schwierigkeiten mit sich, weil es im Ungarischen sehr wenige internationale Termini gibt. Dies stellt insbesondere ungarische Übersetzer vor große Probleme.
Im Vortrag von A. Kaulakienė (Technische Universität Gediminas in Vilnius) und E. Makariūnienė (Institut für Physik) wurde der normierende Aspekt von vier gedruckten Werken der physikalischen Terminografie vorgestellt. Ansätze zur Normierung finden sich bereits in P. Brazdžiūnas’ zweisprachigem Wörterbuch der Physiktermini. Besonders deutlich tritt der normierende Aspekt des viersprachigen Wörterbuchs der Physiktermini von 1979 hervor.
Terminologija | 2008 | 15
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