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ANŽELIKA METONIENĖ

Institut für Litauische Sprache

Forschungsschwerpunkt: Lexik der älteren Schriften.

M. PETKEVIČIAUS KATEKIZMO (1598) ABSOLIUTIEJI SINONIMAI KITŲ XVI–XVII A. LIETUVIŲ KALBOS RAŠTŲ FONE

Absolute Synonyme im Katechismus von Petkevičius im Kontext anderer litauischer Schriften des 16th–17th. Jahrhunderts

ANNOTATION

In diesem Artikel werden die absoluten Synonyme (Dubletten) im 1598 erschienenen Katechismus von Merkelis Petkevičius (im Folgenden PK) untersucht, von denen eines fremden Ursprungs ist und das andere ein ererbtes litauisches Wort. Üblicherweise wird angenommen, dass die Sprache dieses Katechismus recht dürftig und die Übersetzung überwiegend wörtlich ist. Daher soll in diesem Artikel geklärt werden, ob die im PK belegten absoluten Synonyme im 16.–17. Jahrhundert zum üblichen Wortschatz gehörten und was den selteneren Gebrauch von Dubletten verursacht haben könnte, die nur im PK vorkommen. Zu diesem Zweck werden aus dem Katechismus von M. Petkevičius alle systemischen Synonympaare herausgesucht und daraus die absoluten Synonyme ausgewählt. Der litauische Text des PK wird mit seiner polnischen Übersetzungsvorlage verglichen. Die Bedeutungen der Synonyme werden in der elektronischen Ausgabe des Wörterbuchs der litauischen Sprache überprüft, jedoch in erster Linie auf der Grundlage des Katechismus von M. Petkevičius angegeben.

SCHLÜSSELWÖRTER: M. Petkevičius, Synonym, Slawismus, Hybrid, Lehnwort.

ANNOTATION

Dieser Artikel befasst sich mit den absoluten Synonymen (Dubletten) im Katechismus von Merkelis Petkevičius aus dem Jahr 1598 (CP), bei denen ein Element fremden Ursprungs ist, während das andere ein einheimisches Wort ist. Es wird angenommen, dass die Sprache dieses Katechismus recht dürftig und seine Übersetzung überwiegend wörtlich ist. Daher wird untersucht, ob die im Katechismus verwendeten absoluten Synonyme im 16.–17. Jahrhundert einen typischen Bestandteil des Wortschatzes bildeten

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ANŽELIKA SMETONIENĖ

die Jahrhunderte 16th–17th und was die Verwendung seltener Dubletten bestimmt haben könnte, die nur im CP vorkommen. Zu diesem Zweck wurden zunächst alle Paare systemischer Synonyme aus dem Text herausgearbeitet und anschließend daraus absolute Synonyme ermittelt. Danach wurde der litauische Text des CP mit der polnischen Übersetzungsvorlage verglichen. Die Bedeutungen der Synonyme wurden im elektronischen Wörterbuch der litauischen Sprache nachgeschlagen; sie werden jedoch zuerst in der Reihenfolge präsentiert, in der sie im Catechism of Petkevičius vorkommen.

SCHLÜSSELWÖRTER: M. Petkevičius, Synonym, Slawismus, Hybridbildung, Lehnwort.

EINLEITUNG

Der Katechismus von Merkelis Petkevičius (im Folgenden PK) ist das zweite in litauischer Sprache veröffentlichte Buch im Großfürstentum Litauen. Es erschien nur drei Jahre nach dem Druck des ersten litauischsprachigen Buches, doch seine Sprache ist bis heute kaum erforscht. Dieser Katechismus ist ein typisches Werk der Reformierten des 16.–17. Jahrhunderts: Er enthält Gebete und Kirchenlieder, beschreibt die Ordnung der kirchlichen Zeremonien und erörtert die Grundlagen des Glaubens (siehe Kuzmina 2002: 17–18). Das PK wurde vor allem als literarischer Gegenstand untersucht (Meller 1984; Pociūtė 2000; Pociūtė-Abukevičienė 2005; Niedźwiedź 2008); nur wenige Aufsätze befassen sich mit seiner Sprache (Zinkevičius 1970; Maskulinas 2009). Allgemeinere Bemerkungen zum Wortschatz dieses Katechismus finden sich in Chrestomathien (Palionis 1967; Zinkevičius 1988). Den Wortschatz des Katechismus von M. Petkevičius hat Jonas Kruopas (1970) ausführlich untersucht. Er erstellte nicht nur ein Glossar der in diesem Katechismus verwendeten Wörter, sondern machte auch Anmerkungen zur Zusammensetzung des Wortschatzes des PK.

Gegenstand dieses Artikels sind die absoluten Synonyme (auch Dubletten genannt) im Katechismus von M. Petkevičius, von denen das eine fremden Ursprungs, das andere ein ererbtes litauisches Wort ist. Es herrscht die Auffassung, dass die Sprache von M. Petkevičius derjenigen von Mikalojaus Daukša weit unterlegen sei und die Übersetzung selbst eine wörtliche sei, in der es zahlreiche Fremdwörter gebe. Daher soll geklärt werden, ob die im PK verwendeten absoluten Synonyme auch in anderen litauischen Schriftzeugnissen des 16.–17. Jahrhunderts vorkamen und ein übliches Phänomen jener Zeit waren, und was den Gebrauch seltener Dubletten bestimmt haben könnte, die nur im PK zu finden sind. Zu diesem Zweck werden zunächst die systemischen Synonympaare (61) aus dem PK herausgearbeitet und daraus die absoluten Synonyme ermittelt; anschließend werden der litauische Text des PK und seine polnische Übersetzungsvorlage verglichen. Untersucht werden nur jene Synonyme, bei denen eines der Wörter ererbten Ursprungs und das andere fremden Ursprungs ist; Fälle wie kornatis PK 20910 sowie discipliną, pametone PK 288 und pakuta PK 859 werden also nicht in die Analyse einbezogen, da beide Glieder des jeweiligen Paares Lehnwörter sind. Ergänzend wird Material aus Registern und veröffentlichten Konkordanzen anderer Schriftzeugnisse des 16.–17. Jahrhunderts zusammengetragen und durch Beispiele aus dem Lietuvių kalbos žodynas ergänzt.

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Acta Linguistica Lithuanica LXXIX

M. Petkevičiaus katekizmo (1598) absoliutieji sinonimai kitų XVI–XVII a. lietuvių kalbos raštų fone

Die Definition von Synonymen scheint einfach zu sein: Es handelt sich um Wörter gleicher oder ähnlicher Bedeutung (LKE 2008: 488). Dennoch stellt sich die Frage, wie Ähnlichkeit zu verstehen ist. Synonymie gilt als eines der umstrittensten Probleme der modernen lexikalischen Semantik (Jakaitienė 2010: 119–120), und Ähnlichkeit wird als etwas Instabiles und Veränderliches aufgefasst, da es keine einheitliche Methode gibt, um zu messen, wie ähnlich ein Gegenstand oder ein Phänomen einem anderen ist (Murphy 2003: 137). Lynne Murphy betont, dass sich bei der Betrachtung von Synonymen ein Spannungsverhältnis zwischen Gleichheit und Ähnlichkeit ergibt, obwohl das eine Merkmal aus dem anderen hervorgeht (Murphy 2003: 139). Außerdem müsse man sich vergegenwärtigen, dass Synonymie eine Beziehung zwischen zwei Wörtern bezeichnet, die dieselbe Bedeutung oder denselben Begriff ausdrücken, und nicht eine Beziehung zwischen zwei Wortbedeutungen (Murphy 2003: 145). Obwohl über Synonyme und ihre Arten im Litauischen viel geschrieben wurde (Župerka 1978, 2012; Jakaitienė 2010; Pikčilingis 1969, 198; Milūnaitė 2009; Vaskelienė 1999, 200, 204, 2013a, b; Vaskelienė, Kučinskienė 2012), ist die Frage der Synonymie weiterhin aktuell, da unterschiedliche Auffassungen zu Definitionen und Klassifikationen bestehen (Vaskelienė, Kučinskienė 2012: 154). Absoluten Synonymen (z. B. karelis / balandis) wird nach wie vor wenig Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl sie zu den lexikalischen Synonymen gehören. Zu den lexikalischen Synonymen zählen außerdem differenzielle Synonyme (z. B. aklys / kuin). Sie sind im Litauischen wie auch in anderen indoeuropäischen Sprachen deutlich häufiger als absolute Synonyme. Dieses Phänomen lässt sich leicht erklären: Es ist weder notwendig noch, so einige Wissenschaftler, überhaupt möglich, dass im Sprachsystem mehrere völlig identische Bezeichnungen für denselben Gegenstand oder dasselbe Phänomen bestehen (Chafe 1971; Harris 1973). Jurij Apresjan hat den Gedanken geäußert, dass die meisten Arbeiten bei dem Versuch, Synonyme zu definieren, ihre Aufmerksamkeit auf semantische Unterschiede und nicht auf Gemeinsamkeiten richten. Anders gesagt: Wörter, deren Bedeutungsspektren vollständig übereinstimmen, werden als lexikalische Dubletten oder Varianten bezeichnet; als Synonyme gelten nur Wörter mit gewissen Bedeutungsunterschieden (Апресян 1974: 217). L. Murphy weist jedoch darauf hin, dass Johns Lyons betont hat, Wörter, deren Bedeutungen und Merkmale übereinstimmen, würden absolute Synonyme genannt (Murphy 2003: 151). In der litauischen Sprachwissenschaft gelten absolute Synonyme (Dubletten), also Spracheinheiten gleicher Bedeutung, aber unterschiedlicher Ausdrucksform, als Teil der systemischen Synonyme. Sie nach ausländischem Vorbild Varianten zu nennen, wäre falsch, denn in der litauischen Sprachwissenschaft werden nur Ausprägungen derselben Spracheinheit als Varianten betrachtet (Župerka 2012: 29); sie sind besonders auf der morphologischen Ebene verbreitet.

Nach Ansicht einiger Wissenschaftler ist das Kriterium der wechselseitigen Ersetzbarkeit – wenn ein Wort ein anderes ersetzen kann, ohne dass sich dadurch der Gedanke des Satzes verändert – bei der Bestimmung eines Synonymieverhältnisses am wichtigsten (Jackson, Ze Amvela 2001: 91). Wenn Synonyme jedoch bedeutungsunterscheidende Komponenten aufweisen, können Veränderungen der Satzbedeutung auftreten, auch wenn ihre Hauptkomponenten übereinstimmen. Nehmen wir etwa die Sätze Palenk galvą, nes nieko nematau und Palenk maulę, nes nieko nematau: Sie sind nicht

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ANŽELIKA SMETONIENĖ

gleich. Evalda Jakaitienė weist darauf hin, dass Synonyme eine unterschiedliche Verbindbarkeit aufweisen und daher im Satz nicht immer füreinander eingesetzt werden können (Jakaitienė 2010: 122). Das wesentliche Merkmal von Synonymen ist zweifellos ihre zumindest teilweise Ersetzbarkeit (Апесн 1974: 219); doch nur Dubletten lassen sich so verwenden, dass sich die Satzbedeutung überhaupt nicht verändert. Dennoch lässt sich auch ihre Existenz, also die Existenz absoluter Synonyme, nachweisen. Einige Wissenschaftler unterscheiden Dubletten von Synonymen (Апесн 1974: 217). Die Bedeutungen von Wörtern können formal vollständig übereinstimmen; wird in einem Satz eine Dublette durch eine andere ersetzt, verändert sich die Satzbedeutung nicht. Dennoch wird in einem bestimmten Kontext häufig nur eine der Dubletten verwendet. So wird eine Person, die ohne Fahrkarte unterwegs ist, nur zuikiu genannt und niemals kiškiu; eine Person, die früh aufsteht, heißt vyturiu und nicht vieversiu. Vor diesem Hintergrund wird versucht, Wörter mit ähnlicher Bedeutung, die im selben Kontext verwendet werden (Synonyme), von Varianten zu unterscheiden, d. h. von Wörtern, die dasselbe Phänomen, Merkmal oder denselben Gegenstand bezeichnen, stilistisch markiert sind und niemals füreinander eingesetzt werden (Murphy 2003: 151). Anders gesagt: Zwei Wörter können semantisch kaum identisch sein, als lexikalische Einheiten jedoch schon; und wenn man Wortbedeutungen isoliert betrachtet, lässt sich die Existenz von Dubletten nicht leugnen, auch wenn manche Wissenschaftler sie nicht zu den Synonymen zählen.

Obwohl Dubletten in Sprachen äußerst selten sind, darf eine der Quellen von Synonymen nicht außer Acht gelassen werden: eine andere Sprache. Sind Wörter, von denen eines ererbten Ursprungs und das andere ein aus einer anderen Sprache entlehntes Wort ist1 und das litauische Wort semantisch vollständig verdoppelt, als Dubletten zu bewerten? Ja, denn ihre Bedeutungen sind gleich (Murphy 2003: 146). Diese Gleichheit zeigt sich besonders deutlich bei monosemen Wörtern. In älteren litauischen Schriftzeugnissen werden ein Lehnwort und ein Wort, das dieselbe Bedeutung angenommen hat, abwechselnd verwendet; dabei lässt sich beobachten, dass die Verwendung des einen oder anderen vom Kontext abhängt. Wolfgang Hock vertritt in seiner Untersuchung des Wortschatzes der Postille von Mikalojaus Daukša die Auffassung, Dubletten (auch gleichwertige Wörter genannt) seien kein ausschließliches Merkmal des Litauischen, älterer Schriftzeugnisse oder übersetzter Texte im Allgemeinen. Er argumentiert, solche Synonyme könnten mit dem häufigen Gebrauch der sogenannten interpretatio, der Paraphrase – einer der wesentlichen Stilfiguren der Renaissance – zusammenhängen. Sie beruhten auf dem Verständnis und der Interpretation des übersetzten Textes und seien in einem weiteren Sinne zu verstehen (Hock 2012: 28–29). Gleichwohl muss man Satzsynonymie von lexikalischer Synonymie unterscheiden (Murphy 2003: 144). In dieser Arbeit gelten Dubletten sowohl als Teil des Lexems als auch der Synonymie, denn wie andere Synonyme weisen sie Wandelbarkeit auf (Vaskelienė 2013b: 208): Dubletten können Reihen bilden; eines ihrer Glieder kann verschwinden, wenn sich seine Bedeutung ändert.

1 Gemeint sind nicht die Lehnwörter für alte Wörter, die die einzige Möglichkeit darstellen, einen Gegenstand, ein Phänomen oder ein Merkmal zu bezeichnen.

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Acta Linguistica Lithuanica LXXIX

M. Petkevičiaus katekizmo (1598) absoliutieji sinonimai kitų XVI–XVII a. lietuvių kalbos raštų fone

Eine weitere Frage stellt sich: Welchen Synonymen sind polyseme Wörter zuzuordnen, die hinsichtlich einiger Bedeutungen zu einem Wort, hinsichtlich anderer Bedeutungen aber zu einem anderen synonym sind? Bei der Untersuchung der Polysemie stellt sich auch die grundlegende Frage, welche Wortbedeutung die Hauptbedeutung ist. Obwohl bisweilen vorgeschlagen wird, sich am Häufigkeitsprinzip zu orientieren, also die typische, hauptsächliche Bedeutung als die am häufigsten verwendete anzusehen (Glynn 2014: 14), bilden die einzelnen Bedeutungen eines polysemen Wortes eine Struktur und sind diachronisch wie synchronisch miteinander verbunden (Jakaitienė 198: 19–20). L. Murphy schlägt sogar den Terminus Bedeutungsbeziehung vor, da Synonyme in der Regel eine oder mehrere Bedeutungen eines Wortes umfassen, jedoch nicht alle zugleich (Murphy 2003: 143). Die Bedeutungen der im PK verwendeten Wörter werden zunächst mit Blick auf ihre Bedeutungen in diesem Katechismus angegeben, wobei von der Gesamtheit der Bedeutungen des polysemen Wortes abgesehen wird. So hat beispielsweise užlėcavoti, -avoja, -avojo, wie sich aus anderen alten Schriften und der elektronischen Ausgabe des Wörterbuchs der litauischen Sprache (im Folgenden LKŽ) erschließen lässt, die Bedeutung ‚Fürsprache einlegen‘; im PK wird dieses Wort jedoch nur in der Bedeutung ‚vorschlagen‘ verwendet, weshalb im PK nach Synonymen für diese Bedeutung gesucht wurde. Eine oder mehrere Bedeutungen einiger im PK belegter einheimischer polysemer Wörter stimmen vollständig mit den Bedeutungen von Slawismen überein. Daher unterscheidet sich die Beziehung solcher einheimischer und fremder Wörter in nichts von derjenigen der Dubletten, obwohl die Verwendung einer von mehreren Bedeutungen sowohl vom Kontext abhängen kann, wodurch sich diese Wörter den kontextuellen Synonymen annähern.

ABSOLUTE SYNONYME (DUBLETTEN)

J. Kruopas zufolge machen Entlehnungen 25 Prozent des gesamten Wortschatzes des PK aus; bisweilen treten sie neben litauischen Wörtern auf, etwa statyti und budavoti, mokytojas und minstras, kertas und pasta, praleti und musyti, sylvaras und smūkas (Kruopas 198: 164). J. Kruopas erklärt, dass „ein Vergleich der Lexik des Katechismus von M. Daukša, einem Liebhaber und Förderer der litauischen Sprache, mit der Lexik des PK einen deutlichen Rückschritt erkennen lässt“ (Kruopas 1998: 165). Die Sprache des PK ist stellenweise unbeholfen; das deutet darauf hin, dass die polnische Sprache als Übersetzungsvorlage stark herangezogen wurde. Im PK finden sich seltenere Entlehnungen, die sonst nirgends belegt sind (z. B. hadnas PK 132₁₄). Obwohl auch die Schriften von Konstantinas Sirvydas zahlreiche nur dort vorkommende Entlehnungen und Hybride enthalten, bezeichnet Zigmas Zinkevičius M. Petkevičius als Wegbereiter der Sprache des Kirchenjargons (Zinkevičius 198: 200).

Die Slawismen des PK und ihre Synonyme lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Die erste Gruppe bilden Dubletten, das heißt absolute Synonyme ohne bedeutungsunterscheidende Komponenten. Im PK haben solche Synonyme – sowohl der Slawismus als auch das genuin litauische Wort – meist nur eine Bedeutung, oder die Bedeutung des Slawismus stimmt vollständig mit mehreren Bedeutungen des einheimischen Wortes überein: budavoti, -avoja, -avojo ‚bauen‘ PK 64₇ / statyti, -o, -ė PK 69₂₆; blūdas ‚Irrtum, Ketzerei‘ PK 133₂₁ / klaidėjimas ‚Fehler, Ketzerei‘ PK 73₂; cielas ‚gesund; ganz, vollständig‘ PK 205₁₉ / visas PK 67₁₂; čertas ‚Teufel‘

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ANŽELIKA SMETONIENĖ

PK 19₂₀ / velnias PK 135₁₁; čiastis ‚Ehre, Achtung‘ PK 19₁₉ / garba PK 35₁₃, garbė PK 38₂; čiastauti, -auja, -aujo ‚achten, preisen‘ PK 5₈ / garbinti, -ina, -ino PK 108₂₁; dyvas ‚wunderbares Ding, Seltsamkeit, Wunder‘ PK 122₁₈ / stebuklas PK 137₄; dūia ‚Geist, Gespenst, Seele‘ PK 6₇ / duasa PK 99₁₉; griešyti, -ija, -ijo ‚sich vergehen, sündigen‘ PK 147₂ / nusidėti, nusideda, nusidėjo PK 35₂₁; hadina ‚Stunde‘ PK 160₂₀ / valanda PK 250₂₀; kocerystė ‚Ketzerei‘ PK 134₄ / klaidėjimas ‚Fehler, Ketzerei‘ PK 73₂; kožnas ‚jeder‘ PK 18₂₁ / kiekvienas PK 43₁₁; devas ‚Löwe‘ PK 80₉ / liūtas PK 80₁₀; liekorius ‚Arzt‘ PK 251₇ / gydytojas PK 31₂₇; loska ‚Gnade‘ PK 38₂₂ / malonė PK 6₂₃; mečius ‚Schwert‘ PK 160₁₁ / kalavijas PK 60₁₂; mylsta ‚Gnade‘ PK 49₆ / malonė PK 6₂₃; mūka ‚Leiden‘ PK 36₈ / kančia PK 67₃; pakara ‚Demut, Erniedrigung‘ PK 115₂ / nusižeminimas ‚Demut‘ PK 117₈; pakusa ‚Versuchung‘ PK 20₂₄ / pagundymas PK 118₂₆; pamacia ‚Hilfe‘ PK 236₁₂ / pagalba PK 175₇, pagbė PK 91₅; pamsta ‚Papier‘ PK 27₃ / kertas PK 74₅; păroti, -oja, -ojo ‚zustimmen‘ PK 164₃ / pritarti, -ia, -ė PK 69₈; pomes ‚Gedächtnis‘ PK 247₁ / atmintis PK 96₆; ponas ‚Herr‘ PK 9₁₀ / viešpats PK 88₂; ponovi, -uoja, -avo ‚herrschen, regieren‘ PK 236₁₆ / viešpatauti, -auja, -avo PK 85₁₇; valdyti, -o, -ė PK 239₁₀; pononė ‚Herrschaft‘ PK 113₂₃ / viešpatavimas PK 86₆; prajėus ‚Wunder‘ PK 149₁₄ / stebuklas PK 137₄; pūsti, -ija, -ijo ‚vernichten‘ PK 72₁₈ / naikinti, -ina, -ino PK 208₂₂; ronyti, -ija, -ijo ‚verletzen‘ PK 251₂₂ / žeisti, žeidžia, žeidė PK 80₈; skórbas ‚Besitz‘ PK 46₁₈ / turtas PK 65₂₆; slūžyti, -ija, -ijo ‚dienen‘ PK 18₉ / tarnauti, -auja, -avo PK 227₅; stodas ‚Herde, Viehherde‘ PK 153₂₆ / banda PK 70₂₄; strochas ‚Angst, Schrecken‘ PK 160₁₈ / baimė PK 232₁₄; svietas ‚Welt, Erde; alle Menschen‘ PK 15₄ / pasaulis PK 86₆; šeforius ‚Aufseher, Beschützer, Anführer‘ PK 201₃ / prižiūrėtojas PK 206₄; toblyčia ‚Brett‘ PK 6₂ / lenta PK 105₁₇; viera ‚Glaube, Religion‘ PK 2₃ / tikėjimas PK 141₁₃; zokanas ‚Gesetz‘ PK 43₁₄ / įstatymas PK 191₇.

Die Dubletten können im Satz vollständig füreinander eintreten, ohne dessen Bedeutung zu beeinträchtigen. Als Beispiele lassen sich einige Sätze aus dem PK anführen: Nes kadangi gi liga alankiey / teikig gi Pone / liekoriu tikras / įgbid [...] PK 251₇; Teikis but ligoniu giditu / šudrtingu linkminou / fupfutų gilbetou [...] PK 31₂₇; Ten pas vni ftwedams ftoche buwo Petras [...] PK 160₁₈; [...] ir wifokios biauribes giena baymey Dewa [...] PK 232₁₄; [...] žmones pjbnomis tokias biauries / bat Pona zokane dukfis / dieną nakti dumodamas PK 43₁₄; Idangi mes tada tikray pagal įstatima bunta Pona Cbrifufa / tą krikštimą darytum PK 191₇. Werden die Wörter slawischer Herkunft und die einheimischen Wörter vertauscht, ändert sich die Satzbedeutung nicht; häufig wird jedoch der Slawismus bevorzugt, manchmal umgekehrt das einheimische Wort, oder beide Wörter werden gleich häufig verwendet. Dennoch zeigt sich im PK die Tendenz, das einheimische Glied eines Synonympaares häufiger zu verwenden als den Slawismus oder das Hybridwort mit slawischer Wurzel (siehe Tabelle).

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Acta Linguistica Lithuanica LXXIX

M. Petkevičiaus katekizmo (1598) absoliutieji sinonimai ųtų XVI–XVII a. lietuvių kalbos raštuose

Häufiger gewähltes Slawismus

Häufiger gewähltes einheimisches Wort

Slawismus und einheimisches Wort werden gleich häufig verwendet

Flut

3

bauen, baut, baute

1

Kutscherei

1

Irren

1

stellen, stellt, stellte

2

Irren

1

spielen, spielt, spielte

4

ganz

1

Löwe

1

sündigen, sündigt, sündigte

1

alle

35

Löwe

1

Betrug

56

Zelt

9

Arzt

1

jeder

13

Teufel

19

Arzt

1

Mönch

7

sich reinigen

12

Dame

1

Leiden

3

Ehre / Ruhm

55 / 16

Herrn

1

Frieden

6

reinigen, -igt, -igte

2

Stätte

1

Demut

1

verehren, -t, -te

56

Bande

1

wird trüb

3

Geist

1

Zorn

1

Wunder

2

Jahrgang

2

Seele

90

Gedächtnis

1

Seele

97

Herr

567

Herrschaft

3

Gebieter

28

Stunde

6

blasen, -t, -te

3

Bogen

11

zerstören, -t, -te

1

Gnade

37

dienen, -t, -te

7

Jahrhundert

1

dienen, -t, -te

3

Schwert

3

Welt

67

Liebe

2

Welt

3

Gnade

37

Hütte

3

Buße

2

Brett

2

Versuchung

6

Glaube

64

Anblick

1

Glaube

2

Hilfe

1 / 7

besitzen, -t, -te

1

zustimmen, -t, -te

3

herrschen, -te, -te

1

herrschen, -t, -te / regieren, -t, -te

1 / 9

Wunder

1

Wunder

2

verwunden, -et, -ete

2

verletzen, verletzt, verletzte

3

Schatz

1

Vermögen

4

Schatz

2

Angst

12

Herrscher

1

Versprecher

3

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ANŽELIKA SMETONIENĖ

Slavisches Wort häufiger gewählt

Indigenes Wort häufiger gewählt

Slavisches und indigenes Wort gleich häufig verwendet

žokanas

3

Gesetz

11

ABSOLUTE SYNONYME (DUBLETTEN) IM PK IN ANDEREN SCHRIFTEN

Die im PK verwendeten Dubletten sollten zunächst mit den Schriften von M. Daukša verglichen werden – dem 1595 erschienenen Katechismus (im Folgenden DK) und der 1599 gedruckten Postille (im Folgenden DP). Diese Quellen stammen aus derselben Zeit; der von M. Petkevičius verwendete Wortschatz wird häufig mit dem Wortschatz der Schriften von M. Daukša verglichen. Daher eignen sich DK und DP hervorragend dazu, herauszufinden, ob damals generell eine Neigung zur Verwendung solcher absoluter Synonyme bestand. Da es zwei Werke von M. Daukša gibt und die DP zudem eine wesentlich umfangreichere Quelle ist, lassen sich nur die Gebrauchstendenzen der Wörter vergleichen, nicht aber die Zahl ihrer Belege. Einige Wörter werden in der DP sogar Hunderte Male verwendet (z. B. visas, vienas, viešpatis); im PK finden sich nur sehr wenige Synonyme, die so häufig gebraucht werden. Im Vergleich zu M. Petkevičius wählte M. Daukša häufiger indigene litauische Wörter: statyti, -o, -ė DP 432₁₉, visas DK 39₇, DP 15₄₁, velnias (velinas) DK 53₁₂, DP 23₂₅, garbė DK 42₁₂, DP 38₉, garbinti, -ina, -ino DK 80₂₁, DP 59₄₂, dvasia DP 195₂₂, nusidėti, nusideda, nusidėjo DK 126₁₂, DP 223₂₈, kiekvienas DK 93₁₀, DP 108₄₅, klaidėjimas DP 99, liūtas DP 79₃₅, nužemimas (nužeminimas) DK 49₁₂, DP 290₅₁, kertas DK 107₁₇, DP 14₂₂, viešpats (viešpatis) DK 4₁₆, DP 594₄₄, viešpatauti, -auja, -avo DP 341₃₁ / valdyti, -o, -ė DP 348₄₈ / valdžioti, -ioja, -iojo DK 31₁₁, DP 58₆, stebuklas DK 161₆, DP 264₂₅, naikinti, -ina, -ino DP 255₂₂, žeisti, žeidžia, žeidė DP 619₄₇, banda DP 340₃₃, pasaulis DK 53₁₂, DP 14₄, tikėjimas DK 22₅, DP 265₄, statt ihrer Dubletten budavoti, -oja, -ojo DP 436₃₃, cielas DP 48₇, čertas DP 437₃₂, čėstis DP 321₅, čėstauti, -auja, -aujo DK 257₁₇, DP 341₇, dūšia DP 155₃₄, griežti, -ija, -ijo DP 47₉, kožnas DP 497₃₉, blūdas DP 518₁₂, levas DP 3₁₉, pakara DP 316₂₆, pamsta DP 94₁₃, ponas DP 8₉, pavadoti, -avoja, -avojo DP 577₂₅, pražvas DP 180₃₃, pūtyti, -ija, -ijo DP 572₂₉, ronyti, -ija, -ijo DP 324₃₇, rodas DP 290₄₀, svietas DP 486₂₁, vierą DP 228₇. In den Schriften von M. Daukša gibt es nur wenige Synonyme, deren fremdsprachiges Glied in derselben Quelle häufiger vorkommt als das indigene Wort: hadna (adna) DP 173₁₉ (51 Belege) / valanda DP 234₂₆ (42 Belege), liekoris DP 514₃₉ (4 Belege) / gydytojas DP 514₃₄ (1 Beleg), žokanas DP 31₄₈ (188 Belege) / įstatymas DP 75₅₂ (41 Belege), dūšia DK 97₂₀ (41 Belege) / dvasia DK 26₅ (31 Belege). Die Synonyme zu den Wörtern šeinius DP 306₁₅ und tobyčia DP 461₁₃ hingegen

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Acta Linguistica Lithuanica LXXIX

M. Petkevičiaus katekizmo (1598) absoliutieji sinonimai kūlių XVI–XVII a. lietuvių kalbos raštu fone

priežiedas und lenta, die M. Petkevičius verwendete, kommen in den Schriften von M. Daukša überhaupt nicht vor.

In den Schriften von M. Daukša haben 13 der im PK verwendeten Synonyme kein fremdsprachiges Glied. M. Daukša verwendete häufig atmintis ‚Erinnerung; etwas, woran man sich erinnert usw.‘ DK 99₁₀, DP 95₂₂ (nicht atmintis), baimė DK 5₁₄, DP 6₂₅, kalavijas DP 18₃₁, kančia DP 170₄₂, klaidėjimas DP 9₄, malonė DK 95₈, DP 253₂₄, pagalba DK 135₁₈, DP 82₂₃, pagundymas DK 46₉, DP 97₃₃, stebuklas DK 161₉, DP 264₂₅, tarnauti, –au, –avo DK 81₁₆, DP 546₃₂, turtas DK 88₁, DP 344₃₇, viešpatavimas DP 4₁₅, nicht aber die im PK verwendeten Dubletten pometis PK 247₁, strochas PK 160₁₈, miečius PK 160₁₁, muka PK 36₈, kocerstė PK 134₂, loska PK 38₂₂ und mylia PK 49₆, pamacia PK 236₁₂, pakusa PK 20₂₄, dyvas PK 122₁₈, slūžti, –ija, –ijo PK 18₈, skórbas PK 46₁₈, ponavonė PK 113₂₃. Außerdem findet sich weder in der DP noch in der DK der Slawismus patūroti PK 164₁₃; auch sein indigenes Synonym pritarti PK 69₈ fehlt.

Die Entscheidung von M. Petkevičius, bei den genannten Dubletten die Slawismen dyvas, loska, miečius, mylia, muka, pakusa, pamacia, pometis, ponavonė, skorbas, slūžti, –ija, –ijo, strochas und das Hybridwort kocerstė statt der indigenen litauischen Wörter zu verwenden, die bei M. Daukša belegt sind, erscheint merkwürdig, denn auch in anderen altlitauischen Quellen² kommen diese fremden Wörter gar nicht oder im Vergleich zu ihren indigenen Synonymen nur äußerst selten vor: dyvas findet sich außerdem in BP I 57, KN SE 237, ChNT 286 (vgl. stebuklas Mž 211, VlnE 121, BB 2Met 32, BP II 265, SD¹ 30, SD³ 37, SG1 39, ChNT 4), pakusa – in Q 33 (vgl. pagundymas Mž 138, SP II 57), kocerstė – nur im PK (vgl. klaidėjimas MP 382, KN SE 261), ponėts – in SD¹ 118, Q 214 (vgl. atmintis MP 70, SD¹ 118, SD³ 283, KN G 67), ponavonė – in KN G 98 (vgl. viešpatavimas SD¹ 119, ChNT 3). Das bedeutet, dass die Wahl indigener Wörter als Glieder solcher Dubletten wie dyvas / stebuklas, pakusa / pagundymas, pometis / atmintis, ponavonė / viešpatavimas, kocerstė / klaidėjimas durch M. Daukša, obwohl er die litauische Sprache pflegte, nicht allein auf eine bewusste Entscheidung zurückging – solche Slawismen waren nicht so weit verbreitet. Auf der Grundlage der polnischsprachigen Vorlage des übersetzten PK-Textes und seiner Übersetzung ins Litauische lässt sich schließen, dass die Slawismen pakusa, pometis, ponavonė (mit Ausnahme von dyvas) im PK in Anlehnung an den polnischen Text verwendet wurden: pol. […] iżes nas tey nocy przeźbę pokufy chtręy batṅkijey […] // lit. iuog fią naktį perieufią / pakufos welnio kitro […] PK 20₂₄; pol. […] od ćžarta y od pokus chroń […] // lit. […] nuog welnia ir pakufų dengia […] PK 112₁₃; pol. […] aby sobie na pamięć przywiódł wbýtkie życia swego na tym swiecie […] // lit. […] id saw ant pomietes przywtu wifą giwenimą fawa ant swieta […] PK 247₁; pol. A nie odwlączay daley tego Panowania […] // lit. O ne attolink tolaus fawos ponawonios […] PK 113₂₃. Das Hybridwort kocerstė entstand durch eine etwas freiere Übersetzung des Textes, doch ist im polnischen Text erkennbar, dass

2Die Abkürzungen einiger Quellen (BP, VlnE, Q, MP, C) stammen aus dem LKŽ.

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In der Sprache wird ein Wort derselben Wurzel verwendet: poln. [...] boć niemąb ktoby ciebly / a kaerfka moc zburzył [...] // lit. [...] nes nera kas tiebytų / o bocerifte futrintu [...] PK 134₂. Diese nicht in den weiteren Sprachgebrauch eingegangenen Slawismen und das Hybridwort werden im PK allein unter dem Einfluss der polnischen Vorlage verwendet; doch wird poln. panowanie ins Litauische sowohl mit ponavone als auch mit viešpatavimas übersetzt (poln. A nie odwłaczay daley tego Panowania [...] // lit. O ne atotink tolus fawos ponawonios [...] PK 113₂₃; poln. W każdam miejscu świata tego / wьego Panowania jego // lit. Kożnoy wietoy jo pafulo wifa wiešpatwama io [...] PK 86₉); daher könnte man eher von einer persönlichen Interpretation des Autors und einer Paraphrasierung des Textes sprechen als von einem bestimmten Dublettensystem des PK, von dem Versuch also, den Text auf Litauisch möglichst genau oder anschaulich wiederzugeben. Dafür sprechen auch weitere Wortpaare: Auch im Polnischen sind cud und dziw, pokusa und pokuszenie Synonyme: poln. [...] czynić tu cuda z Diabelkiem moc [...] // lit. [...] rodis dwus iżgi čerto mačes [...] PK 122₁₈; poln. [...] žeš przez dziw okazać raczył [...] // lit. [...] kad per stebuklą tat rodey [...] PK 137₄; poln. Za takowmi dziwy ludzie się uznali [...] // lit. Vž tokiu stebuklu žmones pažino [...] PK 162₁₃; poln. [...] iżés nas tey nocy przezle pokusy chytrey bałankiey [...] // lit. uog ją naktį pereiwą / pakufos welnio kitro [...] PK 20₄; poln. [...] od czarta y od pokus chroni [...] // lit. [...] nug welnia ir pakufų dengia [...] PK 112₁₃; poln. Nie wódź nas na pokuszenie [...] // lit. Ne wek mus ing pagundimą [...] PK 118₂₆; poln. y nie wódź nas na pokuszenie ale nas zbaw ode złego. // lit. [...] newek mufu ing pagundimą: batai giabek mus, nug wifo pikto [...] PK 10₂₄; poln. Pokufenia petny tak žimie jak lecie // lit. [...] per wifoki ciefą pagundimą pilną [...] PK 138₁₃; poln. [...] aby fołie na pamieć przywiódł wźytkie žycia swego na tym swiecie [...] // lit. [...] id saw ant pomies prwefu wifą giwenimą fawa ant swieta [...] PK 247₁; poln. Będzeli miał na baczności / Nabe wbelakie krewkości [...] // lit. Jay turei ant aminties mufų wifokias pikibes [...] PK 96₁₆. Wie die Sätze zeigen, wird poln. cud im PK mit lit. dyvas, poln. dziw mit lit. stebuklas, poln. pokusa mit lit. pakusa, poln. pokuszenie mit lit. pagundimas, poln. pamięć mit lit. potis und poln. baczność mit lit. amintis wiedergegeben.

Andere Dubletten des PK, bei denen M. Daukša in seinen Schriften das fremdsprachige Wort nicht verwendet, sind in anderen alten litauischen Schriften annähernd gleich häufig belegt, und zwar mitunter sogar in derselben Quelle; somit gibt es auch in anderen Schriften Synonymie: łoska Mž 45, JĖ⁵ 213 / malonė Mž 52, BB Dan 2, BP II 92; mėčius MP 217, SD¹ 79, KN G 271 / kalavijas BP I 114, SP II 7, SD¹ 79, SD³ 70; mylėsta Mž 309, AK 3₈, SD¹ 70, SD³ 8₈, J˹ 14, J˲ 15, J˳ 15, JĖ⁴ 15, JĖ⁵ 14 / malonė Mž 52, BB Dan 2, BP II 92, SD¹ 70, SD³ 149; mūka Mž 158, KN SE 243, J˲ 20, J˳ 20, JĖ⁴ 25, JĖ⁵ 212 / kančia Mž 229, SD¹ 78, SD³ 38; pamacia (pamacė, pamacis) WP 58, MP 66, KN SE 185, ChNT 245 / pagalba (pagalbė) Mž 342, BP II 97, MP 237, SD³ 324, KN G 3; slūžyti, -ija, -ijo Mž 503, WP 9, VlnE 19, BB 2Met 33, BP II 320, MP 135, SD¹ 169, J˹ 112, ChNT 10 / tarnauti, -auja, -avo Mž 115, VlnE 111, BB 2Met 13, MP 114, SP I 201, SD¹

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Acta Linguistica Lithuanica LXXIX

M. Petkevičiaus katekizmo (1598) absoliutieji sinonimai kitų XVI–XVII a. lietuvių kalbos raštų fone

85, SD³ 196, SG1 22, ChNT 4, Q 51; stochas KN G 213, Q 351, C II 80 / baimė BB 2Met 20, SD¹ 95, SD³ 11. Doch das Slawismuslautbild skambas ist in den alten litauischen Schriften weit häufiger als sein Synonym turtas: BB 2Met 31, SD¹ 21, SD³ 20, ChNT 6.

M. Petkevičius übersetzt den polnischen Text stellenweise nicht wörtlich, sondern sucht nach anschaulicheren Formulierungen; er strebte danach, dass sich der Text reimt, weshalb die Übersetzung an diesen Stellen recht frei ist: poln. [...] a nam wieczny pokoy prawil / raczyb miłosierny Panie / wypłuchał nasze wołanie // lit. [...] mums didį pakaiu dawei / teikis maloningas Pone / saugot mus fawo maloney PK 36₁₂; poln. [...] począł Piotr Pana mścić / Malchowi ucho uciął / chcąc go mocnie bronić // lit. [...] Petras Poną gindamas / mečium kurį turėjo / atkirtą aufi Malchaus PK 160₁₂; poln. Chrye dla umęczenia żywota twoie / racz nas przyjąć po śmierci do krolefwa fwego // lit. Christe dėl tawo kancios / kuną fawo mukus / mus wifus teikis priimt karalifen dangus PK 163₁₉; poln. [...] hoynie moie wszerzyć mie tak tęknice / gdy ręce fwe podniosę do imienia twego [...] // lit. Gierais gali nuramint mano kančias wifas / kad rankas fawo kelfiu tawo weidop Pone [...] PK 67₃ usw. In solchen Fällen lassen sich nur schwer genauere Schlussfolgerungen über den Gebrauch der Dubletten ziehen.

An manchen Stellen geben die Slawismen des PK die polnische Vorlage systematisch wieder, an anderen systematisch Wörter, deren Gebersprache mit Sicherheit nicht Polnisch ist: Das Wort ist lediglich mit einem ostslawischen Wort, der Quelle des Slawismus, wurzelverwandt: poln. [...] acz nas do tego fama łaska y dobroć Boża godnymi czyni [...] // lit. [...] kaciebÿ mus top pati łofka ir gieribe Diewu hadnys daro [...] PK 205₁₆; poln. [...] będzie zażywał mąk piekielnych // lit. [...] turės mukas neįkaltas PK 248₂; poln. [...] abyś była ochędożeniem / pomocą y pociechą żywotowi y domowi jego // lit. [...] idant butumey grožibe / pamacia ir džiaukfmu żywata jo PK 236₁₂; poln. [...] a iżbymu też mogli flużyć we wſzytkim dobrym bliźnim naszym // lit. [...] o idant topag galėtum flužit wifame gerame artiemus muſu PK 18₁₀; poln. Potym Piotr frachem wielkim / gdy w ognia ftoiał [...] // lit. Ten pas ugnieswedamas froche buwo Petras [...] PK 160₁₉. Dennoch stützt sich M. Petkevičius nicht immer auf den polnischen Text, selbst wenn er wörtlich und nicht frei übersetzt. So werden beispielsweise dieselben Wörter, poln. łaska und poln. służyć, nicht nur mit lit. łoska und lit. słūžyti, -ja, -ijo, sondern auch mit lit. malonė und lit. tarnauti, -auja, -avo übersetzt (poln. Przez łaskę a miłosierdzie Boże [...] // lit. Per malonę ir mielaširdę Diewu PK 6₂₃; poln. [...] A tobie wiernie służyli // lit. [...] o taw wiernay tarnautumbim PK 22₂₁), obwohl es sich bei diesen Wörtern um Dubletten handelt und im Satz ein identisches Wort das Slawismuswort vollständig ersetzen könnte. Außerdem orientiert sich M. Petkevičius auch bei der Verwendung von Slawismen nicht immer am polnischen Text – vielmehr wurden mitunter auch ostslawische Wörter gewählt, die nicht wurzelverwandt mit den übersetzten polnischen Wörtern sind, zum Beispiel: poln. [...] ty mnie chciey wſpomoc w moiey doległości / Boże łutości // lit. [...] tu pats

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hilf mir, hilf meiner Schwäche / Gott, erbarme dich PK 49₆; d. h. Nabe zloši nepravoši / 3 fame bčėrey takavōsči […] // d. h. Mufu griekus neteibes i₆ fawo tikros milites […] PK 84₁₉.

Die Annahme, dass M. Petkevičius stets Lehnwörtern den Vorzug gab, wird durch solche Sätze widerlegt, in denen nicht nur frei übersetzt wird, sondern auch ein genuin litauisches Wort verwendet wird, obwohl im selben Katechismus ein Slawismus vorkommt, der es ersetzen könnte, z. B.: le. Bobych fnac latwie wytrwał od miecza zranienie […] // le. Nes piguis įkėčia kalaviją kirtim […] PK 60₁₂ (vgl. […] meciu kuri tureio […] PK 160₁₂); le. […] porśmy Boga o pomo[…] // le. prabom paglabes wiepati […] PK 36₃ (vgl. […] pamacia ir džiaukmu žiwata io PK 236₁₂). Außerdem wurden Synonyme gesucht, wenn auch im polnischen Text Synonyme verwendet wurden. So wird beispielsweise le. łaska ins Litauische mit łoka übersetzt, während le. miłosierdzie – le. malonė entspricht (le. Nadzieje w miłosierdziu twoim pokładamy […] // le. Nodiej malonea tawo dei guldzem […] PK 114₁₄), le. strach – le. stochas, und le. pobożność, bojaźń – le. baime (le. […] y przypra wie ku Panu Bogu / y miłość / y wβelaką pobożność w nas po-budą y sprawie / […] ir prigatwia wiera Ponop Diewop / ir meylę / ir wifokią baymę Diewa muj prikielą ir reda PK 17₁₄; le. […] y wβelaką plugfwa / ży-wie w boiazni Boży […] // le. […] ir wifokios biauribes givena baymę Diewa […] PK 32₃₄).

POLYSEME WÖRTER

Die Bedeutungen aller besprochenen Dubletten sind identisch, d. h. ein Slawismus oder Hybridwort und sein absolutes Synonym, ein autochthones Wort, können einander vollständig ersetzen – die Bedeutung des Satzes bleibt dabei unverändert. Im PK gibt es jedoch polyseme Wörter, die nur in bestimmten Bedeutungen synonym sind. So sind beispielsweise zaria PK 49₂₁ ‚helles Leuchten am Morgen oder Abend‘ (LKŽe) und aušra PK 67₉ 1. ‚Zeit, in der der Tag anbricht und der Morgen zu dämmern beginnt‘; 2. ‚Beginn besserer, glücklicherer Zeiten‘; 3. ‚Morgen, Osten‘ (LKŽe) nur in der ersten Bedeutung Synonyme. Im Katechismus von M. Petkevičius wird aušra nicht nur in der ersten Bedeutung ‚Zeit, in der der Tag anbricht und der Morgen zu dämmern beginnt‘, sondern auch in der dritten, ‚Morgen, Osten‘, verwendet; daher sind diese Wörter selbst im PK keine absoluten Synonyme. Unter anderen möglichen Synonymen entsteht im PK keine synonymische Beziehung. So wird beispielsweise das in einem bestimmten Kontext mögliche Synonym des Slawismus biednas PK 45₁₄ ‚arm, mittellos‘ (LKŽe), vargingas PK 82₁₆, nur in der Bedeutung ‚viel Mühe und Sorgen verursachend, schwierig, mühsam‘ (LKŽe) verwendet, nicht aber in der zweiten Bedeutung ‚arm, mittellos‘ (LKŽe). Im PK kommen auch umgekehrte Fälle vor, d. h. bei der Verwendung polysemer Wörter entsteht kein Bedeutungsunterschied, sodass sie im PK Dubletten sind (die Bedeutungen im PK sind unterstrichen): apãtalas PK 150₁₆ 1. ‚Kirche: einer der zwölf Jünger Christi‘; 2. ‚übertr. jemand, der sich einer bestimmten Idee oder Wissenschaft verschrieben hat, ihr Verkünder‘ (LKŽ) / mokytinis PK 13₂₀ 1. ‚jemand, der lernt, Schüler‘; 2. ‚Anhänger einer Wissenschaft, Theorie oder der Ansichten einer Person‘; 3. ‚gebildeter, gelehrter Mensch; Intellektueller‘ (LKŽ); blūdyti, -ija, -ijo PK 24₂₁ 1. ‚irren, umherirren‘; 2. ‚faseln, Unsinn reden‘ (LKŽ) / klaidėti, -ėja, -ėjo PK 8₂ 1. ‚Fehler machen, sich irren‘; 2. ‚umherirren‘; 3. ‚irre reden‘ (LKŽ); dabi, -oja, -ojo PK 16₁₉ 1. ‚bewachen‘; 2. ‚vertrauensvoll ansehen, lieben‘; 3. ‚beachten, berücksichtigen‘ (LKŽ) / atsivydėti, -i, -ėjo PK 136₂₀ 1. ‚berücksichtigen, beachten‘; 2. ‚Mitleid haben‘ (LKŽ); pana PK 8₁₀ 1. ‚Mädchen‘; 2. ‚Brettchen am Spinnrad, an dem der Flachs befestigt wird‘; 3. ‚Spielkarte mit einer Frauenfigur, Dame‘ (LKŽ) / merga PK 7₈ 1. ‚erwachsene unverheiratete Frau, Mädchen‘; 2. ‚von einem Bauern oder Großbauern angestellte Arbeiterin, Magd, Dienstmädchen‘; 3. ‚verloren‘ (LKŽ); prakas PK 150₁₆ 1. ‚Verkünder künftiger Ereignisse‘; 2. ‚himmlischer Heiliger, Gottes Helfer‘ (LKŽ) / pranašas PK 163₁₇ 1. ‚jemand, der etwas mitteilt, Verkünder‘; 2. ‚jemand, der zukünftige, unbekannte Dinge voraussieht und verkündet‘; 3. ‚von Gott gesandte, inspirierte Person, die Gottes Willen erklärt und Zukünftiges verkündet‘; rėdyti, -ijo, -ijo PK 16₉ 1. ‚bekleiden, Kleidung anziehen‘; 2. ‚schmücken, zieren‘; 3. ‚vorbereiten‘; 4. ‚veranstalten, organisieren‘; 5. ‚einen Mann verschaffen, zur Heirat geben‘; 6. ‚leiten, verwalten‘; 7. ‚einen Webstuhl vorbereiten, die Kettfäden aufziehen‘; 8. ‚redigieren‘ (LKŽ); valdyti, -o, -ė PK 239₁₀ 1. ‚Macht haben, herrschen‘; 2. ‚Ordnung in Arbeit und Angelegenheiten halten, leiten, verwalten‘; 3. ‚die Handlungen von jemandem lenken, Anweisungen geben, befehlen‘; 4. ‚Disziplin halten, zum Gehorsam zwingen, verbieten‘; 5. ‚Glieder und Gelenke bewegen und beugen, Bewegungen koordinieren können‘; 6. ‚etwas benutzen können‘; 7. ‚etwas in die richtige Richtung lenken, steuern‘; 8. ‚einen bestimmten Kasus oder eine bestimmte Wortform verlangen‘; 9. ‚zügeln‘ (LKŽ); sỳla PK 6₉ 1. ‚Kraft‘; 2. ‚Ressourcen‘; 3. ‚Macht‘; 4. ‚Zwang‘; 5. ‚Schicksal‘; 6. ‚Mut‘ (LKŽ) / galybė PK 10₂₆ 1. ‚große Leistungsfähigkeit, Stärke, Kraft‘; 2. ‚Macht‘; 3. ‚Möglichkeit‘; 4. ‚große Menge‘ (LKŽ).

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M. Petkevičiaus katekizmo (1598) absoliutieji sinonimai kū- XVI–XVII a. lietuvių kalbos raštu fone

Idee, Wissenschaft, ihr Verkünder‘ (LKŽ) / mokytinis PK 13₂₀ 1. ‚jemand, der lernt, Schüler‘; 2. ‚Anhänger einer Wissenschaft, Theorie oder der Ansichten einer Person‘; 3. ‚gebildeter, gelehrter Mensch; Intellektueller‘ (LKŽ); blūdyti, -ija, -ijo PK 24₂₁ 1. ‚irren, umherirren‘; 2. ‚faseln, Unsinn reden‘ (LKŽ) / klaidėti, -ėja, -ėjo PK 8₂ 1. ‚Fehler machen, sich irren‘; 2. ‚umherirren‘; 3. ‚irre reden‘ (LKŽ); dabi, -oja, -ojo PK 16₁₉ 1. ‚bewachen‘; 2. ‚vertrauensvoll ansehen, lieben‘; 3. ‚beachten, berücksichtigen‘ (LKŽ) / atsivydėti, -i, -ėjo PK 136₂₀ 1. ‚berücksichtigen, beachten‘; 2. ‚Mitleid haben‘ (LKŽ); pana PK 8₁₀ 1. ‚Mädchen‘; 2. ‚Brettchen am Spinnrad, an dem der Flachs befestigt wird‘; 3. ‚Spielkarte mit einer Frauenfigur, Dame‘ (LKŽ) / merga PK 7₈ 1. ‚erwachsene unverheiratete Frau, Mädchen‘; 2. ‚von einem Bauern oder Großbauern angestellte Arbeiterin, Magd, Dienstmädchen‘; 3. ‚verloren‘ (LKŽ); prakas PK 150₁₆ 1. ‚Verkünder künftiger Ereignisse‘; 2. ‚himmlischer Heiliger, Gottes Helfer‘ (LKŽ) / pranašas PK 163₁₇ 1. ‚jemand, der etwas mitteilt, Verkünder‘; 2. ‚jemand, der zukünftige, unbekannte Dinge voraussieht und verkündet‘; 3. ‚von Gott gesandte, inspirierte Person, die Gottes Willen erklärt und Zukünftiges verkündet‘; rėdyti, -ijo, -ijo PK 16₉ 1. ‚bekleiden, Kleidung anziehen‘; 2. ‚schmücken, zieren‘; 3. ‚vorbereiten‘; 4. ‚veranstalten, organisieren‘; 5. ‚einen Mann verschaffen, zur Heirat geben‘; 6. ‚leiten, verwalten‘; 7. ‚einen Webstuhl vorbereiten, die Kettfäden aufziehen‘; 8. ‚redigieren‘ (LKŽ); valdyti, -o, -ė PK 239₁₀ 1. ‚Macht haben, herrschen‘; 2. ‚Ordnung in Arbeit und Angelegenheiten halten, leiten, verwalten‘; 3. ‚die Handlungen von jemandem lenken, Anweisungen geben, befehlen‘; 4. ‚Disziplin halten, zum Gehorsam zwingen, verbieten‘; 5. ‚Glieder und Gelenke bewegen und beugen, Bewegungen koordinieren können‘; 6. ‚etwas benutzen können‘; 7. ‚etwas in die richtige Richtung lenken, steuern‘; 8. ‚einen bestimmten Kasus oder eine bestimmte Wortform verlangen‘; 9. ‚zügeln‘ (LKŽ); sỳla PK 6₉ 1. ‚Kraft‘; 2. ‚Ressourcen‘; 3. ‚Macht‘; 4. ‚Zwang‘; 5. ‚Schicksal‘; 6. ‚Mut‘ (LKŽ) / galybė PK 10₂₆ 1. ‚große Leistungsfähigkeit, Stärke, Kraft‘; 2. ‚Macht‘; 3. ‚Möglichkeit‘; 4. ‚große Menge‘ (LKŽ).

Die Synonyme blūdyti, -ija, -ijo / klaidėti, -ėja, -ėjo; dabi, -oja, -ojo / atsivydėti, -i, -ėjo kommen im PK gleich häufig vor (jeweils nur einmal), während die Synonyme apatalas, pana, prakas, rėdyti, -ija, -ijo im PK häufiger belegt sind als ihre autochthonen Entsprechungen mokytinis, merga und pranašas, valdyti, -o, -ė: Das Wort apatalas kommt 103-mal vor, pana 7-mal, prakas 9-mal, rėdyti, -ija, -ijo 29-mal, mokytinis 5-mal, merga 4-mal, pranašas 7-mal und valdyti, -o, -ė 9-mal. Der Slawismus syla kommt im PK 8-mal vor, sein Synonym galybė dagegen 34-mal. Alle diese Synonyme werden auch in anderen älteren litauischen Schriften verwendet; die Entscheidung für den Slawismus ist daher als Wahl von M. Petkevičius anzusehen. Dies zeigt sich auch im Vergleich des Originals mit dem litauischen Text. So wird apatalas nicht nur anstelle von apostol, sondern auch anstelle von zwolennik verwendet: le. [...] A zwolennicy fukali na onych ktorzy ie przynosili [...] // [...] o Apatalay bara anos / kurie atnešie PK 195₆; le. Bo nowi Apotol Paweł s. že už žądo potępienia niemą

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damit[...] // d. h. Denn der Apostel Paulus ist geweiht / dass es für sie keine wie auch immer geartete Nahrung mehr gibt[...] PK 245₃. Dasselbe Wort žvolenik wird auch als Lehrling:d. h. [...] dort, um den žvolenikern ihren Anteil zu geben [...] // d. h. [...] brach und gab es seinen Jüngern[...] PK 13₂₀. Wie auch die zuvor besprochenen Dubletten (z. B. Herrschaft / Regierung) werden mehrdeutige Wörter im PK also nicht konsequent synonymisch verwendet: Das Lehnwort steht nicht unbedingt anstelle des entsprechenden polnischen Wortes, und einheimische Wörter werden nicht unbedingt verwendet, wenn frei übersetzt wird.

SCHLUSSFOLGERUNGEN

Das Verhältnis der in PK verwendeten absoluten Synonyme, auch Dubletten genannt, bei denen ein Glied ein Wort fremder Herkunft ist (ein Slawismus oder ein Hybrid mit slawischer Wurzel), unterscheidet sich in keiner Weise vom Verhältnis der Dubletten, deren beide Glieder ererbte litauische Wörter sind. Einige polyseme Wörter, die theoretisch nicht als Dubletten gelten, werden in PK gerade als Dubletten verwendet. M. Petkevičius verwendete diese Wörter nur in einigen Bedeutungen, die den ererbten Wörtern und dem Lehnwort gemeinsam sind. Die Austauschbarkeit der Synonyme im Satz ist ihr wichtigstes Merkmal; in PK werden jedoch nicht nur Dubletten ererbter Wörter neben Slawismen oder Hybriden verwendet, sondern häufig kommen auch Wörter fremder Herkunft vor. PK unterscheidet sich von anderen altlitauischen Schriften, in denen einige absolute Synonyme (duos / stebuklas, pakusa / pagundymas, nocerstė / klaidėjimas, pomėtis / atmintis, atminimas, ponavonė / viešpatavimas) entweder ganz fehlen oder man dazu neigt, ererbte Wörter zu wählen. Es ist unklar, warum M. Petkevičius diese selteneren, in anderen Quellen nicht verwendeten Wörter auswählte. Nicht immer war dafür der polnische Text ausschlaggebend; im Litauischen gab es bereits vollständig entsprechende ererbte Wörter. In anderen Fällen werden in PK Dubletten verwendet, die auch in anderen altlitauischen Schriften recht verbreitet sind, mit Ausnahme der Schriften von M. Daukša (in ihnen fehlen Glieder fremder Herkunft). Somit hat J. Kruopas’ Behauptung, der von M. Petkevičius verwendete Wortschatz sei viel ärmer als der von M. Daukša, eine gewisse Grundlage, wenn er anhand des Verhältnisses zwischen Wörtern fremder Herkunft und ererbten litauischen Wörtern bewertet wird; unter diesem Aspekt unterscheidet sich der Wortschatz von M. Petkevičius jedoch kaum von dem Wortschatz der meisten altlitauischen Schriften.

Dennoch folgte M. Petkevičius dem polnischen Text nicht blind. Davon zeugt die Suche nach Synonymen in Fällen, in denen im polnischen Text ebenfalls Synonyme verwendet werden (le. cud wurde mit lie. dyvas übersetzt, le. dziw hingegen mit lie. stebuklas; le. pokusa mit lie. pakusa, le. pokuszenie hingegen mit lie. pagundymas; le. pamięć mit lie. pomėtis, le. baczność hingegen mit lie. atmintis). Somit lässt sich von M. Petkevičius’ Bemühen sprechen, den Text auf Litauisch möglichst genau und anschaulich wiederzugeben. Einige Sätze zeigen nicht nur eine freie, nicht wortgetreue Übersetzung, sondern auch die Verwendung ererbter litauischer Wörter,

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M. Petkevičiaus katekizmo (1598) absoliutieji sinonimai kitu XVI–XVII a. lietuvių kalbos raštų fone

obwohl im selben Katechismus auch Slawismen verwendet werden, die sie ersetzen können. Manchmal werden Letztere nicht aufgrund des Einflusses des polnischen Textes verwendet, denn bei der Übersetzung wurden aus dem Ostslawischen entlehnte Wörter gewählt, die nicht dieselbe Wurzel wie die übersetzten polnischen Wörter haben. Vielleicht waren dafür der persönliche Wortschatz des Autors und seine Interpretation des übersetzten Textes ausschlaggebend.

ŠALTINIAI

AK – Anoniminis 1605 m. katekizmas. Prieiga per internetą: http://www.lk.lt/seniejirastai/db.php.

BB – Jonas Bretkūnas. Biblija, 1590. Prieiga per internetą: http://www.lk.lt/seniejirastai/db.php.

ChNT – Biblia Litewska Chylińskiego. Nowy Testament. Tom 3. Indeks, leid. Czesław Kudzinowski. Poznań: Wydawnictwo naukowe uniwersytetu im. Adama Mickiewicza.

DK – Mikalojaus Daukšos 1595 metų Katekizmas = Katechismus von Mikalojus Daukša vom Jahre 1595: 1595 m. katekizmo fotokopija ir jo transliteruotas tekstas, par. Vida Jakštienė, Jonas Palionis. Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla, 1995.

DP – Indeks-słownik do „Daukšos postilė”, leid. Czesław Kudzinowski. Poznań: Wydawnictwo naukowe uniwersytetu im. Adama Mickiewicza.

ĮE – Jonas Jaknavičius. Ewangelie Polskie y Litewskie. Prieiga per internetą: http://www.lk.lt/seniejirastai/db.php.

KN – Steponas Jaugelis Telega, Samuelis Minvydas, Jonas Božymovskis. Knyga Nobažnystės, 1653. Prieiga per internetą: http://www.lk.lt/seniejirastai/db.php.

LKŽe – Lietuvių kalbos žodynas 1–20, 1941–2002, elektroninis variantas (antras elektroninis leidimas), red. kolegija: Gertrūda Naktinienė (vyr. redaktorė), Jonas Paulauskas, Rūta Petrokienė, Vytautas Vitkauskas, Jolanta Zabarskaitė. Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2013. Prieiga per internetą: http://www.lkz.lt.

MŽ – Martynas Mažvydas. Katekizmas ir kiti raštai = Catechismus und andere Schriften (Bibliotheca Baltica). Vilnius: Baltos lankos, 1993.

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Straipsniai / Articles

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ANŽELIKA SMETONIENĖ

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Acta Linguistica Lithuanica LXXIX

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Straipsniai / Articles

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ANŽELIKA SMETONIENĖ

Absolute Synonyms in the Catechism of Petkevičius in the Context of Other Lithuanian Writings of the 16th–17th Centuries

SUMMARY

The Catechism of Merkelis Petkevičius (CP) was published three years after the publication of the Catechism by Mikalojus Daukša. Though the CP is the first Lithuanian book of the Reformers in the Grand Duchy of Lithuania, it has so far received little attention from scholars. The Catechism has been discussed mainly in the general context of Lithuanian writings of the 16th–17th centuries, and scholars have most frequently focused on the translations of psalms in the Catechism of Petkevičius from the Polish language. The grammatical, lexical and phonic features of the language in the CP have been analysed in several articles only. This article focuses on absolute synonyms (doublets) as a segment of lexis in the Catechism of Petkevičius, where one element is of Slavic origin or a hybrid with a Slavic stem and the other element is an indigenous word. The goal of the article is to identify whether the absolute synonyms found in the CP were typical of the lexis in the 16th–17th centuries and what could have determined the use of rarer doublets found in the CP only. In pursuit of this goal, all the pairs of systemic synonyms were selected from the Catechism of Petkevičius and absolute synonyms were singled out afterwards. The Lithuanian text of the Catechism was compared to the Polish source of translation to reveal the influence of the original text on the translation into the Lithuanian language. Though the absolute synonyms from this Catechism are most frequently found in other Lithuanian writings of the 16th–17th centuries, this Catechism is regarded differently in some cases, because rarer synonyms, which are not attested in other sources, can be found in it. The reasons for the choice of such lexis by Petkevičius are not always clear, because in some cases the text in Polish did not seem to have any influence on this.

Įteikta 2018 spalio 18 d.

ANŽELIKA SMETONIENĖ

Lietuvių kalbos institutas

Petro Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius, Lietuva

anzelika.smetoniene@gmail.com

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Acta Linguistica Lithuanica LXXIX