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CHRISTIAN ZSCHIESCHANG
Serbski institut / Sorbisches Institut
Forschungsgebiete: geografische Namen in einem interdisziplinären Kontext, geografische Namen als Belege der mittelalterlichen Geschichte in der deutsch-slawischen Kontaktzone, politische Bedeutung von Siedlungsnamen im deutsch-sorbisch-polnischen Sprachkontext im 19th. und 20th. Jahrhundert, Klein- und Mikrotoponyme.
DOI: doi.org/10.35321/all83-09
VOR DEM SPATIAL TURN: DER AREALE ASPEKT IN DER DEUTSCHEN ONOMASTIK DER 1980ER-JAHRE UND SEINE ANWENDUNG IN DER AKTUELLEN FORSCHUNG
Vor dem Spatial Turn: Der areale Aspekt in der deutschen Onomastik der 1980er-Jahre und seine Anwendung in der aktuellen Forschung
ANNOTATION
Kartierung ist nicht einfach nur Kartierung. Die Darstellung und Analyse von Ortsnamen auf Karten ist keineswegs eine leichte Aufgabe, sondern stellt theoretisch und praktisch eine Herausforderung dar. In der onomastischen Forschung in Leipzig wurde bereits vor Jahrzehnten festgestellt, dass der areale Aspekt einer von drei wesentlichen Aspekten ist, die für die Untersuchung von Sprachkontakt herangezogen werden können. Dementsprechend muss die geografische Verteilung von Namen im breiteren sprachlichen, kulturellen und sozialen Kontext untersucht werden. Der areale Aspekt erscheint somit als Vorläufer des „Spatial Turn“. Auch in der tschechischen Forschung spielte die „areale Onomastik“ eine bedeutende Rolle.
Zu den praktischen Problemen gehören die Gewährleistung eines klaren Kartierungsdesigns, die sorgfältige Interpretation der Kartierung ohne unzulässige Schlussfolgerungen, die Definition von Ortsnamengebieten und die Wahl einer für das Ziel der kartografischen Darstellung geeigneten Grundkarte. Angesichts des Ziels, Ortsnamen als Belege der historischen Siedlungslandschaft zu kartieren, sollte die Grundkarte auch die frühere Landschaft möglichst präzise zeigen.
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Das bedeutet beispielsweise, dass heutige Objekte wie Stauseen und Kanäle usw. aus aktuellen topografischen Karten entfernt werden sollten, während Merkmale wie historische Uferlinien berücksichtigt werden müssen.
Karten sind nicht nur das Anfertigen von Karten. Theoretisch und praktisch ist es recht anspruchsvoll, Ortsnamen auf Karten zu verzeichnen und sie zu analysieren. Bei onomastischen Forschungen in Leipzig wurde der areale Aspekt vor mehreren Jahrzehnten als einer der wesentlichen Aspekte bestimmt, die bei der Untersuchung von Sprachkontakten berücksichtigt werden müssen. Dementsprechend muss die geografische Verteilung der Namen in einem breiteren sprachlichen, kulturellen und sozialen Kontext untersucht werden. Somit scheint der areale Aspekt ein Vorläufer des „Spatial Turn“ zu sein. Auch bei den Forschungen in Tschechien spielte die „areale Onomastik“ eine wichtige Rolle.
Der Bereich der Lösung praktischer Fragen umfasst die Sicherstellung der Klarheit der erstellten Karten, ihre detaillierte Erläuterung ohne unbegründete Schlussfolgerungen, die Bestimmung von Ortsnamengebieten und die Wahl einer für die kartografische Darstellung geeigneten endgültigen Karte. Um Ortsnamen als Zeugnisse der historischen Siedlungslandschaft darzustellen, sollte auf der Grundkarte auch die frühere Landschaft möglichst genau gezeigt werden. Das würde beispielsweise bedeuten, dass heutige Objekte wie Wasserreservoirs (Teiche), Kanäle usw. auf heutigen topografischen Karten verschwinden könnten, während Merkmale wie historische Uferlinien unbedingt berücksichtigt werden müssen.
Kartierung bedeutet nicht einfach, Zeichen auf irgendeine Grundkarte zu setzen. Sie ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die angemessene theoretische Voraussetzungen und praktische Sorgfalt erfordert, um ein überzeugendes und zuverlässiges Ergebnis zu erzielen.
Wie in allen anderen Schulen der Onomastik in verschiedenen Ländern entwickelte auch die¹ Onomastik in Leipzig eine theoretische und methodologische Grundlage. Im Hinblick auf den Sprachkontakt (insbesondere den deutsch-slawischen) wurden drei Aspekte identifiziert, die bei allen Untersuchungen gemeinsamberücksichtigt werden mussten.²
Der Aspekt der Sprachebenen, der soziolinguistische Aspekt, der areale Aspekt.
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Diese Theorie bildete auch eine zukunftsweisende Maxime der praktischen onomastischen Arbeit. Der Aspekt der Sprachebenen strukturierte den Auswertungsteil toponymischer Wörterbücher,3 in dem die Phonetik/Phonologie, Morphologie bzw. Typologie und Lexikologie bzw. Semantik der untersuchten Namen umfassend dargestellt wurden. Ihre Bedeutung wird daran deutlich, dass sie dem Wörterbuch nicht folgten (wie es angesichts der Logik des angewandten Verfahrens zu erwarten gewesen wäre), sondern ihm vorausgingen. Die Berücksichtigung der Sprachebenen und die siedlungsgeschichtliche Auswertung der Namen machten die Onomastik selbst aus; das Namenwörterbuch bildete lediglich die Grundlage der Arbeit. Zugegeben, diese Grundlage wurde mit großem Aufwand erstellt und von vielen, insbesondere von nichtsprachwissenschaftlichen Nutzern, als Hauptergebnis der onomastischen Forschung angesehen.
Der soziolinguistische Aspekt betrachtete die „Realisierung eines zum Kode gehörenden Onyms in Soziolekten und Idiolekten sowie die entsprechende Klassifizierung der Namensvarianten“4 (Eichler 1981: 10), d. h. die Beziehungen zwischen Namen und sozialen Strukturen. Er spielte ebenfalls eine wichtige Rolle in der onomastischen Forschung. Die entsprechenden Studien waren eher in zahlreichen Aufsätzen als in eigenständigen Monografien enthalten.5 Entsprechende Erläuterungen finden sich auch in den einschlägigen Namenwörterbüchern (z. B. Walther 1971 [DS 26]: 47–57; Hengst 2003 [DS 39]: 192–207).
Diese beiden Faktoren wurden durch den arealen Aspekt ergänzt. Die arealen Aspekte fassten zwei entgegengesetzte, aber komplementäre Perspektiven zusammen: die Verankerung der Onyme im Raum und die Bildung von Arealen (Eichler 1981: 10). Dabei ging es sowohl um die Frage, wie sich Areale aus einzelnen Namen konstituieren (vom Einzelnen zum Ganzen), als auch um die Stellung einzelner Namen in den Arealen (vom Ganzen zum Einzelnen). Neben grammatischen und sprachlichen Perspektiven wurde der Lage der Onymie auf der Erdoberfläche große Bedeutung beigemessen. (Bemerkenswerterweise wird die Geschichte in diesen drei Aspekten nicht erwähnt, obwohl sie der diachronen Forschung geradezu inhärent ist.) Im Grunde war dies nichts Neues, denn seit den Anfängen der wissenschaftlichen oder aus heutiger Sicht quasiwissenschaftlichen Beschäftigung mit Eigennamen gehört ihre Kartierung zu den grundlegenden Tätigkeiten. Dies belegt das zeitlose, in der Forschungsliteratur häufig zitierte Zitat: „Wir messen Karten besondere Bedeutung bei. Ihr
3 Siehe den Überblick bei Walther (2004: 115–123) und seitdem Eichler & Zschieschang 2011. Die Ortsnamenwörterbücher des Brandenburgisches Namenbuch (BNB) weisen eine ähnliche Struktur auf. Eine andere Struktur findet sich dagegen bei Hengst 2003; Eichler & Walther 2010 und Foster & Willich 2007.
4 Originally in German: „Realisierung eines dem Kode angehörigen Onyms in Soziolekten und Idiolekten und die entsprechende Einordnung von Namenvarianten“.
5 Siehe beispielsweise Namenforschung heute: 42–50 sowie „Der Name in Sprache und Gesellschaft“ mit mehreren Beiträgen, Walther 1973 [DS 27].
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demonstrativer Charakter kann mehr sagen als die Ausführungen auf vielen Seiten“6 (Frings 1957: 9; zitiert nach Udolph 1979: 12, Anm. 1; Obst 2001: 107, Anm. 1). Diese Feststellung beruhte bereits bei ihrer Prägung auf jahrzehntelanger Erfahrung und spiegelt somit den sich über ein ganzes Jahrhundert erstreckenden Kontext der onomastischen Forschung wider.
Sind Menschen geistig dazu veranlagt, sich kartografischen Abstraktionen ihrer Umgebung zu widmen? Manche Forscher betonen in den Titeln ihrer Aufsätze enthusiastisch, dass farbige Karten enthalten sind. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, insbesondere wenn man bedenkt, dass es einigen Forschern offenbar nicht einmal in den Sinn kommt, Karten zur Darstellung komplexer geografischer Sachverhalte zu verwenden.
Beachten Sie, dass der erwähnte dritte Aspekt als „areal“ und nicht als räumlich, geografisch oder kartografisch bezeichnet wurde. Auch wenn Karten aus früheren Zeiten aufgrund der begrenzten technischen Möglichkeiten ihrer Herstellung oft etwas primitiv erscheinen, sollte die Innovationskraft unserer Vorfahren – nicht nur in Leipzig – nicht unterschätzt werden. Neben ihrer Tätigkeit als Wörterbuchverfasser mit Interesse an der Etymologie hinterließen sie uns einen reichen Schatz an begrifflichen, methodischen und theoretischen Überlegungen, der für die Nachwelt zu wertvoll ist, um ignoriert zu werden. Zugegeben, diesen Berg an Lektüre zu durchdringen und mit der aktuellen Forschung in Beziehung zu setzen, wird erhebliche Anstrengungen erfordern.
In gewisser Weise nahm der areale Aspekt vorweg, was der Spatial Turn der Geschichtswissenschaft später darstellte (Lübke 2018: 327–328, einschließlich eines ausdrücklichen Verweises auf die Onomastik in Leipzig) – nämlich die Tatsache, dass Namen nicht einfach kartiert werden. Stattdessen wurde untersucht, wie die Eigenschaften und Besonderheiten der Onymie räumlich bedeutsam wurden – nicht abstrakt, sondern in Verbindung mit den menschlichen Bewohnern, ihrer Sprache und ihrer Vergesellschaftung. Neben der Beschreibung des von Namen mit einem bestimmten Suffix eingenommenen Gebiets ist es unerlässlich, zumindest den Versuch zu unternehmen zu erklären, warum dieses Gebiet auf diese Weise konstituiert ist, und die anderen daran beteiligten Bestandteile und Einflüsse zu identifizieren. Dies steht in engem Zusammenhang mit der Dialektologie,7 in der neben der Kartierung bestimmter sprachlicher Entwicklungen auch Sprachgebiete bestimmt werden. In den 1990er-Jahren waren „Namensräume“, angeregt vor allem durch den monumentalen Hessian Flurnamenatlas (Ramge 1987), ein sehr beliebtes Forschungsthema.
6 Originally in German: „Den Karten messen wir besondere Bedeutung zu. Ihre plastische Art vermag mehr zu sagen als das Gerede vieler Seiten“.
7 Šrámek 2007: 292–301. Aus Gründen der Klarheit wurden die Titel der einzelnen Aufsätze in diesem Band und die ursprünglichen Publikationsorte weggelassen. Die entsprechenden Angaben lassen sich leicht in der zitierten Veröffentlichung finden.
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Glücklicherweise wurde beschlossen, für diese geografischen Perspektiven den Begriff „Areale“ und nicht „Räume“ oder „Bezirke“ zu verwenden. Es wäre sicherlich lohnend, in der Terminologie Areal gegenüber Raum durchzusetzen.
Der areale Aspekt spielte auch in der tschechischen Onomastik eine wichtige Rolle. In dieser Hinsicht erwiesen sich die deutsche und die tschechische onomastische Forschung als gegenseitig inspirierend. Vor allem Rudolf Šrámek betonte wiederholt die zentrale, systemische Bedeutung der Kartierung von Namen in ihrer sprachlichen und sozialen Kontextualisierung (vgl. Šrámek 2007: 292–294, 300, 305–324).
Areality ist somit eine der notwendigen Voraussetzungen für die Verwirklichung von Sprache und zugleich eines der grundlegenden Merkmale (Zeichen), die die Existenz von Sprache bestimmen, auch wenn Areality selbst nicht grundsätzlich sprachlich ist. Die Arealität eines sprachlichen Phänomens wird erst durch den Prozess der Kommunikation zwischen Menschen sprachlich relevant. Man kann sagen, dass Sprache durch ihre Arealität („geografischer Raum“) auch eng mit den Arten des sozialen, geografischen, wirtschaftlichen und kulturellen Milieus verbunden ist, die ebenfalls als Symptom des sozialen Lebens, auch in geografischer Hinsicht, also durch ihre Arealität, klassifiziert werden können. Und deshalb bilden die Areale der Realien, Gegenstände und Begriffe die Bedingungen und das grundlegende außersprachliche Netzwerk für die Areale ihres sprachlichen Ausdrucks bzw. ihrer Benennung (Šrámek 2007: 292).8
Trotz ihrer Komplexität bringt diese Aussage das eigentliche Ziel zum Ausdruck: Namensareale existieren nicht isoliert, sondern sind im weitesten Sinne in die Gesamtheit der menschlichen Kultur eingebunden. Eine solche umfassende Sichtweise ist auch die entscheidende Voraussetzung dafür, dass die Onomastik an interdisziplinären Diskursen teilnehmen kann (Šrámek 2007: 212).
Das Ergebnis dieser theoretischen Grundlage ist, dass es nicht genügt, Dinge einfach auf irgendeiner Karte einzutragen. Tatsächlich ist eine „gelegentliche“ Kartierung geradezu gefährlich. Dieser Beitrag behandelt einige der damit verbundenen Probleme.
8 Originally in German: “Die Arealität bildet also eine der notwendigen Voraussetzungen der Realisierung der Sprache und gleichzeitig eines der grundlegenden Merkmale (Anzeichen), die die Existenz der Sprache bedingen, obgleich die Arealität an und für sich nicht inhärent linguistisch ist. Die Arealität einer sprachlichen Erscheinung wird linguistisch relevant erst als Ergebnis des Kommunikationsprozesses zwischen den Menschen. Man kann sagen, dass die Sprache auch mittels der Arealität (der geographischen Räumlichkeit) eng mit den Typen des sozialen, geographischen, ökonomischen und kulturellen Milieus verknüpft ist, die als ein Symptom des gesellschaftlichen Lebens ebenfalls klassifizierbar sind, u.a. in geographischer Hinsicht, d.h. durch ihre Arealität. Und deshalb bilden die Areale der Realien, der Objekte und Begriffe die Bedingungen und das grundlegende außersprachliche Netz für die Areale ihres sprachlichen Ausdrucks oder ihrer Benennung”.
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Problem 1: Darstellung auf Karten
Ein Jahr nach dem Bau der Berliner Mauer veröffentlichte einer der führenden Geografen der DDR (siehe Ogrissek 1983) einen kurzen Aufsatz mit dem Titel „Grundlegende methodisch-kartografische Anforderungen an toponomastische Karten“ (Ogrissek 1962). Darin wurden die grundlegenden Prinzipien erläutert, durch die kartografische Darstellungen aussagekräftig und verständlich werden. Dazu gehörte, den Inhalt der Karten nicht zu überladen und sicherzustellen, dass die dargestellten Objekte klar voneinander unterschieden werden können. Dieser Aufsatz wurde noch Jahrzehnte später zitiert, und es wurde gefordert, auf diesem Gebiet weitere Arbeiten durchzuführen (z. B. Šrámek 2007: 324). Diese Forderung ist leicht nachvollziehbar, wenn man mit einigen Karten der Namensverteilung konfrontiert wird, von denen viele schwer unterscheidbare Symbole und Flächen enthalten und obendrein versuchen, viel zu viele Objekte darzustellen. Selbst die häufigste Form der Sehschwäche wird ignoriert, indem Rot und Grün – zwei Farben, die manche Menschen nicht unterscheiden können – häufig einander gegenübergestellt werden. Dies verdient jedoch ein eigenes Thema. Außerdem behauptet der Autor dieses Beitrags nicht, dass seine eigenen Karten vollkommen wären!
Problem 2: Mit Sorgfalt interpretieren
Wie gut eine Karte auch gezeichnet sein mag, sie muss mit klarem Verstand betrachtet werden, um der Suggestivkraft des kartierten Bildes zu widerstehen. Auch Geografen sehen in GIS-erzeugten Produkten mit ihrer scheinbaren Präzision und eindrucksvollen Farbgebung die Gefahr eines durch geografische Informationssysteme und ihre Visualisierungen geförderten Distanzdeterminismus (ursprünglich auf Deutsch: „Distanzdeterminismus“) (Tschaschel, Wild, Lentz 2007: 5). Dies verleitet den Betrachter zu Schlussfolgerungen, die durch das kartierte Material tatsächlich nicht angezeigt werden. Beispielsweise wird oft eine messbare Präzision suggeriert, weil Daten und Karte aus einem Computer stammen, während in Wirklichkeit nur eine vage Aussagekraft vorhanden ist.
Dies gilt beispielsweise für die Unterscheidung zwischen älteren Namenstypen und jüngeren. Ihre zeitliche Produktivität lässt sich am besten durch die Gaußsche Glockenkurve beschreiben, weil es in der Natur vieler Merkmale liegt, diese Verteilungsform anzunehmen (Quatember 2011: 103). Nach dieser Normalverteilung wird ein Namenstyp zunächst nur sporadisch verwendet, später jedoch mit zunehmender Häufigkeit eingesetzt. Irgendwann erreicht er das Maximum seiner Produktivität, die danach wieder abnimmt und allmählich verschwindet. Produktivitätskurven verschiedener Namenstypen könnten mithilfe von Boxplot-Diagrammen visualisiert werden, wie sie in der Statistik häufig verwendet werden. Dies ist jedoch rein theoretisch, da uns die Zeitpunkte, zu denen beispielsweise Siedlungen in Mitteleuropa benannt wurden, gewöhnlich unbekannt sind und entsprechende Diagramme daher nicht erstellt werden können. Dennoch sind Boxplot-Diagramme (Abb. 1) äußerst anschaulich, wenn es um die Modellierung der chronologischen Differenzierung zwischen verschiedenen Namenstypen geht.
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Abb. 1: Statistisches Modell der Chronologie von Ortsnamenstypen
Es kann nicht angenommen werden, dass die zu früheren Namenstypen gehörenden Onyme sämtlich älter sind als die jüngeren. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sich die Produktivitätskurven überschneiden. Das bedeutet, dass die Produktivitätszeiträume zwar auf unterschiedliche Zeiten konzentriert sind, eine klare Unterscheidung jedoch unmöglich ist und nur Tendenzen festgestellt werden können. Auf einer Karte hingegen werden zwei unterschiedliche Gruppen, die durch zwei Wolken genau verorteter Punkte gebildet werden, durch zwei verschiedene Symbole dargestellt. Sie können jedoch nur zusammen mit ihrem methodischen Hintergrund interpretiert werden – und genau darum geht es letztlich im wissenschaftlichen Vorgehen. Die Punktwolke älterer Namenstypen ist nicht per se das ältere Siedlungsgebiet, sondern weist lediglich darauf hin. Die Karte ist daher nur ein mehr oder weniger blasses Abbild einer komplexeren Situation, die einst existierte. Daraus folgt, dass unvorsichtige Interpretationen der geometrischen Muster von Namensverteilungen unbedingt vermieden werden müssen.
Problem 3: Namensareale
In diesem Zusammenhang müssen wir fragen, wie ein Namensareal definiert wird. Angesichts der vorherrschenden Praxis kann die Antwort nur lauten: „nach Augenmaß“. In der Regel werden Punktwolken visuell untersucht und bestimmte Anhäufungen und Konzentrationen als Areale deklariert. Vor diesem Hintergrund wäre es lohnenswert zu prüfen, ob analytische Instrumente entwickelt werden könnten, um Areale mithilfe mathematischer Methoden zu definieren. Das entscheidende Wort lautet hier „ob“, denn berücksichtigt werden nur Relikte der früheren Onymie. Die Lücken, die verlorenen Namen, die wir nicht kennen, könnten die Ergebnisse verfälschen (durch den oben erwähnten Distanzdeterminismus), ohne dass wir den Grad der Verfälschung einschätzen könnten.
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Dennoch ist es erwägenswert, ob einfache Puffer um jeden Punkt auf der Karte bei der Definition von Siedlungsgebieten hilfreich wären. Da jede ländliche Siedlung über eine bestimmte Fläche nutzbaren Landes in ihrer Umgebung verfügt, könnte dies grob mit einem Puffer mit einem Radius von 500, 1.000 oder 2.000 Metern modelliert werden, der an von Thünens konzentrische Ringe erinnert. Ein Siedlungsgebiet könnte dann als vorhanden gelten, wenn sich diese Puffer berühren oder überschneiden und ein zusammenhängendes Gebiet bilden. Eine weitere Möglichkeit bestünde darin, maximale Entfernungen zwischen den durch Punkte markierten Orten zu definieren und das Gebiet somit als Netz miteinander verbindender Linien bis zu einer bestimmten Länge zwischen den Orten darzustellen. Archäologen haben bereits entsprechende Modelle der räumlichen Strukturen frühmittelalterlicher Siedlungen entwickelt (siehe beispielsweise Łosiński 1982: 168–176, Abb. 52–57; teilweise wiedergegeben bei Gringmuth–Dallmer 1996: 10; Volkmann 2009: 228–229, 241 und 243), die auch interdisziplinär für die Toponymie genutzt werden könnten.
Problem 4: Grundkarten
Ebenso wichtig ist die Wahl der richtigen Grundkarte. Häufig werden beispielsweise Objekte aus dem frühen Mittelalter gedankenlos zusammen mit etwa der heutigen Küstenlinie der Nordsee, dem Autobahnnetz oder stillgelegten Tagebauen dargestellt. Im letzteren Fall kann es, wenn diese Tagebaue inzwischen geflutet wurden, dazu kommen, dass einige der kartierten Symbole im Wasser erscheinen. Dementsprechend scheinen historische Dörfer usw., deren Namen kartiert wurden, auf Inseln oder schwimmenden Plattformen gelegen zu haben. Die Grundkarte, auf der Namen dargestellt werden, muss daher zu den gezeigten Informationen passen, was letztlich für jede onomastische Kartierung gilt. Dabei ist zu bedenken, dass die Kartierung von Namen auf zwei unterschiedlichen Voraussetzungen beruhen kann:
• Zu zeigen, wo diese Namen liegen, damit der Betrachter sie mit seiner gegenwärtigen räumlichen Wahrnehmung in Beziehung setzen kann, oder
• Die Namen mit der historischen Landschaft in Beziehung zu setzen, um zu zeigen, wie die Namenslandschaft zur Zeit ihrer Entstehung durch die Topografie geprägt und in sie eingebunden war.
Wenn man den ersten Ansatz verfolgt, etwa auf Übersichtskarten von Ortsnamenwörterbüchern, ist es nicht unsinnig, wenn einige Orte auf dem Wasser schwimmen. Tatsächlich kann dies sogar sehr aussagekräftig sein, wenn eine Siedlung im Text beispielsweise als „wüst“ oder „verwüstet“ beschrieben wird. Es liegt auf der Hand, dass Siedlungsnamen in ihrem historischen Kontext ursprünglich nicht auf dem Wasser schwammen.
Andererseits ist der Bezug auf die historische Landschaft für die zahlreichen sprachlichen und historischen Analysen wichtig. Die Darstellung einer historischen Landschaft auf einer Grundkarte erfordert jedoch viel Arbeit und auch Kompromisse. Geeignete Grundkarten sind nicht immer verfügbar. Selbst die in letzter Zeit so beliebten farbigen LIDAR-Scans (siehe beispielsweise Westphalen, Zschieschang 2015: 65, Abb. 5) zeigen nicht nur
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die (bis zu einem gewissen Grad) zeitlose Geländerelief, sondern auch Details der heutigen Erdoberfläche wie Gebäude und Straßen usw. Wenn dies die Darstellung der historischen Landschaft stört oder verzerrt, ist eine manuelle Korrektur erforderlich.
Lassen Sie mich dieses Problem anhand eines praktischen Beispiels veranschaulichen, bei dem die Toponymie im Zusammenhang mit schriftlichen Quellen und archäologischen Funden in die historische Landschaft eingeordnet werden sollte (Altmann 2012; Altmann 2017; Zschieschang 2017). Zum einen mussten die Braunkohletagebaue entfernt werden. Außerdem mussten Größe und Lage der Mansfelder Seen zumindest annähernd an ihren mittelalterlichen Zustand angepasst werden (Abb. 2a). Während heute nur noch der Süße See erhalten ist, existierte sein Gegenstück, der Salzige See, bis zum Industriezeitalter ebenfalls, bevor er im späten 19. Jahrhundert verschwand, als das Wasser infolge bergbaulicher Tätigkeiten im Boden versickerte. Obwohl dies keine Katastrophe war, handelte es sich gewiss um ein beeindruckendes Phänomen (Ule 1994 [1895]). Da beide Seen in den vorangegangenen Jahrhunderten zudem bereits geschrumpft waren, mussten Uferlinien eingetragen werden, die so weit wie möglich zurückreichten. Darüber hinaus gab es einst auch einen dritten See bei Eisleben, der als Fauler See bekannt war.
Abb. 2: Die Mansfelder Seen, heutiger (a) und mittelalterlicher (b) Zustand
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Die Uferlinien mussten daher verändert werden,⁹ teilweise nach Augenmaß (Abb. 2b). Natürlich konnten wegen des Mangels an Quellen nicht alle Veränderungen im Detail rekonstruiert werden. Dennoch konnte die Naturlandschaft des frühen Mittelalters zumindest annähernd dargestellt werden. Es ist zu erkennen, dass die genannten Seen einen weitaus größeren Einfluss auf die Landschaft hatten (da sie größer waren und es mehr von ihnen gab) als heute. Besonders im Norden bildeten sie eine ausgedehnte Barriere. Obwohl eine ausführliche Behandlung der historischen Toponymie und Topografie der Region den Rahmen dieses Beitrags sprengen würde (siehe Zschieschang 2017), sei erwähnt, dass der Name Seeburg durch eine weitaus markantere Lage veranlasst wurde, als sie die heutige Topografie am südlichen Ende des Süßen Sees erkennen lässt. Es zeigt sich, dass Seeburg in der Vergangenheit in mehrere Richtungen vom Süßen See, seinen ehemaligen Zuflüssen und dem Salzigen See umgeben war.
Dies ist keineswegs eine seltene Ausnahme. Einige topografische Veränderungen betrafen sogar ganze Regionen. So waren beispielsweise in historischen Zeiten weite Teile Norddeutschlands von tiefgreifenden Umweltveränderungen betroffen. Die Entwicklung der deutschen Länder im Hochmittelalter, die mit umfangreichen Rodungen einherging, führte zu großflächiger Bodenerosion. Das abgeschwemmte Material sammelte sich flussabwärts an, sodass im Laufe der Zeit die norddeutschen Urstromtäler mit mehrere Meter mächtigen alluvialen Ablagerungen aufgefüllt wurden. Folglich wurde die Namenslandschaft des frühen Mittelalters buchstäblich begraben, und nur Relikte blieben erhalten. In dieser Situation können Kartierungen slawischer Siedlungsnamen nicht einfach als Spiegel frühmittelalterlicher Siedlungslandschaften betrachtet werden. Stattdessen müssen auch die Verteilung des Auenlehms sowie der Verlust von Siedlungen und ihrer Namen berücksichtigt werden (Zschieschang, im Druck).
Die Untersuchung von Flurnamen kann onymische Relikte früherer Siedlungen aufdecken. Einerseits gibt es direkte Hinweise wie Wörplitzen, Wörblichen und Werbitzen. Dieses Beispiel ist in schriftlichen Quellen des 19. Jahrhunderts nur in den aufgeführten unterschiedlichen Formen belegt. Es kann sich nur um einen patronymischen Ortsnamen *Virb_l’+ici handeln, der auf einem Personennamen *Virb_l’ beruht (Zschieschang 2003: 71, 327; Zschieschang 2020: 336). Daneben gibt es indirekte Hinweise in Form von Namen, die auf lokalen Merkmalen beruhen, wie Hofstätten, Altes Dorf und Wüste Mark. Solche Hinweise machen die äußerst arbeitsintensive Untersuchung von Ortsnamen enorm wichtig. Noch wichtiger wäre die Zusammenarbeit mit Archäologen, Geologen und Sedimentologen, um Ausmaß und Alter der alluvialen Ablagerungen zu bestimmen (siehe beispielsweise Brachmann 1979: 81–82; Schulz
⁹ Dies wurde anhand der Angaben in Neuß (1995: 56–58) sowie Krümmling (1933) vorgenommen, wobei größere Wasserflächen berücksichtigt wurden, die in Zschieschang (2017) noch nicht einbezogen worden waren.
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1998; Schulz 2002; Tinapp, Meller, Baumhauer 2008; Kaiser et al. 2012; Laurat 2018; Zschieschang 2020: 333–335).
Die Auswirkungen des Mühlenstaus waren nicht weniger bedeutend. Der Bau von Wassermühlen im Hochmittelalter sowie der erforderlichen Dämme mit Höhen von vielleicht ein oder zwei Metern hatte im Tiefland mitunter schwerwiegende Folgen, da ganze Regionen überflutet oder vernässt wurden. So wurde beispielsweise am Fluss Havel in der Region Brandenburg „eine der weltweit größten anthropogenen Damm–See-Strukturen der historischen Zeit“ (Kaiser et al. 2018: 253) errichtet.
Werden solche Veränderungen der Landschaft nicht berücksichtigt, kann dies die Analysen der geografischen Verbreitung von Ortsnamen erheblich verzerren. Dies wird noch dadurch verschärft, dass nur die Namen noch bestehender Siedlungen untersucht werden und Hinweise auf Dörfer, die nicht mehr existieren, unberücksichtigt bleiben. Dies zeigt, wie wichtig es ist, die kartierte Toponymie in einem weitreichenden Kontext einschließlich der natürlichen Umwelt zu betrachten.
SCHLUSSFOLGERUNG
Die Beispiele in diesem Beitrag sollen veranschaulichen, dass es bei der Kartierung geografischer Namen nicht ausreicht, irgendein Kartierungswerkzeug zu verwenden und anschließend die Verteilungsmuster geometrisch zu interpretieren. Bei der Analyse und Interpretation von Kartierungen ist sowohl bei der Auswahl der Basiskarte und des Darstellungsformats als auch bei der Überprüfung der Quellen Sorgfalt geboten, damit die erzielten Ergebnisse tatsächlich valide sind und nicht fehlinterpretiert werden. Darüber hinaus müssen über die praktische Arbeit hinaus bestimmte theoretische Grundlagen berücksichtigt werden, idealerweise aus einer interdisziplinären Perspektive. Gerade angesichts der jüngsten technischen Entwicklungen, die die Erstellung von Karten einfacher denn je machen, ist es wichtig sicherzustellen, dass die Forschung nicht hinter den seit Langem etablierten Erkenntnissen der eingangs zitierten „arealen Onomastik“ (Šrámek 2007: 36–37) zurückbleibt.
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Iki erdvinio posūkio: arealinis aspektas vokiečių onomastikoje XX amžiaus 9 dešimtmetyje ir jo pritaikymas dabartiniuose moksliniuose tyrimuose
SANTRAUKA
Žemėlapių sudarymas yra ne tik ženklų žymėjimas tam tikruose žemėlapiuose. Tai sudėtinga užduotis, reikalaujanti tinkamų teorinių nuostatų ir praktinių įgūdžių tam, kad būtų pasiektas įtikinantis ir patikimas rezultatas.
Kaip ir visose kitose onomastikos mokyklose visame pasaulyje, Leipcigo onomastikos mokykla taip pat ištobulino teorinius ir metodinius pagrindus. Jau prieš kelis dešimtmečius siekiant nustatyti kalbų (ypač vokiečių ir slavų) kontaktus buvo numatyti trys aspektai, į kuriuos reikėjo atsižvelgti visuose tyrimuose: 1) kalbos lygmenų aspektas, 2) sociolingvistinis aspektas, 3) teritorinis aspektas. Būtent pastarasis ir sprendė klausimą, kaip teritorijos sudaromos iš atskirų vardų (nuo paskirų iki vardų visumos), ir iš kitos pozicijos – kokie paskiri vardai tose vietovėse (nuo vardų visumos prie paskirų vardų). Iš esmės tai nebuvo naujiena. Arealinė onomastika taip pat vaidino svarbų vaidmenį atliekant tyrimus Čekijoje. Nuo pat pradžių, žvelgiant iš mokslinių, ar šiandienos požiūriu, pusiau mokslinių, pozicijų, tikrinių žodžių tyrimų vienas iš pagrindinių tikslų yra vietų vardų žemėlapių sudarymas.
Tam tikra prasme teritorinis aspektas numatė tai, ką vėliau patvirtino istoriografijos erdvinis posūkis – vietų vardai nėra paprasčiausiai pažymimi žemėlapiuose. Be to, šiuo aspektu buvo tiriama, kaip onimijos ypatybės ir specifika tapo erdviškai reikšmingos – ne
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abstrakčiai, bet santykiaudamos su žmonių gyvenamosiomis vietomis, jų kalba ir socialinėmis reikšmėmis.
Greta vietovardžių, sudarytų su tam tikra priesaga, teritorijos apibūdinimo, būtina bent pabandyti paaiškinti, kodėl šios teritorijos vietovardžiai taip sudaromi, taip pat nustatyti veiksnius ir aprašyti kitas teritorijos sudedamąsias dalis.
Taigi vietovardžių teritorijos neegzistuoja atskirai, jos yra integruotos į žmogiškąją kultūrą plačiąja prasme. Toks platus požiūris taip pat yra pagrindinis reikalavimas onomastikai, siekiant ją įtraukti į tarpsritinius diskursus. Šių teorinių nuostatų pamatu parodoma, kad nepakanka tiesiog nurodyti objektus viename ar kitame žemėlapyje. Iš tiesų „atsitiktinis“ žemėlapių sudarymas yra netgi pavojingas. Šiame straipsnyje ir aptariamos kai kurios su tuo susijusios problemos. Praktinis problemų sprendimas užtikrina aiškų žemėlapio sudarymą (1 problema šiame straipsnyje), tikslų žemėlapių paaiškinimą be nepagrįstų išvadų (2 problema), vietovardžių sričių nustatymą (3 problema) ir galutinio žemėlapio, reprezentuojančio kartografinį, pateikimą (4 problema). Nesvarbu, kaip gerai bebūtų sudarytas žemėlapis, į jį reikia žvelgti objektyviai tam, kad būtų įmanoma atsispirti siūlomam suplanuotam (netikram) vaizdui. Pavyzdžiui, erdvinių išmatavimų tikslumas dažnai yra numanomas, nes duomenys ir žemėlapis yra paimti iš kompiuterio, tuo tarpu tikrovė turi tik neaiškius parametrus. Tai, pavyzdžiui, taikoma atskiriant ankstesnių ir naujausius vietų vardų tipus.
Paprastai taškinių duomenų sritys yra tikrinamos vizualiai, o tam tikros aglomeracijos ir koncentracijos yra deklaruojamos teritorijos. Turint tai omenyje, vertėtų išsiaiškinti, ar nebūtų galima sukurti analitinius instrumentus, apibrėžiančius teritorijas matematiniais metodais. Taip pat svarbu pasirinkti tinkamą atraminį žemėlapį. Pavyzdžiui, dažnai, ankstyvųjų viduramžių objektai yra neapgalvotai pateikiami šalia, tarkime, šiandienos Šiaurės jūros pakrantės, greitkelių tinklo ar apleistų kasyklų. Paprastai gyvenviečių vardų žemėlapiai gali būti grindžiami dviem skirtingomis nuostatomis: (1) parodyti, kur yra šie vardai, kad vartotojas galėtų juos susieti su esama padėtimi erdvėje arba (2) susieti vardus su istoriniu kraštovaizdžiu, siekiant parodyti, kaip kraštovaizdžio vardynas buvo paveiktas topografijos ir integruotas į ją sukūrimo metu. Atsižvelgiant į tikslą pažymėti vietovardžius kaip istorinio gyvenvietės kraštovaizdžio liudininkus žemėlapyje, turėtų būti kuo tiksliau atspindėtas ir buvęs kraštovaizdis. Pavyzdžiui, tai reiškia, kad dabartiniai objektai, tokie kaip vandens rezervuarai (tvenkiniai), kanalai ir pan. galėtų ir nepatekti į šių dienų topografinius žemėlapius, atsižvelgiant į tokias jų charakteristikas, kaip istorinės krantų linijos. Pastarasis aspektas yra būtinas, nes vykę istoriniai topografiniai pokyčiai paveikė ištisus regionus. Neatsižvelgus į kraštovaizdžio pokyčius, vietovardžių geografinio išsidėstymo duomenys gali būti iškraipomi. Dar blogiau, jei yra tiriami tik vis dar egzistuojančių gyvenviečių vardai, ignoruojant įrodymus apie nebeegzistuojančias gyvenvietes. Ypač tiksliai atskleisti ankstesnių gyvenviečių onominius reliktus galima tiriant laukų vardus.
Šiame straipsnyje pateikti pavyzdžiai yra skirti iliustruoti, kaip kartografuojant geografinius vardus nepakanka vien tik naudoti tam tikrus žemėlapių sudarymo įrankius, o po to interpretuoti vietovardžių išsidėstymą geometriškai. Analizuojant ir aiškinant vietovardžių pateikimą žemėlapiuose, reikia atsargiai pasirinkti pagrindinį žemėlapį ir pateikimo formatą,
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taip pat patikrinti šaltinius, kad gauti rezultatai būtų teisingi ir nebūtų klaidingai interpretuojami. Ypač atsižvelgiant į naujausius technologinius pokyčius, kurie palengvina žemėlapių sudarymą kaip niekad anksčiau, svarbu užtikrinti, kad tyrimai neatsiliktų nuo seniai žinomų arealinės (teritorinės) onomastikos išvadų.
Įteikta 2020 m. birželio 25 d.
CHRISTIAN ZSCHIESCHANG Serbski institut / Sorbisches Institut Wótnožka za dolnoserbske slěženja Zweigstelle für niedersorbische Forschungen Droga Augusta Bebela 82 August-Bebel-Straße 82 D-03046 Chóśebuz / Cottbus [email protected][email protected]