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Institut für litauische Geschichte
Forschungsgebiete: Kulturgeschichte Litauens, Geschichte der Reformacijos, Historiografie und Quellen Kleinlitauens (Preußisch-Litauens).
DOI: doi.org/10.35321/all84–18
PASVARSTYMAI APIE VIETOVARDŽIŲ IR ASMENVARDŽIŲ RAŠYMĄ SENOSIOS LIETUVOS ISTORIJOS TYRIMŲ VERTIMUOSE
Derzeit werden immer mehr Werke zur alten Geschichte Litauens in fremde Sprachen übersetzt: ins Englische, Deutsche usw. Es stellen sich berechtigte Fragen, wie in den Übersetzungen Personen- und Ortsnamen geschrieben werden sollten. Es gibt mehr als eine Auffassung. Eine davon hat habil. dr. Haraldas Bichlmeier in seiner Rezension der Übersetzung des Buches von Ingė Lukšaitė ins Deutsche vorgebracht (Bichlmeier 2020: 197–201). Der Rezensent betrachtet die in der Übersetzung festgelegten Prinzipien der Schreibweise von Personen- und Ortsnamen kritisch und kritisiert deshalb die Mitarbeiter des Leipziger Universitätsverlags. Ich sehe mich verpflichtet festzustellen, dass diese Prinzipien von der Autorin festgelegt wurden und der Verlag bei ihrer Umsetzung mitwirkte; daher übernehme ich die volle Verantwortung.
Nach Auffassung des Rezensenten werden „in der deutschen wissenschaftlichen Literatur zunächst die tatsächlich belegten Namensformen angegeben. Konkret bedeutet dies: Wenn ein Pole und ein Litauer (auch wenn sein Personenname nur von einem Amtsträger polonisiert wurde) aus dem Großfürstentum Litauen in den Quellen nur in der polnischen (und/oder lateinischen) Form des Personennamens erwähnt wird, dann muss genau diese Form verwendet werden und nicht die litauische (auch wenn sie aus guten Gründen rekonstruiert wurde); (eine Ausnahme kann die litauische Form einer international bekannten Person bilden, z. B. Martynas Mažvydas u. a.). Dies gilt besonders in den Fällen, in denen litauische Namensformen im deutschen Sprachraum nicht verwendet werden: Radziwiłł(i) ist bekannt, aber Radvila?“ (Bichlmeier 2020: 198).
Die Forderung, die in den Quellen erwähnte Form eines Personennamens zu verwenden, ist begründet und wird in dem von ihm rezensierten Buch befolgt. In den Quellen finden sich jedoch meistens nicht zwei, sondern deutlich mehr Formen. In wissenschaftlichen Texten werden sie, wie auch im rezensierten Buch, bei der ersten Erwähnung in allen Quellensprachen aufgeführt. Litauen
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Im Großfürstentum wurden in den ersten Jahrhunderten des Bestehens des Staates die neulateinische, die ruthenische (die Kanzleischriftsprache der nordöstlichen Slawen, die im Großfürstentum Litauen lebten) / weißruthenische Kanzleischriftsprache verwendet; für den Schriftverkehr mit den Nachbarstaaten meist auch die Sprachen der Adressaten: mit den Staaten des Deutschen und des Livländischen Ordens auf Latein und Deutsch, mit Polen auf Latein und Polnisch, mit den Tataren in deren Sprache. Mit dem Beginn der frühen Neuzeit wurde der Gebrauch der Sprachen für die Schrift noch komplizierter: Seit der Mitte des XVI. Jahrhunderts beanspruchte auch das Polnische den Platz der Schriftsprache als lingua franca für alle Gebiete der mehrsprachigen Republik der beiden Nationen. Seit dem XVI. Jahrhundert begann das Polnische allmählich auch den Platz der gesprochenen Sprache einzunehmen: Die höchsten Staatsbeamten und Magnaten übernahmen es; im Laufe mehrerer Jahrhunderte wurden einige Adlige zweisprachig: ruthenisch / weißruthenisch – polnisch, ruthenisch / ukrainisch – polnisch, litauisch – polnisch. In den Dokumenten Kleinlitauens (Preußisch-Litauens) überwogen die in deutschen Sprachformen aufgezeichneten Formen. Mit dem Entstehen einer litauischen Schriftkultur begann auch das Litauische langsam zur Schriftsprache zu werden; im Großfürstentum Litauen wurden darin jedoch keine für Verwaltung, Diplomatie und Politik bestimmten Dokumente verfasst. Daher waren die von ihm gelieferten Angaben zu Personen- und Ortsnamen unsystematisch und oft sporadisch. Trotz des eingeschränkten Gebrauchs der litauischen Schriftsprache begann sie, uns sowohl Angaben zu Ortsnamen als auch zu Personennamen zu liefern. Eine andere Frage ist, ob wir diese Informationen ausreichend kennen. Für die von Litauern bewohnten Gebiete und für Personen litauischer Herkunft gibt es noch eine Quelle, die wir berücksichtigen sollten; sie zu verneinen wäre unhistorisch. Das ist die Kontinuität der gesprochenen litauischen Sprache, die bedingte Beständigkeit der Sprachformen: Sowohl für Personen- als auch für Ortsnamen sind Informationen der gesprochenen Sprache auf Litauisch erhalten. Wir müssen diese Formen im XXI. Jahrhundert berücksichtigen, insbesondere da die Forschungen zur Onomastik und zu Gewässernamen weit fortgeschritten sind und wir gesammelte Informationen, Wörterbücher sowie erörterte Gesetzmäßigkeiten des Sprachwandels besitzen. Wir müssen der gesprochenen Sprache den Status einer Quelle zuerkennen und uns auf sie stützen, wenn wir litauische Formen von Personen- und Ortsnamen auswählen. Sie sind nicht bloß theoretische Rekonstruktionen oder von Historikern erdachte Formen. Allerdings gibt es in den Historiografien eine formale Auffassung (und sie überwiegt), wonach eine Personen- oder Ortsnamensform, wenn sie in schriftsprachlich verfassten Dokumenten nicht aufgezeichnet ist, überhaupt nicht existiere. Eine solche Auffassung ist historisch nicht zuverlässig und nicht begründet. Seit dem XVI. Jahrhundert werden Personen- und Ortsnamen in den Quellen daher in folgenden Schriftsprachen erwähnt: Neulatein, ruthenischer Kanzleisprache, Polnisch, Deutsch und Litauisch; in letzterer sind sie auch in der gesprochenen Sprache belegt. Wenn wir uns an die in den Quellen aufgezeichneten Formen halten, müssen wir daher mindestens 3–4 Gestalten jedes Personen- und Ortsnamens schreiben. Dieses Prinzip wird im rezensierten Buch befolgt: Dort sind bei der ersten Erwähnung eines Personennamens alle in den damaligen Quellen vorkommenden Formen aufgeführt (mit Ausnahme geringfügiger Schreibvarianten; bei Personen litauischer Herkunft zusätzlich in der gesprochenen Sprache belegt), und sie werden im Personenregister erneut aufgeführt. Doch jedes Mal alle Formen im Satz zu schreiben
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Eine solche Aufzählung beeinträchtigt die Flüssigkeit des Satzes, deshalb muss eine von ihnen – die Hauptform – ausgewählt werden. In verschiedenen Schriftsprachen aufgezeichnete Personennamen unterscheiden sich in der Schreibweise des Stammes und natürlich in der Endung. Im Buch wurde beschlossen, diejenige Form zu wählen, die der ethnischen Herkunft der Person entspricht, sofern diese bekannt ist. Inzwischen ist die ethnische Herkunft hoher Amtsträger im litauischen Staat und eines Teils der Magnatenfamilien erörtert worden, sodass es nun möglich ist, die Form ihres Personennamens nach der Herkunft der Person auszuwählen. Der Rezensent stimmt zu, dass die litauische Form des Herausgebers des ersten litauischen Buches, Martyno Mažvydo, verwendet wird. Die litauische Form hält er für eine Rekonstruktion. Dem kann man zustimmen. Zwei eigenhändig von Martynas Mažvydas unterzeichnete Autografen in lateinischer Sprache sind erhalten: M. Mofsuīd, Martinus Mossuid, Martinus Mosvidius, Martinus Masvidas; zahlreiche verschiedene Formen finden sich auf den Titelseiten seiner Bücher, die wichtigsten sind M. Mossuidas Vaitkunas, Martinas Mosvidas, Moscouidius usw. Die Hingabe dieser Person, Bücher in litauischer Sprache vorzubereiten, ist zugleich ein Beleg ihrer nationalen Identität. Daher ist die Verwendung einer solchen litauischen Form des Personennamens gerechtfertigt. Der Rezensent stimmt jedoch nicht zu, dass die Personennamen Radvila und Paliaus Megoto (eines Preußen, der an der Übersetzung des Katechismus von 1564 ins Preußische mitwirkte) verwendet werden.
Auch in den Quellen des XVI. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des XVII. Jahrhunderts findet sich mehr als eine Form des Personennamens Radvila: neulateinisch Radivilus (Radvanas 1592: 1r.), polnisch – Radziwiłł, in den Unterschriften Boguslavas Radvilas unter lateinischen und deutschen Texten – Radzivil / Radzivill (Čapaitė 2020: 15, 20–23), litauisch – Radvilas (Pociūtė 2004: 7). Die Forschungen Rūta Čapaitės zu den Autografen der Magnaten haben gezeigt, dass die meisten von ihnen mehrere Sprachen beherrschten und darin ausgebildet wurden, in mehr als einer Schrift zu schreiben (Čapaitė 2019: 228–230). In der Mitte des XVII. Jahrhunderts schrieb der Bürgermeister von Kėdainiai, Steponas Jaugelis Telega, in einer litauischen Widmung an Jonušas Radvila die litauische Form des Familiennamens Radivilus: „Jonuſſie Radowilay, Kunigaiͤkſti, Pone...“ (Pociūtė 2004: 7). Bis heute ist auch die Familiennamensform Radvila, Radvilas erhalten und in Gebrauch (Vanagas, Maciejauskienė, Razmukaitė 1989: 241–249). Die Radvilas waren litauischer Herkunft; als evangelische Vertreter eines Zweiges der Magnatenfamilie in der zweiten Hälfte des XVI. und der ersten Hälfte des XVII. Jahrhunderts wurden sie in der damaligen Literatur als Verteidiger des litauischen Staates, als Wahrer seiner Interessen sowie als Träger der Treue zu Litauen und seiner historischen Tradition geschätzt. Im rezensierten Buch wird ein Brief von Venclovas Agripa an Mikalojus Radvila der Braune veröffentlicht, in dem klar gesagt wird, dass Polen und Litauen unterschiedliche Interessen haben, dass Polen Litauen zu unterwerfen strebt und dass Radvila der Braune als Verteidiger der Interessen des litauischen Staates angesprochen wird (Lukšaitė 2017: 537–553). Für die Annahme, die Radvilas in der ersten Hälfte des XVI. und XVII. Jahrhunderts als Polen zu betrachten, gibt es keine historische Grundlage. Auf Grundlage all dieser Informationen können wir begründet ihre litauische Namensform als Hauptform wählen, wenn wir zustimmen, dass die Hauptform eines Personennamens unter Berücksichtigung der ethnischen Herkunft gewählt wird.
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Am schwierigsten ist die Wahl der Hauptform des Personennamens des Preußen Pauliaus Megoto, des Helfers bei der Übersetzung aus dem Deutschen ins Preußische. In den Quellen ist nur der in deutscher Sprache aufgezeichnete Personenname Paull Megot in einem im Namen einer unbekannten Person verfassten Brief erhalten. Der Autograf ist derzeit unbekannt (Mažiulis 1981: 242). Daher ist unklar, ob der Schreiber des Briefes den Personennamen des preußischen Übersetzers genau wiedergab. Nach Ansicht des Rezensenten sollte man den Personennamen entweder überhaupt nicht litauisieren oder die deutsche Form angeben; die von ihm rekonstruierte preußische Form des Personennamens könnte Paulli/as/ Megot/i/as/. lauten. Da bezweifelt werden kann, ob der nur einmal erwähnte deutsche Personenname genau aufgezeichnet ist, und das Preußische eine baltische Sprache ist, wurde bei der wiederholten Erwähnung des Personennamens die litauisierte, von Vytautas Mažiulis festgelegte Form gewählt (Mažiulis 1981: 241–249).
Im rezensierten Buch wurde beschlossen, bei der wiederholten Erwähnung des Personennamens seine Form gemäß der ethnischen Herkunft anzugeben. Daher werden im Buch bei wiederholter Erwähnung die ruthenischer Herkunft Valovič, Chadkevič, Sapega, Eulašauski, litauischer Herkunft Kęsgaila, Goštautas, Radvila, polnischer Herkunft Kiszka, Laski, deutscher Herkunft Krautmüller usw. geschrieben. Wenn die ethnische Zugehörigkeit unklar ist, wird die lateinische Form gewählt, sofern sie vorhanden ist.
Eine ähnliche Situation besteht bei der Schreibweise der Ortsnamen. Die Monografie umfasst ein sehr großes Gebiet, in dem in den Quellen Ortsnamen in litauischer, ruthenischer, deutscher und polnischer Sprache verwendet wurden. Ein Teil dieser Gebiete war ethnisch gemischt und wechselte im Laufe der Jahrhunderte seine politische Zugehörigkeit. Der Rezensent meint, es sollten die in der deutschen Historiografie verbreiteten Ortsnamen verwendet werden. Das vom Rezensenten vorgeschlagene Prinzip wäre für jene Ortsnamen geeignet, die in den Arbeiten der Historiker weit verbreitet sind; dabei handelt es sich meist um die Bezeichnungen großer politischer Zentren, Städte oder Orte politischer Ereignisse. Wenn wir uns den Kirchenstiftungen der Reformacijoszeit zuwenden, müssen als Realitäten der Bewegung kleine Städtchen, Dörfer, Gutshöfe und Vorwerke genannt werden. Die meisten von ihnen sind in der deutschen Historiografie unbekannt oder wenig verbreitet. Somit lassen sich drei Gruppen von Ortsnamen unterscheiden, die gesondert erörtert werden müssen, um festzulegen, wie sie geschrieben werden sollten: 1) die weit verbreiteten Namen großer Städte oder historisch bekannter Orte; 2) die Namen kleiner Siedlungen, die in verschiedenen ethnischen Gebieten und Sprachzonen verbreitet sind; 3) die Ortsnamen von Gebieten mit gemischter ethnischer Zusammensetzung und von Gebieten, die ihre politische Zugehörigkeit gewechselt haben.
Wie bei den Personennamen werden in wissenschaftlichen Arbeiten die in den Quellen erwähnten Ortsnamenformen aufgeführt; es ist jedoch nicht zweckmäßig, bei jeder Erwähnung eines Ortsnamens alle seine Formen zu nennen. In der deutschen Historiografie wurden die Ortsnamen des Großfürstentums Litauen meist aus der polnischen Historiografie übernommen; dafür waren die historischen Umstände des XIX. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des XX. Jahrhunderts maßgeblich. Die polnische Historiografie wurde im XIX. Jahrhundert einflussreich und im XX. Jahrhundert besonders bedeutsam. Tatsächlich wurde sie mehrere Jahrhunderte lang von qualifizierten Historikern geschaffen, umfasst zahlreiche Themen, ist maßgeblich, und der polnische Staat unterhält zahlreiche Institutionen der Geschichtswissenschaft. Im XIX.–XX. Jahrhundert wurde die polnische Historiografie zu einer Soft Power. Doch bis heute findet sich in ihr die Auffassung, dass die Republik der beiden
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Nationen Polen sei, dass alle im XVI.–XVII. Jahrhundert auf Polnisch Schreibenden Polen gewesen seien und dass dies in andere Historiografien übertragen werde. Seit Beginn des XX. Jahrhunderts begannen auch die nationalen Historiografien jener Länder aufzusteigen, die mehr als hundert Jahre zuvor die Republik der beiden Nationen gebildet hatten; sie erstarkten besonders, nachdem Litauen, Belarus und die Ukraine ihre Staatlichkeit erklärt hatten. Diese Historiografien treten seit einem Jahrhundert in den internationalen Wissensraum ein. Es ist an der Zeit, auch die Historiografien Litauens, Belarus’ und der Ukraine zu berücksichtigen; in ihnen sind die Ortsnamen anders als in polnischer Sprache geschrieben, sie bewahren überlieferte Ortsnamenformen, und die meisten davon werden im Litauischen, Belarussischen und Ukrainischen verwendet. Derzeit ist das Polnische in diesen Gebieten keine lingua franca, daher ist es wohl kaum sinnvoll, die Ortsnamen der genannten Staaten und Völker weiterhin zu polonisieren. Wenn man an dem Prinzip festhält, dass die in den Quellen vorkommenden Ortsnamenformen genannt werden müssen (im Text oder gesammelt in Registern), muss man wie bei den Personennamen ihre Hauptform auswählen. Im rezensierten Buch wurde dafür die heute im Gebiet gemäß seiner gegenwärtigen politischen Zugehörigkeit verwendete Form gewählt. Dies löst die Frage auch in Fällen, in denen Ortsnamen in Gebieten liegen, die im Laufe der Jahrhunderte wiederholt den Besitzer wechselten, sich in Grenzräumen von Staaten und Völkern befinden und daher in mehreren Sprachen benannte Formen haben: Gdanskas / Dancigas, Vroclavas / Breslau, Biaresce / Brest, Ošmianý / Ašmena. Eine Ausnahme bilden die Ortsnamen Kleinlitauens (Preußisch-Litauens), da die heutigen Formen nicht über Jahrhunderte hinweg auf dem Weg der Evolution entstanden sind, sondern durch politischen Willen ohne Verbindung zu den früheren Formen eingeführt wurden. Für sie wurde ein anderer Weg gewählt: In der deutschen Übersetzung werden beim ersten Auftreten die deutschen und litauischen Ortsnamenformen angegeben, als Hauptform wird die deutsche Form verwendet, die heutigen russischen Formen werden im Register aufgeführt.
Diese Prinzipien der Schreibweise von Orts- und Personennamen werden im rezensierten Buch in den Erläuterungen zu den Personen- und Ortsnamenregistern erörtert (Lukšaitė 2017: 635, 653). Es ist anzuerkennen, dass im Buch ungeklärt blieb, mit welchen Zeichen der deutschen Sprache die Laute č und ž wiedergegeben werden sollten, die in litauischen und russischen Personen- und Ortsnamen häufig vorkommen: In ihnen blieben die Buchstaben des litauischen Alphabets als Zeichen dafür erhalten, dass aus dem Litauischen übersetzt wurde.
Einen ähnlichen Weg hat Zigmantas Kiaupa bereits bei der Übersetzung einer Synthese der litauischen Geschichte ins Englische beschritten (Kiaupa 2002), ebenso Darius Baronas und Steven Christopher Rowell in ihrer wissenschaftlichen Monografie über den Eintritt des heidnischen Litauens in die Reihe der christlichen Staaten (Baronas, Rowell 2015). In der englischen Übersetzung von Z. Kiaupas Buch werden Personennamen litauischer Herkunft in litauischer Form geschrieben, für die meisten Personen ruthenischer und polnischer Herkunft aus dem Großfürstentum Litauen wurde jedoch die polnische Form gewählt. In Baronas’ und Rowells Buch werden alle Personennamen der litauischen Geschichte in litauischer Form geschrieben, während die Schreibweise der Ortsnamen variiert: Einige stehen in der Sprache der gegenwärtigen territorialen Zugehörigkeit: Gerviaty, Gdansk, Briansk, bei anderen wird die traditionelle litauische historische Form beibehalten (Kreva, obwohl es sich heute auf dem Gebiet von Belarus befindet), während Brest (Litovsk) in der in der Historiografie verbreiteten russischen und belarussischen Form erscheint.
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Da im Belarussischen sogar vier Formen dieses Ortsnamens verwendet werden (Brest, Beraście, Bierascie, Berestje), ist eine solche Wahl gerechtfertigt.
Die Schreibweise historischer Persönlichkeiten und Ortsnamen in Übersetzungen ist komplex; bestimmte Auffassungen bilden sich bereits heraus, und die Zeit wird zeigen, ob sie sich durchsetzen.
LITERATŪRA
Baronas Darius, Stephen C. Rowell 2015: The Conversion of Lithuania from Pagan Barbarians to Late Medieval Christians, Vilnius: Lietuvių literatūros ir tautosakos institutas.
Bichlmeier Harald 2020: Inge Lukšaitė, Die Reformation im Grossfürstentum Litauen und Preussisch-Litauen (1520er Jahre bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts), Leipzig: Leipziger Universitätsverlag GmbH, 2017 [recenzija]. – Acta Linguistica Lituanica 82, 197–201.
Čapaitė Rūta 2020: Boguslavo Radvilos autografas XVII a. lotyniškojo kursyvo kontekste. – Lietuvos istorijos metraštis 2020 2, Vilnius: Lietuvos istorijos institutas, 5–39.
Čapaitė Rūta 2019: Lotyniškojo kursyvo įvairovė Lietuvos Didžiojoje Kunigaikštystėje asmens autografo aspektu (XV a. paskutinysis ketvirtis – XVI a.). – Ženklai. Simboliai. Prasmės. Lietuvos Didžiosios Kunigaikštystės tyrimai pagalbinių istorijos mokslų aspektu, sud. R. Čapaitė, G. Zujienė, Vilnius: Lietuvos istorijos institutas, 185–230.
Kiaupa Zigmantas 2002: The History of Lithuania, Vilnius: Baltos lankos.
Lukšaitė Inge 2017: Die Reformation im Grossfürstentum Litauen und Preussisch-Litauen (1520er Jahre bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts), Leipzig: Leipziger Universitätsverlag.
Mažiulis Vytautas 1981: Prūsų kalbos paminklai 2, Vilnius: Mokslas.
Pociūtė Dainora 2004: Knyga nobažnystės krikščioniškos 1653, Vilnius: Lietuvių literatūros ir tautosakos institutas.
Radvānus Ioannus Lit[uanus] 1592: Radvilias, sive de vita et rebus [...] Nicolai Radvili [...], Vilna: Ioannus Kartzanus.
Vanagas Aleksandras, Maciejauskienė Vitalija, Razmukaitė Marytė 1989: Lietuvių pavardžių žodynas 2: M–Ž, atsak. red. A. Vanagas, Vilnius: Mokslas.
Įteikta 2021 m. kovo 2 d.
INGĖ LUKŠAITĖ
Lietuvos istorijos institutas Lietuvos Didžiosios Kunigaikštystės skyrius Architektų g. 25–87, Vilnius LT–04105, Lietuva [email protected]
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