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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI XXVII (1988)

LIETUVIŲ KALBA IR BILINGVIZMAS

KAZIMIERAS EIGMINAS

FAMILIENNAMEN AUS DER UMGEBUNG VON GERVĖČIAI1

Bei der semantischen Untersuchung der Familiennamen der Bewohner von Gervėčiai teilen wir sie in zwei Gruppen ein: in solche, die auf Personennamen zurückgehen, und in solche, die auf Beinamen zurückgehen. Bei der Untersuchung der Herkunft und Bedeutung der Familiennamen beider Gruppen und dem Versuch, die wortbildenden Elemente herauszuarbeiten, gliedern wir sie wiederum in kleinere Untergruppen.

Familiennamen, die auf Personennamen zurückgehen. Unsere Familiennamen, die auf Personennamen zurückgehen, stammen von alten heidnischen litauischen Namen sowie von christlichen Namen, die nach der Christianisierung Litauens aufkamen. Diese christlichen Namen stammen überwiegend aus dem Hebräischen, Altgriechischen, Lateinischen, Germanischen und anderen Sprachen.

Familiennamen, die auf litauische heidnische Namen zurückgehen. Unter den Familiennamen der Bewohner von Gervėčiai, die auf die ältesten zweistämmigen litauischen Namen zurückgehen, gibt es vergleichsweise wenige. Dazu gehören: Atminis: lit. at+min- (vgl. atminti, atmintis. Būga, 1958, p. 223, Kuzavinis, Savukynas, 1971, p. 119); Būtvilà: lit. but- (vgl. būtas „Haus“, būti) + vil- (vgl. viltis „hoffen“) (Kuzavinis, Savukynas, 1971, p. 66, 152); Ūlvinas: lit. ul-+vin- „Ursache, Schuld“ (vgl. vaina „Ursache“) (Kuzavinis, Savukynas, 1971, p. 152).

Familiennamen, die auf alte litauische einsilbige Namen und Kurzformen von Namen zurückgehen, wurden in der Umgebung von Gervėčiai nicht gefunden.

Einige Familiennamen sind Ableitungen mit Suffixen alter litauischer Namen, zum Beispiel Mileišis: lit. mil- (vgl. pa-milti) + eišis, oder Ableitungen mit patronymischen, diminutivischen und hypokoristischen Suffixen: Giedraitis und seine dzūkische Variante Giedraičius: lit. giedr- (vgl. giedras) (Kuzavinis, Savukynas, 1971, p. 89) + -aitis; Radžiūlis (mundartliche dzūkische Form Radžiulis): lit. rad- (vgl. rādo) (Kuzavinis, Savukynas, 1971, p. 128) + -iulis (dj > dž > dz).

Familiennamen, die auf christliche Namen zurückgehen. Einige Familiennamen der Bewohner von Gervėčiai gehen unmittelbar auf christliche Namen zurück, ohne wortbildende Elemente. Dabei handelt es sich meist um verschiedene Varianten von Taufnamen.

Vom griechischen Namen Aleksandras sind folgende Familiennamen aus Kurzformen belegt, die überwiegend in slawischen Sprachen vorkommen: Aliòchna (vgl. weißruss. Алёхна), Aliòksa (vgl. weißruss. Алёкса), Aliòkša (vgl. weißruss. Алекша, Олекша), Aliòcha (vgl. weißruss. Алёха). Vom Namen Emilijonas römischen Ursprungs Emilijonas (lat. Aemilianus; Kuzavinis, Savukynas, 1971, p. 79) stammt der in Gervėčiai vorkommende Familienname Amilionas.

1 Die Familiennamen wurden von Marytė Razmukaitė gesammelt; die Liste wurde von Kazimieras Eigminas, Julius Šalkauskas, Aloyzas Vidugiris und Angelė Žalalytė ergänzt.

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Der Familienname Jefremas stammt vom orthodoxen Taufnamen Ефрем ab, während Jeŕmakas auf den orthodoxen Taufnamen Ермолай zurückgeht, und zwar auf dessen umgangssprachlich gebrauchte Variante Ермак.

Der Familienname Jeraminas könnte unserer Ansicht nach eine Variante des latinisierten griechischen Namens Hieronymus sein (vgl. poln. Jaromin || Hieronim), während Zidòras eine Variante des christlich latinisierten griechischen Namens Izidorius ist, der in den litauischen Dialekten häufig vorkommt.

Einige Familiennamen aus der Gegend von Gervėčiai sind Kurzformen christlicher Vornamen: Bazỹs ist eine Kurzform des latinisierten griechischen Namens Bazilijus (Bazilius) (vgl. poln. Bazyli); Jõčius ist eine Kurzform von Jaci̇̃ntas, das eine Variante des Namens Hiacìntas ist (abgeleitet vom latinisierten Hyacinthus, gr. Hyákinthos) (vgl. poln. Jac, Jacek, weißruss. Яцко, Яцук, Яц); Jõčas ist unserer Ansicht nach gleichen Ursprungs wie Jõčius; Mikìsas stammt von Mikalõjus ab (vgl. poln. Mikłaś, weißruss. Міклаш, Міхлік), Miklùšà von Mikalõjus (vgl. poln. Miktoszek); Mìziejùs von Michailas (vgl. weißruss. Міц, Міс, litauischer Familienname Misius). Ramỹs || Remỹs || Remis || Rėmis könnte eine Kurzform des Taufnamens Jeremijas sein (vgl. poln. Remiaz aus Jeremiasz). Die Variante Ramỹs ließe sich als Kurzform eines längeren Namens auffassen oder unmittelbar vom litauischen ramùs „ruhig“ ableiten. Diese Annahme ist jedoch nicht überzeugend, da Ramỹs mit Remỹs || Remis || Rėmis wechselt. Allerdings können einige Varianten lediglich auf unterschiedliche Schreibweisen zurückgehen.

Juškà yra krikštavardžio Юрий trumpinys: brus. Юшка, Юшко (Бірыла, 1966, c. 56); Lukšà — krikštavardžio Lùkas trumpinys (plg. brus. Лукаш, Лука, lenk. Łukasz (Бірыла, 1966, c. 110); mat Baltarusijoje įsigalėjo bažnytinė slavų kalbos forma Лука iš lenk. Lukasz (Бірыла, 1966, c. 110). Pavardę Lukšà galima sieti ir su mūsų bendriniu žodžiu lùkšas „nulinkusiomis ausimis; žioplys, ištižėlis“. Mockà — krikštavardžio Motiejus trumpinys (plg. brus. Мацко, Матвей, lenk. Maciewicz, Maciej) (Бірыла, 1966, c. 117); Sáukà — Sava || Savẽlijus trumpinys (plg. brus. Саўка, Савелій Бірыла, 1966, c. 142), lenk. Saw-czyk, Saw-icki, Sawa (Bystrón, 1936, p. 275), rus. Савицкий (Петровский, 1966, c. 351). Bet galima sieti ir su veiksmaž. šaukti „tęsiamu balsu šaukti“.

Der Ursprung des Familiennamens Valeikà und seiner Varianten Veleikà, Valaikà, Velaikà, Vėlaikà ist nicht ganz klar. Der Stamm geht wahrscheinlich auf die Kurzformen des Vornamens Valys, Valius zurück, die aus den Namen lateinischen Ursprungs Valentinas, Valėrijus und anderen entstanden sind.

In der Umgebung von Gervėčiai gibt es zahlreiche aus Taufnamen gebildete Familiennamen mit diminutiven, liebevoll-patronymischen Suffixen.

Eine Ableitung mit dem Suffix -aitis ist Bazáitis — von Bazỹs; Česnáitis (belarussische Form Часноў) von Čėsius, Česỹs (Kurzform des Namens Čėslovas, vgl. poln. Czesław); Ilijáitis (|| Ilijõitis) — vom orthodoxen Taufnamen Ilija; Jackáitis — von Jacka (Kurzform des Taufnamens Jokūbas, vgl. weißruss. Яцько, Яць, poln. Jacek, Jack-owski); Jurkáitis (belarussische Form Юркой — von Júrka, einer Kurzform des Taufnamens Jūrijus (vgl. weißruss. Юрко, russ. Юрка); Lukáitis (|| Lukõitis) — von Lùkas; Marcin káitis — Marciñkus (abgeleitet vom Taufnamen Martýnas; lat. Martīnus < lat. Martius; Mars „Mars“ (Kuzavinis, Savukynas, 1971, p. 116), vgl. weißruss. Марции, Марцинкой, Марцінкевіч, poln. Marcinek, Marcink-iewicz, Marcink-owski); Matuláitis (|| Matulõitis, belarussische Form Матулоў — von Matùlis — einer Variante des Taufnamens Motiejus); Pacáitis — von Pãcas (Kurzform des Taufnamens Игнатий; vgl. weißruss. Пац (Бірыла, 1966,

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ca. 90); unklar ist, ob Vilōitis (*Vilāitis) von Vilius (einer Kurzform von lit. Vilmantas, Viltautas usw.) oder von Vilius (einer Kurzform von dt. Wilhelm) abgeleitet ist.

Ein einziges Derivat mit dem patronymischen Suffix -ūnas wurde in der Umgebung von Gervėčiai gefunden: Morkūnas, in der belarussischen Form Маркун – abgeleitet vom Taufnamen Mōrkus.

Einige Familiennamen sind Ableitungen mit dem Suffix -ulis: Augulis – von Aūgus (Kurzform des Taufnamens Augūstas, Augūstalis), Janulis – vom Taufnamen Jōnas (vgl. belaruss. Ян, poln. Jan); Paliulis könnte von Palys stammen (einer Kurzform des Namens Palemōnas, der auf griech. Palaimōn in latinisierter Form zurückgeht); Vaičiulis – von Vaičius [Kurzform des alten slawischen Namens Vaitiekus (belaruss. Войтех, poln. Wojciech)].

Es gibt auch ein paar Ableitungen mit den Suffixen -elis, -elė: Petrėlis – vom Taufnamen Pētras, Mackelė (|| Mackelė) – von Mōckas (Kurzform des Taufnamens Motiejus, vgl. belaruss. Мацько, Мацько).

Mit dem Suffix -ikas gibt es nur einen Familiennamen: Pētrikas (|| Pētrikas) – abgeleitet vom Taufnamen Pētras (vgl. russ. Петрик, weißruss. Петрок, poln. Pietrzyk).

Eine Ableitung mit dem Suffix -utis ist der Familienname Damūtis mit der dialektalen dzūkischen Variante Damūcis (weißrussische Form Дамурь – von Dōmas (wahrscheinlich eine Kurzform und des Taufnamens Dominykas || Domininkas).

Nicht wenige Familiennamen der Bewohner von Gervėčiai sind Ableitungen christlicher Vornamen mit slawischen Suffixen:

Mit den Suffixen -avičius, -evičius: Adamāvičius (|| weißrussische Form Адамович (Бірьіла, 1966, c. 22); vgl. weißruss. Адам, poln. Adam; Bagdonāvičius (vgl. weißruss. Багдан, poln. Bogdan, der wahrscheinlich eine Lehnübersetzung von gr. Theodosius ist: gr. Theos „Gott“ und dotos „Gabe“ (LPŽ, 1985, p. 154); Baltrukāvičius – von Baltrus (Kurzform von Baltramiejus) mit einem doppelten patronymischen Suffix: litauisch -ukas und slawisch -avičius; Bazāvičius (|| Bazēvičius) – von Bazys; Brazāvičius (|| Brazevičius) – von Brazys (Kurzform von Ambraziej us); Česnāvičius (angegebene weißrussische Form Часнович) von Česys || Česus, Kurzform von Česlovas; Grigarāvičius – von Grigorijus (vgl. weißruss. Грыгор); Janāvičius (vgl. weißruss. Ян, poln. Jan); Jankāvičius (vgl. weißruss. Янка, Янко, poln. Jankiewicz, weißruss. Янкович); Jančēvičius (vgl. weißruss. Янцевич: Иоанн); Kasandrāvičius (weißrussische Form Касандрович); Aleksandravičius: Aleksandrovīčius – von Aleksandras (LPŽ, 1985, p. 937); Laurināvičius (|| Laurynāvičius) – von Laurynas; Petrāvičius (|| Petrevičius): Pētras; Steponāvičius: Stēponas; Urbonāvičius (|| Urbanāvičius): Ūrbonas; Ustināvičius (weißrussische Form Устынович; vgl. russ. umgangssprachlich Устин < Юстин); Valansāvičius (vgl. poln. Wotąsiewicz, vom Vornamen Walenty); Andriuškēvičius [vgl. weißrussische Varianten Андрушкевич: Андрей (Бірьіла, 1966, c. 29), poln. Andruszkiewicz: Andrzej (Bystron, 1936, p. 266)]; Grinēvičius (vgl. weißruss. Грыневич: Григорий (Бірьіла, 1966, c. 55), poln. Hryniewicz: Grzegorz); Havrilkēvičius (weißrussische Form Гаўрылкевіч (Гаўрылкевич); vgl. weißrussische Koseform Гаўрылка von Гаврила); Habrukēvičius (weißrussische Form Габрукевич: Габрук, Гаврила); Ivaškēvičius | weißrussische Form Івашкевич: Иван (Бірьіла, 1966, c. 86); poln. Iwaszkiewicz: weißruss. Іваш, Івашка; Juknēvičius: Juknà (poln. Juchna, Juchno: Juryj, Jurij); Juodžēvičius (mit phonetischen Varianten: Jedžēvičius, Jadžēvičius; weißrussische Form Юдзевич); Juodz- kann gelegentlich von Юда stammen (Бірьіла, 1966, c. 22), aber auch von der litauischen Wurzel Juod-; Marcinķēvičius (vgl. poln.

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Marcin, Marčinėk, Marcinkiewicz, weißruss. Марцін); Petkevičius (vgl. weißruss. Пяткевіч, Пятко); Rinkēvičius (weißrussische Form Рынкевич, vgl. die Koseform des weißrussischen Vornamens Рыма Рымка und den daraus mit dem patronymischen Suffix gebildeten Familiennamen Рымкевич); Sienkevičius (weißrussische Form Сенкевич, vgl. Сёмка, Сень, Сенка, Сенko, Сенько, die von Simeon stammen); Stankēvičius (vgl. weißruss. Станко, Станько, die von Станислав stammen, poln. Stanieк, Stankiewicz – von Stanisław); Tunkelēvičius (weißrussische Form Тункелевич, weißruss. Томка (?), von Томас, russ. Томка – von Том). Dieser Familienname hat zwei Suffixe: lit. -elis und slav. -evičius. Vaitkēvičius (vgl. die Variante des Vornamens Vaitiekus russ. Войтко, Войтка – von Войтех, poln. Wojtek, der Familienname Wojtkiewicz – von Wojciech).

Mit dem Suffix -(i)auskas: Petkāuskas (vgl. weißruss. Петко, Петько – von Петр); Petrāuskas (vgl. weißruss. Пятроўскі, poln. Petrowski); Stakauskas (vgl. weißruss. Стах, Стахій, der Familienname Стахоўскі – von Стахій); Vitkauskas (vgl. weißruss. Вітка, Вітко, lit. Vitkus aus But, poln. Wit).

Jанčiauškas (baltarusiška forma Янчэўскі: Іоанн (Бірыла, 1966, c. 87); plg. lenk. Janczewski, Janczowski: Janczak, Janczyk, Janczyk – iš Jan, brus. Янчук, Янчык – iš Іоанн); Tamašiauskas (plg. lenk. Tomaszewski: Tomasz); Vasiliauskas (baltarusiška forma Васілеўскі; plg. brus. Васіль – iš Василий); Zacharauskas (plg. brus. Захария).

Mit den Suffixen -eckas, -ickas: Janēckas (weißrussische Form Янецкі, vgl. poln. Janecki: Jan, weißruss. Ян); Jakovickas (vgl. poln. Jakowicki: Jakub, weißruss. Якавіцкі: Иаков, Яков); Savickas || Savickis (vgl. weißruss. Сава, Савенка, Савеня; poln. Sawicki wird mit dem Vornamen Sawa in Verbindung gebracht).

Übernamen als Familiennamen. In der Gegend von Gervėčiai gibt es zahlreiche Familiennamen, die auf Übernamen zurückgehen. Sie werden in mehrere semantische Gruppen eingeteilt.

Ethnonyme als Familiennamen. In der Gegend von Gervėčiai sind einige davon belegt. Aus dem Ethnonym gūdas sind mit litauischen und slawischen patronymischen Suffixen folgende Familiennamen gebildet: Gudaitis, Gudauskas, Gudinskas (belegt sind nur weibliche Familiennamen: Gudinskaitė und Gudinskienė), mit der dialektalen dzūkischen Variante Gudzińskas (|| Gudzinskas) und der weißrussischen Form Гудзінскі.

Familiennamen, die einen Beruf, verschiedene Ämter, die gesellschaftliche Stellung oder eine bestimmte Personengruppe bezeichnen. Auch in dieser Gegend gibt es nur wenige solcher Familiennamen: Karadys (|| Karadis; vgl. kárudas); Kareivis (belegt ist die Form mit nichtlitauischer Endung Kareivy; Kare iwo; vgl. kareivis); Kazōkas (vgl. kazōkas); Slūžulis (|| weißrussische Variante Slūželi; vgl. slūžyti); Šaulys (vgl. šaulys); Ulōnas (vgl. ulōnas).

Tiernamen als Familiennamen. Davon gibt es hier mehr. Es gibt sowohl reine Wortstämme als auch Ableitungen mit Suffixen. Zum Beispiel: Avienis (angegeben ist die weißrussische Form Авен?; vgl. avis); Kiškėlis (vgl. kiškis); Kurmėlis (vgl. kūrmis); Meškà (auf dem Friedhof von Gervėčiai vermutlich fehlerhaft als Meska eingetragen; vgl. meškà); Meškys (|| Meškis, Miesz kis; vgl. meškà); Vilkas (vgl. vilkas); Būblys (vgl. būblȳs), Bublēvičius; Gaigalas (auf dem Friedhof von Gervėčiai ist nur die Pluralform Gaigalai eingetragen; vgl. gaigalas); Kikilis (vgl. kikilis); Ableitungen von der Wurzel gulbė: Gulbināvičius, Gulbinskis (eingetragen als Gulbinskij), Gulbickis (eingetragen als Gulbickij); Paukštienė (vgl. paukštis).

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Familiennamen, die verschiedene körperliche Mängel und Gebrechen bezeichnen. Für diese Gruppe sind folgende Familiennamen belegt: Bukelis (vgl. būkas); Kairys (vgl. kairys); Mažeika (vgl. mažas); Maknočius² (vgl. maknoti); Miklys (vgl. miklus); Mikna (vgl. mikseti, auch Mikna slaw., vgl. weißruss. Mixna, Mixnevič); Pūiša (vgl. pūiša); Pukšta || Pūkštas (vgl. pūkš, pūkšti); Pliauga (vgl. pliaugoti); Šėmis || Šėmys (vgl. šėmus, šėmis); Tridūlis (vgl. triesti).

Familiennamen, die verschiedene Gegenstände sowie deren Eigenschaften, Merkmale usw. bezeichnen. Kūlys (vgl. kūlys); Kuolaitis (vgl. kuolas); Reketys || Rekėtis || dial. dzūk. Rekėkis (vgl. rekėtis, reketys); Statinis (vgl. status, statinis); Šukelis (vgl. šukė).

Übernamen als Familiennamen, die verschiedene Eigenschaften bezeichnen. Gražulis (|| Gražūl, vgl. gražus); Glaudėlis (vgl. glaustis, glaudūs); Raudonovičius (weißrussische Form Paўdонаві, vgl. raudonas); Skirūtis || Škirūtis (vgl. skirti); Trepšys (vgl. trepšėti?).

Übernamen aus nichtlitauischer Herkunft als Familiennamen. In der Gegend von Gervėčiai gibt es ziemlich viele solcher Familiennamen. Die meisten sind Ableitungen mit Suffixen.

Mit dem Suffix -ka: Apriškė; Buckà (|| Bùcka), Bucko (hier ordnen wir auch Bùckus ein, vgl. weißruss. Будзька, Будзько, Буцько: дз > ц); Gluska, vgl. russ. Глушко, Глушок; Kaharka, Kocharko; Kučka (dieser Gruppe ordnen wir auch Kùckus zu; vgl. weißruss. Куць, Куцько); Meleszka (vgl. poln. Meleszko); Mereška (vgl. poln. Mereszka); Palaika; Popka (vgl. weißruss. Папко, Попка, russ. Попко); Rožko (vgl. weißruss. Рожка, Рожко); Skurka (vgl. Скурка, Скурко).

Mit dem Suffix -yčius: Babičius (vgl. weißruss. Бабіч).

Mit den Suffixen -avičius, -evičius: Šafranovičius; Černušėvičius (weißrussische Form Чарнушэвіч, vgl. weißruss. Чарнушевич); Subatkėvičius (|| Subotkėvičius; vgl. weißruss. Субаткевич); Šaškevičius (vgl. weißruss. Шашкевич).

Mit dem Suffix -auskas: Astrauskas (weißrussische Form Астроўскі, vgl. poln. Ostrowski, russ. Островский); Baranauskas (weißrussische Form Бараноўскі; vgl. poln. Baranowski, weißruss. Бараноўскі, russ. Барановский); Barauskas (vgl. poln. Barowski); Barkauskas (vgl. poln. Barkowski, Borkowski); Bučiauskas; Chmieliauskas (vgl. poln. Chmielewski, weißruss. Хмялеўскі, russ. Хмелевский); Čaikauskas (vgl. poln. Czajkowski, weißruss. Чайкоўскі, russ. Чайковский); Čiulauškas (weißrussische Form Чулоўскі; Dambrauskas (vgl. poln. Dąbrowski); Jarauskas (weißrussische Form Яроўскі); Kalinauskas (vgl. weißruss. Каліноўскі, russ. Калиновский, poln. Kalinowski); Katkauskas (vgl. weißruss. Хаткоўскі, poln. Kotkowski; Kavaliauskas (vgl. weißruss. Кавалеўскі, russ. Ковалевский, poln. Kowalewski); Kazlauskas (vgl. weißruss. Казлоўскі, russ. Козловский, poln. Kozłowski); Koženiauskas || Kaženiauskas (vgl. weißruss. Казаневецкі, poln. korzeń); Kulikauskas (vgl. weißruss. Кулікоўскі, russ. Куликовский; poln. Kulikowski); Labačiauskas (vgl. weißruss. Лабачэўскі, russ. Лобачевский); Lisauskas (vgl. weißruss. Лісоўскі, Malinauskas (vgl. weißruss. Малноўскі, russ. Малиновский, poln. Malinowski); Mankauskas (vgl. weißruss. Манкоўскі, poln. Mankowski); Mlinkauskas (vgl. weißruss. Млынкоўскі); Sadauskas (vgl. weißruss. Садоўскі, russ. Садовский, poln. Sadowski); Saikauskas (vgl. weißruss. Сайкоўскі, Šab-

1 Dieser Familienname ist vermutlich slawischen Ursprungs (siehe S. 62 ff. dieser Ausgabe). – Red.

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lauškas (vgl. weißruss. Шаблоўскі); Šalauškas (vgl. weißruss. Шалойскі); Zdanaūskas (vgl. weißruss. Здан, poln. Zdanowski, Żdanowski).

Mit dem Suffix -ickas: Katkavickas (belegt ist nur der weibliche Familienname mit dem Doppelsuffix Katkavickaitė; vgl. weißruss. Хадко, Хадкевич); Muchnickas (belegt: Muchnickaja?); Sinickas (vgl. weißruss. Сініцкі, russ. Синицкий, poln. Sinicki); Žimnickas || Zimnickis (vgl. weißruss. Зімніцкі, russ. Зимницкий).

Mit dem Suffix -eckas: Paneckas (vgl. weißruss. Пана仔ька); Zalėckas / vgl. weißruss. Залецкі, poln. Zaleski (z Zalesia) /.

Mit dem Suffix -ockis: Zablòckis (vgl. weißruss. Заблоцкі, poln. Zablocki).

Mit dem Suffix -skis: Lipskis (vgl. weißruss. Лінскі, russ. Липский, poln. Lipski).

Mit den Suffixen -inskas, -inskis: Bučinskas || Bučinskis (vgl. weißruss. Бучынскі); Ripinskas (weißrussische Form Рыпінскі) / Ripìnskas; Rudzinskis || Rudzińskas (vgl. weißruss. Рудзінскі, russ. Рудзинский); / Rusińskas (vgl. weißruss. Русінскі); Sečinskas (weißrussische Form Сячынскі || Siečynskas (belegt: Siečynska) || Sičińskas || Sečinskas (vgl. weißruss. Шыць, Шыцік, Шыцікаў).

Mit dem Suffix -onskis: Polònskis (weißrussische Form Палонскі).

Mit dem Suffix -uckas: Prauluckas (weißrussische Form Праулучкі).

К. ЭЙГМИНАС

FAMILIENNAMEN IN DER UMGEBUNG VON GERVĖČIAI (GERVJATY)

Zusammenfassung

Der Artikel untersucht unter semantischem Aspekt die Familiennamen aus der Umgebung von Gervėčiai (Gervjaty). Die Familiennamen werden in zwei große Gruppen unterteilt: Familiennamen, die von Vornamen stammen, und solche, die aus Spitznamen hervorgegangen sind. Bei der Analyse der Herkunft und Bedeutung der Familiennamen dieser beiden Gruppen werden sie anhand ihrer Wortbildungselemente in noch kleinere Gruppen untergliedert.

К. EIGMINAS

DIE FAMILIENNAMEN IM SPRACHGEBIET GERVĖČIAI

Zusammenfassung

Im Artikel werden die Familiennamen im Sprachgebiet Gervėčiai unter dem semantischen Aspekt untersucht und charakterisiert. In diesem Zusammenhang werden die Familiennamen dem Ursprung nach in zwei große Gruppen eingeteilt: die Familiennamen aus den Personnamen und die Familiennamen aus den Beinamen. Diese zwei Gruppen werden bei Untersuchung des Ursprungs und der Bedeutung dieser Familiennamen noch in kleinere Gruppen eingeteilt, um die Elemente der Wortbildung zu zeigen.

LITERATŪRA

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Būga K. Rinktiniai raštai. V., 1958. T. 1.

Kuzavinis K., Savukynas B. Lietuvių vardų etimologinis žodynas // Vardai ir žodžiai. V., 1971. Lietuvių pavardžių žodynas. A-K. V., 1985 (LPŽ).

Бирила М. Б. Беларуская антрапанімія. Мінск, 1966.

Петровский И. А. Словарь русских личных имен. М., 1966.

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