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ACTA LINGUISTICA LITHUANICA

XLV (2001), 123–143

Die Entstehung der Familiennamen der Bürger von Kaunas im 16.–18. Jahrhundert

Alma Ragauskaitė

Lietuvių kalbos institutas, Vilnius

Der Artikel behandelt die Entstehung von Familiennamen in der städtischen Bevölkerung Litauens im 16.–18. Jahrhundert am Beispiel von Quellen aus der Stadt Kaunas. Familiennamen wurden zu unterschiedlichen Zeiten in verschiedenen Bevölkerungsschichten eingeführt. Bei den städtischen Eliten (insbesondere bei den deutschsprachigen Lutheranern) sind sie seit dem frühen 16. Jahrhundert belegt, während der Prozess der Familiennamenbildung in der städtischen Mittel- und Unterschicht im 17. Jahrhundert abgeschlossen wurde. In der städtischen Bevölkerung insgesamt wurden Familiennamen später als beim Adel eingeführt (dort müssen sie bereits im 15. Jahrhundert verwendet worden sein), jedoch früher als bei der bäuerlichen Bevölkerung (wo der Prozess ihrer Bildung im 18. Jahrhundert noch nicht vollständig abgeschlossen war).

EINLEITUNG

Über die Entstehung der Familiennamen der Stadtbewohner Litauens ist bislang nur sehr wenig geschrieben worden. Die Personennamen (sich herausbildenden Familiennamen) der Einwohner von Vilnius hat Zigmas Zinkevičius untersucht. Er analysierte ausführlich die Anthroponyme in den Heiratsregistern der St.-Johannes-Kirche in Vilnius aus den Jahren 1602–1615 sowie in den Taufregistern von 1611–1616; aufgrund der Besonderheiten der betreffenden Quellen konnte er dem Problem der Familiennamenbildung jedoch nur wenig Aufmerksamkeit widmen. Der Autor stellte fest, dass dafür Dokumente aus einem längeren Zeitraum untersucht werden müssten, in denen mindestens mehrere Generationen von Menschen verzeichnet sind (Zinkevičius 1977: 65). Später vermutet er auf der Grundlage einer detaillierteren Analyse der Einträge, dass zu jener Zeit „Familiennamen wahrscheinlich bereits in den Familien privilegierter Menschen gefestigt waren, die sich um ihre vornehme Herkunft und Genealogie bemühten“ (ebd.). Aus Zinkevičius’ Arbeit geht somit hervor, dass es im Vilnius des frühen 17. Jahrhunderts noch kein einheitliches, fest etabliertes und verbindliches System der Personenbezeichnung gab.

Der Historiker Z. Kiaupa versuchte anhand der in den Steuerverzeichnissen der Stadt Šiauliai aus den Jahren 1662–1663 und im Gerichtsregister des Gutes Šiauliai aus den Jahren 1636–1738 festgehaltenen Bezeichnungen der Einwohner von Šiauliai, die Besonderheiten der Entstehung ihrer Familiennamen zu bestimmen (Kiaupa 1991: 3–4).

Die Erforschung der Entstehung von Familiennamen der Stadtbewohner ist nach wie vor aktuell, da es bislang keine auch nur annähernd ausführlichen Arbeiten gibt, die das Aufkommen und die Entwicklung der Familiennamen von Angehörigen dieses Standes behandeln.

Ziel dieses Artikels ist es daher, das Aufkommen und die Herausbildung des erblichen Personennamens der Bürger von Kaunas im 16.–18. Jahrhundert zu skizzieren und eine detailliertere Analyse der Tendenzen bei der Entstehung von Familiennamen von Angehörigen verschiedener Schichten dieses Standes vorzulegen.

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Das für den Artikel zusammengestellte anthroponymische Material stammt aus 51 Stadtbüchern von Kaunas aus dem 16.–18. Jahrhundert. Darunter befinden sich Sammlungen von Gerichtsverfahren und -protokollen sowie Bücher mit Einträgen zu Magistratssitzungen und Rechtsakten. Eine Liste dieser Dokumente ist am Ende des Artikels aufgeführt1. Chronologisch betrachtet handelt es sich um einzigartiges Material für die Untersuchung der Herausbildung von Familiennamen, da von den Selbstverwaltungsinstitutionen anderer litauischer Städte originale Bücher erst ab dem 17. Jahrhundert erhalten sind (Kiaupa 2000: 69). Die Quellen sind auf Polnisch, Latein, Altrussisch und teilweise auf Deutsch verfasst.

Aus den genannten Büchern wurden etwa 12.000 Bezeichnungen von Einwohnern Kaunas’ exzerpiert2 (gezählt wurden nicht verschiedene Personen, sondern alle Einträge zu Einwohnern Kaunas’ – Männern und Frauen). Sie sind vielfältig. Angesichts der Besonderheiten der Bezeichnungen von Frauen (sie werden nach ihrem Mann oder Vater benannt) und der Ziele des Artikels wird im Folgenden hauptsächlich auf die Bezeichnungen von Männern zurückgegriffen.

Im betreffenden Zeitraum werden sie am häufigsten mit zwei Personennamen eingetragen, z. B.: Paulus Balzga (M₄ 507)3, Mathias Dondulis (M₄ 22); Mathia Gorki (S₂ 2), Augustinus Gradowski (S₂ 2); Jakuba Abramowicza (GEN; L₅ 129)4, Vincentemu Ambrozewiczowi (DAT; L₅ 77) usw.

Neben dieser produktivsten Art der Bezeichnung kommen auch andere Eintragungsformen für Einwohner Kaunas’ vor. Im 16.–18. Jahrhundert werden Personen auch mit drei Personennamen bezeichnet, z. B.: Walenthìn Jurgie-wicz Banilkojėtis (V₆ 18), Stanislaw Piotrowic Budnikowicz (V₇ 364); Jozeph Dominik Bartoljewicz (MS₆ 463), Augustinus Paulus Dowiata (MS₁₀ 306); Jerzego Michała Grommeka (GEN; A₁ 418), Jana Kazimierza Łukaszewicza (GEN; A₁₀ 421), Mathias Josephus Wieliczko (A₁ 17) usw.

Im 16. Jahrhundert und zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden einige Einwohner durch beschreibende Angaben bezeichnet, z. B.: Andrzej konwisarz kowienſki (V₆ 85), Grýgier doilida z miaſta kowienſkiego (V₇ 196), Petrelis piwowar pana Augustina Domeraw burmistrza kowienſkiego (V₅ 243) und dergleichen.

Auffällig ist, dass ein und dieselben Personen – Männer wie Frauen – in verschiedenen Urkunden unterschiedlich eingetragen werden konnten, z. B.: Jerzy Brandżaytis (V₉ 26) – Brandżaycia (GEN; V₉ 27) – Georgius Brandziun (S₁ 25); Macieia Gorkiego (GEN; S₃ 298) – Mathie Gurſki (S₃ 23) – Gorſkiego (GEN; S₃ 298); Jan Tomaszewicz Kiemieionis (MV 386) – Tomazewicz Kiemieionis (MV 185); Piotr Kazimierz Saurymowicz (S₃ 238) – Piotrowi Saurymowiczowi (DAT; S₃ 78); Magdalena olim Petri Steygwit civis caunen(sis) derelicta vidua (S₁ 188) – Magdalena Steygwitowa (S₂ 188) usw.

Es ist anzunehmen, dass sich durch die Untersuchung, wie dieselben Personen in verschiedenen Jahren eingetragen wurden, und durch die Zusammenfassung solcher variierenden Bezeichnungen bestimmte Schlussfolgerungen darüber ziehen lassen, ob ein erblicher Personenname – ein Familienname – vorhanden war oder nicht.

1 Kauno miesto senojo archyvo knygų sąrašą sudarė Z. Kiaupa (1973: 125–137). Be ten nurodytų šaltinių, dar reikėtų paminėti ir 1542–1544 m. vaito knygą, surastą Lietuvos valstybės istorijos archyve (toliau – LVIA; F. 166. Ap. 2. D. 14) bei 1754–1759 m. lentvaičio teismo knygą (LVIA. F. SA. B. 19588). Dar viena 1636–1646 m. Kauno magistrato knyga yra saugoma Rusijos valstybės senųjų aktų archyve Maskvoje (F. 356. Ap. 1. B. 19588). Ja pasinaudoti nebuvo galimybės.

2 Apie Kauno miestiečių antroponimų atrankos kriterijus dar žr. Ragauskaitė (1999: 146; 2000: 94).

3Hier und an anderen Stellen werden nicht alle Daten, sondern nur ein Teil davon angegeben.

4Im Artikel werden häufig folgende Abkürzungen für Kasusbezeichnungen verwendet: GEN – Genitiv, DAT – Dativ, INSTR – Instrumental.

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1. LITAUISCHE FAMILIENNAMEN DER KAUNASER5

1.1. Das 16. Jahrhundert

Der Überblick über die Entwicklung von Personennamen zu Familiennamen beginnt mit den ältesten Einträgen, d. h. mit dem Magistratsbuch von 1522–1545 sowie den Vogtbüchern von 1542–1544, 1544 und 1545. In diesen Aktensammlungen finden sich nur wenige unmittelbare Belege für die familiäre Zugehörigkeit der Einwohner Kaunas. Doch auch diese frühen, spärlichen Beispiele ermöglichen es, einige Tendenzen bei der Entwicklung von Personennamen zu Familiennamen festzustellen. Das Entstehen eines gemeinsamen Anthroponyms für Mitglieder derselben Familie belegen Beispiele, in denen Ehemann und Ehefrau nebeneinander eingetragen sind, z. B.: 1522–15456Joannij Popela (M1 343)7, seine Ehefrau – Dorothea Popyėlowa (M1 343); 1522–1545 Petkowīčy, seine Ehefrau – domi(n)a8 Caterina Petkowīčowa (M1 292).

Selbst wenn die Ehefrau mit einem Personennamen und einem Titel bezeichnet wird, die ihre Abhängigkeit vom Ehemann anzeigen, lässt sich annehmen, dass dies bereits den Beginn der Herausbildung eines gemeinsamen Anthroponyms bezeugt, z. B.: 1544 Миха́ко кова́ жену Миха́лкову (V2 56); 1544 дом ѧна Каспорова и ѧна Якуба нищебожика вошта (V2 141) – пани Якубовая воштомова (V2 62) u. a.

Ein weiterer Fall zeigt, dass Vater und Sohn, die nebeneinander eingetragen sind, denselben Personennamen tragen, z. B.: 1568–1572 Stanislao Popiningis, sein Sohn – Mathaei Popiningis civis caunen(sis) (M3 58); 1583–1591 hon(estus) Bartholomeus Tylewicz pater germanus Alberti olim Tylewicz scabini caunen(sis) (M4 492).

Es ist anzunehmen, dass solche übereinstimmenden Personennamen bei Angehörigen derselben Familie als Familiennamen bezeichnet werden können (Maciejauskienė 1983: 127; 1987: 113; 1991: 50–51; Pakszys 1983: 110–120; Bubak 1986: 216–217).

Ein gemeinsamer Personenname ist auch in Einträgen von Müttern und Kindern belegt, z. B.: 1583–1591 stawe(tnę) panią Annę Kotkunową und ihren Sohn Andrżeyem Kotkunem, Schöffe von Kaunas (M4 70); 1590 Pawel Stanislawowyç, Einwohner von Kaunas, mit seiner Mutter Jadwigą Stanislawową (V8 237).

Auch andere Angehörige derselben Familie, etwa Brüder, sind mit einem übereinstimmenden Anthroponym verzeichnet, beispielsweise: 1589 Piotr Burbożentis, Einwohner von Kaunas, seinem Bruder Jakub Burbożentis (V8 157).

Mangels genauer genealogischer Angaben lässt sich die Verwandtschaft der Personen in solchen Einträgen nicht feststellen, z. B.: 1590 Jurÿ v Jan Kabaldiowie mieszczanie (V8 197). Man kann nur vermuten, dass es sich wahrscheinlich um Mitglieder derselben Familie handelt – Vater und Sohn oder Brüder.

5 Es ist unmöglich festzustellen, welche der in diesem Unterabschnitt erwähnten Personen Litauer sind. Die Einteilung in „Litauische Familiennamen der Einwohner Kaunas“ und „Familiennamen der Mitglieder der lutherischen Gemeinde von Kaunas“ wurde durch die Ziele des Artikels und die Untersuchungen zur ethnischen Zusammensetzung der Stadtbevölkerung bestimmt.

6 Es wird davon ausgegangen, dass bei der Erörterung der Entstehung von Familiennamen der Einwohner Kaunas im 16. Jahrhundert die möglichst genaue Datierung solcher früher Belege wichtig ist, da sie eine fundierte Chronologie der Herausbildung von Familiennamen im städtischen Stand ermöglichen würde. Außerdem werden für jene Fälle, in denen die Blätter der Quelle chronologisch stark durcheinandergeraten sind, nur die ungefähren, in der Beschreibung angegebenen zeitlichen Grenzen der Quelle genannt.

7 Alle Personennamen werden mit Fundstellenangaben versehen. Bei jedem werden in Klammern die Abkürzung des Dokuments und, durch ein Komma getrennt, die Blatt- (oder Seiten-) Nummer angegeben. Bei der Wiedergabe der Anthroponyme wird versucht, die tatsächlichen, in den Quellen belegten Formen beizubehalten. Der Einfachheit halber wird die kyrillische Schrift mit modernen Schriftzeichen wiedergegeben; außerdem wurden einige weitere Varianten älterer Schriftzeichen angepasst.

8 Hier folgt man der Auffassung von K. Lepszy, A. Wolff und L. Glemža, dass in Dokumenten der Selbstverwaltungsorgane festgehaltene Abbreviaturen ausgeschrieben werden. Ergänzungen werden in Klammern gesetzt (Instrukcja 1953: 30; Wolff 1957: 155–181; Glemža 2000: 211–214).

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Die Entstehung von Familiennamen bezeugen auch zwei gemeinsame Personennamen von Mann und Frau, z. B.: 1554 uczcżywa Orbułya Pyotrowna Szymonowa Peckowska mieszczanka kowenska małzonka swe(go) Simona Peczkowjskiego (GEN; V₄ 226); 1555 providus Joannes Porffelis civis caunen(sis) (V₄ 345), seine Frau – 1565 Katrina Janowa Porfeljowa (V₆ 117); 1554 niebołczyka Szymona Synthokopia (V₄ 285), seine Frau – 1554 Anny Szymonowey Śyntokopijowey (DAT; V₄ 285); 1565 utchciwa Marta Janowna Kozielczykowna Pawlowa Puhaczowa małzonka swego pawła (V₆ 119), ihr Mann – 1555–1564 f(ama-tus) d(ominus) Pauli Puhacz consular caunen(sis) (M₂ 86).

Aus den Beispielen geht hervor, dass erbliche Personennamen in den Aufzeichnungen der städtischen Elite – der Ratsherren, Bürgermeister, Vögte sowie ihrer Frauen und Kinder – gebräuchlich sind.

Es gibt zahlreiche Fälle, in denen ein nicht belegter erblicher Anthroponym eingetragen wurde. Solche Eintragungen, aus denen der Eindruck entstehen könnte, ein Teil der Einwohner Kaunas’ habe in diesem Jahrhundert noch keine Familiennamen gehabt, sollten jedoch mit Vorsicht bewertet werden. Bei der Erörterung der Benennung der Bürger von Kaunas wurde bereits festgestellt, dass dieselben Personen unterschiedlich eingetragen werden konnten. Es zeigte sich, dass sie mitunter mit oder ohne erblichen Personennamen verzeichnet sind, z. B.: 1522–1545 Joannij Popela relicta uxori Dorothe (M₁ 342) – Dorothe Popyelowa (M₁ 343); 1544 Miłaiko kobał żony Michalkowy (V₂ 56) – seine Frau Ядвига (V₂ 56); 1522–1545 Petkowyč, seine Frau – domi(n)a Caterina Petkowyczowa – Caterina martella fup area jacentem in longa platea penes muratam domum (M₁ 364) – 1522–1545 Jeorgius Petkowyč cum sua uxore Caterina (M₁ 293) usw. Dies belegt, dass erbliche Anthroponyme, die ein Teil der Personen besaß, schlicht nicht aufgezeichnet worden sein konnten. Einige Einwohner Kaunas’ hatten in diesem Zeitraum jedoch offenbar noch keine Familiennamen. Dies wird durch die Vielfalt der Eintragungen von Ehepartnern bestätigt. Häufig weisen sie keinen gemeinsamen Personennamen auf, z. B.: 1522–1545 d(ominus) Joanes Gradowjky tutor legittimy Katherine uxoris sue et tanq(am) plenipotens (M₁ 141); 1522–1545 domi(n)a Barbara olim domi(ni) Stanislai Gradowjki relicta vidua (M₁ 298); 1553 Helżbietha małzonka Lawryna Budnikowicza (V₄ 282); 1590 uczcżywy Andrzej Iwanowicz mieszczanin kowienki a małzonka jego Magdalena (V₈ 189); 1582 providus Andreas Kiermelis civis caunen(sis) et Anna Quałselnikowna coniuges (V₇ 369); 1580 Iendrzjeiem Janowiczem Kumelewiczjem y żoną jego Hanna Piotrowną Kwasielnikowną mieszczany (V₇ 95); 1568–1572 honesta Helena olim Ignaty Opanałbowicz civis caunen(sis) relicta vidua (M₃ 85); 1555–1564 honesta d(omina) Clara Georgy Pyeczuga vidua relicta (M₂ 52); 1583–1591 Bartłomieiem Plaukocziem y żoną jego Helżbiethą córką Stanisława Skiera mieszczanina kowenskiego (M₄ 382); 1566 uthcziwa pani Anna niekiedy Marciną Słieniunika mieszczanina kowienkiego wdowa (V₆ 144); 1562–1564 honesta d(omi)na Barbara olim Matia Tataryjkyj civis cawnen(sis) vidua relicta (V₅ 151); 1568–1572 Catherina olim Jacobi Winksznakis relicta vidua (M₃ 64); 1580 honesta Hedwiga olim Mathyj Zamjnik vidua relicta civis cawnen(sis) (V₇ 84); 1562–1564 honesta Agneta olim Stanisłai Zorawjki civis caunen(sis) vidua (V₅ 251).

Ein gemeinsamer Personenname fehlt in den Benennungen von Eltern und Kindern, z. B.: 1522–1545 Stanislai Gradowjki et Stanislai fili sui (M₁ 298); 1522–1545 Sebestianu(s) Lowyč tutor consortis sue Anne et alioru(m) pueroru(m) (M₁ 292) und andere.

Diese Aussage wird auch durch die variierenden Formen der Personenbezeichnungen von Vater und Sohn belegt: 1583–1591 hon(estus) Caspar Baniskaitis filius olim Valentini Baniskis civis caunen(sis) (M₄ 309);

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1555–1564 Georgij Burnanis fily Jana Burna (M₂ 69). Die Söhne werden hier mit Vornamen und Patronymika bezeichnet, die aus dem zweiten Personennamen des Vaters gebildet sind. Das bedeutet, dass Kinder und Vater noch keinen einheitlichen, gefestigten und unveränderlichen Anthroponym besitzen.

Dies zeigt sich auch in Fällen wie den folgenden: 1590 Staniflaw Bocz[kielis mie[czanin kowien[ki [yna [wego Pawla V8 207); 1583 hone[tu[Sebestianus olim hone[ti Pauli Jakubowicz civis caunen(sis) filius V7 323).

Ein gemeinsamer Anthroponym fehlt auch in den Benennungen anderer Angehöriger derselben Familie, etwa von Bruder und Schwester, z. B.: 1561 slawethny pan Macziey Eÿthwÿlowicz ławnik kowien(ski) czinÿl opowÿadanye na panÿą Elzbiethe fio[tre swą V5 10); 1581 ho(nes-ta) Helizabeth Pawlowna Puhaczowna mie[czanka Cowien[ka bratu memu Zÿgmunto-wi V7 140).

Schwer zu sagen ist, ob diese Personen noch keinen erblichen Personennamen hatten oder ob er wegen der nicht gefestigten Benennung oder aus anderen Gründen einfach nicht eingetragen wurde.

Man kann jedoch feststellen, dass in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts vor allem Angehörige der unteren Schichten des Bürgerstandes noch keine Familiennamen hatten. Sie wurden gewöhnlich beschreibend bezeichnet, z. B.: 1545 Stanijlaw piwowar Kotkunowey V3 164); 1545 Mał-gorząte szynkarkę V3 77); 1545 Petras furmanos V3 53); 1564 Jan miecznik mie[czanin kowien(ski) V8); 1545 Jan Stÿrnÿk [...] mÿe[czanie kowien[s[czy V3 43); 1551 Pÿotr słuzebnik pana Barthłomieia Biłoffa V4 365); 1581 Tomas parobek Kaielowei V7 195); 1555 Bochdan piwowar Bartholomeya Rhawa V4 348).

Aus dem Gesagten lassen sich folgende Schlussfolgerungen zur Herausbildung der Familiennamen der Einwohner Kaunas’ im 16. Jahrhundert ziehen: 1) Bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts trug ein Teil der Einwohner Kaunas’, die der städtischen Elite angehörten – Ratsherren, Vögte, Bürgermeister und andere –, Familiennamen; 2) in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts nahm nach und nach die Zahl der Angehörigen der mittleren und unteren Schichten des Bürgerstandes zu, die einen einheitlichen, erblichen Anthroponym führten; 3) in der Stadt lebende Tagelöhner und Dienstboten wurden häufig beschreibend bezeichnet, das heißt, sie hatten meist noch keine Familiennamen.

1. 2. Das 17. Jahrhundert

Das 17. Jahrhundert ist ein sehr wichtiger Zeitraum für die Herausbildung der Familiennamen der Stadtbewohner. Die Einträge in den untersuchten Quellen zeigen, wie sich die Familiennamen der Vertreter der lokalen Gemeinschaftselite und der mittleren Schichten in Kaunas weiter herausbilden und festigen. Es liegen genügend Daten vor, die belegen, dass Familiennamen bei Einwohnern der untersten sozialen Stellung aufkamen.

Gewiss wurde ein Teil der Vertreter der unteren Schichten des Stadtbürgerstandes noch in den Urkunden vom Beginn des 17. Jahrhunderts ohne Familiennamen eingetragen, z. B.: uczciwy Symon Czapecżnik [...] na Walentego piwowara swego V9 219); sługa mieyski burmistrzowski na imie Maciul (VSM 88). In den meisten Fällen belegen die Einträge des 17. Jahrhunderts jedoch, dass die Einwohner von Kaunas einen gemeinsamen erblichen Personennamen führten. Dieser findet sich nebeneinander bei eingetragenen Eltern und Kindern, z. B.: famat(us) Georgiy Brizgis, seine Tochter – Magdalena Brizgiowna MS1 195); Reginie Burnijzkownie corce i synowi Jerzemu Burnijzkowi, ihr Vater – Jerzy Burnijzko rayca miasta Kowna S3 197); famatus Chriſtophorus Gniauzewicz (S₃ 120), seine Tochter – Catherina Gniauzewiczowna (S₃ 120); Stanisława Kieły Vater dieses Marcina und Katarzyny Kiełowney (GEN; M₅ 80); Jozефha i Jerzego Łukaſzewiczow synow, ihr Vater – Janem Łukaſzewiczem (GEN; MS₁

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132); Jacobum Margužys, seine Tochter – Gertrudim Margužewna (M5 269); hon(estus) Simon Rawa civis caunen(sis) [...] Andree Rawa et Elisabeth Rawiaṅka fratris (S1 779); Gaspar Dowiata scabini caunen(sis) filium suum Casimirum Dowiata brata iego modszego Augustina Dowiaty (S3 295); famatus Augustinus Paulus Dowiata civis caunen(sis), seine Mutter – famata Catherina Michałowiczowna Dowiatowa (S3 306); Jan Masiewicz poddany miejski imieniem swym y matki swei Potony Mas i owei (VSM 244); Katharzyny Mickowny Ambroziewowey Mifselewiczowey matki p(ana) Walentyna Mifselewicza (GEN; MS, 248).

In diesem Zeitraum sind wesentlich mehr gemeinsame Anthroponyme von Ehemann und Ehefrau belegt als im 16. Jahrhundert. Meist haben die Ehepartner jeweils einen gemeinsamen Personennamen, z. B.: Bartholomeus Baykow[k]i y Krystyna Janowiczowna Baykow[k]a małzonkowie (S3 403); sławetnym panu Stanisławowi Baltromiejewiczowi y paniey Katarzynie Kozielczykowne Baltromiejewiczowey małzonkom miejczanom kowien[k]im (DAT; S3 22); Woyciech Ba-ranowicz miejczanin kowien[k]i cechu tkackiego y Ewa Raczkiewiczowna Baranowiczowa małzonkowie (S3 153); uczciwego Jerzego Brandzaycia y niegdy Anny Brandzaycio-wey małzonkow y mieszczan (GEN; MV 137); famatus d(ominus) Gregorius Daglewicz civis et sutor caunen(sis), seine Ehefrau – famata Catherina Kilputayciowna Daglewiczowa (S3 471); famatus d(ominus) Petro Daugialo civis caun(ensis), seine Ehefrau – d(omina) Elizabetha Gladyszowna (S3 524); sławetnego pana Jana Dembkow[k]iego des Stadtbürgers und Kaufmanns von Kaunas, seiner Ehefrau, Frau Magdaleny Juriewiczowney Dembkow[k]iey (GEN; S3 12); honorat(us) d(omi)nus Christophori Dombrowski scabi-nus caunen(sis) et d(omi)na Dorothea Kasnerowna Dombrowska coniugibus (MS1 458); spectabilis d(ominus) Augustinus Paulus Dowiato consulari caunen(sis) et d(omi)na Elisabetha Baniewiczowna Dawiatowa coniugibus (MS1 197); Lukaſ Gierdziewicz bur-mijtrz miaſta kowień(skiego) małzonki moiey Elzbiety Ambroziewny Gierdziewiczowey (S3 365); Tomaſza Gierwaycia y Elzbiety Rufteykowny Gierwayciowey (GEN; S3 546); d(omina) Dorothea Mackiewiczowna Gradowſka spectabilis domini Stanislai Gradow-ski, Witwe des ehemaligen Kaunasser Bürgermeisters (S3 344); famati Mathias Jakimowicz faber et Agnes Zagiewiczowna Jachimowiczowa coniuges (S3 259); Jan Juriewicz i Elzbieta Zyplanka Juriewiczowa, verheiratete Stadtbürger von Kaunas (S3 50); mit Frau Jagnieſ[k]ą Kaspro-wą, der Ehefrau des Herrn Kasper Gruminaitis, eines Kaunasser Stadtbürgers (V9 252); famata d(omina) Elisabetha Rumfeltowna Kozakiewiczowa domini Marcin Kozakiewicz incola caunen(sis) (S3 466); Herrn Andrzeiu Łukaszewiczu, dem Bürgermeister, mit seiner ersten Ehefrau, Frau Magdaleną Raczkiewiczowną Łukaszewiczową (MS1 108); Herrn Jakubowi Marcinkiewiczowi und seiner Ehefrau, Frau Krystynie Jankiewiczownie Marcinkiewiczowey, den Kaunasser Stadtbürgern (DAT; MS1 439); d(omi)nus Chriſtofor Matulewicz textor cau-nen(sis), seine Ehefrau – famata d(omi)na Elizabetha Czarnaw[k]a Matulewiczowa (S3 573); dem angesehenen Herrn Janowi Milew[k]iemu und Jadwidze Tomaſzewiczownie Milewskiey, den verheirateten Stadtbürgern (DAT; S3 248); Frau Katharzyny Mijukiewiczowey [...] des verstorbenen Herrn Stephan Mijukiewicz, Kaunasser Schöffe (MS1 386); fam(atus) Valentinus Mifsele-wicz civis caun(ensis), seine Ehefrau – honeſta Anna Mijsokayciowna Mifselewiczowa (MS1 285); famatus d(omi)nus Stanislaus Naumowicz civis negotiatoris caunen(sis), seine Ehefrau – Domina Marianna Naumowiczowa (MS1 286); Herrn Ambrozjowi Pawłowiczowi, dem Weber und Kaunasser Stadtbürger, seiner Ehefrau, Frau Zophii Bartłomiejowney

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Pawłowiczowej (Dat; S₁ 682); famatus d(omi)n(us) Simon Rymkiewicz incola caunen(sis), seine Frau – famata Elizabetha Degordinowna Rymkiewiczowa (MS₁ 345); famatus d(ominus) Andreas Romanowski civis et negociator caun(ensis) et famata d(omina) Catherina Dowiatowna Romanow/ka (S₃ 309); dem Herrn Piotr Saulewicz, dem Bürgermeister von Kaunas, und seiner Frau Zofiya Saulewiczowa, Eheleuten (Dat; S₃ 111); d(omi)n(us) Petrus Władijlaus Steczka Surwil civis mercator [...] et d(omi)n(a) Anna Dwilewiczowna Surwilowa consortis (MS₁ 199); famat(us) Albertus Wyjuk et Sophia Domeykowna Wijiukowa incole caunenſis (S₃ 406); famatus Adamus Wisztoklis textor caunenſis, seine Frau – famata Magdalena Andrzeiowna Wiztoklowa (S₃ 429) und andere.

Häufig sind auch Bezeichnungen von Ehepaaren, in denen jeweils zwei gemeinsame Personennamen verzeichnet sind, z. B.: Piotr Dawgiało, Ratsherr von Kaunas [...] der Frau Magdaleny Wierzbickiey Piotrowey Dawgialiney, Ratsfrau (MS₁ 287); Jana Eufłachego Koiałowicza, Bürger von Kaunas, und Anna Kołotowſkiey Janowey Koiałowiczowey, Eheleuten (Gen; S₃ 277); Andrzey Łosinski, Bürger und Schlosser von Kaunas, und Justina Stegwiłowna Andrzeiowa Łosinska (MS₁ 338); Herr Jerzy Ludwikowicz mit seiner Ehefrau Jagnieszka Gradowszczanka, vormals Andrzeiowa Kotkunowa und nunmehr Jurgiową Ludwikowiczową (M₅ 90); dem ehrenwerten Janowi Punkłiemu, Bürger von Kaunas, und der Frau Magdalenie Janowiczowney Janowey Punkłiey, den Eheleuten und Bürgern von Kaunas (Dat; S₃ 440); Herrn Macieiu Rażowski, Ratsherr von Kaunas, und der Frau Zophiey Walentynownie Macieiowey Rażowskiey, den Eheleuten (Dat; MS₁ 338); Andrieiowi Staniulewiczowi, Bürger von Kaunas, und seiner Ehefrau, Frau Regina Andrzeiowey Staniulewiczowey (Dat; S₃ 97); Jan Sokołowski und Katharzyna Jucewiczowna Janowa Sokołowska, Eheleute und Bürger der Stadt Kowno (MS₁ 267) und andere.

Das Vorhandensein eines gemeinsamen Personennamens bei Ehepaaren belegen Beispiele, in denen die nach einer oder zwei Ehen erworbenen Personennamen von Frauen angeführt werden, z. B.: uczciwa pani Jadwiga Piotraszkowna bywsza Zygmuntowa Puhaczowa (VSM 503); uczciwa pani Dorota Casprowna bywsza Mikołaiowa Braidziowa a teraznieysza Abrahamowa Laudanska (VSM 449); panią Marianną Wolenfewiczowną pierwszego Wenckiewiczową a wtorego małzenſtwa Winogrocką teraznieyszą woytową [...] p(ana) Pawła Kazimierza Winogrockiego [...] woyta miaſta Kowna (MS₁ 263).

Gleiche Anthroponyme (möglicherweise Familiennamen) treten auch bei der Benennung anderer Familienmitglieder auf, beispielsweise bei Brüdern und Schwestern: famatus dominus Andreas Berezyn civis et negotiator caunensis panu Henrychowi Berezynie rodzonymu memu bratu (MS₁ 6); Andrzeia i Jerzego Bielawskich braci (Gen; MS₁ 278); Caſimirum Dowiata brata iego młodszego Augustina Dowiaty (S₃ 295); ucciwi Lawryn y Stanisław Lancunowiczowie rodzeni bracia (MV 409); Jan Rawa i brata iego Bartłomieia Rawe (M₅ 174); sławetny Błażej Wetai-kowicz mieszczanin kowieński z bratem swym Macieiem Wetaikowiczem (VSM 87); ho-nest(us) Joannes Maniuk et Catherina Maniukowna ſoror ipſius (S₁ 579).

Gemeinsame Personennamen von Mitgliedern einer Familie oder Verwandtschaft liegen offenbar auch in folgenden Fällen vor: uczciwi Grygier i Stefan Dwilowiczowie mieszczanie (VSM 79); famat(us) Joannes et Laurentius Koiałłowiczowie (S₁ 416); Michała i Andrzeia Raczkiewiczow mieszczan (Gen; MS₁ 109).

Quellen des XVII. Jahrhunderts enthalten zahlreiche Bezeichnungen von Ehemann und Ehefrau, bei denen unklar ist, ob sie keine gemeinsamen Anthroponyme haben oder ob diese lediglich nicht verzeichnet wurden, z. B.: pani Alžbieta

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Pieczużanka niebołczyka Macieia Balickiego ravycy kowien(skiego) wdowa (MV 368); honesta Dorothea Wojciechowna Valentini Biwilewicz textoris uxor (S₁ 517); d(omi)na Eva Niejciukowna famati olim Francijcki Bonifzko fcabini caunen(sis) derelicta vidua (S₂ 41); hon(estus) Mathia Burba civi et negotiatori caunen(sis), seine Frau – Barbara Stacziukowna (S₂ 18); hon(esta) Zophia Bledziewfczanka Alberti Dembkowski civis caunen(sis) uxor relicta (S₂ 235); fam(atus) d(ominus) Adamus Dominikiewicz conjularis caunen(sis), seine Frau – Urfula Gradowfzczanka (S₂ 88); Anna Sramowna Pauli Gradowski derelicta vidua (S₁ 280); Herr Jan Gradowski, Bürgermeister von Kaunas, mit seiner Ehefrau Barbara Juriowney Pieczugowny (M₁ 100); Symonowi Gulbinowiczowi y paniey Annie Leynartowiczownie małżonce mięſczanom kowienſkim (DAT; S₂ 228); hon(esta) Elizabet Eggiertowna Jacobi Jaug iell civis caunen(sis) uxoris (S₁ 731); uczciwy Wojciech Jodźiewicz mieszczanin kowien(ski) y z małżonką swą panią Barbarą Pieczugowną (VSM 129); honesta Elisabetha Kotkunowna olim hon(esti) Joannis Jodźis civis caunen(sis) vidua (S₁ 111); uczciwą Zofią Pawłownę niebołczyka Macieia Kaleciuna mieszczanina kowienſkiego pozostałą wdowę (MV 240); hon(esta) Barbara Gradowfzczanka olim Stanijław Kieloc civis caunen(sis) derelicta vidua (S₁ 807); d(omi)na Elizabetha Antoniowna Valentini Krżczonowicz scabini derelicta vidua (S₂ 142); uczciwemu Piotrowi Ławynowiczowi strycharzowi kowienſkiemu i małżonce iego Ewie Stephanownie (DAT; S₂ 244); uczciwemu Ambroziejowi Lenartowiczowi y Annie Mikołajownie małżonkom y mieſczanom (DAT; MV 170); sławetny pan Bernat Maciejewicz mieſczanin kowien(ski) z małżonką swą Zofią Gradowsczanką (VSM 391); pani Anna Worlowszczanka niegdy pana Jana Maciejowicza burmistrza kowien(skiego) pozostała małżonka (MV 417); domina Anna Krżczonowiczowna olim h(o)n(o)r(a)ti Stephani Miju kiewicz scabini caunensis derelicta vidua (MS₁ 452); Gerżemu Piotrowiczowi y małżonce iego Dorocie Słubellowiczowey mieszczanom (DAT; S₂ 52); Jerzy Romanowicz kupiec y mieszczanin kowien(ski) z małżonką swą Anną Korsakowną (S₁ 285); hon(estus) Nicolai Rudzianski civis caunensis, seine Frau – Elizab etha Mikołaiowna (S₂ 88); d(omina) Helena Kuberszczanka olim Christophori Sebestianowicz civis caunen(sis) derelicta vidua (MS₁ 310); uczciwy Jan Słuszkiewicz y pani Jadwiga Kiermellowna małżonkowie mieszczanie (MV 190); famatus Thomas Szymanowicz civis caunen(sis) et Magdalena Słubelowna coniuges (S₃ 256); hon(esta) Urſula Jakubowna olim Georgy Piotrowicz Szymtokapis civis caunen(sis) derelicta vidua (S₂ 165); hon(esta) Urſula Bonifzkowna olim Bartholomei Wakařynaýtis civis caunen(sis) derelicta vidua (S₂ 41); dem ehrenwerten Herrn Błażej Wętkowicz, Bürger und Kaufmann von Kaunas, und Frau Anna Biotacyiowie, Eheleuten (DAT; VSM 184); hon(esta) Catharina Wakarynaiciowna hon(esti) Petri Wilhel m civis caunen(sis) legittima coniunx (S₂ 41); Heleny Ciżowny y Łukaſza Wizbołowicza mieszczan (GEN; VSM 287) und andere.

Die angeführten Beispiele zeigen keineswegs, dass erbliche Personennamen tatsächlich nicht existierten. In manchen Fällen könnten die Schreiber die Familiennamen auch einfach weggelassen haben. Diese Aussage wird dadurch bestätigt, dass dieselben Personen bisweilen unterschiedlich verzeichnet sind – sowohl mit einem gemeinsamen Personennamen als auch ohne ihn: sławetny Jan Koia łłowicz mieszczanin y kupiec kowien(ski) małżonka iego pani Brygitta Beynartowna Janowa Koiałłowiczowa (MV 363) – famati Joan Koiałłowicz et hon(esta) Brigitta Beynartowna coniuges cives (S₁ 362); uczciwa pani Jadwiga Piotraszkowna bywsza Zygmuntowa Puhaczowa (VSM 503) – famatus d(ominus) Sigis-

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mundus Puhacz civis caunen(sis), seine Ehefrau – Hedwigi Piotraszkowney (S₁ 94); Zofia Zochowska Plaukociowa die Ehefrau des Herrn Grygier Piotrowicz Plaukoc, Bürgers und Kaufmanns aus Kowna (VSM 194) – Herr Grygier Plaukoc, Bürger aus Kowna, und Frau Zofia Zochowska, Ehegatten (VSM 193); des Herrn Jerzy Pozera, Bürgers aus Kowna, und seiner Ehefrau, Frau Barbara Pozerowa (GEN; MV 385) – honest(us) Georgy Pozera et Barbara Jurgiowna coniugum (S₂ 157); die ehrbare Katarzyna Wilhelmo-wa, Witwe des verstorbenen Piotr Wilhelma, einst Bürger aus Kowna (MV 382) – hon(esta) Catharina Wakarynaiciowna honesti Petri Wilhelm civis caunen(sis) legitti-ma coniunx (S₂ 41) und dergleichen.

Es kommt vor, dass dieselben Ehegatten in einer Urkunde mit einem, in einer anderen aber mit zwei gemeinsamen Personennamen verzeichnet sind, z. B.: famatus Bartholomeus Ambrozieiunas refitio-nis caunen(sis) et Hedwigs Kupciowna Ambrozieiunowa coniugibus (MS₁ 106) – Herrn Bałtromieiowi Ambrozieiunas, einem Leineweber, und Jadwiga Kupciownie Bałtromieiowey Ambrozie-iunowey, den Ehegatten (DAT; MS₁ 106); honest(us) Martin Dackiewicz textor incola caun(ensis) et eius consorti Hedwigi Jusitowna Dackiewiczowa coniugibus (MS₁ 310) – Herrn Marcinowi Dackiewiczowi, einem Weber, und seiner Ehefrau, Frau Jadwiga Jusitownie Marcinowey Dackiewiczowey, den Ehegatten (DAT; MS₁ 311); Macieiu Razowski, dem Ratsherrn von Kowna, und Frau Zophiey Walentinowney Macieiowskiey (DAT; MS₁ 338) – spectabilis domini Mathias Razowski consularis caun(ensis) et eius consorte d(omi-na) Anna Walentynowna Razowjka (S₃ 210); spectabilem d(omi)n(um) Stanislaum Benedictum Surwil secretarium consularem caunensem et consortem eius [...] Elisabetham Razawszczankam Surwiłowam consularisem coniuges (MS₁ 273) – d(ominus) Stanisław Benedict Surwił und Elżbieta Razowszczanka Stanisławowa Surwiłowa, Ehegatten (MS₁ 141); spectabilis d(omi)ni Simonis Stegwil consularis caunensis cum [...] domina Sophia Rozowszczanka Stegwilowa (MS₁ 87) – Symonie Stegwile, dem Ratsherrn von Kowna, und Frau Zophiey Razowszczance Symonowey Stegwilowey, Ehegatten (MS₁ 338); Stanisław Wierzbicki et Elizabet Usowjka Wierzbicka coniuges (S₃ 335) – Stanisław Wierzbicki, Ratsherr von Kowna, und Elzbieta Usowjka Stanisławowa Wierzbicka, Ehegatten und Bürger von Kowna (S₃ 336). Die meisten Beispiele dieser Art finden sich in den Schöffenbüchern von 1662–1673 sowie in den Rats- und Schöffenbüchern von 1683–1773 und 1686–1776. Die Sammlungen der Prozessakten dieser Gerichte zeigen, dass im Wesentlichen alle Bürger bereits Familiennamen hatten.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts variierten die Namensformen von Vätern und Kindern noch, z. B.: uczciwy Andrzej Boniszkowicz, Sohn der verstorbenen Fransyska Boniszko, Bürgerin und Schöffin von Kowna (MV 228); der ehrbare Matyasj Jodjewicz, Sohn des verstorbenen Jana Jodzia, Bürgers von Kowna (MV 120); hon(estus) Andreas Koiata, Sohn seines eigenen Sohnes Laurenty Koiatowicz, Bürger von Kowna (S₁ 267).

Schwer zu sagen ist, ob der Sohn keinen Familiennamen hatte oder ob dieser einfach nicht eingetragen wurde; solche Fälle sind zum Beispiel: Pawła Janowicza Plikożencia und seinen Sohn Łukasza Pawłowicza (VSM 34); der ehrbare Jan Stanisławowicz, Sohn des verstorbenen Stanisława Mikołaiewicz, eines Kesselschmieds, und der Alżbieta Stanisławowa, Bürger aus Kowna (MV 313); hon(estus) Joan Sczepanowicz ławnik, sein Sohn – Andreas Janowicz (M₅ 261). Solche variierenden Eintragungen von Vätern und Kindern sind seit Beginn des 17. Jahrhunderts belegt.

Die Bezeichnungen der Einwohner von Kaunas im 17. Jahrhundert zeugen davon, dass sich die Familiennamen der Bürger besonders intensiv herausbildeten: 1) In der ersten Hälfte dieses Zeitraums nahm die Zahl der Familiennamen von Angehörigen der mittleren und unteren Schichten des Bürgerstandes allmählich zu-

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; 2) Die Einträge in den Schöffenbüchern von 1662–1673 sowie in den Rats- und Schöffenbüchern von 1683–1773 und 1686–1773 zeigen, dass im Wesentlichen alle Bürger bereits Familiennamen hatten; 3) Im 17. Jahrhundert war die Herausbildung der Familiennamen noch nicht endgültig abgeschlossen; 4) Aufgrund der uneinheitlichen Schreibweisen lässt sich der Status der sich herausbildenden Familiennamen nur schwer beurteilen. Diese Besonderheit erschwert eine sehr genaue Bestimmung des endgültigen Zeitpunkts der Familiennamenbildung. In verschiedenen Urkunden kann derselbe Personenname unterschiedlich geschrieben sein: verändert oder entstellt, mit verschiedenen Ableitungselementen versehen; zudem kann er slawisiert, eingedeutscht usw. sein.

1. 3. Das 18. Jahrhundert

Aus den Gerichtsakten des 18. Jahrhunderts geht eindeutig hervor, dass alle Bürger Familiennamen hatten. Besonders deutlich wird dies, wenn Ehegatten nebeneinander eingetragen sind, z. B.: Piotr Apolinski, Schneider, und Roza Szukiewiczowna Apolinska, Ehegatten (Ał₂ 26); d(omi)nus Paulus Danilewicz consularis caunen(sis) et d(omi)na Catharina de Datowscys Danilewiczowa consularisa (Ał₄ 68); Herrn Michał Datowski, Schöffen der Stadt Kowna, und seiner Ehefrau Anna Datowska, den Ehegatten (DAT; Ał₁ 348); honorati domini Simonis Dobrzyałowski scabini caunensi, seine Ehefrau – domina Agnetis Dobrzyałowska (Ał₁ 57); famata Elisabetha Gurska fam(atus) d(ominus) Joannis Gurski civis caunen(sis) derelicta vidua (MS, 388); den ehrbaren Piotr Harmatowicz, Ehemann der Agnieszka Charmatowiczowa, seiner Ehefrau, Meistern der Weberzunft (DAT; L₅ 71); famatus Stephanus Jasulewicz, seine Ehefrau – Catharina Barbara Jasulewiczowa (Ał₁ 214); den ehrbaren Szymon und Maryanna Palczewski, Fuhrleuten aus Kowna (DAT; L₄ 76); den angesehenen Kazimierz und Anna Paschalski, Chirurgen (INSTR; Ał₁₁ 48); der ehrbare Jakub und Magdalena Pietruszewscy, Meister der Tischlerzunft (L₁₁ 188); Michał und Anna Piotrowscy, Ehegatten und Meister des Schuhmacherhandwerks (Ał₇ 191); Jan und Maryanna Rozewki, den Ehegatten und Bürgern (DAT; L₁₁ 74); die Ehrbaren Jakub und Marianna Rozmyfławowiczowie, Meister der Bruderschaft der Engel (L₁₀ 135); die ehrbaren Michał und Barbara Rudzianscy, Zimmerleute aus Kowna (L₁₁ 147); Maciej und Magdalena Rudzianscy, Ehegatten und Gerber aus Kowna (GEN; SV₁ 89); Marcin und Klara Sinkiewicz [...] Zimmermannsarbeiten (L₄ 33); Herrn Adam Stanisław Skuderowicz, Vogt von Kowna, und Frau Sawlulewiczowna Skuderowiczowa (Ał₁ 145); d(omi)na Elisabeth Razowska Surwitowa spectabilis olim d(omi)ni Stanislai Surwił consularis caunensis vidua (Ał₂ 54); Jozef und Marianna Stankiewiczowie, Meister des Schneiderhandwerks (L₇ 15); Jan und Marianna Szarlota Steffanowiczowie, Meister des Gerberhandwerks (Ał₁₀ 200); mit den ehrbaren Maciej und Roza Swifcy, Ehegatten und Schmieden (L₆ 126); Antoni und Anna Szabanowscy, Meister des Weberhandwerks und Ehegatten (DAT; Ał₉ 650); Antoni und Elzbieta Szyleykowie, Ehegatten und Fuhrleute (L₈ 60); Franciszek und Katarzyna Szynkiewiczowie, Ehegatten (L₇ 33); Jan und Katarzyna Szyrami, Bürger von Kowna und Ehegatten (INSTR; Ał₉ 404); die ehrbaren Jozef und Teresa Szyrmowie, Ehegatten und Meister des Zimmermannshandwerks (L₇ 53); Maciej und Krystyna Szotkowscy, Pastetenbäcker aus Kowna (DAT; Ał₉ 121); Dawid und Krystyna Tyl, Meister des Schmiedehandwerks (INSTR; Ał₁₀ 22); Jerz und Katarzyna Tyminscy, Meister des Zimmermannshandwerks (L₇ 37); Jozef und Rozalia Tyszkóm, Ehegatten aus der Stadt Kowna (DAT; Ał₇ 379); Paweł und Maryanna Tołoczkowie, Meister des Zimmermannshandwerks

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(L₆ 78); Janowi i Katarzynie Urbańskim mieszczanom (DAT; B₂ 23); uczciwym Antonie-mu i Teresie Wroblewskim furmanom kowieńskim (DAT; L₁₁ 201); panow Kazimierza i Maryanny Zahor[kich] radcow miasta Kowna (GEN; L₁₀ 117); uczciwy Teodor i Katarzy-na Zdanowiczowie małzonkowie (L₁₁ 200); Michalowi i Annie Zołądkiewiczom mayst-rom kunsztu szewskiego (DAT; A₁₉ 389) und weitere.

Bei der Nennung von Ehepartnern wird häufig noch angegeben, aus welcher Familie oder Sippe die Ehefrau stammt, z. B.: uczciwym Wilhelmowi i Szarlo cie z Radkow Matuciom małzonkom maystrom kunsztu garbarskiego (DAT; A₁ 668); Antoniego i Katarzyny z Kuleszow Narockich [...] radcow miasta Kowna (GEN; A₁₇ 25); Bazylemu i Rozaly z Bartoszewiczow Palijewskim obywatelom (DAT; A₁₀ 437); Franciszek i Anna Pietraszewiczowie obywatele miasta Kowna (A₁₇ 364); Jozefa i Katarzyny z Wilczynskich Pileckich małzakow obywatelow miasta Kowna (GEN; A₁₉ 1); Michala i Anny z Jucewiczow Piotrowskich maystrow cechu szewieckiego (GEN; L₈ 45); honoratus d(omi)nus Joannes Chrysophorus Plew scabinus caunen(sis), seine Ehefrau – honorata d(omi)na Anna de Plekały Plewowa (A₁ 130); panom Maciejowi i Terefe z Pacewiczow Pozerskim pisa- zrom magistratu kowień(skiego) (DAT; A₁₁ 295); Janem i Anną z Dzienkowskich Po-ziemskimi (A₁₉ 771); uczciwym Jakubowi i Maryannie z Oppowskich Rozmystowiczom furmanom kowieńskim (DAT; A₁₇ 277); Janowi i Annie z Szatynskich Sielickim mieszczaninom kowieńskim małzakom (DAT; A₁₇ 40); Jan i Elzbieta z Runcewiczow Sinkiewiczowie małzakowie maystrowie kunsztu kowieńskiego (L₆ 68); Michalowi i Konstancyi z Szyleykow Skaczkowskim mieszczanom (DAT; A₁₈ 616); Jozefa i Magdaleny z Orłowskich Staszynskich maystrow (GEN; A₁₉ 26); Bartłomiey i Barbara z Moze ykow Steffanowicowie mieszczanie Kowna małzakowie (A₁₇ 437); Antoniego i Anny z Cimazewskich Szabanowskich maystrow kunsztu tkackiego małzakow (GEN; A₁₁ 5); Mikołay i Magdalenna z Urbanowiczow Szatkiewiczowie obywatele miasta Kowna (A₁₉ 207); Wawrzyniec i Terejsa z Wroblew[kich] Taramowiczowie małzakowie obywatele miasta Kowna (A₁₇ 181); sławetnie panowie Jozef i Rozalia z Łoybow Tyszkowie mieszczanie (L₆ 89); Piotr i Elzbieta z Pileckich Uszakowie obywatele i mieszczanie (A₁₀ 81); Franciszk iem i Kat rzyną z Brawinskich Zarzeckimi obywatelami (INSTR; A₁₈ 187); Jerzy i Maryanna z Sobolewskich Zy ciewiczowie mał(ząko)wie obywatele (A₁₀ 519) und weitere.

Seltener tragen die Ehepartner zwei gemeinsame Personennamen, z. B.: spectabilis d(omi)nus Casimirus Inkiewicz consularis caunen(sis), ja Katharzyna Kazimierzowa Inkiewiczowa rayczna kowieńska małzonkowie (A₁₁ 48); panu Antoniemu Łukaszewiczowi i samei pani Jadwidze Antoniowey Łukaszewiczowey tkaczom (DAT; A₁₂ 38); panu Matheusowei Steffowsk iemu burmistrzowi miasta Kowna i samei pani Katarzynie Matheuzowey Steffowskiey burmistrzowey kowieńskiey małzonkom (DAT; A₁ 312); Piotr Surwił burm(istrz) miasta Kowna i ja Magdelena Surwitowna Piotrowa Surwiłowa mał(żon)kowie (A₁₁ 521); ja Stanisław Urbanowicz tkacz i ja Helena Stanisławowa Urbanowiczowa małzon-kowie i obywatele kowieńscy (A₁₂ 122) und weitere.

Es lassen sich auch andere Beispiele anführen, die bestätigen, dass die Frau nach der Heirat den Familiennamen des Mannes annimmt: panow Macieja i Krystyny z Marcinkiewiczow primi voti Waluz yckiey ad praesens Szołkowskich obywatelow miasta Kowna (A₁₈ 131); Szymon i Elzbieta z Kuliszewskich primo Antonina Bielecka at praesens Kołuccy maystrowie kunsztu szewskiego małzakowie (A₁₇ 64); ja Maryanna Maiewska primo voto Eydukiewiczowa secundo vo-

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to Łukaszewiczowa mit meinem Ehemann Jan Majewskimmaystrem kunsztu szewieckiego (AĮ₁₁ 350); Frau Elżbieta Razowszczanka, ehemals Jeryna Boniszkowna und später Stanistawowa Surwitowarayczyna kowieska (MS₁ 376).

Manchmal werden der Name der Frau und ihr Geburtsname ausgelassen und man begnügt sich mit dem Hinweis sama, żona, d. h. selbst, Ehefrau, z. B.: Pawła i samei Tołoczkow (GEN; L₁₀ 131); Teodorowi i żonie jego Wafilewskim (DAT; L₁ 21); Kazimierz i sama Wienckowiczowie (L₁₁ 158); Michałowi i samei Wisztortom (DAT; B₂ 67); Antoni i sama Zarębowie (B₂ 4). Dies zeigt, dass Frauen im 18. Jahrhundert ebenso wie zuvor uneinheitlich und mit unvollständiger Namensangabe verzeichnet wurden. Vielleicht handelt es sich um eine bestimmte Schreibertradition.

Der Kontext der Akten belegt eindeutig, dass auch andere Familienmitglieder, beispielsweise Vater und Sohn oder Brüder, denselben Familiennamen trugen: Andrzey Dziękowski ławnik miasta Kowna i uczciwy Michał Dziękowski bracia (SV₂ 227); p(ana) Marcina Sinkiewicza i Jozeffowi Sinkiewiczowi bratu (AKA₂ 38); Jakuba i Teodora Bielawskich obywatelow miasta Kowna (GEN; AĮ₁₀ 300); sławetnym panom Bartłomiejowi i Stanisławowi Dawidowskim mieszczanom kowieńskim (DAT; L₉ 22); Adam i Fran Gronkim obywatelom miasta Kowna (DAT; AĮ₇ 673); uczciwym Maciejowi i Stanisławowi Kierewiczom maystrom cechu tkackiego (DAT; L₁₀ 23); Michał i Jakuba Kleynow maystrom cechu szewieckiego (GEN; L₇ 102); uczciwym panom Dominikom i Tomaszowi Kontakiewiczom (DAT; L₃ 165); uczciwych Mikołaja i Macieja Suchodolskich obywatelow kowieńskich (GEN; AĮ₈ 173).

Dies gilt insbesondere für nebeneinander verzeichnete Eltern und Kinder, z. B.: Simonis Misielewicz et Magdalena Misielewiczowna famati Valentini Misielewicz filij (MS₁ 395); Petri Narwosz consularis caunen(sis) [...] synowi memu Dominikowi Narwoszowi i Katarzynie Narwoszownie corce z pierwszego małzenstwa (MS₁ 390); Karol oyciec mayster cechu tkackiego Jozef syn Puchowscy (L₁₁ 113); Dominikowi Sakowiczowi i corce Sakowiczownie (DAT; L₁₁ 30); panowie Jakub oyciec Jozefat syn Abramowiczowie mieszczanie kupcy i obywatele miasta Kowna (SV₁ 52); Maciey i Magdalena z Zykiewiczow Rudzianscy małzonkowie obywatele kowienscy (AĮ₇ 348), ihr Sohn – Felicjanowi Rudzianskiemu synowi (DAT; AĮ₇ 348); ja Maryanna Maiewska primo voto Eydukiewiczowa secundo voto Łukaszewiczowa [...], Wincenty syn i Aniella z Myszevskich synowa Eydukiewiczowie małżonkowie (AĮ₁₁ 350); Katarzynę Łukajfewiczowe i Dorote Łukajfewiczowne córkę (L₂ 46); Jozefa Macewicza Rozalią Macewiczową matkę (B₂ 3); ja Jozef Narocki obywatel kowień(ski) matkę moją Katarzynę Narocką radczyną kowień(ską) (AĮ₉ 753); Anny Pazerowej matki i Andrzeia Pazera syna (GEN; MS₁ 418); Magdalena matką i Kazimierzem synem Stankiewiczami (INSTR; AĮ₆ 400); Dominiki z Wasilewskich primi voto Abramowiczowey pisarzowey miasta Kowna et preasens Michalkiewiczowe i syna Klemensa Abramowicza (AĮ₇ 638); Elżbiecie Jerzowey Ulewiczowey matce i Stanisławowi Ulewiczowi synowi (DAT; L₇ 61); Maciey i Magdalena rodzice Katarzyna córka Rudzianscy maystrowie kunsztu garbar(skiego) (L₈ 2).

Der Kontext der Einträge in Dokumenten des 18. Jahrhunderts zeigt somit eindeutig, dass Personen aller Schichten des Bürgerstandes bereits Familiennamen trugen.

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3. FAMILIENNAMEN DER MITGLIEDER DER KAUNASER LUTHERISCHEN GEMEINDE

2. 0. Allgemeine Bemerkungen

Bei der Untersuchung der Herkunft von Personennamen des 16.–17. Jahrhunderts wurde festgestellt, dass ein Teil der Anthroponyme der Kaunaser Stadtbewohner germanischen Ursprungs war (Ragauskaitė 1999: 147; 2000: 105–106). Die Herkunft eines Personennamens lässt zweifellos nicht immer auf die ethnische Zugehörigkeit seines Trägers schließen. In Kaunas lebten jedoch Deutsche, und daher ist es selbstverständlich, dass ihre Bezeichnungen in den städtischen Amtsbüchern vorkommen (Kiaupa 2000: 67). Historikern zufolge war die lutherische Gemeinde der Stadt Kaunas seit den ersten Tagen ihres Bestehens deutsch (Kiaupa 1977: 14–18; Oksas 2000: 177–210). Bereits im Vogtbuch von 1544 werden deutsche Stadtschreiber von Kaunas erwähnt: дан от себе мо писарю немецкому Станиславу (DAT; V₂ 66), Тома неме писа́ (V₂ 66).

Es begegnen auch sonstige Deutsche, die in der Stadt lebten: Матус Кегуба неме (V₂ 68), z Hanus Niemczem (INSTR; V₂ 55), Pomkcyu němu (DAT; V₂ 59). Da die meisten Kaunaser Lutheraner Personen deutscher Herkunft waren, könnte man auf eine Erörterung der Herausbildung ihrer Familiennamen ganz verzichten. Dafür gibt es jedoch mehrere Gründe. Erstens waren diese Personen Mitglieder der lokalen städtischen Gemeinschaft von Kaunas. Seit 1655 hatten sie sich das Recht erkämpft, sechs Sitze im Stadtrat zu haben: drei Ratsherren- und drei Schöffenstellen. Somit beteiligten sie sich an der Stadtverwaltung, und diese Personen zu übergehen ist schlicht unmöglich (Kiaupa 1977: 13–26). Diese Gemeinde spielte im öffentlichen Leben von Kaunas eine sehr wichtige Rolle⁹.

Interessant ist ein Vergleich der Chronologie der Entstehung und Festigung der Familiennamen der Deutschen in Kaunas mit jener der Einwohner deutscher Städte. Außerdem gilt es zu klären, worin sich die Herausbildung der Familiennamen der Kaunaser Stadtbewohner deutscher Herkunft und der übrigen Mitglieder der lokalen Kaunaser Gemeinschaft ähnelt und unterscheidet.

2. 1. Das 16. Jahrhundert

Bei der Durchsicht der frühesten Quellen zeigte sich, dass die deutschen Stadtbewohner von Kaunas bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts Familiennamen trugen. Diese finden sich in Einträgen zu Eltern und Kindern, z. B.: 1522–1545 famatus Joachim Schotner... omnes cives testame(n)ti olim famati Georgy Schotner (M₁ 133); 1582 honestus Albertus Bytner famati olim Bernati Bytner civis caunen(sis) filius (V₇ 369); 1580 pan Frydrich Bidner ławnik matki swei paniei Bernatowei Bitnierowny burmistrzowei kowien[kiey] (V₇ 18); 1562–1564 uthcziwÿ Jan Korczak ojca swego niebo[es]cika Friderica Korczaka burmitrza kowien[skie-go] (V₅ 157); 1583–1591 hon(esta) Anna Korczakowna Szmicowa Georgi Korcsak fratris sui (M₄ 693) – 1583–1591 hon(esta) Anna Georgy Korczak scabinus caunensis filia legittima (M₄ 632).

Es lässt sich vermuten, dass ein Familienname auch in Bezeichnungen von Brüdern sowie von Vater und Sohn vorkommt, z. B.: 1564 uthcziwÿ Gregier Heyn Floryana Heyna brata swe(go) (V₆ 27); 1583–1591 ho(nestus) Georgius et Michael Flancy cives (M₄ 58).

Wie bei den Bezeichnungen anderer Einwohner von Kaunas finden sich auch bei den Deutschen zwei gemeinsame Personennamen, z. B.: 1567–1568 uthcziwa pani Malgorata Jacubowa Sulczowa (V₆ 225), ihr Ehemann

9 Išsamesnę darbų apžvalgą apie Kauno evangelikus liuteronus žr. Oksas (2000: 177–210).

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– 1553 Jakuba Schulcza, des Bürgermeisters von Kaunas (Gen; V₄ 162); 1568–1572 f(ama-tus) d(ominus) Wolfgang Nimpcy, Schöffe von Kaunas (M₃ 12), seine Ehefrau – 1580 mieszczanka kowien­ska pani Benigna Wolf Niemczowa (V₇ 121).

Schwieriger sind Fälle zu beurteilen, in denen nebeneinander eingetragene Angehörige derselben Familie keine einheitlichen Personennamen tragen, z. B.: 1522–1545 Dorothea uxoris olim Petri Heyn aurificis caunen(sis) (M₁ 151); 1522–1545 famat(us) domi(nus) Erhardus Szlegel honeste Anne uxoris (M₁ 414); 1545 pan Fredrich Corczak jam od siebie y od zony swej panyey Anni (V₇ 54); 1545 stawetny pan Andrzej Schulcz swoje małzonką panią Barbarą (V₃ 44); 1562–1564 uthciwej paniey Małgorzati wdowy nieboszcika pana Ewarda Berkmana burmiftrza (V₅ 292); 1583 honesta Helizabeta famati d(omi)ni Bernati Bythner consulis caunen(sis) coniuga (V₇ 306); 1568–1572 honesta Anna coniuga Georgy Demers (M₃ 20); 1581 famatus Lucas Eggi­erth cum Anna coniuge sua (V₇ 219); 1561 pany Barbara niebosczyka Erasmuſa Heyna małzonka (V₅ 8); 1568–1572 honesta Barbara olim Joannis Hon relicta coniunx (M₃ 90); 1582 hon(esta) Catherina olim Klaus Kierſtin relicta vidua (V₇ 266); 1568–1572 honesta Catharina quonda Georgy Knebelis civ(is) caunen(sis) relicta (M₃ 32); 1561 pani Zophia pana Michala Schimbella małzonka (V₅ 63); 1583–1591 hon(estatus) Andreas Syram civis caunen(sis), seine Ehefrau – Margareta Lunikowna (M₄ 514); 1583–1591 famatus domi(nus) Georgius Szeper coniugis sua Catharina Korczakowna (M₄ 293) und andere.

An diesen Beispielen ist am deutlichsten zu erkennen, dass auch Personen mit hoher gesellschaftlicher Stellung ohne einen gemeinsamen Personennamen, d. h. ohne Familiennamen, eingetragen wurden. Wie bereits erwähnt, hatten die zum Adel gehörenden Litauer zu jener Zeit bereits erbliche Anthroponyme. Dieser Umstand deutet darauf hin, dass in den angeführten Fällen gemeinsame Personennamen wahrscheinlich einfach nicht festgehalten wurden. Es ist sogar anzunehmen, dass verheiratete Frauen nach ihrem Vater benannt wurden und dabei einer bestimmten Schreibtradition folgten. Vielleicht wurde diese auch durch verschiedene Sammlungen von Formulierungen für die Abfassung städtischer Gerichtsakten aus jener Zeit gefestigt (Jablonskis 1979: 222).

Dies bestätigt lediglich die frühere Vermutung, dass zumindest ein Teil solcher Fälle nicht auf das Fehlen eines Familiennamens hindeutet. Offenbar war dies tatsächlich auf unterschiedliche Benennungsweisen, die Schreibtradition der fremdsprachigen Schreiber und Ähnliches zurückzuführen (Jablonskis 1979: 222). K. Jablonskis stellte fest, dass die Schreiber, die die Stadtbuchakten führten, nicht nur die Sprache, in der sie schrieben, ausgezeichnet beherrschten, sondern auch Sammlungen verschiedener Aktenformeln in dieser Sprache angelegt hatten (ebd.). Zweifellos richteten sie sich danach, wenn sie die Einwohner von Kaunas, ihre Ehefrauen und Kinder eintrugen.

2.2. Das 17. Jahrhundert

In späteren, d. h. Einträgen aus dem 17. Jahrhundert, finden sich Benennungen, bei denen Deutsche mit und ohne Familiennamen eingetragen sind. Meistens wurden diese Personen mit Familiennamen verzeichnet. Beispiele für Fälle, in denen Eltern und Kinder denselben Personennamen tragen, sind: honorati d(omi)ni Friderici Freyer scabini, seine Töchter – Anna, Dorothea et Catharina Freyerowna (MS₁ 189); Petry Fux filiy famati d(omini) Christophori Fux civis caunen(sis) (S₃ 563); famatum Petrum Fux, seine Tochter – famata Anna Fuxowna (S₃ 183); pan Heliaſz Helchner uczciwa pani Barbara Helchnerowa mieczka kowien­ska matka iego po nieboszczyku Filipie Helchneru oycu iego pozostałei (V₉ 140).

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Es gibt Fälle, in denen Ehemann und Ehefrau mit demselben Familiennamen eingetragen sind, z. B.: famata d(omi)na Anna Wefselowna Hennigowa famati d(omini) Joannis Hennig civis et negotiatoris caunensis (S₃ 44); p(ana) Jana Naugarda racvy kowien(skiego) y Doroty Wefelowny Naugardowey (S₃ 473); honorat(us) d(omi)n(us) Petrus Peterson scabinus caunen(sis) et honorata d(omi)na Ursula Hoffmanowna Petersonowa coniugibus (MS₁ 160); Jakub Szenfeld y Anna Naugardowna Szenfeltowa obywatele miasta Kowna (S₃ 342).

Andere Ehepaare tragen zwei gemeinsame Personennamen, z. B.: famata Barbara Urbanowiczowna Albrychtowa Beynartowa, ihr Ehemann – famat(us) Albrycht Beynart (S₃ 361); Reinholdowa Jansonowa et [...] Reinholdum Janson civis caun(ensis) (S₁ 20); famat(us) d(omin)us Joannes Kinner civ(is) et negotiator caun(ensis) jako opiekun paniey Anny Forchontowney Jannowey Kinerowey małżonki swey (MS₁ 239); uczciwy Tomasz Kop tutejszy bywszy szklarz y uczciwa Anna Niszowna Thomaszowa Kopowa małżonkowie (MS₁ 60); Tomafz Langans y Anna Jachym Wolkowna Tomafzowa Langanfowa małżonkowie mieszczanie (S₃ 528).

Manchmal tragen dieselben Ehepartner an einer Stelle einen, an anderer Stelle aber zwei gemeinsame Personennamen, z. B.: panu Andrzejowi Harderowi aptekarzowi kowien(skiemu) y małżonce onego paniey Giertrudzie Peterfenownie Harderowey (DAT; MS₁ 74) – panu Andrzejowi Harderowi mieśczaninowi kowien(skiemu) i małżonce onego paniey Giertrudzie Peterfenownie Andrzejowey Harderowey (DAT; MS₁ 81) und andere.

Denselben Familiennamen tragen auch Brüder: p(ana) Frydrycha Freyera ławnika, Reinholda Freyera bracia mieszczan (GEN; MS₁ 37); bratankowi memu Thomasa Freza, Pawłowi Frezowi mieszczaninowi kowien(skiemu) (S₂ 194).

Wie in den Einträgen des 16. Jahrhunderts kann ein gemeinsamer Personenname fehlen, z. B.: sławetny pan Jerzi Alert mieszczanin kowień(ski) z małżonką swą Dorotą Eggertowną (VSM 238); hon(esta) Barbara Felgerowna olim Henrici Banth civis et negotiatoris caunen(sis) derelicta vidua (S₂ 195); famata domina Dorothea Kalawowna famati olim domini Benedicti Feyzak civis caunen(sis) derelicta vidua (MS₁ 473); Anna Hans Butgierowna małżonka pomienionego pana Thomasa Freza mieszczanie kowieńscy (S₂ 193); Dorotea olim Joannis Hoffman consulis caunen(sis) derelicta vidua (S₂ 32); hon(esta) Elizabetha Rumfeltowna olim Gaspari Hoffman derelicta vidua (S₁ 121); hon(estus) Hanusius Jung sutor caunen(sis) et hon(esta) Zophia Szpernikowna coniuges (S₂ 222); hon(esta) Barbara Foltynbekierowna, ihr Ehemann – fam(ati) olim Friderici Korczak civis caunen(sis) (S₁ 257); fam(atus) Nicolai Kruz civis et negotiatoris caunen(sis), seine Ehefrau – Petronelle Dyonizowna (S₂ 230); honor(ata) olim Clara Policzanka, ihr Ehemann – Joanis Litkie civis caunen(sis) (S₂ 230); fam(atus) Chriſtofor Peterſen et Helijabeth Tydmansdorfnie coniugis civibus (S₂ 105); fam(atus) Hanufius Teyfer civis et chirurgus caunen(sis) et Anna Kallow­na coniuges (S₂ 101); hon(estus) Thobia Wasergraf et Brigita Gabriel Langowa civibus (S₁ 28); Hanufii Zagier aurifex caunen(sis), seine Ehefrau – Barbara Betkierowna (S₂ 79).

2. 3. Das 18. Jahrhundert

Alle Personen, die im 18. Jahrhundert mit germanischen Personennamen bezeichnet werden, führen Familiennamen. Diese finden sich in Bezeichnungen von Ehepaaren, z. B.: uczciwym Johanowi i Elżbiecie Dytry

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Meister des Tischlerhandwerks (DAT; AI₈ 1025); die Herren Jan und Bogumiła Kantel, Faber, Schöffen der Stadt Kowna, Eheleute (AI₇ 657); den ehrenwerten Jan Frydrych und Barbara geb. Mertens, Fahrenholtz, Eheleute, Meister des Handwerks der Kownaer Zunft der Sattler (DAT; AI₇ 216); Henryk und Johanna geb. Rhoda, Fergiel, Kaufleute der Stadt Kowna (DAT; AI₁₁ 300); den ehrenwerten Krzysztof und Marya Erdmuty geb. Rataw, Fo[s, Eheleute, Meister des Weberhandwerks (DAT; AI₇ 353); der hochangesehene Herr Michael Freylich, und seine Ehefrau – Elisabeth Rozenberkowna Freilichowa, Eheleute, Einwohner (AI₁ 37); die Herren Jan und Barbara geb. Reymer, Fux, Bürger der Stadt Kowna (GEN; AI₁₁ 226); Jan Chrystyan und Anna geb. Otto, Gaterman (DAT; AI₇ 617); Jerzy und Anna Barbara Helm, Meister des Gerberhandwerks (AI₁₁ 93); Herr Krzysztof Hofman, Schöffe der Stadt Kowna, und die Dame Anna Dorothy geb. Farenheyt, Krzysztofowa Hoffmanowa, Eheleute (GEN; AI₁ 76); der hochangesehene Herr Ernestus Fridericus Kienich[z]teten, Bürger von Kowna, und seine Ehefrau –die hochangesehene Dame Anna Dorota Kienich[z]etowa (AI₄ 13); die angesehenen Herren Jan Kiner und seine Ehefrau Anna geb. Forchunt, Kinerowa, Bürger von Kowna (AI₅ 10); den ehrenwerten Andrzej und Katarzyna geb. Stankiewicz, Miller, Meister des Weberhandwerks und Bürger von Kowna (AI₁₁ 270); den ehrenwerten Jan Krzysztof und Marya Giertruda Szreter, Eheleute, Meister des Sattlerhandwerks (DAT; AI₉ 499); den ehrenwerten Krystyan und Eleonora Sztruz, Meister des Schlosserhandwerks (DAT; AI₈ 659); Herrn Jan Bernard Szwarc, Chirurg von Kowna, und die Dame Elżbieta geb. Zelmer, Szwarcowa, Eheleute (AI₃ 160); die Herren Jan und Anna geb. Konart, Walter, Bürger von Kowna, Eheleute (AI₆ 124).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Deutschen in Kaunas ebenso wie der litauische Adel zu Beginn des 16. Jahrhunderts bereits Familiennamen führten. Die deutsche Anthroponomastik ist sich hinsichtlich des genaueren Aufkommens und der Herausbildung der Familiennamen der Stadtbewohner nicht einig. V. Fleischer und H. Naumann führen an, dass sie zunächst um das 12. Jahrhundert in den großen Städten Deutschlands aufkamen. Im 14.–15. Jahrhundert besaß der größte Teil der Stadtbewohner bereits Familiennamen (Fleischer: 12–15; Naumann 1987: 12–15). Das Material der untersuchten Quellen belegt, dass einige Deutsche aus Kaunas aus anderen deutschen Städten zugezogen waren und später Bürger von Kaunas wurden. Dies bestätigt lediglich die frühere Aussage, dass diese Fremdstämmigen bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zweifellos Familiennamen führten¹⁰.

Es ist nicht möglich, in jedem einzelnen Fall festzustellen, ob eine Person, die mit einem germanischen Personennamen eingetragen wurde, tatsächlich Deutscher war. So finden sich auch in den durchgesehenen Tauf-, Trauungs- und Sterberegistern der Kaunaser Pfarrei St. Peter und Paul (der heutigen Kathedralbasilika) Personennamen germanischer Herkunft. Sie kommen auch im Trauungsbuch von 1732–1798¹¹ vor, z. B.: Jacobus Wacht (JUNGTK 3)¹², Michal Kreycer (JUNGTK 4), Josephus Rex (JUNGTK 5), Joannes Speyzer (ebd.) usw. Ein weiterer Beleg wurde im Sterberegister derselben Kirche für die Jahre 1763–1791 gefunden¹³:

10 Ausführlicher zur deutschen lutherischen Gemeinde, die im 16.–18. Jahrhundert in Kaunas lebte, siehe Kiaupa (1977: 13–26; 1988: 28; 2000: 67).

11 F. 669. Ap. 1. B. 2.

12 Die in Klammern stehende Zahl bezeichnet die Seite des Kirchenbuchs, auf der die Person erwähnt wird.

13 F. 669. Ap. 1. B. 3.

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Jacobus Rexa (MrtK1 23), Joannes Kieyzer (MrtK1 18), Joannes Ofman (MrtK1 15). Personen mit solchen Familiennamen könnten deutscher Herkunft gewesen sein. Dafür sprechen folgende Beispiele aus dem Sterberegister von 1791–1827: Jerzy Zyffert Felczer niemiec żonaty z Miaſta Kowna (MrtK2 22); Francįek Harain Niemiec wdowiec (MrtK2 30); Jan Wulf z Niemieckiey Religy (MrtK2 53). Diese Einwohner von Kaunas betrachteten sich offenbar als Katholiken, da sie nach den Vorschriften dieser Konfession heirateten und bestattet wurden.

Wie bereits erörtert, hatten in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts alle Einwohner von Kaunas Familiennamen. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass diese damals bereits endgültig gefestigt waren. Da litauische Personennamen zudem in nichtlitauischen Texten aufgezeichnet wurden, ist die Stabilisierung der Familiennamen der Einwohner von Kaunas schwer zu erörtern. Wie die weitere Entwicklung dieser Familiennamen zeigt, verlief sie unnatürlich und ungeordnet.

Viele Familiennamen der Einwohner von Kaunas aus dem 16.–17. Jahrhundert gaben die Schreiber recht genau wieder. Sie wurden mit litauischen Endungen, litauischen patronymischen Suffixen usw. aufgezeichnet. Dies lässt vermuten, dass die litauische Sprache im öffentlichen Leben von Kaunas weit verbreitet war (Lebedys 1976: 28; Jablonskis 1979: 219–220; Kiaupa 2000: 66–92). Bereits 1540 ordnete Sigismund der Alte an, an den Gerichten von Kaunas Litauisch zu verwenden (Kiaupa 2000: 89). Es ist anzunehmen, dass die Schreiber, etwa am Gericht des Vogts, auch Litauisch verstehen konnten. Die Kanzleien des Vogts, des Rates und des Schöffengerichts der Stadt Kaunas verfassten ihre Bücher, in denen die Stadtbewohner erfasst wurden, jedoch nicht auf Litauisch, sondern auf Altweißrussisch, Polnisch, Latein und teilweise Deutsch. Somit wurden die Personennamen der Einwohner von Kaunas slawisiert, germanisiert, latinisiert usw. Daher konnte der bereits entstandene Familienname ein und derselben Person in verschiedenen Akten desselben Verfahrens verändert oder stark entstellt werden. Auch die Umgangssprache hatte darauf beträchtlichen Einfluss. Die in der lebendigen Sprache verwendeten litauischen Formen der Personennamen wurden in Gerichtsakten häufig durch Entsprechungen mit slawischen patronymischen Suffixen -evič oder -ovič ersetzt. Der Gebrauch verschiedener Sprachen erschwerte die Herausbildung einer stabilen schriftlichen Familiennamenform. Die Form des Familiennamens hing oft auch von der Person ab, die das Dokument verfasste. Deshalb finden sich in historischen Quellen zahlreiche Varianten von Familiennamen. J. Oksas, der die Geschichte dieser Stadt erforschte, wies ebenfalls auf einige Fälle der Variation von Familiennamen der Stadtbewohner hin (Oksas 2000: 183). Daher sollte die weitere Stabilisierung der bereits entstandenen Familiennamen der Einwohner von Kaunas gesondert behandelt werden.

Aus dem Gesagten lässt sich die Annahme ableiten, dass sich die Familiennamen der meisten Stadtbewohner Litauens später festigten als die der Adligen14. Die Familiennamen der Letzteren begannen bereits im 15. Jahrhundert aufzutreten und bildeten sich im 16. Jahrhundert und danach intensiv heraus (Maciejauskienė 1991: 112). Auch einige historische Bedingungen sind zu berücksichtigen. Die Adligen waren Staatsbürger, die an der Staatsverwaltung teilnahmen; daher mussten ihre Familiennamen rechtlich anerkannt und einheitlich oder zumindest einheitlicher geschrieben werden. Sie verfügten über beträchtlichen Grundbesitz, weshalb die Einheitlichkeit ihrer Familiennamen für sie unbedingt erforderlich war. Für die Adligen war es besonders wichtig, sich um die Genealogie ihrer Familie usw. zu kümmern. Hinsichtlich ihrer Vermögenslage standen die Stadtbewohner niedriger als die Adligen. Der Status ihrer Familiennamen wurde meist durch die Dokumente der jeweiligen Stadt festgeschrieben. Aus diesen Gründen war es für sie nicht so wichtig, sich um die Einheitlichkeit ihres Familiennamens zu bemühen. Stadtbewohner hatten bis zur Verfassung vom 3. Mai 1791 keine Bürgerrechte15. Das in diese Verfassung aufgenommene Stadtrecht-

14 Bedauerlicherweise sind keine originalen Stadtbücher aus dem späten 15. Jahrhundert erhalten. Solches anthroponymisches Material würde es ermöglichen, diese Aussage zu präzisieren.

15 Plačiau apie tai žr. Glemža (1998: 43–69).

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ihnen, den Stadtbürgern, die über beträchtlichen Grundbesitz verfügten, verlieh sie Rechte, durch die sie den Adeligen gleichgestellt wurden. Ihnen wurde gestattet, geadelt zu werden. Diese Verfassung war ein sehr wichtiges Ereignis im Leben der Städte. Kurz gesagt, schufen die neuen Gesetze ein allgemeines Stadtrecht (Glemža 1998: 47–8; 2000: 211–214). Zweifellos konnten diese historischen Umstände keinen größeren Einfluss auf die Entstehung der Familiennamen der Stadtbürger haben. Sie zeigen lediglich, dass sich günstige Umstände für den Adel, einen beständigen Familiennamen zu führen, erheblich früher ergaben als für die Stadtbürger.

Nach Ansicht von V. Maciejauskienė traten Familiennamen der Bauern sporadisch erst ganz am Ende des 16. Jahrhunderts auf; die meisten bildeten sich im 17. Jahrhundert heraus. Die Autorin zufolge waren sie im 18. Jahrhundert bereits endgültig ausgebildet (Maciejauskienė 1991: 112). Die im Artikel erörterten Daten zeigen, dass die Deutschen und Litauer in Kaunas bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts tatsächlich erbliche Personennamen hatten. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts hatten zweifellos Angehörige aller Schichten des Stadtbürgerstandes Familiennamen. Anschließend lässt sich die Stabilisierung der Familiennamen bis etwa zum Ende des 18. Jahrhunderts verfolgen.

SCHLUSSFOLGERUNGEN

1. Die Untersuchung von 12.000 Namensnennungen der Einwohner von Kaunas aus dem 16.–18. Jahrhundert ergab, dass sich Familiennamen in den verschiedenen Gruppen der örtlichen Stadtbevölkerung zu unterschiedlichen Zeiten herausbildeten.

2. Am frühesten bildeten sich die Familiennamen der wohlhabenden Stadtbewohner heraus. Bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts hatten Einwohner von Kaunas mit höherem gesellschaftlichem Status sowie Personen, deren Anthroponyme germanischen Ursprungs waren (möglicherweise Mitglieder der lutherischen Gemeinde), Familiennamen. In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts verfügten einige Angehörige der mittleren und unteren Schichten des Stadtbürgerstandes über einheitliche erbliche Anthroponyme.

3. Das Schöffenbuch von 1662–1673 sowie die Rats- und Schöffenbücher von 1683–1773 und 1686–1776 zeigen, dass im Wesentlichen bereits alle Einwohner von Kaunas Familiennamen hatten.

4. Der Vergleich der Daten zur Entstehung und Festigung von Familiennamen in den Ständen der Adligen und Bauern mit dem Zeitraum der Herausbildung der Familiennamen der Einwohner von Kaunas ergab, dass sich die Familiennamen der Stadtbewohner früher als die der Bauern, aber später als die der Adligen herausbildeten. Denn Familiennamen der Letzteren gab es vermutlich bereits im 15. Jahrhundert; danach bildeten sie sich im 16. Jahrhundert und später intensiv heraus. Familiennamen der Bauern traten sporadisch erst ganz am Ende des 16. Jahrhunderts auf, entwickelten sich dann im 17. Jahrhundert sehr rasch weiter und bildeten sich im 18. Jahrhundert vollständig heraus. Dagegen hatten die in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Kaunas lebenden Deutschen und Litauer aus Kaunas (die Elite) zweifellos erbliche Personennamen. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts hatten Angehörige aller Schichten des Stadtbürgerstandes Familiennamen. Ihre Stabilisierung setzte sich auch im 18. Jahrhundert fort.

QUELLEN16

Bücher der kommunalen Selbstverwaltungsorgane der Stadt Kaunas

A1 – Eintragsbuch der Akten für 1693. Handschriftenabteilung der Universität Vilnius (im Folgenden VUBRS). F. 7. B. 13868, 1.

A2 – Eintragsbuch der Akten für 1738–1749. VUBRS. F. 7. B. 13868, 2.

16Angegeben werden das Jahr des Dokuments, der Aufbewahrungsort, der Bestand und die Signatur.

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AĮ3 – Eintragsbuch der Akten für 1743–1748. VUBRS. F. 7. B. 13868, 3.

AĮ4 – Eintragsbuch der Akten für 1749–1753. VUBRS. F. 7. B. 13868, 4.

AĮ5 – Eintragsbuch der Akten für [1747], 1757–1762 [1768]. Litauisches Staatliches Historisches Archiv (im Folgenden LVIA). F. SA. B. 13870.

AĮ6 – Eintragsbuch der Akten für 1763–1773. LVIA. F. SA. B. 13871.

AĮ7 – Eintragsbuch der Akten für 1771–1781. LVIA. F. SA. B. 13872.

AĮ8 – Eintragsbuch der Akten für 1780–1784. LVIA. F. SA. B. 13873.

AĮ9 – Eintragsbuch der Akten für 1781–1788. LVIA. F. SA. B. 13874.

AĮ10 – Eintragsbuch der Akten für 1789–1792. LVIA. F. SA. B. 13877.

AĮ11 – Eintragsbuch der Akten für 1796–1798. LVIA. F. SA. B. 13877.

AKA1 – Beschreibung der Archivbücher für 1779–1781, 2. LVIA. F. SA. B. 18657.

AKA2 – Beschreibung der Archivbücher für 1788–1809. LVIA. F. SA. B. 18653.

B1 – Bürgermeisterbuch von 1779–1780. LVIA. F. SA. B. 19625.

B2 – Bürgermeisterbuch von 1780–1785. LVIA. F. SA. B. 19622.

L1 – Gerichtsregister des Lentvaitis von 1754–1759. LVIA. F. SA. B. 19588.

L2 – Gerichtsregister des Lentvaitis von 1755–1763. LVIA. F. SA. B. 19592.

L3 – Gerichtsregister des Lentvaitis von 1763–1765. LVIA. F. SA. B. 19602.

L4 – Gerichtsregister des Lentvaitis von 1768–1771. LVIA. F. SA. B. 19596.

L5 – Gerichtsregister des Lentvaitis von 1771–1773. LVIA. F. SA. B. 19599.

L6 – Gerichtsregister des Lentvaitis von 1773. LVIA. F. SA. B. 19601.

L7 – Gerichtsregister des Lentvaitis von 1773–1775. LVIA. F. SA. B. 19605.

L8 – Gerichtsregister des Lentvaitis von 1775–1776. LVIA. F. SA. B. 19606.

L9 – Gerichtsregister des Lentvaitis von 1776–1778. LVIA. F. SA. B. 19607.

L10 – Gerichtsregister des Lentvaitis von 1778–1781. LVIA. F. SA. B. 19627.

L11 – Gerichtsregister des Lentvaitis von 1780–1781. LVIA. F. SA. B. 19610.

M1 – Magistratsbuch von 1522–1545. VUBRS. F. 7. B. 13838.

M2 – Magistratsbuch von 1555–1564. VUBRS. F. 7. B. 13843.

M3 – Magistratsbuch von 1568–1572. VUBRS. F. 7. B. 13848.

M4 – Magistratsbuch der Jahre 1583–1591. VUBRS. F. 7. B. 13850.

M5 – Magistratsbuch der Jahre 1604–1610. VUBRS. F. 7. B. 13856.

M6 – Sitzungsprotokolle des Magistrats aus den Jahren 1752–1786. LVIA. F. SA. B. 19587.

M7 – Magistratssitzungsbuch der Jahre 1786–1796. LVIA. F. SA. B. 19560.

MS1 – Gemischtes Buch der Jahre 1683–1773: Sitzungsprotokolle des Magistrats, Gerichtsprotokolle und Akten des Magistrats und der Schöffen. VUBRS. F. 7. B. 13867.

MS2 – Gemischtes Buch der Jahre 1686–1776: Sitzungsprotokolle des Magistrats, Gerichtsprotokolle und Akten des Magistrats und der Schöffen. VUBRS. F. 7. B. 13867.

MV – Gemischtes Magistrats- und Vogteibuch der Jahre 1603–1629. VUBRS. F. 7. B. 13855.

S1 – Schöffenbuch der Jahre 1610–1622. VUBRS. F. 7. B. 13861.

S2 – Schöffenbuch der Jahre 1622–1640. LVIA. F. SA. B. 13863.

S3 – Schöffenbuch der Jahre 1662–1673. VUBRS. F. 7. B. 13865.

SV1 – Gerichts- und Vogteibuch der Schöffen aus den Jahren 1758–1762. LVIA. F. SA. B. 19589.

SV2 – Gerichts- und Vogteibuch der Schöffen aus den Jahren 1763–1767. LVIA. F. SA. B. 19593.

V1 – Vogteibuch der Jahre 1542–1544. LVIA. F. 166. Ap. 2. D. 14.

V2 – Vogteibuch des Jahres 1544. VUBRS. F. 7. B. 13839.

142 | ALMA RAGAUSKAITĖ

V3 – Schöffenbuch des Jahres 1545. VUBRS. F. 7. B. 13840.

V4 – Schöffenbuch 1551–1555 [1593]. LVIA. F. SA. B. 13842.

V5 – Schöffenbuch des Zeitraums 1561–1565. VUBRS. F. 7. B. 13846.

V6 – Schöffenbuch des Zeitraums 1564–1569. VUBRS. F. 7. B. 13847.

V7 – Schöffenbuch des Zeitraums 1580–1584. VUBRS. F. 7. B. 13849.

V8 – Schöffenbuch des Zeitraums 1587–1591. VUBRS. F. 7. B. 13851.

V9 – Schöffenbuch des Zeitraums 1606–1608. VUBRS. F. 7. B. 13859.

VSM – Gemischtes Schöffen-, Ratsherren- und Magistratsbuch des Zeitraums 1608–1616. VUBRS. F. 7. B. 13860.

Kirchenbücher

JungtK – Trauregister der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Kaunas, 1732–1798. LVIA. F 669. Ap. 1. B. 20.

MrtK1 – Totenregister der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Kaunas, 1763–1791. LVIA. F. 669. Ap. 1. B. 3.

MrtK2 – Totenregister der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Kaunas, 1791–1827. LVIA. F. 669. Ap. 1. B. 62.

LITERATŪRA

Bubak, J. 1986: Proces kształtowania się polskiego nazwiska mieszczańskiego i chłopskiego, Kraków: Nakładem Uniwersytetu Jagiellońskiego.

Fleischer, W. Die deutschen Personennamen. Geschichte, Bildung und Bedeutung, Berlin: Akademie-Verlag.

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Glemža, L. 2000: Geros tvarkos komisijos kūrimo Kaune 1786 m. dokumentai. Kauno istorijos metraštis 2, Kaunas: Vytauto Didžiojo universitetas, 158–163.

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Alma Ragauskaitė Lietuvių kalbos institutas Antakalnio g. 6, 2055 Vilnius, Lietuva [email protected]

Gauta 2001 08 23

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