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JŪRATĖ PAJĖDIENĖ Institut für litauische Sprache ORCID id: orcid.org/0000-0003-1542-2866 Forschungsgebiete: Syntax und Semantik der alten und der heutigen litauischen Sprache, Ethnolinguistik, Geschichte der litauischen Kultur und der kirchlichen Texte. DOI: doi.org/10.35321/all87-04

KIPRIJONO LUKAUSKO PAMOKSLO APE KIEMIONIŠKAS NAMINIKU PAWINASTES (1797) ATITIKTIS JUOZAPO LEGAVIČIAUS POWINNOSCI GASPODARZOW WIEYSKICH (1779) TEKSTAMS

Die Entsprechungen von Pamokslas ape Kiemioniškas Naminiku Pawinastes (1797) von Kiprijonas Lukauskas zu den Texten aus Powinnosci Gospodarzow Wieyskich (1779) von Juozapas Legavičius

ABSTRACT

Der Beitrag setzt die Untersuchung der Mehrschichtigkeit der Anlage von Kiprijonas Lukauskas’ (1757–1815) Pamokslų (siehe Karaciejus, Hrsg., 1996) und ihrer Entsprechung zu den Quellen, aus denen übersetzt wurde, fort (zur Entsprechung des Hauptteils des 312 Seiten umfassenden Lukauskas-Manuskripts Pamokslas Išz Prisakimu Diewa zu den Texten aus Karol Fabianis Buch Missyi Apostolskiey Część II (1783), siehe Pajėdienė 2022). Diesmal wird die Entsprechung zwischen dem als Pamokslu ape Kiemioniškas Naminiku pawinastes bezeichneten Manuskriptteil (S. 352–378) und den Texten aus Juozapas Legavičius’ (1743–1812) Büchlein Powinnosci Gospodarzow Wieyskich (1779) aufgezeigt.

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JŪRATĖ PAJĖDIENĖ

SCHLÜSSELWÖRTER: Kiprijonas Lukauskas (1757–1815), Juozapas Legavičius (Józef Legowicz, 1743–1812), Karol Fabiani (1716–1786), Predigt als Lehrakt, Übersetzungen katholischer Literatur ins Litauische, 18. Jahrhundert.

ABSTRACT

Dieser Beitrag setzt die Untersuchung der vielschichtigen Struktur von Pamokslai von Kiprijonas Lukauskas (1757–1815) (siehe Karaciejus, Hrsg., 1996) und ihrer Entsprechung zu den Quellen, aus denen sie übersetzt wurde, fort (zur Entsprechung zwischen dem Hauptteil des Manuskripts von Lukauskas Pamokslas Isz Prisakimu Diewa (S. 312) und den Texten aus dem Buch Missyi Apostolskievy Część II (1783) von Karol Fabiani siehe Pajėdienė 2022). Diesmal zeigt der Beitrag die Entsprechung zwischen dem mit Pamokslas ape Kiemioniszkas Naminiku Pawinastes betitelten Manuskriptteil (S. 352–378) und den Texten aus dem Buch Powinnosci Gospodarzow Wieyskich (1779) von Juozapas Legavičius (1743–1812).

SCHLÜSSELWÖRTER: Kiprijonas Lukauskas (1757–1815), Juozapas Legavičius (Józef Legowicz, 1743–1812), Karol Fabiani (1716–1786), Predigt als Lehrhandlung, Übersetzungen katholischer Literatur ins Litauische, 18. Jahrhundert.

EINLEITUNG

Nachdem die Entsprechung zwischen den Texten des als ¹Pamokslas Isz Prisakimu Diewa Ape Pawinastias Giwenima Krikscioniszką [...] (I–II; 1–310) bezeichneten Hauptteils des handschriftlichen Sammelbands von Kiprijonas Lukauskas (1757–1815) und dem Buch von Karol Fabiani MISSYI APOSTOLSKIEVY CZĘŚĆ II. W KTOREY SIĘ PRZEKŁADAJĄ NAUKI Z PRZYKAZAŃ BOSKICH O POWINNOŚCIACH ŻYCIA CHRZEŚCIAŃSKIEGO [...] (1783) geklärt war², zeichnen sich auch die Quellen der in anderen Teilen des Lukauskas-Manuskripts (S. 311–407) niedergeschriebenen Texte ab. Diesmal wird die Verbindung der als {trumpai surinktu} pamokslu³ ape Kiemioniszkas Naminiku Pawinastes (LP 352–378) bezeichneten Textgruppe der LP mit dem 1779 in Vilnius erschienenen Büchlein POWINNOSCI GOSPODARZOW WIEYSKICH W KROTKOSCI ZEBRANE PRZEZ X. LEGOWICZA PLEBANA KORCZYŃSKIEGO Y DLA WYGODY erörtert.

¹ Für eine Abschrift des in der Bibliothek der Universität Vilnius aufbewahrten 409 Seiten umfassenden handschriftlichen Sammelbands F1–D654 siehe Karaciejus, Hrsg., 1996, im Folgenden LP.

² Weitere Angaben siehe Pajėdienė 2022.

³ Vgl. die Formulierung im Lukauskas-Manuskript: numanau paduoty [...] trumpay surinkta pamoksla ape Kiemioniszkas Naminiku pawinastes LP 352.

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Acta Linguistica Lithuanica LXXXVII

Die Entsprechung von Kiprijonas Lukauskas’ Pamoksl̨ apie Kiemioniškas Naminiku Pawinastes (1797) zu den Texten von Juozapas Legavičius’ Powinnosci Gospodarzow Wieyskih (1779)

SWOICH PARAFIANOW DO DRUKU PODANĘ⁴. Der im Titel genannte Pfarrer von Karkažiškės ist Juozapas Legavičius⁵ (Józef Legowicz, 1743–1812). Kulturwissenschaftler charakterisieren ihn als einen talentierten und tatkräftigen, jedoch unverdient vergessenen, in der zweiten Hälfte des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf Polnisch schreibenden Vertreter der litauischen Kultur im weiten Sinne⁶ sowie als Doktor der Theologie⁷. Neuere Untersuchungen zu Legavičius’ Leben und kreativem Nachlass – dem handschriftlichen wie dem gedruckten –⁸ haben Kenntnisse über eine weitaus größere Zahl von ihm vorbereiteter Druckwerke (insgesamt 18 Stück⁹) erbracht, den Zugang zu einem Teil davon erleichtert¹⁰ und es ermöglicht, das Original eines weiteren von Lukauskas niedergeschriebenen Manuskriptteils ohne Schwierigkeiten aufzufinden und Legavičius’ Schaffen als in der litauischen Umgebung der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wesentlich anschlussfähiger zu verstehen.

Ziel dieses Beitrags ist es, die wesentliche Entsprechung zwischen dem dritten Teil des Lukauskas-Manuskripts, genannt Pamokslu ape Kiemioniškas Naminiku Pawinastes (S. 352–378), und dem Hauptteil (I; 1–38) des Büchleins von Legavičius Powinnosci Gospodarzow Wieyskih (1779) aufzuzeigen. Zu diesem Zweck wird kurz an die Struktur des von Lukauskas niedergeschriebenen Manuskripts¹¹ erinnert, anschließend die allgemeine Entsprechung der dritten LP-Manuskripttextgruppe (S. 352–378) in der Reihenfolge ihrer Texte zu den Texten des Hauptteils des genannten Büchleins von Legavičius dargestellt und die Art der Abweichungen vom polnischen Original beschrieben, die in der von Lukauskas niedergeschriebenen Übersetzung vorkommen.

⁴ Im Folgenden wird die Abkürzung LegP verwendet. Vgl. außerdem den von Kristina Mačiulytė (2005: 111–112) auf Litauisch angegebenen Titel dieses Büchleins – Kaimo ūkininkų pareigos.

⁵ Die litauische Bezeichnung dieses Autors hat sich in kulturwissenschaftlichen Arbeiten teilweise verändert, vgl.: Juozas Legovičius (Mačiulytė 2005), Juozapas Legovičius (Pacevičius 2005), Juzefas Legovičius (Rokas 2010). Hier wird die in den neuesten Untersuchungen verwendete Transkription beibehalten – Juozapas Legavičius (vgl. Bimbirytė-Mackevičienė 2017; Girininkaitė 2017).

⁶ In den Arbeitsnotizen von Jurgis Lebedys (1776: 115–116) über litauische Bücher wird im Bücherkatalog der Bibliothek des Klosters Troškūnai von 1782 Legavičius’ Katechizm dla ludz wieyskich [...] genannt. Vgl. außerdem Pacevičius 2005: 241, 242.

⁷ Siehe Mačiulytė 2005: 55–56; Pacevičius 2005: 242; Bimbirytė–Mackevičienė 2017: 45.

⁸ Zu den Forschungen von Bogdan Rok siehe Mačiulytė 2005: 18; siehe außerdem Rokas 2010. Die von Veronika Girininkaitė (2017: 193–199) durchgeführte Analyse der Drucke und des handschriftlichen Erbes ermöglichte auch eine Präzisierung der Biografie von Juozapas Legavičius; aus der genannten Untersuchung sind folgende biografische Angaben zu Legavičius zu übernehmen: Es wird angenommen, dass er 1743 geboren wurde, an der Jesuitenakademie Vilnius studierte, 1766 den ersten akademischen Grad in Philosophie (den Bachelorgrad) erhielt, das Studium an der Akademie 1786 abschloss, 1768 die ersten Weihen empfing, 1770 Priester wurde und ab 1772, wahrscheinlich bis zu seinem Tod (1812), die Kirche von Karkažiškės leitete.

⁹ Siehe Girininkaitė 2017: 200–210.

¹⁰ Zu den digitalen Publikationen von Legavičius’ Schriften und den Möglichkeiten der mit diesem kreativen Nachlass verbundenen Forschung siehe Girininkaitė 2017: 205.

¹¹ Eine ausführlichere Beschreibung der Hinweise auf die Bestandteile der LP (Biržiška [1963] 1990: 171) und ihre unterschiedlichen Ebenen (Lebedys 1976: 41, 48, 51; Tereškinas 1992: 155) siehe Pajėdienė 2022: 75.

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JŪRATĖ PAJĖDIENĖ

1. DIE MEHRSCHICHTIGKEIT DES HANDSCHRIFTLICHEN SAMMELBANDS VON K. LUKAUSKAS

Bevor auf die angekündigte Frage nach der Herkunft der LP-Textgruppe eingegangen wird, ist an die Struktur des von Lukauskas Pamokslais genannten handschriftlichen Sammelbands zu erinnern, die auch zeigt, dass das Wort pamokslas in diesem Manuskript meist in der Bedeutung „Lehrunterweisung“ verwendet wird.12

Thematisch besteht das Manuskript von Lukauskas aus fünf Teilen: 1) der Sammelband Pamokslas Isz Prisakimu Diewa Ape Pawinascias Giwenima Krikscioniszka LP I–II; 1–310; 2) katechetische Unterweisungen über die Grundlagen des Glaubens und die Pflichten der Gläubigen sowie Texte der Gebete, der Gebote, der Sakramente und der Gebete mit Titeln, die das Wort Pamokslas enthalten, LP 311–351; 3) eine Sammlung von fünf Abschnitten über die Pflichten der Gläubigen, bezeichnet als trumpai surinktu Pamokslu [...], LP 352–378; 4) eine biblische Geschichte über die Erschaffung der Welt Historia tabay grazi yr unt Zinoima kiekvienam reykalinga LP 379–400; 5) Priedokas isz Knigu Mundribės. Padeimy 1; 3; 7; 8; 20; 23; 24; 25 LP 401–407.

In LP finden sich dreierlei Hinweise auf die Entstehung des Textes. Im Titel und im Vorwort des ersten Teils wird die Art der (Ab)schrift betont (Pamokslas [...] Surašitas13 Metusys Chrystusa 1797; Turi Malonus Skaytitojau runku rasita Kniga14 LP I), im Vorwort des dritten Teils dagegen die Tatsache der Vorlage selbst (numanau paduoty wis iems Gaspadorems trumpay surinkta pamoksla ape Kiemioniszkas Naminiku pawinastes LP 352), und im vierten die neue Übersetzung ins Litauische (Dabar naujey Lietuwiszkay Izguldīta LP 379). Gerade diese mit Vorworten beginnenden Teile der handschriftlichen Sammlung Lukauskas (I, III und IV in der Reihenfolge der Sammlung) zeichnen sich auch durch eine fortlaufende Nummerierung der sie bildenden Abschnitte aus (siehe Tabelle 1). Dies scheint die konsequente Verbindung aller drei LP-Teile mit polnischen Originalen zu zeigen. Zwei von

12 In den litauischen Schriften der Aufklärungszeit wird das Wort pamokslas in zwei Bedeutungen verwendet, die mit den polnischen Wörtern kazán „Predigt, eine vom Priester gehaltene Rede religiösen Inhalts“ und nauka „(Lehr-)Unterweisung“ verbunden sind (vgl. Gidžiūnas 1994: 269; Sverdiolas 2006: 50; Pajėdienė 2022: 74). Die Bedeutung „(Lehr-)Unterweisung“ ist besonders deutlich im Titel des ersten Teils der LP sowie im Vorwort des dritten Teils. Die vom Priester von der Kanzel gehaltene Rede bezeichnet Lukauskas auch mit dem Wort kozonius (vgl. Mačiulytė 2005: 20–21), doch ist der Gebrauch dieses Wortes in der LP äußerst selten (es findet sich offenbar nur in der Übersetzung von Fabianis Vorwort, vgl.: Wartoty ju gale wietoy Niedieliniu Kozoniu Kunigay Plebonay LP I–II, Užvić ich mogą zamiast Niedzielnych Kazań Ichmość XX. Plebani FP a2r–a2v).

13 Vgl. die entsprechende Formulierung im Titel des Buches von Fabiani: NAUKI […] NAPISANE.

14 Vgl. den Satz in Fabianis Vorwort: Masz Łaskawy Czytelniku drugą Część tey Apostolskiey Missyi FP I.

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Acta Linguistica Lithuanica LXXXVII

Die Entsprechung von Kiprijonas Lukauskas’ Pamokslo ape Kiemioniškas Naminiku Pawinastes (1797) zu den Texten von Juozapas Legavičius’ Powinnosci Gospodarzow Wieyskich (1779)

Ihre Quellen sind nun bereits eindeutig. Wie erwähnt, gibt die erste Textgruppe des Lukauskas-Manuskripts (I–II; 1–310) die litauische Fassung von Karol Fabianis Buch Missyi Apostolskiey Część II (1783) wieder, die dritte dagegen vier Kapitel aus Juozapas Legavičius’ Büchlein Powinnosci Gospodarzow Wieyskich.

TABELLE 1. Bestandteile und Unterabschnitte des Lukauskas-Manuskripts

Thematisch unterschiedliche Teile des LP-Manuskripts (fortlaufende Nummer und Paginierung) Vorhandener (möglicher) Titel des Manuskriptteils Einzelne Abschnitte des Manuskriptteils I LP I–II; 1–310¹⁵ Pamokslas Isz Prisikimu Diewa Ape Pawinascias Giwenima Krikscioniszka. Per Kuniga Cypriona Luk auski Plebona Traszkunų Surasitas. Metusy Chrystusa 1797. Prakalba Pas Malona Skaitytoj LP I–II Pamokslas 1–30 LP 1–308 Regestras pamokslu LP 309–310 II LP 311–351 Pamokslas Pamokslas LP 311–339 Pawinastes LP 339–341 Patogus Spasab as Kalb iejima Poteru Bažnioy su Žmoniemis Lietuwiszkay LP 342–351 III LP 352–378 {Trumpai surinktas pamokslas} ape Kiemioniškas Naminiku pawinastes Kada wisa laymibe Kiemioniszku Žmoniu [...] LP 352 Padieimas 1; 2; 3; 4; 5 LP 353–378 IV LP 379–401 Historia łabay grazi yr unt Zinoima kiekvienam reykalinga Małonam Skaytytojuy LP 379 Historia 1–22 LP 380–401 V LP 401–408 Priedotkas isz Knigu Mundrib es Jezusa Sunaus Syrach, kuri wadinam Ecclesiasticus Padeimy 1; 3; 7; 8; 20; 23; 24; 25 LP 401–408

¹⁵ Tik ši rankraščio dalis turi paties Luk ausko ranka surašytus puslapių numerius nuo 1 iki 308, – Prakalbą [I–II] und Regestrą [309–310] sind angegeben; die übrigen Manuskriptblätter sind nicht nummeriert. Es ist möglich, dass sich das von Lukauskas im Titel angegebene Datum 1797 nur auf die Abschriften (Übersetzungen) der Texte aus Fabianis Buch Missyi Apostolskiey Część II bezieht, während die übrigen in den LP-Sammelband aufgenommenen Texte nicht nur 1797, sondern auch etwas früher oder später niedergeschrieben worden sein könnten (in der Visitationsakte des Dekanats Ukmergė von 1796 wird angegeben, dass der Pfarrer Cypryan {Ł}ukowski von der Kanzel auf Litauisch mit den Menschen spricht und ihnen eine angemessene Unterweisung gibt – y Naukę miewa stosowną (vgl. Lebedys 1976: 187); weitere auf den Einträgen dieser Visitationsakte beruhende Überlegungen siehe Tereškinas 1992: 136, 144; 1996: 6; Bogušis 1996: 15–16; Mačiulytė 2005a).

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JŪRATĖ PAJĖDIENĖ

2. BENDROJI K. LUKAUSKO PAMOKSLO APE KIEMONIŠKAS NAMINIKU PAWINASTES IR J. LEGAVIČIAUS POWINNOSCI GOSPODARZOW WIEYSKICH TEKSTŲ ATITIKTIS

Die tatsächliche Herkunft der in Lukauskas’ drittem Manuskriptteil niedergeschriebenen Texte wird durch den Vergleich mit den Texten von Legavičius’ Powinnosci Gospodarzow Wieyskich deutlich. Zur Veranschaulichung der allgemeinen Übereinstimmung von Inhalt und Textanlage werden in Tabelle 2 vorgelegt: das Vorwort des genannten Büchleins von Legavičius Ponieważ wzjelka Jczęśliwość Wieyſkich Ludzi und sein von Lukauskas niedergeschriebenes litauisches Äquivalent Kada wisa t ́aymibę Kiemioniſzku Žmoniu, die Abschnittstitel beider – der polnischen und der litauischen – Werkfassungen sowie die Ausschnitte der Absätze, mit denen diese Abschnitte beginnen und enden. Beim Abschreiben der Zitate wurden deutlichere Abweichungen oder Ergänzungen der polnischen und litauischen Textvarianten unterstrichen, Phrasen mit Unterschieden (etwa ein lexikalisches Dublett) farblich markiert und die wörtliche Entsprechung des Titels von LegP im Vorwort des dritten LP-Teils fett hervorgehoben. Fälle struktureller und lexikalischer Nichtübereinstimmung werden im folgenden Abschnitt erörtert.

TABELLE 2. Entsprechung der Textstruktur und des Inhalts von J. Legavičius’ Powinnosci Gospodarzow Wieyskich und dem dritten Teil des K. Lukauskas-Manuskripts (Abschnittstitel, Ausschnitte der Anfangs- und Schlussabsätze jedes Abschnitts)

Titel und Textumfang

POWINNOSCI GOSPODARZOW WIEYSKICH w KROTKSZI ZEBRANE PRZEZ X. LEGOWICZA PLEBANA KORKOZYSKIEGO Y DLA WYGODY SWOICH PARAFIANOW DO DRUKU PODANE LegP I; 1–39

LP 352–378

Vorwort (vollständige Abschrift des Textes)

Ponieważ wzjelka Jczęśliwość Wieyſkich Ludzi Duchowna i doczesna, Jſzczegulnie zawita od dobrego rządzenia ſię Gospodarzow Domu, względem Boga, i doczesności: Za przyzwoitą, i naypotrzebnieyſzą rzecz ſądzę, dac Wam miły Gospodarze o powinnościach Waszych w Chrześciańſkich, i Gospodarſkich w krótkości Naukę, LegP I

Wenn das ganze Wohlergehen der Kiemioniſzkaschen Menschen, sowohl das geistliche als auch das leibliche, vom guten Verhalten und insbesondere vom guten Verhalten der Gospodariai in ihren Häusern gemäß Gott und dem jährlichen Leben abhängt, dann halte ich es für angemessen und für die gesamte Gemeinschaft der Kiemioniſzkaschinischen Menschen äußerst notwendig, allen Gaspadorinnen die erforderlichen Dinge mitzuteileneine kurz zusammengefasste Predigt über die Pflichten der Kiemioniſzkaschen Hausfrauen, über die angemessene Führung des Hauses der Gaspadorinnen, über die Wahrung von Anstand und Schönheit untereinander, über die Vermeidung verschiedener Versuchungen und die Erinnerung an Krankheiten, das Verstehen und Erkennen der ungezählten Gefahren. LP 352

¹⁶ Der Titel des dritten LP-Teils ist nicht vorhanden; er kann aus dem Vorworttext rekonstruiert werden.

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Acta Linguistica Lithuanica LXXXVII

Die Entsprechung von Kiprijonas Lukauskas’ Pamokslo ape Kiemioniškas Naminiku Pawinastes (1797) zu den Texten von Juozapas Legavičius’ Powinnosci Gaspodarżow Wieyskich (1779)

I. Abschnitt

KAPITEL I. über die CHRISTLICHEN PFLICHTEN. LegP 1–13 Die erste und wichtigste Pflicht der Landwirte gegenüber sich selbst, ihrem ewigen Heil und dem Heil ihrer Hausgenossen besteht darin, die Geheimnisse des heiligen Glaubens und die Regeln der christlichen Sittlichkeit gründlich zu kennen und dafür zu sorgen, dass Kinder, Gesinde und die gesamte Hausgemeinschaft sie gründlich und richtig kennen. [...] Dann wird für euch, ihr alle Menschen, das goldene Zeitalter des Glücks erblühen, um das euch die Könige der Welt und die Fürsten beneiden werden, wenn die oben genannten Verbrechen und Verfehlungen bei euch von Grund auf beseitigt, abgeschafft, zerstört und ausgerottet sein werden.

Abschnitt 1. Über die christlichen Pflichten. LP 353–360 Die erste und wichtigste Pflicht aller Haushaltsvorstände besteht sowohl gegenüber sich selbst als auch gegenüber ihren Hausgenossen darin, die für das ewige Heil der Seele notwendigen Geheimnisse des heiligen Glaubens gründlich zu lehren. Die Regeln der christlichen Sittlichkeit. Sich darum zu kümmern und sich zu bemühen, dass die Kinder, die Familie und alle Hausangehörigen sie gründlich lernen. [...] Dann werden für euch, eure ländlichen Menschen, goldene Glücks- und Segenszeiten anbrechen, um die euch die Könige der Welt und die Fürsten beneiden werden, wenn die oben genannten Verbrechen und Schuld bei euch vollständig ausgerottet, beseitigt, ausgelöscht und vernichtet sein werden.

II. Abschnitt

KAPITEL II. über die WIRTSCHAFTLICHEN PFLICHTEN. LegP 13–23 Die gewissenhafte Erfüllung sowohl der christlichen als auch der wirtschaftlichen Pflichten ist für euch, liebste Haushaltsvorstände, nicht weniger notwendig, um zeitliches und ewiges Glück zu erlangen. Daher habe ich beschlossen, sie kurz darzulegen. [...] Möge der Herr dich von Zion aus segnen, und mögest du die Güter Jerusalems alle Tage deines Lebens schauen.

Abschnitt 2. Über die Pflichten eines Haushaltsvorstands. LP 361–367 Die Erfüllung der christlichen ebenso wie der wirtschaftlichen Pflichten ist nicht weniger notwendig, um euch, liebe Haushaltsvorstände, zeitliches und ewiges Glück zu verschaffen. Ich werde sie hier kurz darlegen. [...] Möge der Herr, Gott, dich von Zion aus segnen, und mögest du die Güter Jerusalems alle Tage deines Lebens sehen.

III. Abschnitt

KAPITEL III. über die REINLICHKEIT. LegP 24–28 Gott, der alles, was im Himmel und auf Erden ist, mit wunderbarer Weisheit und Ordnung lenkt, will, dass bei den Menschen alles ehrbar und geordnet geschieht, 1. Cor: 14. V. 40. Nicht nur in geistlichen und göttlichen, sondern auch in weltlichen Dingen. [...]

Abschnitt 3. Über die Reinlichkeit. LP 368–370 Der Herr Gott will, dass wir alle Dinge, die im Himmel und auf Erden sind, mit wunderbarer Weisheit und Zweckmäßigkeit tun, damit wir unter den Menschen stets ehrbar, anständig und angemessen handeln. 1. Cor.: 14. Nicht nur in geistlichen, sondern auch in körperlichen Dingen. [...]

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JŪRATĖ PAJĖDIENĖ

5. Diese Sauberkeit sollen die Landmenschen eifrig pflegen, damit sie sowohl innerlich durch die vernünftige und unsterbliche Seele als auch äußerlich durch die äußerliche Reinlichkeit des Körpers, durch Essen, Kleidung, Wohnung usw. an geistiger Gegenwart und Anständigkeit in Gedanken, Worten, [Taten, Handlungen, [ihrem Zustand sich so weit von dem der Tiere und des Viehs unterscheiden.

5. Schließlich müssen die Landbewohner sich eifrig bemühen, damit sie sich sowohl innerlich durch die vernünftige und unsterbliche Seele als auch äußerlich durch die äußere Pflege des Körpers, durch Essen, Kleidung, Wohnung usw. in ihrem Benehmen, ihrer Ehrbarkeit in Gedanken, Worten, Taten, Geschäften und Unternehmungen so zeigen, dass ihr Stand sich weit vom Stand der Tiere, des Viehs und aller Bestien unterscheidet.

IV. Abschnitt

ROZDZIAŁ IV. o PRZYCZYNACH CHOROBY w WIEYSKICH LUDZIACH. Leg P 28–37 Denn sehr viele Landbewohner pflegen durch große Unachtsamkeit und Unvorsichtigkeit häufig in verschiedene Schwächen, Krankheiten, langwierige, gefährliche und unheilbare sogar Krankheiten zu fallen und vorzeitig schnell zu sterben: Daher habe ich es für die notwendigste Sache gehalten, hier kurz die häufigsten, aus Erfahrung und der allgemeinen Ansicht der Ärzte bekannten Ursachen der Krankheiten aufzuzählen, damit sie diese wirksamer meiden und bereuen [...]

Abschnitt 4. Über die Ursachen der Krankheiten bei den Landbewohnern. LP 371–376 Wenn sehr viele Landbewohner durch große Unwissenheit und Unachtsamkeit häufig in verschiedene Schwächen, Krankheiten, lange, gefährliche und unheilbare Krankheiten zu fallen pflegen und schnell vorzeitig sterben. Deshalb halte ich es für besonders wichtig und notwendig, hier kurz die häufigsten, aus eigener Erfahrung und nach dem Wissen aller Ärzte ermittelten und niedergeschriebenen Ursachen der Krankheiten für alle Menschen darzulegen, damit sie sich davor möglichst schnell bewahren können. [...]

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Acta Linguistica Lithuanica LXXXVII

Die Entsprechung von Kiprijonas Lukauskas’ Pamokslo apie Kiemioniškas Naminiku Pawinastes (1797) zu den Texten von Juozapas Legavičius’ Powinnosci Gospodarzow Wieyskich (1779)

12. Wie ihr mit Kranken umgehen sollt, insbesondere im Hinblick auf ihre Nahrung und ihr Getränk, dazu gebe ich euch den notwendigsten Rat und die Warnung, die ich von den erfahrensten Doktoren oder Ärzten erhalten habe. 1. Kranke darf man weder in großer Hitze noch in Kälte, sondern in mäßiger und gemäßigter Luft halten. [...] Man muss dem Kranken alle heißen Getränke verbieten, etwa Branntwein, Wein, getrunkenen Met und Hopfenbier; denn die genannten Getränke stillen das Fieber nicht, sondern vermehren es und bringen den Kranken um. Man soll ihm vielmehr reines, gesundes Quellwasser zu trinken geben, in einem neuen, sauberen Topf abgekocht, nach dem Kochen mit einem Stück Brot versetzt, das man vor dem Feuer geröstet und entfettet hat. Oder das gesündeste Getränk für Kranke, TIZANNA genannt, das man folgendermaßen bereiten soll [...]17.

12. Wie man mit Kranken umgehen muss, insbesondere hinsichtlich ihrer Nahrung und ihres Getränks, gebe ich allen den notwendigsten Rat und die Warnung. 1. Kranke muss man weder in großer Hitze noch in Kälte, sondern in lauwarmer und gemäßigter Luft halten. [...] Alle heißen Getränke sind den Kranken zu verbieten, etwa Branntwein, Wein, Met und starkes Bier. Denn die genannten Getränke senken das Fieber nicht, sondern vermehren es und bringen den Kranken schneller um. Man muss klares, gesundes Quellwasser geben, in einem neuen, sauberen Becher abgekocht, nach dem Abkühlen ein Stück am Feuer getrocknetes Brot in das abgekochte Wasser werfen.

Anhang / IV. Abschnitt

SRZODKI USTRZESENIA SIĘ ZARAZI OD CHORYCH ZARAZLIWĄ MAJĄCYCH CHOROBĘ. LegP 37–39 1. Man soll nicht furchtsam sein und sich nicht vor Ansteckung fürchten; denn übermäßige Angst und Furcht vor einer Verletzung pflegen schädlich zu wirken; [...] 10. Es wäre sehr gut und sicher, wenn Kranke mit ansteckender Krankheit von den Gesunden durch ein eigenes Zimmer getrennt würden, [...] Ich wünschte, dass lesekundige Hausherren ihre in diesem Büchlein allgemein und kurz zusammengetragenen wichtigsten Pflichten möglichst häufig läsen, sie sich einprägten, sie erlernten und durch Gespräche auch anderen dieselbe Kenntnis vermittelten.

Abschnitt 5. Über die Vermeidung und Ansteckung durch Kranke mit ansteckenden Krankheiten. LP 376–378 1. Man soll nicht schreckhaft sein und sich nicht vor der Ansteckung mit der Krankheit fürchten, denn übermäßige Angst und unbegründete Furcht pflegen Ansteckung mit der Krankheit zu verursachen. [...] 10. Es wäre sehr gut, wenn Kranke mit ansteckenden Krankheiten von den Gesunden in einer eigenen Kammer oder Stube getrennt wären, [...] Ich wünsche, dass lesekundige Hausherren möglichst häufig diese ihre Pflichten durchläsen, sie sich einprägten, sie erlernten und anderen diese Kenntnis im Gespräch, und in der Rede weitergäben. Ad M†D Glor

17 Im Lukauskas-Manuskript endet die Übersetzung des IV. LegP-Abschnitts mit dem vorletzten Absatz – in die LP wurde die von Legavičius gegebene Beschreibung des Nutzens und der Zubereitung des Getränks Tizanna nicht aufgenommen (vgl. LegP 36–37).

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JŪRATĖ PAJĖDIENĖ

3. DIE ART DER ABWEICHUNGEN VOM POLNISCHEN ORIGINAL IN K. LUKAUSKAS’ PAMOKSL APE KIEMIO-NISZKAS NAMININKU PAWINASTES

Aus dem in Tabelle 2 vorgenommenen Vergleich der entsprechenden Zitate aus Legavičius’ Büchlein und dem Lukauskas-Manuskript wird die wesentliche Entsprechung von Textanlage und Inhalt der untersuchten Quellen deutlich. Dennoch bietet die von Lukauskas niedergeschriebene litauische Powinnosci Gospodarzow Wieyskich-Fassung nicht immer eine wortgetreue Übersetzung des polnischen Originals. Die im Lukauskas-Text vorkommenden Abweichungen vom Modell des Originals lassen sich mit etwas anders verstandenen Aufgaben der Darstellung der als Pamokslai bezeichneten Lehrunterweisungen sowie mit dem Bedürfnis verbinden, dem litauischsprachigen Publikum der Hörer (Leser?) einen möglichst verständlichen Text vorzulegen.

Zunächst ist hervorzuheben, dass – wie im Fall der Textgruppe LP I, d. h. in dem Manuskriptteil, der die Übersetzung von Fabianis Buch enthält – der eigentliche (erste) Urheber des Textes nicht angegeben wird. Der betreffende Abschnitt des Lukauskas-Manuskripts, der die Übersetzung des Haupttextteils von Legavičius’ Büchlein wiedergibt, beginnt nicht mit einem Titel, sondern mit einem erweiterten Vorwort, das auch eine wörtliche Übersetzung der Titelformulierung von LegP einschließt (vgl. die in der 1. und 2. Zeile der Tabelle 2 hervorgehobenen Formulierungen). In dem ordentlich niedergeschriebenen Vorwort Kada wisa łaymibe Kiemioniszku Zmoniu (siehe Abbildung) finden wir auch eine zusätzlich vorgelegte Aufzählung der Themen, die in dieser Textgruppe behandelt werden (vgl.: dać [...] o powinnościach [...] Naukę. LegP I -> paduoty [...] pamokslą ape [...] pawinastes, darima prideruncios namusys Gaspadoristes, uzłaukima tarp sawęs wiezliba grazuma, atolinima datirtas priežastis prasimętima ligu, supratimą yr nuregėjimą nesuskaytitu priepouliiu LP 352) – im Büchlein von Legavičius findet sich diese Information im Inhaltsverzeichnis des Büchleins (siehe REGISTR. Rzeczy zawierających się w Kjążeczkі LegP 48). Das polnische und das litauische Vorwort spiegeln das unterschiedliche Verhältnis ihrer Autoren zum Adressaten wider: Die direkte Anrede der Zuhörer durch Legavičius Wam mili Gospodarze ersetzt Lukauskas durch die neutrale Bezeichnung des intendierten Adressaten wisiems Gaspador ems und ordnet bei Bedarf die Satzglieder dieses Satzes etwas anders an (für Änderungen der Wortfolge gibt es weitere Beispiele, vgl.: Pierwszą i nayjłotniejyszą jest powinnościa Gospodarzow Wieykich LegP 1 -> Wisu Gaspadoriu pirmiause yr įpacause ira pawinastys LP 353) sowie auf den von Legavičius angegebenen Hinweis auf die Rangordnung der behandelten Gegenstände verzichtet (i Jtarąč ję żėby dziėtie, zčeladż [...] one gruntownie i należzycie umiał. A na przywiedzenie tego do skutku. Trzeba 1mo. W Niedziele, i Swięta Uroczylte [...] j ę przybywać do Kościoła. LegP 1–2 -> Rupinties yr storoties, idunt Waykay Sieymina [...] anus grunt aun ay mokietu. Nedielios dienosy yr Metu Sz węntiosy [...] pributu yr ateytu ing Bažniczy LP 353).

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Die Entsprechung von Kiprijonas Lukauskas’ Pamokslo ape Kiemioniškas Namininkų Pawinastes (1797) zu den Texten von Juozapas Legavičius’ Powinnosci Gaspodarzow Wieyskich (1779)

Einige Unterschiede könnten durch die unterschiedliche Lektüre des Textes im Druck und im Manuskript bedingt sein (individuelle Lektüre vs. Lektüre für Zuhörer); genau damit hängt das Ignorieren der Strukturierungshinweise von LegP im Lukauskas-Manuskript zusammen (vgl.: [...] į žalų za grzechy, jako jeft niezey w ofiatnim Rodziale przy końcu położone. LegP 3 -> [...] yr Gayleste uz griekus. LP 354; hier nayiftotnieyſze, acz w powſzechności, i króťko w tey Kſiążeczce zėbrane powinności LegP 39 -> tas sawa pawinastes LP 378). Bisweilen lässt Lukauskas die im Büchlein von Legavičius angegebenen Informationsquellen aus; beispielsweise wird daję radę [...] powziętą od nay-dofkonalſzych Doktorów, czyli Lekarzow nicht übersetzt (siehe die Gegenüberstellungen in Tabelle 2 bei den Abschnitten LegP 37 und LP 376), obwohl andernorts eine Anmerkung ähnlichen Inhalts in der Übersetzung wiedergegeben wird (vgl.: z doświadсzenia i zdania powszechnego Doktorów wyliczyć przyczyny chorob LegP 28 -> isz paties datirima yr wisu giditoju iszmanima iszreykszty yr surasity priezaftes Ligu LP 371). Als etwas größere Abweichung von der Struktur des Originals ist das Ende der Textübereinstimmung in Kapitel IV anzusehen, und zwar am vorletzten Absatz – im Lukauskas-Manuskript fehlt das von Legavičius angegebene Rezept für das Getränk (siehe Anmerkung 17).

Diese und andere geringfügige Abweichungen ähnlicher Art vom polnischen Original lassen vermuten, dass der Text des Teils LP III eine durchdachte (und vielleicht bereits mehrmals korrigierte und abgeschriebene) Übersetzung der Haupttextgruppe von Legavičius’ Powinnosci Gospodarzow Wieyskich – der vier Kapitel mit einem Zusatz – 18 ist. Dafür spricht die ordentliche Handschrift, die nicht nur für die Texte des Teils LP III, sondern für das gesamte Manuskript charakteristisch ist. Ist Lukauskas der alleinige Autor des litauischen Textes dieses Büchleins von Legavičius oder nur einer der Bearbeiter und Redakteure einer bereits mehrfach abgeschriebenen Übersetzung? Wie dem auch sei, der Vergleich des Textes von LP III mit dem Original zeigt eine Fortsetzung der bereits in den Schriften von Mikalojus Daukša anzutreffenden Grundsätze der Textübersetzung. Im von Lukauskas niedergeschriebenen Übersetzungstext werden je nach Bedarf lexikalische Dubletten verwendet (vgl. przez rozmowy udzielali LegP 39 -> kalbosy, yr pasakosy paduotu LP 378; od stanu zwierząt i bydlat LegP 28 -> nuog stono zwieriu galiju, bundisciu yr wisokiu bestiju LP 370; same chwałty, i pokrzywy rozkrzewiły się LegP 27 -> patęs usnis notrines, dilgines platinos LP 370), die Absatzstruktur wird korrigiert (vgl. die andersartige Entsprechung des Kapitels Padėjimas 5 bei LegP 37), und es wird nach der möglichst geläufigen Wiedergabe bestimmter

18 Im Abschnitt des Lukauskas-Manuskripts Patogus Spasabās Kalbiėma Poteru Bažničoy su Zmoniemis Lietuwiszkay (S. 342–351) findet sich ein Abdruck der Texte des Kapitels V des Büchleins von Legavičius, doch besteht keine kontinuierliche Verbindung ausschließlich mit den Texten dieses Kapitels; daher ist zur Klärung der Herkunft dieses Textteils von LP eine zusätzliche Untersuchung erforderlich.

19 Zum Charakter der die polnische Originalfassung ergänzenden Einfügungen und der Abweichungen von der polnischen Originalfassung im Katekizme (1595) von Daukša siehe Lebedys 1963: 203–204, 207–208; Palionis 1995: 30; Michelini 2001; Pajėdienė 2018.

20 Vgl. außerdem die in Tabelle 2 farblich markierten und unterstrichenen Formulierungen.

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landwirtschaftlichen (z. B. bez pożytecznie LegP 27 -> nederunciey Ziame guljeje LP 370) und geopolitischen Realien (vgl. žadaniu Kraju całego LegP 4 -> noruy wisos Karalistes LP 354 und Gołpodarzów Litewskich LegP 21 -> Gaspadoriu Lietuvos LP 365)²¹ sowie Begriffe, die wertbezogene oder theologische Vorstellungen vermitteln (vgl. przyłoyność, poczciwość LegP 28 -> priderieima wielizbuma yr Žmonisty LP 370; jako we wnętrz przez duszę rozumną LegP 28 -> kaypo widuriey sirdies yr sumnenios par duszy razumna LP 370) aufgezeigt werden. Übrigens erinnert das letztgenannte Zitat, in dem Lukauskas die Formulierung von Legavičius we wnętrz durch die Formulierung widuriey sirdies yr sumnenios ersetzt, stark an eine im Katechismus von Daukša enthaltene oder ähnlich klingende Passage einer entsprechenden polnischen Fassung des Textes von Jakub Ledesma (vgl.: idant’ teip widurū̄je ẞirdies māno / nᵃ būtū kita dumá / nei nóras DK 166₁₄ aby tak wnętrz3 w sercu moim nie byłá insza myśl ani ch{ę}ć LeK 126₃). Befand sich unter den verschiedenen Lektüren Lukauskas’ ²² vielleicht auch Daukšas Katechismus? Jedenfalls spiegelt die festgestellte Entsprechung der Haupttexte von LegP und des Teils LP III die Popularität der Texte von Legavičius im litauischen kulturellen Umfeld jener Zeit wider.

ABB. Die auf dem oberen Teil der Seite LP 352²³ niedergeschriebene Vorrede Kada wisa laymibe Kiemioniszku Žmoniu (Fotografie aus dem in der Bibliothek der Universität Vilnius aufbewahrten handschriftlichen Bestand F1–D654)

²¹ Zu den Bezeichnungen Litauens und Polens im ersten Teil von LP siehe Pajėdienė 2022: 77, 78–79, 82–83.

²² Zu Lukauskas als einem der Zusammensteller des litauischen Buchbestands des Bernhardinerklosters von Troškūnai, möglicherweise sogar gemeinsam mit Juozapas Legavičius, siehe Pacevičius 2005: 181, 236, 241, 254.

²³ Wie bereits erwähnt, ist diese Paginierung konventionell – Lukauskas selbst nummerierte nur die Seiten des ersten Teils.

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Die Entsprechung von Kiprijonas Lukauskas’ Pamokslo apie Kiemioniškas Naminikų Pawinastes (1797) zu den Texten von Juozapas Legavičius’ Powinnosci Gospodarzow Wieyskich (1779)

SCHLUSSFOLGERUNGEN

Die jüngsten Untersuchungen zum schöpferischen Nachlass von Juozapas Legavičius (Józef Legowicz, 1743–1812) und die öffentlich zugänglichen digitalen Versionen einiger seiner Werke ermöglichten es, die tatsächliche Herkunft eines weiteren von Kiprijonas Lukauskas (1757–1815) niedergeschriebenen Manuskriptteils ohne Schwierigkeiten festzustellen. Die als Pamokslais bezeichnete Handschrift von Lukauskas (Karaciejus, Hg., 1996) enthält im Vorwort ihres dritten Teils eine Textgruppe mit dem Titel Pamokslu ape Kiemioniškas Naminikų pawinastes (S. 352–378), die eine Übersetzung der Texte des Hauptteils (I; 1–38) von Legavičius’ Buch Powinnosci Gospodarzow Wieyskich (1779) darstellt. Die im Lukauskas-Manuskript vorkommenden Abweichungen vom polnischen Original hängen mit der für ein Manuskript (und nicht für einen Druck) charakteristischen Darstellung des Textes sowie mit der Geläufigkeit des litauischen Textes zusammen. Im ordentlich niedergeschriebenen Lukauskas-Manuskript finden sich zusätzlich lexikalische Parallelismen einzelner Wörter; unerwartet ungehorsame (nicht wörtlich übersetzte) Begriffe treten auf; Formulierungen werden ausgelassen oder umgestellt, und im Satz wird eine etwas andere Wortfolge gewählt. Die für den Text dieses Manuskriptteils charakteristischen Merkmale erlauben es, diesen Teil der Handschrift nicht als Arbeitsmanuskript, sondern als bereits abgeschriebene (vielleicht sogar mehrmals) Reinschrift zu betrachten. Eine eingehendere Analyse der sprachlichen Ebene dieser dritten Textgruppe von LP sowie der ersten Textgruppe von LP, die die Übersetzung von Fabianis Buch Missyi Apostolskiei Część II (1783) enthält, und die auf einem systematischen Vergleich der Übersetzung mit den Originaltexten beruht, wird die bereits durchgeführten Untersuchungen zur Sprache des Lukauskas-Manuskripts ergänzen (vgl. Karaciejus 1996; Zinkevičius 2001) und vielleicht weitere regelmäßige Übersetzungsunterschiede und/oder Verbindungen zu anderen Textgruppen von LP aufzeigen. Das sind jedoch Aufgaben für weitere Forschungen.

QUELLEN UND IHRE ABKÜRZUNGEN

DK – [Daukša Mikalojus 1595] KATHECHISMAS ir Trumpas Budas Pasifj́ákimo in Jakštienė V., Palionis J., Hg., 1995. Mikalojaus Daukšos 1595 metų Katekizmas. Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla; Mikalojus Daukša, Katekizmas, 1595, elektronischen Text erstellt von M. Šinkūnas, Konkordanzen erstellt von M. Šinkūnas, V. Zinkevičius, Vilnius: 2006. Online verfügbar unter: http://senieji rastai.lk.lt/db.php?source=1.

FP – [Fabiani Karol 1783] Missya apostolska do pokuty i powstania z grzechów prowadząca, na trzy części podzielona / przez X. Karola Fabianiego […] napisana, po różnych miejscach mówiona. MISSYI APOSTOLSKIEY CZĘŚĆ II. W KTOREY SIĘ PRZEKŁADAJĄ NAUKI Z PRZYKAZAŃ BOSKICH O POWINNOŚCIACH ŻYCIA CHRZEŚCIANSKIEGO. PRZEZ X. KAROLA FABIANIEGO KANONIKA KALISKIEGO, SZKÓŁ WYDZIAŁOWYCH ŁĘCZYCKICH KAZNODZIEJĘ NAPISANE, PO RÓŻNYCH MISSYACH MOWIONE, I DO DRUKU PODANE. Za dozwoleniem Zwierzchności. w KALISZU, 1783. w Drukarni J. O. Xcia Imci Prymasa, Arcy-Biskupa Gnieźnieńskiego. Online verfügbar unter: https://

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polona.pl/item/missyi-apostolskiey-czesc-ii-w-ktorey-sie-przekladaja-nauki-z-przykazan-boskich-o,MTM5MjMwNjYx/4/#info:metadata.

LegP – [Legowicz Józef 1779] POWINNOSCI GOSPODARZOW WIEYSKICH w KROTKOSCI ZEBRANE PRZEZ X. LEGOWICZA PLEBANA KORKOZYSKIEGO Y DLA WYGODY SWOICH PARAFIANOW DO DRUKU PODANE. Wilno: w Drukar­んi J. K. Mci przy Akademii. Online verfügbar unter: https://kolekcijos.biblioteka.vu.lt/islandora/object/kolekcijos%3AVUB01_000520655.

LeK – [Ledesma Jakub ~1572] NAVKA CHRZESCIANSKA Przez Já­kúbá Ledezmá Theologá zebrania P. Jezufowego nápísány / á teraz 3 Włołkiego ná Polłkie przeło­żony. W WKRAKOWIE; Krotki obyczaj ſpowiedzi: dla tych / ktorzy częſto uzywają tego Sakramentu: z Włołkiego ná Polłkie przełożony. Transliteration des Katechismustextes von J. Ledesma in Jakštienė Vida, Palionis Jonas, Hg., 1995: Mikalojus Daukšos 1595 metų Katekizmas, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla, 457–602.

LP – [Lukauskas Kiprijonas 1797] Die in der Bibliothek der Universität Vilnius aufbewahrte Handschriftensammlung F1–D654 Pamokslas Isz Prisakimu Diewa Ape Pawinscias Giwenima Krikscioniszka wurde in dem von Karacie jus Juozas, Hg., 1996, herausgegebenen Buch veröffentlicht: Kiprijonas Lukauskas Pamokslai, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla.

LITERATŪRA

Bimbirytė-Mackevičienė Aistė 2017: Armonių dvaro koplyčių pėdsakais. – Menotyra 24(1), 37–54.

Biržiška Vaclovas [1963] 1990: Aleksandrynas 2: XVIII–XIX amžiai, 2-asis fotografuotas leidimas, Vilnius: Lietuvos kultūros fondas.

Bogušis Vytautas 1996: Iš „Pamokslų“ rengimo istorijos ir archyvų. – Kiprijonas Lukauskas Pamokslai, par. J. Karaciejus, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla, 14–17.

Gidžiūnas Viktoras 1994: Jurgis Ambraziejus Pabrėža, Vilnius–Roma: Lietuvių katalikų mokslo akademija.

Girininkaitė Veronika 2017: Juozapas Legavičius (1743–1812). Gyvenimas ir raštai. – Senoji Lietuvos literatūra 45, 191–213.

Karaciejus Juozas 1996: Kelios pastabos dėl K. Lukausko „Pamokslų“ kalbos. – Kiprijonas Lukauskas Pamokslai, par. J. Karaciejus, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla, 18–20.

Lebedys Jurgis 1963: Mikalojus Daukša, Vilnius: Valstybinė grožinės literatūros leidykla.

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Acta Linguistica Lithuanica LXXXVII

Kiprijono Lukausko Pamokslo ape Kiemioniszkas Naminiu Pawinastes (1797) atiktis Juozapo Legavičiaus Powinnosci Gospodarzow Wieyskich (1779) tekstams

Lebedys Jurgis 1976: Lietuvių kalba XVII–XVIII a. viešajame gyvenime, sud. V. Zaborskaitė, Vilnius: Mokslas.

Mačiulytė Kristina 2005: Kad Tėvynę gyvuotų...: XVIII amžiaus antrosios pusė Lietuvos Didžiosios Kunigaikštystės proginiai pamokslai, red. S. Narbutas, ser. Senosios literatūros studijos, Vilnius: Lietuvių literatūros ir tautosakos institutas.

Mačiulytė Kristina 2005a: Kiprijono Lukausko (1757–po 1798) biografijos mislės. – Literatūros tyrimų erdvės: studijos profesoriaus Juozo Girdzijausko 70-mečiui, sud. S. Narbutas, ser. Senoji Lietuvos literatūra, kn. 19, 243–248.

Michelini Guido 2001: Itališkas Ledesmos katekizmas Dottrina christiana: Daukšos panaudoto lenkiško teksto šaltinis. – Acta Linguistica Lithuanica 44, 227–250.

Pacevičius Arvydas 2005: Vienuolynų bibliotekos Lietuvoje 1795–1864 metais: dingęs knygos pasaulis, Vilnius: Versus Aureus.

Pajėdienė Jūratė 2018: Pažvelgus į Mikalojaus Daukšos Katekizmo (1595) ir jo lenkiškojo originalo tekstų neatitikimus. – Vertimo studijos 11, 31–48.

Pajėdienė Jūratė 2022: Apie Kiprijono Lukausko surašyto Pamokslo isz Prisakimu Diewa [...] (1797) atiktį Karolio Fabiani Missyi Apostolskiey Część II (1783) tekstams. – Acta Linguistica Lithuanica 86, 68–88.

Palionis Jonas 1995: Pratarmė. 1595 metų katekizmas ir jo leidimai – Mikalojaus Daukšos 1595 metų Katekizmas, par. V. Jakštienė, J. Palionis, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla, 7–8, 15–39.

Rokas Bogdanas 2010: Juzefas Legovičius – švietimo laikotarpio pamokslininkas Lietuvoje. – Tarp knygų 5, iš lenkų k. vertė M. Ivanovič, Vilnius: Lietuvos nacionalinė Martyno Mažvydo biblioteka, 23–30.

Sverdiolas Arūnas 2006: Apie pamėklinę būtį, Vilnius: Baltos lankos.

Tereškinas Artūras 1992: Stiliaus ir žanro problemos M. Alšausko ir K. Lukausko pamoksluose. – Senosios literatūros žanrai, red. komisija J. Girdzijauskas, I. Lukšaitė, A. Samulionis, red. R. Jurgelėnaitė, ser. Senoji Lietuvos literatūra, kn. 1, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla, 104–163.

Tereškinas Artūras 1996: „Mielas mums gyvenimas...“. – Kiprijonas Lukauskas Pamokslai, par. J. Karacie­jus, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla, 5–13.

Zinkevičius Zigmas 2001: Kiprijono Lukausko „Pamokslų“ kalba. – Baltistica 36(1), 61–75.

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JŪRATĖ PAJĖDIENĖ

Correspondence between Pamokslas ape Kiemioniškas Naminiku Pawinastes (1797) by Kiprijonas Lukauskas with the texts from Powinnosci Gospodarzow Wieyskich (1779) by Juozapas Legavičius

SUMMARY

The article discusses the origin of yet another group of texts from the manuscript titled Pamokslai by Kiprijonas Lukauskas (1757–1815) (Karaciejus, ed., 1996), which has recently come to light. The group of texts, which is called Pamokslas ape Kiemioniškas Naminiku pawinastes (LP 352–378) in the preface, provides the translation of the main part (LegP I; 1–38) of the texts from the book Powinnosci Gospodarzow Wieyskich (1779) by Juozapas Legavičius (Józef Legowicz, 1743–1812). Occasional digressions from the Polish original found in Lukauskas’ manuscript are related to the representation of the matters under discussion in the manner typical of the manuscript (not the printed matter) and the usual form of the Lithuanian text. The manuscript neatly written by Lukauskas provides the lexical parallelisms of certain words and contains unexpectedly ‘disobedient’ (not translated word-for-word) concepts; it omits or re-locates certain phrases and chooses a slightly different order of words in a sentence. The above features characteristic of the part of LP under discussion allow us to consider this part of the manuscript not a draft but a fair copy.

Įteikta 2022 m. spalio 2 d.

JŪRATĖ PAJĖDIENĖ

Lietuvių kalbos institutas

Petro Vileišio g. 5, LT–10308 Vilnius, Lietuva

[email protected]

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