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Asta Mitkevičienė
FACHWISSENSCHAFTLICHE TERMINI DER LITAUISCHEN LITERATUR DER JAHRE 1918–1940.
DISSERTATION ZUR ERLANGUNG DES DOKTORGRADES
Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2015, 227 p.
SOLVITA LABANAUSKIENĖ
Institut für litauische Sprache
Am 19. Juni 2015 verteidigte Asta Mitkevičienė, Mitarbeiterin des Terminologiezentrums des Instituts für litauische Sprache, ihre Dissertation mit dem Titel Fachwissenschaftliche Termini der litauischen Literatur der Jahre 1918–1940 (Betreuer: Dozent Dr. Stasys Keinys). Den Untersuchungsgegenstand der Arbeit bilden etwa 8000 verschiedene Termini. Ziel der Dissertation ist es, die Herkunft der Termini, ihre systemischen semantischen Beziehungen, ihre Ausdrucksformen (Terminusmodelle) sowie ihren Wandel und ihre Konkurrenz im unabhängigen Litauen zu untersuchen. Die Termini der litauischen Literaturwissenschaft werden in der Arbeit mit beschreibenden und vergleichenden Methoden untersucht; zudem werden formale und semantische Termini-Analysen kombiniert und quantitative Beziehungen zwischen verschiedenen Terminusgruppen ermittelt. Das Material wurde aus verschiedenen Quellen des untersuchten Zeitraums zusammengetragen (Bücher zur Literaturtheorie und Literaturgeschichte, für Schulen und Hochschulen bestimmte Bücher, von der Terminologiekommission bestätigte Termini u. a.), was für eine objektive Beurteilung der Situation wichtig ist.
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Solvita labanauskienė |
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Die Arbeit von A. Mitkevičienė umfasst eine Einleitung, vier Hauptteile, Schlussfolgerungen sowie Verzeichnisse der wichtigsten Quellen aus den Jahren 1918–1940 (29 Einträge), der Quellen aus dem 19. Jahrhundert (30 Einträge), der Quellen aus den Jahren 1904–1918 (4 Einträge) und der Literatur in litauischer, englischer, russischer, italienischer, französischer und deutscher Sprache (190 Einträge).
In der Einleitung werden die Beweggründe für die Wahl des Dissertationsthemas, dessen Neuheit und Relevanz, das Ziel der Arbeit, ihre Aufgaben und Methoden erläutert, der Untersuchungsgegenstand vorgestellt, die Auffassung von und die Besonderheiten literaturwissenschaftlicher Termini kurz überblickt und die wichtigsten Quellen der Dissertation vorgestellt. Außerdem enthält sie die zu verteidigenden Thesen sowie Verzeichnisse der von der Autorin veröffentlichten Publikationen und der auf wissenschaftlichen Konferenzen zum Dissertationsthema gehaltenen Vorträge.
Im ersten Teil wird die Terminologie des 19. Jahrhunderts eingehender untersucht; erörtert werden literaturwissenschaftliche Termini, die in Texten zu literarischen Themen vor Beginn des Untersuchungszeitraums (bis 1918) verwendet wurden.
Der zweite Teil stellt die Tätigkeit der Terminologiekommission beim Bildungsministerium (1921–1926) im Zusammenhang mit literaturwissenschaftlichen Termini vor und bestimmt ihre Rolle in der Geschichte der Terminologie dieser Wissenschaft.
Im dritten Teil der Arbeit werden die semantischen Gruppen von Termini aus sechs ausgewählten, repräsentativen Bereichen der Literaturwissenschaft gesondert analysiert. Die Autorin untersucht die Herkunft der Einworttermini, ihre Synonymie und weitere systemische semantische Beziehungen (hierarchische und äquonymische) bestimmter Termini, die Herkunft und Ausdruckstypen der Zweiworttermini sowie die Synonymie mehrgliedriger Termini. Eingehender beschrieben werden: a) Bezeichnungen für Literatur- und Werkarten, Gattungen und weitere Klassifikationseinheiten, b) Bezeichnungen von Inhaltselementen, c) Termini der Verslehre, d) Bezeichnungen von Figuren und Tropen, e) Bezeichnungen für literarische Zeitabschnitte, Richtungen, Strömungen, Bewegungen und Schulen sowie f) Bezeichnungen für Akteure des literarischen Prozesses.
Der vierte Teil der Arbeit ist der Erörterung der Antonymie gewidmet. In den Terminusquellen des Untersuchungszeitraums sind bestimmte Gruppen antonymischer Terminuspaare erkennbar. Sie bestehen aus grundlegenden antonymischen literaturwissenschaftlichen Termini und weiteren, mit ihnen verbundenen antonymischen Termini. Termini dieser semantischen Kategorie tragen zur Herstellung von Systematik bei; zugleich stehen sie nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Normierung und dem etablierten Terminusgebrauch. Aufgrund ihrer Stellung im Terminussystem behandelt die Autorin sie gezielt in einem eigenen Teil der Arbeit.
Die Untersuchung zeigt, dass die Konkurrenz zwischen litauischen Termini und Lehntermini sowie die Synonymie und die Variation von Termini zentrale Fragen des untersuchten Zeitraums sind. Die durchgeführte Untersuchung lässt den Schluss zu, dass sich in den Jahren 1918–1940 die heutige traditionelle Terminologie der litauischen Literaturwissenschaft herauszubilden begann.
Terminologija | 2015 | 22 209
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Die Dissertation von Asta Mitkevičienė 1918–1940 metų lietuvių literatūros mokslo terminai ist eine gut und sorgfältig ausgearbeitete wissenschaftliche Arbeit, in der ein Bereich einer entscheidenden Phase der Entstehung der litauischen Terminologie eingehend untersucht wird. Sie zeigt, dass ihr Beitrag zu diesem Wissenschaftsgebiet und auch zur litauischen Terminologie tatsächlich beträchtlich ist.
Eingegangen am 14.08.2015
Solvita Labanauskienė Lietuvių kalbos institutas P. Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius E. paštas: [email protected]