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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI XL (1998)

Daiva MURMULAITYTĖ

Lietuvių kalbos institutas, Vilnius

Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s) im „Wörterbuch der litauischen Gegenwartssprache“

Die Wortbildung des Litauischen ist sowohl unter historischem als auch unter synchronem Aspekt umfassend untersucht worden. Der Einsatz von Computern eröffnete die Möglichkeit, diese Forschung zu erweitern, etwa indem die Wortbildung zusätzlich statistisch untersucht wird. Eine fundierte statistische Analyse ist natürlich nicht einfach gleichbedeutend mit dem Zählen von Wörtern; zu Beginn ist es jedoch sinnvoll, über genaue absolute und relative Daten zur Wortbildung zu verfügen, da es bislang keine exakten Statistiken gab. Bei der Arbeit mit der Computerversion des „Wörterbuchs der litauischen Gegenwartssprache“ (im Folgenden DLKŽ(k)) sollte ermittelt werden, wie viele Ableitungen mit einem bestimmten Suffix es insgesamt enthält, wie sie sich nach den allgemeinen Wortbildungsbedeutungen verteilen, aus welchen Wortarten und von welcher Struktur ihre Basiswörter sind, ob und wie sich ihre Wortbildungsbasis verändert hat und Ähnliches.

1. Allgemeine Daten

Im DLKŽ(k) enden 189 Wörter auf -ynė1. Rūgštynė und stýpynė sind wegen der doppelten Betonung jeweils zweimal aufgeführt. In 11 Fällen (5,82%) handelt es sich nicht um Ableitungen mit dem Suffix -ynė: aguõntrynė, dynė ntk., gadýnė psn., linãmynė, mynė, pynė, plýnė, šeivãtrynė, trynė, urkštýnė und žvýnė. Zwei Ortsnamen sind mit dem zusammengesetzten Suffix -umynė gebildet: klampumynė, tankumynė. Weitere drei Wörter enthalten zwar das Suffix -ynė, sind aber keine davon abgeleiteten Formen – ihre Basiswörter hatten diese Gestalt, d. h. das Suffix -ynė war in einem früheren Wortbildungsschritt ein Wortbildungsformans, z. B. papušynė (: pušynas), protėvynė (: tėvynė) und gūndotrynė (: nótrynė). Somit bleiben 173 Wörter – Ableitungen mit dem Suffix -ynė. Das sind 91,53% aller Wörter mit dieser Endung und 98,30% aller Wörter mit diesem Suffix.

20 Pluralia tantum sind Ableitungen mit dem Suffix -ynės. Das Wort rūgštynės (2, 1) ist wegen der doppelten Betonung im DLKŽ(k) zweimal aufgeführt.

2. Ableitungen nach Wortbildungskategorien

Bevor die Ableitungen mit diesem Suffix den Wortbildungskategorien zugeordnet und die Anzahl der Ableitungen in den einzelnen Kategorien bestimmt wird, ist darauf hinzuweisen, dass

1 Für eine statistische Untersuchung einer solchen Datenmenge ist ein Computer natürlich nicht erforderlich; im DLKŽ(k) gibt es jedoch beispielsweise rund 14,5 Tausend Substantive mit dem Suffix -imas. Bei der Untersuchung der Ableitungen mit dem Suffix -ynė sollte daher lediglich geprüft werden, welche Möglichkeiten die Arbeit mit einem Computer bietet.

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Oft kann ein und dasselbe Wort, das jedoch mehrere Bedeutungen hat, aus wortbildungsmäßiger Sicht mehreren Wortbildungskategorien angehören, z. B. nakvynė 1. „Übernachtungsort“, 2. „Übernachtung“. Daher ist bei der Untersuchung der Wortbildungsstatistik von Ableitungen nicht nur die Zahl der Wörter selbst, sondern auch die ihrer Bedeutungen wichtig. In diesem Artikel wird der Begriff Semem verwendet, um ein Wort in einer seiner Bedeutungen zu bezeichnen und es so vom abgeleiteten Wort im Allgemeinen zu unterscheiden, das auch weitere Bedeutungen haben kann. Im DLKŽ(k) gibt es 228 solcher Sememe mit dem Suffix -ynė.

Vor der Besprechung der verbalen Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s) seien einige Bemerkungen zum Wort dilgynė vorausgeschickt. Im DLKŽ(k) wird es als zweibedeutiges Wort aufgeführt: 1. siehe d i l g ė l ė (bot. „Unkraut, Heil- und Faserpflanze, deren Stängel und Blätter Brennhaare tragen (Urtica)“); 2. siehe d i l g ė l y n a s („Ort, an dem Brennnesseln dicht wachsen“). Auch im LKŽ II 549 ist es ein zweibedeutiges Wort, doch werden die Bedeutungen etwas anders angegeben: 1. „Brennnesselgebüsch“; 2. „Brennnessel“, obwohl die Belege zur ersten Bedeutung – Dilgynei radau vištą periant Ds. usw. – auch die Ortsbedeutung veranschaulichen könnten. Somit lassen sich hier zwei Homonyme erkennen, die sich nicht nur in ihrer allgemeinen Wortbildungsbedeutung unterscheiden, sondern auch von Wörtern verschiedener Wortarten abgeleitet sind: dilgynė „Brennnessel“ bezeichnet einen Handlungsträger oder einen Träger einer Eigenschaft (je nachdem, welches Wort wir als Basiswort betrachten – das Verb dilginti oder das Adjektiv dilgus), während dilgynė „Brennnesselbestand“ einen Ort bezeichnet; sein Basiswort ist das Substantiv dilgė. Da Zweifel daran bestehen, welches Wort als Basiswort des ersten Homonyms anzusehen ist, wird es nicht in die Statistik aufgenommen2.

2.1. Ableitungen mit dem Suffix -ynė können auf Verben und Nomina (Substantive und Adjektive) zurückgehen. Von Verben sind 72 Ableitungen gebildet, die insgesamt 116 Bedeutungen haben. Das entspricht 41,62% aller mit diesem Suffix gebildeten Wörter (bei Zählung der Sememe 51,10%). Auf Nomina gehen 101 Wörter mit insgesamt 111 Bedeutungen zurück (58,38% bzw. 48,90%). Auffällig ist, dass das Verhältnis zwischen verbalen und nominalen Ableitungen bei der Zählung von Wörtern und Sememen nicht übereinstimmt. Bei Zählung der Wörter verteilen sich die verbalen und nominalen Ableitungen mit dem Suffix -ynė ungefähr im Verhältnis 4:6, bei Zählung der Sememe hingegen annähernd zur Hälfte. Der Unterschied von fast 10% entsteht dadurch, dass mehr mehrdeutige Wörter von Verben als von Nomina abgeleitet sind. Das liegt daran, dass die Wortbildungskategorien, die für verbale Ableitungen charakteristisch sind, seit Langem miteinander verbunden sind: Bezeichnungen für Handlungen, Handlungsergebnisse, Instrumente, Orte und Handlungsträger werden häufig mit denselben Affixen gebildet (vgl. DDR 18, 232). Nominale Ableitungen haben im DLKŽ(k) wesentlich häufiger als verbale nur eine Bedeutung (vgl. 92,16% bzw. 60,44%).

Wie erwähnt, gibt es im DLKŽ(k) 20 Pluralbildungen mit dem Suffix -ynės. Das Wort rūgštynės ist von einem Adjektiv abgeleitet, die übrigen 19 sind verbale Ableitungen. Eine davon, stumdynės, hat zwei Bedeutungen: 1. „Gedränge“; 2. „Rauferei, Gerangel“.

2 Im Folgenden werden auch Ableitungen mit zweifelhafter Wortbildung nicht in die Statistik aufgenommen; die Prozentwerte werden ausschließlich anhand eindeutig gebildeter Beispiele berechnet.

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2.2. In der Arbeit von P. Skardžius (LKŽD 270–272) werden die wichtigsten Wortbildungsbedeutungen der Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s) nur kurz und sehr ungefähr angegeben. Aus dem Kapitel zur Substantivbildung von V. Urbutis in der „Lietuvių kalbos gramatika“ (im Folgenden LKG) erfahren wir, dass Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s) im Allgemeinen folgende Bedeutungen haben können: Verbalsubstantive (NA), Handlungsträger3 (NAg), Träger einer Eigenschaft4 (NAt), Instrumente (NI), Orte (NL), Kollektiva (NC) sowie Bezeichnungen für Feste und Rituale (NF)5. NAt (LKG I §596 15), §597 2)) und NC (LKG I §730 4)) sind für nominale Ableitungen charakteristisch, NA (LKG I §443), NAg (LKG I §515), NL (LKG I §642) und NF (LKG I §738 1)) für verbale, während NL (LKG I §668) sowohl für nominale als auch für verbale Ableitungen charakteristisch ist.

Vor der Übersicht über die Statistik der verbalen Ableitungen seien einige Beispiele angeführt, deren Zuordnung zu dem einen oder anderen Wortbildungstyp zweifelhaft ist.

Gužynė umgangssprachlich „Vergnügen, Tanz, Feier“ könnte ein NA sein, vgl. jedoch gėrynė „Alkoholkonsum, Trinkgelage“ – NF (LKG I §738 1)).

Maišalynė 1. „aus verschiedenen Zutaten zubereitete Speise“ sowie makalynė 2. „schlecht zubereitete, vermischte Speise“ sind wahrscheinlich NR oder konkretisierte NA. In der LKG wird nicht angegeben, dass verbale Ableitungen mit diesem Suffix ein Handlungsergebnis bezeichnen können. Wie bereits erwähnt, sind jedoch NA, NR, NI sowie NL und NAg eng miteinander verbunden, und mitunter lässt sich nicht eindeutig bestimmen, welcher Wortbildungskategorie eine Ableitung angehört. Die Ableitungen maišalynė und makalynė mit der Bedeutung „Speise“ werden hier als NR eingeordnet.

Maišalynė 2. „Durcheinander, Unordnung“ sowie makalynė 3. übertragen „Durcheinander, Wirrwarr, Unordnung“ werden zusammen mit NA gezählt. Als zu dieser Wortbildungskategorie gehörig gilt auch die Ableitung kamšalynė, die im DLKŽ(k) mit einem einzigen Wort erläutert wird – „kamšatis“; dieses bezeichnet seinerseits eine Verstopfung oder ein Gedränge. Allerdings steht in LKG I §668 eine ähnliche Ableitung kamšynė (kimšynė) „Gedränge, Verstopfung“ neben anderen Ortsbezeichnungen. P. Skardžius (LKŽD 270) ordnet das Wort kamšynė „Gedränge, Stauung“ als NA ein.

Pādanỹnė 2. kollektiv „Geräte, Werkzeuge“. Obwohl diese Ableitung als kollektiv gekennzeichnet ist, ist sie wohl als NI anzusehen. Kollektive Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s) gehen gewöhnlich auf Substantive zurück (āvalynė, bimbalynė, patalynė usw.). In LKM 80 heißt es, dass von Verben keine Kollektivbezeichnungen gebildet werden. Andererseits stehen NC (die allerdings überwiegend nominal sind) in engstem Zusammenhang mit Ortsbezeichnungen (LKŽD 271, LKG I §725), und diese können auch von Verben abgeleitet werden; vgl. knibždynė

3 In der LKG werden sie auch als Bezeichnungen für Träger verbaler Eigenschaften bezeichnet.

4 In der LKG wird die Bezeichnung für Träger nominaler Eigenschaften verwendet.

5 Die konventionelle Notation beruht auf den lateinischen Bezeichnungen der Wortbildungskategorien: NA – nomina actionis, NAg – nomina agentis, NAt – nomina attributiva, NR – nomina resultativa, NI – nomina instrumenti, NL – nomina loci, NC – nomina collectiva und NF – nomina feriarum et ritualia. Im Artikel werden außerdem die Abkürzungen NL(C) (bezeichnet Ortsnamen, die zugleich eine kollektive Bedeutung haben) und NLgr (bezeichnet „reine“ Ortsnamen) verwendet.

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„eine sich bewegende, wimmelnde Menge“, makalynė 1. „schlammige, morastige Stelle“, makasynė „ebd.“, marmalynė 1. „Schlammstelle“; 2. „Morast, Sumpf“, mirgalynė „eine Menge flimmernder Dinge“ – diese Ableitungen werden hier zusammen mit den Ortsbezeichnungen gezählt, wie auch in LKG. In den am Ende des Artikels angeführten Tabellen werden Ableitungen dieser Art von allen Ortsbezeichnungen durch die Abkürzung NL(C) abgegrenzt; zusammen mit den übrigen („reinen“, ohne kollektive Bedeutungsnuance) Ortsbezeichnungen bilden sie jedoch die allgemeine Wortbildungskategorie NL.

Die Bedeutung von Sėdynė „Sitzplatz im Wagen, Sitzbank“ wird in LKŽD 271, LKG I §642 und vermutlich auch in LKMA 65 sowie LKM 78 (da die Bedeutung dieses Wortes dort nicht angegeben ist) als Bezeichnung eines Geräts betrachtet. Es ist jedoch fraglich, ob dieses Wort in der Bedeutung „Sitzfläche des Körpers, Gesäß“ ein Gerät bezeichnet. Vielleicht handelt es sich (in beiden Fällen) um Ortsbezeichnungen? Gerätebezeichnungen entwickeln sich ohnehin oft zu Ortsbezeichnungen (nicht nur im Litauischen); sie werden mit denselben Suffixen gebildet (vgl. DDR 208). Andererseits wurde bereits erwähnt, dass Ortsbezeichnungen mit diesem Suffix meist zugleich eine Ansammlung von Dingen bezeichnen (obwohl dies eher auf denominale Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s) zutrifft). Das ist hier nicht der Fall. Daher wird das Wort in der ersten Bedeutung, „Sitzbank“, zusammen mit den Ortsbezeichnungen gezählt, während das zweite Semem wie auch gužynė nicht in die Statistik aufgenommen wird.

2.3. Somit wird die Verteilung der verbalen Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s) auf die Wortbildungskategorien anhand der 114 im DLKŽ(k) aufgeführten Ableitungen (Sememe) mit eindeutiger Wortbildung untersucht.

Die Angaben in Tabelle 1 zeigen, dass fast die Hälfte (42,98%) der besprochenen Ableitungen im Wörterbuch Gerätebezeichnungen sind (z. B. griežynė, laidynė), während Handlungsbezeichnungen (z. B. kaitalynė, lojynė) etwas mehr als ein Zehntel (12,28%) ausmachen. Andererseits überwiegen unter den pluralischen Ableitungen mit dem Suffix -ynės verbale Abstrakta (90,00%, z. B. badynės, gaudynės u. a.). Ihr hoher Anteil verändert auch das Gesamtbild der Statistik etwas: Handlungsbezeichnungen machen unter den Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s) fast ein Viertel aus (23,88%). Diese Wortbildungskategorie steigt vom vierten auf den zweiten Platz auf und überholt Orts- und Personenbezeichnungen (18,66% bzw. 17,16%). In DLKŽ(k) gibt es keine pluralischen Belege für die beiden letztgenannten Kategorien sowie für Bezeichnungen von Handlungsergebnissen. Etwa drei Viertel der aus Verben gebildeten Ortsbezeichnungen bezeichnen nur einen Ort und weisen keine zusätzliche kollektive Bedeutungsnuance auf, z. B. čiuožynė, landynė, pėrdary­nė, slėpynė u. a.

Personenbezeichnungen können generischen – 18 (78,26%) – oder femininen – 5 (21,74%) – Genus haben. Letztere bezeichnen gewöhnlich Dinge; manche können auch als Gerätebezeichnungen gelten, z. B. tarškynė „ein klappernder Gegenstand, eine Ratsche, ein Klapperding“ (vgl. das Wort terkšlė hat fünf Bedeutungen, und in allen fünf Fällen handelt es sich um Gerätebezeichnungen). Würden diese Ableitung sowie girgždynė „was quietscht, quietschendes Gerät“ (vgl. padarynė 1. „Gerät, Werkzeug“) und spygy­nė „kleine Lampe“ als Gerätebezeichnungen behandelt (LKG I §515 ordnet girždynė und spy­gynė dennoch NAg zu, ebenso DLKG §245, obwohl dort ihre Bedeutungen nicht angegeben sind), würde die Zahl der Beispiele dieses Typs etwas steigen, doch die Stellung von NAg unter den übrigen Handlungskategorien bliebe unverändert.

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Die Zahl der Ableitungen dieses Typs würde etwas zunehmen, doch die Stellung von NAg unter den übrigen Handlungskategorien bliebe unverändert.

2.4. Es wurde bereits erwähnt, dass aus Nomina mit dem Suffix -ynė 101 Wörter (111 Sememe) gebildet wurden. Nach ihren Grundwörtern verteilen sie sich wie folgt: von Substantiven abgeleitet sind 84 Wörter (83,17% aller denominalen Ableitungen) bzw. 88 Sememe (79,28%), von Adjektiven 17 Wörter (16,89%) bzw. 23 Sememe (20,72%). Eine adjektivische Ableitung – rūgštynė (2, 1) – ist wegen der doppelten Betonung zweimal aufgeführt.

LKG zufolge können denominale Ableitungen mit dem Suffix -ynė folgenden Wortbildungskategorien angehören: Bezeichnungen von Eigenschaftsträgern (NAt, LKG I §596 15), §597 2)), Ortsbezeichnungen (NL, LKG I §668) und Kollektivbezeichnungen (NC, LKG I §830 4)).

Bei der Untersuchung der Verteilung der substantivischen Ableitungen mit dem Suffix -ynė auf die Wortbildungskategorien wurde zunächst das Wort jovalynė „etwas Durcheinandergebrachtes, Vermischtes, Unordnung“ ausgeklammert, da unklar ist, welcher Wortbildungskategorie es zuzuordnen ist. Es gibt nur drei Belege für NAt: puodynė „Tontopf; die darin enthaltene Menge“, rupūžynė 2. vulg. „widerliche Sache“, vakar(y)nė „Nordwestwind an der Kurischen Haffküste“. Das entspricht 3,45% aller substantivischen Sememe. LKG I §597 2) führt dialektale, samogitische Ableitungen mit dem Suffix -ynė an, die Speisen bezeichnen: bulbynė, kankolynė u. a. Belege für diese Kategorie gibt es in DLKŽ(k) nicht.

81 Ableitungen (93,10% aller von Substantiven gebildeten) bezeichnen Orte. In 36 Fällen werden zur Beschreibung des Ortes die Wörter „viel“ oder „reichlich“ verwendet, z. B.: beržynė „Ort, an dem viele Birken wachsen“, žabynė „Ort, an dem es reichlich Reisig gibt“; somit sind sie zugleich Kollektivbezeichnungen. Eine Ansammlung kann jedoch auch anders ausgedrückt werden, z. B. alksnynė „mit Erlen bewachsener Ort“. Hier sind außerdem verschiedene Bezeichnungen für Boden sowie für Wiesen, Moore, Wege, Wälder usw. zu nennen: durpynė „feuchter, torfiger Boden“, kupstynė „hügeliger Ort, Wiese“, ledynė „vereister Ort, vereister Weg“, liūgynė „Ort mit liūgai, Schlammstelle“, miškynė „bewaldeter Ort“, velėnynė „Ort mit durchgehendem Grasbewuchs, unbebautes Land“ u. a. Somit gibt es deutlich mehr NL(C) – 77 (95,06% aller NL), d. h. fast alle substantivischen Ortsbezeichnungen bezeichnen zugleich auch eine Ansammlung von Dingen. „Reine“ Ortsbezeichnungen (NLgr) gibt es in DLKŽ(k) nur drei Wörter (vier Sememe, 4,94%): šilynė „sandige Heide“, d. h. „Land nahe einer Sandfläche“, tėvynė 1. „Heimat“; 2. „Herkunftsort“, uosvynė „Haus der Schwiegereltern“.

3 Ableitungen (3,45% aller substantivischen Sememe) sind Kollektivbezeichnungen: avalynė „Schuhwerk“ (vgl. LKG I §730 4), DLKG §443 3), obwohl dies bei P. Skardius, LKŽD 271, eine NI ist), kirmėlyne 2. übertr. „Gewimmel“ (wenn man dies als „reine“ Kollektivbezeichnung ohne zusätzliche Ortsbedeutungsnuance auffasst, denn NL(C) ist diese Ableitung in ihrer ersten Bedeutung – 1. „eine Menge Würmer; ein Ort, an dem es viele Würmer gibt“), patalynė „gesamte Bettwäsche (Laken, Decke, Kissen)“.

Von Adjektiven abgeleitet sind 17 Ableitungen mit dem Suffix -ynė (16,83% aller aus Nomina abgeleiteten Wörter), die insgesamt 23 Bedeutungen aufweisen (20,72% aller denominalen Sememe). Die große Mehrheit – 19 (82,61%) – sind Ortsbezeichnungen, z. B. dykynė 1. „schlechtes Feld“; 2. „leerer, unbewohnter Ort“, kiau(r)ynė 1. „Loch,“

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„Öffnung; Leere“; 2. „Abgrund, Schlucht6, mėlynė 1. „blauer Fleck am Körper (gewöhnlich von einer Prellung)“; 2. „Himmelsblau, Bläue“; 3. fachsprachlich „Blaufärbung des Splintholzes durch einen Pilz“.

3 Wörter (4 Sememe (17,39%)) bezeichnen Träger einer Eigenschaft: mėlynė 4. botanisch „Beerenstrauch aus der Familie der Heidekrautgewächse, der in Wäldern und Mooren wächst und blaue, saftige, säuerliche Beeren trägt (Vaccinium myrtillus); seine Beere“, rūgštynė botanisch „wild wachsende und kultivierte essbare und medizinisch genutzte Pflanze aus der Familie der Knöterichgewächse, Unkraut (Rumex)“, šlykštynė 1. „widerwärtiger Gegenstand, widerwärtige Sache“; 2. umgangssprachlich „widerwärtiger Mensch oder widerwärtiges Tier“.

Im DLKŽ(k) findet sich lediglich ein pluralischer denominaler Ableitungstyp mit dem Suffix -ynės. Dabei handelt es sich um das aus einem Adjektiv gebildete NAt rūgštynės.

Die Daten der Tabelle 2 zeigen, dass die große Mehrheit der denominalen Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s) (90,10%) Orte bezeichnet; etwa 3/4 davon (77,00%) weisen zusätzlich einen kollektivierenden Bedeutungsaspekt auf, während „reine“ Kollektivbezeichnungen nur 2,70% ausmachen.

2.5. NL unterscheidet sich von den acht genannten Wortbildungskategorien dadurch, dass die Orte bezeichnenden Ableitungen mit dem Suffix -ynė sowohl von Verben als auch von Nomina gebildet werden. Die den übrigen sieben Wortbildungskategorien zugehörigen Ableitungen sind entweder deverbal (NI, NA, NAg, NF und NR) oder denominal (NAt und NC; Letztere sind ausschließlich substantivisch).

Aus Nomina werden mit dem Suffix -ynė viermal so viele NL gebildet wie aus Verben (80,00% gegenüber 20,00%); im DLKŽ(k) gibt es jedoch mehr deverbal gebildete Ableitungen (20,00%) als adjektivische (15,20%).

Ortsbezeichnungen benennen häufig zugleich eine Ansammlung von Gegenständen, das heißt, sie können auch als Kollektivbezeichnungen gelten. Die große Mehrheit der NL(C) ist von Substantiven abgeleitet; im Wörterbuch findet sich kein einziges Beispiel für eine Ableitung von Adjektiven, und Ableitungen von Verben sind sehr selten (7,23%, nur 6 Sememe, z. B. knibždynė „eine sich bewegende, wimmelnde Menge“, makalynė 1. „schlammige, breiige Stelle“, makasynė „ebd.“ u. a.)7.

„Reine“ Ortsbezeichnungen (NLgr) sind nahezu zu gleichen Teilen von Verben (45,24%) und Nomina (54,76%) abgeleitet; adjektivische Ableitungen gibt es jedoch fünfmal so viele wie substantivische (45,24% gegenüber 9,52%).

Das Verhältnis deverbal gebildeter NLgr zu NL(C) ist umgekehrt proportional zum Verhältnis denominal gebildeter NLgr zu NL(C): Aus Verben wurden mehr „reine“ Ortsbezeichnungen gebildet, während die große Mehrheit der denominalen Ortsbezeichnungen auch einen kollektivierenden Bedeutungsaspekt aufweist. Dies gilt besonders für Ableitungen von Substantiven (77 Sememe – NL(C), z. B. alksnynė „mit Erlen bewachsener Ort“, und nur 4 – NLgr, z. B. tėvynė 1. „Heimat“; 2. „Herkunftsort“).

Insgesamt machen Ortsbezeichnungen etwa die Hälfte (51,02%) aller Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s) im DLKŽ(k) aus.

6 P. Skardžius bezeichnet in LKŽD 272 kiáurynė „Enge, Loch“ als eine Ableitung mit einer anderen Bedeutung (d. h. nicht NA, NAg, NI, NC oder NL).

7 Darybos raidos požiūriu tokius vedinius nagrinėjo S. Ambrazas (1995: 185–186, 196).

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3. Ableitungen nach der Anzahl der Bedeutungen

3.1. 37 deverbalen Ableitungen mit dem Suffix -ynė haben nur eine Bedeutung (50,68% aller mit diesem Suffix aus Verben gebildeten Wörter): NI – 15, NL – 10, NAg – 7, NA – 3, NF – 1,? – 1 (gužynė); mit dem Suffix -ynės wurden 18 Ableitungen gebildet (94,74%): NA – 16, NI – 1, NF – 1; insgesamt gibt es mit -ynė(s) 55 Ableitungen (60,44%): NA – 19, NL – 16, NL – 10, NAg – 7, NF – 2,? – 1. Somit sind die deverbalen Ableitungen mit nur einer Bedeutung überwiegend Handlungsbezeichnungen (34,55% aller deverbalen Ableitungen mit nur einer Bedeutung).

36 (39,56%) der aus Verben gebildeten Wörter haben mehr als eine Bedeutung: mit -ynė – 35 (48,61%), mit -ynės – 1 (5,26%, stumdynės – beide zuvor genannten Bedeutungen sind NA). 30 Wörter haben zwei Bedeutungen; bei 15 davon gehören beide Bedeutungen derselben Wortbildungskategorie an⁸, 3 haben jeweils drei Bedeutungen (eines – paláidynė – bezeichnet in allen drei Fällen Werkzeuge), 3 jeweils vier Bedeutungen (bei landynė und laužynė gehören alle vier Bedeutungen zu NL, bei sukynė zu NI).

Bei 57,14% aller deverbalen Ableitungen mit mehreren Bedeutungen und dem Suffix -ynė(s) gehören alle Bedeutungen derselben Wortbildungskategorie an; die meisten davon bezeichnen Werkzeuge (55,00%).

15 (41,66%) der Wörter mit mehreren Bedeutungen können hinsichtlich ihrer Wortbildungsbedeutungen zwei Wortbildungskategorien angehören: in 8 Fällen (53,34%) sind dies NI und NAg (bei sieben davon (87,50%) ist die erste Bedeutung NI), in 4 Fällen (26,67%) NA und NAg (bei allen Wörtern ist die erste Bedeutung NA), jeweils einmal (6,67%) NA und NL (nakvynė), NI und NL (stovynė) sowie NR und NA (maišalynė). Wenn man Makàlynė „schlechtes, vermischtes Essen“ als Bezeichnung des Handlungsergebnisses auffasst, ist dieses Wort das einzige unter den 36 Wörtern mit mehreren Bedeutungen (2,78%), das Bedeutungen aus drei Wortbildungskategorien aufweist – NL, NR und NA.

3.2. Nominale Ableitungen sind im DLKŽ(k) wesentlich häufiger eindeutig als verbale – 92,16%; bei den verbalen sind es, wie bereits erwähnt, nur 60,44%. Die meisten eindeutigen nominalen Ableitungen bezeichnen Orte (93,55%) (vgl. verbale Ableitungen: Handlungen (34,55%); Ortsbezeichnungen stehen hier an zweiter Stelle).

8 nominale Ableitungen mit dem Suffix -ynė (7,84% aller aus Nomina gebildeten Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s)) haben mehr als eine Bedeutung: 4 Wörter sind von Substantiven abgeleitet (4,76% aller substantivischen Ableitungen), 4 von Adjektiven (16,67% aller adjektivischen Ableitungen). 7 nominale Ableitungen (87,50%) haben zwei Bedeutungen, eine (12,50%) hat vier Bedeutungen. Alle mehrdeutigen substantivischen Ableitungen haben zwei Bedeutungen; in zwei Fällen gehören diese derselben Wortbildungskategorie an (NL – pempynė und tėvynė), in den beiden anderen Fällen verschiedenen Kategorien: kirmėlynė – NL und NC, rupiūžynė – NL und NAt. Die Bedeutungen von drei der adjektivischen Ableitungen mit zwei Bedeutungen gehören derselben Wortbildungskategorie an: dykynė und kiaurynė – NL, šlykštynė – NAt. Vier Bedeutungen

8 Ohne Berücksichtigung des bereits erwähnten sėdynė.

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Die Bedeutungen des Wortes mėlynė gehören zu zwei Wortbildungskategorien: Die ersten drei zu NC, die vierte zu NAt.

Somit gehören 62,50% der Bedeutungen polysemer nominaler Ableitungen derselben Wortbildungskategorie an (bei Substantiven 50,00%, bei Adjektiven 75,00%), 37,50% unterschiedlichen Kategorien (bei Substantiven 50,00%, bei Adjektiven 25,00%). Bedeutungen derselben Wortbildungskategorie weisen am häufigsten Ortsbezeichnungen auf – 80,00% (alle substantivischen und 66,67% der adjektivischen). Dabei ist zu beachten, dass die relativen Werte in diesem Fall sehr bedingt sind, da sie auf einer kleinen Datenmenge beruhen: Im DLKŽ(k) gibt es nur 8 polyseme nominale Ableitungen mit dem Suffix -ynė. Im DLKŽ(k) gibt es keine pluralischen polysemen Ableitungen dieses Suffixes von Nomina.

4. Ableitungen nach der Struktur der zugrunde liegenden Verben

Das Computerprogramm zur Wortbildungsanalyse des DLKŽ gibt neben dem Stichwort dessen morphematische Zusammensetzung an. Dies ermöglicht es, die Wortbildungsuntersuchung zu erweitern. So lässt sich beispielsweise untersuchen, ob das analysierte Suffix in den Ableitungen unmittelbar auf die Wurzel folgt oder an zweiter, dritter usw. Stelle steht. Daraus kann auf die Struktur der zugrunde liegenden Wörter geschlossen werden – ob sie einfach oder abgeleitet, suffigiert sind und ob ihre Suffixe in die Ableitungen übernommen wurden. So wurde festgestellt, dass bei 55 von 72 verbalen Ableitungen mit dem Suffix -ynė (76,39%) dieses Suffix unmittelbar auf die Wurzel folgt; bei 17 Ableitungen (23,61%) steht es an zweiter Stelle, d. h. diese Ableitungen wurden von abgeleiteten (mit erweiterten Suffixen versehenen) Verben gebildet.

4.1. 11 Ableitungen (64,71% aller Ableitungen, die zwischen Wurzel und Suffix -ynė(s) ein Formans aufweisen) wurden von Verben mit den Suffixen -al(i)uoti(s), -al(i)oti(s): barškalyne, gargalyne, kaitalyne, kamšalyne, maišalyne, makalyne, marmalyne, mirgalyne, plepalyne, tarškalyne, tauškalyne. Formal ließe sich ihre Bildung auf eine von zwei Arten erklären: Es handelt sich um Ableitungen mit dem Suffix -ynė, 1) gebildet von deverbalen Substantiven, Ableitungen mit dem Suffix -alas (vgl. bimbalynė: bimbalas, ávalynė, jovalynė); 2) oder von sekundären Verben, die ihrerseits von Nomina mit dem Suffix -alas gebildet wurden. Die Semantik zeigt, dass die Verben als zugrunde liegende Wörter anzusehen sind. Vgl. LKG gargalynė (I §515) und kaitalynė (I §444) sowie DDR makalynė (§386) werden als verbale Ableitungen betrachtet.

Eine Ableitung (5,88%) – erzel ynė – geht auf ein zugrunde liegendes Verb zurück, das auf -eliuoti endet (ėrzeliuoti: erzelis).

Vier Ableitungen (23,53%) – grumdynė, lakdynė, šildynė, šokdynė – enthalten das aus den zugrunde liegenden Verben übernommene Formans -d-. Grumdynė und šildynė wurden von gemischten Verben auf -dyti gebildet, lakdynė und šokdynė von suffigierten Verben auf -dinti, deren erweitertes Suffixelement -in- nicht in die Ableitung übergeht.

Eine Ableitung (5,88%) – spy gsynė – enthält das aus dem gemischten Verb spygsóti oder spygsėti übernommene Formans -s-.

Von 19 pluralischen Ableitungen mit dem Suffix -ynės enthalten 5 (26,36%) bestimmte Formantien zwischen der Wurzel und dem genannten Suffix: 1) kraustynės ir slapstynės wurden gebildet aus

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gemischten Verben -styti (das Formans -st- ging in die Ableitungen über); 2) stumdynės, šaudynės und žudynės – aus gemischten Verben -dyti (das Formans -d- ging in die Ableitungen über).

Somit können die verbalen Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s) im DLKŽ(k) insgesamt folgende Formantien aufweisen, die von den zugrunde liegenden sekundären und gemischten Verben übernommen wurden: -al- (11 bzw. 50,55% aller Wörter mit Formantien zwischen Stamm und Suffix -ynė(s)), -d- (7 bzw. 31,81%), -st- (2 bzw. 9,09%), -el- (1 bzw. 4,55%) und -s- (1 bzw. 4,55%). Insgesamt gibt es 22 solcher Ableitungen von 91 (24,18%).

4.2. Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s) können von Verben unterschiedlicher Struktur gebildet werden: von primären, suffigierten, gemischten und präfigierten Verben (statistische Angaben siehe Tabelle 3). Bei einigen Ableitungen ist es nicht leicht, das zugrunde liegende Verb genau zu bestimmen. So können tarškynė 1. „ein Gegenstand, der klappert, eine Ratsche, ein Klapperding“; 2. umg. „Schwätzer“ sowohl von tarškšti als auch von tarškėti abgeleitet sein. Als Grundwort der Ableitung šokynė 1. „Gestell mit einer Stange, über die gesprungen wird“; 2. „Brett, von dem aus man ins Wasser springt, Sprungbrett“ könnte man offenbar auch das primäre Verb šokti ansetzen, obwohl die Ableitungen ähnlicher Bedeutung šankynė 1. „Hindernis, über das gesprungen wird“, 2. „Brett, von dem aus man ins Wasser springt, Sprungbrett“ sowie šokdynė „Sprunggerät“ („Seil mit Griffen zum Springen“), gebildet aus den kausativen suffigierten Verben šankinti und šokdinti, darauf hindeuten, dass auch das Wort šokynė auf das suffigierte Kausativverb šokinti zurückgehen könnte. Vielleicht wäre es sinnvoll zu untersuchen, welche Struktur diese parallelen Grundverben haben können, etwa primär und gemischt, primär und suffigiert, mehrere gemischte, mehrere suffigierte Verben usw. In diesem Fall gibt es jedoch nur sehr wenige solcher Beispiele; sie reichen nicht für fundierte statistische Verallgemeinerungen aus.

Insgesamt sind die meisten Wörter mit dem Suffix -ynė(s) von primären Verben abgeleitet (35,16%), obwohl pluralische Ableitungen häufiger auf gemischten Verben beruhen (57,89% aller pluralischen Ableitungen). Fast gleich viele Ableitungen mit diesem Suffix beruhen auf suffigierten und gemischten Verben – 24,17% bzw. 23,08%. Die in der Einzahlform aufgeführten Ableitungen werden jedoch doppelt so häufig aus suffigierten Verben gebildet (vgl. 27,78% und 13,89%), während pluralische Ableitungen fast sechsmal häufiger auf gemischten Verben beruhen (10,53% und 57,89%). Vier Substantive sind von präfigierten Verben abgeleitet: padarynė, palaidynė, pašėlynė, pėrdarynė. Eine beträchtliche Zahl von Ableitungen (12,09%) kann durch mehrere Grundwörter motiviert sein. Meist handelt es sich um Bezeichnungen für Handelnde oder Werkzeuge, die von Lautverben abgeleitet sind und auf primären, gemischten oder suffigierten Verben beruhen können, z. B. birzgynė: birgzti und birzgėti, čirškynė: čirškšti und čirškėti, tauškynė: taukšti und tauškėti u. a.

9 Die Statistik zu solchen Ableitungen ist in der fünften Zeile von Tabelle 3 dargestellt.

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4.3. Bei der Zählung der Ableitungen (Sememe) der einzelnen Wortbildungskategorien zeigt sich (siehe die vierte Tabellengruppe), dass die verbalen Ableitungen der Kategorien NI, NA, NL und NAg von Verben unterschiedlicher Struktur gebildet werden (primären, suffigierten, gemischten und präfigierten); ein erheblicher Teil von ihnen (14,93%) steht mit mehreren Grundwörtern in Beziehung. Fast die Hälfte der Werkzeugbezeichnungen ist von primären Verben abgeleitet. Die Grundverben der meisten Orts- und Personenbezeichnungen sind ebenfalls primär (40,00% bzw. 30,43%), während der Großteil der Handlungsbezeichnungen von suffigierten und gemischten Verben abgeleitet ist (jeweils 37,50%); Ableitungen von primären Verben machen weniger als ein Fünftel aller Handlungsbezeichnungen aus (18,75%). Orts- und Personenbezeichnungen sind häufiger von suffigierten als von gemischten Verben abgeleitet; bei Werkzeugbezeichnungen ist es umgekehrt: Sie sind häufiger Ableitungen gemischter als suffigierter Verben (wobei sich die statistischen Angaben zu den Grundverben der beiden Strukturen in beiden Fällen nur wenig unterscheiden, um 6–10%). Die Ableitung von präfigierten Verben ist für Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s) insgesamt nicht sehr charakteristisch (etwa 6% aller verbalen Ableitungen). Aufgrund der wenigen Daten lässt sich über die Struktur der Grundverben bei NR und NF kaum Genaueres sagen.

4.4. Beim Vergleich der im DLKŽ(k) in Einzahlform aufgeführten Ableitungen mit den pluralischen Ableitungen zeigt sich, dass die „singularischen“ häufiger von primären Verben abgeleitet werden (37,72%), während mehr als die Hälfte der pluralischen Ableitungen (60,00%) auf gemischten Verben beruht. Das Wörterbuch enthält keine pluralischen Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s), die von präfigierten Verben gebildet sind. „Singularische“ Ableitungen können dreimal häufiger als pluralische mit mehreren Grundverben verbunden sein.

Die in Einzahlform aufgeführten und die pluralischen Handlungsbezeichnungen unterscheiden sich stark hinsichtlich der Struktur ihrer Grundverben. Die meisten Ableitungen im Singular (71,43%) sind von abgeleiteten Verben gebildet, z. B. barškalynė, erzelynė, kaitalynė u. a.; nur 7,14% sind von primären Verben abgeleitet (lojynė), und es gibt keine einzige Ableitung von gemischten Verben. Dagegen sind die meisten pluralischen Ableitungen (61,11%) von gemischten Verben abgeleitet (gaudynės, šaudynės, tasynės), 27,78% von primären Verben (niovynės, slėpynės, žaidynės) und nur 11,11% (sechsmal weniger als von gemischten Verben) von suffigierten Verben (kumštynės).

4.5. Für verbale Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s) sind folgende Veränderungen der Derivationsbasis charakteristisch:

1. Das Suffix des Grundverbs oder der Schlussteil eines erweiterten Suffixes wird ausgelassen, z. B. kankynė: kankinti, kumštynės: kumščiuotis, erzelynė: erzėliuoti. Das Auslassen eines Suffixteils ist nur bei den Beispielen im DLKŽ(k) charakteristisch, die in Einzahlform aufgeführt sind. Insgesamt weisen etwa 25% der Ableitungen eine auf diese Weise veränderte Derivationsbasis auf.

2. Auslassung des Reflexivaffixes, z. B. niovynės: niautis, slapstynės: slapstytis. Dies ist eher bei pluralischen Ableitungen charakteristisch (etwa 50% aller pluralischen Ableitungen

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…), deutlich weniger bei den Ableitungen, die in der Singularform angegeben sind (maudynė: maudytis).

3. Der Wechsel des Stammvokals (z. B. landynė: lįsti) ist nur bei etwa 4% der Ableitungen mit diesem Suffix (im Singular) festzustellen.

Künftig könnte noch untersucht werden, welche Veränderungen der Wortbildungsbasis für Ableitungen einzelner Wortbildungskategorien typisch sind; für eine genauere Statistik unter diesem Gesichtspunkt fehlen jedoch im DLKŽ(k) die Daten.

TABELLEN

1. Verbalableitungen mit dem Suffix -ynė(s) nach Wortbildungskategorien

Lfd. Nr. | Wortbildungskategorie | -ynė (Anz. |%) | -ynės (Anz. |%) | -ynė(s) (Anz. |%) | Lfd. Nr. 1. | NI | 49 | 42,98 | 1 | 5,00 | 50 | 37,31 | 1. 2. | NL: | 25: | 21,93 | - | - | 25: | 18,66 | 3. | NL(C) | 6 | 24,00* | - | - | 6 | 24,00* | | NLgr | 19 | 76,00* | - | - | 19 | 76,00* | 3. | NAg | 23 | 20,18 | - | - | 23 | 17,16 | 4. 4. | NA | 14 | 12,28 | 18 | 90,00 | 32 | 23,88 | 2. 5. | NR | 2 | 1,76 | - | - | 2 | 1,49 | 5–6. 6. | NF | 1 | 0,88 | 1 | 5,00 | 2 | 1,49 | 5–6. Eindeutige Wortbildung | 114 | 100,00 | 20 | 100,00 | 134 | 100,00 | Eindeutige Ableitungen | | (98,28) | - | - | | (98,53) | Wortbildungsableitungen? | 2 | 1,72 | - | - | 2 | 1,47 |? Insgesamt | 116 | 100,00 | 20 | 100,00 | 136 | 100,00 | Insgesamt

2. Nominale Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s) nach Wortbildungskategorien

Lfd. Nr. | Wortbildungskategorie | -ynė (Anz. |%) | -ynės (Anz. |%) | -ynė(s) (Anz. |%) 1. | NL: | 100: | 90,91 | – | – | 100: | 90,10 | NL(C) | 77 | 77,00* | – | – | 77 | 77,00* | NLgr | 23 | 23,00* | – | – | 23 | 23,00* 2. | NAt | 7 | 6,36 | 1 | 100,00 | 8 | 7,21 3. | NC | 3 | 2,72 | – | – | 3 | 2,70 Eindeutige Wortbildung | 110 | 100,00 | 1 | 100,00 | 111 | 100,00 Ableitungen | | (99,10) | | | | (99,11)? | 1 | 0,90 | – | – | 1 | 0,89 Insgesamt | 111 | 100,00 | 1 | 100,00 | 112 | 100,00

* Alle NL.

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3. Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s) nach dem Aufbau der Verbstämme

Verbstämme | -ynė | Anzahl |% | -ynės | Anzahl |% | -ynė(s) | Anzahl |% Primäre | 27 | 37,50 | 5 | 26,32 | 32 | 35,16 Suffigierte | 20 | 27,78 | 2 | 10,53 | 22 | 24,17 Gemischte | 10 | 13,89 | 11 | 57,89 | 21 | 23,08 Präfigierte | 4 | 5,55 | – | – | 4 | 4,40 Mehrere Verben | 10 | 13,89 | 1 | 5,26 | 11 | 12,09? | 1 | 1,39 | – | – | 1 | 1,10 Insgesamt | 72 | 100,00 | 19 | 100,00 | 91 | 100,00

4. Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s) nach Wortbildungskategorien und dem Aufbau der Verbstämme:

a) Ableitungen, die in der Singularform angegeben sind

Wortbildungskategorien | Verbstämme | prim. | suff. | gem. | präfig. | mehrere Verben | Insgesamt NI | Anzahl | 24 | 5 | 8 | 5 | 7 | 49 NI |% | 48,98 | 10,20 | 16,33 | 10,20 | 14,29 | 100,00 NL | Anzahl | 10 | 7 | 3 | 1 | 4 | 25 NL |% | 40,00 | 28,00 | 12,00 | 4,00 | 16,00 | 100,00 NAg | Anzahl | 7 | 5 | 3 | – | 8 | 23 NAg |% | 30,43 | 21,74 | 13,04 | – | 34,78 | 100,00 NA | Anzahl | 1 | 10 | – | 2 | 1 | 14 NA |% | 7,14 | 71,43 | – | 14,29 | 7,14 | 100,00 NR | Anzahl | – | 2 | – | – | – | 2 NR |% | – | 100,00 | – | – | – | 100,00 NF | Anzahl | 1 | – | – | – | – | 1 NF |% | 100,00 | – | – | – | – | 100,00 Insgesamt | Anzahl | 43 | 29 | 15 | 8 | 19 | 114 Insgesamt |% | 37,72 | 25,44 | 13,16 | 7,02 | 16,67 | 100,00

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b) Pluralbildungen

Wortbildungskategorien | Verbstämme | Insgesamt | prim. | suff. | gem. | präfig. | mehrere Verben | NA | Anzahl | 5 | 2 | 11 | – | – | 18 |% | 27,78 | 11,11 | 61,11 | – | – | 100,00 NF | Anzahl | – | – | 1 | – | – | 1 |% | – | – | 100,00 | – | – | 100,00 NI | Anzahl | – | – | – | – | 1 | 1 |% | – | – | – | – | 100,00 | 100,00 Insgesamt | Anzahl | 5 | 2 | 12 | – | 1 | 20 |% | 25,00 | 10,00 | 60,00 | – | 5,00 | 100,00

c) alle Ableitungen

Wortbildungskategorien | Verbstämme | Insgesamt | prim. | suff. | gem. | präfig. | mehrere Verben | NI | Anzahl | 24 | 5 | 8 | 5 | 8 | 50 |% | 48,00 | 100,00 | 16,00 | 10,00 | 16,00 | 100,00 NA | Anzahl | 6 | 12 | 12 | 2 | – | 32 |% | 18,75 | 37,50 | 37,50 | 6,25 | – | 100,00 NL | Anzahl | 10 | 7 | 3 | 1 | 4 | 25 |% | 40,00 | 28,00 | 12,00 | 4,00 | 16,00 | 100,00 NAg | Anzahl | 7 | 5 | 3 | – | 8 | 23 |% | 30,43 | 21,74 | 13,04 | – | 34,78 | 100,00 NR | Anzahl | – | 2 | – | – | – | 2 |% | – | 100,00 | – | – | – | 100,00 NF | Anzahl | 1 | – | 1 | – | – | 2 |% | 50,00 | – | 50,00 | – | – | 100,00 Insgesamt | Anzahl | 48 | 31 | 27 | 8 | 20 | 134 |% | 35,82 | 23,13 | 20,15 | 5,97 | 14,93 | 100,00

Eingegangen am 01.07.1998

ABKÜRZUNGEN

DDR – Ambrazas S. Die Entwicklung der Substantivbildung. Verbale Derivate im Litauischen, Vilnius: Verlag für Wissenschaft und Enzyklopädien, 1993. DLKG – Grammatik der litauischen Gegenwartssprache, Vilnius: Verlag für Wissenschaft und Enzyklopädien, 1996. DLKŽ – Wörterbuch der litauischen Gegenwartssprache, Vilnius: Verlag für Wissenschaft und Enzyklopädien, 1993. DLKŽ(k) – computergestützte Fassung des DLKŽ.

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LKG – Grammatik der litauischen Sprache 1, Vilnius: Mintis, 1965.

LKI – Institut für litauische Sprache.

LKM – Paulauskienė A. Morphologie der litauischen Sprache: Vorlesungen für Studierende der Litauistik, Vilnius: Verlag für Wissenschaft und Enzyklopädien, 1994.

LKMA – Paulauskienė A. Lietuvių kalbos morfologijos apybraiža, Kaunas: Šviesa, 1983.

LKŽ – Wörterbuch der litauischen Sprache 1–2, Vilnius: Mintis, 1968–1969; 3–6, Vilnius: Verlag für staatliche politische und wissenschaftliche Literatur, 1956–1962; 7–9, Vilnius: Mintis, 1966–1973; 10–15, Vilnius: Mokslas, 1976–1991; 16–17, Vilnius: Verlag für Wissenschaft und Enzyklopädien, 1995–1996.

LKŽD – Skardžius P. Lietuvių kalbos žodžių daryba, Vilnius, 1943.

LITERATŪRA

Ambrazas S. 1995: Lietuvių kalbos kuopinių ir vardžodinių vietų pavadinimų darybos raida. – Lietuvių kalbotyros klausimai 33, Vilnius: LKI, 180 – 200.

Jakaitienė E. 1980: Lietuvių kalbos leksikologija, Vilnius: Mokslas.

Jakaitienė E. 1988: Leksinė semantika, Vilnius: Mokslas.

Urbutis V. 1988: Žodžių darybos teorija, Vilnius: Mokslas.

ABLEITUNGEN MIT DEM SUFFIX -ynė(s) in “DABARTINĖS LIETUVIŲ KALBOS ŽODYNAS”

(Wörterbuch der litauischen Gegenwartssprache”)

Zusammenfassung

Im Beitrag werden manche Möglichkeiten, die Wortbildung mit Hilfe des Computers zu untersuchen dargelegt. Bei der Analyse der Bildungen mit dem Suffix -ynė(s) werden vorwiegend die Verbalableitungen in Betracht gezogen.

Bei der Einteilungen der Verbalableitungen nach Kategorien ist festgestellt worden, daß diese Bildungen vorwiegend Geräte, Handlungen (der größte Teil der Pluralbildungen), auch handelnde Personen, Ortsangaben bezeichnen. Für Bezeichnungen von Handlungsresultaten, Feiertagen und Bräuchen liegen nur wenige Belege vor.

Für Ortsbezeichnungen sind nicht nur Verbal – sondern auch Nominalableitungen charakteristisch. Die letzteren machen den größten Teil (mehr als 90%) der Nominalableitungen aus, wobei sie häufiger als die Verbalableitungen die semantische Schaltierung eines Sammelbegriffs aufweisen.

Der größte Teil der Nomina mit dem Suffix -ynė(s) (cca 80%) ist von Substantiven und nur cca 1/5 von Adjektiven abgeleitet.

Die Verbalableitungen stammen größtenteils von ursprünglichen Verben ab. Wenn Ableitungen mit dem zu erörternden Suffix aus sekundären oder gemischten Verben entstehen, fallen die Suffixe der letzteren (vgl.: kankynė: kankinti) oder die Endteile ihrer erweiterten Suffixe aus. Im letzteren Fall gehen aus dem Grundverb in die Ableitungen die Formanten -al- (gargalynė), -d- (šildynė), -st- (kraustynės) u. a. über.

Außer diesen erörterten Veränderungen des Grundverbs ist kennzeichnend für die Ableitungen mit dem Suffix -ynė(s) der Austal des reflexiven Affixes des Grundverbs (niovynės: niautis), seltener die Verschiebung seines Wurzelvokals (landynė -lįsti).

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DERIVATIVES WITH THE SUFFIX -ynė(s) IN „THE DICTIONARY OF MODERN LITHUANIAN“

Summary

The present article deals with the deverbative words with the suffix -ynė(s) from „The Dictionary of the Modern Lithuanian“. It is the attempt to show how the computer may help in the investigation of some linguistic problems. There are some statistical data of the word formation with mentioned suffix in the article.

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