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ALMA RAGAUSKAITĖ

Institut für Litauische Sprache

Forschungsschwerpunkte: historische Anthroponomastik, historische Toponomastik.

TENDENZEN BEI DER SCHRIFTLICHEN WIEDERGABE SCHOTTISCHER NACHNAMEN IN HISTORISCHEN QUELLEN DER STADT KĖDAINIAI AUS DEM 17.–18. JAHRHUNDERT

Tendenzen bei der schriftlichen Wiedergabe schottischer Nachnamen in historischen Quellen von Kėdainiai aus dem 17th–18th. Jahrhundert

Z U S A M M E N F A S S U N G

Zu den wichtigsten Quellen zur historischen Anthroponymie der Stadtbewohner Litauens zählen die Aktenbücher der Selbstverwaltungsorgane. Besonders hervorzuheben sind die 24 Bücher des Magistrats von Kėdainiai aus dem 17. Jahrhundert bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Aus diesen Büchern des 17. und 18. Jahrhunderts sowie anderen alten städtischen Handschriften wurden etwa 250 Bezeichnungen schottischer Herkunft ausgewählt (gezählt wurden dabei nicht nur verschiedene Personen, sondern auch Varianten unterschiedlicher Formen ihrer Nachnamen). Auf ihrer Grundlage untersucht der Artikel die Tendenzen bei der Benennung der Schotten in Kėdainiai im 17. und 18. Jahrhundert, die besondere Situation bei der Entstehung ihrer Nachnamen (als sie um 1628–1629 nach Kėdainiai kamen, besaßen die Personen schottischer Herkunft bereits Nachnamen) sowie die Regelmäßigkeiten bei der Erfassung dieser erblichen Personennamen in den historischen Dokumenten der Stadt.

S C H L Ü S S E L W Ö R T E R: Kėdainiai, 17.–18. Jahrhundert, Magistratsbücher, Schotten, Nachnamen.

A N O T A T I O N

Städtische Registerbücher gehören zu den wichtigsten Quellen für die historische Anthroponymie der Einwohner litauischer Städte. Unter ihnen ragen vierundzwanzig Registerbücher des Magistrats von Kėdainiai aus dem 17th–19th Jahrhundert hervor. Aus den Büchern des 17th–18th Jahrhunderts sowie weiteren alten Handschriften der Stadt wurden rund 250 Fälle ausgewählt, in denen Schotten benannt werden (diese umfassen nicht nur verschiedene Personen, sondern auch unterschiedliche Varianten

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ihrer Nachnamen). Anhand ihrer Analyse erörtert der Artikel die Tendenzen bei der Benennung schottischer Siedler in Kėdainiai im 17th–18th Jahrhundert, die besondere Situation bei der Entstehung ihrer Nachnamen (als die Schotten um 1628–1629 nach Kėdainiai kamen, hatten sie bereits Nachnamen) sowie die Tendenzen bei der Aufzeichnung dieser erblichen Personennamen in den historischen Dokumenten der Stadt.

SCHLÜSSELWÖRTER: Kėdainiai, 17th–18th Jahrhundert, Registerbücher des Magistrats, Schotten, Nachnamen.

0. EINLEITUNG

Die Erforschung des historischen Namenguts der Stadt Kėdainiai hat bereits begonnen. Die allgemeinen Tendenzen der Entstehung von Nachnamen der Einwohner von Kėdainiai im 17.–18. Jahrhundert, Vilnius im 16.–17. Jahrhundert und Joniškis im 17. Jahrhundert wurden anhand von mehr als 4 000 Personenbezeichnungen untersucht, die aus historischen Quellen dieser Städte gesammelt wurden (Ragauskaitė 2008: 29–37). Die linguistische Analyse zeigte, dass die Nachnamen in den Gruppen der örtlichen Gemeinschaften der untersuchten Städte zu unterschiedlichen Zeiten entstanden. Am frühesten bildeten sich Nachnamen der städtischen Elite heraus; später erhielten sie Personen, die eine mittlere oder niedrigere Stellung in der Stadt innehatten. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden praktisch alle Einwohner von Kėdainiai und Vilnius mit Nachnamen verzeichnet. Offenbar bildeten sich die Nachnamen der Angehörigen marginalisierter Schichten langsamer heraus. Die Aktenbücher der kleineren Stadt Joniškis in der Region Nordlitauen sind erst ab 1722 erhalten. Doch auch diese späten Belege zeigten deutlich, dass nicht nur die Angehörigen der städtischen Oberschicht von Joniškis (Bürgermeister, Vogt usw.), sondern auch Personen aus den unteren Schichten in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts bereits erbliche Personennamen führten (Ragauskaitė 2008: 33–36).

Gesondert wurden die Tendenzen der Polonisierung schottischer Nachnamen in Kėdainiai im 17.–18. Jahrhundert erörtert; dabei wurde festgestellt, dass diese Nachnamen hinsichtlich ihrer Herkunft einen einzigartigen Teil des Namenguts der örtlichen Gemeinschaft der Stadt bilden (Ragauskaitė 2007: 63–64). Ebenfalls untersucht wurde der Einfluss der polnischen Sprache auf die Aufzeichnung der Personennamen der Einwohner von Kėdainiai (Litauer u. a.) in historischen Dokumenten der Stadt aus dem 17.–18. Jahrhundert (Ragauskaitė 2011: 21–22; Parayckaitė 2012: 213–221). Es zeigte sich, dass der Grad der Slawisierung dieser Eigennamen offenbar vor allem von den Schreibern, die sie überlieferten, ihrer Einstellung, Bildung usw. abhing (Parayckaitė 2012: 219). Angesichts der genannten Besonderheiten der Entstehung, Herkunft und Slawisierung historischer Nachnamen der Einwohner von Kėdainiai wird mit dieser Publikation die Erforschung des alten Namenguts von Kėdainiai fortgesetzt.

Ziel dieses Artikels ist es, die Tendenzen bei der Benennung der Mitglieder der schottischen Gemeinschaft in Kėdainiai im 17.–18. Jahrhundert sowie die wichtigsten Merkmale der Erfassung ihrer erblichen Personennamen (Nachnamen) in den historischen Quellen der Stadt ausführlich zu erörtern.

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Acta Linguistica Lithuanica LXXV

Tendenzen bei der Verschriftlichung schottischer Familiennamen in historischen Quellen der Stadt Kėdainiai im 17.–18. Jahrhundert

Das Material für den Artikel wurde hauptsächlich aus den Magistratsbüchern von Kėdainiai aus dem 17.–18. Jahrhundert zusammengestellt. Diese zählen zu den wichtigsten Quellen für die historische Anthroponymie der Stadtbewohner (Ragauskaitė 2008: 29; 2014a: 323; Рагацкайте 2012: 214). Der größte Teil der Magistratsbücher von Kėdainiai aus dem 17. Jahrhundert ist verbrannt, weshalb frühe Einträge daraus weitgehend fehlen. Diese Einträge wären wohl der wertvollste Teil des historischen anthroponymischen Materials und besonders nützlich für die Untersuchung der Anfänge der Tätigkeit der schottischen Gemeinschaft in der Stadt (Žirgulis 2002: 24; 2005a: 229). Die Protokollbücher der Magistratssitzungen und Ratssitzungen sowie der Gerichtssitzungen der Schöffen sind erst ab 1759 erhalten, und auch dann nicht lückenlos für jedes Jahr. Insgesamt sind 24 Magistratsbücher aus dem 17. bis frühen 19. Jahrhundert erhalten, die auf Latein und Polnisch verfasst wurden1 (Tyla 2000: 65). Dies sind historische Quellen von großem anthroponymischem Wert, die unterschiedliche Ereignisse der Stadt und Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft widerspiegeln (Schulden der Stadtbewohner, Kauf- und Verkaufsverträge usw.). Hier sind außerdem Protokolle der Magistratssitzungen, Beschlüsse der Versammlungen der Stadtbewohner, Zunftordnungen, Gerichtsprotokolle sowie verschiedene Dokumente verzeichnet, die die Verhältnisse des städtischen und familiären Lebens widerspiegeln (Testamente u. Ä.).

Es wurden mindestens 17 Schreiber gezählt, die diese Bücher verfassten (Tyla 2000: 73–75). Auffällig ist, dass einige Familiennamen der Schreiber möglicherweise Personen litauischer Herkunft gehörten, z. B.: *Grybas: 1762 Marcinem Grybafsem Pisarzem, y całym Szlachetnym Magistratem abl. KMK1323. Vgl. den litauischen Familiennamen Grýbas LPŽ I 707; *Gulbinas: 1770 Szlachetny <...> P(an)3 Jan Gulbin Pifsarz KMK15 90. Vgl. den litauischen Familiennamen Gułbinas LPŽ I 741. Im Jahr 1702 war jedoch ein Schotte, identifiziert als Wiliam Forsyth, Schreiber des Magistrats von Kėdainiai (Juknevičius 2015: 49). Diese Umstände beeinflussten zweifellos die Verschriftlichung der Formen der Personennamen der Einwohner von Kėdainiai (siehe Рагацкайте 2012: 219–221).

Um die Lücke bei den frühen Einträgen in den Magistratsbüchern des 17. Jahrhunderts zumindest teilweise zu schließen, werden in diesem Artikel auch andere historische Quellen herangezogen. Dazu gehören die Sammlung der Sitzungsprotokolle der evangelisch-reformierten Kirche von Kėdainiai aus den Jahren 1628–1663 (Collecta zboru Kieydanskiego), die Kirchenbücher der evangelisch-reformierten Kirche von Kėdainiai mit Taufregistern aus den Jahren 1640–1649 und Trauregistern aus den Jahren 1641–1649, die Sammlung der Sitzungsakten der evangelisch-reformierten Gemeinde von Kėdainiai aus den Jahren 1664–1717 (Akta Sessjonalne Zboru Kieydanskiego) sowie das Inventar von Kėdainiai aus dem Jahr 1666. Aus den genannten Quellen des 17.–18. Jahrhunderts wurden etwa 250 Belege für die Benennung von Schotten ausgewählt. Gezählt wurden nicht verschiedene Personen, sondern wiederholte Belege für ihre Nennung. Denn um die besondere Situation der Entstehung erblicher Anthroponyme (Familiennamen) der Schotten zu erörtern

1 Eine Liste dieser historischen Quellen findet sich am Ende des Artikels.

2 Alle im Artikel angeführten Anthroponyme sind mit Belegen versehen. Zu jedem werden das Jahr, in dem der Personenname belegt wurde, die Abkürzung der historischen Quelle und die Blatt- (Seiten-)nummer angegeben.

3 In den historischen Dokumenten belegte Abkürzungen werden ausgeschrieben. Ergänzungen werden in Klammern angegeben. Bei der Wiedergabe der Personennamen wird versucht, die in den Handschriften belegten Originalformen zu bewahren.

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(bei ihrer Ankunft in Kėdainiai um 1628–1629 hatten die Schotten bereits Familiennamen), und zur Untersuchung der Besonderheiten bei der Belegung ihrer Familiennamen, ihrer graphischen Varianten usw. sind gerade unterschiedliche Schreibweisen derselben Personen erforderlich. Im Folgenden werden die Entstehung der schottischen Gemeinschaft in Kėdainiai kurz beschrieben sowie die Benennungstendenzen bei Angehörigen dieser Nationalität und weitere Aspekte in den Handschriften der Stadt Kėdainiai aus dem 17.–18. Jahrhundert untersucht.

1. NAMENSGEBUNGSTENDENZEN DER SCHOTTEN IN KĖDAINIAI IM 17.–18. JAHRHUNDERT

Kėdainiai waren im 17.–18. Jahrhundert eine der wenigen privaten Städte Litauens. Ihnen waren bereits am 15. April 1590 die Magdeburger Stadtrechte verliehen worden; die Stadt hatte multikulturelle Traditionen bewahrt und gepflegt und gehörte den Vertretern des Biržai-Dubingiai-Zweigs der Fürstenfamilie Radvila (Aleksandrowicz 1970: 80; 2011: 282; Tylą 2000: 6). Im 17. Jahrhundert war Kėdainiai ein bedeutendes Zentrum der Evangelisch-Reformierten und der litauischen Schriftkultur im Großfürstentum Litauen. Hier befand sich das Zentrum des Žemaičių-Distrikts, der Verwaltungseinheit der Kirche dieses Bekenntnisses im Großfürstentum Litauen; die Superintendenten von Žemaičiai lebten hier, kirchliche Synoden fanden statt, und verschiedene kirchliche und kulturelle Institutionen waren hier angesiedelt (Lukšaitė 1970: 15; 1999: 10; 2001: 11). Ab 1731 ging Kėdainiai in den Besitz des katholischen Nesvyžius-Zweigs der Fürstenfamilie Radvila über. Mit Unterbrechungen gehörte die Stadt den Radvilas bis 1819 (KN 9, 12).

Um der Stadt Kėdainiai wirtschaftlichen Nutzen zu verschaffen und als aktiver Befürworter der Reformation setzte sich Kristupas Radvila dafür ein, dass sich in Kėdainiai zahlreiche Anhänger dieser Religion niederließen (Žirgulis 2005a: 226). Daher war Kėdainiai im 17.–18. Jahrhundert eine multikulturelle und multiethnische Stadt (Žirgulis 2005: 179; 2005b: 35). So heißt es: „Eine solche municipale Geschichte der Stadt Kėdainiai: Sie war hauptsächlich von Schotten, Deutschen, Juden und der einheimischen Bevölkerung – den Litauern – bewohnt“ (Šinkūnas 1928: 21). Es wird behauptet, dass Kristupas Radvila Beziehungen zu den Reformierten von Elbing unterhielt-

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bendruomenių Baltijos ir Skandinavijos regione (Bajer 2011: 78). Teigiama, kad kalbamajame regione didesnė buvo tik Norvegijos mieste Bergene gyvavusi škotų bendruomenė. Ją sudarė apie 270 asmenų (Murdoch 2001: 7). Nedaug škotų gyventa ir kituose miestuose, kaip antai, Biržuose, Kaune, Kelmėje, Skuode, Tauragėje, Vilniuje (Ragauskas 2002: 299; Žirgulis 2002: 23).

Wie für Quellen dieser Art (Magistratsbücher u. Ä.) typisch, erscheinen die Bezeichnungen der Einwohner von Kėdainiai überwiegend nicht in gesonderten Listen, sondern in unterschiedlich gestalteten Eintragungskontexten (in verschiedenen städtischen Dokumenten, Prozessprotokollen u. Ä.). Die Grundsätze für die Auswahl der Personennamen der Stadtbewohner wurden bereits ausführlich dargelegt (siehe auch Ragauskaitė 1999: 146; 2000: 94; 2002: 31–32; 2002a: 6–7; 2003: 82; 2005: 18–23; 2006: 81–82; 2009: 227; 2014: 9; 2015: 59–61).

Die Mitglieder der schottischen Gemeinde von Kėdainiai waren, wie alle Einwohner von Kėdainiai (Litauer u. a.), ebenfalls mit den Bezeichnungen pl. mieszczanin, obywatel versehen, zum Beispiel: 1753 Panu Michałowi Forsajowi Obywatelowi Miasta Kieidanskiego dat. KMK₂ 172, 1714 Pana Livingstona Raycy <…> Mieszczanow <…> Miasta Kieydan(skiego) gen. KMK₃ 30v usw. Verwendet wurden auch spezielle Bezeichnungen, die die schottische Nationalität angaben, pl. szkot, szot, z naciej szkotskiej, zum Beispiel: 1643 Jan Chapman Szkot KERJ 61v, 1649 Jakub Kujck Szkot KERK 8v, 1650 Jana Lausonna Szkota gen. CZK 68, 1649 Jan Nikiel Szkot KERK 8, 1646 Wilhelm Olephant Szot KERK 5v, 1655 pan Jakub Ranison z naciej szkotskiej CZK 103, 1635 P(an) Andrys Szot CZK 33, 1633 Tomasz Szot CZK 24 usw.

Solche in den Quellen vorkommenden Bezeichnungen lassen darauf schließen, dass diese Einwohner von Kėdainiai tatsächlich Schotten waren und von ihrer Umgebung als Nicht-Einheimische wahrgenommen wurden. Allerdings bestehen bis heute gewisse Uneinigkeiten bei der Interpretation ihrer Nationalität (in historischen Quellen u. Ä. werden Schotten mitunter auch mit dem weiter gefassten Begriff „Engländer“ bezeichnet). So wird beispielsweise angenommen, dass der berühmte Einwohner von Kėdainiai des 18. Jahrhunderts, bezeichnet als Jakub Gray, ein Engländer war (Tworek 1966: 182), während Paul Bajer ihn den Schotten zuordnete (Bajer 2012: 453). Diese Person wird auch in den Magistratsbüchern von Kėdainiai aus dem 18. Jahrhundert erwähnt, zum Beispiel: 1723 Panem Jakubem Grejem Decemwirem Kieydanſkim abl. KMK₄ 63 – 1737 Pana Jakuba Graia Raycy Kieydan(skiego) gen. KMK₅ 38 – 1739 Panem Jakubem Grajem Raycą Kieydanskim abl. KMK₅ 79 usw. Ein anderer Zuwanderer aus Schottland, ein Doktor der Medizin, wird in alten Vilniuser Handschriften des 17. Jahrhunderts als Iacobus Arnuth, Iacobus Arnott (†1632) bezeichnet. Er lebte in Vilnius und war schottischer Herkunft. Darauf deutete in historischen Quellen der häufig neben seinem Familiennamen verzeichnete Zusatz „Schotte“ hin (lat. scotus, poln. szkot) (Ragauskas 2002: 299). Auf seinem Grabstein wurde er jedoch als Engländer verewigt – „natione Angli“ (Starowolski 1655: 235). Interessanterweise werden schottische Auswanderer in historischen Quellen des 18. Jahrhunderts häufig auch als „ex gente Magnae Britanniae“ bezeichnet – als Angehörige des „britischen Volkes“ (Juknevičius 2015: 32). Schotten wurden ab 1707 als Briten bezeichnet, nachdem die Königreiche Schottland und Großbritannien vereinigt worden waren

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(BCI 45; Houston 2002: 35; Gibbs 2006: 1; Murdoch 2008: 14; Juknevičius 2015: 32).

Um die Bezeichnungen der Schotten von Kėdainiai möglichst zuverlässig zu identifizieren, stützt sich der Artikel auf eine von P. Bajer erstellte Tabelle (ein Register) von Personen dieser Nationalität aus folgenden historischen Quellen: der Sammlung von Finanzdokumenten der Evangelisch-Reformierten Kirche von Kėdainiai aus den Jahren 1628–1663 (Collecta zboru Kieydanskiego), den Taufregistern von 1640–1649 und den Trauungsregistern von 1641–1649 der Evangelisch-Reformierten Kirche von Kėdainiai sowie der Liste von 1697 Rejestr porządny Auditorow Zboru tego Kiejdanskiego aus der Sammlung der Sitzungsakten der Evangelisch-Reformierten Gemeinde von Kėdainiai aus den Jahren 1664–1717 (Akta Sessionalne Zboru Kiejdanskiego). Diese Liste von 1697, Rejestr porządny Auditorow Zboru tego Kiejdanskiego, wurde bereits zuvor veröffentlicht und zitiert (siehe auch Tworek 1969: 213–215). Die von P. Bajer erstellte Tabelle enthält folgende Angaben: die konkrete Quelle, in der die Person schottischer Herkunft erwähnt wird, das Datum, das Amt u. a. (ausführlicher siehe Bajer 2012: 443–453).

Die im Artikel aufgeführten historischen Familiennamen der Schotten von Kėdainiai wurden zur genaueren Überprüfung außerdem mit schottischen Familiennamen aus dem britischen Familiennamenatlas des 19. Jahrhunderts The Surname Atlas4 verglichen (siehe auch Archer 2003; Lewis 2011: 189–210). Dieser Familiennamenatlas zeigt die Verbreitung der Familiennamen in England, Schottland und Wales im Jahr 18815. Darüber hinaus wurden auch weitere bekannte Sammlungen schottischer Familiennamen eingesehen (Black 1996; Whyte 2000; Dorward 2002).

Um 1629 unterrichteten an der Evangelisch-Reformierten Schule von Kėdainiai mindestens vier Pädagogen schottischer Herkunft: Iacob Paterson, Alexander Nicholas, Thomas Ramsay und Ian Halson (Eriksonas 2000: 175). In der erwähnten Sammlung von Finanzdokumenten der Evangelisch-Reformierten Kirche von Kėdainiai aus den Jahren 1628–1663 finden sich ab 1630 die ersten „schottischen Familiennamen: Gilbert, Ogilby, Gordon“ (Žirgulis 2002: 24). In dieser Sammlung sind noch weitere Familiennamen von Personen dieser Nationalität zu finden, zum Beispiel: 1658 pan Jerzy Bennet CZK 108, 1650 Wilhelmus Meleyson CZK 67, 1637 Alexander Ogilbe CZK 37, 1655 Jacob Ramsay CZK 102, 1648 Andres Symson senior CZK 78 usw.

So sind in der Liste Catalogus discentium in Schola Cajodunienſi, die in den Sitzungsakten der Evangelisch-Reformierten Gemeinde von Kėdainiai aus den Jahren 1664–1717 (Acta Sessionalne Zboru Kiejdanskiego 1664–1717) erfasst wurde, folgende Personen schottischer Herkunft verzeichnet: 1666–1668 Georgius Anderſon ASZK 8, 1666 Iacobus Bennet ASZK 8, 1666–1668 Carolus Ramſay ASZK 8, 1666–1668 Thomas Ramsay ASZK 8, 1666 Iacobus Zomerwill ASZK 8; eine spätere Liste erwähnt außerdem 1668 Johannes

4 www.archersoftware.co.uk/satlas07.htm

5 Die Autorin des Artikels dankt Dr. Christopher Lewis (King’s College, London), der ihr die CD-ROM The Surname Atlas geschenkt hat.

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Barklay ASZK 8. Bei der Synode wurde ein Paar Personen verzeichnet, die als 1679 Jan Cannot, Rektor Collegy ASZK 70 und 1679 Johanes Paterson, Diaconus ASZK 70 bezeichnet wurden. Schottische Familiennamen sind in den Trauungsregistern der evangelisch-reformierten Kirche von Kėdainiai aus den Jahren 1640–1649 und in den Taufregistern von 1641–1649 belegt, zum Beispiel: 1647 Jan Forbes KERJ 7, 1642 Jan Menien KERK 2v, 1648 Mateus Ramza KERK 5v, 1649 Jan Ramaj KERK 5v usw.

Wie zu sehen ist, sind die ersten Bestandteile dieser zweigliedrigen Bezeichnungen christliche Vornamen; verwendet werden traditionelle polnische oder lateinische Namensformen, da die historischen Quellen auf Polnisch und Latein verfasst wurden, zum Beispiel: Jan, Mateus, Michal; Carolus, Georgius, Thomas usw.

Nach und nach nahmen die Schotten von Kėdainiai eine wichtige Stellung im städtischen Leben und in der Stadtverwaltung ein. So wurden für den Zeitraum 1590–1795 (die gesamte Zeit der kommunalen Selbstverwaltung der Stadt) aus verschiedenen städtischen Dokumenten 225 Familiennamen von Magistratsbeamten zusammengetragen (Tyla 2000: 73–75). Auf der Grundlage dieser von Antanas Tyla gesammelten Daten errechnete Rimantas Žirgulis, dass von den 27 Mitgliedern des Kėdainiai-Stadtrats 2 Schotten waren (7,4%), von 46 Bürgermeistern 12 Schotten (26%), von 48 Ratsherren 6 Schotten (12,5%), von 49 Schöffen 15 Schotten (30,6%), von 38 Dekemvirn 7 Schotten (18,4%) und von 17 Schreibern 1 Schotte (5,8%). Es zeigte sich, dass von den 225 städtischen Amtsträgern im genannten Zeitraum 43 Schotten waren (19,1%) (Žirgulis 2002: 25).

In den Handschriften zur Geschichte der Stadt Kėdainiai nach dem Krieg von 1655–1660 werden die Familiennamen der folgenden einflussreichen schottischen Familien aus Kėdainiai erwähnt: Andersons, Arnes, Benets, Forbes, Gordons, Hallyburtons, Kuiks, Moleysens, Nikells, Ogilbys, Ramsays, Simpsons, Skromers (Eriksonas 2000: 180). Die Angaben des Kėdainiai-Inventars von 1666 bestätigen, dass die Schotten im besten, zentral gelegenen Stadtteil ansässig waren – rund um die reformierte Kirche, den Großen Markt und in der Nähe der drei Hauptstraßen Piles, Senosios und Arklų, zum Beispiel: 1666 Ulica Konska Pukamenici P(ana) Arna pusta gen. Kl 6, 1666 Dom P(ana) Wilma Benneta gen. Kl 1, 1666 Dom Pana Dawidsona gen. Kl 1, 1666 Druga strona tejże ulicy zamkowej Domek Wojciecha Lewstona gen. Kl 3v. Da die reformierte Kirche neben dem städtischen Marktplatz stand, auf dem laute Sonntagsmärkte stattfanden, beschloss die Sitzung am 24. März 1655, dass die Sonntagsmärkte in Kėdainiai eine Missachtung Gottes darstellten, der die Sonntagsarbeit verboten hatte; daher wurde die Obrigkeit aufgefordert, diese Märkte auf Werktage zu verlegen (Juknevičius 2015: 37).

Von ihrem Einfluss und ihrer gesellschaftlichen Stellung zeugt, dass zahlreiche Personen jener Zeit, darunter Magistratsbeamte, wohlhabende Kaufleute, Kreditgeber, Pächter von Vorwerken, Ladenbesitzer, Gymnasialrektoren, Älteste der reformierten Kirche, ihre Förderer und andere, schottische Familiennamen trugen, zum Beispiel: 1690 Dawid Kreyfy Ławnik KMK₂ 21; 1708 Pan Jan Cramont Ławnik Madeburey Kiedanskie KMK₃ 15, 1721 Pan Wilhelma Halibthona Kupca y Obywatela Kiedankiego gen. KMK₄ 4, 1704 Honorato Domino Alberto Lewinston Consulari eiusdem Civitatis KMK₃ 6v, 1721–1725 Dawida

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Mitchella Decemwira⁶ gen. KMK₄ 107, 1794 Jan Moleyson Profesor Szkoł Kievdańskich KMK₂₄ 142, 1724 Szlachetnych Panow Woyciecha Paterfona Raycy <...> gen. KMK₄ 107, 1735 Wiliwem Rofsem Lantwoytem abl. KMK₅ 27v usw. Offenbar wird dieselbe Person aus Platzgründen bisweilen nur mit dem Familiennamen verzeichnet, zum Beispiel: 1711 P(ana) Cramondta gen. KMK₃ 24v, 1654 pana Cupera gen. CZK 79, 1658 panu Ramsonowi dat. CZK 108, 1655 pana Ranisona gen. CZK 104, 1653 p(ana) Dawida Symsona gen. CZK 92 – 1653 Symsona gen. CZK 92 usw.

Eine Untersuchung der historischen Quellen des 17.–18. Jahrhunderts zeigt, dass schottische Familiennamen sowohl in Aufzeichnungen über die städtische Führungsschicht als auch über Personen mit niedrigerem gesellschaftlichem Status verwendet wurden. Der erbliche Personenname erscheint in den Bezeichnungen von Mitgliedern derselben Familie⁷ (Eltern und Kinder, Ehemann und Ehefrau, Brüder usw.), zum Beispiel: 1714 Ja Jan Farsay Czynią wiadomo y jawno zeznawam tym moim Dobrowolnym listem Kwitacinnym Danym Rodzonemu <...> Panu Jerzemu Farsaiowi, jako starszemu Bratu Na to Iz ia wyzsmianowany Jan Farsay, przybywszy z Cudzych Kraiow słuzby woienney <...> w Roku Tysiącsiedmsetnym dwunastym do Miasta Kieydan y niezostawszy <...> Panow Rodzicow Moich zywocie <...> Pana Wilhelma Farsaja Pisarza Grodzkiego Kieydanskiego y Rodzicielki Moiey <...> Paniey Anny Lawrynowny Farsajowey KMK₃ 59; 1714 Pana Livingstona Raycy od Szlachetney <...> Anny Hallibortonowny Livingstonową Małzonkow Mieszczanow <...> Miasta Kieydan(skiego) gen. KMK₃ 30v; 1731 Pan Wilim Rof₃ Rayca Kieydanski <...> Katarzyna z Arnetow primi voti Elizeufzowa Reiowa ad præsens Rofzowa KMK₂ 76; 1717 Jerzy Sumerwill y Ja Anna Mozeniufzowa Jerzyna Sumerwilowa Małzonkowie <...> KMK₃ 81v.

Im 17.–18. Jahrhundert finden sich zwei gemeinsame Personennamen, wenn Ehemann und Ehefrau nebeneinander aufgeführt werden, zum Beispiel: 1691 szlachetnemu P(anu) Hendrichowi Hunterowi Ławnikowi Kieydanskiemu y szlachetney Paniey Katharzynie Lewistonownie Hendrichowey Hunterowey Ławnikowey Małzonkom dat. KMK₂ 35; 1715 Panu Alexandrowi Cuthbertowi Burmistrzowi Miasta Kieydanskiego y szlachetney <...> Pani Katharzynie Kalinowskiey Alexandrowey Cuthbertowey Burmiftrzowey Małzonkom y obywatelom Miasta Kieydanskiego dat. KMK₃ 69v.

P. Bajer bemerkte in den Sitzungsakten der evangelisch-reformierten Gemeinde von Kėdainiai aus den Jahren 1664–1717 (Acta Sessionalne Zboru Kieydanskiego 1664–1717) die Liste der Gemeindemitglieder der evangelisch-reformierten Kirche von Kėdainiai aus dem Jahr 1679 (Rejestr

6 Bei einem Teil der Personen ist lo. deczewir vermerkt. Die Verbindung des Magistrats von Kėdainiai mit der Stadtgemeinde war recht eng; deshalb nahmen an den Magistratssitzungen deczewirai und Zunftvertreter teil. Sie wurden auch vom Magistrat bestätigt. Diese Personen kontrollierten die vom Magistrat gefassten Beschlüsse und Entscheidungen sowie die Einnahmen und Ausgaben und waren für die militärische Bereitschaft der Stadt Kėdainiai verantwortlich (Tyla 2000: 64–76; Juknevičius 2015: 49).

7 Gerade die Vererbbarkeit des Personennamens und seine Zugehörigkeit zu den Mitgliedern einer Familie belegen, dass er sich zu einem Familiennamen entwickelt hatte (Bubak 1986: 217; Maciejauskienė 1991: 51; Ragauskaitė 2001: 125).

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Škotų pavardžių užrašymo tendencijos XVII–XVIII a. Kėdainių miesto istorijos šaltiniuose

porządny Auditorow Zboru tego Kiejdanskiego) Von 238 Personen ordnete er 76 Bezeichnungen Personen schottischer Herkunft zu (einschließlich ihrer Familienangehörigen, also Ehefrauen und Nachkommen). Seiner Ansicht nach entspricht dies etwa 32,3% der Gemeindemitglieder (Bajer 2012: 280).

Zu nennen sind folgende Bezeichnungen von Schotten aus Kėdainiai und ihren Familienangehörigen, z. B.: 1679 Panowie Ławnicy P(an) Woyciech Leviston, P(ani) Katarz(ina Krechtonowna, Zona jego. Katary(na), Margreta Corki. Wojciech, Jerzy Synowie. Carol, y Tomas Ramze Pasierbowie ASZK 70; 1679 P(an) Jan Dawidson, P(ani) Dorota Burnetówna Zona jego ASZK 70; 1679 W Rynku P(an) Jerzy Makien, Złotnik P(ani) Anna, Zona jego jakub Somerwill Andrzej Makien Syn ASZK 71; 1679 W Rynku P(an) Dawid Gilbert Anna Corka jego ASZK 71; 1679 Na Posmilskiey Ulicy P(ani) Gertruda Kiuckowa Wdowa. Anna y Zofia Corki ASZK 71; 1679 P(an) Jakub Somerwill Anna Zona jego Anna, Katarzyna, Helena Corki ASZK 71; 1679 Na Konskiey Ulicy P(an) Jan Scharp P(ani) Katarzyna Helleb. Zona jego Jan, Jerzy, Wojciech, Alexander Synowie ASZK 72 u. a.

Aus diesen Beispielen ist am deutlichsten ersichtlich, dass neben Personen ohne erblichen Personennamen, d. h. ohne Familiennamen, auch einige Schotten verzeichnet sind, die eine hohe sozioökonomische Stellung in der Gesellschaft innehatten. Dieser Umstand zeigt, dass in den angeführten Fällen die gemeinsamen Personennamen schlicht nicht festgehalten wurden. Offenbar war dies tatsächlich auf die uneinheitliche Namensgebung, den Kontext der Einträge und die Schreibtradition der Schreiber zurückzuführen. Diese Annahme wird dadurch gestützt, dass Angehörige derselben Familien in verschiedenen Quellen zur Geschichte von Kėdainiai uneinheitlich verzeichnet sind – mit und ohne erbliche Personennamen, z. B.: 1679 Panowie Burmistrzowie P(an) Jerzy Anderson. P(ani) Elzbieta Zona jego ASZK 70 und 1690 Spectabilis D(omi)ni Georgy Anderſon Proconsulis KMK2 6v, seine Ehefrau – 1690 Szlachetney paniey Jerzyney Andersonowey Burmistrzowey Kieydanskiey gen. KMK2 4v; 1679 Panowie Raicy P(an) Jerzy Helleborton P(ani) Elzbieta Zona jego ASZK 70 und 1736 Panią Elzbietą z Barklaiow Halibortonową tudzież Panem Jerzym Halibortonem Ławnikiem Kieyd(anskim) KMK6 28; 1679 Panowie Raicy P(an) Jakub Kiuck, P(ani) Małgorzata Zona jego ASZK 70 und 1704 Panu Jakubie Kiuku Raycy Miasta Kieydanskiego y Szlachetney Pani Małgorzacie <...> Jakubowey Kiukowey KMK3 7v; 1679 Na Długiey Ulicy P(an) Alexander Mongriff: P(ani) Zofia Zona jego Bennetowna ASZK 71 und 1691 Pana Alexandra Makryfa Ławnika Kieydanskiego y na Panią Zofię Bennetownę Alexandrową Makryfową Małzonkow KMK2 39.

Manchmal werden der Vorname und der Mädchenname der Frau ausgelassen und stattdessen auf die sama, t. y. pati, žmona verwiesen, also auf sie selbst, die Ehefrau; dann wird nur der gemeinsame Familienname der Ehegatten eingetragen: 1750–1766 Panu Jakubowi y Samey Grajom Małz(onkom) Obyw(atelom) Kieyd(anskim) dat. KMK1013 und 1777 Jakub y Elzbieta z Kramontow Grajowie Obywatele Kieydanscy KMK17 17v.

Obwohl die Schotten von Kėdainiai ihre nationale Identität bewahrten, konnten sie andererseits einer sprachlichen und kulturellen Isolation entgehen, indem sie sich durch Heiratsverbindungen mit der lokalen städtischen Elite verbanden (Žirgulis 2002: 24; 2002a: 132; 2005a: 237). Daher, wenn

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manche Familiennamen von Frauen und Männern litauischer oder polnischer Herkunft auf Mischehen hinweisen, z. B.: 1679 P(an) Reinold Gordan P(ani) Judita Budrewiczowna Zona jego ASZK 70; 1699 Ja Jakub Karol Gradowski y Ja Anna Andersonowna Jakubowa Karolina Gradowska Małżonkowie KMK₁ 89; 1679 P(an) Jerzy Meleison P(ani) Katarzyna Miksiewiczowna, Żona jego ASZK und 1691 Ja Jerzy Mollefon Burmistrz y Ja Katharzyna Miksiewiczowna Jerzyna Molefonowa Burmistrzowa Małżonkowie Mieszczanie Miasta KMK₂ 37v; 1704 P(anu) Andrzeiowi Leytticzowi Kupcowi y Mieszczaninowi Kieydanskiemu <...> y Małżonce <...> Pani Christynie Paszkiewiczownie Andrzeiowey Letticzowey dat. KMK₃ 7v; 1704–1720 Nobilis Dominus Joannes Stanielewicz alias Staniewicz et Margarita Hallibortonowna Conjuges legitimi KMK₃ 11 und 1704–1720 Ja Jan Stanielewicz alias Staniewicz, y Ja Małgorzata Hallibortonowna Janowa Staniewiczowa Małżonkowie, Obywatele y Mieszczanie Miasta Kieydan(skiego) KMK₃ 11 u. a.

Da schottische Familiennamen überwiegend in polnisch- und lateinischsprachigen Handschriften von mehreren Schreibern festgehalten wurden, ließen sich Uneinheitlichkeiten bei der Schreibweise nicht vermeiden. Der Familienname ein und derselben Person kann in verschiedenen Einträgen verändert erscheinen und ist daher schwieriger als schottisch zu identifizieren. So entstand eine beträchtliche Zahl graphischer Varianten schottischer Familiennamen, z. B.: 1637 Jan Arnet || 1638 P(an) Jan Arnat CZK 45 || 1655 Jan Arnot CZK 102; 1637 Alexander Gorden CZK 37 || 1638 P(an) Alexander Gordon CZK 45 || 1651 Alexander Gordonn CZK 74; 1646 Jakub Kujck Szkot KERK 8v || 1660 Pana Jakuba Kiuka gen. KAK₁ 16; 1690 Robert Liwiston Rayca KMK₂ 8v || 1691 Roberth Liwifton Rayca KMK₂ 38; 1638 P(an) Thomas Melisson CZK 45 || 1647 Tomasz Meleyson CZK 64; 1650 Jan Nikiel CZK 67 || 1650 Pan Jan Nikoll szafarz zborowy CZK 73; 1638 William Oliphant CZK 45 || 1646 Wilhelm Olephant Szot KERK 5v; 1649 Tomass Skromse KERK 8 || 1658 Thomass Skremzer CZK 108; 1666 Jacobus Zomervill ASZB 8 || 1668 Iacobus Somerwill ASZK 8; 1714 Dominus Georgius Farsay KMK₃ 59 || 1721 Pana Jerzego Forfaia Ławnika Miafta Kieydanſkiego gen. KMK₄ 1v; 1704 Dominum Andream Leytticz Decemvirum Caiodunensem KMK₃ 7v || 1713 Andrzeia Licza gen. KMK₃ 42v || 1719 Andrzey Leyticz Rayca Maydeburyi Kieydanskiev KMK₃ 95; 1711 Woyciech Peterson Ławnik KMK₃ 29v || 1714 Woyciech Paterson KMK₃ 59v || 1722 Pan Woyciech Peterfon Rayca Magdeburyi Kieydanſkiey KMK₄ 47v.

Noch stärker slawisiert wurden die schottischen Personennamen von Frauen. Für weibliche christliche Vornamen wurden polnische und lateinische Formen verwendet, z. B.: Anna, Catharina; Katarzyna, jedoch nur sehr selten Diminutivformen: Halszka usw. Die Einträge in den Akten zeigen, dass die Ehefrauen der Mitglieder der schottischen Stadtverwaltung und der reichsten Kaufleute mit Langformen der Vornamen bezeichnet wurden. Diminutivformen der Vornamen finden sich häufig bei Frauen aus den unteren Schichten der Bevölkerung von Kėdainiai (Litauerinnen u. a.), etwa bei Dienstmädchen. Man begegnete ihnen mit Geringschätzung und Nachlässigkeit und achtete daher nicht auf die Einheitlichkeit ihrer Namensformen. Außerdem,

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Zusätzlich wurden slawische Suffixe -ova (in den Quellen als -owa geschrieben) gewöhnlich an die Nachnamen verheirateter schottischer Frauen und -ovna (geschrieben -owna) an die Nachnamen unverheirateter Frauen oder Mädchen angefügt, z. B.: 1652 p(ani) Czapmanową mieszczanką kiejdańską CZK 79, 1659 pani Forbezowa CZK 109, 1679 Halszka Hallibortonowna ASZK 72, 1688 Ja <...> bywłza Janowa Heiowa a teraznieyſza Jerzyna Molleſonowa Burmistrzowa KMK₁ 78, 1659 panna Margareta Simsonówna CZK 109; 1717 Katarzynie Forsaio wey KMK₁ dat. 107 – 1731 Katarzyna Monkryfowna Forsa iowa KMK₂ 66, 1750 Domina Anna Forsejowa vidua KMK₂ 132, 1753 Katarzyna Dettlthen Kuczbertowa KMK₂ 175, 1710 Pani Katerzynie Lewingstonownie Leytitzowey dat. KMK₂ 55, 1722 Pani Zofia z Rejow Lewingstonowa KMK₁ 159, 1709 Pani Katharzyny Simsonowny bywszey Alexandrowey Monkrifowey Burmistrzowey Kieydanskiey gen. KMK₁ 100, 1730 Paniey Woyciechowey Patersonowey gen. KMK₂ 60. Manchmal werden dieselben Frauen kürzer bezeichnet, ohne die vollständige Namensangabe zu wiederholen, z. B.: 1659 pani Andryssowa Simsonowa CZK 109 – 1659 panią Andrys sową CZK 109.

Ähnlich (mit den slawischen Suffixen -ova und -ovna) wurden auch die Nachnamen der Frauen aus der deutschen lutherischen Gemeinde in Kaunas gebildet, die dort vom 16. bis zum 18. Jahrhundert bestand (Ragauskaitė 2001: 135–138). Es handelt sich somit um ein Phänomen, das in den Namensbeständen von mindestens zwei Städten deutlich zu beobachten ist.

Ende des 17. Jahrhunderts starb der Biržai-Dubingiai-Zweig der Fürsten Radziwiłł aus; nach dem Nordischen Krieg und der darauffolgenden verheerenden Pestepidemie verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage der Stadt erheblich, und die schottischen (und englischen) Kaufleute von Kėdainiai standen kurz vor dem Bankrott. Daher beschloss man, König Georg II. um finanzielle Unterstützung zu bitten (und auf seine Empfehlung hin auch die Mitglieder der The Society for the Promotion of Christian Knowledge) (Nishikawa 2000: 297). 1727 und 1730 reisten die als Jakob Gray und Jakob Gordon bezeichneten Bürger von Kėdainiai nach London. Bei zwei Banken wurden Konten zur Aufbewahrung des Geldes eröffnet. Der englische Premierminister, als Sir Robert Walpole bezeichnet, spendete 50 Pfund; auch der Regierungsekretär, der Earl of Harrington, steuerte Geld für die Mission bei (Žirgulis 2002a: 134). Die Kirche von Schottland rief zu einer allgemeinen Sammlung zur Unterstützung „Samogitiens und Kėdainiays“ auf. Aus dem Dankbrief der Einwohner von Kėdainiai vom 30. April 1731 geht hervor, wie das Geld verwendet wurde: In Königsberg wurden Salz, Hering(e), Eisen, Glas, Blei und andere für den Handel nützliche Waren gekauft; ein Teil des Geldes wurde den Armen zugewiesen, ein weiterer Betrag in Danzig zurückgelassen (Nishikawa 2000: 296–297). 1731 wurde die Societas Commerciorum – Komercijos draugija gegründet. Ihre Gründer waren „Alexander Cuthbert, burmistrz kiejdański, Andrzej Leit y c, rajca, Ierzy Forsay, wójt, William Ross, Robert Livingston, Dawid Anderson, Iakub Gray – ławnicy, Daniel Mitchell, Ierzy Halybarton – dziesiętnicy, wszyscy obywatele kiejdańscy nationis M. Britannia“ (Tworek 1966: 195). Ziel dieser Gesellschaft war die Wiederbelebung des Handels sowie der Unterhalt der evangelisch-reformierten Kirche, ihrer Geistlichen und Gebäude,

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vargšų ir nuskurdusių tautiečių bei bendratikių šelpimas (Žirgulis 2002: 26). Tačiau 1731 m. gaisrai sugriovė Kėdainių pirklių planus. XVIII a. ūkio krizė, karai bei religinis persekiojimas toliau menkino anglų ir škotų išeivijos gyvenimą Radvilų mieste (Nishikawa 2000: 308). Dėl šių nepalankių istorinių aplinkybių škotų asmenvardžių kalbamojo šimtmečio knygose mažėjo, škotai palaipsniui asimiliavosi. Didžioji dalis šių kitataučių išvyko – XVIII a. savo veiklą perkėlė į Karaliaučių ir Klaipėdą, kur vertėsi medienos plukdymu ir prekyba (Žirgulis 2002: 26).

Heute bewahren alte Handschriften der Stadt Kėdainiai und erhaltene Bauwerke – die Schottenhäuser – die Erinnerung an die Schotten (Grinevičius, Miškinis 1975: 167; KSR 6, 20, 23; Jucevičius 2011: 50, 54–56). Es wurde die Hypothese aufgestellt, dass die schottische Architektur in Kėdainiai (für die Schottenhäuser waren gewölbte Decken im Erdgeschoss und hölzerne Galerien in den Höfen charakteristisch) typisch für die Städte an der Ostküste Schottlands ist (Juknevičius 2015: 7).

Den Nachnamenstatus der Stadtbewohner legten meist die Dokumente der jeweiligen Stadt fest. In der Stadt waren die familiären Bindungen schwächer und die wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen wesentlich komplexer: Es wurde intensiv Handel betrieben, das Handwerk entwickelte sich, und den Einwohnern wurden Darlehen gewährt. Daher war es wichtig, eine Person von anderen zu unterscheiden und sie zu identifizieren (Ragauskaitė 2005: 145–146). Wie bereits erwähnt, führten in den Einträgen der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts grundsätzlich alle Stadtbewohner von Kėdainiai Nachnamen. Offenbar bildeten sich die Nachnamen der Angehörigen der untersten (marginalisierten) Schichten von Kėdainiai langsamer heraus (Ragauskaitė 2008: 32–33). Eine Besonderheit im Zusammenhang mit der Entstehung der Nachnamen der Einwohner von Kėdainiai war die Situation bei der Ausbildung der Nachnamen der schottischen Gemeinde der Stadt. Als die Schotten um 1628–1629 nach Kėdainiai kamen, hatten sie bereits erbliche Personennamen (Nachnamen); bei der Eintragung der Mitglieder derselben Familien wurden ihre gemeinsamen Personennamen in den historischen Quellen der Stadt jedoch nicht immer festgehalten. Offenbar war dies tatsächlich durch die Eigenart der Quellen und die uneinheitlichen Namensformen bedingt (Personen, die zuvor erwähnt worden waren, konnten auf einer anderen Seite des Dokuments anders oder schlicht kürzer und einfacher bezeichnet werden) und Ähnliches. Mit anderen Worten: Die Nachnamen dieser Fremden wurden in den städtischen Dokumenten nach denselben Regeln festgehalten wie die der übrigen einheimischen Einwohner von Kėdainiai.

Die im Artikel vorgelegten Aussagen zum Bezeichnungssystem der schottischen Stadtbewohner von Kėdainiai im 17.–18. Jahrhundert sowie zur Verschriftlichung und Entwicklung ihrer Nachnamenformen ergänzen die bisherigen Untersuchungen zum historischen Namensbestand von Kėdainiai. Weitere Forschungen auf diesem besonderen Gebiet der litauischen historischen Anthroponomastik – den Personennamen des städtischen Standes – sind auch deshalb erforderlich, weil sich die Namensbestände verschiedener litauischer Städte hinsichtlich der Bildung, Herkunft, Wortbildung und weiterer Aspekte der Nachnamen unterscheiden.

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2. SCHLUSSFOLGERUNGEN

1. Die um 1628–1629 nach Kėdainiai gekommenen Personen schottischer Herkunft führten bereits Nachnamen, doch deren Überlieferung – das Festhalten oder Nichtfesthalten – in den städtischen Handschriften war uneinheitlich. Ausschlaggebend dafür waren der Kontext der historischen Dokumente, das Fehlen eines einheitlichen und für alle verbindlichen Bezeichnungssystems, die Schreibtradition der damaligen Schreiber und weitere Faktoren. Es ist jedoch offensichtlich, dass im 16.–18. Jahrhundert Bezeichnungen vorherrschten, die eindeutig die Verwendung erblicher Personennamen (Nachnamen) der schottischen Einwohner von Kėdainiai in den historischen Quellen der Stadt belegen.

2. Die Bezeichnungen der schottischen Einwohner von Kėdainiai im 17.–18. Jahrhundert sind in Texten und Schriftstücken in lateinischer und polnischer Sprache belegt. Daher wurden polnische und lateinische Formen ihrer christlichen Vornamen verwendet. Die latinisierten und slawisierten Nachnamen von Angehörigen dieser Ethnie konnten in verschiedenen Einträgen der Magistratsbücher unterschiedlich modifiziert werden. So entstanden graphische Varianten der Nachnamen der schottischen Einwohner (Männer) von Kėdainiai.

3. Die Anthroponyme von Frauen schottischer Herkunft wurden noch stärker slawisiert. An die zweiten Personennamen (nach dem Ehemann oder Vater) wurden slawische Suffixe -oa (in historischen Dokumenten als -owa geschrieben) gewöhnlich bei den Nachnamen verheirateter Frauen und -ona (geschrieben -owa) bei den Nachnamen unverheirateter Mädchen oder Frauen angefügt. Dabei dürften auch die Eigenart der damaligen Quellen, die von den Schreibern unterschiedlich befolgten Regeln der Schriftführung, deren ethnische Zugehörigkeit, Kompetenz und weitere Faktoren eine Rolle gespielt haben.

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ANHÄNGE

ABB. 1. Fragment aus dem Jahr 1666 aus dem alten Manuskript Inventarz miasta Kieydanskiego 1666 (1. 6).

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ABB. 2. Fragment aus dem Jahr 1679 aus dem Manuskript von 1664–1717 Acta Sessionalne Zboru Kiejdanskiego (l. 70).

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ABB. 3. Fragment aus dem Jahr [1686] aus dem Magistratsbuch von Kėdainiai aus den Jahren 1690–1775 (l. 46).

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ŠALTINIAI

ASZK – Akta Sessionalne Zboru Kiejdanskiego 1664–1717. Lietuvos Nacionalinės Martyno Mažvydo bibliotekos Retų knygų ir rankraščių skyrius. F. 93–541.

CZK – Collecta zboru Kieydanskiego: To jest rachunek wszystkich recept i expens zborowych zaczę ty roku 1628 dnia 20 novembra, unpublished print. Opracował W. G. Studnicki, Wilno: 1939. Lietuvos Mokslų Akademijos Vrublevskių bibliotekos Rankraščių skyrius. F. 9–3040.

KERĮ, KERK – Kėdainių evangelikų reformatų bažnyčios 1640–1649 m. jungtuvių ir 1641–1649 m. krikšto metrikų knygos. Lietuvos valstybės istorijos archyvas (toliau – LVIA). F. 606. Ap. 1. B. 144.

KI – Kėdainių 1666 m. inventorius [Inwentarz miasta Kieydanskiego 1666]. Vilniaus universiteto bibliotekos Rankraščių skyrius. F. 4. A215. B. 16891.

KMK1 – Kėdainių magistrato 1623–1806 m. knyga8. LVIA. F. SA. B. 15360.

KMK2 – Kėdainių magistrato 1690–1775 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15357.

KMK3 – Kėdainių magistrato 1704–1720 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15358.

KMK4 – Kėdainių magistrato 1721–1725 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15359.

KMK5 – Kėdainių magistrato 1732–1740 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15361.

KMK6 – Kėdainių magistrato 1732–1743 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15362.

KMK7 – Kėdainių magistrato 1744–1750 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15363.

KMK8 – Kėdainių magistrato 1750–1752 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15364.

KMK9 – Kėdainių magistrato 1750–1761 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15367.

KMK10 – Kėdainių magistrato 1750–1766 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15368.

KMK11 – Kėdainių magistrato 1753–1755 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15365.

KMK12 – Kėdainių magistrato 1756–1758 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15366.

KMK13 – Kėdainių magistrato 1762–1763 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15369.

KMK14 – Kėdainių magistrato 1763–1770 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15370.

KMK15 – Kėdainių magistrato 1767–1770 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15371.

KMK16 – Kėdainių magistrato 1771–1773 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15372.

8 Iš tiesų tai nėra 1623–1806 m. magistrato knyga, kaip nurodyta Lietuvos valstybės istorijos archyvo apraše, o tik į vieną rinkinį įrišti poros šimtų metų pavieniai dokumentai.

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KMK17 – Kėdainių magistrato 1774–1777 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15373.

KMK18 – Kėdainių magistrato 1777–1779 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15374.

KMK19 – Kėdainių magistrato 1777–1780 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15375.

KMK20 – Kėdainių magistrato 1779–1782 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15376.

KMK21 – Kėdainių magistrato 1782–1791 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15377.

KMK22 – Kėdainių magistrato 1783–1792 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15378.

KMK23 – Kėdainių magistrato 1791–1806 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15379.

KMK24 – Kėdainių magistrato 1794–1798 m. knyga. LVIA. F. SA. B. 15380.

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Škotų pavardžių užrašymo tendencijos XVII–XVIII a. Kėdainių miesto istorijos šaltiniuose

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Straipsniai / Articles

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ALMA RAGAUSKAITĖ

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Tendencies of Recording of Scottish Surnames in the 17th–18th Century Historical Sources of Kėdainiai

S U M M A R Y

The article analyses the tendencies of naming the members of the Scottish community which existed in Kėdainiai in the 17th–18th century, the peculiar characteristics of expression of genders in their hereditary personal names and their recording in the town’s historical sources of that time. The article focuses on the analysis of proper names of Scottish settlers in Kėdainiai collected from Kėdainiai Magistrate’s register books of the 17th–18th century. In addition to these sources, the author also resorts to other old manuscripts. Around 250 cases of naming Scottish settlers in Kėdainiai were selected – not the cases of naming different persons but repetitive references to them were collected (different variants of their surnames). A larger Scottish community in the town formed in the mid-17th century. They gradually gained an exceptional status. Scottish people settled in the best part of the town – around the Reformed Church and the ‘Great Market.’ The fact that quite a few magistrate’s officers, merchants, elders of the Evangelical Reformed Church, etc. had Scottish surnames testifies to their influence and position in the society of the town. The Scottish settlers who arrived in Kėdainiai in around 1628–1629 already had surnames; however, when recording the family members of the Scottish settlers in Kėdainiai, the spelling of their hereditary personal names (fixation or non-fixation) varied in the town’s old manuscripts. It was influenced by the context of the historical sources under analysis, the writing tradition of the clerks of that time, record-keeping rules, etc. Nevertheless, it is obvious that the 17th–18th century was dominated by the naming which provided obvious evidence to the functioning of hereditary personal names (surnames) of the Scottish settlers in Kėdainiai in Kėdainiai historical sources. A hereditary personal name is seen in the naming of members within the same family (parents and children,

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Škotų pavardžių užrašymo tendencijos XVII–XVIII a. Kėdainių miesto istorijos šaltiniuose

husband and wife, brothers, etc.). In the 17th–18th century the surnames of Scottish settlers were recorded in the texts written by the town’s clerks in Latin and Polish languages. Hence, the surnames of this nationality were Latinized, Slavicized and could be differently modified in different records of the magistrate’s books. Therefore, the article discusses the graphic variants of Scottish (male) surnames. Scottish female surnames were Slavicized to an even greater extent; the Slavic suffix -ovna (spelled -owna) was consistently added to the surnames of unmarried women, while -ova (spelled -owa) was added to the surnames of married women.

Įteikta 2016 m. rugsėjo 27 d.

A L M A R A G A U S K A I T Ė

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