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doi.org/10.35321/term27-06
Die Einwortterminologie der Astrologie unter dem Gesichtspunkt ihrer Herkunft
RAMUNĖ VASKELAITĖ
Lietuvių kalbos institutas
ZUSAMMENFASSUNG
Dieser Artikel wirft einen ersten Blick auf ein bislang unerforschtes Gebiet – die Terminologie der Astrologie. Ein erster Einblick wird anhand einer Gruppe einwortiger Termini versucht. Untersucht wird die Zusammensetzung dieser Termingruppe unter dem Gesichtspunkt ihrer Herkunft. Dabei zeigt sich ein Übergewicht der entlehnten Terminologie. Anders als in vielen Bereichen der Terminologieverwendung, die heute stark vom Englischen beeinflusst sind, finden sich jedoch selbst in einem für den Einfluss des Englischen offenen Medium wie der Sprache des Internets (die Analyse beruht auf online veröffentlichten Astrologie-Websites) nur wenige Termini, die Anzeichen einer Entlehnung oder einer direkten Übernahme des Terminus aus dem Englischen aufweisen. Obwohl die Astrologie nicht als Wissenschaft anerkannt ist, erweist sie sich als ein Bereich der Terminverwendung mit einer eigenständigen Terminologie.
Der vorliegende Artikel wirft einen Blick auf das unerforschte Gebiet der astrologischen Termini. Er versucht, dieses Gebiet anhand der Gruppe einwortiger Termini zu erkunden. Ziel des Artikels ist es, die Zusammensetzung dieser Termingruppe unter dem Gesichtspunkt ihrer Herkunft zu bestimmen. Die Untersuchung zeigt, dass die Schicht entlehnter Termini überwiegt. Anders als in vielen anderen Bereichen, die heute stark vom Englischen beeinflusst sind, gibt es jedoch selbst in einem für den Einfluss des Englischen offenen Medium wie der Sprache des Internets (die Analyse basiert auf online zugänglichen Astrologie-Websites) nur wenige Termini, die Anzeichen einer Entlehnung oder direkten Übernahme aus dem Englischen aufweisen. Obwohl sie nicht als Wissenschaft anerkannt ist, erweist sich die Astrologie als ein Bereich der Terminverwendung mit einem eigenen, unabhängigen Terminbestand.
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EINLEITUNG
Obwohl die Struktur des Begriffs Astrologie es zuließe, den damit bezeichneten Gegenstand den Wissenschaften zuzuordnen1, ist das Verhältnis dieses Gegenstands zur Wissenschaft tatsächlich nicht so eindeutig wie beispielsweise bei der Geologie, Soziologie, Psychologie oder anderen Gegenständen, die mit Begriffen vergleichbarer Struktur bezeichnet werden. Das zeigen bereits die Versuche, den Begriff zu definieren oder zu erklären. So wird die Astrologie in einigen Publikationen oder auf Websites aus dem Bereich der Astrologie als Wissenschaft anerkannt, wobei sie zugleich auch als System verstanden wird: „Wenn wir die Astrologie nicht nur als Wissenschaft von der Bewegung der Himmelskörper und ihrer Bedeutung für das Leben der Menschen verstehen, sondern den Begriff etwas weiter fassen, werden wir sehen, dass die Elemente dieses Systems viel älter und weltweit verbreitet sind, denn sie beruhen auf den Erfahrungen der Menschheit“ (Bogun 1999: 12). In anderen Publikationen oder auf anderen Websites wird sie als Wissenschaft betrachtet: „Astrologie (von astro … und gr. logos ‚Lehre‘) ist die Wissenschaft vom Einfluss der Körper des Universums (Planeten, Sterne) auf das Leben auf der Erde“ (Kaškelis 2020). Es gibt auch Definitionen, in denen Astrologie als Wissenschaft und Kunst bewertet wird: „Astrologie ist die Wissenschaft und Kunst, die Position der Himmelskörper und ihre Umlaufzyklen zu bestimmen“ (Katiliūtė-Jonynienė 1994: 5). Die Definitionen in astronomischen Fachwörterbüchern oder enzyklopädischen Publikationen, beispielsweise in der Allgemeinen Litauischen Enzyklopädie (im Folgenden VLEe), sprechen der Astrologie jedoch den Status einer Wissenschaft ab: Sie wird als „irrige“ (Juška 1984) oder „pseudowissenschaftliche“ (Straižys 2002) „Theorie bewertet, der zufolge die Stellung von Sonne, Mond und Planeten im Gürtel der Tierkreissternbilder das Schicksal von Menschen, Völkern und Staaten sowie Naturerscheinungen beeinflusst“, oder lediglich als Zukunftsdeutung – als „Vorhersagen, die auf Behauptungen über den Einfluss der Stellung von Sonne, Mond und Planeten in den Tierkreissternbildern (Horoskop) auf den Menschen (Menschengruppen, Völker, Staaten) und die Ereignisse in seinem Leben beruhen“ (VLEe). Das Verständnis wird noch weiter verengt: Astrologie wird dem Aberglauben gleichgestellt: „Astrologie hat keine wissenschaftliche Grundlage und kann als unterhaltsames Spiel oder Aberglaube betrachtet werden“ (VLEe).
Der Konflikt zwischen Wissenschaft und Astrologie tritt besonders deutlich in Texten der Online-Medien hervor. So erklärt der leitende Fachmann des Observatoriums des Instituts für Theoretische Physik und Astronomie, der in einem Nachrichtenportal interviewt wird, dass „die Regeln der Astrologie und die Deutung von Horoskopen nicht-“
1 In Wörterbüchern der Internationalismen wird das Glied -logija als zweites Glied zusammengesetzter Wörter erklärt, das auf einen Bezug zur Wissenschaft hinweist (z. B. TŽŽ 1985; TŽŽ 2013). In der Allgemeinen Litauischen Enzyklopädie wird der Begriff Astrologie von astro- und logos (Wissenschaft) hergeleitet (VLEe).
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turi jokio mokslinio pagrindo“ (Marcinkevičius 2004), o tinklaraštyje kalbinama astrologė tvirtina: „Astrologija be galo tikslus, matematiškas, logiškas mokslas. Lietuvoje ir kai kuriose postsovietinėse šalyse gyvuoja mitas, jog astrologija tai – vieta laisvoms interpretacijoms. Nieko panašaus – tai griežta ir labai tiksli sistema, kuri neturi nieko bendro nei su burtais, nei su spėlionėmis, ji remiasi astronominiais-matematiniais apskaičiavimais“ (Novickienė 2020).
Aus Texten aus dem Bereich der Astrologie ließe sich auch der Hauptgrund für diesen Konflikt ableiten: astronomische Entdeckungen, die das geozentrische Weltbild veränderten und die Astronomie von der Astrologie entfernten, die auf jahrtausendealte Traditionen zurückblickt (Bogun 1999: 19–21)2 und den Ausgangspunkt für die Wissenschaft der Astronomie bildete3. Diese Texte legen jedoch auch einen weiteren möglichen Grund offen: Zur Verengung des Astrologiebegriffs könnte die Tätigkeit der Astrologen selbst erheblich beigetragen haben, da sie den Beruf oder die Berufung des Astrologen unterschiedlich verstehen: „Jahrhunderte vergingen, die Staatsstrukturen und das Bewusstsein der Menschen wandelten sich, neue Lehren, Religionen und spirituelle Strömungen entstanden. Die Astrologie begann, sich den neu entstehenden Systemen anzupassen und nach und nach die Perlen ihrer Spiritualität zu verstreuen; sie wurde pragmatischer und direkter. Indem sie sich den Gruppen von Menschen mit primitivem Bewusstsein anpasste, verfiel sie immer mehr. Sie wurde von ‚Astrologen‘ vereinfacht, die ein antiker Priester nicht einmal über die Schwelle gelassen hätte (von der Ausbildung eines solchen Menschen ganz zu schweigen). Sie banalisierten die einst heilige Wissenschaft (so nannte der berühmte Yogi Sri Yukteswar Giri die Astrologie) und zogen ihr unverdiente Kritik zu, wonach Astrologie und Wahrsagerei Früchte desselben Baumes seien“ (www.antropoteosofineastrologija.lt). Aus der auf der Website des Verbands für anthroposophische Astrologie veröffentlichten Satzung geht das Bestreben hervor, der Astrologie ihren Wissenschaftsstatus zurückzugeben: Als Hauptaufgabe des Verbands wird formuliert, „die Astrologie zu rehabilitieren, die verunglimpft, verzerrt und zur Dienerin der Verbraucher sowie zum Gegenstand des Spottes gemacht wurde. Mit unserer Tätigkeit dazu beizutragen, der Astrologie als ernsthafter sakraler Wissenschaft und ehrenhaftem Beruf zu ihrem guten Ruf zu verhelfen <…>“ (www.antropoteoso-fineastrologija.lt).
2 In der VLEe heißt es, dass „der Unterschied zwischen der Astronomie als Wissenschaft von den Sternen und der Astrologie als Wahrsagerei aus den Sternen“ bereits in den ersten Jahrhunderten nach Christus deutlich wurde. Der Beginn der Astrologie wird gewöhnlich nur ungefähr und nicht ganz einheitlich datiert. Laut VLEe entstand die Astrologie möglicherweise im 3. Jahrtausend v. Chr. in Mesopotamien.
3 Dass die Ursprünge der Astronomie mit der Astrologie verbunden sind, wird auch in astronomischen Fachwörterbüchern angegeben, z. B.: „Die Astrologie trug in der Antike zur Entstehung der Astronomie bei“ (Straižys 2002).
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Zumindest derzeit wird Astrologie an litauischen Universitäten nicht gelehrt; folglich werden auch weder Lehrbücher für Hochschulen noch gar wissenschaftliche Arbeiten – die wichtigsten Quellen für den Terminusgebrauch und die Entwicklung der Terminologie – erstellt4. Es werden jedoch verschiedene Astrologiekurse und Seminare veranstaltet (www.astrodaiva.com; www.dharma.lt; www.uranija.lt; www.vidineastrologija.lt; www.zacch.lt), es gibt Astrologieschulen (www.astrologijosmokykla.lt), und wie auf einer Website angegeben wird, soll noch in diesem Jahr das Institut für Astropsychologie seine Türen öffnen (www.uranija.lt). Im Internet gibt es frei zugängliche Astrologie-Websites, auf denen nicht nur Texte zu verschiedenen astrologischen Themen veröffentlicht, sondern auch Begriffe in unterschiedlichem Umfang erläutert, Definitionen formuliert und sogar Glossare bereitgestellt werden. Die Spannungen im Verhältnis zwischen Wissenschaft und Astrologie sind also kein Hindernis dafür, die Terminologie dieses Bereichs zu untersuchen.
Die gegenwärtige Astrologie-Terminologie ist, sofern der Autorin nichts entgangen ist, bislang überhaupt nicht untersucht worden. Sie könnte daher unter verschiedensten terminologischen Gesichtspunkten betrachtet werden: Herkunft, Struktur, Synonymie, Mehrdeutigkeit und syntaktische Zusammensetzung. Den Anfang bildet eine Analyse der Termini nach ihrer Herkunft; zunächst wird dabei nur die Gruppe der einwortigen Termini berücksichtigt. Ziel dieser Untersuchung ist somit, die Gruppe der einwortigen astrologischen Termini unter dem Gesichtspunkt ihrer Herkunft zu untersuchen.
Wie auch die meisten terminologischen Arbeiten zeigen, kann eine Herkunftsanalyse ein unterschiedlich detailliertes Bild der Terminologie liefern, je nachdem, welches Hauptziel die Arbeit verfolgt. In einigen Arbeiten wird anhand der in der Terminologie etablierten Einteilung der Termini in nichtlitauischer Herkunft, litauischer Herkunft und Hybride das Verhältnis zwischen den Schichten der entlehnten und der litauischstämmigen Terminologie dargestellt (z. B. Kazlauskaitė 2000; Zemlevičiūtė 2004; Rimkutė 2007; Šilobritaitė 2008; Šilobritaitė 2011); in anderen Arbeiten wird durch eine genauere Untersuchung der Termini nichtlitauischer Herkunft auch ein detaillierterer Querschnitt durch die entlehnte Terminologieschicht sichtbar (z. B. Drotvinas 2005; Kaulakienė 2007; Katelytė 2009; Zemlevičiūtė 2009; Zemlevičiūtė 2010; Zemlevičiūtė 2011; Zemlevičiūtė 2018a; Zemlevičiūtė 2018b; Rimkutė 2012; Mitkevičienė 2014). Die Modelle einer detaillierteren Untersuchung können sich allerdings unterscheiden: In einigen Arbeiten werden Termini nichtlitauischer Herkunft in Internationalismen, Fremdwörter und eigentliche Entlehnungen unterteilt (z. B. Rimkutė 2012); häufig wird jedoch ohne eine solche Einteilung versucht festzustellen, welche nichtlitauischen …
4 Als dieser Artikel bereits fertiggestellt war, erschien Loretos Stonkutės Astrologijos vadovėlis (Kaunas, Mijalba, 2020, 420 S.). Übrigens wird es als „das erste umfassende und professionell erarbeitete Astrologielehrbuch in litauischer Sprache“ vorgestellt (https://www.patogupirkti.lt/knyga/astrologijos-vadovelis.html).
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…sprachiger Herkunftsterminologien (Entlehnungen) nach Herkunftssprache (z. B.: Katelytė 2009; Zemlevičiūtė 2009; Zemlevičiūtė 2010; Zemlevičiūtė 2011; Zemlevičiūtė 2018a; Zemlevičiūtė 2018b). Eine feinere Gliederung der entlehnten Terminologieschicht hält die Autorin dieses Artikels für einen wichtigen Faktor, der es ermöglicht, sowohl die Entlehnungsrichtung als auch die Besonderheiten der Terminologie des Fachgebiets aufzuzeigen. Daher wird sie in dieser Arbeit angewandt, das heißt, nichtlitauische Termini werden nach ihrer Herkunftssprache beurteilt. Um das bereits genannte Ziel – die Gruppe der einwortigen astrologischen Termini unter dem Gesichtspunkt ihrer Herkunft zu untersuchen – zu erreichen, werden somit zwei Aufgaben gestellt: das Verhältnis zwischen entlehnten und litauischstämmigen Termini zu ermitteln und die Herkunftssprache der entlehnten Termini festzustellen. Eine prozentuale Darstellung des Verhältnisses wird nicht angegeben; aus der Arbeit sollte hervorgehen, warum.
In terminologischen Arbeiten werden nichtlitauischstämmige Termini unterschiedlich bezeichnet, oft ohne Synonyme zu vermeiden, z. B.: Termini nichtlitauischer Herkunft (Šilobritaitė 2011), Entlehnungen (Zemlevičiūtė 2011), nichtlitauische Termini und Termini nichtlitauischer Herkunft (Rimkutė 2005), Termini nichtlitauischer Herkunft und entlehnte Termini (Rimkutė 2007), Termini fremder Herkunft, entlehnte Termini und Entlehnungen (Vladarskienė 2017), Entlehnungen und entlehnte Termini (Zemlevičiūtė 2009), fremdstämmige Termini, Termini fremder Herkunft, entlehnte Termini und Entlehnungen (Zemlevičiūtė 2018b). Auch in dieser Arbeit wird man solche Bezeichnungen nicht vermeiden; ein Terminus nichtlitauischer Herkunft wird daher sowohl als entlehnter Terminus als auch, kürzer, als Entlehnung bezeichnet. Die Verwendung der Bezeichnungen entlehnter Terminus, Entlehnung würde durch die Gruppe der Hybridtermini etwas erschwert, da Hybridtermini, wie auch aus den bereits genannten terminologischen Arbeiten hervorgeht, tendenziell von Entlehnungen und übrigens auch von litauischstämmigen Wörtern unterschieden werden, wodurch ihr Status im Hinblick auf die Entlehnung von Terminologie recht unklar bleibt. Allerdings sei vorweg gesagt, dass in den für die Analyse ausgewählten Quellen nur wenige Hybride zu finden waren. Dies macht es weder erforderlich, sie ausführlicher zu behandeln (geschweige denn, ihnen ein eigenes Kapitel der Arbeit zu widmen), noch den Begriff Entlehnung zu vermeiden. Einige in den untersuchten Quellen vorkommende Hybride werden bei der Erörterung der Termini nichtlitauischer beziehungsweise litauischer Herkunft erwähnt; ihr Hybridstatus wird dabei benannt5.
Die Beschränkung auf die Gruppe der einwortigen Termini wird durch die Besonderheiten des für die Analyse ausgewählten Fachgebiets nahegelegt. Astrologie als Terminologie verwendendes Fachgebiet ist bislang nicht untersucht worden; daher ist seine Terminologie Forschenden anderer Fachgebiete oder an Terminologie interessierten Leserinnen und Lesern vermutlich kaum bekannt. Die Beschränkung auf nur eine …
5 Ohne den Anspruch, die Auffassung des Hybrids eingehender zu untersuchen, wird dennoch angenommen, dass sich, wie auch im Artikel von Rasa Vladarskienė (2017), die Möglichkeit einer Differenzierung von Hybriden in Betracht ziehen lässt. In jenem Artikel werden Hybride mit einem Stamm fremder Herkunft bedingt den entlehnten Termini zugeordnet.
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…gruppe ermöglicht es, die Termini ausführlicher zu behandeln und sie so den Leserinnen und Lesern vorzustellen. Eine eingehendere Behandlung der Termini wird jedoch auch durch eine weitere Besonderheit des untersuchten Fachgebiets nahegelegt: Litauische Astrologiewörterbücher werden nicht erstellt, und in Wörterbücher der Internationalismen werden nur sehr wenige astrologische Termini aufgenommen. Daher muss die Entscheidung, einen bestimmten Terminus der astrologischen Terminologie zuzuordnen, begründet werden. Dies lässt sich erreichen, indem die Bedeutung des Terminus anhand von Definitionen und Erläuterungen aus Quellen zum Terminusgebrauch erschlossen und/oder sein Verwendungskontext aufgezeigt wird. Auch aus diesem Grund werden die unter dem Gesichtspunkt ihrer Herkunft untersuchten Termini etwas ausführlicher behandelt, als dies bei Untersuchungen zur Herkunft von Termini üblich ist.
Da sich die astrologische Terminologie in schriftlicher Form nicht in wissenschaftlichen Werken oder Lehrbüchern, sondern vor allem auf Internetseiten entwickelt, richtet sich die Aufmerksamkeit auf diese Quelle. Es wurden zwölf Internetseiten ausgewählt. Einige davon behandeln ausschließlich Astrologie (astrodaiva.com; astrologe.weebly.com; astrologijosmokykla.lt; vidineastrologija.lt; zodiakas.com), andere auch einige weitere Fachgebiete, die gewöhnlich als Bereiche der spirituellen Entwicklung oder Selbsterkenntnis beschrieben werden (ananta.lt; antropoteosofineastrologija.lt; dharma.lt; sadhanacentras.lt; uranija.lt; wolmer.lt; zachh.lt). Auf den letztgenannten Internetseiten werden nur Texte aus dem Bereich der Astrologie ausgewählt. Aus Gründen der Kürze werden die Internetseiten im Text als Webseiten bezeichnet und mit den für die Publikation Terminologija typischen Abkürzungen gekennzeichnet. Eine Erläuterung der Abkürzungen findet sich im Quellenverzeichnis. Bei der Auswahl der Webseiten wurden solche berücksichtigt, auf denen die Terminologie der westlichen Astrologie entwickelt wird und die nicht nur Dienstleistungen anbieten oder Horoskope veröffentlichen, sondern auch Texte zu verschiedenen astrologischen Themen bereitstellen, Begriffe erläutern und Termini verwenden. Auf zwei der ausgewählten Webseiten finden sich zudem Terminologielisten: Astrologijos sąvokos (zodiakas.com) (im Folgenden AS) und Astrologijos terminų žodynėlis (ananta.lt) (im Folgenden ATŽ)6. Für die Analyse wird Material herangezogen, das bis zum 20. Oktober 2020 auf den Webseiten veröffentlicht wurde. Die Sprache der Texte wird nicht redigiert; lediglich offensichtliche Druckfehler werden korrigiert.
Die Analyse beginnt mit der Untersuchung einwortiger Termini nichtlitauischer Herkunft, also Entlehnungen. Nach ihrer Untersuchung nach Herkunftssprache im ersten Kapitel werden im zweiten Kapitel die litauischstämmigen Termini behandelt. Anschließend werden Schlussfolgerungen zum Verhältnis zwischen Termini litauischer und nichtlitauischer Herkunft, zur Zusammensetzung der entlehnten Terminologieschicht und – soweit die Analyse einwortiger Termini dies zulässt – zur astrologischen Terminologie gezogen.
6 Wie sich auch aus den zitierten Definitionen ergeben wird, erfüllen diese Glossare nicht die Anforderungen an Terminologiewörterbücher. In diesem Artikel geht es jedoch nicht um die Grundsätze für die Erstellung von Terminologiewörterbüchern oder Glossaren, sondern um Terminologie.
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1. NICHTLITAUISCHER HERKUNFT ENTSTAMMENDE TERMINI
1.1. Entlehnungen griechischen und lateinischen Ursprungs
Der Terminus astrologijaAstrologie wird hinsichtlich seiner Herkunft im neuesten, auf der Grundlage früherer Wörterbücher erstellten Internationalen Wörterbuch der Fremdwörter (im Folgenden – TŽŽ)7 als ein aus zwei Teilen bestehendes Wort griechischen Ursprungs erklärt: Der erste Teil des Kompositums astro- weist auf eine Bedeutungsbeziehung zu kosmischen Körpern oder zum kosmischen Raum, zu Sternen und sternförmigen Gestalten hin (gr. astron – Stern), während -logija Wissenschaft bedeutet (gr. logos – Begriff, Wissenschaft). Selbstverständlich wird dieser Terminus auf allen für die Analyse ausgewählten Websites verwendet, ebenso wie der Terminus astrologasAstrologe.
Der breiten Öffentlichkeit ist wohl ein weiterer Terminus aus diesem Bereich nicht weniger bekannt – Horoskop. Auch er wird in allen für die Analyse ausgewählten Quellen verwendet und ist ebenfalls ein Lehnwort aus dem Griechischen: gr. hōroskopos – die Zeit beobachtend. Die Bedeutung, die der Terminus durch die in Zeitungen und Nachrichtenportalen veröffentlichten Jahres-, Monats-, Wochen- oder Tageshoroskope annehmen kann und die übrigens im Wörterbuch der Gegenwartssprache (im Folgenden DŽ7i) angeführt wird, stimmt jedoch nicht mit der Bedeutung überein, die sich aus den auf den Websites gegebenen Definitionen ergibt. So wird das Wort im DŽ7i erklärt als „Stellung der Himmelskörper zum Zeitpunkt der Geburt eines Menschen, anhand derer Astrologen vorhersagen, wie sein Leben verlaufen wird“, während der Aspekt der Vorhersage in den Definitionen auf den Websites nicht erwähnt wird. In einem der beiden bereits erwähnten Glossare – AS – wird die Bedeutung des Terminus Horoskop folgendermaßen beschrieben: „Himmelskarte, astrologische Karte, schematische Darstellung der Stellung der Himmelskörper zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort.“ Eine andere Website erläutert es ähnlich: „Ein Horoskop ist eine schematische Darstellung der Himmelssphäre zu einem bestimmten Zeitpunkt und an einem bestimmten Ort, die nach besonderen Regeln erstellt wird“ Aw.
Auf einer weiteren Website wird zur Erklärung des Begriffs der Terminus ekliptikaEkliptik herangezogen: „Ein Horoskop ist eine Zeichnung der Ekliptik von einem bestimmten Ort aus zu einer bestimmten Zeit“ Astr. Der Terminus ekliptikaEkliptik wird auf den Websites jedoch auch in einem weiteren Sinne verwendet – er kommt auf 9 der 12 Websites vor: Am, Antr, Astr, Dh, Ur, Vi, W, Za, Zo. Auch dies ist ein Terminus griechischen Ursprungs: gr. ekleiptikē – Finsternis. Zwar wurde er nicht in die beiden auf den Websites bereitgestellten Terminologieglossare aufgenommen, doch wird er auf den Websites selbst erklärt, etwa: „Der scheinbare Weg der Sonne über die Himmelssphäre im Laufe eines Jahres wird Ekliptik genannt“ Zo. Dennoch lassen sich in diesem Fall nicht allein die Erklärungen heranziehen, denn sie
7 Zur Bestimmung der Herkunftssprache entlehnter Termini wird weiterhin dieses 2013 erschienene TŽŽ herangezogen; daher wird es nicht in jedem einzelnen Fall als Quelle für die Bestimmung der Herkunftssprache genannt. Gesondert werden nur jene Fälle aufgeführt, in denen zur Ermittlung der Wortherkunft andere Quellen verwendet werden.
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würden darauf hindeuten, dass die Bedeutung des Terminus mit der Bedeutung des astronomischen Terminus eklip tika in astronomischen Wörterbüchern übereinstimmt – „der Großkreis der Himmelssphäre, den der Mittelpunkt der Sonnenscheibe im Laufe eines Jahres beschreibt“ (Straižys 2002), und würden es nicht erlauben, den in astrologischen Texten verbreiteten Terminus als astrologischen Terminus einzustufen. Um den tatsächlichen Status des Terminus zu klären, ist ein breiterer Kontext erforderlich.
Auch das Wort ZodiakasZodiak ist griechischen Ursprungs: gr. zōdiakos < zōon – Tier. Er wird ebenfalls auf allen Websites verwendet, wobei lediglich die Schreibweise variiert: In einem Text steht er mit Groß-, in einem anderen mit Kleinbuchstaben; häufig kommen sogar beide Schreibweisen im selben Text vor8. Die Websites zeigen jedoch, dass sich die Bedeutung des in der Astrologie und Astronomie verwendeten Terminus ZodiakasZodiak erheblich unterscheidet. In astronomischen Terminologiewörterbüchern wird der ZodiakasZodiak als ein Band der Himmelssphäre definiert, das aus dreizehn Tierkreissternbildern besteht und durch das die jährlichen Bahnen des Mondes, der Planeten und der meisten Asteroiden verlaufen (Straižys 2002); mit anderen Worten, als Zodiak gilt die Bahn, auf der sich reale Himmelskörper bewegen. In der Astrologie werden nicht dreizehn, sondern zwölf Zodiakabschnitte unterschieden, die – anders als die tatsächlichen Tierkreissternbilder – gleich groß sind: Sie entstehen, indem der die Ekliptik darstellende Kreis in gleiche Abschnitte zu je 30 Grad unterteilt wird. Auf mehreren Websites wird dieser Unterschied hervorgehoben, etwa: „Astronomische Sternbilder haben keine genau festgelegten Grenzen und erstrecken sich weit über den Himmel; einige nehmen mehr, andere weniger von der Himmelssphäre ein. Der astrologische Zodiak ist die Unterteilung der Ekliptik (des jährlichen scheinbaren Sonnenwegs), die 360 Grad umfasst, in 12 Abschnitte zu je dreißig Grad“ Vi. Der astrologische Zodiak ist somit nicht die tatsächliche Bahn, auf der sich Himmelskörper bewegen, sondern, wie es auf einer der Websites ausdrücklich heißt, eine „symbolische, imaginäre Struktur“. Zo, auch wenn manche Verwendungsbeispiele des Terminus diesen Unterschied nicht erkennen lassen (z. B.: „Der Zyklus einer Umdrehung durch den Zodiak beträgt 84 J.“ Zo; „Merkur durchläuft den gesamten Zodiak in etwa 88 Tagen“ Aw). Auf einer Website wird diese Einteilung des Zodiaks mit der Beobachtung von Himmelsphänomenen in der Antike erklärt: „Entgegen der verbreiteten Annahme wird diese Einteilung weniger durch die Position der Sternbilder am Himmel als vielmehr durch die Sonne selbst bestimmt, die die Erde zu verschiedenen Jahreszeiten in unterschiedlichen Winkeln beleuchtet. In Anbetracht dessen teilten die Astrologen der Antike den Weg der Sonne am Himmel in 12 Abschnitte ein; als Bezugspunkte dienten dabei vier markante Jahresereignisse, die mit einer Veränderung des Verhältnisses von Licht und Dunkelheit verbunden sind – die Winter- und Sommersonnenwende sowie die Herbst- und Frühlings-Tagundnachtgleiche“ Vi.
8 Insgesamt ist die auf den Websites verwendete Terminologie durch erhebliche Schwankungen in der Schreibweise gekennzeichnet; die Variantenbildung ist jedoch ein eigenes Thema und wird in diesem Artikel nicht behandelt. Daher werden auch bei der Erörterung der Termini nicht sämtliche Schreibvarianten aufgeführt.
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Die zwölf Teile der symbolischen Struktur werden Widder, Jungfrau, Schütze und mit anderen bekannten Bezeichnungen benannt (sie werden ausführlicher bei der Untersuchung der litauischen Termini behandelt), doch bereits aus der Erörterung des Terminus Zodiak wird deutlich, dass in der Astrologie damit nicht die tatsächlichen Sternbilder, sondern deren Entsprechungen – Teile symbolischer Strukturen – bezeichnet werden. Die vollständigen Sternbildnamen (Sternbild Widder, Sternbild Jungfrau, Sternbild Schütze usw.) werden in der Astrologie gar nicht verwendet – ihre astrologischen Entsprechungen sind Zeichen Widder, Zeichen Jungfrau, Zeichen Schütze usw. Da die astrologische und die astronomische Auffassung des Zodiaks nicht übereinstimmen, unterscheiden sich auch die Bedeutungen des griechischstämmigen Terminus Zodiak, der in diesen beiden Fachgebieten verwendet wird.
Bei der Erstellung eines Horoskops werden die zwölf Zeichen im Zodiak mit bestimmten Symbolen markiert; ein in zwölf gleich große Teile unterteilter und mit entsprechenden Symbolen versehener Zodiak ist jedoch noch kein Horoskop. Er ist lediglich ein Bestandteil des Horoskops (siehe Abb. 1) und wird auf Websites mitunter Zodiak-Kreis Astr. genannt. Ein weiteres notwendiges Element, das ebenfalls auf allen Websites erwähnt wird, wird mit dem Terminus Planeten bezeichnet; auch dieses Wort ist griechischen Ursprungs: gr. (astēr) planētēs – ein wandernder Stern. Auch im Horoskop werden die Planeten mit entsprechenden Symbolen gekennzeichnet, zum Beispiel Jupiter – ♃. Mit dem Terminus Planeten, der in Wörterbüchern der litauischen Sprache oder in Fremdwörterbüchern ausschließlich als astronomischer Terminus erklärt wird (z. B. „Himmelskörper, der um die Sonne oder einen anderen Stern kreist“, DŽ₇ᵢ), werden in der Astrologie und Astronomie ebenfalls unterschiedliche Begriffe bezeichnet. Wie auch die Definitionen in astronomischen Terminologiewörterbüchern zeigen, sind Planeten in der Astronomie reale Himmelskörper – „kalte kosmische Körper großer Masse und großer Ausmaße, die um einen Stern kreisen (im Sonnensystem um die Sonne)“ (Straižys 2002). So wird Jupiter als „größter Planet des Sonnensystems, der fünfte nach seiner Entfernung von der Sonne“ erklärt (Straižys 2002). In der Astrologie sind Planeten, wie die Beschreibungen und Erklärungen einzelner Planeten nahelegen, vielmehr Ansammlungen symbolischer Bedeutungen. So wird Jupiter etwa mit internationalen Beziehungen, Reisen, Bildung, Recht, Gesetzgebung, Erfolg, Optimismus und Gerechtigkeit verbunden; Saturn mit Disziplin, Strategie, Pflichtbewusstsein und Festigkeit; Merkur wird als Planet beschrieben, der für Intellekt, Denken, Sprache, Kommunikationsfähigkeit, Beweglichkeit, Dokumente, Verkehr, Wissenschaften, Austausch, Handel und Ähnliches zuständig ist. Zudem unterscheidet ein weiterer Unterschied die astronomische von der astrologischen Auffassung des Planeten: Selbst nachdem festgestellt worden war, dass sich die Erde um die Sonne dreht, wird in der Astrologie weiterhin ein geozentrisches Weltbild angewandt, das heißt, die Sonne gilt als um die Erde kreisend.
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Erde9, daher werden sowohl die Sonne als auch der Mond ebenfalls als Planeten bezeichnet, obwohl in astronomischen Fachwörterbüchern die Sonne als Stern und der Mond als Erdtrabant definiert wird (Straižys 2002). Gerade die geozentrische Auffassung bewirkt, dass auch der erwähnte Terminus Ekliptik in der Astrologie eine andere Bedeutung hat – sie ist die von der Erde aus sichtbare Bahn der Sonne.
Abb. 1. Beispiel eines Horoskops
Abb. 2. Beispiel einer Kosmogramm
Neben Sonne und Mond werden auf astrologischen Websites acht Planeten erwähnt; ihre Bezeichnungen entsprechen den Namen realer Himmelskörper und zugleich den Namen griechischer und römischer Götter: Mars, Venus, Merkur, Saturn, Jupiter, Neptun, Pluto und Uranus. Die Namen von sechs Planeten sind lateinischen Ursprungs, die von zwei – Uranus und Pluto – griechischen Ursprungs10. Obwohl die Behandlung von Eigennamen oder Bezeichnungen als Termini in litauischen terminologischen Arbeiten nicht untersucht wird und, falls dies geschehen würde, vermutlich als umstrittene Frage gälte, werden Planetennamen zumindest in astronomische Terminologiewörterbücher aufgenommen (Juška 1984; Straižys 2002) und somit als astronomische Termini betrachtet. Würden solche Termini in astrologischen Terminologiewörterbüchern aufgeführt, müssten sich ihre Definitionen aufgrund der Bedeutungsunterschiede von den Definitionen in astronomischen Terminologiewörterbüchern unterscheiden.
9 Wie in einer Publikation über Astrologie erklärt wird, die deren Ursprünge in den alten Beobachtungen des Universums und der Naturerscheinungen sucht, hat eine solche „objektive Wirklichkeit für das Verständnis der Astrologie keinerlei Einfluss, denn sie nimmt den Menschen auf der Erde und einen konkreten Ort, von dem aus die Reise der Sonne von Osten nach Westen beobachtet wird, als Ausgangspunkt“ (Bogun 1999: 18).
10 Die lateinischen Namen von Merkur und Saturn werden mit etruskischem Ursprung in Verbindung gebracht (Sabaliauskas 1994: 265).
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In der Astrologie werden noch weitere Eigennamen verwendet. Einer davon, der häufig vorkommt (er erscheint auf 9 von 12 Websites), stimmt mit dem Namen der griechischen Mondgöttin Selene (gr. Selenē) überein; die auf den Websites verwendete Bezeichnung hat jedoch eine andere Endung – Selena Am, Antr, Astr, Dh, Sa, Ur, Vi, W, Za. Aus den angeführten Erläuterungen geht allerdings hervor, dass dieser Name mit dem Mond in Verbindung gebracht wird: „Selena ist kein Planet, sondern ein mathematisch berechenbarer Punkt, der mit der Umlaufbahn des Mondes um die Erde zusammenhängt, genauer gesagt mit seiner größten Annäherung an die Erde, wenn diese am meisten reflektiertes Sonnenlicht vom Mond erhält (nun, eine der Funktionen des Mondes besteht ja darin, nachts das Sonnenlicht zur Erde zurückzustrahlen)“ Astr. Selena wird mit Schutz, Segen, der lichten Seite des Menschen, seinen schönsten Eigenschaften sowie mit Erscheinungsformen des Guten und Göttlichen in Verbindung gebracht. Wie angegeben wird, zeigt dieser Punkt im Horoskop den Lebensbereich an, in dem man sich in früheren Leben die Unterstützung höherer Mächte verdient hat Za11. Daneben wird auch ein aus zwei litauischen Wörtern gebildeter Terminus verwendet – Baltasis Mėnulis.
Griechischen Ursprungs ist auch der Terminus asteroidai, der kleinere Himmelskörper als Planeten bezeichnet: asteroeidēs – sternartig. Obwohl der Terminus asteroidai nur auf vier Websites verwendet wird (Am, Astr, Dh, Vi), wird er dort behandelt, wodurch deutlich wird, dass Asteroiden ebenso wie Planeten bestimmte Symbole sind. Das zeigt sich auch an der Besprechung einzelner Asteroiden. So wird Chiron mit Paradoxie und mit Bereichen in Verbindung gebracht, in denen man anderen helfen kann, sich selbst aber nicht zu helfen vermag Astr. Tatsächlich wird von den konkreten Asteroiden meist nur dieser nach dem Kentauren aus der griechischen Mythologie benannte Asteroid erwähnt – Chironas12 Am, Antr, Astr, Aw, Dh, Ur, Vi, W, Zo (9 Websites); somit wird noch eine weitere Bezeichnung beziehungsweise ein weiterer Terminus griechischen Ursprungs verwendet: gr. Chīrōn. Häufiger erwähnt wird auch Prozerpina Am, Astr, Aw, Dh, Ur, Vi, W, Za (8 Websites), die das Zeichen Jungfrau beherrscht und als unentdeckter Himmelskörper, als fiktiver Planet beschrieben wird. Dies ist die römische Bezeichnung der griechischen Göttin Persephone (lat. Proserpina) VLEe. Andere Asteroiden werden viel seltener erwähnt; der Grund dafür dürfte sich aus einer Anmerkung auf einer Website ergeben, wonach nicht alle astrologischen Schulen Asteroiden für wichtig halten Astr. Übrigens werden Chironas und Prozerpina nicht unbedingt als Asteroiden bezeichnet, selbst wenn sie erwähnt werden. Auf einer Website werden Vesta und Junona Aw erwähnt – das sind
11 In einem Glossar auf einer auf östliche Astrologie ausgerichteten Website wird Selenė (hier genau in dieser Form angegeben) folgendermaßen erläutert: „1. In der klassischen Astrologie das Symbol der Vollmondphase. Die Zeit des Vollmonds galt als besonders günstig für magische Rituale; 2. In der modernen Astrologie (insbesondere in der sogenannten Avestischen Tradition) ein hypothetischer Planet, der mit Licht und dem Guten in Verbindung steht“ (Kaškelis 2020).
12 In VLEe wird parallel auch die andere Form erwähnt – Cheironas.
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die Namen tatsächlicher Asteroiden und zugleich die Namen römischer Gottheiten. Bei der Besprechung des Geburtshoroskops von Donald Trump wird deutlich, dass in der Astrologie auch Sternen symbolische Bedeutungen zugeschrieben werden: Erwähnt wird der Stern Regulas im Sternbild Löwe Ur; sein Vorhandensein im Geburtshoroskop weist auf eine hohe Herkunft oder die Möglichkeit hin, in eine wohlhabende Familie hineingeboren zu werden, ebenso auf Ehrgeiz, Wachsamkeit, große Macht und eine hohe Stellung. Übrigens werden bei der Deutung der Symbolik von Planeten und anderen Himmelskörpern auch weitere mythologische Gestalten erwähnt, beispielsweise Chirons Schüler Asklepijus Vi – der griechische Gott der Heilkunst. Es gibt jedoch keinen Grund, auch diese Bezeichnungen als astrologische Termini anzusehen, da sie lediglich dazu dienen, die Symbolik der Himmelskörper darzustellen oder zu erläutern. Aus einem Text geht hervor, dass auch Kometen eine symbolische Bedeutung zugeschrieben wird: „Der Komet ist ein Bote des Himmels, der Verkünder des göttlichen Willens, eine Botschaft, die an das Sonnensystem des Kosmos übermittelt und durch die Sonne empfangen wird“ Astr. Obwohl der Terminus kometa nur in diesem Text breiter verwendet wird, gibt es somit Grund, auch ihn als astrologischen Terminus anzusehen; auch dieser Terminus ist griechischen Ursprungs: gr. komētēs (astēr) – Schweifstern.
Bei der Deutung eines Horoskops wird bewertet, in welchen Tierkreiszeichen sich die Planeten befinden. Wird ein Geburtshoroskop erstellt, wird die Stellung der Planeten zum Zeitpunkt der Geburt beurteilt; dafür müssen jedoch die genaue Geburtszeit und der Geburtsort bekannt sein. Ist die genaue Zeit unbekannt, kann eine einfachere Zeichnung angefertigt werden (siehe Abb. 2), die mit einem weiteren Lehnterminus bezeichnet wird – kosmograma. Wie die bereits besprochenen Termini ist auch dieses Wort griechischen Ursprungs: gr. kosmo(sas) + –grama. Der Terminus kosmograma wird auf 7 Websites verwendet (Am, An, Astr, Aw, Dh, Ur, Zo). Wie dort erläutert wird, ermöglicht eine solche Zeichnung, Charakterzüge, Stärken und Schwächen einer Person sowie ihre Einstellung zu vielen Lebensbereichen zu beschreiben, nicht jedoch den Verlauf von Ereignissen vorherzusagen. Ist die genaue Geburtszeit unbekannt, können Astrologen ein Verfahren zur Berichtigung oder Bestimmung der Zeit anwenden, dessen Bezeichnung lateinischen Ursprungs ist: rektifikacija: lat. rectificatio – Berichtigung. Der Terminus rektifikacija wird auf 9 Websites verwendet (Am, An, Antr, Astr, Dh, Sa, Ur, Za, Zo) und ist in beiden Glossaren – ATŽ und AS – aufgeführt. Im letzteren Glossar findet sich allerdings auch der Terminus horoskopo rektifikacija; in den Texten wird jedoch der einwortige Terminus verwendet, wobei in zwei Fällen die Hybridform rektifikavimas vorkommt (Astr, W). Der Terminus rektifikacija wird im TŽŽ nicht erwähnt; rektifikavimas wird dort nur als Trennung von Flüssigkeitskomponenten erläutert. Mit der Astrologie wird im TŽŽ kosmograma in Verbindung gebracht – dieses Wort wird als „Horoskop, das auf der Grundlage kosmobiologischer Konzepte erstellt wurde“ erläutert. Der Terminus kosmobiologija wird auf den Websites allerdings nicht erwähnt.
Bei der Deutung der Planetenstellung zum Zeitpunkt der Geburt wird in der westlichen Astrologie der Sonne große Bedeutung beigemessen – anhand ihrer Position im entsprechenden Tierkreis-
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zeichen werden auch die sogenannten Tierkreiszeichen unterschieden – bestimmte menschliche Charaktertypen. Aus den Erläuterungen auf den Websites geht jedoch hervor, und auf mehr als einer Website wird ausdrücklich betont, dass selbst der Charakter eines Menschen, geschweige denn die Ereignisse seines Lebens, nicht allein aus der Sonne, sondern auch aus der Stellung anderer Planeten bestimmt wird. Die Konzentration mehrerer Planeten in einem Tierkreiszeichen, die darauf hinweist, dass die Symbolik dieses Zeichens von Bedeutung ist, wird auf den Websites mit einem Wort lateinischen Ursprungs bezeichnet: steliumas (Am, An, Astr, W, Zo). Obwohl es nicht in das TŽŽ aufgenommen wurde, lässt sich die lateinische Wortwurzel anhand lateinischer Wörterbücher erkennen, vgl. stella – Stern13. Der Terminus steliumas wurde auf 5 Websites verwendet. Er ist auch in das ATŽ aufgenommen, das auf einer der Websites bereitgestellt wird. Auf einer anderen Website wird er folgendermaßen erklärt: „Die Ansammlung von Planeten (mehr als 3) in einem Tierkreiszeichen wird Stelium genannt“ Zo. Dieser Terminus hat allerdings auch Entsprechungen litauischen Ursprungs (sie werden in Kapitel 2 behandelt).
Bei der Beurteilung der Planetenstellung gilt ihre Position zueinander als besonders wichtig; auf allen Websites wird sie mit einem Wort lateinischen Ursprungs bezeichnet, wobei je nach Bedarf der Singular oder Plural verwendet wird – aspektas oder aspektai (lat. aspectus – Blick, Erscheinung). Aus den Websites geht hervor, dass das im allgemeinen Sprachgebrauch weit verbreitete Wort aspektas, -i in der Astrologie als Terminus recht fest etabliert ist. Die Erläuterungen zeigen, dass als Aspekte bestimmte Abstände zwischen Planeten gelten, die durch die Unterteilung eines Kreises (360°), der die Himmelssphäre darstellt, ermittelt werden. Diese Abstände werden in Grad gemessen; Aspekte werden daher auch als Winkelabstände Zo, Winkel W, geometrische Figuren Aw bezeichnet; dies sind jedoch lediglich Beschreibungen, die bei der Erklärung des Terminus angeführt werden, und keine Synonyme des Terminus. Obwohl das Glossar AS eine längere Variante des Terminus enthält (aspektai tarp planetų), wird der Terminus auf den Websites bevorzugt als ein Wort verwendet, zum Beispiel: „Es ist wichtig zu erwähnen, dass Jupiter im Zeichen Skorpion keine bedeutenden ungünstigen Aspekte zu anderen Planeten bildet; daher ist zu erwarten, dass die Entwicklung recht reibungslos und harmonisch, ohne größere Erschütterungen, verläuft“ Antr; „Verschiedene Planeten bilden untereinander bestimmte geometrische Figuren, die Aspekte genannt werden. Jeder Aspekt wird unmittelbar von den Energien bestimmter Planeten beeinflusst“ Aw. Im TŽŽ wird nur die allgemeine Bedeutung des Wortes aspektas erwähnt (Bezug, Sichtweise, unter der ein Gegenstand, ein Phänomen oder ein Begriff betrachtet wird), außerdem wird ein botanischer Terminus aufgeführt. Allerdings wird aspektas auch in VLEe als astrologischer Terminus erwähnt und sogar erklärt: „Der Winkelabstand (Bogen) zwischen Planeten wird Aspekt genannt.“
13 Siehe www.thesaurus.flf.vu.lt.
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Aspekte werden auf den Websites klassifiziert; doch selbst wenn keine Klassifikation angegeben wird, werden die Bezeichnungen ihrer Einheiten in den Texten häufig verwendet, und fast alle sind lateinischen Ursprungs. So wird die Stellung von Planeten einander gegenüber, d. h. ein Abstand von 180 Grad, auf allen Websites als Opposition bezeichnet (lat. oppositio – Widerspruch, Gegenüberstellung). Ein solcher Aspekt gilt als disharmonisch und spannungserzeugend. Ein anderer disharmonischer Aspekt (sein Vorhandensein im Geburtshoroskop bedeutet Hindernisse und Einschränkungen) wird auf einigen Websites häufiger als Quadrat An, Zo, auf anderen als Quadratur Dh, Ur, Sa, Vi, W bezeichnet; am häufigsten werden jedoch beide Termini verwendet – Quadrat und Quadratur Am, Antr, Astr, Aw, Za; somit konkurrieren¹⁴ zwei auf der Grundlage des Lateinischen gebildete Termini (lat. quadratus – viereckig). Ein harmonischer Aspekt, der einen Winkel von 60° bildet und günstige Umstände bedeutet, wird als Sextil bezeichnet (lat. sextil – sechster Teil) Am, An, Antr, Astr, Aw, Dh, Ur, W, Zo. Auf einer Website wird auch die Aspektbezeichnung Bisextil An erwähnt, die das lateinische Wortbildungselement bi- enthält. Für einen weiteren harmonischen Aspekt, der Glück und günstige Umstände bedeutet, werden zwei Termini verwendet: Trigon und Trin Am, Antr, Astr, Aw, Dh, W, Ur, Zo. Wie aus dem im Internet bereitgestellten gemeinsamen Verzeichnis lateinischer Termini¹⁵ hervorgeht, ist das erste Wort griechischen Ursprungs, während das zweite mit den lateinischen Wörtern trinum (trīnus), trīnus (trīnī) in Verbindung steht. Diese Termini sind weder im TŽŽ noch in der VLEe oder im enzyklopädischen Wörterbuch astrologischer Termini (Straižys 2002) verzeichnet. Als Aspekt wird auf 11 Websites auch Konjunktion Am, An, Antr, Astr, Aw, Dh, Ur, Vi, W, Za, Zo erwähnt (lat. conjunctio – Verbindung, Zusammenhang): die Stellung von Planeten nebeneinander beziehungsweise ein bedingter Abstand von 0 Grad; für diesen Terminus werden allerdings etwas häufiger litauische einwortige Entsprechungen verwendet. Zur Bezeichnung eines seltener erwähnten Aspekts dient der Terminus Quinkunx An, Aw, Zo, auf einer Website Quinkunsas Astr. So wird ein zwischen Planeten entstehender Abstand von 150 Grad bezeichnet. Auch dieses Wort ist lateinischen Ursprungs: lat. quinqunx < quinque + uncia. Übrigens stehen diese Termini nicht nur mit dem Geburtshoroskop in Verbindung – sie werden auch bei der Betrachtung astrologischer Ereignisse und Trends eines Monats oder Jahres verwendet, z. B.: „Die Mars-Saturn-Quadratur bildete sich am 24. August und brachte die Unzufriedenheit der Massen mit den Einschränkungen weltweit zum Ausdruck; eine solche Quadratur wird sich am 30. September wiederholen, dann aber, wenn Mars rückläufig ist“ Astr; „Während des Neumonds bilden Sonne und Mond einen exakten Trigonaspekt mit Sa-
14 Zum Vorschlag, Termini unter dem Gesichtspunkt der Konkurrenz zu bewerten, und zum Terminus Terminkonkurrenz siehe den Artikel von R. Vladarskienė (2017).
15 www.thesaurus.flf.vu.lt.
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turn, dem Disziplinplaneten, und durch ihn die gesamte Planetenkonstellation (mit Jupiter und Pluto) im Steinbock“ Astr; „Sonne und Mond bilden eine Konjunktion mit dem rückläufigen Merkur“ Antr.
Solche Termini zur Bezeichnung konkreter Aspekte werden in das TŽŽ aufgenommen, manche auch in Wörterbücher astronomischer Termini, jedoch nicht als astrologische Termini aufgeführt. So ist Sextil im TŽŽ nur als mathematischer Terminus verzeichnet. Bei den anderen Termini werden gewöhnlich astronomische Bedeutungen angeführt: Im TŽŽ wird Opposition als „Konfiguration eines äußeren Planeten, bei der sich die Erde zwischen dem Planeten und der Sonne befindet“ definiert, Konjunktion ebenfalls als entsprechende Planetenkonfiguration. In der VLEe wird Quadratur als eine der wichtigsten Konfigurationen äußerer Planeten behandelt – als „Konfiguration zweier Himmelskörper (meist ist einer davon die Sonne), bei der sich ihre ekliptikalen Längen unterscheiden“. Demnach wird das, was in der Astrologie Aspekte genannt wird, in der Astronomie Konfigurationen genannt. So werden beispielsweise bei der gesonderten Behandlung des Begriffs Planetenkonfiguration („die scheinbare Stellung der Planeten auf der Himmelskugel in Bezug auf die Sonne“) in der VLEe Konfigurationen wie Opposition, Konjunktion, östliche Quadratur, westliche Quadratur aufgeführt. Dies ließe die Annahme zu, dass der in der Astrologie verwendete Terminus Aspekt dem in der Astronomie verwendeten Terminus Konfiguration entspricht.
Dennoch kommt der Terminus Konfiguration Am, An, Astr, Dh, Vi, W, Za, Zo auch auf acht astrologischen Websites vor, und die dort gegebenen Erläuterungen zeigen, dass er kein Synonym des Terminus Aspekte ist. Dafür spricht bereits die entstehende Wortverbindung Aspektkonfiguration – ein solcher Terminus ist im Wörterbuch AS verzeichnet. Bei der Erläuterung werden Konfigurationstypen genannt, die ebenfalls nicht mit den zuvor erörterten Aspekttypen übereinstimmen: „Aspektkombinationen, die mindestens drei Planeten miteinander verbinden. Die Haupttypen der Aspektkonfigurationen sind: Konfigurationen, die drei oder vier Punkte bilden; symmetrische und asymmetrische Konfigurationen; geschlossene und offene Konfigurationen; Konfigurationen eines Typs (aus harmonischen oder disharmonischen Aspekten) und gemischte Konfigurationen“.
Bei der Deutung eines Horoskops wird nicht nur die Stellung der Planeten zueinander bewertet, sondern auch ihr Verhältnis zum Tierkreiszeichen, in dem sich der jeweilige Planet befindet; es wird also betrachtet, ob die Symbolik des Tierkreiszeichens und des Planeten, der sich darin im Geburts- oder einem anderen Horoskop befindet, übereinstimmt. In dieser Hinsicht werden vier Arten von Planetenstellungen unterschieden, doch werden nicht alle Arten mit Termini bezeichnet. Eine dieser Stellungen wird jedoch etwas einheitlicher benannt; auch dafür wird ein Lehnwort verwendet – Exaltation Am, An, Astr, Aw, Dh, W, Za, Zo. Es handelt sich um ein Wort lateinischen Ursprungs: lat. exaltatio – Erh
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abenheit, Stolz. Die Exaltation gilt als eine der stärksten Planetenstellungen: Die Bedeutung des Planeten und des Tierkreiszeichens stimmt überein, und der Planet kann seine Eigenschaften am besten entfalten.
Auf allen Websites wird der Terminus Aszendent verwendet, der einen besonders wichtigen Horoskoppunkt bezeichnet und ebenfalls lateinischen Ursprungs ist. Auf den Websites wird der Aszendent gewöhnlich als östlicher Horoskoppunkt beschrieben, an dem das Horoskop beginnt (siehe Abb. 1). Etwas seltener wird der dem Aszendenten gegenüberliegende westliche Horoskoppunkt erwähnt – der Deszendent Am, An, Astr, Aw, Za, Zo. Auf einigen Websites werden diese Termini großgeschrieben, Synonyme kommen jedoch kaum vor. Die Wortverbindungen aufsteigendes (Tierkreis-)Zeichen oder absteigendes (Tierkreis-)Zeichen werden meist nur bei der Erläuterung der Termini verwendet, z. B.: „Das ist das zum Zeitpunkt der Geburt über dem Horizont aufsteigende Tierkreiszeichen“ An. Dies deutet darauf hin, dass dieses Terminpaar recht gefestigt ist und sich als Lehntermini etabliert hat, obwohl es nicht in Wörterbücher der Fremdwörter aufgenommen wird. Im TŽŽ ist der Terminus Aszendent überhaupt nicht verzeichnet, während Deszendent mit zwei Bedeutungen aufgenommen ist – als „Nachkomme“ und als „Ware, die von neueren, modischeren Waren vom Markt verdrängt wird“. Allerdings wird bei der Behandlung des Horoskopbegriffs Aszendent in der VLEe erwähnt: „Einer der wichtigsten Horoskoppunkte ist der Aszendent (der Schnittpunkt von Ekliptik und Horizont im Osten zu dem Zeitpunkt, für den das Horoskop erstellt wird).“ Die Websites bestätigen, dass der Aszendent in der Astrologie tatsächlich einer der wichtigsten Punkte ist: Er wird als drittwichtigster Horoskoppunkt (nach Sonne und Mond) bezeichnet und zeigt, welchen ersten Eindruck eine Person vermittelt, wie sie mit der Außenwelt kommuniziert und sogar welche Farben sie mag Astr. So wird eine Person mit Aszendent im Widder als direkte, willensstarke Persönlichkeit beschrieben, die offen und unmittelbar kommuniziert (und auch unverschämt sein kann) und sich nicht hinter anderen versteckt Astr. Dem Deszendenten wird etwas weniger Aufmerksamkeit gewidmet; der Terminus für diesen Horoskoppunkt wird jedoch ebenfalls verwendet und ist auch in beiden auf den Websites bereitgestellten Glossaren enthalten. Auf den Websites wird der Deszendent mit dem Partnertyp in Verbindung gebracht: Er wird als Horoskoppunkt beschrieben, der zeigt, welche Partner eine Person anzuziehen neigt und welche Partner sie als Ergänzung ihrer Persönlichkeit braucht Astr.
In den Texten der Websites werden nicht nur wichtige Horoskoppunkte behandelt, sondern auch dessen nach verschiedenen Kriterien unterschiedene Teile. So wird auf sechs Websites die Einteilung des Tierkreises in Quadranten erwähnt, die jeweils drei Tierkreiszeichen umfassen (sie werden mit den astronomischen Jahreszeiten in Verbindung gebracht); für diese Einteilung wird jedoch kein litauischen, sondern ein lateinischen Ursprungswort verwendet – Quadranten (lat. quadrans – vierter
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virtis) Am, An, Astr, Ur, Za, Zo. Dieser Terminus wird ebenfalls in beide auf den Websites bereitgestellten Terminologieverzeichnisse aufgenommen.
Auf allen Websites wird der mit einer anderen Grundlage für die Einteilung des Horoskops verbundene Terminus Elemente verwendet – ein Wort griechischen Ursprungs: gr. stoicheion – Element, Grundprinzip. Nach den Elementen wird der Tierkreis eingeteilt: Widder, Löwe und Schütze werden dem Feuerelement zugeordnet, Stier, Jungfrau und Steinbock dem Erdelement, Krebs, Skorpion und Fische dem Wasserelement, Zwillinge, Waage und Wassermann dem Luftelement. Welches Element im Geburtshoroskop vorherrscht, wird anhand dessen beurteilt, in den Zeichen welchen Elements sich die meisten Planeten befinden. Eine solche Einteilung setzt nicht nur die Verwendung des Lehnworts Element, sondern auch daraus gebildeter spezifischer Termini voraus: Luftelement, Zeichen des Luftelements usw. Sie werden auf allen Websites verwendet, und auch für diese Termini ist eine große Variabilität charakteristisch; so findet sich etwa auch die Schreibung Luftelement Vi, Za, Zo, und in einem solchen Kontext wird auch der Einwortterminus Element Za großgeschrieben. Allerdings werden auf drei Websites, auf denen die Einteilung nach Elementen erwähnt wird, auch spezifische Termini verwendet, die mit dem Wort lateinischen Ursprungs – Element – gebildet sind, z. B.: „Wenn wir klares Denken, gute Orientierung, Urteilsvermögen, Einsicht und leichte Kommunikation wünschen, sollten wir auch das Luftelement stärken und harmonisieren“; „Ein disharmonisches Luftelement ist Chaos, Oberflächlichkeit, die Unfähigkeit, sich zu konzentrieren und klar zu denken, sowie wirre Gedanken“ Astr. Wenn also astrologische Termini lateinischen Ursprungs erwähnt werden, muss auch der Terminus Element genannt werden; zumindest das untersuchte Material ließe jedoch vermuten, dass er seltener vorkommt oder sich in den passiven Sprachgebrauch zurückzieht. Außer auf dieser Website wird der Terminus Element Dh, W noch auf zwei weiteren Websites verwendet. Diese Einteilung sieht auch ein fünftes Element vor – den Äther –, doch das Lehnwort griechischen Ursprungs Äther Astr, Dh, W (gr. aithēr – Himmel, Luft) kommt nur auf diesen drei Websites vor.
Ein Terminus für die Einteilung des Horoskops in einen östlichen und einen westlichen sowie in einen oberen und einen unteren Teil (bei dieser Einteilung wird betrachtet, in welchem Teil sich mehr Planeten befinden) ist nicht häufig. Es handelt sich um das Wort griechischen Ursprungs Sphäre: gr. sphaira – Kugel. Dieser Terminus ist jedoch in das auf der Website bereitgestellte ATŽ aufgenommen. Außerdem wird diese Einteilung auf zwei Websites erwähnt, wo folglich auch der Terminus Sphäre Astr, Zo verwendet wird. Die nach Sphären eingeteilten Horoskopteile werden dort Halbsphären Astr und Halbkugeln Zo genannt; auf der Grundlage des Lehnworts werden also weitere Termini gebildet. Allerdings kommen diese Hybride nur auf jenen beiden Websites vor und sind die einzigen in dem untersuchten Material gefundenen Hybride, die durch Zusammensetzung gebildet wurden.
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Die bisher untersuchte Terminologie bezieht sich auf die Benennung bestimmter stationärer Objekte – Teile, Punkte und Winkel des Horoskops –, doch die Websites beschränken sich nicht auf Termini aus diesem semantischen Feld. Planeten und andere Himmelskörper sind auch in der Astrologie bewegte Objekte; daher wird zudem eine kleine Gruppe von Termini verwendet, die mit ihrer Bewegung zusammenhängen. Dazu lässt sich der Terminus Zyklus zählen: gr. kyklos – Kreis, Umlauf. Obwohl dieses Lehnwort griechischen Ursprungs nicht in die auf den Websites bereitgestellten Terminologieverzeichnisse aufgenommen wurde, wird es auf allen Websites verwendet. Die Erläuterungen zeigen, dass damit der Umlauf eines Planeten bezeichnet wird, z. B.: „Jeder Planet hat seinen eigenen Zyklus. Die Dauer der Planetenzyklen ist unterschiedlich. Der Mond umrundet die Erde in 28 (29) Tagen; in derselben Zeit durchläuft er auch den gesamten Tierkreis. Somit gibt es in einem Kalenderjahr etwa 12 Mondzyklen.“ Antr. Die Verwendung des Terminus Zyklus zeigt jedoch, dass auf den Websites damit auch bestimmte Lebensphasen eines Menschen bezeichnet werden, z. B.: „Einer der wichtigsten Zyklen findet vor dem 30. Geburtstag statt (also im Alter von 29,5 Jahren)“ Dh. Offenbar wird ein Terminus in zwei Bedeutungen verwendet. Bei der Erörterung der Zyklen auf einer Website werden allerdings auch die Zusammenhänge zwischen den beiden Bedeutungen aufgezeigt: „Unsere Existenz auf der Erde ist durch die Zeit begrenzt, die in Zyklen gemessen wird … Jahr, Monat, Woche, Tag usw. Zyklische Bewegung beruht stets auf der kreisförmigen Bewegung eines bestimmten Himmelskörpers um ein größeres Objekt, dessen Gravitation stärker ist als die des Körpers, der es umkreist. Jeder Mensch beginnt mit seinem ersten Atemzug seinen individuellen Lebenszyklus an einem bestimmten, festgelegten Punkt im Raum, der zum Bezugspunkt für alle am Himmel befindlichen Objekte wird und zu dem jedes von ihnen regelmäßig zurückkehrt. Zum Beispiel kehrt der Mond jeden Monat zurück, die Sonne jedes Jahr, Jupiter alle 12 Jahre usw.“ Vi.
Der Durchgang eines Planeten durch ein Tierkreiszeichen wird als Transit Am, An, Antr, Astr, Aw, Dh, Ur, Vi, W, Za, Zo bezeichnet. Es handelt sich um ein Wort lateinischen Ursprungs: transitus – Übergang. Obwohl dieser Terminus im TŽŽ nur mit dem Gütertransport in Verbindung gebracht wird („Beförderung von Gütern und Fahrgästen ohne Umladung oder Umsteigen über Zwischenstationen, insbesondere in anderen Staaten“), zeigen die angeführten Beispiele, dass er auch in der Astrologie verwendet wird. Außerdem entspricht die Bedeutung des in diesem Bereich verwendeten Terminus nicht der in astronomischen Terminologieverzeichnissen angegebenen Bedeutung: „Vorübergang der inneren Planeten (Venus oder Merkur) vor der Sonnenscheibe“ (Straižys 2002). Mit einem weiteren Wort lateinischen Ursprungs – Ingression (lat. ingressio – Eintritt, Betreten) wird in mehreren Fällen der Eintritt eines Planeten in ein Tierkreiszeichen bezeichnet, z. B.: „Plutos Ingression in die Jungfrau“ Astr; „Für diejenigen, die auf neue Veränderungen in ihrem Leben, in Beziehungen, im Beruf und in der Selbstverwirklichung warten, wird diese Ingression des Uranus in den Stier wie ein neuer Atemzug, ein neuer Wind, eine neue Geburt sein, und sie werden dieser Zeit mit Freude begegnen“ Am.
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Mit dem Termin Transite wird, wie seine Verwendung zeigt, jedoch auch eine Prognosemethode bezeichnet, z. B.: „Mithilfe von Transiten lassen sich kurzfristige und langfristige Ereignisse im Leben eines Menschen vorhersagen“ An; „Transite sind die einzige realistische Prognosemethode“ Zo. Andere Prognosemethoden werden ebenfalls mit Wörtern lateinischen Ursprungs bezeichnet: Progressionen (lat. progressio – Wachstum, Fortschritt), Direktionen (lat. directio – Richtung). Beide Begriffe sind in die auf den Websites bereitgestellten Glossare aufgenommen; die dort gegebenen Erläuterungen zeigen, dass es sich um äußerst komplexe Verfahren handelt. So wird der Begriff Progression (hier im Singular verwendet) im Glossar AS folgendermaßen erklärt: „Eine symbolische Prognosemethode, bei der Zeitintervalle unterschiedlicher Länge gleichgesetzt werden (meist ein Tag = einem Lebensjahr, es können jedoch auch andere Intervalle zugrunde gelegt werden, z. B. ein Monat = pro Jahr). Im Gegensatz zu den Direktionen bewegen sich hier alle Planeten innerhalb eines Jahres mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.“ Dass solche Begriffe für ein spezielleres Publikum bestimmt sind, zeigt sich daran, dass die Begriffe Progressionen Am, Astr, Dh, Ur, Za und Direktionen Am, Astr, Dh, Ur am häufigsten bei der Veröffentlichung von Programmen astrologischer Kurse verwendet werden. TŽŽ führt Ingress, Progression und Direktion zwar auf, doch der erste Begriff wird als „langsames und lang anhaltendes Vordringen des Meeres ins Landesinnere, das nur die niedrigsten Landflächen erfasst“ erklärt, der zweite als mathematischer Begriff („eine Folge gesetzmäßig variierender Zahlen“) und der dritte nur als allgemeinsprachliches Wort für ein leitendes Organ eines Unternehmens, einer Einrichtung oder Organisation, dessen Leiter ein Direktor ist, sowie für den Sitz eines solchen Organs.
Als Prognosemethode wird auf den Websites auch der Solar Am, An, Antr, Astr, Dh, Ur, Vi, W, Za, Zo erwähnt; auf einer Website kommt die Form Solar Sa vor. Dieser Terminus ist nicht im TŽŽ verzeichnet, doch werden dort andere Termini mit derselben Wurzel aufgeführt (Solarium, Solarisation, Solarmeter); deren Herkunftserklärungen geben auch Aufschluss über die Herkunftssprache dieses Terminus: lat. sol – Sonne, solaris – sonnig. Dieser Terminus ist jedoch besonders vieldeutig. Er bezeichnet nicht nur eine Prognosemethode, sondern auch ein Himmelsereignis – die Rückkehr der Sonne –, z. B.: „Solar ist die exakte Rückkehr der Sonne an die Position, an der sie sich zum Zeitpunkt der Geburt befand“ Astr. Als Solar wird auch eine Art Horoskop oder Prognose bezeichnet, z. B.: „Um genau vorherzusagen, wann der Zeitpunkt der Sonnenrückkehr eintritt, wird ein Horoskop erstellt, das Solar genannt wird“ Sa; „Wenn Sie eine individuelle Jahresprognose – ein Solar – bestellen möchten, empfiehlt es sich, dies mindestens einen Monat vor dem Geburtstag zu tun“ An. Allerdings wird auf einer Website auch der Terminus Lunar Zo erwähnt; dieser Terminus wird jedoch weder erläutert noch auf dieser Website sonst weiter verwendet.
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Eine in der Astrologie angewandte Methode wird Synastrie An, Am, Astr, Dh, Sa, W, Za, Zo genannt. Das Wort ist griechischen Ursprungs: gr. syn- + aster – Stern. Doch auch dieser Terminus ist mehrdeutig: So wird nicht nur die Methode, sondern auch eine Art von Horoskop bezeichnet, z. B.: „Bei der Untersuchung etwa des Potenzials der Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau werden die persönlichen Geburtshoroskope zweier Menschen miteinander kombiniert, wodurch ein gemeinsames Horoskop der Beziehungskompatibilität des Paares entsteht, also eine Synastrie“ Za; „Ob Menschen füreinander geeignet sind, gibt die Synastrie an – ein Kompatibilitätshoroskop“ An. Einige Formulierungen lassen erkennen, dass damit auch die Kompatibilität bezeichnet wird, z. B.: „Ein bewusster Astrologe untersucht zunächst die Horoskope beider Partner getrennt und beginnt erst danach, ihre Synastrie zu betrachten“ Za. Wohl aufgrund dieser Mehrdeutigkeit werden auf den Websites zur Bezeichnung der Horoskopart häufig auch andere Termini verwendet: Synastriehoroskop Vi, Kompatibilitätshoroskop An, Horoskop der Beziehungskompatibilität des Paares, Kompatibilitätshoroskop der Partnerschaft eines Paares Am.
Obwohl Progressionen, Direktionen, Solarhoroskop und Synastrie als Prognosemethoden genannt werden, wird zumindest die Synastrie auch als astrologische Richtung bezeichnet, z. B.: „In der Astrologie untersucht die Synastrie genannte Richtung der Astrologie die Beziehungen zwischen Menschen und ihre Kompatibilität“ Sa. Auf den Websites werden auch andere astrologische Richtungen oder Arten erwähnt, doch ihre Bezeichnungen sind gewöhnlich Mehrworttermini. Bereiche, die die Verbindung der Astrologie zu anderen Wissenschaften zeigen, werden jedoch mit Einworttermini bezeichnet, die, wie auch die auf den Websites verwendeten Termini erkennen lassen, im Griechischen gebildete Wörter sind: Astropsychologie, Astrophysik, Astrochemie Antr, Ur, Vi; Astrogeografie Am, An. Ein Terminus – Astromineralogie Ur, W – ist ein Wort, das auf griechischer und lateinischer Grundlage gebildet wurde. Allerdings entstehen mit dem Bestandteil astro- auch Hybride; so heißt beispielsweise eine Rubrik einer Website, in der grundlegende astrologische Begriffe behandelt werden, Astro-Grundlagen Astr, die Website selbst dagegen Astrodaiva Astr; solche Bezeichnungen sind jedoch keine astrologischen Termini.
Auf allen Websites wird auch der Terminus Prognose verwendet; auch dies ist ein Wort griechischen Ursprungs: gr. prognōsis – Vorhersage. Doch bereits bei der Erörterung der Termini für die Bestandteile des Horoskops wurde deutlich, dass ein Horoskop nicht nur der Prognose dient: Es ermöglicht, Ereignisse zu erklären, Charaktereigenschaften und die Kompatibilität eines Paares zu bestimmen usw. Daher wird bei der Erläuterung des Horoskopbegriffs wohl, wie zu Beginn dieses Abschnitts bereits angemerkt, der Aspekt der Prognose allein nicht hervorgehoben, und neben dem Terminus Prognose wird auch Analyse (gr. analysis – Zerlegung), Beratung (lat. consultatio – Befra-
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gung). Eine auf einer der Websites gegebene Beschreibung der Beratung veranschaulicht auch die Vielfalt der Möglichkeiten, die ein Horoskop bietet (genauer gesagt, nur eine Art von Horoskop – das Geburtshoroskop): Eine auf einem Horoskop beruhende Beratung kann „Stärken, Begabungen, Möglichkeiten, aber auch Schwächen, Gefahren, Risiken, erfolgreiche Bereiche, deren Entfaltung günstig ist, gefährliche, risikoreiche Bereiche, die besser zu meiden sind oder harmonisiert werden sollten, die Richtung der evolutionären Entwicklung, die Mission, die Berufung (ja, auch das steht im Horoskop!), günstige und ungünstige Zeiträume aufzeigen. Außerdem kann sie Mittel aufzeigen, die helfen, schwierige, schmerzhafte Lebensbereiche zu harmonisieren und aussichtsreiche, erfolgreiche Bereiche zu aktivieren und zu stärken“. Astr. Allerdings lässt sich sowohl aus diesem als auch aus anderen Websites schließen, dass die Termini Analyse und Beratung gewöhnlich lediglich Kurzformen von Mehrworttermini sind (astrologische Beratung, astropsychologische Analyse Astr, astrologische Analyse Antr, Beratung zur Selbsterkenntnis, astromineralogische Beratung Vi).
Einige Entlehnungen lateinischen oder griechischen Ursprungs werden auf den Websites seltener verwendet. Nur auf drei Websites wird der Terminus Orb An, Za, Zo verwendet (auf einer kommt Orbis Am vor), der auf der Grundlage des Stamms des lateinischen Wortes orbis16 gebildet ist; auf zwei Websites findet sich Kuspide (lat. cuspis, cuspidis – Spitze, Scheitel17) An, Zo. Im auf der Website bereitgestellten ATŽ wird der Terminus Orb als „zulässige Abweichung von der exakten Ausbildung eines Aspekts – des Winkels zwischen Planeten“ definiert; Kuspide wird mit dem litauischstämmigen Terminus Būstas (der noch behandelt wird) in Verbindung gebracht und als Anfangslinie eines Horoskophouses erklärt. Auf einer Website werden die Linien, die die Häuser unterteilen, Hausspitzen Aw genannt. Nur auf zwei Websites wird noch der Terminus Zonen (gr. zōnē – Gürtel) Ur, Zo erwähnt, der eine weitere Grundlage der Horoskopeinteilung bezeichnet; auf einer dieser Websites wird diese Einteilung jedoch gesondert behandelt. Auf zwei Websites wird der Terminus Septener (vgl. lat. septēnārius18) Am, Astr erwähnt – die seit Langem bekannte Siebenergruppe der Planeten, die in der babylonischen Astrologie angewandt wurde, bevor weitere Planeten entdeckt wurden. Auf zwei Websites wird neben dem litauischstämmigen Terminus Sonnenwende auch die Entlehnung Solstitium Antr, Astr verwendet, ein Wort lateinischen Ursprungs (lat. solstitium). Auf einer Website wird der Planet Peregrin Zo erwähnt (lat. peregrinus) – dieser Terminus wird verwendet, um die fünftstärkste Stellung der Planeten zu bezeichnen. Allerdings wird bei ihrer Erwähnung darauf hingewiesen, dass grundsätzlich
16 Siehe http://www.thesaurus.flf.vu.lt.
17 Siehe http://www.thesaurus.flf.vu.lt.
18 Siehe http://www.thesaurus.flf.vu.lt.
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Dieser Einteilung wurde in der traditionellen Astrologie mehr Aufmerksamkeit gewidmet, während ihr in der modernen Astrologie weniger Bedeutung beigemessen wird. Nur auf dieser Website wird der Begriff signifikatorius (lat. significatio < signum – Zeichen) behandelt. Gemessen an der für diese Untersuchung ausgewählten Stichprobe ließen sich solche Begriffe als weniger verbreitet einstufen; es zeigt sich jedoch, dass die geringere Verbreitung nicht auf den Gebrauch von Synonymen zurückzuführen ist. Lediglich anstelle von kuspido wird auf einer Website der zusammengesetzte Begriff būsto viršūnė verwendet; das Lehnwort solsticija wird zusammen mit dem litauischen Begriff saulėgrįža gebraucht. Ein möglicher Grund für den selteneren Gebrauch könnte die Erläuterung sein, die nach der Verwendung des Begriffs peregrinas gegeben wird: Nicht alle Aspekte der Klassifikation oder des Horoskops können für die moderne Astrologie gleichermaßen wichtig sein. Andererseits werden die Begriffe orbisas, kuspidas, zonos, peregrinas, signifikatorius auf einer Website verwendet, die im Wesentlichen auf die Erläuterung astrologischer Konzepte ausgerichtet ist und ein Glossar astrologischer Begriffe enthält; dies lässt die Annahme zu, dass die damit bezeichneten Konzepte spezieller sind und die Begriffe deshalb in Website-Texten für ein breiteres Publikum nicht verbreitet sind.
Die meisten der besprochenen Begriffe werden jedoch nicht nur in Glossaren oder bei der Erläuterung von Konzepten verwendet. Auf allen 12 Websites finden sich die Begriffe astrologija, astrologas, horoskopas, Zodiakas, planetos, aspektai, opozicija, kvadratas arba kvadratūra, ascendentas, stichijos, ciklai, prognozė; auf fast allen oder mehr als der Hälfte der Websites finden sich konjunkcija, tranzitas (11 Websites), soliaras (10), ekliptika, sekstilis, rektifikacija (9), konfigūracija, egzaltacija, sinastrija, trigonas oder trinas (8), kosmograma, progresijos (7), descendentas, kvadrantai, direkcijos (6). Der Begriff steliumas wurde auf 5 Websites verwendet, wird jedoch, wie bereits angemerkt, auf einigen Websites durch sankaupa, telkinys ersetzt. Für die Begriffe kometos, asteroidai gibt es keine litauischen Entsprechungen; die ausführliche astrologische Erörterung von Kometen und Asteroiden zeigt jedoch, dass sowohl kometos als auch asteroidai ebenso wie planetos astrologische Fachbegriffe sind. Die auf allen Websites verwendeten Planetennamen Marsas, Venera, Jupiteris, Saturnas, Merkurijus, Uranas, Neptūnas, Plutonas, die Namen der Asteroiden Chironas (auf 9 Websites), Prozerpina (8) sowie der Name des mathematisch berechneten Horoskop-Punkts Selena (9) ergänzen die Sammlung von Begriffen lateinischen und griechischen Ursprungs.
Alle diese Begriffe werden auf den Websites als Einwortbegriffe verwendet; zusammengesetzte Ausdrücke bilden nur konfigūracijos, aspektai und planetos: aspektų konfigūracijos, aspektai tarp planetų. Diese Zusammensetzungen werden jedoch nur in Glossaren aufgeführt; aus den Texten geht hervor, dass die Begriffe konfigūracijos, aspektai und planetos verwendet werden. Nur im Glossar der Website AS findet sich außerdem der Begriff horoskopo rektifikacija. Web-
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sites verwenden nur rektifikacija; auch in dieses Glossar wird der Begriff rektifikacija separat aufgenommen. Die Begriffe konsultacija und analizė werden jedoch ebenfalls als Einwortbegriffe verwendet (z. B.: „Nähere Informationen zu den Bedingungen, der Art, Dauer, den Preisen usw. der Beratungen können Sie erfahren, indem Sie sich individuell an den ausgewählten Astrologen wenden“ Antr; „Ich biete keine Beratungen über das Internet oder Telefon an“ Vi), erscheinen aber häufig auch mit abhängigen Bestandteilen (z. B.: „Wie läuft eine astrologische Beratung ab?“ Astr; „Astrologische und astromineralogische Beratungen finden immer mündlich und im persönlichen Gespräch statt“ Antr). Zumindest die ausgewählte Stichprobe bietet keine Grundlage dafür, sie als Einwortbegriffe einzustufen.
Lehnübersetzungen lateinischen und griechischen Ursprungs werden in terminologischen Arbeiten üblicherweise als Internationalismen bezeichnet (vgl. Zemlevičiūtė 2018a: 153–154); so ließen sich also auch die hier untersuchten Begriffe benennen. Allerdings wandelt sich das Verständnis von internationalem Terminus und internationalem Wort. Wie bei der Erörterung der Informatik- und Computerterminologie angemerkt wurde, sah ein 2007 von der VLKK angenommenes Projekt vor, auch Wörter, die in mehreren großen Sprachen (Englisch, Deutsch, Französisch, Russisch) gebraucht werden, als Internationalismen einzustufen (Zemlevičiūtė 2018a: 154). Dieses Verständnis des internationalen Wortes wird auch in der Lietuvių kalbos enciklopedijoje (LKE 2008)19 dargelegt und ist praktisch im neuesten TŽŽ umgesetzt, auf das sich die vorliegende Arbeit bei der Bestimmung der Herkunftssprache eines Terminus stützt. Bereits die vorliegende Analyse hat jedoch gezeigt, dass zahlreiche astrologische Begriffe – selbst solche, die auf dem Griechischen oder Lateinischen beruhen und somit der Definition eines internationalen Terminus entsprechen – nicht in das TŽŽ aufgenommen wurden. Genauer gesagt sind viele solcher Wörter zwar im TŽŽ verzeichnet (aspektas, konfigūracija, konjunkcija, kvadrantas, kvadratas, kvinkunsas, opozicija, ingresija, sekstilis, tranzitas, direkcija, egzaltacija, progresija, descendentas, sfera, ciklas, zona), jedoch nur als Fachbegriffe anderer Bereiche, als Wörter des allgemeinen Sprachgebrauchs und/oder als astronomische Begriffe (wie im letztgenannten Fall ekliptika, Zodiakas, planeta, asteroidas, kometa, solsticija, konfigūracija, konjunkcija, opozicija). In Wörterbüchern astronomischer Fachbegriffe werden solche Begriffe erst recht ausschließlich als astronomische Begriffe erläutert. Einige astrologische Begriffe finden sich allerdings in der VLEe: Bei der Erläuterung des Horoskopbegriffs werden dort ascendentas, aspektas, planetos, konjunkcija, kvadratūra, opozicija, sinastrija. erwähnt.
19 Das sind „Lehnwörter, die für die Allgemeinsprache akzeptabel sind (nicht als Barbarismen gelten), deren fremde Herkunft durch mindestens einen Teil der wichtigsten internationalen Verkehrssprachen (oder auch der klassischen Sprachen) eindeutig bestätigt wird und die keine eindeutigen Spuren einer Entlehnung aus einer benachbarten Sprache aufweisen“ (LKE 2008).
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1.2. Andere Lehnwörter
Andere Arten von Lehnwörtern fanden sich im untersuchten Material nur wenige. Das in der VLEe als Entlehnung aus dem Italienischen eingestufte Fachwort kvadratūra (ital. quadratura < quadrato – Quadrat) stellt eine Ausnahme dar; dort wird es als astronomischer Fachbegriff erläutert („Konfiguration zweier Himmelslichter (meist ist eines davon die Sonne), bei der sich ihre ekliptikalen Längen um 90° unterscheiden“). Im TŽŽ wird nur der lateinische Ursprung des Wortes kvadratas erwähnt (quadratus – viereckig); die Herkunft des Lehnworts kvadratūra, das ebenfalls als astronomischer Fachbegriff erläutert wird, wird nicht gesondert angegeben.
Obwohl bei der Auswahl der Websites für die Analyse der Begriffe, wie in der Einleitung erwähnt, solche bevorzugt wurden, auf denen Begriffe der westlichen Astrologie erläutert und verwendet werden, finden sich auf allen ausgewählten Websites auch einige mit dem Hinduismus verbundene Begriffe. Dies deutet darauf hin, dass sie als integraler Bestandteil der Terminologie der westlichen Astrologie gelten. Auf einigen Websites seltener, auf anderen recht häufig wird der aus dem Sanskrit stammende Begriff karma verwendet (skr. kárma – Handlung, Tat). Wie die Erläuterungen der VLEe zeigen, handelt es sich um eine der grundlegenden Lehren östlicher philosophischer und religiöser Schulen: im Hinduismus um „die Gesamtheit der physischen und psychischen (mentalen) Handlungen des gegenwärtigen und früherer Leben, die die nächste Wiedergeburt und die Lebensumstände eines Menschen bestimmen“; im Buddhismus um „das universelle Gesetz von Ursache und Wirkung“. Die Versuche, den Begriff auf den Websites zu erklären, entsprechen den von der VLEe hervorgehobenen Bedeutungsaspekten: „Die Astrologie hat als Glaubenssystem ihre eigene Weltanschauung hinsichtlich der Geheimnisse von Geburt und Tod und des kosmogonischen Systems des Universums. Diese Weltanschauung beruht auf der Idee der Reinkarnation und besagt, dass wir viele Leben durchleben und in jedem davon eine Last aus Sünden und guten Taten ansammeln, die auch Karma genannt wird. Dieses Karma kann manchmal so schwer sein, dass eine Seele bereits bei ihrer Geburt zahlreiche Krankheiten und Unglücke mitbringt, die die Seele reinigen“ Ur; „Das Gesetz von Ursache und Wirkung oder Karma ist eines der kosmischen Gesetze und eine sakrale Regel, die sich nicht ändert, ganz gleich, was Manipulatoren des menschlichen Bewusstseins darüber sagen“ Antr. Bei der Erläuterung des Konzepts wird, wie zu sehen ist, auch das Wort reinkarnacija verwendet; dieser Begriff dient jedoch nur der Erklärung des Konzepts. Zumindest anhand der Stichprobe dieser Untersuchung lässt er sich nicht als astrologischer Fachbegriff einstufen.
Auf 10 Websites werden zwei Namen verwendet: Rachu (Rahu) und Ketu Am, Antr, Astr, Aw, Dh, Sa, Ur, Vi, W, Za. So werden zwei wichtige Horoskop-Punkte bezeichnet, die, wie es heißt, auf die karmischen Aufgaben hinweisen, die ein Mensch in diesem Leben erfüllen soll, sowie auf die wirksamste Entwicklungsrichtung. In den Texten werden sie allerdings nur als Synonyme anderer Begriffspaare verwendet, z. B.: „Rahu oder der aufsteigende karmische Mondknoten weist, allgemein gesprochen, auf die karmischen Lektionen dieser Inkarnation hin – darauf, was wir lernen und wonach wir streben sollen
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„…zu verwirklichen; in ihm liegt das, was Psychologen und Philosophen Mission, den Sinn des Lebens nennen“ Astr.; „Das Programm, das der absteigende karmische Mondknoten (oder Ketu) mit sich bringt, sollte man nicht als das Hauptprogramm betrachten, auch wenn ein Mensch oft genau so handeln möchte“ Sa; „Der Punkt, an dem der Mond von der südlichen auf die nördliche Seite des Himmelsgewölbes wechselt, wird aufsteigender Mondknoten (oder Nordknoten oder Drachenkopf) genannt, der umgekehrte Wechsel von Norden nach Süden dagegen absteigender (oder Südknoten oder Drachenschwanz)“ Za. Rahu und Ketu sind, wie in den Artikeln der Reihe zum Thema Astrologie, die im Chicago Aid veröffentlicht wurden, ausführlich beschrieben wird (Čeremисinas 2015a, b), Planeten der vedischen Astrologie, und ihre Namen sind mit den Veden, also der frühen Sanskritperiode, in Verbindung zu bringen. In einem dieser Artikel wird übrigens darauf hingewiesen, dass Ketu aus dem Sanskrit übersetzt Flagge bedeutet (Čeremисinas 2015a)20.
Eine Form, die für Entlehnungen lateinischen oder griechischen Ursprungs untypisch ist, hat auch ein weiterer Name, der auf den meisten Websites (11 von 12) verwendet wird – Lilit. Auf einer Website wird allerdings die Form Lilith verwendet Za. Auf einer der Websites heißt es, dass Lilit und ihr Gegenpol Selena vor allem in der avestischen (persischen) Astrologie bekannt seien Astr. Die Deutung der Symbolik des mathematisch berechneten Horoskoppunkts (Lilit wird auf Websites mit den größten Versuchungen und mit Bereichen in Verbindung gebracht, in denen man im vergangenen Leben fehlgegangen ist und schlechtes Karma angesammelt hat) würde eine Übereinstimmung mit der Symbolik der biblischen Figur Lilith nahelegen, die sowohl als Dämon der jüdischen Tradition als auch als Urmutter der Menschheit erwähnt wird; die Bezeichnung der letzteren Figur wird mit den Sumerern in Verbindung gebracht (Lilita 2020; Lilith 2020)21. Der Name soll aus dem sumerischen Wort lilith hervorgegangen sein, das einen Windgeist oder weiblichen Dämon bezeichnete (Lilith 2020). Sowohl Lilit als auch Selena haben außerdem ein Synonympaar, dessen Bezeichnungen aus Wörtern litauischen Ursprungs gebildet sind: Schwarzer Mond und Weißer Mond.
Die in einer Website verwendete, nicht angepasste Bezeichnung des Kometen Neowise, z. B.: „Neowise steht besonders mit den Zeichen Zwillinge, Krebs und Löwe in Verbindung …“
20 Der Artikel berichtet, dass Rahu und Ketu in der vedischen Mythologie zwei Teile desselben einst äußerst mächtigen Dämons sind. Dieser Dämon hatte sich durch Betrug das Elixier der Unsterblichkeit beschafft und, als Halbgott verkleidet, unter den Halbgöttern Sonne und Mond Platz genommen. Er wurde jedoch rechtzeitig als Feind erkannt, und man benachrichtigte den höchsten Gott. Dieser schleuderte eine Scheibe und schlug Rahu damit den Kopf ab, sodass Rahus Körper für immer in zwei Teile getrennt blieb: Der Kopf wurde weiterhin Rahu genannt, der Körper dagegen fortan Ketu. In der vedischen Mythologie wurden die Kämpfe von Rahu und Ketu mit Sonne und Mond als Erklärung für die Finsternisse herangezogen.
21 In einem im Internet veröffentlichten Glossar astrologischer Begriffe, in dem viele Begriffe der östlichen Astrologie erläutert werden, findet sich folgende Erklärung: „Lilit – 1. In der klassischen Astrologie ein Synonym für den abnehmenden Mond; 2. In der modernen Astrologie (insbesondere der sogenannten avestischen Tradition) ein hypothetischer Planet, der mit dem Prinzip des Bösen verbunden ist“ (Kaškelis 2020).
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…ale“ Astr. Es handelt sich um eine Entlehnung aus dem Englischen, die jedoch nur auf dieser Website verwendet wird, genauer gesagt – in ihrem einzigen Text, aus dem, wie bereits im vorangegangenen Unterabschnitt beschrieben, die Bedeutung ersichtlich wird, die Kometen in der Astrologie beigemessen wird.
Weitere angepasste oder nicht angepasste Wörter englischen Stammes kommen unter den Einworttermini nicht vor. In einem Text wird allerdings versucht, die von den Planeten im Horoskop gebildeten Figuren ausführlicher zu behandeln, die auf anderen Websites nicht besprochen werden; ihre Bezeichnungen werden auf Englisch angegeben, mit der litauischen Entsprechung in Klammern: splash (Spritzer), splay (Schräglage, Abschneidung), bundle (Zopf, Bündel), locomotive (Lokomotive), bowl (Schale), bucket (Korb, Eimer), seesaw (Wippe) Zo. Aus dem Text geht auch der Grund für diese Art der Terminologieangabe hervor: Erwähnt wird die 1941 vom amerikanischen Astrologen M. Jones vorgeschlagene Figurenklassifikation, die wahrscheinlich nur in englischsprachigen Texten verbreitet ist. Außerdem wird angemerkt, dass unklar sei, wie diese Bezeichnungen genau zu übersetzen wären.
Getrennt von den übrigen Entlehnungen ist der durch die Einteilung des Horoskops in Teile implizierte Terminus Kreuz zu erwähnen. Dies ist eine ältere Entlehnung aus dem Polnischen. Der Tierkreis wird in Kreuze eingeteilt: Vier seiner Zeichen – Widder, Krebs, Waage und Steinbock – gelten als Vertreter des kardinalen Kreuzes, weitere vier – Stier, Löwe, Skorpion und Wassermann – als Vertreter des fixen Kreuzes und die letzten vier als Vertreter des veränderlichen Kreuzes. Diese Einteilung wird nicht auf allen Websites erwähnt; entsprechend werden auch der Terminus Kreuz Dh, Sa, Wo, Zo und die darauf beruhenden Unterbegriffe nur auf vier Websites verwendet. Auf einer Website wird diese Einteilungsgrundlage mit dem Hybridbegriff Modalität Astr. bezeichnet.
2. LITAUISCHEN URSPRUNGS
Als häufigere einwortige Termini litauischen Ursprungs auf den Websites lassen sich nur einige wenige herausstellen. Einer davon ist Finsternisse. Das so bezeichnete Phänomen hat auch in der Astrologie eine besondere Bedeutung: „Es wird angenommen, dass eine Mondfinsternis den Höhepunkt bestimmter Situationen markiert, das heißt den Abschluss einer bestimmten Phase, nach der etwas grundlegend verändert oder verworfen wird. Dies ist eine Krise, in der die Probleme am deutlichsten zutage treten“ Antr. Ein zusammenfassender Terminus, der Sonnen- und Mondfinsternisse bezeichnet, Finsternisse, wird von Am, Antr, Astr, Aw, Dh, Ur, Vi, W, Sa, Za und Zo auf 11 von 12 Websites verwendet, z. B.: „Finsternisse wirken eben so – es kommt zum Vorschein, was sich lange angestaut hat“ Astr. Natürlich werden auch Termini verwendet, die Arten von Finsternissen bezeichnen, z. B.: „Eine Sonnenfinsternis ist eine Zeit, in der wir unser Schicksal und unsere Lebensqualität stark verändern und negative Programme loswerden können,“
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„oder umgekehrt Negatives in unser Leben lassen“ Astr; „Die Halbschatten-Mondfinsternis im Krebs am 10. Januar (Höhepunkt der Finsternis um 21.10 Uhr, 21. Grad des Krebses) fiel mit einem astrologischen Aspekt von globaler Tragweite zusammen – der Konjunktion von Saturn und Pluto“ Antr.
Anders als in der Astronomie werden auch Termini verwendet, die mit Finsternissen verbundene Phänomene bezeichnen: Neumond und Vollmond. Das zeigen folgende Erläuterungen: „Jeder Neumond hat sein eigenes Thema, seine Werte und aktuellen Fragen, auf die es sich lohnt, sich zu konzentrieren und denen man sich in dieser Zeit des Neumonds zuwenden sollte, als würde man Samen für das ganze Jahr – nicht nur für einen Monat – säen“; „Jeder Vollmond hebt unsere Charaktereigenschaften und Gewohnheiten hervor und zeigt uns selbst und den Menschen um uns herum, wie wir sind: Ein Dummkopf wird noch dümmer, ein Feigling noch ängstlicher und ein Mutiger noch mutiger“ W. Die Termini Neumond und Vollmond werden von Astr, Am, Antr, Astr, Aw, Dh, Sa, Ur, W, Za und Zo auf 11 von 12 Websites verwendet; nur auf einigen werden sie großgeschrieben: Neumond, Vollmond Am, Aw. Die Stichprobe von 12 Websites würde es nicht erlauben, die Bezeichnungen der beiden anderen Mondphasen als astrologische Termini herauszustellen. Die Termini abnehmender Mond und zunehmender Mond werden von Am nur in einem Text erwähnt, in dem aufgeführt wird, wann die beste Zeit zum Säen, Pflanzen oder Beschneiden von Pflanzen ist.
Zwei weitere litauischstämmige Termini, die astronomische Phänomene bezeichnen, sind Sonnenwende und Tagundnachtgleiche; als Einworttermini werden sie in den Texten nur selten verwendet. Meist sind sie Bestandteile zusammengesetzter Termini, z. B.: „Dieses Ereignis fällt immer mit der Frühlings-Tagundnachtgleiche zusammen, wenn Tag und Nacht gleich lang sind, und mit jedem Frühlingstag gewinnt das Licht allmählich immer mehr die Oberhand“ Vi; „In Anbetracht dessen teilten die antiken Astrologen den Weg der Sonne am Himmel in 12 Abschnitte ein, deren Bezugspunkte vier markante Ereignisse des Jahres wurden, die mit einer Veränderung des Verhältnisses von Licht und Dunkelheit zusammenhängen – die Winter- und Sommersonnenwende sowie die Herbst- und Frühlings-Tagundnachtgleiche“ Vi. Zwar wird bei der Erwähnung dieser astronomischen Phänomene auf einigen Websites der Bedeutungsunterschied gegenüber den Bedeutungen der in der Astrologie verwendeten Termini nicht hervorgehoben: Die Wintersonnenwende wird als Abschied vom kürzesten Tag und der längsten Nacht, vom alten Jahr und vom vergangenen Naturzyklus sowie als Begrüßung des Neubeginns beschrieben Am, die Frühlings-Tagundnachtgleiche als Zeitraum, in dem Tag und Nacht gleich lang sind. Auf einer Website werden Tagundnachtgleichen und Sonnenwenden (hier häufiger Solstitien genannt) jedoch als wichtige astrologische Ereignisse bezeichnet – die Sonne tritt in kardinale Tierkreiszeichen ein Astr.
Ein häufig als Einwortterminus verwendeter Begriff setzt die Einteilung des Horoskops in weitere 12 Teile voraus. Dabei handelt es sich um die vom Aszendenten ausgehende Einteilung des die Himmelssphäre darstellenden Kreises. Die so abgegrenzten Teile werden Häuser. genannt.
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Häuser bilden ebenso wie die Tierkreiszeichen einen Kreis und werden daher bisweilen Häuserkreis genannt Astr. Dieser Teil des Horoskops gilt als besonders wichtig, doch zu seiner Bestimmung ist die genaue Geburtszeit erforderlich. Bei der Erörterung der Termini nichtlitauischen Ursprungs wurde bereits erwähnt, dass eine Zeichnung ohne Häuser nicht einmal Horoskop genannt wird – sie heißt Kosmogramm (vgl. Abb. 1 und 2). Jedes Haus wird einem entsprechenden Lebensbereich zugeordnet, zum Beispiel das 7. Haus der Partnerschaft und Ehe, das 5. Haus der Liebe, Kreativität und den Kindern, das 10. Haus der Karriere. Wie erläutert wird, zeigt die Stellung der Planeten in den Häusern, in welchem Haus sich die Thematik des jeweiligen Planeten äußert Zo. Dieser Terminus zeichnet sich jedoch besonders durch Synonymie aus. Neben dem Synonym Häuser Am, An, Antr, Ur, Za, Zo, einem ebenfalls litauischen Wort, werden häufig auch die zusammengesetzten Termini astrologische Häuser An, astrologische Häuser Am, Aw, Za, Horoskophäuser An, Zo Horoskophäuser Za, Astr, W, Vi, Zo verwendet; auf einigen Websites bevorzugt man beinahe ausschließlich einen zusammengesetzten Terminus, z. B.: „Ich werde eine allgemeine Beschreibung der Wirkung Neptuns in den verschiedenen Horoskophäusern geben. Sie können sie entsprechend auf den durch Ihr Horoskop laufenden Neptun übertragen oder auf den Fall, dass Neptun eines Ihrer Horoskophäuser beherrscht“ Aw; „Venus beherrscht das zweite und das siebte astrologische Haus“ Aw.
Auf der Grundlage des erörterten Terminus wurde der zweigliedrige zusammengesetzte Terminus Hausherrscher gebildet, der auf Websites ebenfalls als Einwortterminus verwendet wird – Herrscher An, Aw, Zo. Damit wird allerdings nicht nur ein Haus, sondern auch ein Tierkreiszeichen beherrschender Planet bezeichnet. Dennoch werden auch für diesen häufig zweigliedrige zusammengesetzte Termini verwendet. Der zusammengesetzte Terminus Herrscher des Tierkreiszeichens ist auch in das auf einer der Websites bereitgestellte ATŽ aufgenommen.
Auch die Bezeichnungen der 12 Bestandteile des bereits im vorigen Unterkapitel erwähnten Horoskopkreises – des Tierkreises – sind, mit einer Ausnahme, Wörter litauischen Ursprungs: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische. Nur ein Teil des Tierkreises wird mit einem Wort griechischen Ursprungs bezeichnet – Skorpion (gr. scorpios). Diese Bezeichnungen haben jedoch auch zwei- oder sogar dreiwortige Entsprechungen, z. B.: „Im Zeichen des Schützen geboren?“ Za; „Die Unabhängigkeit Litauens wurde wiederhergestellt, als die Sonne durch das Zeichen der Fische wanderte“ Antr; „Der Mond wird im Tierkreiszeichen Steinbock stehen, zusammen mit Pluto, Saturn und dem karmischen Knoten in seiner Nähe“ Za; „Am 27. Januar wechselte Lilith, oder der Schwarze Mond, aus dem Tierkreiszeichen Fische in den Widder“ Astr. Übrigens werden sowohl einwortige als auch zwei- oder dreiwortige Bezeichnungen der Tierkreiszeichen auf den Websites in zwei Bedeutungen verwendet. Vie-
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Die Bedeutung als Zeichen wurde bei der Erörterung des Terminus Zodiakas offengelegt – so werden die Bestandteile des Tierkreises genannt. Eine weitere Bedeutung erhalten diese Termini aufgrund der besonderen Bedeutung, die in der westlichen Astrologie der Sonne beigemessen wird: Als Widder, Schützen usw. bezeichnet man Charaktertypen, die einem Menschen nach der Stellung der Sonne im Tierkreiszeichen zum Zeitpunkt seiner Geburt zugeordnet werden, z. B.: „Diese Zeit werden Zwillinge, Waagen, Widder, Schützen, Fische und Steinböcke leichter überstehen“ Am; „Wassermänner beurteilen andere Menschen oft oberflächlich“ Za. Dennoch wird auf mehreren Websites betont, und auch die Analyse der Termini zeigt, dass sich aus der Stellung der Sonne allein nur wenig ableiten lässt: „Die für jeden Menschen charakteristischen Eigenschaften, sein Verhalten, seine Einstellung usw. werden durch die einzigartige Stellung aller 10 Planeten (einschließlich der Sonne) zum Zeitpunkt seiner Geburt bestimmt. Und wenn sich nur die Sonne in seinem Tierkreiszeichen befindet, werden die Eigenschaften dieses Zeichens nicht stark ausgeprägt sein; vielmehr zeigt sich im Menschen eine Kombination von Merkmalen anderer Tierkreiszeichen“ An.
Anders als die Bezeichnungen der Tierkreiszeichen sind die Planetennamen Wörter lateinischen oder griechischen Ursprungs; die Namen zweier Himmelskörper, die in der Astrologie als Planeten gelten – Saulės und Mėnulio – gelten jedoch als alte Erbwörter aus der indoeuropäischen Ursprache (Sabaliauskas 1994: 181, 267). Sie werden ebenso wie die Bezeichnung des Bezugspunkts, von dem aus die Bewegung dieser Himmelskörper durch den Tierkreis beurteilt wird, Žemė, auf den Websites als Einworttermini verwendet, z. B.: „Die Sonne und der Mond sind die wichtigsten Punkte im Horoskop“ Astr; „Ich erinnere daran, dass jeder Neumond – der Moment ist, in dem Sonne und Mond, von der Erde aus betrachtet, denselben ekliptikalen Längengrad einnehmen“ Dh.
Auf einigen Websites finden sich Verwendungsbeispiele für Einwortbezeichnungen der Elemente: Ugnis, Oras, Vanduo, Žemė Astr, Dh, Ur, Vi, W, Zo. Häufiger werden jedoch zusammengesetzte Termini verwendet, z. B.: „Vom 3. Mai 2019 bis zum 27. Januar 2020 wanderte Lilith durch die Fische, wodurch das Wasserelement (und damit auch die Emotionen) belastet war“ Astr; „Die Konjunktion im Zeichen Wassermann im Dezember dieses Jahres wird einen neuen großen Zyklus im Element Luft einleiten“ Antr. Zusammengesetzte Termini werden erst recht verwendet, wenn die nach Elementen eingeteilten Tierkreiszeichen benannt werden, z. B.: „Produktiv ist er auch für die Vertreter der Wasserzeichen – Krebs und Skorpion“ Astr.
Somit zeigt sich, dass als Einworttermini nur die Termini Finsternisse, Neumond, Vollmond, Sonnenwende, Tagundnachtgleiche, Sonne, Mond, Erde sowie die Bezeichnungen der 11 Tierkreiszeichen gelten können. Neben diesen auf den Websites stärker verbreiteten Termini finden sich vereinzelt auch Verwendungen von Einworttermini litauischen Ursprungs. Auf einer Website, auf der astrologische Begriffe und die dabei angewandten Klassifikationen besonders ausführlich behandelt werden, werden mit Termini litauischen Ursprungs
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die nach ihrer Stärke bewerteten Stellungen der Planeten zu benennen versucht; für die stärksten und schwächsten Stellungen werden die Suffixableitungen valdymas und kritimas herangezogen Zo.
Weitere Termini litauischen Ursprungs werden als Synonyme oder Entsprechungen der bereits erörterten Lehntermini verwendet. So wird auf zwei Websites statt steliumo der Terminus sankaupa An, Ur verwendet; auf einer davon ist sankaupa An ein einmaliger Beleg, während auf zwei anderen Websites telkinys Dh, W vorkommt. Obwohl ascend entas als aufsteigendes Zeichen oder aufsteigender Horizontpunkt üblicherweise nur in Erläuterungen des Terminus benannt wird, kommt in einem Fall das Adjektiv kylantysis Aw als Terminus vor. Vereinzelt wird versucht, Aspekte mit Wörtern litauischer Wortwurzel zu benennen. Auf einer Website wird statt des Terminus kvadratūra (kvadratas) der Terminus ketvirtadalis W verwendet. Ein harmonischer Aspekt, der auf anderen Websites als trinas ar trigonas bezeichnet wird, heißt auf einer Website auch trikampiu Aw; das Sextil wird als sekstilis – šešiakampiu Aw bezeichnet. Auf einer Website wird ein eigener Terminus zur Benennung von Aspekten zwischen Pluto und Jupiter eingeführt – sandėriai Ur. Als deutlichster Fall konkurrierender Termini antiken und litauischen Ursprungs kann die Verwendung des Terminus konjunkcija und der Termini jungtis, susijungimas, sąjunga gelten: Auf sechs Websites wird auch der Terminus jungtis Am, Dh, Ur, Sa, Vi, Za verwendet, auf einer Website ausschließlich jungtis Astr; auf drei Websites wird susijungimas Aw, Ur, Zo als Synonym angegeben; im Text einer Website finden sich die Bezeichnungen sąjunga, susijungimas, jungtis Za.
Allerdings können einige Verwendungsfälle von Termini mit litauischer Wortwurzel mit stilistischen Unterschieden zwischen den Texten zusammenhängen. Die Websites umfassen Texte verschiedener Art: Hier werden astrologische Begriffe erläutert, astrologische Dienstleistungen und stattfindende Astrologiekurse oder Seminare angekündigt sowie astrologische Tendenzen des Monats oder des Jahres besprochen. In Texten der letztgenannten Art herrscht ein freierer Stil vor, da sie sich vermutlich an Leser ohne Fachkenntnisse richten. Wie solche Texte zeigen, wird Anschaulichkeit und Ausdruckskraft angestrebt, z. B.: „Alle Entscheidungen und Gedanken prägen sich während Finsternissen viel stärker in das Gewebe des Daseins ein und lassen sich schwerer rückgängig machen; also bedenkt, was ihr denkt, sagt und tut“ Astr; „Jetzt, da der rückläufige Mars im Widder steht, ließe sich dieser Zustand mit dem vergleichen, in dem Armeen die aktiven Kampfhandlungen einstellen, sich jedoch in ihren Schützengräben verschanzen und Kräfte für neue Angriffe sammeln“ Astr. Obwohl die erörterten Termini also auch in Texten dieser Art verwendet werden, gibt es zahlreiche Fälle, in denen man den Terminusgebrauch ganz vermeidet. So gibt es auf einer Website, auf der
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der Terminus tranzitas verwendet wird (z. B.: „Während des Mars-Transits durch den Widder wird jede Möglichkeit genutzt, die eigene Kraft und die eigenen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen; man beteiligt sich aktiv an Sportwettkämpfen und Wettbewerben und wagt sich an Tätigkeiten, die man zu anderen Zeiten nicht in Angriff genommen hätte“; „Während des Mars-Transits durch die Zwillinge sind wir darauf eingestellt, Informationen aufzunehmen und weiterzugeben – was sich Werbefachleute hervorragend zunutze machen können“ Am), werden zugleich auch andere Ausdrucksweisen dafür verwendet, dass sich ein Planet durch ein Tierkreiszeichen bewegt, z. B.: „Der Mars wird vom 13. Mai bis zum 28. Juni 2020 durch das Tierkreiszeichen Fische wandern“; „Der Mars wird vom 28. Juni 2020 bis zum 7. Januar 2021 durch das Tierkreiszeichen Widder ziehen“ Am.
SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Untersuchung der in astrologischen Websites verwendeten einwortigen Termini zeigt, dass nichtlitauische Termini überwiegen, von denen die meisten Wörter griechischen oder lateinischen Ursprungs sind. Auf den Websites wurden 22 astrologische Termini griechischen Ursprungs verwendet (astrologija, astrologas, horoskopas, ekliptika, Zodiakas, planetos, asteroidai, kometos, kosmograma, trigonas, stichijos, eteris, sfera, ciklas, zonos, prognozė, analizė, sinastrija, astropsichologija, astrofizika, astrochemija, astrogeografija), 30 Termini lateinischen Ursprungs (rektifikacija, aspektai, opozicija, kvadratas, kvadratūra, kvadrantai, konjunkcija, sekstilis, bisekstilis, kvinkonsas (kvinkunsas), trinas, konfiguracija, egzaltacija, elementas, ascendentas, descendentas, tranzitas, ingresija, progresijos, direkcijos, soliaras, lunaras, steliumas, septeneras, solsticija, orbisas, kuspidas, peregrinas, signifikatorius, konsultacija). Einer der Termini – astromineralogija – ist auf der Grundlage des Griechischen und Lateinischen gebildet. Somit umfasst der Bestand einwortiger Termini antiken Ursprungs insgesamt 53 Termini; wie die durchgeführte Analyse jedoch gezeigt hat, sind bei solchen Berechnungen einige Einschränkungen zu berücksichtigen. Erstens: Obwohl konsultacija und analizė auch als einwortige Termini verwendet werden, ließe die untersuchte Stichprobe zumindest nicht zu, sie als einwortig einzustufen. Zweitens werden einige der entlehnten Termini nur auf zwei oder drei Websites verwendet (elementas, eteris, sfera, zonos, solsticija, septeneras, orbisas, kuspidas), andere nur auf einer (bisekstilis, signifikatorius, lunaras). Wie erörtert, ist dies kein Grund, sie nicht als astrologische Termini anzusehen; um jedoch die Gründe für ihre seltenere Verwendung zu ermitteln, müsste die Stichprobe erweitert werden. Zu beachten ist außerdem, dass der Bestand astrologischer Termini griechischen und lateinischen Ursprungs durch die Namen der Planeten und anderer wichtiger Horoskoppunkte erheblich ergänzt würde
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deren Zahl auf Grundlage dieser Stichprobe 11 beträgt: Marsas, Venera, Merkurijus, Saturnas, Jupiteris, Neptūnas, Plutonas, Uranas, Selena, Chironas, Prozerpina. Hinzu kommt die Bezeichnung des Tierkreiszeichens griechischen Ursprungs Skorpionas.
Der Bestand litauischen Ursprungs wäre selbst dann kleiner, wenn alle in den Quellen vorkommenden Fälle einwortiger Verwendung erfasst würden: užtemimai, jaunatis, pilnatis, saulėgrįža, lygiadienis, būstai, namai, valdovas, sankaupa, telkinys, jungtis, sąjunga, susijungimas, ketvirtadalis, trikampis, šešiakampis, sandėriai, Saulė, Mėnulis, Žemė, also 20 Termini; würden die Bezeichnungen der Tierkreiszeichen als einwortige Termini betrachtet, kämen weitere 11 hinzu: Avinas, Jautis, Dvyniai, Vėžys, Liūtas, Mergelė, Svarstyklės, Šaulys, Ožiaragis, Vandenis, Žuvys. Schon die durchgeführte Analyse hat jedoch gezeigt, dass es nicht gerechtfertigt wäre, das Verhältnis zwischen Termini litauischen Ursprungs und solchen, die auf der Grundlage antiker Sprachen entstanden sind, durch einen direkten Vergleich dieser beiden Bestände zu bestimmen. Erstens sind einige der genannten Termini litauischen Ursprungs Synonyme: būstai ir namai, sankaupa ir telkinys, jungtis, susijungimas, sąjunga. Zweitens werden die Termini sankaupa, telkinys, ketvirtadalis, trikampis, šešiakampis, sandėriai entweder nur in dem einen oder anderen Text oder auf einzelnen Websites verwendet. Drittens sind die Termini būstai (namai) und valdovai zwar als einwortige Formen in Gebrauch, stellen aber eher einwortige Entsprechungen zusammengesetzter Termini dar. Als häufiger verwendete einwortige Termini litauischen Ursprungs lassen sich somit nur užtemimus, jaunatį, pilnatį, jungtį (susijungimą) nennen; etwas seltener kommen saulėgrįža ir lygiadienis. Der Bestand häufig auf Websites verwendeter Entlehnungen mit lateinischer und griechischer Wortwurzel ist deutlich größer – mindestens 26 Termini: astrologija, astrologas, horoskopas, kosmograma, ekliptika, Zodiakas, planetos, aspektai, trigona(s) (trinas), opozicija, kvadratas (kvadratūra), kvadrantai, sekstilis, stichijos, ciklai, ascendentas, descendentas, egzaltacija, prognozė, sinastrija, rektifikacija, konjunkcija, konfigūracija, sinastrija, soliaras, tranzitas. Somit zeigt sich auch unter Berücksichtigung der Verbreitung der Termini, dass in der Gruppe der einwortigen Termini nicht Termini litauischen Ursprungs, sondern sogenannte Internationalismen überwiegen. Dieses Ergebnis entspricht übrigens den Befunden einiger anderer terminologischer Untersuchungen: Bei der Erforschung anderer Terminologiegebiete wurde ebenfalls eine Neigung mehrerer Gebiete zu Internationalismen festgestellt (Zemlevičiūtė 2018a) sowie ein Überwiegen internationaler Termini in der Gruppe der einwortigen Termini (Kazlauskaitė 2000; Zemlevičiūtė 2002).
Ergänzt man den Bestand entlehnter Termini um Entlehnungen aus anderen Sprachen, würde der Anteil der entlehnten Terminologieschicht gegenüber der Schicht der Termini litauischen Ursprungs etwas zunehmen, doch das Verhältnis bliebe im Wesentlichen unverändert, denn einwortige Termini aus anderen Sprachen gibt es nicht viele:
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Rachu, Ketu, Lilith (Lilith), karma sowie einige vereinzelte Fälle der Verwendung nicht angepasster Termini. Die gegenwärtige astrologische Terminologie (und die Internetseiten spiegeln gerade die gegenwärtige astrologische Terminologie wider) ist somit auch nicht durch Entlehnungen oder die direkte Übernahme von Termini aus dem Englischen geprägt, wie dies in mehreren gegenwärtigen Terminologiegebieten festgestellt wird (z. B.: Kvašytė 2004; Stunžinas 2006; Stunžinas 2007; Vaičiakauskienė 2016). Zwar könnten einige Entlehnungen griechischer oder lateinischer Wortwurzel auch über das Englische Eingang gefunden haben, doch die Frage, über welche Sprache ein Internationalismus Eingang gefunden hat, wird in terminologischen Arbeiten gewöhnlich nicht gestellt; sie sollte zumindest Gegenstand einer gesonderten Untersuchung sein.
Obwohl Internationalismen als die zentrale Schicht der astrologischen Terminologie hervortreten, spiegelt sich diese in Wörterbüchern der Fremdwörter nicht wider. Selbst in das neueste TŽŽ wurden nur wenige astrologische Termini aufgenommen: horoskopas, Zodiakas, kosmograma. Zwar sind auch weitere hier erörterte Termini aufgenommen, was den internationalen Wort- oder Terminusstatus der meisten von ihnen bestätigt; sie werden jedoch nur als Termini anderer Fachgebiete, der Astronomie, oder als Wörter des allgemeinen Sprachgebrauchs aufgeführt. In Wörterbüchern astronomischer Terminologie werden selbstverständlich nur astronomische Termini verzeichnet. Die durchgeführte Analyse zeigt jedoch, dass auch die Astrologie über ein eigenes, eigenständiges und den Gesetzmäßigkeiten der Terminologie folgendes Terminologiesystem verfügt, das in Wörterbüchern Berücksichtigung finden könnte.
Soweit sich aus der Analyse der einwortigen Termini schließen lässt, ist die Terminologie hinreichend gefestigt. Es wurden nur wenige konkurrierende Termini erfasst. Dennoch sollten die Konkurrenz und Synonymie von Termini gesondert untersucht werden. Viele weitere Aspekte bedürfen ebenfalls der Untersuchung, beispielsweise die Aspekte der Variantenbildung, Mehrdeutigkeit, Struktur und syntaktischen Zusammensetzung von Termini. Dieser Artikel ist lediglich ein erster Versuch, ein unerforschtes Gebiet zu erkunden; er zeigt jedoch, dass es sich lohnt, die astrologische Terminologie unter terminologischen Gesichtspunkten zu untersuchen, selbst wenn die Astrologie nicht als Wissenschaft anerkannt wird.
ŠALTINIAI
I N T E R N E T O S V E T A I N Ė S
Am – www.astrologijosmokykla.lt
An – www.ananta.lt
Antr – www.antropoteosofineastrologija.lt
Astr – www.astrodava.lt
Aw – https://astrologe.weebly.com
Dh – www.dharma.lt
Sa – www.sadhANacentras.lt
Ur – www.uranija.lt
Vi – www.vidineastrologija.lt
W – www.wolmer.lt
Za – www.zach.lt
Zo – www.zodiakas.com
160 Ramunė Vaskelaitė | Vienažodė astrologijos terminija kilmės požiūriu
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INTERNETO SVETAINĖSE TEIKIAMI ŽODYNĖLIAI AS – Astrologijos sąvokos: www.zodiakas.com ATŽ – Astrologijos terminų žodynėlis: www.ananta.lt
LITERATŪRA
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Čeremисinas Artiomas 2015: Planetos vedų astrologijoje. Ketu. – Čikagos aidas. Prieiga internete: https://aidas.us/planetos-vedu-astrologijoje-us.
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Kvašytė Regina 2004: Lietuvių ir latvių kalbų ekonomikos terminijos anglybės. – Terminologija 11, 31–51.
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Rimkutė Aušra 2012: 1883–1916 metų katekizmų religinių vietų pavadinimai. – Terminologija 19, 125–142.
Sabaliauskas Algirdas 1994: Iš kur jie? Pasakojimas apie žodžių kilmę, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas.
Straižys Vytautas 2002: Astronomijos enciklopedinis žodynas, Vilnius: Teorinės fizikos ir astronomijos institutas.
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TŽŽ 1985: Tarptautinių žodžių žodynas, Vilnius: Vyriausioji enciklopedijų redakcija.
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Terminologija | 2020 | 27
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Zemlevičiūtė Palmira 2002: Sinoniminiai „Medicinos enciklopedijos“ terminai. – Terminologija 8, 34–49. Zemlevičiūtė Palmira 2004: Ligų pavadinimai Lietuvos ūkininko priede Sveikata. – Terminologija 11, 70–99. Zemlevičiūtė Palmira 2009: Varpo medicinos straipsnių terminai. – Terminologija 16, 154–185. Zemlevičiūtė Palmira 2010: Lauryno Ivinskio kalendorių vienažodžių ligų pavadinimų kilmė ir daryba. – Terminologija 17, 101–110. Zemlevičiūtė Palmira 2011: Keleivio straipsnių apie sveikatą terminai. – Terminologija 18, 98–108. Zemlevičiūtė Palmira 2018a: Kitų kalbų poveikis lietuviškai informatikos ir kompiuterijos terminijai. – Albina Auksoriūtė, Jolanta Gaivenytė-Butler, Solvita Labanauskienė, Asta Mitkevičienė, Robertas Stunžinas, Alvydas Umbrasas, Palmira Zemlevičiūtė. Lietuviškos informatikos ir kompiuterijos terminijos tyrimai: monografija, 150–307. Zemlevičiūtė Palmira 2018b: Medicinos terminija prieš šimtą metų. – Terminologija 25, 147–200.
ONE-WORD TERMS OF ASTROLOGY FROM THE PERSPECTIVE OF ORIGIN
S u m m a r y
The article addresses the field of the terms of astrology, which has not been previously researched in Lithuania. Astrology is not taught in national universities, so there are no textbooks for higher education institutions or research studies, which are generally considered the major sources of the functioning and development of terms. Nevertheless, terms are used, and one of the principal sources of their use is astrology websites. There are such websites which focus on popular astrology, i.e. monthly, weekly or daily horoscopes are published. However, others use far broader terms, discuss concepts, even provide glossaries of terms.
After selecting twelve sources of the latter type, the article investigates the one-word terms used in them. It focuses on the aspect of the origin of the term, i.e. it seeks to find out which language of origin takes the lead. Latin and Greek stand out as the major languages in the group of one-word terms: 22 one-word Greek and 30 Latin terms were found; these terms based on ancient languages constitute the fundamental layer of the one-word terms used on the websites. The terms specify the constituents of the horoscope (ascendentas, descendentas, planetos, asteroidai, aspektai, opozicija, sekstilis), the movement of planets (ciklai, tranzitas, ingresija), the techniques or directions applied in astrology (progresijos, direkcijos, sinastrija). Most of them are used in all the sources selected for the analysis; the concepts that they refer to are thoroughly explained.
The attribution of Lithuanian terms to the group of one-word terms creates a certain difficulty, as the term, which tends to function as a one-word term in the texts, is sometimes also used as the head element of a composite term; therefore, the attribution of certain terms to the group of one-word terms is conditional only. However, even with this conditionality in mind, barely several one-word terms of Lithuanian origin, which are more widespread, can be singled out: užtemimai, jaunatis, pilnatis, Saulė, Mėnulis, būstai (namai). The words of Lithuanian origin also include 11 out of 12 names of the zodiac signs (Avinas, Jautis, Dvyniai, etc.), but the usage of their two-word or even three-word equivalents is also common (Avino ženklas, Jaučio ženklas, Dvynių ženklas, etc.). Certain attempts can be found to use Lithuanian equivalents of certain terms with a Latin or Greek root, but they only appear in individual texts or
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websites, and the usage of some of them may be determined by the text type. A more prominent competitive relationship between an ancient language root and a Lithuanian term is observed in several cases only (e.g., konjunkcija and jungtis, susijungimas).
The loanwords from other languages are scarce. These are mainly proper names (Lilit, Rachu (Rahu), Ketu). Generally, there are few proper names among the terms under analysis, but the majority of them represent the names of the representatives from the Latin and Greek mythological world: Venera, Marsas, Merkurijus, Jupiteris, Plutonas and other names of planets, Chironas, Prozerpina, Selena, etc.
Though this study was limited to one–word terms, their analysis alone allows us to view astrology as the field with its own peculiar terms, even though it is not recognised as a science. Whereas this article is a work of the field of linguistics, the relationship between astrology and science is not analysed in greater detail; however, the terms of astrology or the definitions provided in the dictionaries of international words alone reject it as a science. It is perhaps for this reason that most astrological terms, which appear in dictionaries, are reflected as merely the terms of astronomy or other scientific fields. Nevertheless, the analysis of one–word terms alone highlights a significant difference in meaning compared to the terms of astronomy and reveals these terms as constituting a rather consistent system, which is sufficient grounds to reflect them as the terms of astrology in dictionaries.