ERNEUT ZUR TRANSKRIPTION DER HOCHLÄNDISCHEN DIALEKTE MIT DEN ZEICHEN DES INTERNATIONALEN PHONETISCHEN ALPHABETS (EINIGE ZU PRÄZISIERENDE FÄLLE)
Noch einmal zur Transkription der aukštaitischen Subdialekte mit den Symbolen des Internationalen Phonetischen Alphabets (einige zu präzisierende Fälle)
ZUSAMMENFASSUNG
Der Artikel untersucht Fragen der Transkription der aukštaitischen Subdialekte der litauischen Sprache mit dem Internationalen Phonetischen Alphabet (IPA); dabei werden einige in der früheren, 2017 vorgelegten IPA-Sammlung für die Laute der litauischen Dialekte verwendete Schriftzeichen und Verfahren zur Aufzeichnung lautlicher Einheiten präzisiert. Erörtert werden mögliche IPA-Zeichen für Vokale und Konsonanten, die zur Aufzeichnung der Laute des Aukštaitischen geeignet sind, diakritische Zeichen sowie Möglichkeiten und Probleme der IPA-Transkription prosodischer Einheiten der aukštaitischen Subdialekte (Tonakzente und ihre Allophone). Dargestellt wird das verallgemeinerte Vokalismussystem der aukštaitischen Subdialekte (Phoneme und ihre markanteren Varianten); außerdem werden einige schwierigere Fälle der Konsonantentranskription mit IPA-Zeichen analysiert und Transkriptionsbeispiele für Silben mit unterschiedlichen Tonakzenten gegeben. Nach künftig durchgeführten eingehenderen Untersuchungen zur Dialektphonologie und instrumentellen Phonetik sowie nach der Zusammenfassung weiterer theoretischer Arbeiten wird die Transkription der litauischen Dialekte mit IPA-Zeichen weiter präzisiert werden.
Der Artikel behandelt die Fragen der Transkription der aukštaitischen Subdialekte der litauischen Sprache mit den Symbolen des Internationalen Phonetischen Alphabets (IPA), revidiert bestimmte Symbole aus der 2017 vorgelegten früheren IPA-Sammlung für die Laute litauischer Dialekte sowie Transkriptionsweisen. Er erörtert die Vokal- und Konsonantensymbole des IPA, die möglicherweise zur Transkription der Laute des Aukštaitischen verwendet werden können, diakritische Zeichen sowie die Möglichkeiten und Probleme des IPA bei der Transkription der prosodischen Einheiten (Tonakzente und ihre Allophone) der aukštaitischen Subdialekte. Besprochen wird das verallgemeinerte Vokalismussystem der aukštaitischen Subdialekte (Phoneme und ihre markanteren Varianten); ferner werden einige schwierigere Fälle der Konsonantentranskription mit IPA-Zeichen analysiert und Beispiele für die Transkription von Silben gegeben, die Diphthonge enthalten und unterschiedliche Tonakzente tragen. Nach künftig durchgeführten eingehenderen Studien zur Dialektphonologie und der Zusammenfassung weiterer theoretischer Arbeiten wird die Transkription der litauischen Dialekte mit IPA-Zeichen weiter überarbeitet werden.
Zur Aufzeichnung der Laute der Dialekte verwenden die Fachleute der litauischen Dialektologie in den letzten Jahren in Litauen nicht mehr nur das Kopenhagener Transkriptionssystem, sondern auch die Zeichen des Internationalen Phonetischen Alphabets (IPA). Die Verbreitung der IPA-Transkription in wissenschaftlichen Arbeiten hängt nicht nur mit dem ständig wachsenden Bedarf an Internationalisierung zusammen, sondern auch mit der Anwendung eines neuen dialektologischen Modells in der litauischen Dialektologie (ausführlicher siehe Aliūkaitė, Mikulėnienė 2014; Mikulėnienė 2020 u. a.). Mit der Einführung einer multimodalen Sichtweise auf regionale Ausprägungen der sprachlichen Variabilität und der Entwicklung und Nutzung moderner, auf Computertechnologien beruhender Instrumente zur Erfassung und Analyse dialektaler Daten (ausführlicher siehe Čepaitienė 2020; Bakšienė 2021; Mikulėnienė, Čepaitienė 2021; Geolingvistikos portalas u. a.) steigt zwangsläufig die Notwendigkeit der IPA-Transkription.
Nachdem die Dialektologen des Instituts für Litauische Sprache 2017 eine zur Transkription der Laute litauischer Dialekte vorgeschlagene IPA-Zeichensammlung veröffentlicht hatten (siehe Bakšienė, Čepaitienė 2017), wurden mit ihrer Hilfe bereits Untersuchungen zu den aukštaitischen und žemaitischen Subdialekten durchgeführt, darunter vor allem dialektometrische, die auf der Berechnung sprachlicher Unterschiede anhand von Transkriptionen im Programm Gabmap beruhen (siehe Čepaitienė 2018; 2019; Bakšienė, Čepaitienė 2020; Vyniautaitė 2021 u. a.); außerdem erfolgte eine explorative dialektometrische Analyse aller Subdialekte (siehe Mikulėnienė u. a.). In der wissenschaftlichen Literatur wurden in diesen Jahren ebenfalls die Möglichkeiten der IPA-Sammlung zur Aufzeichnung der Laute einzelner litauischer Subdialekte erörtert (siehe
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Bakšienė 2017; 2018; 2018a; 2019; Bakšienė, Čepaitienė 2017a); eine IPA-Transkription von Beispielen verschiedener Subdialekte ist in der neuen Anleitung zur Sammlung von Dialektmaterial vorgelegt (siehe VTG 2021), und eine beträchtliche Anzahl dialektaler Texte aus dem Bezirk Kaunas wird im entstehenden Tarmynas erläutert (siehe Geolingvistikos portalas). All diese Arbeiten haben erneut strittige und problematische Fragen der IPA-Transkription aufgeworfen, die 2021 in einer vom Geolinguistikzentrum des Instituts für Litauische Sprache veranstalteten Seminarreihe zusammengefasst wurden1. Die Aufzeichnung der Laute litauischer Dialekte mit dem IPA-System ist für viele Dialektologen von Bedeutung; daher lohnt es sich, zu diesem Thema zurückzukehren und die Bezeichnung einiger dialektaler lautlicher Einheiten eingehender zu erörtern und zu präzisieren. Erwähnt sei außerdem, dass in diesem Zeitraum auch eine offizielle IPA-Zeichensammlung für die litauische Standardsprache entstanden ist (siehe VLKK k-25; Kazlauskienė, Bakšienė 2021); bei der Aufzeichnung der Dialektlaute sind daher auch die darin vorgeschlagenen Empfehlungen zu berücksichtigen.
Ziel dieses Artikels ist es, die durch die Forschungen der letzten Jahre aufgezeigten komplexeren Fälle der Transkription der hochlitauischen Subdialekte zu erörtern und einige Präzisierungen an dem 2017 für die litauischen Dialekte vorgeschlagenen TFA-Zeichensatz vorzulegen. Die einzelnen Aufgaben sind: 1) das Vokalismussystem der hochlitauischen Subdialekte zusammenzufassen und die im Hinblick auf die TFA-Transkription problematischsten Vokaleinheiten zu erörtern; 2) die Bezeichnung einiger wichtiger Besonderheiten der hochlitauischen Konsonanten mit TFA-Zeichen zu überblicken; 3) mögliche Verfahren zur Wiedergabe der Allotone der hochlitauischen Akzente mit TFA-Zeichen vorzulegen und die Möglichkeiten der Transkription von diphthongischen beziehungsweise mehrgliedrigen Silben zu erörtern, die mit dem Akzent besonders eng verbunden sind. Für die Untersuchung wurde Material aus zahlreichen früher veröffentlichten Arbeiten von Dialektologen herangezogen: aus Beschreibungen von Subdialekten und Mundarten sowie aus in Kopenhagener Transkription aufgezeichneten Texten. Es wurden Methoden der Analyse wissenschaftlicher Literatur sowie der deskriptiv-vergleichenden Analyse angewandt.
1. DAS AUKŠTAITISCHE VOKALISMUSSYSTEM UND SEINE BEZEICHNUNG IM IPA
Das verallgemeinerte System der vokalischen Phoneme der aukštaitischen Subdialekte, die mit IPA-Zeichen aufgezeichnet und mit der IPA-Terminologie benannt werden (siehe IPA 2022), ist in Tabelle 1 dargestellt2.
1 Der Zyklus umfasste drei Seminare, in denen die leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin des Geolinguistikzentrums, Dr. Rima Bakšienė, den Teilnehmenden im Fernformat die allgemeinen Transkriptionsprinzipien vorstellte und komplexere Fälle der Transkription der aukštaitischen und žemaitischen Dialekte mit IPA-Zeichen behandelte.
2 Das aukštaitische Vokalismussystem wurde auf der Grundlage folgender Quellen erstellt: Atkočait y tė, Rinkauskienė 2003; LK TCh 2004; Kardelis 2018 und anderer zusammenfassender Arbeiten von Dialektologen. In der Tabelle sind nur vokalische Einheiten mit phonematischem Status aufgeführt; wichtigere Phonemvarianten werden gesondert erörtert. Daher ist beispielsweise der offene Vokal [æ] (unterschiedlicher Länge), den die meisten Autoren phonologischer Beschreibungen nur als Variante eines Phonems betrachten, nicht in die Tabelle aufgenommen. Insgesamt ist die Opposition der Vokale [ɑ]: [ɛ] im Litauischen
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TABELLE 1. Vokalische Phoneme der aukštaitischen Subdialekte
Wie bekannt, ist der Vokalismus des Aukštaitischen dadurch gekennzeichnet, dass in der Gruppe der quantitativen Oppositionen nicht nur kurze und lange, sondern auch halblange Phoneme kontrastieren, die in den Subdialekten mit dem sogenannten System von drei phonologischen Längen existieren – in den Mundarten der Uteniškiai, Kupiškėnai, in einem Teil der Vilniškiai und der Anykštėnai (ausführlicher siehe Jasiūnaitė,
in der Sprache schwach; der Kontrast der Phoneme ist nur am absoluten Wortanfang möglich. Für viele aukštaitische Mundarten sind e-artige Vokalphoneme überhaupt nicht charakteristisch. In runden Klammern sind die sogenannten „zweigesichtigen“ Phoneme angegeben, deren Existenz häufig durch verschiedene phonologische und extraphonologische Faktoren bestimmt wird, beispielsweise Sprechtempo, Stil, konkrete Lokalisierung der Mundart innerhalb des Subdialekts u. Ä. (ausführlicher siehe Girdenis 2003: 82).
³ In der Tabelle ist jeweils ein vorderer und ein hinterer „murmelnder“ Vokal angegeben; ihre Bezeichnung mit konkreten IPA-Vokalzeichen ist in diesem Fall konventionell. Zur Transkription dieser Vokale im IPA siehe weiter unten im Artikel.
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Girdenis 1996). Die Kennzeichnung der Quantität der Phoneme mit IPA-Zeichen bereitet keine Probleme; dafür werden entsprechende IPA-Diakritika verwendet. Es sei jedoch erneut erwähnt, dass im Unterbereich der hohen Vokale die langen und halblangen (verkürzten langen oder verlängerten kurzen) mit IPA-Zeichen für geschlossene (engl. close), die kurzen dagegen mit IPA-Zeichen für den Bereich nahe den geschlossenen (engl. near-close) Vokalen zu bezeichnen sind, z. B.: [ˈuʲiːrds] ~ vyras, [uʲiˈræːlʲs] ~ vyrelis, [ˈuʲisas] / [ˈuʲisas] ~ visas, [ˈɡruːdas] ~ grūdas, [ɡruːˈdʲæːlʲs] ~ grūdelis, [ˈbuːva] / [ˈbuɔ] ~ buvo usw. Es ist zu beachten, dass in den Fällen, in denen die langen y, ū (gewöhnlich in unbetonter Position) vollständig verkürzt werden, sie dennoch mit IPA-Zeichen für geschlossene Vokale zu transkribieren sind, da sie sich qualitativ meist von den kurzen Vokalen unterscheiden, vgl.: [uʲiˈrʲæːlʲs], [ɡruˈdʲæːlʲs]. In das verallgemeinerte System der aukštaitischen Phoneme sind auch halblange Vokale mittlerer Zungenhebung aufzunehmen, die für die Subdialekte der Anykštėnai und Kupiškėnai charakteristisch sind, z. B.: [ˈmʲeːdʲis] ~ mėdis, [ˈsɔːkɛ] ~ sako. Der phonologische Status der halblangen tiefen (offenen) Vokale in den aukštaitischen Subdialekten, besonders in den Mundarten des westlichen und südlichen Aukštaitischen, wird von den Fachleuten der Dialektologie weiterhin diskutiert (eine Übersicht des Problems siehe Kardelis 2018: 119–129, 132–136; Bakšienė, Leskauskaitė 2021: 167); dennoch sind auch diese Vokale (besonders das verlängerte a) in das verallgemeinerte Vokalbild aufzunehmen, insbesondere im Hinblick auf die Mundarten des östlichen Aukštaitischen, z. B.: [ˈmɑːnɑ] ~ mėno, [ɡʲeˈrʲæːsˈnʲis] ~ geresnis u. a.
Unter den qualitativen phonemischen Merkmalen ist hinsichtlich der Transkription zunächst der für die Vokale einiger Subdialekte charakteristische deutlich höhere Öffnungsgrad (niedrigere Zungenhebung) zu nennen. Die offeneren i, u (in der traditionellen Kopenhagener Transkription als i̞, u̞ bezeichnet) sind besonders für den nördlichen Teil der westaukštaitischen Kauniškiai charakteristisch; die offeneren ė, o (traditionell als ẹ, o̞ / ɔ bezeichnet) werden in vielen Mundarten des östlichen Aukštaitischen sowie in einigen Mundarten des südlichen und westlichen Aukštaitischen der Šiauliškiai verwendet. Offenere Vokale in allen Positionen, ausgenommen das durch eine geringere Lippenrundung gekennzeichnete ą, sind im IPA mithilfe des unter dem Vokal gesetzten Diakritikums̞ (engl. lowered) zu bezeichnen, z. B.: [ˈkʲɪtɑ] / [ˈkʲɛtɑ] ~ kitą, [ˈs̞ʊkɑ] / [ˈsɔkɑ] ~ sūka, [ˈbrɔ̞lʲɪs] ~ brólis, [ˈtʲɛvɑs] ~ tėvas. Der erwähnte weniger gerundete offene o wird mit demselben Zeichen wie in der Kopenhagener Transkription geschrieben, z. B. [ˈbrɔːlʲɪs].
In der IPA-Zeichensammlung ist die 2017 vorgeschlagene Transkription (siehe Bakšienė, Čepaitienė 2017: 121, 122) der variablen Vokale ie, uo zu präzisieren. Für das Aukštaitische sind variable Vokalphoneme mit zwei unterschiedlichen Graden der Diphthongierung charakteristisch: deutlich diphthongierte Laute ie, uo mit stark wechselnder Artikulation (traditionell als fallende Diphthonge bezeichnet), die in allen Subdialekten verwendet werden, sowie schwächer diphthongierte, mit schwächer ausgeprägtem ersten Bestandteil ausgesprochene Laute (Diphthongoide), die vor allem in den Mundarten der Vilniškiai, Uteniškiai und Anykštėnai des östlichen Aukštaitischen verwendet werden. Angesichts dessen, dass in vielen Subdialekten gerade die Anfangssegmente dieser Laute akustisch den langen Vokalen y, ū ähneln und nur das Ende durch einen Wechsel und eine Variabilität der Artikulation gekennzeichnet ist (ausführlicher siehe Bacevičiūtė 2002; Girdenis 2009: 239; Jaroslavienė 2010: 7), sowie unter Berücksichtigung der angenommenen Empfehlung für die litauische Standardsprache (siehe VLKK k-25;
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Kazlauskienė, Bakšienė 2021: 4) wird vorgeschlagen, die variablen Laute in allen Fällen (unabhängig von Betonung und Tonakzent) einheitlich zu transkribieren, mit den IPA-Zeichen für geschlossene Vokale im ersten Bestandteil, z. B.: ['pʲienas] ~ pienas, ['dʲiena] ~ dieną, [dʲie̯na] ~ dienà, ['pʲuodas] ~ pūodas, ['ju̯okas] ~ juõkas, [juo̯'kos] ~ juokùs usw. Schwach diphthongierte ie, uo unterschiedlicher Herkunft sind mit denselben Zeichen zu bezeichnen, jedoch mit einem Diakritikum über dem ersten Bestandteil⁴, das einen sehr kurzen Vokal angibt (engl. extra short), z. B.: [kɒm pūtęs] ~ kompotas, [kɔtʲ' lʲietės] ~ kotletas, [tʲ'e vʲe̯lʲis] ~ tėvelis, ['lʲuɔpʲi] ~ lapė.
In Bezug auf die IPA-Bezeichnung bleiben die reduzierten Vokale der panevėžiškiai des östlichen Aukštaitischen einige der problematischsten in der Vokalphonemsystematik des Aukštaitischen. Sowohl in den Mundarten der südlichen als auch der nördlichen Panevėžiškiai gibt es jeweils einen kurzen Vokal der vorderen und der hinteren Reihe, jedoch von unterschiedlicher quantitativer und qualitativer Ausprägung: im Süden weniger abgeschwächte, im Norden sehr stark abgeschwächte, sogenannte „murmelnde“ Vokale (siehe Abb. 1).
ABB. 1. Entsprechungen der reduzierten kurzen Vokale in den Mundarten der südlichen und nördlichen Panevėžiškiai
In der früheren IPA-Sammlung von 2017 wurde vorgeschlagen, die „murmelnden“ Vokale der nördlichen Panevėžiškiai mit dem zusätzlichen Diakritikum̄ zu transkribieren, das eine für das Gehör nicht wahrnehmbare Lautfreigabe bezeichnet (engl. no audible release). Dieser Vorschlag ist jedoch zweifellos zu präzisieren. Eine eingehendere Analyse des IPA-Diakritikumsystems hat gezeigt, dass dieses Zeichen für Varianten von Plosiven bestimmt ist, bei denen keine deutliche „Explosion“ hörbar ist, d. h. die Sprechorgane öffnen sich nicht plötzlich und entfernen sich nicht voneinander, sondern der benachbarte Konsonant mit ähnlicher Artikulation wird unmittelbar ausgesprochen (siehe HIPA 1999: 17). Dies geschieht am häufigsten in Konsonantenverbindungen, z. B.: ['pʲlʲ'ɪgbajɔrʲɪs] ~ plikbajoris, [dʊgʲbʲlʲ'ɪs] ~ daugbal̃sis u. Ä. (vgl. Pakerys 2003: 87). Zur Wiedergabe von Vokalmerkmalen ist dieses Zeichen nicht bestimmt. Daher ist der einzig geeignete Ausweg
⁴ Je nach Bedarf kann dieses Diakritikum bei schwächer hörbarem zweitem Bestandteil von ie, uo, beispielsweise bei der Transkription von Texten der litauischen Mundarten in Belarus, auch über dem zweiten Bestandteil geschrieben werden.
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in diesem Fall, die reduzierten Vokale der nördlichen Panevėžiškiai mit dem bereits erwähnten IPA-Diakritikum zu bezeichnen, das einen sehr kurzen Vokal bedeutet (engl. extra short), z. B.: [ˈdunɐ] ~ dúona, [ˈdɔŋɡɔs] ~ dangùs, [ˈkɔːsʲnʲɪs] ~ kąsnis, [ˈtʲɛsʲɐ] ~ tęsia. Die entsprechenden schwächer reduzierten Vokale der südlichen Panevėžiškiai sind mit demselben IPA-Diakritikum zu bezeichnen, das einen Vokal mit abgesenkter Zungenhebung bedeutet, z. B.: [ˈdunɔ̞], [ˈdʊŋɡɔ̞s], [ˈkɑsʲnʲɪs], [ˈtʲɛsʲɪ].
Von den qualitativen Varianten der Vokale wird vorgeschlagen, bei der Transkription mit dem IPA-System konsequent die Vorverlagerung der Vokale der hinteren Reihe o, ū, u sowie des ersten Bestandteils von uo nach weichen Konsonanten zu bezeichnen. Fachleute der Phonetik erklären, dass dies eine der auffälligsten Vokalvarianten ist, deren Artikulation sich besonders deutlich vom nicht vorverlagerten Hauptallophon unterscheidet; daher wird vorgeschlagen, sie auch in der IPA-Transkription der litauischen Standardsprache zu bezeichnen (Pakerys 2003: 36; Kazlauskienė 2018: 35; VLKK k-25; Kazlauskienė, Bakšienė 2021: 6). Eine solche Vorverlagerung der Vokale ist mit dem IPA-Diakritikum ̟ (engl. advanced) zu bezeichnen, z. B.: [ˈjɔ̟kʲo̟] ~ jókio, [ˈsʲu̟sʲu̟] ~ siūsiu, [kʲɛʌ̟ʲu̟] ~ kelių u. Ä.
2. EINIGE FÄLLE DER BEZEICHNUNG AUKŠTAITISCHER KONSONANTEN IM IPA
Von allen für die aukštaitischen Subdialekte charakteristischen Konsonanten ist hinsichtlich der IPA-Transkription die Bezeichnung der Frikative š, ž am schwierigsten. In der IPA-Zeichensammlung von 2017 wurde vorgeschlagen, sie allgemein mit den IPA-postalveolaren Frikativen ʃ, ʒ zu bezeichnen, obwohl bereits damals über die unvollständige Entsprechung dieser Zeichen diskutiert wurde (siehe Bakšienė, Čepaitienė 2017: 124). Sowohl die harten und weichen Konsonanten der litauischen Standardsprache als auch insbesondere jene der Dialekte unterscheiden sich deutlich in ihren artikulatorischen und akustischen Eigenschaften. Eine eingehende Untersuchung der Merkmale der Konsonanten š, ž der litauischen Standardsprache ergibt, dass die postalveolaren IPA-Laute ʃ, ʒ irgendwo zwischen den litauischen harten und weichen Konsonanten liegen, den weichen jedoch näher sind; auch die vorgeschlagenen IPA-Bezeichnungen sind unterschiedlich (ausführlicher siehe Pakerys 2003: 71–76; Ambrazevičius, Leskauskaitė 2014: 164–168; Kazlauskienė 2018: 47–63; Urbanavičienė, Indričianė, Jaroslavienė, Grigorjevs 2019: 21, 99–125 u. a.). In den aukštaitischen Subdialekten gibt es nicht nur die klassische Opposition harter und weicher Konsonanten dieser Gruppe; in vielen Mundarten, die Konsonanten verhärten, unterscheiden sich die artikulatorischen und akustischen Eigenschaften der depalatalisierten Laute noch deutlicher von denen der palatalisierten š, ž (siehe die Übersicht bei Ambrazevičius, Leskauskaitė 2014: 38–44). Der Gebrauch depalatalisierter Konsonanten ist für die Mundarten des südlichen und östlichen Aukštaitischen am charakteristischsten. Bei der Transkription ihres Konsonantensystems mit dem IPA können daher für harte und weiche š, ž unterschiedliche Entsprechungen gewählt werden, die ihre Eigenschaften genauer wiedergeben. Die weichen š, ž sind in diesem Fall mit den bereits genannten IPA-postalveolaren
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[ʃ], [ʒ] mit dem Diakritikum der Weichheit unter Beibehaltung der systematischen Bezeichnung aller weichen Konsonanten⁵ festzuhalten, z. B.: [ʔʲʒienas] ~ šienas, [kemʲʃʲtʲ] ~ kamšyti, [ʒʲieʲma] ~ žiemą, [ʒʲiba] ~ žiba; die depalatalisierten š, ž dagegen mit den retroflexen IPA-Lauten [ʂ], [ʐ], z. B.: [ʔˈʂienas], [kemˈʂʲtʲ], [ʐieˈma], [ˈʐiba]. Für einige aukštaitische Mundarten, beispielsweise die des südlichen Aukštaitischen, sind sehr weiche, zwischen den weichen s, z und š, ž liegende Konsonanten charakteristisch; sie sind mit den alveolaren palatalen IPA-Konsonanten [ɕ], [ʑ] zu bezeichnen, z. B.: [ˈuɕi] ~ visi, [ɕʲiˈdʲus] ~ slidūs, [ˈʑʲizʲæ] ~ zyžia, [kaˈʑʲis] ~ Kazys⁶. Bei der Transkription der Laute von Subdialekten mit einem einfacheren Konsonantensystem, beispielsweise der westaukštaitischen Kauniškiai, oder bei der Wahl einer vereinfachten, nicht ausführlichen Transkriptionsvariante kann man in allen Fällen für š, ž die genannten verallgemeinerten IPA-Zeichen [ʃ], [ʒ] wählen (die weichen zusätzlich mit dem Palatalisierungsdiakritikum ʲ).
Auch die 2017 vorgelegte Transkription der Affrikaten mit IPA-Zeichen ist etwas zu präzisieren. Es wurde vorgeschlagen, Affrikaten mit zwei getrennten Zeichen zu transkribieren, die oben durch einen Bogen verbunden werden: c – [t͡s], č – [t͡ʃ], dz – [d͡z], dž – [d͡ʒ] (siehe Bakšienė, Čepaitienė 2017: 124, 125). In der Empfehlung für die Standardsprache wurde jedoch vor allem aus praktischen Gründen gewählt, sie mit Digraphen [ts], [tʃ], [dz], [dʒ] zu bezeichnen (siehe VLKK k-25; Kazlauskienė, Bakšienė 2021: 5); analog sind daher auch die Dialektlaute zu transkribieren. Wird im transkribierten Text das oben erläuterte ausführlichere Verfahren zur Bezeichnung der Konsonanten š, ž gewählt, sind die Frikativkomponenten auch in den Affrikaten entsprechend zu bezeichnen, z. B.: [ˈsʲam͡tʲis] / [ˈsamt͡sis] ~ šamtis, [ˈmʲe͡dʲis] / [ˈmʲed͡zis] ~ mėdis, [ˈkʲimʲʃʲtʲi] / [ˈkʲimʃt͡si] ~ kimšti, [ʒʲiˈdʒʲuovʲ] / [ʐʲiˈdʐʲuovʲ] ~ išdžiūvo.
3. DAS PROSODISCHE SYSTEM DER HOCHLÄNDISCHEN DIALEKTE UND DIE KENNZEICHNUNG DER DIPHTHONGISCHEN SILBEN MIT DER TFA
Das prosodische System des Aukštaitischen ist etwas einfacher als das des Žemaitischen; in einem Teil der Mundarten gibt es jedoch ebenfalls eine unterschiedlich starke Rückverlagerung der Betonung sowie eigenartige Allophone der Tonakzente (siehe Tabelle 2; ausführlicher siehe Kazlauskas 2000 [1968]: 5–9; Bakšienė 2016: 50–55 u. a.). Die Festhaltung prosodischer Einheiten, insbesondere der dialektalen Merkmale der Tonakzente,
⁵ Das Palatalisierungsdiakritikum ʲ wird vor allem bei dialektometrischen Messungen benötigt, beispielsweise bei der Analyse von Transkriptionsfolgen und der Berechnung sprachlicher Distanzen mit dem Computerprogramm Gabmap (siehe Nerbonne, Colen, Gooskens, Kleiweg, Leinonen 2011: 65–89; Leinonen, Çöltekin, Nerbonne 2016: 71–83; Snoek 2014: 192–208 u. a.). Aufgrund der Ähnlichkeit der artikulatorischen bzw. akustischen Eigenschaften der litauischen weichen Konsonanten š, ž mit der Akustik der IPA-Laute (siehe IPA 2022) könnte man das Diakritikum weglassen; in diesem Fall wird jedoch dem Kriterium der Systematik der Vorrang gegeben.
⁶ Mit denselben Zeichen könnten auch die inzwischen selten gewordenen Fälle des „Schlekiavimas“ in den nördlichen šiauliškiai-Mundarten sowie die unter dem Einfluss der slawischen Sprachen ausgesprochenen besonders weichen š, ž aufgezeichnet werden.
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mit IPA-Zeichen bleibt zweifellos der problematischste Teil der Transkription. Diese Frage wurde in der dialektologischen Fachliteratur bereits behandelt (siehe Bakšienė, Čepaitienė 2017: 126, 127; Bakšienė 2019: 7–27 u. a.); es wird jedoch anerkannt, dass weiterhin nach der geeignetsten Transkriptionsvariante gesucht wird, um die Vielfalt der Allophone der aukštaitischen Tonakzente angemessen wiederzugeben.
TABELLE 2. Aukštaitische Allophone der Tonakzente⁷
Die 2017 vorgeschlagenen Verfahren zur Bezeichnung der Tonakzente der litauischen Dialekte mit dem IPA-System sind zweifellos zu präzisieren. Damals wurden als hauptsächliche Tonakzentzeichen die IPA-Diakritika für fallenden Ton (engl. falling tone) bzw. steigenden Ton (engl. rising tone) ^ und ˅ vorgeschlagen. Nach der Zusammenfassung weiterer theoretischer und instrumenteller Arbeiten zu den litauischen Tonakzenten wurde jedoch erneut bestätigt, dass dieses Phänomen im Litauischen nicht rein tonaler Natur ist. Zudem hängen die prosodischen Merkmale der Tonakzente stark von den den Silbenkern bildenden Lauten, vom System des Subdialekts, von der akzentuellen Position und von vielen anderen Faktoren ab. In den aukštaitischen Subdialekten mit starker Tonakzentopposition, etwa den westaukštaitischen Kauniškiai, wären die genannten Diakritika möglicherweise zur Kennzeichnung der Tonakzente vokalischer Silben geeignet⁸, jedoch
⁷ Bedeutungen der Abkürzungen: VA – westliche Aukštaiten, PA – südliche Aukštaiten, RA – östliche Aukštaiten; PK – Hauptbetonung, AK – zurückgezogene Betonung; + – im gesamten Gebiet und in allen Positionen charakteristisch, (+) – nicht im gesamten Gebiet und / oder nicht in allen Positionen charakteristisch; – – nicht charakteristisch.
⁸ Die auf der Website der International Phonetic Association (siehe IPA 2022) bereitgestellten akustischen Beispiele mehrerer Sprecher mit Vokalen mit fallendem oder steigendem Ton klingen den litauischen Tonakzenten sehr ähnlich.
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sind sie in Fällen anderer Dialekte und anders strukturierter Silben, besonders bei Diphthongen bzw. komplexen Silben, nicht universell, wenn andersartige, nichttonale Merkmale der Tonakzente dominieren. Daher wird in einem einheitlichen System mit der vorgeschlagenen Transkription der Tonakzente der litauischen Standardsprache (siehe VLKК k–25; Kazlauskienė, Bakšienė 2021: 5) vorgeschlagen, alle aukštaitischen Allophone der akuten Tonakzente mit der hochgestellten Ziffer ¹ zu bezeichnen, die der zirkumflektischen Herkunft (darunter auch die sogenannte mittlere¹⁰, die geschnittene und die fortgesetzte Tonakzentuierung) dagegen mit ², z. B.: [¹ʋˈiɾas] ~ ʋyras, [¹ˈkɾuːmas] ~ krūmas, [²ˈkoʃʲe] ~ košė, [²ˈejo] ~ ėjo usw. Die konkreten quantitativen und qualitativen Merkmale der die Silben bildenden Laute, die von den Tonakzenten abhängen, sind mit den entsprechenden Zeichen für die Lautlänge (ː – lang, ˑ – halblang) und den erforderlichen IPA-Vokalzeichen zu kennzeichnen. Wenn beispielsweise wegen der abrupten Allophone des Zirkumflexes – des mittleren oder geschnittenen Tonakzents – die langen Vokale am Wortende verkürzt werden, sind sie zu transkribieren, indem das Ziffernzeichen des entsprechenden Tonakzents vor der Silbe und das Zeichen für den halblangen Vokal gesetzt werden¹¹: [nʊ ²ˈkuː] ~ na ką, [ʋˈʊ̯enjɔ-²ˈsʲiːk] ~ vienąsýk.
Hinsichtlich der Transkription sind betonte komplexe Silben bzw. Diphthongsilben unterschiedlicher Struktur am schwierigsten; daher werden im Artikel Beispiele ihrer IPA-Transkription in verschiedenen Akzentpositionen vorgelegt (siehe Anhang 2).
Einige Punkte bedürfen eines ausführlicheren Kommentars. Der Bestandteil a ist bei Silben mit akutem bzw. fortgesetztem Tonakzent anders zu bezeichnen als bei Silben mit zirkumflektischem Tonakzent; ebenso ist der mittlere bzw. geschnittene Tonakzent in betonten Diphthongen anders zu behandeln: Im ersten Fall wird das IPA-Zeichen [d], im zweiten das IPA-Zeichen [ɛ] geschrieben. Der erste Bestandteil des Diphthongs au mit zirkumflektischem (sowie mittlerem bzw. geschnittenem) Tonakzent ist wegen der starken Labialisierung mit dem IPA-Zeichen [ɒ] zu bezeichnen. Der Bestandteil e (ebenso ein durch Vorverlagerung von a entstandenes e) kann je nach System des Subdialekts (ein offenerer oder geschlossenerer Laut), kontextueller Position (vor einem harten oder weichen Konsonanten, am Wortende) und anderen phonetischen Faktoren mit den IPA-Zeichen [æ] oder [ɛ] transkribiert werden. Die Bestandteile i, u können in den aukštaitischen Subdialekten verschiedene quantitative (kurze, halblange, lange) und qualitative (nicht verbreiterte / verbreiterte / die Qualität eines langen Vokals angenommene) Varianten aufweisen; sie alle
⁹ Die erforderlichen hochgestellten Ziffern schreibt man zweckmäßiger nicht, indem man sie mit der Option „superscript“ hochstellt, sondern indem man die hochgestellten Zeichen direkt aus der Zeichentabelle übernimmt (die Codes siehe im ersten Anhang des Artikels); dadurch verformen sie sich beim Layouten, beim Übertragen des Textes aus MS Word in andere Computerprogramme u. Ä. nicht.
¹⁰ Gemeint sind hier nur jene Silben, in denen der mittlere Akzent als Alloton des Zirkumflexakzents fungiert, beispielsweise am Wortende. In den Fällen, in denen es in der kophagenischen Transkription üblich war, das Zeichen des mittleren Akzents über den gedehnten betonten Vokalen zu markieren, z. B. [sā.ko] ~ sāko, [nẽ.ša] ~ neša, [bū.va] ~ būvo, [ki.tas] ~ kitas, wird bei der Transkription in der TFA kein Akzent markiert.
¹¹ Bei der Transkription in der TFA wird der Unterschied zwischen dem mittleren und dem Stoßakzent nicht wiedergegeben (wenn der Vokal in beiden Fällen halblang bleibt); dies ist als Mangel der vorgeschlagenen Notation und als ungelöste Frage zu bewerten. Allerdings ist anzuerkennen, dass es sich um sehr subtile Allotone handelt und das Verbreitungsgebiet des Stoßakzents im Gebiet der Hochlitauer relativ klein ist. Nach weiteren Untersuchungen wird die Transkription der Akzente der Dialekte künftig noch präzisiert werden müssen.
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mit den erforderlichen TFA-Zeichen zu markieren. Der Unterschied zwischen dem deutlichen Zirkumflexakzent und seinen abrupten Allotonen – dem mittleren oder dem Stoßakzent – wird durch die Festlegung der Quantität des zweiten Bestandteils wiedergegeben: Im ersten Fall ist der zweite Bestandteil als halblang zu markieren, im zweiten als kurz; ein Quantitätszeichen wird nicht geschrieben.
Bei der Transkription unbetonter Diphthonge werden bei den Bestandteilen ebenfalls keine Quantitätszeichen geschrieben, und ihre Qualität ähnelt meist derjenigen der Zirkumflexdiphthonge; daher wird der erste Bestandteil mit denselben TFA-Zeichen geschrieben, z. B.: [kʲelʲba] ~ kalbà, [u̯e̞rʲˈkʲi] ~ verki; [sʲu̯ˈsʲus] ~ sausùs, [le̞i̯ˈkʲu] ~ laikù, [pʲe̞i̯ˈkʲų] ~ peikiù; [kʲe̞tʲˈlʲes] ~ kiaulės.
In einem großen Teil der hochlitauischen Subdialekte mit Akzentrückverlagerung werden die Akzente in den Silben mit rückverlagertem Akzent nicht unterschieden. Solche Silben sind in der TFA-Transkription ohne Akzentziffern zu schreiben, wobei lediglich die Akzentstelle markiert wird (falls ein Nebenakzent vorhanden ist, wird auch dieser markiert); die Qualität der Bestandteile wird meist ebenso wie in Zirkumflex- oder unbetonten Silben notiert, z. B.: [ˈu̯e̞lkʊs] / [u̯aɪ̯ˈkʊs] ~ vaikùs, [kelba] / [kalʲba] ~ kalbà; [u̯arʲˈkʲe̞] ~ varškė, [ˈgʲe̞rʲe̞l] ~ gerai. Sollten Fälle vorkommen, in denen die Akzente in einer durch rückverlagerten Akzent hervorgehobenen Silbe deutlicher ausgesprochen werden (beispielsweise in den nördlichen Mundarten der Šiauliai- und Panevėžys-Dialekte), so sind sie wie in Silben mit Hauptakzent zu transkribieren.
Hinsichtlich der Transkription ist die für einige osthochlitauische Subdialekte, insbesondere für die Širvintos- und Panevėžys-Mundarten, typische Monophthongierung der Diphthonge au, ai, ei gesondert zu erwähnen. In diesen Mundarten wird der erste Bestandteil von Zirkumflex- und unbetonten Diphthongen (besonders in Endstellung) abgeschwächt ausgesprochen; der Grad der Reduktion kann sehr unterschiedlich sein, beispielsweise beim Diphthong au nach einem harten Konsonanten: [da²ˈrʊɔ] > [da²ˈrʊɔ] > [da²ˈrʲɔ] / [da²ˈrʊ] > [da²ˈrʊ] / [da²ˈrɔ] / [ˈdarɔ] ~ darai; [ˈdʲirbʊ] > [ˈdʲirbʲɔ] / [ˈdʲirbʊ] > [ˈdʲirbʊ] / [ˈdʲirbɔ] ~ dirbau; der Diphthong au nach einem weichen Konsonanten: [tʲi²ˈsʲɛʊ] > [tʲi²ˈsʲɛʊ] > [tʲi²ˈsʲɪʊ] > [tʲi²ˈsʲų] / [tʲi²ˈsʲɔ] / [tʲisʲɔ]¹² ~ tęsiau; [ˈu̯aˈlʲgʲɛʊ] > [ˈu̯aˈlʲgʲɪʊ] > [ˈu̯aˈlʲgʲų] / [ˈu̯aˈlʲgʲɔ] ~ válgiau; der Diphthong ai: [da²ˈrɛɪ̯] > [da²ˈrɛɪ̯] > [da²ˈrʲɪ] > [da²ˈrʲɪ] / [da²ˈrɔ] / [ˈdarɔ] ~ darai; [ˈu̯iˈrɛɪ̯] > [ˈu̯iˈrʲɪ] > [ˈu̯iˈrʲɪ] / [ˈu̯iˈrʲɔ] ~ užrai; der Diphthong ei: [da²ˈrʲɛɪ̯] > [da²ˈrʲɛɪ̯] > [da²ˈrʲɪ] > [da²ˈrʲɪ] ~ darė; [ˈrɔʊ̯ɛɪ̯] > [ˈrɔʊ̯ɪ] > [ˈrɔʊ̯ɪ] / [ˈrɔʊ̯ɛ] ~ rōvei. Daher sollte bei der Transkription im konkreten Fall sowohl die Deutlichkeit des Akzents (wenn die Diphthonge Zirkumflexakzent haben) als auch die Quantität und Qualität der Bestandteile berücksichtigt werden, indem die entsprechenden Vokalzeichen und Diakritika gewählt werden.
¹² Beispiele, in denen die Monophthongierung bis zu einem vollständigen Monophthong reicht, können in den nördlichen Panevėžys-Mundarten vorkommen. In diesen Fällen ist es unmöglich, unter dem Vokal zwei Diakritika zu markieren – sowohl die Offenheit als auch die Vorderverlagerung –, weshalb die Offenheit des Vokals als wichtigeres Merkmal angesehen wurde.
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ZUSAMMENFASSUNG
Nach der Darstellung des verallgemeinerten Bildes des hochlitauischen Vokalismus sowie der wichtigsten Konsonanten und Prosodieelemente wurde das Verhältnis der dialektalen Laute zum Zeichensystem der TFA erörtert und wurden mögliche TFA-Entsprechungen für die lautlichen Einheiten der hochlitauischen Subdialekte bestimmt. Aus dem früheren, 2017 vorgelegten TFA-Zeichensatz für die litauischen Dialekte werden insbesondere die Notation der variablen Vokale ie, uo, der „murmelnden“ Vokale der osthochlitauischen Panevėžys-Mundarten, der Frikative š, ž, der Affrikaten sowie der hochlitauischen Akzente und ihrer Allotone mit TFA-Zeichen präzisiert. Die beiden letztgenannten lautlichen Elemente bleiben hinsichtlich der Transkription am problematischsten; möglicherweise wird ihre Bezeichnung in der TFA künftig unter Berücksichtigung der neuesten Forschungen noch präzisiert werden.
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Once More on the Transcription of Aukštaitian Subdialects by the Symbols of the International Phonetic Alphabet (Several Clarified Cases)
SUMMARY
The article addresses the questions of transcribing the Aukštaitian subdialects of the Lithuanian language by the symbols of the International Phonetic Alphabet (IPA), revises certain symbols from the earlier set of the IPA symbols for the sounds of Lithuanian dialects presented in 2017 and ways of transcribing.
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The first part of the article presents the generalized Aukštaitian system of vocalism, discusses the transcription of phonemes and their variants by the IPA symbols. It highlights those Aukštaitian vowel elements, which are most troublesome in terms of transcribing. The reduced vowels of the Eastern Aukštaitian of Panevėžys having the status of independent phonemes are considered such elements. It is especially problematic to appropriately convey the vowels from the subdialect of Northern Panevėžys which have undergone a strong quantitative and qualitative reduction. The article discusses the possible IPA symbols to be used for the transcription of these vowels.
The second part analyses the questions of transcribing Aukštaitian consonants by the IPA symbols. Most attention is paid to the consonants š, ž and affricates. As their articulatory and acoustic properties do not correspond to the IPA equivalents most of all, it is attempted to find as accurate variant for their transcription as possible.
The third part is dedicated to discuss the transcription of Aukštaitian pitch accents and their allophones by the IPA symbols. It also reviews the transcription of the syllables containing diphthongs and gives some transcribed examples. Due to the inconsistencies in the utterance of pitch accents, the syllables of this group have an especially high number of positional variants.
¹³ Parengta remiantis bendrinės kalbos transkripcijos TFA rašmenimis rekomendacija (žr. VLKK k-25). Pateikiami tik nuo bendrinės kalbos besiskiriantys priebalsių rašmenys. Pasviruoju brūkšniu atskirti galimi transkripcijos variantai, plačiau apie juos žr. straipsnio 2–ą skirsnį. Jei reikiamas rašmuo yra surenkamas iš pagrindinio simbolio ir diakritiko, nurodyti jų abiejų kodai.
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¹⁴ Lentelėje pateikti tik dažniausiai galimi atvejai transkribuojant aukštaičių patarmes, iliustruojantys bendruosius transkripcijos TFA rašmenimis principus. Suprantama, kad gali būti ir įvairesnių dvibalsių / dvigarsių variantų, jie užrašytini pagal konkretų tarimą.
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Dvibalsis / dvigarsis (b k rašmenimis) tvirtapradis tvirtagalis kirčiuotas tęstine priegaide kirčiuotas vidurine / kirstine priegaide a i [¹ɑɪ] [²ɛɪ] [²ɑɪˈ] [²ɛɪ] e i [¹æɪ] / [¹ɛɪ] [²ɛɪˈ] [²æɪˈ] / [²ɛɪˈ] [²ɛɪ] u i [¹ʊɪ] / [¹ʉɪ] / [¹ʉ̯ɪ] / [¹u̯ɪ] / [¹uːɪ] [²ʊɪ] [²ʊɪˈ] / [²ʉɪˈ] [²ʊɪ] i e [¹ɪɛ] [²ɪɛ] [²ɪɛ] [²ɪɛ] u o [¹ʊɔ] [²ʊɔ] [²ʊɔ] [²ʊɔ] al, ar, an, am [¹ɑl], [¹ɑr], [¹ɑn], [¹ɑm] [²ɛl], [²ɛr], [²ɛn], [²ɛm] [²ɑlˈ], [²ɑrˈ], [²ɑnˈ], [²ɑmˈ] [²ɛl], [²ɛr], [²ɛn], [²ɛm] el, er, en, em [¹æɫ], [¹æɾ], [¹æm], [¹æŋ] / [¹ɛɫ], [¹ɛɾ], [¹ɛŋ], [¹ɛm], [¹ɛŋ] [²ɛɫ], [²ɛɾ], [²ɛŋ], [²ɛm] [²æɫˈ], [²æɾˈ], [²æŋˈ], [²ɛmˈ] / [²ɛɫˈ], [²ɛɾˈ], [²ɛŋˈ], [²ɛmˈ] [²ɛɫ], [²ɛɾ], [²ɛŋ], [²ɛm] il, ir, in, im [¹ɪl], [¹ɪr], [¹ɪn], [¹ɪm] / [¹ɪl], [¹ɪr], [¹ɪn], [¹ɪm] / [¹ɪl], [¹ɪr], [¹ɪn], [¹ɪm] / [¹ɪm] / [¹ɪl], [¹ɪr], [¹ɪn], [¹ɪm] / [¹ɪɫ], [¹ɪr], [¹ɪn], [¹ɪm] [²ɪl], [²ɪr], [²ɪn], [²ɪm] [²ɪ̯lˈ], [²ɪ̯rˈ], [²ɪ̯nˈ], [²ɪ̯mˈ] [²ɪl], [²ɪr], [²ɪn], [²ɪm] ul, ur, un, um [¹ʊl], [¹ʊr], [¹ʊn], [¹ʊm] / [¹ʉl], [¹ʉr], [¹ʉn], [¹ʉm] / [¹ʉl], [¹ʉr], [¹ʉn], [¹ʉm] / [¹ʊr], [¹ʊn], [¹ʊm] / [¹uːl], [¹uːr], [¹uːn], [¹uːm] / [¹uːl], [¹uːr], [¹uːn], [¹uːm] [²ʊl], [²ʊr], [²ʊn], [²ʊm] [²ʊ̯lˈ], [²ʊ̯rˈ], [²ʊ̯nˈ], [²ʊ̯mˈ] [²ɪl], [²ɪr], [²ɪn], [²ɪm]