Page 1JŪRATĖ PAIJĖDIENĖ Institut für die litauische Sprache ORCID-ID: orcid.org/0000-0003-1542-2866
Forschungsschwerpunkte: Syntax, Semantik und Pragmatik der älteren und gegenwärtigen litauischen Sprache, Ethnolinguistik, Geschichte der litauischen Kultur und der kirchlichen Texte.
DOI: doi.org/10.35321/all86-02
ÜBER DIE ÜBEREINSTIMMUNG DES VON KIPRIJONAS LUKAUSKAS NIEDERGESCHRIEBENEN PAMOKSLO ISZ PRISAKIMU DIEWA [...] (1797) MIT DEN TEXTEN VON KAROLIO FABIANI MISSYI APOSTOLSKIEY CZĘŚĆ II (1783)
Über die Übereinstimmung zwischen Pamokslas Isz Prisakimu Diewa [...] (1797) von Kiprijonas Lukauskas und den Texten aus dem Buch Missyi Apostolskiey Część II (1783) von Karol Fabiani
Z U S A M M E N F A S S U N G
Der Beitrag erörtert die Struktur der Pamokslų (Karaciejus, Hrsg., 1996) von Kiprijonas Lukauskas (1757–1815), die bislang als Werk eigener Herkunft angesehen wurden, sowie die inzwischen geklärte inhaltliche Urheberschaft eines Teils der Texte dieses Manuskripts. Die Übereinstimmung des Hauptteils dieses Manuskripts mit dem Titel Pamokslas Isz Prisakimu Diewa Ape Pawingscias Gywenima Krikščioniska [...] (I–II; S. 1–310) mit den Texten aus dem Buch von Karol Fabiani MISSYI APOSTOLSKIEY CZĘŚĆ II. W KTOREY SIĘ PRZEKŁADAJĄ NAUKI Z PRZYKAZAN BOSKICH O POWINNOŚCIACH ŻYCIA CHRZEŚCIJAŃSKIEGO [...] (1783) ist unzweifelhaft. Die Frage nach dem Grad der Urheberschaft der in den anderen Kapiteln des Lukauskas-Manuskripts niedergeschriebenen Texte (S. 311–407) bleibt offen.
SCHLÜSSELWÖRTER: Kiprijonas Lukauskas (1757–1815), Karol Fabiani (1716–1786), Jurgis Ambroziejus Pabrėža (1771–1849), Predigt als Unterweisung, litauische Literatur: 18. Jahrhundert.
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ZUSAMMENFASSUNG
Der Beitrag erörtert die Struktur der Pamoklai von Kiprijonas Lukauskas (1757–1815) (Karaciejus, Hrsg., 1996), die bis heute als eigenständiges Werk betrachtet wurden, sowie die neu erkannte Urheberschaft einiger Texte dieses Manuskripts. Die Übereinstimmung des Hauptteils des Manuskripts mit dem Titel Pamokslas Isz Prisakimu Die wa Ape Pawinascias Giwenima Krikscioniska [...] (I–II; S. 1–310) mit den Texten aus dem Buch MISSYI APOSTOLSKIEY CZĘŚĆ II. W KTOREY SIĘ PRZEKŁADAJĄ NAUKI Z PRZYKAZAN BOSKICH O POWINNOSCIACH ZYCIA CHRZESCIANSKIEGO [...] (1783) von Karol Fabiani ist unzweifelhaft. Die Frage nach dem Grad der Urheberschaft der Texte aus den anderen Kapiteln des Lukauskas-Manuskripts (S. 311–407) bleibt offen.
SCHLÜSSELWÖRTER: Kiprijonas Lukauskas (1757–1815), Karol Fabiani (1716–1786), Jurgis Ambroziejus Pabrėža (1771–1849), Predigt als Unterweisung, litauische Literatur, 18th. Jahrhundert.
EINLEITUNG
Ziel des Beitrags ist es, über die Übereinstimmung der bislang als Werke eigener Herkunft betrachteten (vgl. Biržiška [1963] 1990: 171; Lebedys 1976: 40; Lukšienė 1985: 87–90; Tereškinas 1992: 13–163; 1996; Mačiulytė 2005: 13–14, 2005a; Pacevičius 2005: 228, 231; Vaicekauskas 2008)1 Texte von Kiprijonas Lukauskas (1757–1815)2, Pamokslų (Vilnius
¹ Bei der Bewertung der Bemerkungen von Jurgis Lebedys (1913–1970) über Lukauskas’ Bildung, seine umfassende Belesenheit u. Ä. sollte berücksichtigt werden, dass die in der Publikation von 1976 Lietuvių kalba XVII–XVIII a. viešajame gyvenime veröffentlichten Texte aus Arbeitsmanuskripten Lebedys’ erstellt wurden (zur Wesentlichkeit dieser Texte vgl. Zaborskaitė 1976: 4). Ebenso ist zu beachten, dass die Hinweise der Zeitgenossen auf Lukauskas’ Person spärlich und recht zurückhaltend sind. Im Visitationsakt des Dekanats Ukmergė von 1796 (einen Auszug aus CVIA F 694 apr. 1. b. 3998 siehe Lebedys 1976: 187; zur dort irrtümlich angegebenen falschen Schreibweise von Lukauskas’ Nachnamen siehe Tereškinas 1995: 136) wird weder auf das Bestehen des Klosters und der Pfarrei Troškūnai unter der Obhut der Bernhardiner noch auf die geistliche Ausbildung des Pfarrers Kiprijonas [L]ukauskas, seine Priesterweihe 1782 und seine 1791 abgelegten Gelübde im Orden der Minderen Brüder des hl. Franziskus hingewiesen; ebenso wenig wird erwähnt, dass er Gottesdienste auf Litauisch hielt (vgl.: mowi [...] Pacierz [...] po litewsku) und den versammelten Menschen eine angemessene Predigt als Unterweisung hielt (vgl.: y Naukę miewa stosowną do zgromadzonych ludzi) (vgl. Lebedys, ebenda; zu weiteren auf den Einträgen dieses Visitationsakts beruhenden Erkenntnissen siehe Tereškinas 1992: 136, 144; 1996: 6; Bogušis 1996: 15–16; Mačiulytė 2005a). Zur Notwendigkeit, bei der Bewertung der Lebenswelt des Bernhardiners Lukauskas die Art der Rolle der Ordensgemeinschaften in der polnischen und litauischen Kultur des 18. Jahrhunderts zu berücksichtigen, siehe Tereškinas 1992: 136–144.
² Zu den beiden Formen des Nachnamens Lukauskas, Lukauskis siehe Zinkevičius 2001: 65; Vaicekauskas 2008; Mačiulytė 2005a: 243. Zur Verbindung von Lukauskas’ Geburtsdatum nicht mit 1752, sondern mit 1757 siehe Tereškinas 1992: 136; Mačiulytė 2005a: 245–247. Im Totenbuch der litauischen Bernhardinerprovinz Elenchus Fratrum Mortuorum (MAB RS, f. 9, b. 96,1.22) präzisiert der von Arvydas Pacevičius entdeckte Eintrag Cyprianus Łukowski, 1815 Februarius, Bienicae, Vicarius die Angaben zu
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der in der Universitätsbibliothek aufbewahrten Abschrift der 409 Seiten umfassenden Handschriftensammlung F1–D654, siehe Karaciejus, Hrsg., 1996, im Folgenden LP) die Übereinstimmung des ersten Teils mit dem Titel Pamokslas Isz Prisakimu Diewa Ape Pawinascias Giwenima Krikscioniska. Per Kuniga Cypriona Łukawski Plebona Traszkunų Surasitas. Metusy Chrystusa 1797 (LP I–II; S. 1–310) mit den Texten des Buches von Karol Fabiani (1716–1786)3 MISSYI APOSTOLSKIEY CZĘŚĆ II. W KTOREY SIĘ PRZEKŁADAJĄ NAUKI Z PRZYKAZAŃ BOSKICH O POWINNOŚCIACH ŻYCIA CHRZEŚCIANSKIEGO [...] (1783; im Folgenden FP). Die inhaltliche Identität der Texte der genannten litauischen und polnischen Predigtsammlungen wurde anhand analytischer, vergleichender und strukturanalytischer Methoden festgestellt.
Der Beitrag erwähnt die in einer der handschriftlichen Predigtsammlungen von Jurgis Ambroziejus Pabrėža4 (1771–1849) enthaltenen Literaturverweise5, die dabei halfen, das Original des ersten Teils (S. 1–310) von Lukauskas’ Manuskript zu erkennen. Für die Bewertung der Begründetheit von Lukauskas’ Urheberschaftsstatus ist auch die Struktur der gesamten handschriftlichen Sammlung von Lukauskas6 zu erörtern. Die Texte des ersten Teils dieses Manuskripts
Lukauskas’ Todesumstände – er starb 1815 im Bernhardinerkloster von Bienica, während er das Amt des Vikars ausübte (siehe Pacevičius 2005: 241).
³ Zu den philosophischen und theologischen Studien des bekannten jesuitischen Predigers Karol Fabiani, seinen Tätigkeiten als Lehrer, Prediger und Missionar sowie seinen veröffentlichten religiösen Büchern, unter denen sich insbesondere die dreiteilige Sammlung Missya apostolska auszeichnete und mehrere Neuauflagen erlebte, siehe Kaczmarek 1948. Zur Zahl der Ausgaben von Fabiani’ Buch allein im 18. Jahrhundert siehe Estrreicher 1898: 153–154. Die Popularität des hier besprochenen Buches von Fabiani belegt auch die Verbreitung seiner Texte in Abschriften. Eine solche von einem polnischen Abschreiberkollektiv angefertigte Abschrift der Ausgabe von 1792 wird in der Bibliothek der Universität Vilnius aufbewahrt (zur bibliografischen Beschreibung des handschriftlichen Dokuments F 1–C 173a siehe Fabiani 1792). Auf die Popularität seiner Predigten weist auch der Autor selbst im Vorwort zum ersten Teil der Sammlung Missya apostolska hin (siehe Fabiani 1783: [I]).
⁴ Aufgrund der Autografen ist der Ordensname Pabrėžas mit o zu schreiben – Ambroziejus (nicht Ambraziejus) (siehe Šepetytė 2020: 7; Pajėdienė 2021: 369).
⁵ Pabrėža gilt den Žemaiten aufgrund seiner zahlreichen Tätigkeiten (er ist Geistlicher, wurde 1796 zum Priester geweiht und legte 1817 die Gelübde im Franziskanerorden ab, war Pädagoge, Teilnehmer der litauischen Kulturbewegung, Vertreter der žemaitischen Schriftkultur, Bibliophiler, Botaniker und Kenner der Volksmedizin) und Talente als herausragende Persönlichkeit; das deutlichste unter ihnen – die Redekunst – steht mit seiner pastoralen Tätigkeit und den gehaltenen Predigten in Verbindung (siehe Biržiška [1963] 1990: 306–320; Gidžiūnas 1994; Pacevičius 2020). Das Echo von Pabrėžas Ruhm als Prediger wird durch sein umfangreiches handschriftliches Erbe bezeugt – Kulturhistoriker nennen mindestens zehn von Pabrėža verfasste und gebundene Predigtsammlungen (vgl. Gidžiūnas 1994: 91–100), während die Berechtigung dieses Ruhms durch die von heutigen Kulturwissenschaftlern vorgenommene Bewertung seiner Predigten bestätigt wird (vgl. Terėškinas 1994; Sverdiolas 1996; 2006: 48–86).
⁶ Nicht in das Untersuchungsfeld dieses Beitrags fallen weder ein möglicher Zusammenhang der Texte im Manuskript des Bernhardiners Kiprijonas Lukauskas, des Pfarrers von Troškūnai, mit den handschriftlichen Predigten der Konventskleriker von Troškūnai aus den Jahren 1782–1799 oder den 1792–1793 gehaltenen žemaitischen Predigten der Franziskaner von Kretinga (vgl. Biržiška ([1957] 1998: 563), noch der unzweifelhafte Zusammenhang mit den Druckwerken im Besitz des Klosters von Troškūnai (zu den Büchern der Klosterbibliothek von Troškūnai um 1782 siehe Tereškinas 1992: 138–141; zu
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Die Übereinstimmung mit dem Inhalt des genannten Buches von Fabiani wird im Beitrag auf mehrere Arten veranschaulicht: 1) durch den Vergleich der Inhaltsverzeichnisse beider genannten Predigtsammlungen; 2) durch die Erörterung der Übereinstimmung der Anfangs- und Schlusstexte des ersten Teils von Lukauskas’ Manuskript mit den Texten von Fabiani sowie einiger mit dem Hinweis auf die Urheberschaft verbundener Änderungen im Prakalbo des ersten Teils von LP; 3) durch die Darstellung der (Nicht-)Übereinstimmung der Textpassagen von LP mit den Ethnonymen lietuvis, lenkas mit analogen Formulierungen im Buch von Fabiani.
1. PASLAPTĮ ATIDENGUSI JURGIO AMBROZIEJAUS PABRĖŽOS PASTABA
Bei der Lektüre der Texte des Buches Pamokslai vairingose materijose, sakyti Ambroziejaus Pabrėžos (siehe Šepeytė, Hrsg., 2020)⁷ erinnerten einige der darin beschriebenen Bilder an die ursprünglich in den Pamoksluose von Kiprijonas Lukauskas niedergeschriebenen Geschichten. Beim Aufschlagen der Abschrift von Lukauskas’ Manuskript (Karaciejus, Hrsg., 1996) zeigte sich, dass nicht nur einige der erinnerten Bilder übereinstimmten. In mindestens zwei – dem 28. und dem 29. – Predigten des von Lukauskas niedergeschriebenen Manuskripts (LP 281–301) entsprechen die Erzählungen nicht nur in einzelnen Details, sondern ihrem gesamten Inhalt nach den Ausführungen in Pabrėžas Predigt Apey griekus lyžōwy⁸ (PWM 203–228). Die Ursache der in den Manuskripten verschiedener Autoren vorkommenden inhaltlichen Übereinstimmungen erklärte Pabrėžas Bemerkung, dass seine Predigt beinahe wörtlich aus einem Buch des Priesters Fabiani abgeschrieben sei⁹, vgl.: Wypisano prawie co do słowa z Missyi Apostolsk iey Częsci 2. Nauki 29. Xiędza Fabianiego (PWM 228). Beim Aufschlagen des genannten Buches (siehe Fabiani 1783a) wurde offensichtlich, dass nicht nur die erwähnte zweiteilige Pamokslós Apey griekus lyžōwy von Pabrėža, sondern auch Lukauskas’ Pamokslas 28. ISZ PRISAKIMA DIEWA ASZMA. Ne kalbek neteyse prieš artima tawa (LP 281–288) und Pamokslas 29. Ape apkalbeimus yr kitus liežuvinius griekus, iki to Prisikima Die wa Aszma prigulinčius (LP 289–301) sind
1782–1841 veränderten sich die Bestände der Bücher in der Bibliothek von Troškūnai; im Bestand der Predigtabteilung befanden sich 1782–1784 107 Bände, 1800 jedoch bereits 231 Bände; siehe Pacevičius 2005: 238; zur von Lukauskas dem Kloster von Troškūnai geschenkten Buch sowie zum Zuwachs litauischer Bücher in dieser Klosterbibliothek, die die pastorale Tätigkeit förderten, siehe ebenda, 236, 241).
⁷ Die Abschriften der Zitate werden im Beitrag unter Beibehaltung der Originalorthografie wiedergegeben. Bei der Zitierung des Textes von Pabrėža aus der Sammlung PAMOKSLAW Wayringosy Materyjos At rożniu wyitu, įwairiusy lankus Sakity par Kónyga Ambroziejaus Pabreža Tercyiorió Zakona Szwęta Tiewa Prą̨čžyszkaus wird im Folgenden die Abkürzung PWM verwendet.
⁸ Diese 1824 in Vežaičiai gehaltene Predigt von Pabrėža ist für eine zweitägige Lektüre verfasst (vgl. die Bemerkung am Anfang der Predigt PWM 203 und die Formulierung im zweiten Teil Pamokslą apey Griekus Lyžōwy Trukis tolymesnis PWM 211; siehe außerdem Šepeytė 2020: 795).
⁹ Pabrėža gibt noch weitere Verweise auf dieses Buch von Fabiani (siehe PWM 120, 132, 277).
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Übersetzungen der von Fabiani verfassten Predigten 28 und 29 (siehe Fabiani 1783a: 457–489)¹⁰. Ein genauerer Vergleich der Texte von Fabiani und Lukauskas zeigte, dass nicht nur diese beiden Predigten, sondern der gesamte Umfang (312 S.) und die ideelle sowie literarische Gestaltung des wichtigsten Teils¹¹ der von Lukauskas niedergeschriebenen Sammlung Pamokslas Isz Prisakimu Die w a keine Sammlung originaler Texte darstellen, sondern eine litauische Fassung der im Buch MISSYI APOSTOLSKIEY CZĘŚĆ II. W KTOREY SIĘ PRZEKŁADAJĄ NAUKI Z PRZYKAZAN BOSKICH O POWINNOSCIACH ZYCIA CHRZESCIANSKIEGO. PRZEZ X. KAROLA FABIANIEGO KANONIKA KALISKIEGO, Szkół Wydziałowych Łęczyckich Kaznodzieję NAPISANE [...] (im Folgenden FP) enthaltenen Texte ist. Dies lässt sich überprüfen, indem man die in den Inhaltsverzeichnissen dargelegten wesentlichen Inhalte der Titel aller 30 Kapitel des Buches von Fabiani und des genannten ersten Teils des Lukauskas-Manuskripts miteinander vergleicht (siehe Tabelle 1)¹².
¹ TABELLE. Vergleich der Inhaltsverzeichnisse des Buches Missyi apostolskiey Część II von Fabiani und des Pamokslas Isz Prisakimu Diewa [...] von Lukauskas (siehe FP 500–502 und LP 309–310)
NAUKI Z PRZYKAZAN BOSKICH O POWINNOSCIACH ZYCIA CHRZESCIANSKIEGO. PRZEZ X. KAROLA FABIANIEGO KANONIKA KALISKIEGO, Szkół Wydziałowych Kaznodzieję Łęczyckich NAPISANE [...] 1783 | Pamokslas Isz Prisikimu Diewa Ape Pawinascies Gewienima Krikscioniska. Per Kuniga Cypriona Lukawski Plebona Traszknu Surasitas. Metusy Chrystusa 1797 | REGESTR NAUK MISSYINYCH CZĘŚCI II. (FP 500–502) | Regestras pamokslu (LP 309–310) | Nauka I. o Przykazaniach w powszechności..... na karcie 1 | Pamokslas 1. Ape Prisikimus wisotimiey..... 1 | Nauka II. o Przykazaniach Boʃkich w powszechności..... 13 | Pamokslas 2. Ape Prisikimus Diewa wisotimiey..... 7 | Nauka III. z pierwszego Przykazania Boʃkiego o Wierze..... 22 | Pamokslas 3. Isz pirma Prisikima Diewa. Ape Wiera..... 12 | Nauka IV. z pierwszego Przykazania Boʃkiego o Nadziei i Miłości..... 40 | Pamokslas 4. Isz pirma Prisikima Diewa. Ape Nadiey yr Meyly..... 22
¹⁰ Pabrėža ergänzte den Text von Fabiani nicht nur um den für ihn üblichen einleitenden Predigtteil (siehe PWM 262), sondern auch um Einschübe eigener Schöpfung (zu diesen siehe Pajėdienė 2022).
¹¹ Gerade dieser Teil der handschriftlichen Sammlung von Lukauskas galt aus literarischer Sicht als der wertvollste: Kultur- und Literaturforscher begründen die Besonderheit und die Ausdruckseigenheiten von LP meist mit den Texten dieses Teils, der eine Übersetzung von Fabiani bietet (vgl. Lebedys 1976: 40–48, 48–51; Lukšienė 1985: 87–89; Tereškinas 1992: 155–163; 1996; Tunaitis 2004: 81).
¹² Zu den in der Tabelle hervorgehobenen inhaltlichen Abweichungen siehe das folgende Kapitel.
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Pamokslo Iš Prisikimu Diewa [...] (1797) mit der Übereinstimmung
mit den Texten von Karol Fabiani Missyi Apostolskiey Część II (1783)
Lehre V. aus dem ersten Gebot Gottes über Zauberei, Beschwörungen und Aberglauben..... 58
Predigt 5. Aus dem ersten Gebot Gottes. Über Zauberei, Beschwörungen und Aberglauben..... 32
Lehre VI. aus dem zweiten Gebot Gottes über Gotteslästerung, Flüche und Verwünschungen..... 73
Predigt 6. Aus dem zweiten Gebot Gottes. Über Gotteslästerung, Fluchen und Verwünschungen..... 42
Lehre VII. über Eide..... 85
Predigt 7. Über das Schwören..... 49
Lehre VIII. über Gelübde im Allgemeinen..... 111
Predigt 8. Über Gelübde im Allgemeinen..... 64
Lehre IX. aus dem dritten Gebot Gottes über die Heiligung des Feiertags..... 125
Predigt 9. Aus dem dritten Gebot Gottes. Über die Heiligung des heiligen Tages..... 72
Lehre X. über dasselbe dritte Gebot Gottes, insofern es verbietet..... 146
Predigt 10. Über dasselbe dritte Gebot Gottes, soweit es verbietet..... 84
Lehre XI. aus dem vierten Gebot Gottes über die Pflichten der Kinder gegenüber den Eltern..... 162
Pamokslas 11. Isz ketwirta Prisakima Diewa, Ape Pawinascias Wayku, pagal Gimditojiu..... 93
Lehre XII. über die Pflichten der Eltern gegenüber ihren Kindern..... 188
Predigt 12. Über die Pflichten der Eltern gegenüber ihren Kindern..... 108
Lehre XIII. über die besonderen Pflichten verschiedener Stände..... 216
Predigt 13. Über die besonderen Pflichten aller Stände..... 125
Lehre XIV. über die Pflichten der Diener und des Gesindes gegenüber ihren Herren und Hausherren..... 229
Predigt 14. Über die Pflichten der Knechte und des Gesindes gegenüber ihren Herren und Hausherren..... 133
Lehre XV. über die Pflichten der Herren gegenüber ihren Untertanen..... 240
Predigt 15. Über die Pflichten der Herren gegenüber ihren Untertanen..... 140
Lehre XVI. über die Pflichten der Untertanen gegenüber ihren Herren..... 255
Predigt 16. Über die Pflichten der Untertanen gegenüber ihren Herren..... 149
Lehre XVII. über die Pflichten des Ehemanns gegenüber seiner Ehefrau..... 265
Predigt 17. Über die Pflichten des Ehemanns gegenüber seiner Ehefrau..... 155
Lehre XVIII. über die Pflichten der Ehefrau gegenüber ihrem Ehemann..... 278
Predigt 18. Über die Pflichten der Ehefrau gegenüber ihrem Ehemann..... 164
Lehre XIX. über die Pflichten gegenüber unseren geistlichen Vätern und Hirten..... 286
Predigt 19. Über die Pflichten gegenüber unseren geistlichen Vätern und Hirten..... 170
Lehre XX. über die Pflichten gegenüber der heiligen Kirche als unserer allumfassenden Mutter..... 304
Predigt 20. Über die Pflichten gegenüber der heiligen Kirche als unserer allumfassenden Mutter..... 182
Lehre XXI. aus dem fünften Gebot Gottes über den Mord am Leibe..... 336
Predigt 21. Aus dem fünften Gebot Gottes. Über das Töten des Leibes..... 204
¹³ So im Buch.
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Lehre XXII. über Trunksucht..... 358
Predigt 22. Über Trunkenheit..... 218
Lehre XXIII. über den Mord an der Seele, das heißt: über das Ärgernisgeben..... 369
Predigt 23. Über das Töten der Seele, das heißt über das Ärgernisgeben..... 225
Lehre XXIV. aus dem sechsten Gebot Gottes: Du sollst nicht ehebrechen..... 391
Predigt 24. Aus dem sechsten Gebot Gottes. Du sollst nicht ehebrechen..... 238
Lehre XXV. aus dem siebten Gebot Gottes: Du sollst nicht stehlen..... 409
Predigt 25. Aus dem siebten Gebot Gottes. Du sollst nicht stehlen..... 250
Lehre XXVI. über Wucher..... 425
Predigt 26. Über Wucher..... 261
Lehre XXVII. über die Notwendigkeit der Wiedergutmachung des dem Nächsten zugefügten Unrechts..... 444
Predigt 27. Über die notwendige Wiedergutmachung des dem Nächsten zugefügten Unrechts..... 273
Lehre XXVIII. aus dem achten Gebot Gottes: Du sollst kein falsches Zeugnis gegen deinen Nächsten ablegen..... 457
Predigt 28. Aus dem achten Gebot Gottes. Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen..... 281
Lehre XXIX. Über üble Nachrede und andere sprachliche Sünden, die zu diesem achten Gebot Gottes gehören..... 470
Predigt 29. Über üble Nachrede und andere sprachliche Sünden, die zu diesem achten Gebot Gottes gehören..... 289
Lehre XXX. aus dem neunten und zehnten Gebot Gottes: Du sollst nicht die Frau deines Nächsten begehren, noch sein Haus, noch seinen Acker, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch seinen Ochsen, noch seinen Esel, noch irgendeine seiner Sachen..... 490
Predigt 30. Aus dem neunten und zehnten Gebot Gottes. Du sollst nicht die Frau deines Nächsten begehren, noch sein Haus, noch seinen Acker, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgendeine seiner Sachen..... 301
2. DIE STRUKTUR DER HANDSCHRIFTLICHEN SAMMLUNG VON KIPRIJONAS LUKAUSKAS UND HINWEISE AUF URHEBERSCHAFT UNTERSCHIEDLICHEN GRADES
Bevor die Überlegungen dazu angestellt werden, welche Eigenschaften des LP-Textes die Historiker der litauischen Kultur dazu bewogen haben, dem Schreiber des besprochenen Manuskripts die vollständige und nicht nur eine partielle – die des Textabschreibers, Übersetzers und Kompilators – Urheberschaft zuzuschreiben, ist es angebracht, die Bestandteile der handschriftlichen Sammlung zu erörtern, die nach Lukauskas’ Pamokslais benannt ist. Es ist zu beachten, dass das Wort pamokslas im Manuskript von Lukauskas meist in der Bedeutung „(Unter-)Weisung, Rat, Hinweis“14 verwendet wird.
14 In litauischen Texten des 18.–19. Jahrhunderts entspricht das Wort pamokslas zwei polnischen Wörtern – kazañ „Unterweisung; religiöse Rede eines Priesters“ und nauka „(Unter-)Weisung“ (vgl. außerdem Gidžiūnas 1994:
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Page 8Über die Übereinstimmung des von Kiprijonas Lukauskas niedergeschriebenen Pamokslo Įz Prisikimu Diéwa [...] (1797) mit den Texten von Karol Fabiani Missyi Apostolstkiey Część II (1783)
Das von Lukauskas niedergeschriebene Manuskript besteht thematisch aus fünf Teilen: 1) die Sammlung Pamokslas Isz Prisakimu Diewu Ape Pawinastias Giwenima Krikscioniska, siehe LP I–II; S. 1–310; 2) katechetische Unterweisungen mit dem Titel einer Predigt über die Grundlagen des Glaubens und die Pflichten der Gläubigen sowie Texte der Gebete, der Gebote des Dekalogs, der Sakramente und der Gebete, LP S. 311–351; 3) eine als trumpai surinkti pamokslu bezeichnete, kurz zusammengestellte Unterweisung in fünf Abschnitten über die Pflichten der Gläubigen – Padieimas 1, 2, 3, 4, 5, siehe LP S. 351–378; 4) die biblische Geschichte über die Erschaffung der Welt Historia łabay grazi yr unt Zinoima kiekvienam reikalinga, bestehend aus 22 Erzählungen, LP S. 379–400; 5) einige Bücher der Weisheit des Alten Testaments, die mit einer gewissen Auswahl aus dem Buch Jesus Sirach niedergeschrieben wurden; sie werden im Kapitel Priedotkas isz Knigu Mundribes. Padeimy 1; 3; 7; 8; 20; 23; 24; 25 präsentiert, siehe LP S. 401–407 (eine etwas detailliertere Darstellung der Bestandteile von LP siehe Tabelle 2).
In einigen Arbeiten, die Lukauskos Handschrift behandeln, wird auf die Vielgestaltigkeit des Aufbaus dieser Handschrift hingewiesen15, doch blieb unberücksichtigt, dass Lukauskas in der aus mehreren thematisch unterschiedlichen Teilen bestehenden Handschrift Verweise auf eine unterschiedlich gewichtete Autorschaft gibt. In LP wird angegeben, dass einer der Texte dieser Handschrift – Pamokslas Isz Prisikimu Diewu Ape Pawinastias Giwenima Krikscioniska (S. 1–310) niedergeschrieben ist16 (vgl. die Formulierung auf dem Titelblatt des ersten Teils der Handschrift: Pamokslas [...] Surasitas. Metusy Chrystusa 1797, siehe LP I), ein Teil der Handschrift ist naujai lietuviškai išguldyta, „neu auf Litauisch ausgelegt“ (vgl. die Anmerkung im inneren Teil: Historia łabay grazi: Dabar naujey Lietuwiszkay Izguldita, LP 379), und ein weiterer – trumpai surinkta, „kurz zusammengestellt“ („ausgewählt, angeordnet“?) (vgl. die Formulierung: numanau paduoty wis iems Gaspadorems trumpay surinkta pamoksla ape Kiemioniszkas
269; Sverdiolas 2006: 50). Die Bedeutung „(Unter-)Weisung“ ist besonders deutlich im Titel des ersten Teils der Lukauskas-Sammlung sowie in der ein neues Kapitel einleitenden Vorwortformulierung numanau paduoty [...] pamoksla ape [...] pawinastes LP 352 (siehe Tabelle 2). In Texten des 16. Jahrhunderts ist eine deutliche Parallelität der Bedeutungen der Wörter Katechismus und Unterweisung / Lehre zu erkennen (vgl. die Titel der litauischen Übersetzungen von Jakub Ledesmas NAVKA CHRZESCIANSKA. Abo Katechizmik dla dziatek: Kathechismas arba mokslas (Daukša 1599) sowie Kathechismas arba pamokimas (1605)).
Darauf hat der bedeutende Buchwissenschaftler Vaclovas Biržiška (1884–1956) aufmerksam gemacht, indem er in der Beschreibung des Umfangs von LP drei Bestandteile angab, vgl.: „6, 308, 100 S.“ (Biržiška [1963] 1990: 171); gewisse Hinweise auf die unterschiedlichen Ebenen der LP-Texte finden sich auch in anderen Arbeiten, die den Inhalt dieses Werkes (siehe Lebedys 1976: 41, 48, 51; Tereškinas 1992: 155), die Druckvorbereitung des Manuskripts (siehe Bogušis 1996: 15) oder die Schwierigkeiten bei der Reflexion der bereits veröffentlichten handschriftlichen Sammlung (siehe Subačius 2010: XVII) behandeln. Im Inhaltsverzeichnis des von Juozas Karaciejus herausgegebenen Buches spiegelt sich dies jedoch nicht wider – die gesamte Abschrift des Manuskripts wird unter einem einzigen Eintrag „Texte der „Pamokslų“ von K. Lukauskas“ aufgeführt (siehe Karaciejus, Hrsg., 1996: 407).
Für einen Žemaiten kann das Partizip surašytas die Bedeutung „aufgeschrieben, abgeschrieben“ haben (ein solches Bedeutungsverständnis verzeichnet auch das Wörterbuch der nordwestlichen Žemaiten: surašymas „Aufschreiben“ (siehe Vanagienė 2015: 258). Zum žemaitischen Sprachbestand von Kiprijonas Lukauskas siehe Karaciejus 1996: 19–20; Zinkevičius 2001: 62–68.
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Namininkų pavinastės LP 352). Der Vergleich der Überschriften von LP und FP (siehe die in der oberen Zeile der Tabelle 1 wiedergegebenen Abschriften) zeigt jedoch, dass die Überschrift von LP nach dem Modell der FP-Überschrift niedergeschrieben wurde. Daher ist anzunehmen, dass die Formulierung Pamokslas [...] Surasitas mit der Formulierung des polnischen Originals NAUKI [...] NAPISANE. korrespondieren kann.
TABELLE 2. Die hinsichtlich der Terminologie unterschiedlichen Teile des Manuskripts von K. Lukauskas
Die hinsichtlich der Terminologie unterschiedlichen Teile des LP-Manuskripts (konventionelle laufende Nummer und Paginierung)
Vorhandener (möglicher) Titel des Manuskriptteils
Thematischer Titel des Textteils
I (LP I–II; 1–310)
Predigt Aus den Geboten Gottes über die Pflichten des christlichen Lebens. (LP I–II; 1–310)
Predigten aus den Geboten Gottes über die Pflichten des christlichen Lebens. Niedergeschrieben vom Priester Cyprionas Lukawskis, Pfarrer von Traszkunai. Im Jahr Christi 1797
Vorwort an den geneigten Leser (LP I–II)
Predigten 1–30 (LP 1–308)¹⁷
Register der Predigten (LP 309–310)
II (LP 311–351)
Predigt (LP 311–339)
Über den Glauben [...] (LP 311–313), über Gott [...] (LP313–318), über die Hoffnung [...] LP 318–320, über die Liebe und die Gebote [...] LP 320–325; über die Sakramente [...] LP 326–335; über die letzten Dinge [...] (LP 335–339)
Die Pflichten (LP 339–341)
Die Pflichten der Mütter, die Pflichten der Kinder gegenüber den Vätern [...] (LP 339–341)
Eine geeignete Weise, den Katechismus in den Kirchen und bei den Menschen auf Litauisch zu sprechen (LP 342–351)
Formulierungen der Gebete, Gebote und Sakramente, Gebete (LP 342–351)
¹⁷Nur dieser Teil von LP enthält die von Lukauskas eigenhändig eingetragenen Seitenzahlen von 1 bis 308 (die Blätter mit Prakalbą und Regestrą sind nicht nummeriert).
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Page 10Die Übereinstimmung des von Kiprijonas Lukauskas niedergeschriebenen Pamokslo Isz Prisikimu Diewa [...] (1797) mit den Texten von Karolis Fabiani, Missyi Apostolskiey Część II (1783)
Thematisch unterschiedliche Teile des LP-Manuskripts (fortlaufende Nummer und Paginierung)
Vorhandener (möglicher) Titel des Manuskriptteils
Thematischer Titel des Textteils
III (LP 352–378)
{kurz zusammengestellte Predigt}¹⁸ über Kiemioniszkas Naminiku pawinases LP 352
{Vorwort} Kada wisa łaymibe Kiemioniszku Žmoniu [...] (LP 352)
Beispiele 1–5 (LP 353–378)
IV (LP 379–401)
Eine sehr schöne und für jeden notwendige Geschichte
Für den geneigten Leser (LP 379)
Geschichte 1–22 (LP 380–401)
V (LP 401–408)
Priedotkas isz Knigu Mundrib es Jezusa Sunaus Syrach, kuri wadinam Ecclesiasticus
Beispiele 1; 3; 7; 8; 20; 23; 24; 25 (LP 402–408)
3. APIE PIR MOSIOS LUKAUSKO RANK-RAŠČIO DALIES ATITIKTĮ FABIANI TEKSTUI IR KELIS PAKEITIMUS
Nachdem die Übereinstimmung der Inhaltsverzeichnisse von FP und dem ersten Teil des LP-Manuskripts festgestellt ist (siehe Tabelle 1), muss auch das Verhältnis der inhaltlichen Übereinstimmung der Texte dieser Quellen erörtert werden. Ohne auf die gelegentlich auftretenden geringfügigen Abweichungen des Textes des ersten LP-Teils vom FP-Text einzugehen, ist diesmal der Vergleich der hinsichtlich der Autorschaft irreführenden – die wahre Herkunft des Textes verbergenden – Formulierungen des LP-Manuskripts mit dem polnischen Original wichtig. Zu diesem Zweck sind die Übereinstimmung des Textes Prakalba Pas Malona Skaitytojui (LP I–II) mit seinem polnischen Original (siehe Tabelle 3) sowie die Übereinstimmung mit dem Fabiani-Text jener LP-Textpassagen zu prüfen, die Jurgis Lebedys (1976: 40–51) wegen der Ethnonyme lietuvis, lenkas und der daraus gebildeten Ableitungen neben anderen interessanten Aspekten in sein Manuskript abgeschrieben hatte ¹⁹ – mit der Wahl dieses Vorgehens wird die Forderung nach einer zufälligen Auswahl der zu vergleichenden Zitate erfüllt (siehe Tabelle 4).
18 Rekonstruiert aus der Formulierung numanau paduoty [...] trumpay surinkta pamoksla LP 352.
19 In den Aufzeichnungen zu J. Lebedys’ geplanter Monografie ist die Aufmerksamkeit für LP-Formulierungen mit diesen Ethnonymen offensichtlich (siehe Lebedys 1976: 40–51). Zu Überlegungen zu diesem Thema siehe ferner Lukšienė 1985: 90; Tereškina s 1992: 154.
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Aus dem Vergleich der in Tabelle 3 parallel angeführten LP- und FP-Zitate geht hervor, dass die in Lukauskas’ Manuskript enthaltene Prakalba Pas Malona Skaitytojui größtenteils wörtlich PRZEDMOWA DO CZYTELNIKA von Fabiani wiederholt, abgesehen von einigen Manipulationen, durch die zu dem einen oder anderen Zweck die wahre Herkunft des Textes verborgen wird, vgl.:
1) Du hast, geneigter Leser, ein handgeschriebenes Buch LP I Du hast, geneigter Leser, den zweiten Teil dieser Apostolischen Mission FP I 2) Aber in den Pfarrpredigten finden sich hauptsächlich Bauern LP I A že na In den Apostolischen Missionen fand sich am meisten Landvolk FP II–III 3) Ende LP 308 des Zweiten Teils der Apostolischen Mission ENDE FP 499
Zu den Änderungen, die den wahren Titel des Werkes und den früheren Ort der Predigtpraxis verbergen, gehören wohl auch der von Lukauskas nicht niedergeschriebene (nicht übersetzte) dritte Absatz des polnischen Vorworts sowie die am Ende der Sammlung unvollständig eingetragenen Schlussvermerke (siehe die in Tabelle 3 fett hervorgehobenen Stellen der Abschriften). Wahrscheinlich wollte Lukauskas mit einer solchen Niederschrift des veränderten Textes lediglich ein den Anforderungen der Visitatoren entsprechendes Manuskript vorbereiten, das heißt, Abschriften approbierter Predigttexte bereithalten. Wenn die kirchliche Obrigkeit die Abschriften geeigneter religiöser Texte verlangte, könnte man annehmen, dass die Verdienste des Abschreibers als Autorschaft an der Anfertigung der Abschrift hervorgehoben wurden und sich daher im Titel des niedergeschriebenen Manuskripts widerspiegelten.
Aus den in Tabelle 4 parallel angeführten LP- und FP-Zitaten geht hervor, dass die Hinweise auf polnische Ethnizität im LP-Manuskript nur bei der Niederschrift der 15. Predigt durch solche ersetzt werden, die die litauische Herkunft oder den Ort der behandelten Dinge benennen (vgl. Beispiele 4 und 5; weitere siehe Tabelle 4); in der 26. Predigt ist eine solche Änderung nur mit der Logik des Kontexts verbunden (vgl. Beispiel 6), zum Beispiel:
4) Aber der litauische Untertan kann am Ende sein Eigentum haben LP 141 Der polnische Untertan hingegen kann eigenes Eigentum haben FP 241 5) aber zwischen den Untertanen in Litauen und ihren Herren sowie den guten Erben besteht ein Vertrag und eine gegenseitige Vereinbarung, die [...] LP 141 zwischen den Untertanen in Polen, ihren Herren und Erbherren besteht ein guter Vertrag und eine gegenseitige Vereinbarung, die [...] FP 242 6) Der zweite ist ein Vertrag, der genannt wird Contractus Census. Auf Litauisch: Geldzins LP 267 Der zweite ist ein Vertrag, der genannt wird Contractus Census, auf Polnisch: Geldzins FP 434
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Könnten diese Änderungen der Hinweise auf Ethnizität mit einer unterschiedlichen Autorschaft der Übersetzenden zusammenhängen? Zur Aufstellung dieser Hypothese ermutigt die im gesamten LP-Bestand erkennbare ordentliche Handschrift Lukauskas’ und die sehr geringe Zahl von Korrekturen, was darauf schließen lässt, dass dieses Manuskript Lukauskas’ keine Arbeits-, sondern eine Vorzeigeversion (Reinschrift) war20.
TABELLE 3. Vergleich der Übereinstimmung der den ersten Teil des Lukauskas-Manuskripts (S. 1–310) einleitenden und abschließenden Texte mit dem von Fabiani geschaffenen Text (Abweichungen sind durch Fettdruck gekennzeichnet)
Abschrift des LP-Zitats (1797)
Abschrift des FP-Zitats (1783)
Anfangstexte der Predigtsammlungen
Prakalba Pas Maloną Skaytitoi ²¹ Turi Malonus Skaytitojau runku rasita Kniga, die ich dir, o lieber Leser, nun überreiche: Predigten aus dem Pamokslo isz Prisikimu Diewa, in jener Weise und Form, in der sie bei den Missionen vorgetragen werden, nämlich durch Fragen und Antworten; denn diese Weise ist für die Verkünder des Wortes Gottes leichter und dem Gedächtnis der Zuhörer besser angepasst. Hier wird jedes einzelne Gebot ausführlich dargelegt sowie die aus jedem hervorgehenden Pflichten unseres christlichen Lebens, die teils durch die Urteile der Schriften, teils durch die Lehre der Heiligen Väter und die allgemeine Auffassung der Moraltheologen bestätigt werden.
VORWORT AN DEN LESER Masz Laskawy Czytelniku drugą Część tey Apostolskiey Missyi, in der ich dir die Lehren aus den göttlichen Geboten auf jene Weise und in jener Form darreiche, wie sie bei den Missionen dargeboten wurden, nämlich durch Fragen und Antworten; denn diese Weise ist sowohl für die Verkünder des Wortes Gottes leichter als auch dem Gedächtnis der Zuhörer besser angepasst. Hier wird jedes einzelne Gebot sowie die daraus hervorgehenden Pflichten unseres christlichen Lebens dargelegt, die teils durch die Aussprüche der Schriften, teils durch die Lehre der Heiligen Väter und die allgemeine Auffassung der Moraltheologen bestätigt werden.
20 Die Annahme einer erneuten Abschrift lässt sich durch Vaclovas Biržiškas Bemerkung zur Struktur eines anderen, von Lukauskas 1794 niedergeschriebenen Manuskripts begründen, in der festgestellt wird, dass „auch andere Teile dieses Manuskripts dem Inhalt von „Pamokslas isz Prisikimu Diewa“ entsprechen“ (Biržiška [1963] 1990: 171).
21 Die Seiten, die die Vorworte von FP und LP enthalten, sind nicht nummeriert; ihr Umfang und ihre Position werden hier konventionell mit LP I–II und FP I–IV bezeichnet.
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Anfangstexte der einzelnen Predigten
Abschrift des LP-Zitats (1797)
Abschrift des FP-Zitats (1783)
Ich führe hier bisweilen zur Bekräftigung und Erläuterung dieser Predigten Geschichten an, die ich bedeutenden Schriftstellern entnommen habe, und folge dabei unserem Gesetzgeber Jesus Christus, der seine göttliche Lehre nicht immer durch die Schriften des Alten Bundes bestätigte, nicht immer durch Wunder unterstützte, obwohl er dies häufig tat, wie er selbst sagte: Wenn ihr mir nicht glauben wollt, glaubt den Werken. Joh 10,38. Wenn ihr mir nicht glauben wollt, glaubt den Taten. Denn als jener himmlische Lehrer zum einfachen Volk sprach, das ihm in Scharen folgte, pflegte er seine gewöhnlichen Predigten durch Geschichten und Gleichnisse zu bekräftigen, weil diese den Verstand besser erhellen, besonders den Verstand ungebildeter und einfacher Menschen. Aber unt Parafialnu Pamokslu fanden sich überwiegend Bauern; daher musste man ihnen zur Erhellung ihrem Verständnis entsprechende Beispiele geben.
Ich führe hier bisweilen zur Bekräftigung und Erläuterung dieser Lehren Geschichten an, die bedeutenden Schriftstellern entnommen sind, und ahme darin unseren Gesetzgeber JESUS Christus nach, der seine göttliche Lehre nicht immer durch die Schrift des Alten Bundes bestätigte, nicht immer durch Wunder unterstützte, obwohl er dies häufig tat, wie er selbst sagte: Si mihi non vultis credere, operibus credite. (Joan: 10. v. 38.) Wenn ihr mir nicht glauben wollt, glaubt den Wundern. Als jedoch dieser himmlische Lehrer zum einfachen Volk predigte, das ihm in Scharen folgte, pflegte er seine gewöhnlichen Lehren durch Geschichten und Gleichnisse zu bestätigen, da diese den Verstand besser erhellen, insbesondere den Verstand einfacher und ungebildeter Menschen. Und da na Apostolskich Missyach sich bei den Apostolischen Missionen überwiegend Landvolk einfand, musste man es durch seinem Verständnis angemessene Beispiele erhellen. Nachdem ich mit unermesslicher Freude meines Herzens vielfältigen geistlichen Nutzen aus diesen Lehren erfahren hatte, beschloss ich, sie öffentlich bekannt zu machen, damit sie durch die Gnade des Herrn in den Seelen der Menschen wachsen könnten.
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Abschrift des LP-Zitats (1797)
Abschrift des FP-Zitats (1783)
Anfangstexte der einzelnen Predigten
Ich habe sie deshalb am Ende zusammengestellt, damit sie den Frommen und zugleich um ihr Seelenheil Besorgten Rat geben möge. Und allen möge sie helfen, die ewige Glückseligkeit bei Gott zu erlangen. Möge Gott dafür gedankt sein, wenn ich durch dieses Werk den Seelen der Menschen zur Erlösung Hilfe leiste; denn ich habe es zu keinem anderen Zweck verfasst als zur besonderen und einzigen Ehre Gottes und zum Heil eben jener durch das Blut des Herrn Jesus erlösten Seelen. LP I–II
Sie können anstelle der sonntäglichen Predigten verwendet werden Hochwürden Pfarrer, denn ich habe sie so abgefasst, dass auch der einfachste Mensch sie verstehen und begreifen, nach ihnen ein christliches Leben führen und erkennen kann, was uns GOTT in seinen Geboten gebietet und was er verbietet. Mit noch größerem Nutzen und leichter werden sie es für sich tun, wenn sie durch einen anderen Priester oder eine andere Person im Namen des Volkes diese Fragen an sich richten lassen und darauf als Lehrer und Ausleger des Willens des Herrn Gottes antworten. Und dies ist keine neue Sache, denn auf dieselbe Weise pflegt man auch in Rom und in anderen Ländern mit großem Nutzen für die Seelen die christlichen Lehren dem Volk zu verkünden. Gott werde ich unendlichen Dank schulden, wenn ich durch dieses mein Werk den Seelen der Menschen zum Heil verhelfe; ich gebe es zu keinem anderen Zweck heraus als zur besonderen und einzigen Ehre Gottes und zum Heil eben dieser durch das Blut Jesu erlösten Seelen. FP a2r–a2v
Abschluss der Predigtsammlungen
Dies wurde zu dem Zweck dargelegt, damit ich den Frommen und zugleich um ihr Seelenheil Besorgten hinsichtlich ihrer Erlösung Rat geben könne. Und allen möge es helfen, die ewige Glückseligkeit bei Gott zu erlangen. Ende. Zu größerer und größerer Ehre Gottes. Ad. M+D. Gloriam LP 308
Zu diesem Zweck wurde es übersetzt, damit es den Frommen und zugleich um ihr Seelenheil Besorgten Rat über ihre Erlösung gebe und allen helfe, die ewige Glückseligkeit bei Gott zu erlangen. Drugiey Części Missyi Apostolskiey ENDE. Zu größerer und größerer Ehre Gottes. [...] Ad M. D. Gl. B. V. M. OO. SS. PP. zu Ehren. FP 499; 502
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TABELLE 4. Gegenüberstellung der LP-Textpassagen mit den Ethnonymen lietuvis, lenkas und ihrer Entsprechungen in Fabianis Buch
Nummer der Predigt
Abschrift des LP-Zitats (1797)
Abschrift des FP-Zitats (1783)
Predigt 3
Doch durch die Gnade unseres Herrn Gottes in unserem Königreich Łynku, in dem der heilige katholische Glaube vorherrscht, haben wir keinen Grund, solche zweideutigen Worte zu gebrauchen [...] LP 19
Doch durch die Gnade des Herrn GOTTES in unserem Königreich Polßkim, in dem der heilige katholische Glaube vorherrscht, haben wir keinen Grund, solche zweideutigen Worte zu gebrauchen [...] FP 34
Solche Bücher Łynkißkamų Sprache sind noch im Umlauf, wie etwa Alberti Magni, Traumdeutung; süßes Ehejoch, Gespräch der Jungfrauen und Ähnliches [...] LP 20
Solche Bücher in polſkim Sprache sind noch im Umlauf, wie etwa Alberti Magni, Traumdeutung, süßes Ehejoch, Gespräch der Jungfrauen und Ähnliches [...] FP 36
Predigt 12
Ich sah es in einer bestimmten Stadt Łynku, wohin ich zur Entlassung eines Gefangenen gerufen worden war. LP 116
Ich sah es in einer bestimmten polnischen Stadt, wohin ich zur Entlassung eines Gefangenen gerufen worden war. FP 201
[...] ich nehme lediglich an, dass früher nicht die alten Łyn kay nach fremden Ländern zogen, um Verstand zu erlangen; sie sprachen nicht nur Łynriškay, und sie waren gegenüber fremden Völkern nicht feindselig; sie verstanden jene französischen, englischen Künste nicht, kämpften aber gut und verzehrten tapfer die Fabeln ihrer Feinde (davon zeugen die Geschichtsschreiber, nicht nur Łynkay, sondern auch fremde Länder) [...] LP 119
[...] ich meine nur: dass die alten Polacy früher nicht in fremde Länder reisten, um Verstand zu erlangen, nicht nur Polnisch sprachen, sondern Fremdvölkern feindselig waren, jene französischen, englischen Künste nicht beherrschten, aber gut und tapfer kämpften und die Fabeln ihrer Feinde verzehrten (davon zeugen die Geschichtsschreiber, nicht nur Polſcy, sondern auch ausländische) [...] FP 207
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Predigt 15
Denn es besteht ein großer Unterschied und eine Ungleichheit zwischen einem Sklaven und einem Untertanen Łynkusy rusu. Denn ein Sklave ist nichts anderes als jener Mensch, der keinerlei Macht und Freiheit besitzt. Der litauische Untertan Lietuwiszkas hingegen kann Eigentum besitzen, und niemand, auch nicht der Herr, kann es ihm wegnehmen; wenn er es ihm dennoch nimmt, tut er ihm Unrecht. LP 141
Denn groß ist der Unterschied zwischen einem Sklaven und einem Untertanen im Polfzcze an der Spitze. Denn ein Sklave ist nichts anderes als ein Mensch, der weder Eigentum noch Freiheit besitzt. Der polnische Untertan hingegen kann Eigentum besitzen, und niemand, auch nicht der Herr, kann es ihm wegnehmen; wenn er es ihm nimmt, tut er ihm Unrecht. FP 241
Es besteht ein großer Unterschied zwischen Sklave und Untertan, und zwar aus dem Grund, dass zwischen dem Sklaven und seinem Herrn weder Übereinkunft noch Vertrag oder irgendeine Vereinbarung besteht; zwischen den Untertanen Lietuwoy und ihren Herren und Erben besteht hingegen eine gegenseitige Übereinkunft, ein Vertrag und eine Vereinbarung, die zwar nicht sie selbst, sondern ihre Vorfahren mit ihren Herren getroffen haben. Denn unsere Untertanen Lietuwoy befinden sich in derselben Lage wie jene bei den Römern, die man Adscriptitii glebae nannte, das heißt, sie sind dem Boden zugeordnet. [...] Ebenso ist es mit unseren Lietuwoy Untertanen [...] LP 141
Groß ist der Unterschied zwischen Sklave und Untertan, und zwar aus dem Grund, dass zwischen dem Sklaven und seinem Herrn kein Vertrag und keine Vereinbarung besteht; die Untertanen im Polfzcze an der Spitze befinden sich jedoch in derselben Lage wie jene bei den Römern, die man adscriptitii glebae nannte, das heißt, sie sind dem Boden zugeordnet. [...] Dasselbe geschah im Polfzcze an der Spitze [...] FP 242
Zu Beginn waren die Untertanen in Lietuwoy verpflichtet, den Herren nur von den ihnen überlassenen Feldern Abgaben zu zahlen, wie aus den alten Lietuwiszku Verfassungen hervorgeht [...] LP 142
Zu Beginn waren die Untertanen in Polfzcze verpflichtet, den Herren nur für die ihnen überlassenen Grundstücke zu zahlen, wie sich aus den alten polnischen Verfassungen ergibt [...] FP 242
Predigt 26
Und bei uns gibt es in Łynkusy insgesamt zwei [...] Der zweite ist ein Vertrag, der Contractus Census genannt wird. Auf Litauisch: Geldzins, und wie man ihn allgemein nennt: Prowizya. LP 267
Und bei uns gibt es in Polfzcze allgemein zwei. [...] Der zweite ist ein Vertrag, der Contractus Census genannt wird, auf Polnisch: Geldzins, und wie man ihn allgemein nennt: Prowizya. FP 433; 434
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SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die festgestellte inhaltliche Übereinstimmung des ersten in Kiprijonas Lukauskas’ Manuskript von 1797 niedergeschriebenen Textbestands Pamokslas Isz Prisakimu Diewa Ape Pawinascias Giwenima Krikscioniską [...] mit den Texten des Buches von Karolis Fabiani, Missy apostolsk iey Część II. W ktorey się przekładaią nauki z przykaz an boskich o powinnościach życia chrześčioniškojo [...] (1783), ist zweifach zu bewerten. Einerseits ist die Erkenntnis, dass der Umfang der im 18. Jahrhundert original geschaffenen litauischen religiösen Schriften noch weiter schrumpft, nicht erfreulich. Die Analyse der Texte des hier erörterten LP-Teils zeigt, dass begründete Aussagen über Kiprijonas Lukauskas’ Autorschaft, seine schöpferischen Fähigkeiten, seine Belesenheit und seine missionarische Erfahrung (vgl. Lebedys 1976: 40; Tereškinas 1992: 144–145; 1996: 6) sowie über die Eigenart des Inhalts und der Ausdrucksweise der Predigten im ersten Teil dieses Manuskripts (Tereškinas 1992: 146–163) den Verdiensten des herausragenden polnischen Jesuitenpredigers Karolis Fabiani zugerechnet werden müssen. Andererseits erlaubt die festgestellte Übereinstimmung, die litauische religiöse Umwelt jener Zeit aus einer helleren Perspektive zu betrachten, die zumindest im Fall Lukauskas’ nicht mehr als „tragisches Problem des litauischen Kulturschaffenden jener Zeit“ bezeichnet werden kann (vgl. Tereškinas 1992: 141). Die wahre Herkunft des Textes hebt die aufklärerische Rolle der Klöster noch stärker hervor (vgl. Tereškinas, ebenda; Pacevičius 1998; 2005: 185) und zeigt die Modelle demokratischen Denkens, die sie dank der polnischen Schriftkultur einem weiteren litauischen Umfeld vermittelten (vgl. Lukšienė 1985: 82; Tunaitis 2004: 80; Mačiulytė 2005: 13–14; Pacevičius 2005: 61ff.). Diese Übereinstimmung erklärt auch das Fehlen eines Nachhalls davon, dass Lukauskas’ gelesene Predigten wirkungsvoll waren (der Ruf nach dem Ruhm der hier genannten Prediger Karolis Fabiani und Jurgis Ambroziejus Pabrėža verbreitete sich weit).
Die festgestellte Verbindung der Texte eines wichtigen Teils des LP-Manuskripts mit ihrem polnischen Original wird vermutlich neue Forschungen zu dieser Quelle anregen, die nicht nur den Einfluss des polnischen Originals sichtbar machen, sondern auch die diesem LP-Teil eigenen sprachlichen Merkmale erkennen lassen. Dies könnte vielleicht auch ermöglichen, den unterschiedlichen Grad der Autorschaft – Abschrift, Übersetzung, Kompilation – in anderen Teilen des von Lukauskas niedergeschriebenen Manuskripts zu klären.
QUELLEN UND IHRE ABKÜRZUNGEN
Fabijani Karol 1792: MISSYJ APOSTOLSKIEY CZĘŚĆ II. Wktórey się przekładaią NAUKI ZPRZYKAZAN BOSKICH O POWINNOŚCIACH życia CHRZEŚCIANSKIEGO [...] Powtórnie Mówione WYDRUKOWANE ROKU PANSKIEGO 1792. WKALISZU [...]. 650-seitige handschriftliche Abschrift F1–C173a, aufbewahrt in der Bibliothek der Universität Vilnius.
Fabijani Karol 1783: MISSYA APOSTOLSKA DO POKUTY I POWSTANIA Z GRZECHOW PROWADZĄCA. NA TRZY CZĘŚCI PODZIELONA. PRZEZ X. KAROLA FABIANIEGO KANONIKA KALISKIEGO, SZKÓL WYDZIAŁOWYCH ŁĘCZYCKICH KAZNODZIEJĘ NAPISANA,
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AN VERSCHIEDENEN ORTEN GESPROCHEN UND ZUM DRUCK VORGELEGT. ERSTER TEIL. Mit Genehmigung der Obrigkeit. in KALISZ, 1783. in der Druckerei seiner Hochfürstlichen Gnaden des PRIMAS, Erzbischofs von Gnesen. Online-Zugang: https://polona.pl/item/missya-apostolska-do-pokuty-i-powstania-z-grzechow-prowadzaca-na-trzy-czesci,MTM5MjMwNjU3/24.
FP – Fabiani Karol 1783a: Die apostolische Mission, die zu Buße und zur Erhebung aus den Sünden führt, in drei Teile gegliedert / von X. Karol Fabiani [...] verfasst, an verschiedenen Orten gesprochen. MISSYI APOSTOLSKIEY CZĘŚĆ II. W KTOREY SIĘ PRZEKŁADAJĄ NAUKI Z PRZYKAZAN BOSKICH O POWINNOŚCIACH ŻYCIA CHRZEŚCIAŃSKIEGO. PRZEZ X. KAROLA FABIANIEGO KANONIKA KALISKIEGO, SZKÓŁ WYDZIAŁOWYCH ŁĘCZYCKICH KAZNODZIEJĘ NAPISANE, PO RÓŻNYCH MISSYACH MOWIONE, I DO DRUKU PODANE. Mit Genehmigung der Obrigkeit. in KALISZ, 1783. in der Druckerei seiner Hochfürstlichen Gnaden des PRIMAS, Erzbischofs von Gnesen. Online-Zugang: https://polona.pl/item/missyi-apostolskiey-czesc-ii-w-ktorey-się-przekladaia-nauki-z-przykazan-boskich-o,MTM5MjMwNjY5.
LP – Lukauskas Kiprijonas 1797: Die in der Bibliothek der Universität Vilnius aufbewahrte handschriftliche Sammlung F1–D654, Pamokslas Isz Prisikimu Diewa Ape Pawinascias Gyvenima krikscioniszka, wurde in dem von Karaciejus Juozas herausgegebenen Buch, 1996: Kiprijonas Lukauskas, Pamokslai, Vilnius: Verlag für Wissenschaft und Enzyklopädien, veröffentlicht.
PWM – [Pabrėža Ambroziejus, geschrieben 1799–1834] Šepetytė Rita, Hrsg., 2020: Pamokslai vairingose materijose, sakyti Ambroziejaus Pabrėžos, Vilnius: Institut für die litauische Sprache.
ŠVŽŽ – Vanagienė Birutė 2015: Wörterbuch der nordwestlichen Žemaiten (P–Ž). Mundarten der Umgebungen von Ylakiai, Lenkimai, Mosėdis, Skuodas und Šatės, Vilnius: Institut für die litauische Sprache.
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Biržiška Vaclovas, [1963] 1990: Aleksandrynas 2: XVIII–XIX amžiai, 2-asis fotografuotas leidimas, Vilnius: Lietuvos kultūros fondas.
Bogušis Vytautas 1996: Iš „Pamokslų“ rengimo istorijos ir archyvų. – Kiprijonas Lukauskas Pamokslai, par. J. Karaciejus, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla, 14–17.
Estreicher Karol 1898: Bibliografia Polska 16, Kraków: Drukarnia uniwersitetu Jagiellońskiego.
Gidžiūnas Viktoras 1994: Jurgis Ambraziejus Pabrėža, Vilnius, Roma: Lietuvių katalikų mokslo akademija.
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Kaczmarek Roman 1948: Fabiani Karol (1716–1786). – Polski Słownik Biograficzny 6, Krakow: Drukarnia uniwersytetu Jagiellońskiego, 336–337.
Kar aciejus Juozas 1996: Kelios pastabos dėl K. Lukausko „Pamokslų“ kalbos. – Kiprijonas Lukauskas Pamokslai, par. J. Kar aciejus, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla, 18–20.
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Lukšienė Meilė 1985: Demokratinė ugdymo mintis Lietuvoje, Vilnius: Mokslas.
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Pacevičius Arvydas 1998: Lietuvos bernardinų provincija ir vienuolynai Žemaitijoje XIX a. pirmoje pusėje. – Žemaičių praeitis 8, 56–65. Prieiga internete: https://zemaitiuzeme.lt/aktualijos/vienuolynai-zemaitijoje/.
Pacevičius Arvydas 2005: Vienuolynų bibliotekos Lietuvoje 1795–1864 metais: dingęs knygos pasaulis, Vilnius: Versus Aureus.
Pacevičius Arvydas 2010: Jurgis Ambra ziejus Pabrėža. – Visuotinė lietuvių enciklopedija 17 (Ona–Perizonijus), Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos centras, 202–203. Prieiga internete: https: www.vle.lt/straipsnis/jurgis-ambra ziejus-pabreza/ [žiūrėta 2022–03–27].
Pajėdienė Jūratė 2021: Pamokslai vairingose materijose, sakyti Ambroz iejaus Pabrėžos, parengė Rita Šepetytė, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2020, 816 p. [recenzija]. Lietuvių katalikų mokslo akademijos metraštis 44, 369–374.
Pajėdienė Jūratė 2022 (rengiama spaudai): Jurgio Ambroz iejaus Pabrėžos (1771–1849) pamokslai apie 8-ąjį Dievo prisakymą. – Vertybės lietuvių ir lenkų kalbų pasaulėvaizdyje 3. Praeitis ir dabartis kalboje ir kultūroje.
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Page 20Apie Kiprijono Lukausko surašyto Pamokslo Išz Prisikimu Diewa [...] (1797) atitiktį Karolio Fabiani Missyi Apostolskiey Część II (1783) tekstams
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On the Correspondence between Pamokslas Išz Prisikimu Diewa [...] (1797) by Kiprijonas Lukauskas and the Texts from the Book Missyi Apostolskiey Część II (1783) by Karol Fabiani
SUMMARY
The article discusses the structure of Pamokslai by Kiprijonas Lukauskas (1757–1815) (Karacieјus, ed., 1996), which has been considered an original work until now, and the new authorship of some of the texts from this manuscript, which has recently come to
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light. The correspondence between the main part of the manuscript entitled Pamokslas Įsz Prisakimu Die[w]a Ape Pawinascias Giwenima Krikscioniska [..] (I–II; p. 1–310) and the texts from the book MISSYȦR APOSTOLSKIEY CZĘŚĆ II. W KTOREY SIĘ PRZEKŁADAJĄ NAUKI Z PRZYKAZAN BOSKICH O POWINNOSCIACH ŻYCIA CHRZEŚCIAŃSKIEGO [...] (1783) by Karol Fabiani is unquestionable. It is likely that the established link between an important part of the texts from Lukauskas’ manuscript and their Polish original will promote further research of this source, enabling us to see both the influence of the Polish original and the features specific to the text of this part. Perhaps it will also enable us to determine a different level of authorship of the transcript, translation and compilation in the other (p. 311–407) parts of the manuscript written by Lukauskas.
Įteikta 2022 m. kovo 27 d.
JŪRATĖ PAJĖDIENĖ
Lietuvių kalbos institutas
Petro Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius, Lietuva
[email protected]
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