Page 1doi.org/10.35321/term26-06
Pronominale Formen in der Terminologie der Makroökonomie: Gebrauchsmuster und Ursachen für Schwankungen
RAMUNĖ VASKE LAITĖ
Institut für Litauische Sprache
Z U S A M M E N F A S S U N G
Obwohl bei der Festlegung der Gebrauchsnormen für pronominale Formen (im Folgenden PF) häufig die Auffassung vertreten wird, dass PF in der Terminologie unbedingt zu verwenden seien, hat die Autorin dieses Beitrags festgestellt, dass sie auch in der Terminologie unregelmäßig gebraucht werden; der vorliegende Artikel untersucht ihren Gebrauch zur Bezeichnung von Termini weiter. Gebrauchsmuster und Ursachen für Schwankungen werden anhand der Terminologie der Makroökonomie untersucht, eines Teilgebiets der Wirtschaftstheorie, und zwar anhand von Makroökonomielehrbüchern für Hochschulen. Durch den Vergleich des PF-Gebrauchs auf intertextueller und Textebene sollen objektive Faktoren ermittelt werden, die Schwankungen beim Gebrauch von PF in Termini bedingen. Zugleich wird auch ein subjektiver Faktor berücksichtigt: die unterschiedliche sprachliche Qualität der Lehrbuchausarbeitung.
SCHLÜSSELWÖRTER: pronominale Formen, komplexer Terminus, untergeordnetes Glied.
Z U S A M M E N F A S S U N G
Obwohl bei der Festlegung der Gebrauchsnormen für pronominale Formen (im Folgenden PF) häufig die Auffassung vertreten wird, dass PF in der Terminologie unbedingt zu verwenden seien, hat die Autorin des Artikels festgestellt, dass PF auch in der Terminologie unregelmäßig gebraucht werden; der vorliegende Artikel untersucht ihren Gebrauch in der Terminologie weiter. Gebrauchsmuster und Ursachen für Schwankungen werden anhand der Terminologie der Makroökonomie untersucht, eines Teilgebiets der Wirtschaftstheorie, und zwar anhand von Makroökonomielehrbüchern für Hochschulen. Durch den Vergleich des PF-Gebrauchs auf intertextueller und Textebene sollen objektive Faktoren ermittelt werden, die Schwankungen beim Gebrauch von PF in Termini bedingen. Zugleich wird auch ein subjektiver Faktor berücksichtigt: die unterschiedliche sprachliche Qualität der Lehrbuchausarbeitung.
SCHLÜSSELWÖRTER: pronominale Formen, komplexer Terminus, untergeordnetes Glied.
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Page 2EINLEITENDE BEMERKUNGEN.
PRONOMINALFORMEN IN DER TERMINOLOGIE
Die pronominalen Formen (im Folgenden PF) der litauischen Sprache bereiten sowohl den Vertretern diachronischer als auch synchronischer Sprachforschung bis heute viele Schwierigkeiten. So gelangen die Sprachhistoriker offenbar zu keiner gemeinsamen Auffassung darüber, ob das *io-Pronomen, mit dem sie gebildet wurden, anaphorisch oder relativisch war – und entsprechend darüber, ob die pronominalen Adjektive als Mittel zum Ausdruck von Determination entstanden und ihrer Herkunft nach den Artikeln der indoeuropäischen Sprachen entsprechen, die eine definierende Funktion erfüllen, oder ob sie vielmehr zur Hervorhebung des bezeichneten Gegenstands – zur Emphase – entstanden sind (z. B.: Valeckienė 1986; 1990; Rosinas 1975; 2009: 237–241)1. In den Grammatiken werden sowohl die definierende als auch die hervorhebende Bedeutung anerkannt (LKG 1965: 505–510; DLKG 1997: 174–175), doch bei Untersuchungen auf grammatischer Ebene neigt man zunehmend dazu, PF ausschließlich als Mittel zum Ausdruck von Definitheit zu erklären (Holvoet, Tamulionienė 2006; Mikulskas 2006; Spraunienė 2008a, b; 2011); dennoch ist es nach wie vor recht schwierig zu erklären, warum PF im Litauischen so unregelmäßig verwendet werden. In terminologischen Arbeiten wird dieses Problem jedoch nicht erörtert, weshalb der Eindruck entstehen könnte, dass es in diesem Bereich keine Probleme mit PF gibt. Dieser Eindruck ist allerdings nur oberflächlich.
Erstens wird bei der Untersuchung der Terminologie eines bestimmten Fachgebiets bisweilen darauf hingewiesen, dass unter anderem auch der Gebrauch von PF darin schwankt (z. B.: Andriuškaitė 2000: 73; Umbrasas 2002: 87; 2003: 69; 2004: 109; Kaulakienė 2002: 73; 2006: 93). Zwar wird diese Tatsache nur selten ausdrücklich benannt, doch entspricht sie der kodifizierten Norm, nach der Termini ausschließlich mit PF verwendet werden sollen (Pupkis 1980: 136; Piročkinas 1990: 86; KKP 1998: 123; KP 2002: 26; Šukys 2003: 113; Paulauskienė 2004: 204). Allerdings wird nur diese Tatsache selten benannt; unabhängig davon, unter welchem Aspekt zusammengesetzte Termini untersucht werden, werden gewöhnlich Beispiele angeführt, aus denen hervorgeht, dass adjektivische oder partizipiale Bestandteile von Termini auch mit einfachen Formen ausgedrückt werden (z. B.: Kazlauskaitė 2004: 216; Mitkevičienė 2006: 141; Zemlevičiūtė 2014: 164). Damit wird indirekt gezeigt, dass PF auch in der Terminologie unregelmäßig gebraucht werden; diese Tendenz zur Unregelmäßigkeit entspräche eher der in Forschungs- und Beschreibungsarbeiten festgestellten Tendenz zum Schwund von PF in den Dialekten (Valeckienė 1957: 301–304; LKG 1965: 513; DLKG 1997: 177) oder allgemein zum Schwund (Paulauskienė, Tarvydaitė 1986: 138; Paulauskienė 1994: 222–223).
1 Eine ausführliche Übersicht über die Untersuchungen zur Herkunft der pronominalen Adjektive, die sich der einen oder anderen Theorie zuwandten, findet sich im Artikel von A. Valeckienė (1857).
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Įvardžiuotinės formos makroekonomikos terminijoje: vartojimo dėsningumai ir svyravimų priežastys
Page 3Zweitens wirft nicht nur die Regelmäßigkeit des Gebrauchs Fragen auf. Das Schwanken zwischen pronominalen und nichtpronominalen Formen (im Folgenden NF) in der Terminologie wird meist als Ausdruck von Varianten (z. B.: Umbrasas 2004: 109; Kaulakienė 2006: 93) oder als Varianten (z. B.: Andriuškaitė 2000: 73; Kaulakienė 2002: 73) bezeichnet. So sagt Angele Kaulakienė ausdrücklich, dass solche adjektivischen oder partizipialen klassifizierenden Bestandteile zusammengesetzter Termini, von denen einige mit PF, andere mit NF ausgedrückt werden, als Varianten bezeichnet werden können (Kaulakienė 2002: 73). In gleich drei 2004 erschienenen Artikeln der Terminologijos werden solche Fälle jedoch als Pseudovarianten bezeichnet (Mitkevičienė 2004: 136; Umbrasas 2004: 109; Zemlevičiūtė 2004: 97). Das heißt, dass PF in der Terminologie auch die Frage aufwerfen, wie das Phänomen zu benennen ist. Das Element pseudo– bedeutet jedoch Uneigentlichkeit, Scheinbarkeit; dies deutet darauf hin, dass die Frage nicht nur die Benennung des Phänomens, sondern auch dessen Bewertung betrifft. Die kurzen Anmerkungen, die bei der Verwendung des Terminus pseudovariantai gegeben werden, bestätigen dies: „Pronominale und einfache Formen können theoretisch nicht als Varianten gelten, da es sich im Sprachsystem um sprachliche Einheiten mit unterschiedlicher Bedeutung handelt“ (Mitkevičienė 2004: 136). Wie sich zeigt, werden PF deshalb als unechte Varianten angesehen, weil man sie theoretisch entsprechend auffasst, genauer gesagt, weil man einen theoretischen Bedeutungsunterschied erkennt, der der Tendenz widerspricht, in der Terminologie Termini, die sich lediglich im Ausdruck unterscheiden, als Varianten zu betrachten (Mitkevičienė 2004: 121–124; Stunžinas 2008: 111–112; Stankevičienė 2012: 22; Zemlevičiūtė 2012; Sirvidienė 2015).
Įvardžiuotinių būdvardžių vartoseną išsamiai tyrusi Adelė Valeckienė (1957) iš tikrųjų yra skyrusi specialias įvardžiuotinių būdvardžių reikšmes, o ir Lietuvių kalbos gramatikoje (toliau – LKG) pasakyta: „Įvardžiuotiniai būdvardžiai turi specifines reikšmes ir savo vartosena skiriasi nuo paprastųjų“ (LKG 1965: 505). Vis dėlto ne visi morfologai esminį reikšmės skirtumą yra linkę pripažinti: „Jeigu tarp paprastųjų ir įvardžiuotinių būdvardžių būtų didelis (esminis) reikšmės skirtumas, tai nebūtų bendrine kalba kalbančių žmonių, galinčių išsiversti be įvardžiuotinių būdvardžių, o dabar tie, kurie kilę iš įvardžiuotinių būdvardžių nevartojančių tarmių, ir kalbėdami bendrine kalba be jų išsiverčia, tuo prisidėdami prie įvardžiuotinių būdvardžių nykimo apskritai“ (Paulauskienė 1994: 222). ĮF vertinant kaip apibrėžtumo raiškos priemonę, reikšmės skirtumo klausimas vėlgi būtų sprendžiamas kitaip. Štai Dabartinės lietuvių kalbos gramatikoje (toliau – DLKG) teigiama, kad ir ĮF, ir NF žymi daikto ypatybę, tik ĮF ne tik ją žymi, bet ir nurodo, kad daiktas yra žinomas (DLKG 1997: 174). Tačiau teorinė ĮF traktuotė veikiausiai remiamasi ir ĮF besiskiriančius terminus
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Page 4und als Varianten betrachtet. In Morphologielehrbüchern gelten PF nämlich üblicherweise als morphologische Kategorie des Adjektivs und werden zusammen mit dessen anderen Kategorien, beispielsweise Genus und Numerus, behandelt (Paulauskienė 1983: 207–213; 1994: 198–232)2, während Termini, die sich im Genus oder Numerus unterscheiden, in der Terminologie als Varianten angesehen werden (Stunžinas 2008; Zemlevičiūtė 2012). Wird in der Beschreibung der morphologischen Sprachebene eine Definitheitskategorie unterschieden, so wird auch sie im Kapitel zum Adjektiv behandelt und als Adjektivkategorie aufgefasst (DLKG 1997: 168–177), obwohl die Unterscheidung dieser Kategorie allein auf der Grundlage der pronominalen und nichtpronominalen Adjektivformen kritisiert worden ist3. In einer gesonderten Arbeit zu grammatischen Kategorien wird Definitheit bereits als morphosyntaktische Kategorie beschrieben (Judžentis 2012: 99). All dies würde darauf hindeuten, dass die grammatische Einordnung von PF nicht sehr klar ist und dass das Schwanken zwischen den Termini variantai und pseudovariantai diese Unklarheiten wahrscheinlich widerspiegelt. Letzterer Terminus wird jedoch nur in dieser einen Ausgabe der Terminologijos verwendet; diese Tatsache könnte auch darauf hindeuten, dass der Terminus durch irgendwelche subjektiven Faktoren bedingt ist, etwa durch die redaktionelle Bearbeitung der Ausgabe, ihre Druckvorbereitung oder Ähnliches.
Drittens finden sich in einigen terminologischen Arbeiten zum Gebrauch von PF normative Anmerkungen, die ebenfalls auf einen gewissen Widerspruch hinweisen. So vertrat Kazimieras Gaivenis die Ansicht, dass es oft nicht leicht sei festzustellen, ob ein Terminus PF erfordere, obwohl PF für die Terminologie generell notwendig seien: „Pronominale Formen sind in der Terminologie nur dann unnötig, wenn das klassifizierende Attribut seinerseits ein adverbiales Attribut hat“ (Gaivenis 1995: 8). Andere Terminologen weisen jedoch darauf hin, dass PF in der Terminologie nicht in allen Fällen erforderlich oder gar notwendig sind (Keinys 2004: 81), oder dass PF in der modernen Terminologie mitunter übermäßig beliebt sind (Umbrasas 2002: 87). Demnach wird die Notwendigkeit von PF in der Terminologie selbst unter Terminologen unterschiedlich beurteilt; noch deutlicher würden die Widersprüche, wenn man diese Aussagen mit den Aussagen vergleicht, die im Hinblick auf allgemeine Normen für den Gebrauch von PF formuliert werden. Wie bereits erwähnt, neigen Letztere zu der Auffassung, dass jeder Terminus mit PF zu kennzeichnen sei: „Pronominale Formen sind ein notwendiges Kennzeichen zusammengesetzter Termini (mit Ausnahme jener Wörter,
2 In A. Paulauskienės Lietuvių kalbos morfologijoje werden die kongruierenden Kategorien des Adjektivs (Genus, Numerus, Kasus) und die inneren grammatischen Kategorien des Adjektivs (PF, genuslose Form, Steigerungsformen) unterschieden (Paulauskienė 1994: 198–200).
3 A. Paulauskienė kritisierte die Gleichsetzung der Kategorie der Definitheit/Indefinitheit mit der Opposition zwischen einfachen und pronominalen Adjektiven, weil diese Opposition sowohl auf der Ebene der Lexeme als auch auf der Ebene der grammatischen Formen sichtbar ist (Paulauskienė 1994: 225); bei der Entwicklung eines anderen als des für die traditionelle litauische Sprachwissenschaft typischen Verständnisses der Nominalphrase wurde zudem die Auffassung vertreten, dass es sich nicht um eine Kategorie des Adjektivs, sondern der Nominalphrase handelt (Holvoet, Tamulionienė 2006: 12).
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Page 5die keine pronominale Form haben können, z. B. Adjektive mit dem Suffix -inis). Selbst wenn die Form eines adjektivischen Wortes bereits selbst eine Hervorhebung ausdrückt, muss der Terminus eine pronominale Form aufweisen. So heben die markierten Komparativ- und Superlativformen bereits eine Eigenschaft gegenüber anderen hervor, doch in Termini finden wir nur vyresnysis inžinierius, aukščiausiasis teismas usw.“ (Pupkis 1980: 136); „Einfache Formen eignen sich weder zur Bezeichnung einer Art noch zur Bildung von Termini“ (KKP 1998: 123); „Daher ist folgende Regel einzuhalten: Kann ein Adjektiv oder ein anderes Wort eine pronominale Form haben, so ist in der Terminologie ausschließlich die pronominale Form geeignet, ohne jegliche Ausnahme“ (Paulauskienė 2004: 204). Aus einem in Kalbos kultūroje veröffentlichten Artikel geht hervor, dass die Terminologin A. Kaulakienė diesen Gedanken zuerst mit Blick auf Terminologiewörterbücher vorgebracht hat. Nachdem sie die allgemeinen Besonderheiten des Gebrauchs von pronominalen Adjektiven zur Bezeichnung von Arten erörtert hatte, vertrat sie in einem 1973 veröffentlichten Artikel die Auffassung, dass diese Besonderheiten in der Terminologie noch stärker zum Ausdruck kommen sollten; daher sollten bei der Erstellung von Terminologiewörterbüchern, Registern usw. (in denen nahezu alle Artbezeichnungen aufgeführt werden) überall ausschließlich pronominale Adjektive verwendet werden. Dieser Vorschlag beruhte auf dem Bestreben nach Systemhaftigkeit: Eine solche Verwendung „würde zur Systemhaftigkeit der Termini beitragen, die gewöhnlich die Verknüpfung der entsprechenden Begriffe widerspiegelt. Andererseits ließe sich so eine Variation vermeiden, die in Terminologiewörterbüchern unerwünscht ist“ (Kaulakienė 1973: 30–31). Zum Gebrauch pronominaler Formen in Texten artbezeichnenden Charakters heißt es, dass Wortverbindungen mit nichtpronominalen Formen verwendet werden sollten, wenn nicht die Art der Gegenstände oder Erscheinungen hervorgehoben, sondern ihre Eigenschaften oder Qualität angegeben werden sollen; wenn dagegen eine abgrenzende, d. h. terminologische Bedeutung ausgedrückt werden soll, sollten auch in Texten pronominale Formen verwendet werden (Kaulakienė 1973: 31).
Wie sich dem Artikel entnehmen lässt, wird von einer Artbedeutung ausgegangen, und um die Systemhaftigkeit der Termini zu gewährleisten, neigt man dazu, die sprachliche Besonderheit, dass die PF eine Art kennzeichnen, als universelles Prinzip der Terminuskennzeichnung anzusehen. A. Valeckienė, die die Artbedeutung als eine Unterart der bestimmten Bedeutung, die später in definierende Bedeutung umbenannt wurde (Valeckienė 1986; 1998; DLKG 1997: 174–175),4 hatte sich zur Verwendung der PF in der Terminologie lediglich wie folgt geäußert: „Da Artattribute meist irgendwelche individuellen, für eine Gruppe von Gegenständen charakteristischen …“
4 A. Valeckienės (1997) straipsnyje, kur pateikiama išsami įvardžiuotinių būdvardžių klasifikacija, pirmiausia skiriama pabrėžiamoji ir pažymimoji reikšmė. Pastarosios nurodomi du porūšiai – nurodomoji ir išskiriamoji reikšmė, o tada atskirai aptariamas išskiriamosios reikšmės reiškimas išskiriamaisiais pažyminiais ir jos reiškimas rūšiniais pažyminiais. Panaši klasifikacija perkelta ir į LKG, tik rūšinės reikšmės žymėjimas kaip pažymimosios reikšmės porūšis čia skiriamas tiesiogiai: skiriamas daiktų rūšies žymėjimas, daiktų nurodymas ir daiktų išskyrimas (LKG 1996: 505–510). DLKG pažymimoji reikšmė pervadinama į apibrėžiamąją, o rūšies reiškimas vėl labiau susiejamas su išskyrimu: kaip apibrėžtumo reiškimo būdą išskyrus išskyrimą, pasakoma, kad įvardžiuotiniai būdvardžiai su tam tikrais pažymimaisiais žodžiais reiškia daiktų rūšį (DLKG 1997: 174–175).
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Page 6verallgemeinerte Eigenschaften ausdrücken und zusammen mit dem Bezugswort die Bezeichnung dieser Gruppe bilden, werden mit solchen pronominalen Adjektiven sehr häufig Termini gebildet, z. B. Termini der Sprachwissenschaft“ (Valeckienė 1957: 186). Diese Aussage wurde auch in die LKG (1965: 507) und später in die DLKG (1997: 174) übernommen5. Sowohl im Artikel von A. Valeckienė als auch in der LKG werden drei Arten genannt, Gegenstände durch artbezeichnende Attribute zu definieren: 1) die Hervorhebung eines Gegenstands durch einen höheren Grad (ein größeres Ausmaß) der Eigenschaft; 2) die Gegenüberstellung unterschiedlicher Eigenschaften, d. h. die Abgrenzung eines Gegenstands von einem anderen ähnlichen Gegenstand durch eine Eigenschaft, die der Eigenschaft des anderen Gegenstands entgegengesetzt ist; 3) die Hervorhebung eines Gegenstands durch eine individuelle, spezifische Eigenschaft, die anderen Gegenständen derselben Art nicht eigen ist (Valeckienė 1957: 176–183; LKG 1965: 505–506). Der Artikel von A. Kaulakienė zeigt, dass all diese Arten der Artkennzeichnung auch in der Terminologie erkennbar sind und dass aufgrund des Unterschieds zwischen Artkennzeichnung und Eigenschafts- oder Qualitätskennzeichnung vorgeschlagen wird, Termini mit pronominalen Formen zu kennzeichnen. Doch nicht in allen Arbeiten wird gerade dieser Unterschied als Kriterium hervorgehoben. So verweist K. Gaivenis auf den Gegensatz zwischen Vorübergehendem und Dauerhaftem: gyvenamasis namas (Wohnhaus) kann zu einem bestimmten Zeitpunkt unbewohnt sein, wird aber dennoch gyvenamuoju namu genannt; niemand muss jetzt gerade das Wasser trinken, aber es bleibt dennoch geriamasis vanduo (Trinkwasser), d. h. Wasser von bestimmter Qualität (Gaivenis 1995: 8)6. Im Allgemeinen werden jedoch, wenn vorgeschlagen wird, Termini mit pronominalen Formen zu kennzeichnen, oder wenn Zweifel an der Notwendigkeit dieser Kennzeichnung geäußert werden, meist keine Kriterien formuliert.
Auch Ausnahmen vom Gebrauch pronominaler Formen werden nicht ausdrücklich genannt. Lediglich in Kalbos patarimuose wird darauf hingewiesen, dass pronominale Formen in zusammengesetzten Termini zur Bezeichnung einer abgrenzenden Eigenschaft eines Gegenstands nicht zusammen mit den Suffixen –(ut)inis, -ė, –(ur)inis, -ė verwendet werden (KP 2002: 26–27). Die Autorin dieses Artikels hat jedoch auf indirekt vorgesehene Ausnahmen hingewiesen, die sich aus der Darstellung einer Bedeutungsklassifikation ergeben (Vaskelaitė 2016). In dieser Klassifikation wird die Artbedeutung als Unterart der definierenden Bedeutung oder als eine Weise des Ausdrucks von Bestimmtheit angesetzt; bei der Erörterung der definierenden Bedeutung oder der Bestimmtheit werden gewöhnlich Fälle der Neutralisierung des Gegensatzes zwischen pronominalen und nichtpronominalen Formen genannt: dass in Dialekten pronominale Formen nicht zu Adjektiven im Superlativ hinzugefügt werden; dass pronominale Formen bestimmte Suffixe nicht aufweisen, beispielsweise Ableitungen mit dem Suffix –iškas und Adjektive in übertragener Bedeutung; und dass der Gegensatz zwischen pronominalen und nichtpronominalen Formen generell
5 A. Valeckienė ist die Verfasserin des Adjektivkapitels beider Grammatiken, in dem auch die pronominalen Formen behandelt werden.
6 Auf diesen Gegensatz hat auch Arnoldas Piročkinas hingewiesen: „Im ersten Fall kann die Eigenschaft auch zufällig und vorübergehend sein, im zweiten Fall ist sie dagegen dauerhaft und wesentlich. Deshalb sind pronominale Formen bei der Bildung von Termini zu verwenden, indem dem Grundsubstantiv ein Attribut hinzugefügt wird, das eine wesentliche Eigenschaft ausdrückt, wie in der Wendung greitasis traukinys (Schnellzug)“ (Piročkinas 1990: 86).
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Page 7nėra ryški ir nuosekli (LKG 1965: 511–512; Valeckienė 1986: 171–172; DLKG 1997: 175). Logiškai samprotaujant, jei jau rūšies žymėjimas yra vienas iš apibrėžiamosios reikšmės ar apibrėžtumo reiškimo būdų, tai pogrupiui neturėtų būti svetimi grupės polinkiai. O vienas neutralizacijos atvejis, būtent polinkis tarmėse ĮF nereikšti labai specifinės reikšmės išskiriamųjų ir rūšinių pažyminių, galinčių vien savo leksine reikšme išskirti daiktus (juodas pūdymas, kanapėta višta), su rūšine reikšme susiejamas ir tiesiogiai (Valeckienė 1957: 303; LKG 1965: 511; DLKG 1997: 175).
Aus diesem Überblick geht hervor, dass pronominale Formen auch in der Terminologie Probleme aufwerfen; der Eindruck, dass hier keine Probleme bestehen, entsteht deshalb, weil solche Fragen nicht untersucht werden. Nach Kenntnis der Autorin dieses Artikels gibt es keinen einzigen Artikel aus dem Bereich der Terminologie, dessen unmittelbarer Gegenstand der Gebrauch pronominaler Formen in der Terminologie wäre. In dieser Arbeit wird versucht, diesen Gegenstand zu untersuchen. Zwar hat sich die Autorin des Artikels bereits ansatzweise damit befasst, jedoch nur unter normativem Gesichtspunkt – mit dem Ziel festzustellen, inwieweit der tatsächliche Sprachgebrauch und die kodifizierte Norm übereinstimmen (Vaskelaitė 2016). Eine Untersuchung des Gebrauchs pronominaler Formen in wirtschaftswissenschaftlichen Artikeln und in kontextfreien Terminologieverwendungsumgebungen, d. h. in Wirtschaftsterminologiewörterbüchern und Glossaren von Rechtsakten, zeigte in dem in Bendrinėje kalboje veröffentlichten Artikel, dass pronominale Formen zumindest in der Wirtschaftsterminologie unregelmäßig verwendet werden; zudem wurden mögliche Zusammenhänge zwischen dieser Unregelmäßigkeit und der Kodifizierung erkannt. Zugleich wurde der Schluss gezogen, dass der Gebrauch pronominaler Formen weiter untersucht werden muss; als ein möglicher Faktor für ihre Nichtverwendung wurde der Einfluss des Kontexts genannt. Die Untersuchung wird also anhand von Material fortgesetzt, das den Kontext einbezieht; im vorliegenden Artikel liegt der Schwerpunkt jedoch nicht mehr auf dem Verhältnis zwischen Sprachgebrauch und Norm, sondern auf den Regelmäßigkeiten des Gebrauchs pronominaler Formen in der Terminologie und den Ursachen seiner Unregelmäßigkeit. Genauer gesagt soll bei der Untersuchung der Gebrauchsmuster geklärt werden, wodurch Schwankungen im Gebrauch pronominaler Formen in der Terminologie und ihre Nichtverwendung bedingt sein können.
BESONDERHEITEN DES UNTERSUCHUNGSMATERIALS UND METHODE
Wie bereits im vorherigen Artikel wird der Gebrauch von PF anhand der Terminologie der Wirtschaftswissenschaft untersucht; der Untersuchungsbereich wird jedoch enger gefasst – berücksichtigt werden nur makroökonomische Termini und Texte eines einzigen Genres, nämlich Makroökonomielehrbücher für Hochschulen.
Die Bezeichnung makroekonomikos vadovėliai ist allerdings in gewissem Maße bedingt. Obwohl der Makroökonomiekurs an Hochschulen gewöhnlich separat unterrichtet wird, sind Makroökonomie und Mikroökonomie Bestandteile der Wirtschaftstheorie
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Page 8und können daher auch in einem gemeinsamen Lehrbuch der Wirtschaftstheorie behandelt werden. Wurden auch solche Lehrbücher als Quellen herangezogen, so wurde jeweils der Teil ausgewählt, in dem Makroökonomie behandelt wird. Der Einfachheit und Kürze halber wird die zusammenfassende Bezeichnung vadovėliai verwendet, sofern es nicht darauf ankommt, den Verwendungsbereich des Terminus hervorzuheben. Ausgewählt wurden acht Lehrbücher (sie sind alle im Quellenverzeichnis aufgeführt), von denen sechs von unterschiedlichen Autorinnen und Autoren verfasst wurden. Zwei weitere Lehrbücher derselben Autorinnen und Autoren wurden herangezogen, um die Hypothese der Verfasserin zu überprüfen, dass auch das Niveau der sprachlichen Redaktion oder der Textaufbereitung den Gebrauch von PF beeinflussen kann. Alle Lehrbücher wurden vergleichsweise kürzlich veröffentlicht – im vergangenen Jahrzehnt oder den letzten zwanzig Jahren; das älteste stammt aus dem Jahr 1997.
Die Lehrbuchautorinnen und -autoren beschreiben die Makroökonomie als Teil der Wirtschaftstheorie, der sich mit der Wirtschaft (dem Wirtschaftsleben, dem Wirtschaftssystem) als Ganzem befasst, und grenzen sie auf dieser Grundlage von der Mikroökonomie ab, die das Verhalten einzelner Wirtschaftssubjekte und den Marktmechanismus untersucht. In Makroökonomielehrbüchern werden das Bruttonationaleinkommen und das Bruttoinlandsprodukt als die wichtigsten makroökonomischen Messgrößen behandelt sowie Themen wie das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht, Arbeitslosigkeit, Inflation, Geldpolitik (monetäre Politik) und Wirtschaftspolitik (Fiskalpolitik), Geld und Banken, internationaler Handel und Wechselkurse. Die Gemeinsamkeit dieser Themen ermöglicht es, Übereinstimmungen oder Schwankungen im Gebrauch von PF zwischen Texten zu beurteilen. Einige Lehrbücher enthalten auch jeweils ein Kapitel zur Entwicklung der Wirtschaftstheorien; ein solches Kapitel ist jedoch nicht für alle Lehrbücher typisch, weshalb dessen Terminologie nicht berücksichtigt wird.
Die Entscheidung für zusammenhängende Texte ist in erster Linie vom Bestreben geleitet, die Funktionsweise der Termini im Text zu bewerten. Ein Lehrbuch ist ein vielseitiger Text: Darin werden Begriffe nicht nur definiert, sondern auch ausführlich erläutert, wodurch sowohl Tendenzen bei der Auswahl von Termini zur Benennung der Begriffe als auch bei deren Verwendung im Text sichtbar werden.
Da mehrere Lehrbücher ausgewählt werden, wird der Gebrauch von PF erwartungsgemäß nicht nur auf Textebene, sondern auch textübergreifend untersucht. Genauer gesagt werden, nachdem auf textübergreifender Ebene ermittelt wurde, bei welchen Termini die Nebenbestandteile in den Lehrbüchern tendenziell ausschließlich als PF oder NF und bei welchen unterschiedlich wiedergegeben werden, solche Fälle auf Textebene untersucht. Die durchgeführte Analyse sollte dennoch nicht als herkömmliche Variationsuntersuchung verstanden werden, denn erstens verfolgt sie nicht dieses Ziel. Die Verfasserin hat bereits gezeigt, dass der Gebrauch von PF auf textübergreifender Ebene erheblich schwankt; im vorliegenden Artikel geht es nicht darum, diese Schwankungen zu quantifizieren, sondern ihre Ursachen zu ermitteln. Zweitens müsste man bei einer Variationsuntersuchung zunächst zwischen den Termini
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Page 9variantai ir pseudovariantai wählen, um den Untersuchungsgegenstand zu benennen. Nach Ansicht der Verfasserin sollte die Frage der Benennung anhand des tatsächlichen und nicht des theoretischen Bedeutungsunterschieds entschieden werden; wie groß dieser Unterschied ist, kann sich jedoch erst nach der Analyse zeigen.
VERWENDUNG AUF INTERTEXTUELLER EBENE
Bei der Untersuchung, ob PF auf intertextueller Ebene in Termini gekennzeichnet werden, richtet sich der Blick auf Termini, die grundlegende makroökonomische Konzepte bezeichnen. Dass es sich um solche handelt, zeigt sich häufig nicht nur an der Formulierung der Definition, sondern auch an einem formalen Indikator – ein solcher Terminus wird im Lehrbuch fett oder kursiv hervorgehoben: Freier Handel (Free Trade) – internationaler Handel ohne Zölle und Beschränkungen Dril 163; Erwerbstätige (L – Employment) – das sind Personen, die in Unternehmen, Einrichtungen und Organisationen aller Eigentumsformen arbeiten, einschließlich der Beschäftigten in landwirtschaftlichen Betrieben, sowie Personen, die Militärdienst leisten oder sich in Haftanstalten befinden Dril 33.
Eine vollständige Übereinstimmung zwischen der formalen Kennzeichnung eines Terminus und der Formulierung seiner Definition besteht jedoch nicht. Eine Definition kann auch indirekt formuliert werden; in diesem Fall wird der Terminus nicht hervorgehoben, etwa wenn die Definition des Terminus Nettosteuern indirekt formuliert wird: Diese sogenannte automatische Stabilität entsteht dadurch, dass unser tatsächliches Nettosteuersystem (net tax system) (Nettosteuern sind gleich den Steuern T abzüglich der Transferzahlungen und Subventionen) so beschaffen ist, dass die Einnahmen aus Nettosteuern sich direkt mit der Veränderung des BNP ändern Čieg 189. Andererseits kann ein Terminus hervorgehoben sein, ohne dass seine Definition formuliert wird: Im Produktionsprozess spielt das Finanzkapital eine wichtige Rolle; es wird in Sach- und Nominalkapital (Wertpapiere) unterteilt Dav 12. Vorrang haben Termini, deren Bedeutung definiert wird; daher werden nicht hervorgehobene, aber definierte Termini analysiert, während hervorgehobene, aber nicht definierte Termini nicht berücksichtigt werden. Termini werden in Lehrbüchern allerdings mitunter eher erläutert als definiert: Der Haushalt bei Vollbeschäftigung (full-employment budget) zeigt, wie hoch der Haushaltsüberschuss oder das Haushaltsdefizit wäre, wenn die Wirtschaft bei Vollbeschäftigung funktionierte Sn2 191. Erläuterte Termini werden ebenso wie definierte Termini berücksichtigt. Die Analyse des Terminusgebrauchs auf intertextueller Ebene sollte somit im Wesentlichen Tendenzen bei der PF-Kennzeichnung in Erläuterungen von Konzepten und in Definitionen aufzeigen.
Bei der Analyse des PF-Gebrauchs auf intertextueller Ebene wird die Seite der Quelle angegeben, auf der die Definition formuliert oder die Erläuterung des Konzepts gegeben wird. Mitunter wird eine Definition zweimal formuliert; in diesem Fall werden beide Seiten angegeben.
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Page 10Mit einer pronominalen Form gekennzeichnete Termini
In einigen Lehrbüchern wird der Terminus Nettosozialprodukt Luk 73, Jak₁ 155, Jak₂ 162, Čieg 73 definiert, in anderen der Terminus Nettinlandsprodukt Sn₁ 88, Sn₂ 93 oder es werden beide Termini definiert (Nettosozialprodukt Dav 235 und Nettinlandsprodukt, Dav 236); unabhängig davon, welcher von beiden aufgenommen wird, wird das adjektivische Glied beider Termini, neto, jedoch nur in PF ausgedrückt. Nur in PF ausgedrückt wird auch das adjektivische Glied des Terminus Nettoexport Dav 234, Jak₁ 163, Jak₂ 160, Čieg 58 sowie der Langformvariante Nettoexport von Waren und Dienstleistungen Dril 13, Sn₁ 81, Sn₂ 85. Nicht in allen Lehrbüchern wird eine Definition des Terminus Nettosteuern formuliert; der Terminus Nettosteuern Dril 82, Dav 251, Sn₁ 179, Sn₂ 165, Čieg 189 wird jedoch ebenfalls mit PF gekennzeichnet, ebenso wie der Terminus Bargeld Dril 43, 92, Luk 154, Dav 295, Jak₁ 209, Jak₂ 207, Sn₁ 199, Sn₂ 205, Čieg 218, obwohl dessen Definition nur in wenigen Lehrbüchern formuliert wird.
Dass in der makroökonomischen Terminologie PF bei Verwendungsfällen des Adjektivs netto bevorzugt gekennzeichnet wird, bestätigen auch die in Lehrbüchern aufgenommenen Termini persönliches Nettoeinkommen Luk 73 oder Nettoeinkommen der privaten Haushalte Dav 237, Nettoinlandseinkommen (Volkseinkommen) Sn₂ 94, Nettostrom der Faktoreinkommen (Nettostrom der Eigentumseinkommen) Sn₂ 67. In einigen Lehrbüchern wird als Synonym für den Terminus Nettoeinkommen der privaten Haushalte der Terminus verfügbares Einkommen Dril 59, Sn₂ 95, Čieg 76 angegeben; sein untergeordnetes Glied wird jedoch kaum in PF ausgedrückt, was die Tendenz, das Adjektiv netto in PF zu verwenden, noch deutlicher macht.
In allen Lehrbüchern wird auch der Terminus Bruttosozialprodukt Dril 11, 18, Luk 65, Dav 231, Jak₁ 153, Jak₂ 152, Sn₁ 61, Sn₂ 67, Čieg 51 mit PF gekennzeichnet, ebenso Bruttoinlandsprodukt Dav 232, Jak₂ 162, Sn₁ 38, 61, Sn₂ 67, Čieg 57 oder Bruttoinlandsprodukt Dril 18, Luk 70, Bruttoinlandsprodukt (Inlandsprodukt) Jak₁ 154. Das Adjektiv brutto wird in PF auch in den Termini Bruttoeinkommen Dav 25, Čieg 73, Bruttoausgaben Dav 25, Sn₁ 141, Sn₂ 126, Bruttosozialausgaben Jak₁ 153, Jak₂ 160, Čieg 73 verwendet; diese Termini werden jedoch nicht in allen Lehrbüchern definiert und verwendet. In einigen findet sich der Terminus Gesamtausgaben Čieg 62, Jak₁ 153. Die Termini Gesamtnachfrage Dril 24, Sn₁ 141, Sn₂ 126 und Gesamtangebot Dril 25, Sn₁ 153, Sn₂ 141 finden sich ebenfalls nur in einigen Lehrbüchern; in anderen werden Gesamtnachfrage Luk 99, Dav 244, Jak₂ 166, Čieg 87 und Gesamtangebot Dav 246, Jak₂ 172, Čieg 13 verwendet; nur in einigen Lehrbüchern findet sich auch Gesamtgleichgewicht Dril 25, Dav 243. In einigen Lehrbüchern werden Synonyme wie agre-
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Page 11gierte Nachfrage und aggregiertes Angebot Jak2 165, doch ihr Nebenbestandteil, der zwar durch die bestimmte Adjektivform (ĮF) ausgedrückt werden kann, wird in der einfachen Form wiedergegeben; auch dies zeigt, dass in der makroökonomischen Terminologie der adjektivische Bestandteil eher durch die bestimmte Adjektivform ausgedrückt wird: allgemein oder allgemein.
Die Lehrbücher haben nicht alle denselben Umfang, daher stimmt auch die Anzahl der darin verwendeten Termini nicht überein. Sie enthalten jedoch zahlreiche Termini, deren klassifizierender Bestandteil allgemein oder allgemein, netto oder netto ist; in allen Fällen wird er durch die bestimmte Adjektivform ausgedrückt. So werden verschiedene Arten von Investitionen oder Ausgaben als Bruttoinlandsinvestitionen Luk 72, Bruttoinvestitionsausgaben des privaten Sektors im Inland Čieg 59, Bruttoinvestitionen und Nettoinvestitionen Jak₁ 152, Jak₂ 159, Čieg 60, Bruttoinlandsinvestitionen Dril 12 und Nettoinvestitionen Dril 13 bezeichnet; an anderer Stelle wird unterschieden zwischen Bruttoinlandsinvestitionen des privaten Sektors Sn₁ 79, Sn₂ 83 und Nettoinlandsinvestitionen des privaten Sektors Sn₁ 80, Sn₂ 83. In allen Fällen werden die adjektivischen Bestandteile brutto und netto durch die bestimmte Adjektivform ausgedrückt, obwohl das Adjektiv privat als Nebenbestandteil dieser zusammengesetzten Termini ohne bestimmte Adjektivform verwendet wird.
Die Tendenz, in dieser Terminologie gerade die Adjektive netto und brutto in der bestimmten Adjektivform zu verwenden, wird nicht von der Zahl der Terminbestandteile beeinflusst: Es finden sich sowohl reiner Kapitalismus Čieg 33, Nettoschuldner Sn₁ 87, Nettozinsen Jak₂ 132, Čieg 75, Zölle Luk 143 als auch allgemeine Geldnachfrage Dav 345, Čieg 229, Gesamtnachfragekurve Sn₁ 141, Sn₂ 126, Gesamtangebotskurve Sn₁ 154, Sn₂ 141, autonome Gesamtnachfrage Sn₁ 147, Sn₂ 133, Netto-öffentliche Güter Dav 219, reiner ökonomischer Wohlstand Sn₁ 92, Sn₂ 96, negative Nettoinvestitionen Čieg 61, Nett inlands-(nationale)inkommen Sn₁ 82 und Indikator des reinen ökonomischen Wohlstands Čieg 71, Nettoauslandsgläubiger Sn₁ 87, Sn₂ 86, Netto- und verfügbares persönliches Einkommen der Bevölkerung Čieg 77, ja sogar kurzfristige Gesamtangebotskurve Sn₁ 155, 360, Sn₂ 142, langfristige Gesamtangebotskurve Sn₁ 155, Sn₂ 143, kurzfristige Gesamtangebotsgerade Sn₂ 328 sowie Nettosaldo der Soll- und Habenbuchungen der Zahlungsbilanz Dav 367. Wie man sieht, ist auch die Position der Bestandteile unerheblich.
Aus den angeführten Beispielen wird deutlich, dass auch die Termini kurze Frist, lange Frist durch die bestimmte Adjektivform gekennzeichnet sind. Die damit bezeichneten Begriffe werden zwar nicht in Lehrbüchern der Makroökonomie, sondern in mikroökonomischen Lehrbüchern oder in den Einleitungskapiteln von Lehrbüchern zur Wirtschaftstheorie erläutert7, doch diese Termini werden verwendet
7 Die kurze Produktionsperiode wird als ein Zeitraum beschrieben, in dem die Produktionskapazitäten eines Unternehmens, d. h. sein Anlagekapital, nicht verändert werden können; die lange Produktionsperiode hingegen als ein Zeitraum, in dem auch die Produktionskapazitäten verändert werden können Dav 50–51.
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Page 12sowohl in Lehrbüchern der Makroökonomie als auch als Bestandteile anderer Termini: kurze Frist und lange Frist werden durch die bestimmte Adjektivform gekennzeichnet: langfristige Geldneutralität Čieg 320, kurzfristige Konsumfunktion und langfristige Konsumfunktion Sn₁ 112. Auch der adjektivische Bestandteil des in einigen Lehrbüchern aufgenommenen Terminus lange Wellen Jak₁ 179, Jak₂ 188, Sn₁ 413, Sn₂ 374, Čieg 175 wird durch die bestimmte Adjektivform ausgedrückt.
Der in sieben Lehrbüchern definierte Terminus Freihandel Dril 163, Luk 141, Dav 334, Jak₁ 246, Jak₂ 261, Sn₁ 575, Sn₂ 532 wird ebenfalls durch die bestimmte Adjektivform gekennzeichnet. Werden die Termini Freihandelszone Luk 142 und Freihandelszone Luk 141, Sn₁ 624 angeführt, wird ihr adjektivischer Bestandteil ebenfalls durch die bestimmte Adjektivform ausgedrückt.
Bei der Erörterung des Geldes und des Geldmarkts werden die Termini Geld im weiteren Sinne Dril 92, Dav 299, Sn₁ 226, Čieg 219 und Geld im engeren Sinne Dav 299, Jak₂ 207, Sn₁ 221 ebenfalls durch die bestimmte Adjektivform gekennzeichnet, ebenso wie die in einem Lehrbuch angeführten Termini große Konjunkturzyklen Čieg 174 und kleine Konjunkturzyklen Čieg 175. In einem Lehrbuch wird der Terminus öffentliche Körperschaften Čieg 40 definiert, und in zwei Lehrbüchern werden öffentliche Güter Čieg 38, Dav 217 ausführlicher behandelt; der adjektivische Bestandteil beider Termini wird jedoch durch die bestimmte Adjektivform ausgedrückt. In den Lehrbüchern wird der Terminus Humankapital Luk 83, Dav 12, 405, Jak₁ 233, Jak₂ 247 durch die bestimmte Adjektivform gekennzeichnet, doch nicht in allen Lehrbüchern definiert. Unter den fremdsprachigen Adjektiven zeigt die untersuchte Terminologie eine etwas stärkere Tendenz, speziell oder speziell: Sonderziehungsrechte Dav 355 oder Sonderziehungsrechte Jak₁ 270, „Sonderziehungsrechte“ Luk 171 sowie Sonderzölle Luk 143 und Spezialbanken Luk 157 in der bestimmten Adjektivform zu verwenden.
Allerdings werden mit PF nicht nur adjektivische, sondern auch partizipiale Bestandteile ausgedrückt. Dabei handelt es sich allerdings vor allem um solche, die durch Passivpartizipien mit spezielleren Bedeutungen (Zweck und Eignung, welche den Begriff eines Mittels bestimmen) gebildet werden. So werden mit PF die Begriffe Kaufkraft Dril 170, Sn₂ 474, Kaufkraft des Geldes Luk 154, Dav 273, Čieg 318, Kaufkraftparität Dril 170, Sn₁ 537, Sn₂ 474, Theorie der Kaufkraftparität Dav 365, Jak₁ 257, Jak₂ 275, Kurs der Kaufkraftparität (Gleichheit) Sn₁ 537, Sn₂ 474, Geld mit hoher Kaufkraft Sn₁ 266, Sn₂ 238 bezeichnet. Wird das Zahlungsbilanzkonto behandelt, wird das Partizip im Begriff, der eine seiner Komponenten benennt, ebenfalls nur mit PF angegeben: laufendes Konto Dril 159, Dav 366, Sn₁ 87, Sn₂ 91. Mit PF bleibt dieser Begriff auch erhalten, wenn er in einen anderen Begriff aufgenommen wird – Defizit des laufenden Kontos Dav 367, 368. Nur mit PF wird das Passivpartizip Übergangs-, -: traditionelle Übergangswirtschaft Sn₁ 37, Sn₂ 32, Übergangswirtschaft neuen Typs Sn₁ 37, Sn₂ 33 verwendet. Mit PF wird ein Begriff bezeichnet, der bei der Erörterung des internationalen Handels definiert wird: komparativer Vorteil
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Page 13heit Dav 42, Sn1 564 oder komparativer Vorteil Sn2 517. Auch werden mit PF die Termini Theorie des komparativen Vorteils Jak1 243, Jak2 258, Gesetz des komparativen Vorteils Sn1 564, Gesetz des komparativen Vorteils Sn2 518, Gesetz der vergleichenden Kosten Luk 138 bezeichnet. Mit PF werden außerdem die Termini Multiplikatoreffekt Dav 305, BIP-Multiplikator Dav 266, inverser Multiplikator Dav 266, Korrekturoperationen Dav 393, Ersatzinvestitionen Sn2 83 oder Wiederherstellungsinvestitionen Dav 13, 234, Bedienungsoperationen Luk 157 bezeichnet. Wird bei der Unterscheidung von Arbeitslosigkeitstypen einer davon als friktionelle Arbeitslosigkeit Dril 35, Luk 113 benannt, wird auch das Zweitglied des Terminus mit PF angegeben. Für diesen Terminus sind jedoch zahlreiche Synonyme charakteristisch, weshalb einer der Arbeitslosigkeitstypen als friktionelle (reibungsbedingte) Arbeitslosigkeit Dril 35 oder friktionelle oder reibungsbedingte Arbeitslosigkeit Luk 113 nur in zwei Lehrbüchern benannt wird. Unterschieden werden außerdem verdeckte Arbeitslosigkeit Luk 113, Dril 38, Čieg 120, entmutigte Arbeitslosigkeit Dril 38, Čieg 119.
In zwei Lehrbüchern finden sich jeweils mehrere Termini, deren Zweitglied ein pronominales Partizip mit abhängigen Wörtern ist: teilweise konvertierbare Währung Luk 172, in jede andere Währung konvertierbare Währung Luk 172, regulierte Wechselkurse Jak1 261, indirekt verbundene Wechselkurse Jak1 261, währungskorbgebundene Wechselkurse Jak1 261. Nach den derzeitigen Normen für den Gebrauch von PF wird eine solche Verwendung von PF als zu vermeiden angesehen (KP 2002: 27); solche Termini kommen jedoch nur in diesen beiden Lehrbüchern vor. In den anderen Lehrbüchern, aber auch in denselben, werden NF verwendet: indirekt verbundene Wechselkurse Jak2 281, währungskorbgebundene Wechselkurse Jak2 281, frei konvertierbare Währung Dav 350, teilweise konvertierbare Währung Dav 350, frei schwankender Wechselkurs Dav 352, System streng fixierter Wechselkurse Luk 173, bedingt zugerechneter Wert Čieg 54, inflationsbedingte Phase und rezessionsbedingte Phase Čieg 110, inflationsbedingte Lücke und rezessionsbedingte Lücke Jak1 177, gewinninduzierte Inflation Čieg 326.
Termini, die nicht mit pronominaler Form gekennzeichnet sind
Nachdem A. Valeckienė den Gebrauch pronominaler Adjektive untersucht hatte, nannte sie als eine von drei Möglichkeiten, Gegenstände mit pronominalen Adjektiven zu klassifizieren, dass Gegenstände durch solche Adjektive definiert werden können, indem unterschiedliche Merkmale einander gegenübergestellt werden (Valeckienė 1957: 184–485). Dennoch werden die adjektivischen oder partizipialen Bestandteile eines beträchtlichen Teils der durch Gegenüberstellung von Merkmalen gebildeten Termini in den Lehrbüchern gerade in der nichtpronominalen Form angegeben.
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Page 14Nur in NF stehen Termini mit dem Adjektiv flexibel und dem Partizip fixiert, obwohl sie bei der Benennung von Wechselkursen und ihren Systemen (Regimen) einen Gegensatz bilden. Der Terminus flexibler Wechselkurs ist allerdings nicht etabliert; es werden auch mit partizipialen Bestandteilen gebildete Termini wie schwankender Wechselkurs, variabler Wechselkurs verwendet. Auch der Terminus fixierter Wechselkurs weist Synonyme auf; allen diesen Termini ist jedoch die nichtpronominale Form ihres Zweitglieds gemeinsam. Die betreffenden Wechselkurse und ihre Systeme werden somit als flexibler Wechselkurs Dril 171, schwankender Wechselkurs Luk 173, frei schwankender oder flexibler Wechselkurs Dav 352, variabler Wechselkurs Luk 171, variabler Umrechnungskurs Sn₂ 469, Regime des variablen Wechselkurses Sn₂ 468, Regime variabler Wechselkurse Sn₂ 555, System flexibler Wechselkurse Jak₁ 255, Jak₂ 272, System flexibler oder frei variabler Wechselkurse Dril 171 und System fixierter Wechselkurse Dav 352, Regime fester Wechselkurse Jak₁ 256, Jak₂ 273, Sn₂ 550, System fester oder festgesetzter Wechselkurse Dril 171, Dav 352, System zur Aufrechterhaltung eines festen Wechselkurses Luk 171, fester Anpassungskurs Dril 195, fixierter Wechselkurs Dav 352 bezeichnet. Nur in einem Lehrbuch wird versucht, ein Synonym mit PF anzugeben: Regime des festen (festgesetzten) Wechselkurses Sn₂ 468. Übrigens werden diese Termini kaum definiert; in den Lehrbüchern werden sie eher erläutert und bei der Erörterung der Unterschiede zwischen Wechselkurssystemen oder ihrer Entwicklung verwendet.
Eine gewisse Paarbildung weisen gewöhnlich auch die mit dem Adjektiv privat gebildeten Termini auf: private Investitionsausgaben und staatliche Investitionsausgaben Dril 12, Privatsektor und staatlicher Sektor Luk 107, Privatsektor und öffentlicher Sektor Čieg 39. Dennoch wird dieses Adjektiv weder in solchen noch in anderen Fällen mit PF verwendet. Bei der Definition der Termini Bruttoinlandsausgaben für private Investitionen Čieg 59, private Bruttoinlandsinvestitionen Sn₁ 79, Sn₂ 79, private Nettoinlandsinvestitionen Sn₁ 80, Sn₂ 83, private Transferzahlungen Čieg 61, Sn₂ 81, private Transferzahlungen Sn₁ 78 wird es ebenfalls in NF verwendet.
Mit PF wird auch das Adjektiv absolut überhaupt nicht verwendet, mit dem eines der gegenübergestellten Merkmale benannt wird: relativer Vorteil und absoluter Vorteil Luk 137, komparativer Vorteil und absoluter Vorteil Dav 328, komparativer Vorteil Sn₂ 517 und absoluter Vorteil Sn₂ 517, relative Armutsgrenze und absolute Armutsgrenze Dav 229, Hypothese bedingter Konvergenz und Hypothese absoluter Konvergenz Čieg 398.
Das Begriffspaar vollkommener Wettbewerb und unvollkommener Wettbewerb wird in den Lehrbüchern ebenfalls nicht mit PF gekennzeichnet. In den Makroökonomielehrbüchern werden diese Termini nicht definiert,
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Page 15sie werden lediglich verwendet (Luk 94, Dav 358, Čieg 26, 41, 42). Sie werden jedoch in den Abschnitten zur Mikroökonomie allgemeiner Lehrbücher der Wirtschaftstheorie definiert oder erörtert, und aus der Erörterung geht hervor, dass vollkommener Wettbewerb kein Fall der Bezeichnung einer Wettbewerbseigenschaft ist, sondern die Benennung eines abstrakten theoretischen Modells, das zur Untersuchung der wirtschaftlichen Realität herangezogen wird. Bei der Bezeichnung des Modells sollte die definite Form (ĮF) verwendet werden, doch selbst bei einer ausführlichen Erörterung wird die indefinite Form (NF) gebraucht, d. h. vollkommener Wettbewerb Jak2 74, 75, 76, 85, selbst wenn dieses Modell einem anderen theoretischen Modell gegenübergestellt wird, das mit dem Terminus reines Monopol Jak2 85 bezeichnet wird. In einem anderen Lehrbuch wird der Markt des vollkommenen Wettbewerbs als eine von vier Marktorganisationsformen abgegrenzt (Markt des vollkommenen Wettbewerbs, Markt des monopolistischen Wettbewerbs, Oligopolmarkt und Monopolmarkt); als extreme Form der Marktorganisation wird er dem Monopolmarkt gegenübergestellt, doch auch in solchen Fällen wird die ĮF nicht markiert – verwendet wird vollkommener Wettbewerb Dav 99.
Das nichtlitauischen Ursprungs entstammende Adjektiv optimal, –e wird in Termini ebenfalls in der NF verwendet, d. h. optimale Wirtschaftswachstumsraten Sn2 346, optimale Verschmutzungsnorm Jak2 313, doch die mit ihm gebildeten Termini werden selten definiert. Nur in einzelnen Lehrbüchern finden sich Definitionen der Termini stabiler Zustand der Wirtschaft Čieg 395, stationärer Zustand Čieg 363, konstante Zeitpräferenzrate Čieg 377, konstante Skalenerträge Sn2 101; die gewählte Formulierung dieser Termini deutet jedoch darauf hin, dass in der Terminologie der ĮF vermutlich auch die Adjektive stabil, stationär, konstant nicht bevorzugt werden.
Nur in zwei Lehrbüchern werden die Termini nachhaltige Entwicklung Čieg 371, nachhaltiges Wachstum Sn1 381 definiert, doch ihre adjektivischen Bestandteile stehen in der NF, ebenso wie die adjektivischen Bestandteile der nur in einzelnen Lehrbüchern definierten Termini starke Nachhaltigkeit Čieg 371, schwache Nachhaltigkeit Čieg 372, potenzieller Output Čieg 121, negative Wirtschaftswachstumsraten Sn2 346, neutraler technischer Fortschritt Sn2 351, nichtneutraler technischer Fortschritt Sn2 351. In der ĮF könnten die adjektivischen Bestandteile dieser Termini ausgedrückt werden. Auch in den vorkommenden Begriffspaaren – passive Politik und aktive Politik Sn2 408, passive Politik und adaptive Politik Čieg 325, passive Arbeitsmarktpolitik Čieg 128 und aktive Arbeitsmarktpolitik Čieg 129, extensives Wirtschaftswachstum und intensives Wirtschaftswachstum Čieg 345, extensiver Weg des Wirtschaftswachstums Luk 81 und intensiver Weg des Wirtschaftswachstums Luk 82, günstige (positive) Handelsbilanz Luk 139 und ungünstige (negative) Handelsbilanz Luk 140 – werden die adjektivischen Bestandteile in der ĮF ebenfalls nicht ausgedrückt.
Bei der Erörterung von Fällen der Neutralisierung der Definitheitsopposition wird darauf hingewiesen, dass in der ĮF Bildungen mit dem Suffix –iškas nicht bevorzugt werden (Valeckienė 1986: 172; DLKG 1997: 175). Die Terminologie der ausgewählten Lehrbücher bestätigt dies
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Page 16heit: Der Nebenbestandteil des Begriffs Vollbeschäftigung Dril 27, 37, Dav 271, Jak1 217, Jak2 230, Sn2 399, Čieg 121 wird in den Lehrbüchern, bis auf eines, mit NF angegeben, ebenso wie in den Begriffen Vollbeschäftigungshaushalt Dav 283, Čieg 193, Sn2 191, freiwillige Arbeitslosigkeit Sn2 388, 403, unbedingte Mobilität Čieg 327, Konsumnachfrage Luk 99, Verbraucherkredit Sn2 117, tatsächliche Investitionen Jak1 170, Jak2 180, tatsächliche Wachstumsraten Sn2 361, tatsächlicher Realzins Sn2 450. Es handelt sich um adjektivische Nebenbestandteile, die durch eine Ableitung mit dem Suffix –iškas gebildet werden. Der in einem Lehrbuch angeführte Begriff Kreditgeber im schlimmsten Fall Sn2 261 entspräche einem weiteren Fall der Neutralisierung der Opposition: Das pronominale Formans wird nicht an den Superlativ angefügt, weil solche Adjektive, wie bei der Erläuterung dieses Neutralisierungsfalls ausgeführt wird (DLKG 1997: 175), ihrer Bedeutung nach pronominalen Adjektiven ähneln, die Gegenstände durch den höchsten Grad der bezeichneten Eigenschaft hervorheben. Der in drei Lehrbüchern angeführte Begriff letzter Kreditgeber Dav 394, Sn1 292, Čieg 236 entspräche nicht nur dem Neutralisierungsfall, sondern auch der in der kodifizierten Norm vorgesehenen Ausnahme – die Ableitung mit dem Suffix –utinis ist nicht pronominal.
In den Lehrbüchern besteht die Tendenz, bestimmte partizipiale Attribute nicht in der ĮF auszudrücken; diese Partizipien haben jedoch weder instrumentale noch Eignungs- oder andere speziellere Bedeutungen. Wie bereits erwähnt, werden die Termini verfügbares Einkommen, fester Wechselkurs, flexibler Wechselkurs, schwankender Wechselkurs nicht mit ĮF markiert. Besonders typisch ist es, das Partizip ausgeglichen in NF zu verwenden: ausgeglichenes Wachstum Čieg 391, Wachstumspfad im Gleichgewicht Čieg 394, ausgeglichener Haushalt Dav 282, Jak2 197, unausgeglichener Haushalt Dav 282, Multiplikator des ausgeglichenen Haushalts Čieg 168, ausgeglichenes Wachstum Sn2 346. In der ĮF nicht ausgedrückt werden die Termini garantierte Wachstumsrate Čieg 391 oder garantierte Wachstumsraten Sn2 561, ungewünschte Lagerbildung Jak1 171, Jak2 180, unerwünschter Lagerabbau Jak1 171, unerwünschtes Gleichgewicht Dril 27, harmonisierter Verbraucherpreisindex Dav 392, induzierter (erzwungener) Konsum Čieg 91, vorgesehener Realzinssatz Sn2 449, vereinfachtes Wirtschaftsmodell Čieg 29, materialisierter technischer Fortschritt Sn2 351, beschäftigte Einwohner Dril 33, Sn1 39, Sn2 34, beschäftigte Menschen Luk 103, Lohnarbeiter Luk 104 – partizipiale Attribute. Vorkommende Aktivpartizipien werden erst recht nicht in der ĮF verwendet, selbst wenn Termini definiert werden: enttäuschte Arbeitnehmer Jak1 216, Jak2 228, helfende Familienangehörige Luk 105, variabler Zinssatz Sn2 597, Geld mit erhöhter Produktivität Dril 183. Solche Termini werden allerdings nur in einzelnen Lehrbüchern definiert.
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Page 17Obwohl der Terminus subalansuotas biudžetas in Lehrbüchern kaum definiert wird, zeigt der Kontext seiner Erwähnung, dass es sich um einen Haushaltstyp handelt, ebenso wie beim Defizithaushalt oder Überschusshaushalt Dav 282. Dennoch regt selbst die Benennung eines Typs nicht zur Wahl der ĮF an. Auch bei der Angabe von Investitionstypen oder -arten wird die NF gewählt: planuotos investicijos Jak1 171, pageidautinos investicijos Jak1 171, Jak2 180, indukuotos investicijos Sn2 123, nenumatytos investicijos Sn1 131. Wie Adjektive werden auch Partizipien in der ĮF häufig nicht verwendet, wenn Termini durch Gegenüberstellung zweier Merkmale gebildet werden: sukurtas turtas und nesukurtas turtas Luk 63, materialus nesukurtas turtas und nematerialus sukurtas turtas Luk 63, eksportuojamos produkcijos kainų indeksas und importuojamos produkcijos kainų indeksas Čieg 64, Sn1 72, Sn2 77, subalansuota infliacija und nesubalansuota infliacija Luk 129.
Schwankungen des Ausdrucks
Bei bestimmten Termini treten bereits größere Schwankungen im Gebrauch der ĮF auf. Es kommt vor, dass ein Glied eines Terminuspaares mit ĮF, das andere hingegen mit NF ausgedrückt wird. So werden die Arten der Geldpolitik in gleich zwei Lehrbüchern als skatinančioji (pigių) pinigų politika und ribojanti (brangių) pinigų politika bezeichnet Dril 114, Luk 159. In einem anderen Lehrbuch werden die partizipialen Bestandteile beider Termini mit ĮF ausgedrückt, nämlich pigių pinigų politika arba skatinančioji monetarinė politika Čieg 258; bei der Erläuterung dieser Termini in einem anderen Kapitel wird jedoch bereits skatinanti (ekspansinė) fiskalinė politika Čieg 182 und ribojanti (restrikcinė) fiskalinė politika Čieg 183 verwendet.
Bei der Erörterung der Inflation werden in den Lehrbüchern ebenfalls zwei Arten unterschieden: šliaužianti infliacija und šoliuojanti infliacija Luk 125, 126, Dav 273, Jak1 220, Jak2 232, Čieg 313. In zwei Lehrbüchern werden diese Arten jedoch als šliaužiančioji infliacija und šoliuojančioji infliacija bezeichnet Sn1 462, Sn2 421. Auch bei der Einteilung der Inflation nach einem anderen Kriterium schwankt der Gebrauch der ĮF: numatyta infliacija Sn2 449 und netikėta infliacija Sn2 452, numatytoji infliacija Sn1 438 und netikėtoji infliacija Sn1 452, numatytoji (laukiamoji) infliacija und netikėtoji infliacija Jak2 313, Čieg 313, „erwartete“ und „unerwartete“ infliacija Luk 128.
In einem Lehrbuch werden auch zur Bezeichnung der Arten des Geldangebots und der Geldnachfrage Termini mit unterschiedlicher Ausdrucksweise gewählt: realioji pinigų pasiūla und nominali pinigų pasiūla Dril 42, realioji pinigų paklausa und nominali pinigų paklausa Dril 43. Die Arten des Bruttonationalprodukts werden dagegen einheitlich bezeichnet: realusis BNP und nominalusis BNP Dril 15. Bei der Bezeichnung des Brutto-
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Page 18nationalprodukts oder des Bruttoinlandsprodukts werden die adjektivischen Bestandteile beider Termini auch in anderen Lehrbüchern mit ĮF ausgedrückt: nominalusis bendrasis nacionalinis produktas ir realusis bendrasis nacionalinis produktas Luk 66, 67, Dav 238, nominalusis BNP ir realusis BNP Čieg 63, nominalusis (arba piniginis) BNP ir realusis BNP Jak₁ 148, Jak₂ 154, nominalusis BVP ir realusis BVP Sn₁ 70, Sn₂ 70. ĮF wird auch bei der Bezeichnung von Wechselkursarten verwendet: realusis valiutos kursas Jak₁ 257, Jak₂ 275, Sn₁ 536, Sn₂ 473 und nominalusis valiutos kursas Jak₁ 257, Jak₂ 275, Sn₁ 528, Sn₂ 465. Bei anderen Termini wird jedoch auch realusis (realusis turtas Sn₁ 253, Sn₂ 225, realioji kapitalo kaina Sn₁ 106, Sn₂ 105, realusis darbo užmokestis Sn₁ 104, Sn₂ 105, numatyta realioji palūkanų norma Sn₂ 449, realiųjų kasos likučių poveikis Sn₂ 572, realiosios bendrosios paklausos kreivė Sn₂ 503) sowie realus (reali palūkanų norma Čieg 318, realus ekonominio ciklo teorija Sn₂ 499, realūs gamtos ištekliai Jak₁ 278, Jak₂ 300) verwendet. Auch bei der Definition von Termini mit dem Adjektiv nominalus, -i, variiert der Gebrauch der ĮF: nominali obligacijos vertė Dril 105, nominali palūkanų norma Čieg 318 und nominalusis kapitalas Dav 12, nominalioji palūkanų norma Sn₂ 119. Allerdings werden nicht alle mit diesen Adjektiven gebildeten Termini definiert.
Der Gebrauch der ĮF schwankt auch dann, wenn die untergeordneten Bestandteile von Terminuspaaren die Adjektive litauischer Herkunft atviras, -a und uždaras, -a sind. Sie dienen zur Bezeichnung von Unterschieden zwischen Wirtschaftssystemen, obwohl in einigen Lehrbüchern nur die Wortverbindung atvira tarptautinė ekonomikos erdvė Luk 99 verwendet oder lediglich atvira ekonomika Dril 198 definiert wird. Bei der Angabe zweier Termini werden atvira ekonominė sistema ir uždara ekonominė sistema Jak₂ 157, atviros ekonomikos sistemos ir uždaros mišriosios ekonomikos sistemos Čieg 29 angeführt; in einem 2008 erschienenen Lehrbuch wird jedoch der Terminus atvirosios ekonomikos sistema Sn₂ 58 definiert, ebenso atvirosios ekonomikos makroekonomika Sn₂ 465, während uždaros mišriosios ekonomikos sistema, uždara ekonomika Sn₂ 284 verwendet wird. Im 2005 erschienenen Lehrbuch, das vom selben Autorenkollektiv wie das letztgenannte Lehrbuch verfasst wurde, werden die definierten Begriffe als atvirosios ekonomikos sistema ir uždarosios mišriosios ekonomikos sistema Sn₁ 65 bezeichnet; dieses Lehrbuch zeichnet sich jedoch insgesamt durch einen regelmäßigen Gebrauch der ĮF aus, worauf später eingegangen wird. Nur in drei Lehrbüchern wird eines der geldpolitischen Instrumente als atvirosios rinkos operacijos Jak₂ 217, Sn₁ 285, Čieg 255 bezeichnet; in den anderen wird die NF gewählt – atviros rinkos operacijos Dril 105, Luk 159, Dav 309, Jak₁ 205, Sn₂ 255.
Das Adjektiv potencialus, das in dieser Terminologie kein offenkundiges Gegensatzpaar hat, wird umso weniger gern mit ĮF verwendet. Doch in drei Lehrbüchern-
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Page 19Darin wird der Terminus potenzielles BIP Dav 240, potenzielles (mögliches) Bruttoinlandsprodukt (Nationalprodukt) Sn₁ 142, Sn₂ 142 definiert, und in ihnen wird dieser Terminus mit ĮF gekennzeichnet. Bei einem anderen Terminus mit einem solchen adjektivischen Bestandteil – potenzielle natürliche Ressourcen Jak₁ 216, Jak₂ 300 – wird der untergeordnete Bestandteil nicht mit ĮF wiedergegeben.
Bei den Termini natūralus nedarbas Čieg 121, natūralus nedarbo lygis Dril 37, Jak₁ 218, Jak₂ 230 wird ebenso wie bei den Termini natūralus augimo tempas Čieg 392, Čieg 38, natūralūs (būtini) augimo tempai Sn₁ 319, 399, Sn₂ 361, natūralios monopolijos Čieg 39, die best. Form üblicherweise nicht verwendet; in drei Lehrbüchern wird jedoch die Definition formuliert und der Begriff als natūralusis nedarbo lygis Dav 271, Sn₁ 353, 441, Sn₂ 319 bezeichnet.
In den untersuchten Lehrbüchern finden sich nur wenige Termini mit dem Adjektiv mišrus, -i; doch auch die aufgeführten Beispiele lassen Schwankungen beim Gebrauch der best. Form erkennen: mišrios paskolos Luk 176, mišrios pajamos Luk 72, Dav 219, mišri ekonomikos sistema Čieg 34, aber mišrioji ekonomika Dav 40, mišrieji bankai Luk 157, Sn₁ 255, mišriosios gėrybės Dav 219.
Der Nebenbestandteil des Terminus, der die von den Banken zu haltenden Reserven oder den Reservesatz bezeichnet, variiert beträchtlich; auch der Hauptbestandteil wird unterschiedlich wiedergegeben: privalomosios atsargos Čieg 253, privalomasis rezervas Jak₂ 216, būtinieji rezervai Dril 94, būtinųjų rezervų norma Dril 95, 102, būtinojo rezervo norma oder būtinųjų rezervų norma Luk 160, privalomųjų / reikalaujamųjų atsargų norma Sn₁ 259, 292, privalomųjų (reikalaujamųjų) rezervų norma Sn₂ 232, 262, privalomųjų (reikalaujamų) atsargų norma Čieg 246. Wie man sieht, wird dieser Terminus tendenziell mit der best. Form gekennzeichnet; in einigen Lehrbüchern wird der definierte Begriff jedoch als privalomas rezervas Dav 303, Jak₁ 206 bezeichnet.
Nicht alle Lehrbücher definieren Termini, die mit dem Partizip samdomas gebildet sind; auch sie zeigen jedoch Schwankungen zwischen der unbest. und der best. Form: samdomi darbuotojai Luk 104, samdomieji darbuotojai Dav 271, algos samdomiesiems darbininkams Dav 69, samdomasis darbas Dav 12.
Regelmäßigkeiten
Die Analyse auf intertextueller Ebene bestätigt erneut die bereits im früheren Artikel von der Autorin festgestellte Tatsache, dass der Gebrauch der best. Form in der Terminologie nicht der kodifizierten Norm entspricht. Aus den makroökonomischen Lehrbüchern geht hervor, dass bestimmte von der Norm vorgesehene Ausnahmen beachtet werden: So tritt beispielsweise nur selten die best. Form von Partizipien mit abhängigen Wörtern auf; die best. Form wird nicht verwendet
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Page 20als Nebenbestandteil des Terminus paskutinis skolintojas; das grundlegende Prinzip, jeden Terminus mit der best. Form zu kennzeichnen, wird jedoch nicht befolgt.
Die kontextfreie Verwendungsumgebung der Termini kann jedoch vor allem morphologische, lexikalische oder syntaktische Faktoren aufzeigen, die die Kennzeichnung oder Nichtkennzeichnung eines Terminus mit der best. Form beeinflussen können; durch diese Faktoren lässt sich der Gebrauch oder Nichtgebrauch der best. Form jedoch nicht erklären. So ist beispielsweise die Wortart kein entscheidender Faktor. Häufig werden Partizipien nicht mit der best. Form verwendet (subalansuotas, garantuotas, disponuojamos, fiksuotas, plaukiojantis, svyruojantis, pageidautinos ar nepageidautinos, planuotos, nenumatytos), aber auch Adjektive werden nicht mit der best. Form verwendet (lankstus, tobulas, netobulas, privatus, absoliutus, pastovus, stabilus, stacionarus). Andererseits werden sowohl Adjektive (bendrasis, grynasis, ilgasis, trumpasis, platusis, siaurasis, laisvoji) als auch Partizipien (perkamoji, einamoji, (pa)lyginamasis, tekamasis, dauginamasis, koreguojamosios, atkuriamosios) mit der best. Form verwendet. Zu den terminologischen Bestimmungswörtern, die in manchen Lehrbüchern mit der best. Form, in anderen dagegen nicht mit dieser Form gebraucht werden, gehören sowohl Adjektive (realus ir realusis, nominalus ir nominalusis, atviras ir atvirasis, uždaras ir uždarasis, potencialus ir potencialusis, natūralus ir natūralusis, mišrus ir mišrusis) als auch Partizipien (šliaužianti ir šliaužiančioji, šuoliuojanti ir šuoliuojančioji, skatinanti ir skatinančioji, numatyta ir numatytoji, netikėta ir netikėtoji, samdomi ir samdomieji).
In dieser Terminologie wird die best. Form möglicherweise etwas häufiger bei Wörtern nichtlitauischen Ursprungs nicht verwendet (privatus, absoliutus, stabilus, stacionarus, fiksuotas, subalansuotas, garantuotas, disponuojamos), während sie bei Wörtern mit litauischer Wortwurzel gebraucht wird (bendrasis, grynasis, negrynasis, ilgasis, trumpasis, platusis, siaurasis, laisvoji, perkamoji, einamoji, (pa)lyginamasis, tekamasis, dauginamasis, pereinamoji). Die best. Form wird jedoch auch bei einigen Adjektiven und Partizipien litauischen Ursprungs nicht verwendet (lankstus, tobulas, netobulas, atvira, uždara, nepageidautinos), während sie bei einigen Wörtern nichtlitauischen Ursprungs (specialiosios, ekstensyvusis, intensyvusis, koreguojamosios) verwendet wird.
Auch der syntaktische Faktor, nämlich die Anzahl oder Position der Bestandteile eines Terminus, ist den in den Lehrbüchern angeführten Termini zufolge nicht ausschlaggebend. Wird die best. Form bevorzugt, so kommt sie sowohl in Termini aus zwei als auch in solchen aus mehr Wörtern und bei unterschiedlicher Reihenfolge der Bestandteile vor. Umgekehrt wird ein Nebenbestandteil, etwa privatus, wenn er üblicherweise nicht mit der best. Form verwendet wird, in Termini beliebiger syntaktischer Struktur nicht mit dieser Form gebraucht (privatus sektorius, privačios pervedamosios išmokos, bendrosios privačios vidaus investavimo išlaidos, bendrosios privačios vidaus investicijos, grynosios privačios vidaus investicijos).
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Page 21Einige Tendenzen bei der Wiedergabe makroökonomischer Termini in Lehrbüchern würden darauf hindeuten, dass der Gebrauch von ĮF eher der Ausnahme als der kodifizierten Norm entspricht; bei der Erörterung der definiten Bedeutung oder der Definitheit werden diese als Fälle der Neutralisierung der Opposition zwischen ĮF und NF angeführt. In Termini mit den Adjektiven visiškas, faktiškas, savanoriškas, vartotojiškas werden ĮF nahezu nicht verwendet; eine solche Neutralisierung wäre jedoch schwerer als Erklärung für die Bedeutung des sekundären Bestandteils des regelmäßig gebrauchten Terminus žmogiškasis kapitalas in ĮF heranzuziehen. Als Neutralisierungsfall kann die Tendenz gelten, ĮF bei Adjektiven im Superlativ nicht zu verwenden (LKG 1965: 511; Valeckienė 1986: 171; DLKG 1997: 175); in der Terminologie kann sie sich als Vermeidung von ĮF bei jenen Terminusbestandteilen äußern, die durch Adjektive mit Superlativbedeutung ausgedrückt werden (tobulas, absoliutus, optimalus).
Die sich abzeichnende Tendenz, ĮF nur bei bestimmten Adjektiven oder Partizipien nicht zu verwenden, ließe sich gleichsam mit einem Neutralisierungsfall in Verbindung bringen, der unmittelbar mit der Artbedeutung zusammenhängt. Sowohl in A. Valeckienės ausführlichem Artikel als auch in den Grammatiken wird bei der Erörterung der Kennzeichnung der Art darauf hingewiesen, dass in einigen Dialekten ĮF bei spezifizierenden oder artbestimmenden Attributen mit besonderer Bedeutung, die Gegenstände allein durch ihre lexikalische Bedeutung unterscheiden können, kaum verwendet werden (Valeckienė 1957: 303; LKG 1965: 511; DLKG 1997: 175). Dabei wird zudem angemerkt, dass solche „Fälle inkonsequenter Kennzeichnung auch den beginnenden Schwund der pronominalen Formen und deren Ersetzung durch einfache Formen beeinflusst und dazu beigetragen haben könnten“ (Valeckienė 1957: 303). Eine solche Neutralisierung könnte jedoch die in den Lehrbüchern hervortretenden Unterschiede im Gebrauch von ĮF bei den Adjektiven laisvas, –a ir atviras, –a nur schwer erklären, ganz zu schweigen von den unterschiedlichen Wiedergaben der artbestimmenden Bestandteile der mit den Adjektiven atviras, –a ir uždaras, –a, realus, –i ir nominalus, –i gebildeten Termini, insbesondere innerhalb desselben Lehrbuchs.
Der Gebrauch von ĮF in Lehrbüchern entspricht jedoch nicht vollständig nur der Ausnahme bei der Kennzeichnung der Art durch ĮF, sondern auch nicht den angeführten Regelmäßigkeiten. So wird in A. Valeckienės Artikel die Gegenüberstellung unterschiedlicher Eigenschaften als eine der Möglichkeiten genannt, Gegenstände durch artbestimmende Attribute zu definieren. Die erörterten Tendenzen zeigen jedoch, dass selbst bei einer Gegenüberstellung von Eigenschaften adjektivische oder partizipiale Bestandteile von Termini nicht in ĮF verwendet werden (tobula konkurencija ir netobula konkurencija, atvira ekonomika ir uždara ekonomika, lankstus valiutos kursas ir fiksuotas valiutos kursas, absoliutus pranašumas ir lyginamasis pranašumas, privatus sektorius ir valstybinis (viešasis) sektorius, šliaužanti infliacija ir šuoliuojanti infliacija). Zwar werden sowohl in A. Valeckienės Artikel als auch in LKG nur Adjektive behandelt, und eine solche Gegenüberstellung wird lediglich als eine der Möglichkeiten zur Kennzeichnung der Art durch artbestimmende Attribute erwähnt, nicht jedoch als notwendiges Prinzip. Als
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Page 22häufigste der drei Möglichkeiten, die Art durch pronominale Adjektive zu kennzeichnen, wird die Unterscheidung eines Gegenstands anhand eines individuellen, spezifischen Merkmals genannt; die erörterten Gebrauchstendenzen der Adjektive grynasis, –oji, bendrasis, –oji entsprächen diesem Muster. Partizipien, die ebenfalls einen Gegenstand anhand eines individuellen, spezifischen Merkmals unterscheiden, werden hingegen kaum in ĮF ausgedrückt, mit Ausnahme der passiven Partizipien mit spezifischerer Bedeutung.
Bei näherer Betrachtung der Letzteren würde sich zeigen, dass ihre Verwendung in NF eine Wortverbindung ergäbe, deren Bedeutung sich deutlich von der des Terminus unterschiede (perkama galia, einamā sąskaita, tekamas nedarbas, pereinama ekonomika, dauginamas multiplikatorius, koreguojamos operacijos). Die Bedeutung wäre erheblich anders, wenn die adjektivischen Bestandteile von Termini, die in allen Lehrbüchern in ĮF stehen, auch in NF verwendet würden (grynas nacionalinis produktas, grynas eksportas, gryni mokesčiai, grynos investicijos, bendras nacionalinis produktas, bendra pasiūla, bendra pusiausvyra). Umgekehrt ergäbe sich bei jenen Termini, deren sekundäre Bestandteile nicht in ĮF ausgedrückt werden oder bei denen der Gebrauch von ĮF schwankt, durch ĮF kein derart großer Bedeutungsunterschied (lankstus kursas ir lankstusis kursas, fiksuotas kursas ir fiksuotasis kursas, privatus sektorius ir privatusis sektorius, absoliutus pranašumas ir absoliutusis pranašumas, tobula konkurencija ir tobuloji konkurencija, natūralus nedarbas ir natūralusis nedarbas, visiškas užimtumas ir visiškasis užimtumas, nominali palūkanų norma ir nominalioji palūkanų norma, nepageidautina pusiausvyra ir nepageidautinoji pusiausvyra). Mit anderen Worten: Die Gründe für den Nichtgebrauch von ĮF können mit dem Bedeutungsfaktor zusammenhängen. Zugleich zeigt die Analyse auf intertextueller Ebene, dass viele der Termini, die tendenziell mit ĮF gekennzeichnet werden, in Lehrbüchern auch tendenziell definiert werden; Definitionen von Termini, die nicht oder nur in einigen Lehrbüchern mit ĮF gekennzeichnet sind, werden seltener formuliert. Sowohl den Bedeutungsfaktor als auch mögliche Zusammenhänge mit der Formulierung von Definitionen könnte jedoch nur ein umfassenderer Kontext deutlicher aufzeigen.
GEBRAUCH AUF TEXTEBENE
Termini werden in Lehrbüchern nicht nur definiert, sondern auch verwendet; ihr Gebrauch im Text zeigt Verbindungen zur Analyse des Terminusgebrauchs auf intertextueller Ebene. Jene Termini, die auf intertextueller Ebene mit ĮF gekennzeichnet werden, werden auch bei der Verwendung in Texten durch dieses Merkmal gekennzeichnet. Termini, bei denen festgestellt wurde, dass sie nicht mit ĮF gekennzeichnet werden, werden auch im Text nicht so gekennzeichnet. Am stärksten schwankt die Kennzeichnung mit ĮF im Text bei jenen Termini, deren Ausdrucksweise auf intertextueller Ebene als schwankend festgestellt wurde.
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Page 23Fälle einer konsequenten Ausdrucksweise
Termini, die auf intertextueller Ebene, also bei der Erläuterung von Begriffen oder der Formulierung von Definitionen, mit ĮF gekennzeichnet werden, werden auch bei der Verwendung von Termini in Texten durch dieses Merkmal gekennzeichnet. So kommen in Lehrbüchern keinerlei Belege für die Verwendung von NF bei den Termini grynasis nacionalinis produktas, grynasis vidaus produktas, grynasis eksportas, grynieji mokesčiai, grynosios pajamos, grynosios palūkanos, grynosios investicijos, grynasis kapitalizmas, grynoji ekonominė gerovė, grynųjų mokesčių sistema, bendrasis nacionalinis produktas, bendrasis vidaus produktas, bendroji paklausa, bendroji pasiūla, bendrosios paklausos kreivė vor; ebenso wenig finden sich Fälle, in denen Termini in ĮF-Texten nicht durch dieses Merkmal gekennzeichnet sind: perkamoji galia, perkamosios galios paritetas, einamoji sąskaita, tekamasis nedarbas, lyginamasis ar palyginamasis pranašumas, pereinamoji ekonomika, dauginamasis poveikis, koreguojamosios operacijos. Das Adjektiv bendras, –a wird in den Lehrbüchern zwar verwendet, doch handelt es sich bei diesen Belegen eindeutig um Fälle der Bezeichnung einer Eigenschaft: Im letzteren Fall ist das Gleichgewicht aller Märkte als Gesamtheit gemeint, d. h. das allgemeine Gleichgewicht Dav 243; Die Gesamtnachfrage ist die Summe der Nachfrage nach Endprodukten Sn₂ 125.
Auch im Text wird bei jenen Termini, die auf intertextueller Ebene nicht mit ĮF gekennzeichnet werden, kaum ĮF verwendet. Nur in NF erscheinen die Termini lankstus valiutos kursas und fiksuotas valiutos kursas, deren sekundäre Bestandteile ĮF annehmen könnten: Wir werden zwei extreme Wechselkurssysteme betrachten: flexible und feste Wechselkurse Dril 171; Bei flexiblem Wechselkurs verläuft die IS-Kurve passiv Dril 191; Ein wichtiges Argument der Befürworter flexibler Wechselkurse ist die Freiheit Jak₁ 255; Eine Alternative zum System flexibler Wechselkurse ist das System fester Wechselkurse Jak₂ 273; Bei festen Wechselkursen ist die Lage ganz anders Dav 363. In einigen Lehrbüchern wird auch der Terminus plaukiojantis valiutos kursas verwendet, ebenfalls ohne ĮF: Hier beschränken wir uns auf zwei Extremfälle – einen festen und einen floatenden Wechselkurs Sn₁ 468; Floatende Wechselkurse halten jedoch kurzfristig nicht die Kaufkraftparität aufrecht Jak₂ 279. Solche Termini werden nicht in allen Lehrbüchern definiert; selbst wenn eine Definition formuliert wird, ist der Terminus nicht mit ĮF gekennzeichnet: Regime des floatenden Wechselkurses (flotating/flexible exchange rate regime) – eine Methode der Wechselkursregulierung, bei der sich der Wechselkurs abhängig von Änderungen der Nachfrage oder des Angebots der Währung verändert, d. h. die Regierung nicht in den Devisenmarkt eingreift Sn₂ 469; System des festen oder festgesetzten Wechselkurses (Fixed Exchange Rate System) – eine Methode der Wechselkursregulierung, bei der sich die Regierung verpflichtet, einen bestimmten Wechselkurs aufrechtzuerhalten Dril 171.
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Page 24Das Adjektiv privatus, -i („privat“) wird in den Lehrbüchern insgesamt nur in der NF verwendet, auch wenn der Kontext zeigt, dass damit eine bestimmte Art bezeichnet wird und Eigenschaften einander gegenübergestellt werden: Es gibt Veränderungen der Beschäftigung im privaten und staatlichen Sektor Luk 107; Die moderne Wirtschaft kann nicht mehr allein auf privaten Ausgaben (C, I) beruhen. Sie benötigt auch Staatsausgaben (G), die für den Straßenbau, den Bau von Flughäfen und Schulen, das Bildungswesen, das Gesundheitswesen, die Sozialversicherung usw. erforderlich sind. Die Finanzpolitik kann sich gegen den privaten (C, I) oder den staatlichen Sektor (G) richten Dril 86; Als gesonderter Fall sind hier also öffentliche Güter (public goods) hervorzuheben. Anders als private Güter können sie von einer einzelnen Person konsumiert werden, ohne dass dadurch die Möglichkeit anderer Personen, sie gleichzeitig zu konsumieren, eingeschränkt wird Čieg 38. Die zweigliedrigen Termini privatusis sektorius, privačios išlaidos, privačios investicijos, privačios gėrybės („Privatsektor, private Ausgaben, private Investitionen, private Güter“) werden in den Lehrbüchern jedoch nicht definiert. Wohl nur in einem einzigen Lehrbuch wird der Terminus privačioji gėrybė („Privatgut“) definiert, und sein adjektivisches Glied steht in der ĮF: Reine öffentliche Güter und private Güter sind die Extremfälle wirtschaftlicher Güter Dav 219; Ein gemischtes Gut kann dem privaten oder dem öffentlichen Gut näherstehen Dav 219.
Nur in NF-Texten werden die adjektivischen Glieder der verwendeten Termini tobula konkurencija („vollkommener Wettbewerb“) und netobula konkurencija („unvollkommener Wettbewerb“) aufgeführt: Das Modell des vollkommenen Wettbewerbs wurde von K. Marx scharf kritisiert Čieg 33; Unter den Bedingungen vollkommenen Wettbewerbs bewegen sich die Preise auf ein Gleichgewicht zu, bei dem die nachgefragten und angebotenen Mengen übereinstimmen Jak2 44; Viele Hersteller sind auf Märkten mit unvollkommenem Wettbewerb tätig; die Preise der von ihnen verkauften Produkte werden kontrolliert Luk 94. Wie bereits erwähnt, werden diese Termini in makroökonomischen Lehrbüchern nicht definiert; im Kapitel zur Mikroökonomie werden die von ihnen bezeichneten Begriffe eher ausführlich erläutert. Doch auch bei der Erläuterung oder sogar Definition wird das adjektivische Glied des Terminus in der NF ausgedrückt: Das Modell des vollkommenen Wettbewerbs als ein auf Selbstregulierungsgesetzen beruhendes Wirtschaftssystem begann A. Smith zu entwickeln, der 1776 sein berühmtes „Der Wohlstand der Nationen“ verfasste, obwohl er diesen Begriff nicht verwendete Jak1 72; Die übrigen Märkte sind dagegen Varianten des unvollkommenen Wettbewerbs Dav 99; Man unterscheidet zwei Wettbewerbsformen – vollkommenen und unvollkommenen Wettbewerb. Vollkommener Wettbewerb ist Wettbewerb, bei dem es auf dem Markt viele Käufer und Verkäufer gibt und ein einzelner Käufer oder Verkäufer keinerlei Einfluss auf den Marktpreis hat. Unvollkommener Wettbewerb ist Wettbewerb, bei dem ein einzelner Käufer oder Verkäufer den Marktpreis beeinflussen kann Dav 73.
In einigen Lehrbüchern wird der Terminus visiškas užimtumas („Vollbeschäftigung“) eher erläutert als definiert; doch sowohl bei seiner Erläuterung oder Definition als auch bei der Verwendung des Terminus
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Page 25wird das adjektivische Glied in der ĮF nicht gekennzeichnet: Betrachten wir nun die Vollbeschäftigung (full employment). Vollbeschäftigung bedeutet also nicht Arbeitslosigkeit von null Čieg 121; Daher bedeutet der Begriff Vollbeschäftigung in der Wirtschaftstheorie nicht, dass die Arbeitslosenquote 0 Prozent beträgt. Vollbeschäftigung ist ein Beschäftigungsniveau, das der natürlichen Arbeitslosenquote entspricht und keinen untragbaren Inflationsanstieg verursacht Dav 271; Dieser Gleichgewichtszustand wird Vollbeschäftigung und einen höheren Wechselkurs der Landeswährung bedeuten Dav 381.
Der Terminus absoliutus pranašumas („absoluter Vorteil“) wird in einigen Lehrbüchern definiert, doch wird das adjektivische Glied des im Text verwendeten Terminus – anders als das adjektivische Glied des daneben verwendeten Terminus (pa)lyginamasis pranašumas („komparativer Vorteil“) – in der ĮF nicht ausgedrückt: Man sagt, dass jedes Land bei der Herstellung eines bestimmten Produkts einen absoluten Vorteil hat Dav 329; Dann ist es sinnvoll, wenn sich jedes Land auf die Herstellung des Produkts spezialisiert, bei dessen Herstellung es einen absoluten Vorteil hat, d. h. das es zu geringeren Kosten herstellen kann als sein Handelspartner Dav 329; Die USA haben demnach bei der Herstellung von Computern, Autos, Fernsehgeräten und Textilien einen absoluten Vorteil, Großbritannien dagegen bei der Herstellung von Schuhen und Glas. Der absolute Vorteil spielt jedoch in der Analyse eine indirekte Rolle Sn2 522.
Bei Terminusgliedern im Partizip, deren ĮF bei der Definition oder Erläuterung der Termini keineswegs bevorzugt wird, wird die ĮF auch bei der Verwendung der Termini in Texten nicht ausgedrückt: Der einzige nennenswerte Unterschied zwischen den ausgeglichenen Wachstumspfaden der Modelle von Solow und Ramsey–Casso–Koopman besteht darin, dass im Ramsey–Casso–Koopman-Modell kein ausgeglichener Wachstumspfad mit Kapitalbeständen möglich ist, die über dem Niveau der goldenen Regel liegen Čieg 394; Dies wird als Multiplikator des ausgeglichenen Haushalts (balanced budget multiplier) bezeichnet, der gleich 1 ist Čieg 168; Die garantierte Wachstumsrate G gewährleistet die vollständige Nutzung dieser KapazitätenW (warranted rate of growth) Čieg 391; Das verfügbare Einkommen zerfällt in Konsumausgaben und persönliche Ersparnisse Dril 59; Die Bevölkerung spart mehr, wenn sie ein höheres verfügbares Einkommen erzielt Dril 64; Wir werden es ein unerwünschtes Gleichgewicht nennen Dril 27; In diesem Kapitel erörtern wir die Faktoren des BNP-Wachstums, dessen zyklischen Charakter, die gesamtwirtschaftliche Nachfrage, das gesamtwirtschaftliche Angebot, das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht, das unerwünschte gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht sowie die wichtigsten Richtungen der Wirtschaftstheorie (klassische, keynesianische, monetaristische und angebotsorientierte), die auf die Beseitigung des unerwünschten Gleichgewichts abzielen Dril 21; Wenn sich die Menge des nationalen Produkts ausgleicht, ist es wichtig, tatsächliche und erwünschte Investitionen zu unterscheiden 179. Nur vereinzelt gibt es Ausnahmen; so wird in zwei von denselben Autoren erstellten Lehrbüchern die Form disponuojamosios pajamos („verfügbare Einkommen“) verwendet1, 156, Jak2 163, 164.
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Page 26Doch oft zeigt erst die Definition, dass eine oder andere im Text verwendete Wortverbindung ein Terminus ist: Unerwünschtes Gleichgewicht (Undesirable Equilibrium Level of GNP) ist die Übereinstimmung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage mit dem gesamtwirtschaftlichen Angebot, wenn keine Vollbeschäftigung erreicht ist Dril 27; Verfügbares Einkommen (YD – Disposable Income) ist der Teil des persönlichen Einkommens, der den Einwohnern nach Zahlung persönlicher (direkter) Steuern (auf Einkommen, Vermögen, Erbschaften usw.) verbleibt Dril 59. Dies zeigt sich auch an der ausdrücklichen Bezeichnung der verwendeten Wortverbindung als Terminus oder Begriff: Doch bevor wir den Terminus „Vollbeschäftigung“ (full employment) beschreiben, definieren wir anhand der sogenannten „traditionellen“ Klassifikation einige verschiedene Arten der Arbeitslosigkeit (unemployment) Čieg 116; Der Terminus „natürliche Arbeitslosigkeit“ bedeutet keineswegs, dass die Wirtschaft stets auf dem Niveau der natürlichen Arbeitslosigkeit arbeitet und ihr Produktionspotenzial ausschöpft Čieg 121; Daher wird anstelle von Vollbeschäftigung meist der Begriff der natürlichen Arbeitslosenquote verwendet Dril 37; Deshalb muss der Begriff der Vollbeschäftigung genau definiert werden Jak2 217. Andere Fälle ließen sich sowohl als Termini, d. h. als Beispiele für die Verwendung in terminologischer Bedeutung, als auch als Wortverbindungen auffassen, die eine Beschaffenheit oder Eigenschaft der Sache ausdrücken; solche Fälle finden sich in Texten recht häufig: Vollbeschäftigung ist das Ziel der Wirtschaftspolitik eines jeden Landes Dav 33; Daher kann sich ein gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht auch dauerhaft auf einem Niveau der BNP-Produktion einstellen und bestehen bleiben, das keine Vollbeschäftigung gewährleistet Dril 27; Mit geringerem Arbeitsstundenaufwand hat Litauen bei der Herstellung beider Güter einen absoluten Vorteil Jak2 260; Der Markt des vollkommenen Wettbewerbs beruht auf vollkommenem Wettbewerb Dav 99; Die meisten geben jedoch nicht ihr gesamtes Geld aus; ein Teil des verfügbaren Einkommens wird für späteren Konsum zurückgelegt, d. h. gespart Dril 61; Auf dem Markt kann sich auch ein unerwünschtes gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht einstellen (siehe Abb. 23) Dril 26; Unerwartete Inflation verteilt Vermögen um: Sie nimmt es den Gläubigern und überträgt es auf die Schuldner Jak2 232; Die Mitglieder des IWF können nach eigenem Ermessen sowohl einen festen als auch einen flexiblen Wechselkurs oder eine Mischform wählen Jak2 281. Davon lassen sich nur die Fälle eindeutiger unterscheiden, in denen das als adjektivisches oder partizipiales Nebenwortglied eines Terminus fungierende Wort die Prädikatsposition einnimmt: Der Litas ist an den US-Dollar „gebunden“, d. h. sein Wechselkurs ist fest: 4 Litas je 1 US-Dollar oder 0,25 US-Cent je 1 Litas Dril 173; Anders ausgedrückt: Wäre der Haushalt von Anfang an ausgeglichen, müsste sich die Finanzpolitik während eines Abschwungs in Richtung eines staatlichen Haushaltsdefizits bewegen Jak2 232; Wenn die Staatseinnahmen den Staatsausgaben entsprechen, ist der Haushalt ausgeglichen und der Haushaltssaldo beträgt null Sn2 159; Der Staatshaushalt ist ausgeglichen, wenn die Ausgaben den Einnahmen entsprechen Sn1 34; Abbildung 2.3 zeigt, dass
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Page 27Das allgemeine Gleichgewicht im Punkt E ist unerwünscht, da es entsteht, wenn das Preisniveau PE beträgt und das BNP-Produktionsvolumen YE Dril 27. Mit anderen Worten: Die Grenze zwischen einem Terminus und einem Fall, in dem eine Qualität oder Eigenschaft ausgedrückt wird und die durch die kodifizierte Norm zur obligatorischen Kennzeichnung von Termini mit ĮF gezogen werden soll, ist in einem zusammenhängenden Text – zumindest in einem Lehrbuch wie diesem, in dem häufig nicht nur Gegenstände genannt werden, um deren Eigenschaften gegenüberzustellen oder hervorzuheben, sondern auch die Eigenschaften selbst – nicht immer eindeutig. Gerade dies kann Schwierigkeiten bei der Kennzeichnung von Termini mit ĮF verursachen und dazu führen, dass NF als praktischer Universalfall gewählt wird. Andererseits wird NF sogar bei der Formulierung von Definitionen gewählt, also dort, wo die terminologische Bedeutung wesentlich deutlicher ausgedrückt wird. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Grenze zumindest in Texten dieser Art nicht nur unklar, sondern auch unscharf sein kann: Ein in einem Lehrbuch mit makroökonomischen Termini verwendeter Terminus, der nicht mit ĮF gekennzeichnet ist, kann dennoch als Terminus erkannt werden.
Fälle variierender Ausdrucksweise
Bei Termini, deren attributiver Bestandteil auf intertextueller Ebene mit ĮF variiert, treten Schwankungen auch auf der Textebene auf. So wird etwa in einem Lehrbuch bei der Definition des Terminus privalomasis rezervas NF verwendet: Die zentral festgelegte Höhe der Bankreserve wird als Pflichtreserve bezeichnet. Dies ist die Mindesthöhe der Reserven, die Banken jederzeit überschreiten können Dav 303. Auch im Folgenden wird NF angestrebt: Wenn die Pflichtreservesatz 10 Prozent beträgt, ist der Multiplikatoreffekt des Bankensystems gleich 4–5 Dav 305; Die Pflichtreserven der Banken werden als Einlagen dieser Banken bei der Zentralbank gebildet. Für verschiedene Arten einzelner Konten können unterschiedliche Pflichtreservesätze festgelegt werden Dav 309. Im Text wird jedoch auch ĮF verwendet: Durch die Senkung der Pflichtreserven nimmt die Geldmenge zu und umgekehrt Dav 309. Ein anderes Lehrbuch führt ein Synonym des Terminus an, das ĮF aufweist: Der Pflichtreservesatz (required reserve ratio) ist die Mindestmenge an Bargeld, die die Zentralbank als Prozentsatz der gesamten Einlagen der Geschäftsbanken festlegt und die von den Banken als Reserve gehalten werden muss Sn₂ 262. Doch hier wird dasselbe Synonym sowohl mit NF als auch mit ĮF verwendet: Die Zentralbank kann mehr Geld als Reserve halten, aber nicht weniger als die geforderte Reserve. Wir werden verfolgen, wie sich eine Änderung des geforderten Reservesatzes auf das Geldangebot auswirkt Sn₂ 262.
Auch die Verwendung anderer Termini, über deren Ausdrucksform bei der Formulierung von Definitionen auf intertextueller Ebene keine Einigkeit besteht, variiert im Text. So wird in einem Lehrbuch als Terminus für den zu definierenden Begriff natūralusis nedarbo lygis gewählt: Ein bestimmtes Niveau der Arbeitslosigkeit, etwa im Zusammenhang mit den Ursa-
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Page 28chen, die friktionelle und strukturelle Arbeitslosigkeit hervorrufen, ist in der modernen Marktwirtschaft unvermeidlich und wird als n a t ü r l i c h e Arbeitslosenquote bezeichnet Dav 271. Im weiteren Verlauf wird jedoch auch NF verwendet: Die tatsächliche und die erwartete Inflation stimmen überein, und die Arbeitslosigkeit nähert sich der n a t ü r l i c h e n Arbeitslosenquote Dav 275–276; Diese Kurve zeigt, dass die Wirtschaft bei n a t ü r l i c h e r Arbeitslosenquote bei jedem beliebigen Inflationsniveau ein Gleichgewicht wählen kann Dav 276. In einem anderen Lehrbuch weist nur das partizipiale Attribut eines der beiden definierten Termini ĮF auf – expansive (billige) Geldpolitik und restriktive (teure) Geldpolitik Dril 114 –, doch im Text werden die Partizipien, die als attributive Bestandteile beider Termini fungieren, mit ĮF verwendet: Ist der Zinssatz im Land hoch, ist eine e x p a n s i v e Geldpolitik geeigneter; ist er niedrig, eine r e s t r i k t i v e Haushaltspolitik, da diese den Zinssatz erhöht Dril 139.
Besonders häufig schwankt der Gebrauch von ĮF und NF bei Termini, die mit den Adjektiven realus, –i und nominalus, –i gebildet sind. Die pronominale Form dieser Adjektive wird eher nur bei der Definition von Termini gewählt, etwa bei realusis bendrasis nacionalinis produktas und nominalusis bendrasis nacionalinis produktas; doch auch bei ihrer Verwendung im Text kommt die Ausdrucksform NF vor: Wirtschaftswachstum ist ein Prozess, der sich in einem Anstieg des r e a l e n BNP äußert Luk 81; Eine sich beschleunigende Inflation bremst das Wachstum des r e a l e n Nationaleinkommens und führt später auch zu dessen Rückgang Luk 98. In einem anderen Lehrbuch wird der Terminus realusis BVP definiert, doch auch im Text wird NF verwendet: Gleichzeitig ändern sich der Gleichgewichtspunkt und die ihm entsprechende Höhe des r e a l e n BIP. So wird der Zusammenhang zwischen Preisen und der Höhe des r e a l e n BIP bestimmt, d. h. die gesamtwirtschaftliche Nachfragekurve (Abb. 12.16) Dav 263. Variationen treten sogar innerhalb desselben Absatzes auf: Bei der Berechnung des Volumens der Endprodukte und Dienstleistungen zu tatsächlichen Preisen wird das nominale (oder monetäre) BNP ermittelt, bei der Berechnung zu vergleichbaren Preisen das r e a l e BNP. Ein Anstieg des r e a l e n Bruttonationaleinkommens über einen bestimmten Zeitraum wird als Wirtschaftswachstum bezeichnet Jak₁ 148. Nach der Definition des Terminus nominalusis BVP Čieg 63 wird im Text ebenfalls NF verwendet: Die Unterschiede zwischen den Begriffen des n o m i n a l e n und des realen BNP ermöglichen neben dem Verbraucherpreisindex (VPI) und dem Erzeugerpreisindex (EPI) einen weiteren, sehr weit verbreiteten Inflationsindikator zu erstellen – den impliziten BNP-Deflator (oder BNP-Preisindex) Čieg 65.
In anderen Fällen besteht eine noch stärkere Tendenz, die Adjektive realus, –i und nominalus, –i in der NF zu verwenden: Die Wirtschaft bleibt im Zustand der Vollbeschäftigung, jedoch mit höheren Preisen und n o m i n a l e n Löhnen Dril 45; So erreichte beispielsweise nach der Rezession von 1981–1982 das n o m i n a l e Lohnniveau gerade das Vorkrisenniveau Luk 97; Investitionen sind eine wirtschaftliche Tätigkeit, bei der Ressourcen zur Schaffung neuen realen Kapitals ver-
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Page 29wendet werden Luk 100; Verschiebungen der Budgetgeraden zeigen auch Veränderungen der realen Konsumenteneinkommen Jak₁ 53. Definitionen dieser Termini werden jedoch in Lehrbüchern häufig nicht formuliert; eine Erläuterung in einem Lehrbuch würde zudem einen möglichen Grund offenlegen – alle wirtschaftlichen Größen lassen sich in reale und nominale einteilen: Wenn vom BNP die Rede ist, muss zwischen nominalem BNP und realem BNP unterschieden werden. Bevor wir diese jedoch erörtern, wollen wir das Problem nominaler und realer Größen genauer betrachten. Bereits im 19. Jahrhundert stellten der berühmte Philosoph D. Hume (1711–1776) und seine Zeitgenossen die Annahme auf, alle wirtschaftlichen Größen müssten in zwei Gruppen eingeteilt werden. Die erste Gruppe bilden nominale Variablen, d. h. Größen, die in Geldeinheiten gemessen werden, die zweite reale Variablen, d. h. Größen, die in physikalischen Einheiten gemessen werden. So zählt beispielsweise der Weizenpreis zu den nominalen Variablen, da er in Litas, Euro oder Dollar gemessen wird, während die Weizenernte zu den realen Variablen zählt, da sie in Zentnern oder Tonnen gemessen wird Čieg 62. Diese Möglichkeit veranlasst Lehrbuchautoren wahrscheinlich dazu, die Adjektive realus, -i und nominalus, -i eher zur Bezeichnung von Eigenschaften zu verwenden. Andererseits werden in diesen Fällen wirtschaftliche Größen benannt, wie auch bei realusis BNP oder nominalusis BNP, und vermutlich veranlasst dies Autoren anderer oder sogar derselben Lehrbücher, ĮF zu wählen: Mit steigenden Lebenshaltungskosten müssen die nominalen Verbrauchereinkommen entsprechend erhöht werden Dril 52; Ein Anstieg des Realzinssatzes verringert die reale Geldnachfrage, da die Kosten der Haltung realer Geldbestände steigen Dril 43.
In zwei Lehrbüchern werden jedoch einige dieser Begriffe definiert, und zur Benennung des definierten Begriffs wird ĮF gewählt: realusis darbo užmokestis Sn₁ 104, Sn₂ 105. Der definierte Terminus wird auch im Text konsequent verwendet: Denken Sie daran, dass Arbeitslosenquote und Reallohn in einem umgekehrten Verhältnis zueinander stehen Sn₂ 446; Ob der erwartete Reallohn mit dem Gleichgewichtsreallohn übereinstimmt oder nicht, hängt von der Genauigkeit der Inflationsprognosen ab Dies legt die Annahme nahe, dass ĮF und NF aufgrund des nicht hinreichend gefestigten oder nicht hinreichend klaren Status der Wortverbindung als Terminus variieren und dass die Schwankungen beim Gebrauch von ĮF mit zunehmender Klarheit oder Festigung dieses Status im Laufe der Zeit abnehmen sollten.
Eine solche Annahme scheint durch die Gebrauchstendenzen bei anderen Termini bestätigt zu werden. So besteht in Lehrbüchern, in denen keine Definition des Terminus potencialusis bendrasis nacionalinis produktas (BNP) formuliert wird, eher eine Tendenz, das Adjektiv potencialus, -i nicht mit ĮF zu verwenden: Die natürliche Arbeitslosenquote ist eine Arbeitslosenquote, die bei einem möglichen (potenziellen) BNP entsteht und friktionelle sowie strukturelle Arbeitslosigkeit umfasst Jak₁ 230; Die natürliche Arbeitslosenquote (NUR –
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Page 30Natural Rate of Unemployment) – Arbeitslosigkeit, die entsteht, wenn das potenzielle BIP erreicht wird und konjunkturelle sowie strukturelle Arbeitslosigkeit die zulässigen Grenzen nicht überschreiten Dril 37. In dem Lehrbuch, in dem der Begriff formuliert wird, wird dieses Adjektiv jedoch nicht nur in der Definition, sondern auch bei der Verwendung des Terminus im Text als bestimmte Form verwendet: Potenzialprodukt (mögliches Bruttoinlandsprodukt [Bruttonationalprodukt]) (Yp – potential gross domestic (national) product) – das höchste Niveau der tatsächlichen Produktion, das eine Volkswirtschaft innerhalb eines bestimmten Zeitraums bei vollständiger Nutzung aller verfügbaren Produktionsfaktoren erreichen kann Sn₂ 142; Damit die Produktion das durch Punkt B bezeichnete Niveau des potenziellen Nationalprodukts erreicht, müssen die Gesamtausgaben steigen Sn₂ 153; Die Produktion wird das durch Punkt A bezeichnete Niveau des potenziellen Nationalprodukts nicht erreichen; Arbeitskräfte bleiben ungenutzt Sn₂ 153. Auch die Verwendung des Terminus Freihandel, dessen Definition in sieben Lehrbüchern formuliert wird, ist konsequenter: Sowohl bei der Definition des Terminus als auch bei seiner Verwendung erscheint die bestimmte Form: Freihandel (Free Trade) – internationaler Handel ohne Zölle und Beschränkungen Dril 163; Die am weitesten verbreiteten Formen des Freihandels sind Freihandelszonen (Regionen), Zollunionen und freie Wirtschaftszonen Luk 141; Der Freihandel hat neben Vorteilen auch viele Nachteile; daher richtet sich die Außenhandelspolitik der Staaten auf den Protektionismus aus Jak₁ 246. Der Terminus freier Markt wird in den Lehrbüchern nicht definiert; daher wird das gleichlautende Adjektiv als Bestimmungswort sowohl in bestimmter als auch in unbestimmter Form verwendet: Die weltweite Erfahrung hat schließlich gezeigt, dass das effizienteste Wirtschaftssystem ein gemischtes ist, in dem nicht die Planwirtschaft, sondern die Beziehungen des freien Marktes vorherrschen Čieg 34; In einer gemischten Wirtschaftsordnung spielen sowohl der Staat als auch der private Sektor (Unternehmen und Verbraucher) eine wichtige Rolle bei der Zuteilung der Produktionsfaktoren, der Gestaltung der Verteilungs- und Verbrauchsstruktur sowie der Aufteilung der Wirtschaft in zwei Sektoren: den freien Markt und die staatliche Regulierung Čieg 34.
All dies scheint darauf hinzudeuten, dass bestimmte und unbestimmte Formen schwanken sollten, solange die Wortverbindung eher als Bezeichnung einer Eigenschaft oder Qualität aufgefasst wird und noch keinen eindeutigen Terminusstatus erlangt hat; mit der Klärung und Festigung dieses Status sollte sich jedoch die bestimmte Form durchsetzen. Mindestens zwei Umstände lassen daran allerdings zweifeln. Erstens gibt es, wie sich bereits gezeigt hat, Termini, deren adjektivisches oder partizipiales Bestimmungswort auch bei der Formulierung der Definition nicht in der bestimmten Form steht, das heißt, obwohl die Wortverbindung eindeutig Terminusstatus erlangt hat. Das Ergebnis des Schwankens zwischen bestimmter und unbestimmter Form muss also nicht unbedingt die Durchsetzung eines Terminus mit bestimmter Form sein. Zweitens ist aus den Lehrbüchern ersichtlich, obwohl sie nur einen vergleichsweise kurzen Zeitraum abdecken, dass eine spätere Lehrbuchauflage nicht notwendigerweise die Durchsetzung der bestimmten Form oder eine Abnahme der Schwankungen zeigt.
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Page 31FAKTOR DER TEXTREDAKTION
Von den Lehrbüchern zur Makroökonomie bzw. Wirtschaftstheorie gibt es verschiedene Auflagen, was eine einfache Überprüfung ermöglicht, ob die Verwendung der bestimmten Form von der jeweiligen Lehrbuchauflage abhängt. Für eine solche Analyse wurden jeweils zwei Lehrbuchauflagen ausgewählt, zwischen denen ein vergleichsweise kurzer Zeitraum liegt.
Ein Lehrbuch, das von dreizehn Dozenten der Technischen Universität Kaunas, V. Snieška, V. Baumilienė, D. Bernatonytė u. a., verfasst wurde, Makroekonomika, erschien 2005; ein weiteres, das im Wesentlichen ebenfalls von demselben Autorenteam (mit einem anderen Autor) verfasst wurde und als dritte, überarbeitete und ergänzte Auflage ausgewiesen ist, erschien 2008. Beide Lehrbücher wurden vom selben Verlag herausgegeben, doch sind unterschiedliche Sprachredakteurinnen angegeben. Die Ausgabe von 2005 ist umfangreicher, da am Ende jedes Kapitels Zusammenfassungen, Selbstkontrollaufgaben und ein Literaturverzeichnis zum Weiterlesen stehen. Ein Textvergleich zeigt, dass sich die Texte häufig lediglich durch sprachliche Korrekturen unterscheiden.
Im Lehrbuch der Ausgabe von 2005 (Sn1) werden fast alle Termini definiert, die zentrale makroökonomische Begriffe bezeichnen, und bei fast allen steht das adjektivische Bestimmungswort in der bestimmten Form: Offenmarktgeschäfte 285, der absolute Vorteil 564, die Hypothese des absoluten Einkommens 113, die vollkommene Kapitalmobilität 538, das Modell unvollkommener Information 506, die natürliche Arbeitslosenquote 440, der nominale Zinssatz 125, der reale Zinssatz 125, das nominale Geldangebot 225, das reale Geldangebot 225, die nominale Geldnachfrage 235, die reale Geldnachfrage 225, das Regime flexibler Wechselkurse 531, das Regime fester Wechselkurse 530, expansive Geldpolitik und restriktive Geldpolitik 295, die garantierte Wachstumsrate 407, induzierte Investitionen 128, ungeplante Investitionen 145, erwartete Inflation 483, unerwartete Inflation 486, der erwartete reale Zinssatz 484, schleichende Inflation und galoppierende Inflation 462, die Mindestreservequote 259. In der bestimmten Form erscheinen sogar Adjektive mit dem Suffix –iškas: Vollbeschäftigung 440, der Haushalt bei Vollbeschäftigung 203, tatsächliche Preise 65, die tatsächliche Wachstumsrate 407, der tatsächliche reale Zinssatz 484.
Bei der Formulierung von Definitionen steht das Bestimmungswort vieler dieser Termini auch im Lehrbuch der Ausgabe von 2008 (Sn2) in der bestimmten Form. Obwohl diese Ausgabe später erschien, gibt es hier jedoch mehr Fälle, in denen die bestimmte Form nicht verwendet wird: In unbestimmter Form stehen die Bestimmungswörter sowohl bei zweigliedrigen Termini absoluter Vorteil 517, ungeplante Investitionen 131, induzierte Investitionen 123, erwartete Inflation 449, unerwartete Inflation 452 als auch bei mehrgliedrigen Termini Offenmarktgeschäfte 255, garantierte (gesicherte) Wachstumsraten 361, das Regime flexibler Wechselkurse 468, des realen Konjunkturzyklus
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Page 32theorie 499, flexibler Zinssatz 597 sind mögliche Bestimmungswörter in der bestimmten Form. Auch Bestimmungswörter mit Ableitungen auf –iškas, –a stehen nicht in der bestimmten Form: Vollbeschäftigung 399, Haushalt bei Vollbeschäftigung 191, tatsächliche Preise 70, tatsächliche Wachstumsraten 361, tatsächlicher realer Zinssatz 450.
Entsprechend unterscheidet sich auch die Verwendung der bestimmten Form im Text. Im Lehrbuch der Ausgabe von 2005 stehen alle aufgeführten Termini auch im Text in der bestimmten Form: Die FRS kontrolliert jedoch die Diskontpolitik nicht so wie die Offenmarktgeschäfte, und eine Änderung der Diskontpolitik ist viel schwieriger als die Durchführung von Offenmarktgeschäften Sn1 292; Jedes Land spezialisiert sich auf die Lieferung jenes Produkts, bei dessen Herstellung es einen absoluten Vorteil hat Sn1 564; Abb. 4.2. ungeplante Investitionen sind durch senkrechte Pfeile dargestellt Sn1 145; Da das System fester Wechselkurse nicht mit den nominalen und realen Verzerrungen der Weltwirtschaft fertigwerden konnte, wurde es durch ein System flexibler Wechselkurse ersetzt Sn1 607; Offensichtlich bleibt im System fester nominaler Wechselkurse nur die zweite Möglichkeit, bei flexiblen Wechselkursen dagegen beide Sn1 546; Um ein Kriterium zu finden, mit dessen Hilfe sich die Angemessenheit der von der Regierung betriebenen Fiskalpolitik beurteilen lässt, wurde das Konzept des Vollbeschäftigungshaushalts entwickelt Sn1 203. Im Lehrbuch der Ausgabe von 2008 werden die in den Definitionen nicht in bestimmter Form stehenden Termini auch im Text in unbestimmter Form verwendet: Die FRS kontrolliert die Diskontpolitik jedoch nicht generell so, wie sie Offenmarktgeschäfte kontrolliert, und eine Änderung der Diskontpolitik ist viel schwieriger als Offenmarktgeschäfte Sn2 262; Jedes Land spezialisiert sich auf die Lieferung jenes Produkts, bei dessen Herstellung es einen absoluten Vorteil hat Sn2 517 usw.
Im Lehrbuch der Ausgabe von 2005 stehen auch jene Termini in der bestimmten Form, deren Definitionen nicht angegeben werden: Der Multiplikator des ausgeglichenen Haushalts ist gleich eins 196; Daher ist ein unausgeglichener Haushalt durchaus gerechtfertigt, wenn die Regierung eine entsprechende Fiskalpolitik betreibt 203; Viele Ökonomen haben erkannt, dass gerade die Regierung und nicht der private Sektor zur Quelle wirtschaftlicher Instabilität wurde 340; Das reale Einkommen ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, der den Kapitalumfang bestimmt 131; Die Gesamtwirkung der Staatsausgaben und der proportionalen Steuern auf das Gleichgewichtseinkommen wird in Abb. 5.17 dargestellt 198. Im Lehrbuch der Ausgabe von 2008 wird in all diesen Fällen die unbestimmte Form verwendet: Der Multiplikator eines ausgeglichenen Haushalts ist gleich eins 183 usw.
Im Lehrbuch der Ausgabe von 2005 wird selbst bei der Erörterung der Möglichkeit, alle Variablen in reale und nominale einzuteilen, die bestimmte Form verwendet: Bereits im 18. Jahrhundert behauptete D. Hume, ein berühmter schottischer Philosoph, dass die Geldmenge im Land keinen Einfluss auf dessen realen Wohlstand habe, und stimmte der Quantitätstheorie des Geldes zu, indem er den Vorschlag
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Page 33… sämtliche ökonomischen Variablen in zwei Gruppen einzuteilen: n o m i n a l e Variablen, Größen, die durch einen Wertausdruck bestimmt werden; r e a l e Variablen, Größen, die in physischen, natürlichen Einheiten bestimmt werden. Zum Beispiel ist der Preis von Tomaten oder Äpfeln eine n o m i n a l e Variable, da er in Litas oder anderen Geldeinheiten angegeben wird, während die Größe der Gemüse- oder Obsternte eine r e a l e Variable ist, da sie in Tonnen oder Zentnern bestimmt wird 505. Im Lehrbuch von 2008 wird eine Lösung gewählt, die sich weder durch Neutralisierungsfälle noch durch die in der kodifizierten Norm vorgesehenen Ausnahmen oder andere Regelmäßigkeiten erklären lässt: In den PF wird ausschließlich das Adjektiv real verwendet (real variable, reale Variablen), während nominal in den NF erscheint (nominale Größe, nominale Variablen) Sn2 499–500.
Die Verwendung der PF unterscheidet sich auch in zwei von anderen Autoren verfassten Lehrbüchern – in Ekonomikos teorijos pagrindai von A. Jakutis, V. Petraškevičius, A. Stepanovas, L. Šečkutė und S. Zaicevas, erschienen 2000, sowie in der sechsten, überarbeiteten und ergänzten Auflage des von denselben Autoren verfassten Lehrbuchs Ekonomikos teorija, die 2007 herauskam. Das 2007 erschienene Lehrbuch ist eine erweiterte oder überarbeitete Auflage; darin sind jedoch auch sprachliche Korrekturen festzustellen, obwohl bereits im 2000 erschienenen Lehrbuch eine Sprachredakteurin angegeben war. So wurde anstelle des Terminus atstatymo investicijos Jak1 152 bereits die im Hinblick auf die Sprachnormen vorzuziehende Form atnaujinimo investicijos Jak2 159 verwendet, anstelle von neatstatomieji ištekliai Jak1 233 – neatkuriamieji ištekliai Jak2 247. Anstelle aktiver Partizipien (apribojanti fiskalinė politika Jak1 193, orientuojančiosios sekos Jak1 185) werden in den Termini für die Terminologie akzeptablere Passivpartizipien verwendet (apribojamoji fiskalinė politika Jak2 203, orientuojamosios sekos Jak2 194). Die PF von Partizipien, die mit einem Adverb oder einem Kasus verbunden sind, wurden durch NF ersetzt; die Termini reguliuojamai plaukiojantiejį valiutos kursai Jak1 260, netiesiogiai susijusieji valiutos kursai Jak1 261, krepšiu susijusieji valiutos kursai Jak1 262 erscheinen nun als reguliuojamai plaukioj ant ys valiutos kursai Jak2 280, netiesiogiai susiję valiutos kursai Jak2 281, krepšeliu susiję valiutos kursai Jak2 281.
Die sprachlichen Korrekturen betreffen auch die Verwendung der PF. So waren im Lehrbuch von 2000 die Termini ohne PF atviros rinkos operacijos Jak1 206, privalomas rezervas Jak1 206, varžanti (restrikcinė) monetarinė politika Jak1 219 bereits als atvirosios rinkos operacijos Jak2 217, privalomasis rezervas Jak2 216, varžančioji (restrikcinė) monetarinė politika Jak2 219 wiedergegeben. Auch im Text werden die Termini etwas konsequenter verwendet. So wurde in der Ausgabe von 2000, nachdem der Terminus realusis BNP definiert worden war, unmittelbar daneben die NF verwendet: R e a l a u s bendrojo nacionalinio produkto padidėjimas per tam tikrą laikotarpį vadinamas ekonominiu augimu Jak1
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Page 34148. In der Ausgabe von 2007 wird in diesem Fall bereits die PF verwendet: Realiojo bendrojo nacionalinio produkto padidėjimas per tam tikrą laikotarpį vadinamas ekonominiu augimu Jak2 148. Viele definierte, erläuterte und verwendete Termini sind jedoch auch im Lehrbuch von 2007 im Unterschied zu dem besprochenen Lehrbuch anderer Autoren von 2005, das sich durch regelmäßige Verwendung der PF auszeichnet, nicht mit PF gekennzeichnet: atvira ekonominė sistema und uždara ekonominė sistema Jak2 157, šliaužianti infliacija [Anmerkung: Text unsicher]
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PRONOMINAL FORMS IN THE TERMINOLOGY OF MACROECONOMICS: USAGE PATTERNS AND REASONS FOR FLUCTUATIONS
S u m m a r y
The article investigates the usage of pronominal forms (hereinafter referred to as PF) in terminology on the basis of the terminology of macroeconomics, which is a component of economic theory. It is aimed at establishing usage patterns and reasons for fluctuations by selecting a wide context material, i.e. macroeconomics textbooks for higher schools. After establishing how PFs tend to be used on the intertextual level, the PF usage is investigated on the textual level. A certain compliance is determined: those terms, which have a tendency to be defined by using only a pronominal or non-pronominal form in the subordinate component in all textbooks, are accordingly used within the text, i.e. the subordinate component of the term is regularly expressed by using a pronominal or non-pronominal form, while those terms, which have a tendency to be defined in the textbooks by using a PF in the secondary component in a fluctuant manner, are expressed within the text by irregular PF usage.
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Įvardžiuotinės formos makroekonomikos terminijoje: vartojimo dėsningumai ir svyravimų priežastys
Page 37When studying such cases of irregular usage, it is established that the boundary between denoting a specific meaning and denoting a peculiarity is often insignificant and unclear; consequently, a non-pronominal form is selected as a universal one, and the uncertainty of this boundary is thus reflected. In these cases, PFs do not perform as obvious distinctive function as they do in the cases of regular usage. These might be the factors determining fluctuations of the PF usage in the terminology. However, the comparison of different editions of the textbooks prepared by the same authors allows a conclusion that regularity or irregularity of PFs usage is significantly influenced by the quality of text preparation in linguistic terms. Consequently, the further destiny of PFs usage in the terminology will mostly depend not only on objective factors, but also on the level of textbook preparation in linguistic terms.
Gauta 2019-10-14
Ramunė Vaskelaitė
Lietuvių kalbos institutas
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Terminologija | 2019 | 26
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