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GRAMATINĖS KATEGORIJOS IR JŲ RAIDA

LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI XVIII (1978)

A. RUŽĖ

TEMPORALE KONSTRUKTIONEN DER GEGENWÄRTIGEN LITAUISCHEN LITERATURSPRACHE MIT DEM GENITIV UND PRÄPOSITIONEN

0. EINLEITENDE BEMERKUNGEN

0.1. In der gegenwärtigen litauischen Literatursprache sind temporale Konstruktionen1, deren Hauptglied eine Verbform und deren abhängiges Glied der Genitiv eines Substantivs oder eines substantivisch gebrauchten Wortes mit Präpositionen ist, ziemlich produktiv, weit verbreitet und zeichnen sich durch eine beträchtliche Bedeutungsvielfalt aus. Der Genitiv ohne Präpositionen wird zur Bildung temporaler Konstruktionen ansonsten nur sehr eingeschränkt verwendet – nur bei Verben mit dem negativen Präfix ne-, z. B.: Eine Stunde hält er es nicht ohne Arbeit aus (Grl). In solchen Fällen wird das als abhängiges Glied fungierende Substantiv gewöhnlich zusätzlich durch die negativen Partikeln nė, nei hervorgehoben, z. B.: Nicht einmal einen Monat hielt ich es aus – ich spuckte aus und ging (BilR₁ I 79); Nimm nur auch die Truhe mit; nicht eine Stunde lang will ich sie in meinem Haus behalten! BalčAP 163.

Das Hauptglied temporaler Konstruktionen mit Genitiv und Präpositionen ist lexikalisch unbeschränkt – es können Verben verschiedenster Bedeutungen auftreten. Das abhängige Glied kann, wie wir im Folgenden sehen werden, nicht nur aus dem Genitiv von Substantiven, sondern auch aus dem Genitiv substantivisch gebrauchter Pronomen und in bestimmten Fällen von Zahlwörtern mit Präpositionen bestehen.

Eines der wichtigsten Strukturelemente temporaler Konstruktionen mit Genitiv und Präpositionen ist die Präposition. Daher ist es zunächst sinnvoll, kurz zu klären, welche grammatische und lexikalische Rolle die Präposition in der Konstruktion insgesamt spielt.

0.2. In der sprachwissenschaftlichen Literatur besteht keine einheitliche Auffassung über die grammatischen und lexikalischen Eigenschaften der Präposition. Zweifellos weisen die Präpositionen analytischer Sprachen die einen, die Präpositionen synthetischer Sprachen andere spezifische Merkmale auf, doch haben Präpositionen in beiden Fällen viele gemeinsame Eigenschaften. Eine dieser grundlegenden Eigenschaften der Präpositionen ist, dass sie wie andere Funktionswörter innerhalb einer Konstruktion keine selbstständigen syntaktischen Einheiten sind (vgl. И. И. Мещанинов 1945: 295), sondern lediglich eine syntaktische Dienstfunktion erfüllen und eine bestimmte syntaktische Beziehung zwischen Wörtern ausdrücken (siehe A. Daużat 1947: 343; В. Н. Ярцева 1955: 440; Е. Т. Черкасова 1967: 11; В. Г. Адмони 1973: 6). Die Präpositionen des Litauischen (siehe Lietuvių kalbos gramatika, 1965: 38; 1971: 577) zeigen ebenso wie die anderer Sprachen (vgl. В. В. Виноградов 1972: 531; Грамматика современного русского литературного языка 1970: 311; Mūsdienu latviešu literārās valodas gramatika 1959: 720; Сучасна українська літературна мова 1969: 474; S. Szober 1966: 104; Die deutsche Sprache 1970: 904–905) die syntaktischen Beziehungen eines Substantivs oder eines substantivisch gebrauchten Wortes zu anderen

1Als temporale Konstruktionen oder kurz Konstruktionen werden hier Wortverbindungen bezeichnet, die Zeitbeziehungen ausdrücken.

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mit selbstständigen Wörtern. In temporalen Konstruktionen kennzeichnen Präpositionen die syntaktische Beziehung eines Substantivs, eines substantivisch gebrauchten Pronomens und bisweilen auch eines Numerales zum Verb, z. B.: sah ← nach dem Mittagessen, ich werde kommen ← vor dir, es wurde dunkel ← nach sieben.

0.3. Und in welchem Verhältnis steht die Präposition zum Kasus des Substantivs oder eines substantivisch verwendeten Wortes?

In der linguistischen Literatur wird sehr häufig die Gleichheit der syntaktischen Funktionen von Präposition und Kasus hervorgehoben (vgl. А. М. Пешковский 1956: 40; W. Schmidt 1967: 125; Ch. J. Fillmore 1968: 15; T. A. Репина 1968: 92); die Präposition gilt als Formans (И. И. Мещанинов 1945: 296), als eine Art Morphem, das einer Kasusendung gleichkommt (J. Kurylowicz 1960: 132, 134–135, 143; J. Kilius 1974: 52). V. Vinogradov weist mit Blick auf die Präpositionen der russischen Sprache darauf hin, dass sich die Bedeutung der Präpositionen abstrahiert und der Bedeutung von Kasuspräfixen ähnlicher wird (1972: 546), und dass die Last des grammatischen Ausdrucks von der Kasusform auf die Präposition übergeht (1972: 140). Nicht wenige Linguisten merken an, dass die Präposition die Kasusbedeutung ergänzt und präzisiert (siehe А. А. Шахматов 1941: 275–276; R. Jakobson 1936: 246; A. Dauzat 1947: 343; В. В. Виноградов 1972: 531; В. М. Никитевич 1963: 78–79). Andererseits lässt sich in einer Präpositionalgruppe keine selbstständige Kasusbedeutung erkennen; die Kasusformen können nicht getrennt von der Präposition betrachtet werden (vgl. А. В. Исаченко 1954: 132–134). So bilden in der Präpositionalgruppe kam nach dem Mittagessen die Präposition nach und der Genitiv eine syntaktische Einheit, die Zeit bezeichnet, während der Genitiv in der kasusmarkierten Konstruktion kam zum Mittagessen lediglich ein Ziel bezeichnet. In diesem Artikel wird die Auffassung vertreten, dass die Präposition ihrer syntaktischen Funktion nach der Kasusendung nahekommt und mit dem Kasus ein syntaktisches Ganzes bildet, das Funktion und Bedeutung nach einem selbstständigen Kasus entspricht, vgl.: sprach während der Versammlung und sprach auf der Versammlung, es regnete zur Mittagszeit und es regnete am Mittag.

0.4. Obwohl sich die Präposition hinsichtlich ihrer syntaktischen Funktion im Wesentlichen nicht von der Kasusendung unterscheidet, ist sie doch kein Morphem, sondern ein eigenständiges Wort – zwar kein selbstständiges, aber ein Funktionswort. Hat die Präposition also eine lexikalische Bedeutung? Ist sie als selbstständiges lexikalisches Element der Konstruktion anzusehen?

In der Literatur herrschen zur lexikalischen Bedeutung der Präposition zwei Auffassungen vor. Einige Linguisten erkennen der Präposition ausschließlich eine syntaktische Funktion zu (Ф. Ф. Фортунатов 1956: 169–170; А. А. Шахматов 1941: 281; А. М. Пешковский 1956: 39–40; Л. В. Щерба 1974: 82; И. И. Мещанинов 1945: 295; J. Kurylowicz 1960: 132, 134–135, 143), während andere darauf hinweisen, dass die Präposition neben ihrer grammatischen Bedeutung auch eine stärkere oder schwächere lexikalische Bedeutung besitzt (В. В. Виноградов 1972: 531; В. Н. Ярцева 1955: 440; А. И. Смирницкий 1957: 88; Е. Т. Черкасова 1967: 11–15; В. М. Жирмунский 1961: 4; Г. В. Царева 1969: 38). In der akademischen Grammatik wird festgestellt, dass Präpositionen keine selbstständige lexikalische Bedeutung haben (Lietuvių kalbos gramatika 1971: 577). Ihre lexikalische Bedeutung sei, wie bei Funktionswörtern allgemein, mit der grammatischen Bedeutung verschmolzen (Lietuvių kalbos gramatika 1965: 32) und erschließe sich in den Wortverbindungen, in denen Präpositionen verwendet werden (Lietuvių kalbos gramatika 1971: 577). Auch in dieser Arbeit werden Präpositionen nicht als selbstständige lexikalische Einheiten temporaler Konstruktionen betrachtet; bei der Beschreibung der lexikalischen Zusammensetzung präpositionaler temporaler Konstruktionen werden sie daher nicht berücksichtigt: Temporale Konstruktionen, bei denen die Kasusformen derselben Substantive übereinstimmen und sich nur die Präpositionen unterscheiden, z. B. ich komme in einer Stunde, ich komme nach einer Stunde, weisen lediglich eine unterschiedliche grammatische Struktur, aber dieselbe lexikalische Zusammensetzung auf.

0.5. In der heutigen litauischen Standardsprache werden zur Bildung temporaler Konstruktionen mit dem Genitiv folgende Präpositionen verwendet: arti, be, gale, iki, iš, iš po, lig(i), netoli, nuo, nuo – iki, nuo – lig(i), pabaigoj(e), pirm(a), po, pradžioj(e), prie, pusėj(e), pusia, tarp, už, vidur(y), viduryj(e).

Im Folgenden werden wir die grammatische Struktur, die lexikalische Zusammensetzung, die syntaktischen Bedeutungen und die Gebrauchstendenzen temporaler Konstruktionen mit diesen Präpositionen² untersuchen.

² Da temporale Konstruktionen mit den Präpositionen arti, netoli und pirm(a) bereits früher behandelt wurden (siehe A. Ružė 1971: 10–12; 1972: 41–46), werden sie in diesem Artikel nicht erneut erörtert.

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1. KONSTRUKTIONEN MIT DER PRÄPOSITION be

1.1. Konstruktionen mit der Präposition be und dem Genitiv bezeichnen eine Handlung und den Zeitpunkt ihrer Realisierung. Die zeitliche Bedeutung weist fast immer eine deutliche Nuance einer Bedingung oder Einräumung auf. In der Literatursprache sind diese Konstruktionen recht selten.

Den Hauptbestandteil bilden meist die Formen des Futurs im Indikativ und des Imperativs. Es überwiegen Konstruktionen mit Verben, die die Negation ne-. enthalten.

Als abhängiger Bestandteil treten häufiger Substantive auf, die zeitliche Begriffe bezeichnen; besonders häufig sind Bezeichnungen für Tageszeiten, Jahreszeiten und Zeiteinheiten.

Richte dich, so viel du willst, ohne den Abend wirst du trotzdem nicht wegfahren. Jab|BRR I 649. Vor dem Herbst werde ich es nicht verkaufen. ŽingždLKG II 34. Vor Samstag werden sie den Roggen nicht fertig dreschen. Ut. Er stand schon vor Tagesanbruch auf (bevor es hell wurde). LKŽ I 702.

Konstruktionen mit Bezeichnungen für Zeiteinheiten haben eine etwas andere Bedeutungsnuance: Sie geben eine Handlung und eine Zeitspanne an, nach deren Ablauf die Handlung ausgeführt werden kann.

Trink nicht vor Ablauf einer halben Stunde. Dov. Vor Ablauf einiger Stunden werden sie mit dem Dreschen nicht fertig. Grl.

2. KONSTRUKTIONEN MIT DEN PRÄPOSITIONEN gale, pabaigoj(e), pradžioj(e), pusėj(e), pusiau, vidur(y), viduryj(e)

2.1. Zu den eindeutigen Präpositionen werden gewöhnlich nur pusiau und vidur(y), viduryj(e) gezählt (J. Endzelīns 1971: 500; J. Jablonskis 1957: 664, 667; P. Būtenas 1930: 138–139; Lietuvių kalbos gramatika 1971: 605–606). Gale, pabaigoj(e), pradžioj(e) und pusėj(e) werden nicht gesondert als Präpositionen aufgeführt. In der akademischen Grammatik wird jedoch angemerkt, dass solche Wörter „ihrer Funktion nach den Präpositionen nahekommen“ (Lietuvių kalbos gramatika 1971: 581). Tatsächlich unterscheiden sie sich weder im Gebrauch noch in der Bedeutung in irgendeiner Weise von vidur(y), viduryj(e). Daher werden sie in diesem Artikel, wenn sie vor dem Genitiv eines Substantivs stehen, ebenso wie pusiau, vidur(y), viduryj(e) als Präpositionen behandelt.

2.2. Konstruktionen mit diesen Präpositionen bezeichnen eine Handlung und deren Zeitraum (a) oder den Zeitpunkt ihres Eintretens (b), unabhängig davon, ob das Verb einen Verlauf oder ein Ereignis ausdrückt.

Als abhängiger Bestandteil treten Substantive auf, die zeitliche Begriffe oder Prozesse bezeichnen.

Die behandelten Präpositionen haben noch immer eine klare lexikalische Bedeutung und geben daher zugleich genau an, in welchem Abschnitt der durch das Substantiv bezeichneten Zeitspanne die Handlung stattfindet oder eintritt.

a) Und zu Beginn und am Ende des Schuljahres [...] dauerten die Exerzitien 3–5 Tage. Myk-PutR III 12. Während der Messe lief er aus der Kirche. SimonR I 117. Mitten am Tag beachtet er Unsinn. BorBM 92.

b) Kazys begrub den Vater am Ende derselben Woche. VaižgRR I 225. Am Jahresende verbrannte Būkontas. Viekš. Nicht plötzlich beginnt der Weg zu Winteranfang. KatkR 245. Mitten im Frühstück kam der Storch aus den Sümpfen zurück und wollte sich keinesfalls im Nest niederlassen. Vienas 31. Und jetzt, mitten im Sommer, ließ er uns ohne Hirten zurück. KrėvŠP 235. Ich werde schwere Arbeiten mitten am helllichten Tag verrichten. JD₁ 32.

Es kommen auch Konstruktionen mit Zahlwörtern vor, die sich in diesem Fall gewöhnlich auf Stunden beziehen.

Der letzte Dampfer läuft um halb acht aus. VenclGD₁ 542. Wir werden um halb zehn anfangen. BalkS 204.

2.3. Zur Bildung von Zeitkonstruktionen wird die Präposition pusiau auch mit dem Akkusativ verwendet.

Um halb sieben läutete man zur Messe. Myk-PutAŠ 8.

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3. KONSTRUKTIONEN MIT DEN PRÄPOSITIONEN iki, lig(i)

3.0. In der heutigen Literatursprache stehen diese Präpositionen in Zeitkonstruktionen nur mit dem Genitiv (vgl. Lietuvių kalbos gramatika 1971: 592). In älteren Schriften und Mundarten werden sie auch mit anderen Kasus verwendet – am häufigsten mit dem Dativ und dem Instrumental (vgl. A. Bezzenberger 1877: 244; E. Fraenkel 1929: 241; P. Būtenas 1930: 76—77; Z. Zinkevičius 1966: 419—420; J. Palionis 1967: 176—177).

In Zeitkonstruktionen bezeichnet der Genitiv mit den Präpositionen iki, lig(i) ebenso wie der Genitiv mit verschiedenen Präpositionen in Konstruktionen anderer Bedeutungen „keine Tendenz zur Erstarrung oder Adverbialisierung“ (K. Ulvydas 1964: 24).

Nach ihrer Bedeutung werden Zeitkonstruktionen mit den Präpositionen iki, lig(i) hier in zwei Hauptgruppen eingeteilt: 1) Konstruktionen, die eine Handlung und deren zeitliche Endgrenze bezeichnen, und 2) Konstruktionen, die eine Handlung und ihre ungefähre Dauer bezeichnen.

3.1 Konstruktionen, die eine Handlung und deren zeitliche Endgrenze bezeichnen

3.1.1. Konstruktionen dieser Bedeutung mit den Präpositionen iki, lig(i) und dem Genitiv sind syntaktische Antonyme der entsprechenden Konstruktionen mit der Präposition nuo und dem Genitiv sowie der Konstruktionen mit der Präposition iš und dem Genitiv, die eine Handlung und deren zeitliche Anfangsgrenze bezeichnen. Sie werden mit Verben beider Aktionsarten gebildet. Konstruktionen mit imperfektiven Verben überwiegen.

Als abhängiges Glied können Substantive mit sehr unterschiedlichen lexikalischen Bedeutungen auftreten, ebenso substantivische Pronomen und in bestimmten Fällen auch Zahlwörter.

3.1.2. Zur Bildung der hier behandelten Konstruktionen werden ohne Attribute die meisten Substantive verwendet, die Zeitbegriffe bezeichnen (mit Ausnahme der in 3.1.7. und 3.2.1. genannten Fälle). Besonders produktiv sind Konstruktionen mit Bezeichnungen für Tageszeiten, Jahreszeiten, Mahlzeiten, Feste, Wochentage, Monate und Ähnliches.

Doch ich werde trotzdem bis zum Morgen auf dich warten. BinkRn 41. Er fängt bis Mitternacht Krebse. KrėvRg 163. Fast bis zum Morgengrauen flackerte das Licht. LzPR II 52. Also pflügte ich bis zum Frühjahr. Pkl. Bis zum Winter schaffen es die Jungtiere, Flügel auszubilden. IvanaŽP 224. So stritten sie bis zum Mittagessen. BorJPK 100. Bis Pfingsten zieh den Pelz nicht aus. Sk. Bis zum Fasching gibt es nur wenige Kinder. KatkR 247—248. Povili, ich habe alles fertiggestellt und in Ordnung gebracht, damit deine Mühle bis Sonntag mahlbereit ist. JankKK 126. Willst du bis Oktober schlagen: Die Arbeiten sind noch nicht erledigt? Gud-GuzR V 21. Das Brot reichte nur bis Februar. RdN. Unglückselig ist, wer den Weg der Armut einschlägt: Er beginnt ihn als kleines Kind und geht ihn täglich bis ins Alter. JanR I 251. Von ihm (dem Birkensaft) reichte es bis zur Roggenernte. Myk-PutR VII 296. Die Decken bleiben bis zu den Ferien ungeweißt. VaižgRR II 445. Für mich reicht das nur bis zum Markttag... Bis zum Neolithikum stellten die Menschen Werkzeuge her, indem sie Stein spalteten und retuschierten. LAB 54.

3.1.3. Neben Bezeichnungen für Zeitbegriffe werden zur Bildung dieser Konstruktionen auch Substantive anderer lexikalischer Bedeutungen verwendet – am häufigsten solche, die Prozesse, Handlungen und Personen bezeichnen.

Bis zur Blüte steht die Pflanze unter Wasser. F II 112. Und das Brot reicht bis zum nächsten Dreschen. LKŽ VI 824. Bis zur Hochzeit lebt sie mit ihr in einem Wohnheim. DovŽE 358. Bis zum Frost […] lebt er am Ufer. MarukŽSG 19. Doch der alte Spitzname blieb an ihm haften und begleitete ihn bis zum Tod. KrėvRg 7. Bis zu Galilei […] unterschied sich die Erde dennoch von den anderen Planeten. SlavėnSS 91. Bis zu Puzo lebten hier die Jankai. Grl. Im Frühjahr gingen sie stets schon betteln und liehen sich von den Reichen etwas bis zur neuen Ernte. CvR IV 329. Und bis zur Stoppelzeit blieben nur wenige Gänseküken übrig. KatkR 78. Bis zur Universität lernte ich am Gymnasium in Marijampolė (tsp.).

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3.1.4. Konstruktionen, deren Verb eine Bewegung bezeichnet oder voraussetzt und deren abhängiges Glied Orts- oder Sachbezeichnungen enthält, sind Übergangsformen: Sie haben eine zeitlich-räumliche Bedeutung.

Gut, ich werde bis zur nächsten Quelle durchhalten. BalcGP₁ 29. Barbora [die Gans] begleitete ihn freudig bis zur Tür des Vorraums. KatKR 114–115. Beim Abschied begleitete der Alte den Lehrer bis zum Tor. BaltrPS 69. Bis zur Dubysa werden wir kein einziges Gehöft mehr erreichen. VienR IV 9. Bis nach Hause gingen sie schweigend. Myk-PutR VII 122.

3.1.5. Vergleichsweise selten werden Konstruktionen mit substantivischen, gewöhnlich persönlichen, Pronomen gebildet.

Bergi nutzte bis zu unserer Zeit diese Weiden; Besitzer war Herr Siesickis. VienR V 24. Die Natur ging beharrlich auf den Menschen zu und übersprang nicht all das, was sie bis zu ihm geschaffen hatte. MarcinkPKJ 108.

3.1.6. Sowohl in der Umgangssprache als auch in der Schriftsprache kommen Konstruktionen vor, deren abhängiges Glied eine Ordinalzahl ist, während das Substantiv unausgesprochen bleibt, sich aber aus dem Kontext oder der Sprechsituation erschließt. Gewöhnlich bleiben die Substantive Tag, Stunde, Jahr unausgesprochen.

Damit es geschottert wird, soll es bis zum Fünfzehnten fertiggestellt sein. CvR VIII 125. Bis zwölf Uhr sind sie noch kleine Burschen, danach werden sie zu jungen Männern. SajJPK 166. Bis in die Vierziger hast du anders gesprochen. V kš.

Mit der Bedeutung einer bestimmten Uhrzeit wird mitunter, besonders in der Umgangssprache, auch eine einzelne Kardinalzahl verwendet.

Bis sieben muss man los. Jnš.

3.1.7. Substantive, die Zeiteinheiten, eine unbestimmte Zeitspanne oder allgemeine Zeitbegriffe bezeichnen, sowie die Wörter Ende, Abschluss, Anfang, Hälfte, Mitte bilden das abhängige Glied von Konstruktionen, die eine Handlung und deren zeitliche Endgrenze bezeichnen, sofern sie mit notwendigen Attributen stehen.

Er wird bis zum Monat August stehen bleiben. Žg. Bis 1939 war dies nur wenigen als Zauber bekannt. SruogR V 19. Das Nest wurde morgens bis 11–12 Uhr gebaut. IvanLP III 78. Sie (die Burg) war ebenfalls gotisch und blieb es bis ins 16. Jahrhundert. LI I 249. Schweigend harrte Gruodis bis zum letzten Augenblick aus. GudzR V 359. Ihre Kinder verlassen sie nicht bis zum letzten Augenblick. IvanAŽP 243. Bis zu unserer Zeit gelangten nur sehr wenige Bronzegegenstände und Bronze-Rohstoffe nach Litauen. LAB 105. Bis zu diesem Termin bleiben die Gutsknechte und Bauern unter der Herrschaft der Herren. Myk-PutR VI 18. Bis zu jener Zeit hatte ich ihn nie gesehen. MarukŽSG 9. In Kuršėnai und Viekšniai betrieben bis in die jüngste Zeit ganze Familien die Töpferei. LEB 164. Bis zum Monatsende hofften wir, es fertigzustellen. Kv. Die Schweine legen am intensivsten von Mitte Mai bis Mitte Juni. IvanLP II 21. Bis tief in die Mitte des Sommers hinein hatten wir genug Kartoffeln. Jnš.

Auch das Substantiv Tag steht gewöhnlich mit einem notwendigen Attribut.

Noch bis zum 7. August führte dieses Rabenpaar seine Jungen. IvanLP III 179. Bis gestern hatte uns noch kein einziges Mal eine größere Truppe Soldaten besucht. PetkKMD 111.

Die Verbindung dieses Substantivs mit einem Attribut ist in den behandelten Konstruktionen recht häufig bereits erstarrt und hat eine ähnliche Bedeutung wie die Adverbien bis jetzt, bis heute, vgl.:

Noch bis zu diesem Tag wundert sich Mataušas, wie er am Leben blieb. BilR I 169. Ein wärmeres und milderes Klima als das atlantische hat es bis in unsere Tage nicht gegeben. LI I 6.

Als Attribut des Substantivs in allen oben behandelten Konstruktionen können Wörter verschiedener Wortarten auftreten, ausgenommen Kardinalzahlen und Wörter, die sie bezeichnen. Eine Ausnahme bilden Fälle, in denen zusammen mit einer Kardinalzahl das Alter einer Person angegeben wird (vgl. 3.2.1.).

Das Kind wuchs bis zum Alter von drei Jahren auf und starb. LzPR VII 141. Ich diente bis zu meinem achtzehnten Lebensjahr. Mžk. Er lebte bis zu drei Wochen. Grl.

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3.2. Konstruktionen, die eine Handlung und ihre ungefähre Dauer bezeichnen

3.2.1. Bei Konstruktionen mit den Präpositionen iki, lig(i) ist die Bedeutung der ungefähren Dauer eng mit der Bedeutung der zeitlichen Endgrenze verbunden. Der von den Präpositionen iki, lig(i) vermittelte Näherungsaspekt ist im Vergleich zu dem anderer Präpositionen (apie, arti, netoli) ziemlich schwach. Daher sind auch Konstruktionen möglich und werden gebildet, die sogar Wörter enthalten, welche eine unbestimmte Menge bezeichnen.

Im Allgemeinen sind Konstruktionen mit dieser Bedeutung in der Gegenwartssprache ziemlich selten und werden meist mit Bezeichnungen für Zeiteinheiten gebildet, die sowohl allein (a) als auch zusammen mit einem Mengenwort (gewöhnlich einem Kardinalzahlwort oder einem Zahlpronomen) (b) stehen können.

a) Bis zu einem Monat musste man Medikamente einnehmen. Šts. Bei dieser Temperatur können Bakterien bis zu einem Tag überleben (trš.). Hier werden Küken bis zu einem Monat aufgezogen (tsp).

b) Manche Enten können unter Wasser sogar bis zu 15 Minuten lang bleiben. MastTZ 479. So werden die Medikamente mehrere Monate lang eingenommen, bis die Wunde vollständig verheilt (trš.). Die Täter können mit Freiheitsentzug von bis zu mehreren Tagen bestraft werden (tsp). In einem solchen Zustand können sie bis zu 21 Tage bleiben. IvanPP 172. Unsere häufigste Art, der Waldkauz, brütet bis zu 30 Tage lang. IvanAŽP 288.

Konstruktionen mit den Präpositionen iki, lig(i) und dem Genitiv mit dieser Bedeutung sind synonym mit den entsprechenden Konstruktionen mit der Präposition apie und dem Akkusativ sowie mit Konstruktionen mit den Präpositionen arti, netoli und dem Genitiv (vgl. A. Ruzė 1971: 10—12).

4. KONSTRUKTIONEN MIT DER PRÄPOSITION iš

4.0. Die Präposition iš mit dem Genitiv wird in zeitlicher Bedeutung in unseren Schriften seit jeher verwendet. In der heutigen Literatursprache sind Zeitkonstruktionen mit dieser Präposition wenig produktiv und werden ausschließlich mit Substantiven gebildet, die Zeitbegriffe bezeichnen (vgl. M. Čaikauskas 1959: 40). Nicht selten steht die Präposition iš in diesen Konstruktionen mit einem Substantiv im Genitiv einem Adverb bereits sehr nahe oder ist ganz in die Kategorie der Adverbien übergegangen (siehe P. Būtėnas 1930: 78; K. Ulvydas 1964: 15—16; Lietuvių kalbos gramatika 1971: 464—466).

Der Bedeutung nach lassen sich Konstruktionen mit der Präposition iš in zwei Hauptgruppen einteilen: 1) Konstruktionen, die eine Handlung und ihre zeitliche Anfangsgrenze bezeichnen, 2) Konstruktionen, die eine Handlung und deren Zeitraum oder den Zeitpunkt ihres Eintretens bezeichnen. Zwischen den Bedeutungen dieser Konstruktionen gibt es jedoch keine sehr klaren formalen Grenzen.

Auch der Kontext, in dem sie verwendet werden (siehe 4.2.1.), kann die Bedeutung der Konstruktionen erheblich beeinflussen, insbesondere dann, wenn ihre abhängige Komponente Bezeichnungen für Tageszeiten und Jahreszeiten sind.

4.1. Konstruktionen, die eine Handlung und deren zeitliche Anfangsgrenze bezeichnen

4.1.1. Die Konstruktionen mit der Präposition iš und dem Genitiv, die eine Handlung und deren zeitliche Anfangsgrenze bezeichnen, sind syntaktische Antonyme der entsprechenden Konstruktionen mit den Präpositionen iki, lig(i) und dem Genitiv. Das Hauptglied dieser Konstruktionen bilden meist Formen von Verben des imperfektiven Aspekts, insbesondere Präsensformen; beim perfektiven Aspekt sind es nur zusammengesetzte Formen und Partizipien. Konstruktionen mit einfachen finiten Formen perfektiver Verben bezeichnen häufiger eine Handlung und den Zeitpunkt ihres Eintritts (siehe 4.2.1.).

Die Bedeutung der zeitlichen Anfangsgrenze von Konstruktionen mit der Präposition iš wird im Satz durch die Partikel pat verstärkt, die in diesen Fällen nach der Präposition recht häufig verwendet wird (siehe Lietuvių kalbos gramatika 1971: 594).

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P. Būtenas weist in seiner Erörterung des Gebrauchs der Präposition iš in zeitlicher Bedeutung darauf hin, dass „der Anfangsmoment der Handlung in der Mitte der durch den Genitiv bezeichneten Zeitspanne liegt“ (1930: 78). Hier ist eine Präzisierung erforderlich. Der Anfangsmoment der Handlung liegt innerhalb der durch das Substantiv bezeichneten Zeitspanne, aber nicht notwendigerweise in deren Mitte: Der Anfangsmoment kann sowohl am Anfang als auch in der Mitte oder am Ende der vom Substantiv bezeichneten Zeitspanne liegen, ebenso an irgendeinem anderen Punkt – weder die Präposition noch das Substantiv geben dies an, vgl.:

Schon vom Abend an putzten und richteten wir uns her. CvR₁ II 274. Er ist schon seit der Kindheit so schlaff. Grl.

4.1.2. Zur Bildung von Konstruktionen mit der betreffenden Bedeutung werden am häufigsten Bezeichnungen für Tageszeiten (Morgen, Tag, Nacht, Abend), Jahreszeiten (Sommer, Winter, Herbst, Frühling) und Lebensabschnitten des Menschen verwendet.

Ich bin seit dem Tag satt – ich möchte kein Abendessen. Šts. Seit der Nacht tut mir der Kopf weh. Als. Seit der Nacht ist es schön frostig geworden. SruoGR V 112. Wessen Winter sind seit dem Herbst nicht bestellt worden? Jurkūno! GričŽ 40. Seit dem Winter sind die Straßen zerfahren. Im Winter gab es kaum einen Weg. LastUD 6. Stk. Seit ihrer Mädchenzeit hat sie noch zwei Röcke. Skdv. Über diesen Schlingel sind seit alter Zeit noch Geschichten erhalten geblieben. MačAD 76.

Konstruktionen dieser Bedeutung mit Bezeichnungen für Zeiteinheiten sind recht selten. In diesem Fall hat das Substantiv stets ein strukturell notwendiges Attribut.

Diese Erinnerungen stammen aus den Jahren, als ich 13 bis 16 Jahre alt war. Myk-PutR VII 258. Die Burgruinen stammen aus dem 16. Jahrhundert (Übers.).

Etwas häufiger sind Konstruktionen mit dem Substantiv laikas „Zeit“, das ebenfalls stets mit einem Attribut steht und mit diesem eine erstarrte Wortverbindung bildet.

Die mächtigen Steinmauern stehen seit schwedischer Zeit. SimonAŠL 89.

4.1.3. Konstruktionen mit der Präposition iš, die eine Handlung und deren zeitliche Anfangsgrenze bezeichnen, sind stets synonym mit Konstruktionen derselben lexikalischen Zusammensetzung mit der Präposition nuo (siehe 6.1.). Konstruktionen mit der Präposition iš werden verwendet, wenn ausdrücklich hervorgehoben werden soll, dass die Handlung unbedingt innerhalb der vom Substantiv bezeichneten Zeitspanne beginnt. Die Bedeutung von Konstruktionen mit der Präposition nuo ist dagegen umfassender: Die Handlung kann sowohl innerhalb der vom Substantiv bezeichneten Zeitspanne als auch nach deren Ende beginnen, vgl.:

Schon seit meiner Jugend hatte ich ein beträchtliches von meinen Eltern hinterlassenes Vermögen. BalčTVN₁ 123. Schon seit dem Morgen wimmelt es in dem Städtchen. Seit dem Herbst hatte er kein Krümelchen im Mund. BaltPV II 346. Ich beobachte euch seit dem ersten Tag. Myk-PutR III 46. Die armen Brüder stöhnen seit alten Zeiten. MairPB₁ 21.

4.2. Konstruktionen, die eine Handlung und deren Zeitraum oder Zeitpunkt des Eintretens bezeichnen

4.2.1. Als Hauptbestandteil von Konstruktionen, die eine Handlung und den Zeitpunkt ihres Eintretens bezeichnen, treten meist einfache finite Formen von Verben des perfektiven Aspekts auf. Dieselbe Bedeutung haben Konstruktionen, deren Hauptbestandteil aus dem Infinitiv eines Verbs des imperfektiven Aspekts in Verbindung mit Formen von Verben des physischen Abschlusses (beenden, aufhören usw.) besteht (z. B.: am Abend hörte es auf zu regnen, im Frühjahr beendete er das Rasieren). Seltener sind Konstruktionen, die eine Handlung und deren Zeitraum bezeichnen und mit Verben des imperfektiven Aspekts gebildet werden. Konstruktionen mit dieser letztgenannten Bedeutung werden niemals mit Präsensformen von Verben gebildet.

Als abhängige Komponente von Konstruktionen, die eine Handlung und deren Zeitraum (a) oder den Zeitpunkt ihres Eintretens (b) bezeichnen, treten Bezeichnungen der Tageszeiten (gewöhnlich Morgen, Abend, Nacht) und der Jahreszeiten auf.

a) Lobe den Tag nicht am Morgen und das Mädchen nicht vor der Hochzeit. Im Frühjahr liebte er die viel ältere Baltažiedė. PP 215. VienR I 365.

b) Am Morgen drosch er zwei Roggengarben. Schon am Abend zuvor hatte er die Zügel eingeweicht. Die Pferde waren schwach, und in der Nacht hatte es geregnet. Im Frühjahr trockneten die Gemüsebeete aus. Die an den Mühlen aufgeschichteten Holzstöße, die im Herbst aufgeschichtet worden waren, zerfielen. Msk. BaltPV I 88. Myk-PutAŠ₁ II 152. Vrš. Vkš. BaltPV II 359.

10. Gramatinės kategorijos ir jų raida

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Der Genitiv mit der Präposition iš hat die deutlichste Bedeutung eines Handlungszeitraums (a) oder des Zeitpunkts ihres Eintretens (b) in solchen Sätzen, in denen neben dem Genitiv mit der Präposition iš noch weitere Kasus oder Adverbien derselben Bedeutung vorkommen, die sich auf dasselbe oder auf ein anderes gleichrangig verwendetes Verb beziehen.

a) Abends und am Morgen, als sie ihn schon zum Bahnhof begleitete, bat sie ihn immer wieder zu bleiben. ŽemR IV 221. Vincas war ganz krumm geworden: seit dem Herbst hatten ihm die Beine wehgetan, nun aber die Hände. Srv.

b) Wenn ich doch nur könnte, würde ich schon im Herbst pflügen und im Frühjahr mit dem Drapak darüberfahren … BaltR I 11.

Der Substantivgenitiv mit der Präposition iš in Konstruktionen mit den hier besprochenen Bedeutungen ist dem Adverb am nächsten (vgl. K. Ulvydas 1964: 15–18).

4.2.2. Konstruktionen mit der Präposition iš und dem Genitiv, die eine Handlung und den Zeitpunkt ihres Eintretens bezeichnen, sind synonym zu den gleichbedeutenden, sehr viel seltener gebrauchten Konstruktionen mit der Präposition nuo und dem Genitiv (Beispiele siehe 6.2.1.). (Konstruktionen mit der Präposition nuo und dem Genitiv, die eine Handlung und deren Zeitraum bezeichnen, werden überhaupt nicht gebildet.)

Außerdem sind Konstruktionen mit der Präposition iš und dem Genitiv, die eine Handlung und deren Zeitraum (a) oder den Zeitpunkt ihres Eintretens (b) bezeichnen, stets synonym zu den entsprechenden Konstruktionen mit dem Akkusativ und den Konstruktionen mit dem Lokativ. Ihre Bedeutung als Zeitraum oder Zeitpunkt des Eintretens ist immer klar und eindeutig.

In der heutigen Literatursprache sind die synonymen Konstruktionen mit dem Akkusativ der genannten Substantive am häufigsten (nur das ohne Attribut gebrauchte Substantiv vakaras steht häufiger im Lokativ als im Akkusativ).

a) Mit wem flüsterst du morgens über den Zaun nahe dem Haus? SruogR III 10. Alle Bauern wetteifern jetzt im Frühjahr beim Anheuern. PetkKMD 472–473.

b) Morgens steigt Domininkėlis vom kleinen Mäuerchen herab. CvMS 64. Abends kam [der Fuchs] zum Bauern (= zum Hausherrn). Lt III 62. In der Nacht war ein kleiner Regenschauer durchgezogen. ŽemRII 238. Im Frühjahr schickte man mich zu Babras, um Schweine zu hüten. ŽemR II 174. Im Herbst waren alle Schafe völlig abgemagert. Jnš.

Synonyme Konstruktionen mit dem Lokativ der Jahreszeitenbezeichnungen und des Wortes naktis, die eine Handlung und deren Zeitraum (a) oder den Zeitpunkt ihres Eintretens (b) bezeichnen, sind für Dialekte und Folklore charakteristischer. In literarischen Werken weisen sie stets einen archaischen, dialektalen Beiklang auf. Bei Konstruktionen mit den Wörtern rytas, vakaras ist ein solcher Beiklang nicht typisch.

a) Morgens lief sie gewöhnlich zum Laden. MarkPRL 133. Und nachts dröhnte über uns die schwere Dreschmaschine. Zuerst braucht man im Frühjahr nichts zu säen. Ds. Ich sehe sie schlank und groß, wie sie im Frühjahr die Beete im Garten umgräbt. VenclPU 289.

b) Ich ging morgens hinaus, um zu dreschen. Dglš. Man sagt, dass sie abends oder morgens herauskamen. SimonOBT 96. Im Frühjahr, wenn das Pferd aus dem Stall ausbricht, geht es davon und wirft dabei die Beine nach oben. Rod (LKŽ VIII 106). Im Herbst begannen die Leute zu dreschen. SlančSA 291.

5. KONSTRUKTIONEN MIT DER PRÄPOSITION iš po

5.1. Konstruktionen mit der Präposition iš po und dem Genitiv bezeichnen eine Handlung und einen Zeitpunkt, nach dessen Ablauf die Handlung verwirklicht wird. Für die heutige Literatursprache sind sie nahezu untypisch: Für diesen Zweck werden synonymische Konstruktionen mit der Präposition po und dem Genitiv verwendet (siehe 8.1.). Diese Konstruktionen sind sehr unproduktiv: Etwas häufiger kommen sie mit den Wörtern Nacht, Winter vor, gelegentlich auch mit dem einen oder anderen Substantiv, das einen Prozess bezeichnet.

Am Baum fand man am Morgen nach der Nacht eine rote Fahne. CvR IV 289. Als nach dem Winter das Eis taute, kroch eine Fliege hartnäckig über die Fensterscheibe. BaltrTK I 109. Nach einem harten und strengen Winter brach der Frühling sehr rasch an. ŽemR I 194. Das Kind erholte sich nach der Krankheit. Grk. Wir erholten uns nach der Reise. ŽemR IV 218.

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6. KONSTRUKTIONEN MIT DER PRÄPOSITION nuo

6.0. Die temporale Bedeutung der Präposition nuo wird in verschiedenen Grammatiken hervorgehoben oder anhand einzelner Beispiele veranschaulicht (siehe A. Schleicher 1856: 288; J. Jablonskis 1957: 655–656; P. Būtenas 1930: 94; Lietuvių kalbos gramatika 1971: 598). Ausführlicher behandelt E. Frenkelis (1929: 116–117) die temporale Bedeutung der Präposition nuo.

Temporale Konstruktionen mit der Präposition nuo und dem Genitiv sind sehr produktiv und sowohl in der Umgangs- als auch in der Schriftsprache weit verbreitet. Sie bezeichnen: 1) eine Handlung und ihre zeitliche Anfangsgrenze, 2) eine Handlung und den Zeitpunkt ihres Eintretens.

6.1. Konstruktionen, die eine Handlung und ihre zeitliche Anfangsgrenze bezeichnen

6.1.1. Konstruktionen mit der Präposition nuo und dem Genitiv, die eine Handlung und deren zeitliche Anfangsgrenze bezeichnen, sind syntaktische Antonyme zu Konstruktionen mit den Präpositionen iki, lig(i) und dem Genitiv, die eine Handlung und deren zeitliche Endgrenze bezeichnen.

Die durch das Verb bezeichnete Handlung kann entweder innerhalb der vom Substantiv bezeichneten Zeitgrenze beginnen oder erst nach Ablauf der vom Substantiv bezeichneten Zeit3, vgl.:

Meine Mutter kannte sie seit ihrer Jugend. ČiuIRR 244. Die Fenster waren seit dem Winter noch immer vernagelt. SimonOBT 42. Seit dem Dreschen war sie nicht mehr gekommen. Ér. Seit Pfingsten hatte es keinen richtigen Regen mehr gegeben. CvR VIII 101. Er schlenkerte schon seit dem Frühstück mit den Rockschößen. PaukštPM 56.

Das Prädikat der Konstruktionen mit der Präposition nuo, die eine Handlung und deren zeitliche Anfangsgrenze bezeichnen, wird durch Verben beider Aktionsarten gebildet. Konstruktionen mit imperfektiven Verben überwiegen.

Als abhängiges Satzglied treten am häufigsten Substantive mit temporaler Bedeutung auf, seltener Substantive mit anderen lexikalischen Bedeutungen.

Die meisten Substantive, die Zeitbegriffe bezeichnen, können ohne Attribute stehen (ausgenommen die in 6.1.6.–6.1.8. genannten Fälle).

Die besprochenen Konstruktionen mit der Präposition nuo weisen auch eine quantitative Bedeutungsnuance auf.

6.1.2. Am häufigsten werden Konstruktionen mit Bezeichnungen für Tageszeiten (gewöhnlich mit Morgen), Jahreszeiten, Feiertage, Essenszeiten, Lebensphasen, Arbeits-, Ruhe- und Festzeiten und Ähnliches verwendet.

Ja, seit dem Morgen gehen wir mit diesem Historiker durch die Museen. VienR VII 138. Schon seit der Morgendämmerung pflügt der Vater. Ds. Seit dem Hahnenschrei hat er zwei Scheunen ausgedroschen. Dkš. Ich habe schon seit dem Frühjahr kein Stroh mehr. Dov. Norbert arbeitete in Vilnius seit dem Hochsommer. Gud-GuzKIT I 175. Hier waren noch seit dem vergangenen Herbst und Winter allerlei Späne zurückgeblieben. Myk-PutR VI 169. Seit dem Georgstag wird die Scheune geöffnet. Lt V 379. Nur seit den Georgstagen stellte man ein Mädchen ein.VienIMA 7. Seit Weihnachten schütteln wir den Kühen Häcksel. LKŽ VI 450–451. Die Kuh ist seit dem Mittag noch nicht umgelegt worden. Ds. Die beiden hatten sich schon seit dem Vormittag miteinander herumgetrieben.VaižgRR I 451. Schon seit seiner Kindheit führte er ein selbstständiges Leben. MarcBR 36. Dieser Sohn hatte seit seiner Jugend einen Ochsen aufgezogen. LTR 232. Schon seit der Roggenernte wagte sich niemand mehr hinaus, um zu übernachten. Seit jenem Sonntag spricht er nicht mehr mit mir. Seit April arbeite ich in der Ziegelei, aber auch dort ist es genauso. Vks. Unsere Schwestern trugen seit alters her bunte Kleider. Unsere Ostsee schlägt seit ewigen Zeiten den Sand. SNėrP₁ 241.

3 Zu streng ist K. Musteikis’ Behauptung, dass bei litauischen Zeitkonstruktionen mit der Präposition nuo die vom Verb bezeichnete Handlung nicht in die durch das Substantiv bezeichnete Zeit hineinreicht (1972: 257). Nach einer solchen Behauptung würde die Aussage nuo 1955 metų gyvena Vilniuje bedeuten, dass er 1955 noch nicht in Vilnius lebte und erst 1956 zu leben begann; die Aussage nuo pirmadienio lyja würde bedeuten, dass es am Montag nicht regnete und erst am Dienstag zu regnen begann usw.

10*

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6.1.3. Konstruktionen mit Prozessbezeichnungen sind lexikalisch nicht eingeschränkt, werden jedoch im Vergleich zu Konstruktionen, die Bezeichnungen von Zeitbegriffen enthalten, etwas seltener verwendet.

Seit dem Aufstand des Jahres vierundzwanzig war so etwas im Gefängnis nicht mehr gesehen worden. Gud-GuzR V 243. Seit der Aufführung in Palanga und dem Misserfolg im zweiten Sommer in Mintauja begann der offene Kampf um die Pressefreiheit. PetK 684. Wir hatten uns ziemlich lange nicht gesehen: seit meiner Verhaftung. Gud-GuzR V 94. Seit seiner Geburt hatte er solche Bäume nicht gesehen. Lknv. Seit Peters Weggang schmerzte ihr das Herz unbeschreiblich. BilR₁ I 231.

Konstruktionen dieser Bedeutung mit Substantiven anderer lexikalischer Bedeutung, die metonymisch in zeitlicher Bedeutung gebraucht werden, kommen ebenfalls recht selten vor.

Diese Tradition besteht schon seit Jablonskis (trš.). Als es vom Schnee aus regnete. Skr.

6.1.4. Konstruktionen mit Substantiven, die Orte oder Gegenstände bezeichnen, sind reichlich belegt. Sie sind Übergangsformen und haben eine räumlich-zeitliche Bedeutung.

Seit Dinbark war sein nicht mehr zu bändigender Kopf zur Seite gesunken. VaižgRR II 72. Seit der Halbblindheit begann es hell zu werden. Vks. Seit dem zehnten Vierzeiler wird ein altes lyrisches Lied wiederholt. LKŽ V 653.

6.1.5. In der Umgangssprache kommen Konstruktionen vor, deren abhängiges Glied aus einem einzelnen Genitiv eines Zahlworts mit der Präposition nuo besteht. Welches Substantiv das Zahlwort in diesem Fall vertritt, ist aus dem Kontext oder der Sprechsituation ersichtlich.

Gestern legte ich mich um fünf Uhr hin. Jnšk. Ab dem Fünfzehnten gehe ich in Urlaub. Vks.

6.1.6. Substantive, die Zeiteinheiten und eine unbestimmte Zeitdauer bezeichnen, sowie die Wörter diena, naktis werden in Konstruktionen, die eine Handlung und deren zeitlichen Anfangspunkt ausdrücken, mit strukturell notwendigen Attributen gebraucht.

Seit dem 16. Jahrhundert führten die Söldner für das Heer den Hof- oder Feldhetman an. LI I 166. Seit dem Jahr 63 regierte er ein Stück Land. LZPR II 13. Seit jenem Jahr ist es noch nicht zurückgegeben worden. Brt. Das dauerte ungefähr seit dem Monat November den ganzen Winter hindurch. IvanAŽP 113. Seit dieser Stunde ist unsere Tür für dich verschlossen. Vks. Vieles verband die beiden seit jenem Augenblick, als sie sich vor zweieinhalb Jahren in der Haftanstalt von Merkinė begegnet waren. BaltrTK I 309. Denn Greitė hat seit dem Tag ihrer Hochzeit keine Ruhe. Simon R V 13. Seit dem ersten Tag verfolgen sie einander mit bösen Blicken. ČiulRR II 243. Seit der Nacht zum Montag habe ich kein Auge zugetan. Grl.

Das Substantiv, das in solchen Konstruktionen zusammen mit einem Attribut als abhängiges Glied fungiert, bezeichnet häufig ein Datum oder eine andere konkrete Zeit, insbesondere wenn das Attribut ein Ordinalzahlwort ist. Wie die Beispiele jedoch zeigen, kann das Substantiv mit dem Attribut auch eine erstarrte Verbindung bilden, die in ihrer Bedeutung den Adverbien nuo šiol, nuo tada. nahekommt. Dies gilt besonders für Substantive, die eine unbestimmte Zeitdauer bezeichnen, und für das Wort diena. In diesem Fall bezeichnet das Substantiv zusammen mit dem Attribut keine konkrete, sondern eine gewisse verallgemeinerte Zeit.

6.1.7. Nicht selten sind Konstruktionen, deren abhängiges Glied aus Substantiven besteht, die allgemeine Zeitbegriffe bezeichnen und mit strukturell notwendigen Attributen versehen sind. In diesem Fall bildet das Substantiv mit dem Attribut gewöhnlich eine erstarrte Verbindung, die in ihrer Bedeutung dem Adverb nuo tada. nahekommt.

Doch seit jenem Mal habe ich weder eine Heuschrecke noch ein Vögelchen angerührt. SajK 32. Seit jenem Mal weicht er den Blicken der Zarensöhne noch geschickter aus. CvMS 129–130. Seit dieser Zeit erhoben die Nachkommen der besiegten alten Fürstendynastien keine Ansprüche mehr. LI I 84. Seit Galileis Zeiten hat sich am Aufbau des Fernglases vieles verändert. SlavėnSS 90. Und doch begann sich seit jener Zeit die Lage im Lager allmählich zu verbessern. SruogR V 26.

6.1.8. Konstruktionen mit den Substantiven galas, pabaiga, pradžia, pusė, vidurys, die mit notwendigen Attributen stehen, bezeichnen eine Handlung und einen konkreten Abschnitt eines Zeitraums, mit dem diese Handlung beginnt.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts begannen revolutionäre Stimmungen in allen Winkeln des Landes deutlich hervorzutreten (tsp.). Die Elektrometallurgie begann sich erst seit dem 19. Jahrhundert zu entwickeln.

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Ende. NovodvMT 41. Unsere Studenten haben bereits seit Anfang Mai nichts, womit sie die Miete für ihre Wohnungen bezahlen könnten. Myk-PutR I 655. Seit Mitte August beschleunigt sich das Weichwerden der Früchte. LKŽ VIII 227.

6.1.9. Konstruktionen, die eine Handlung und ihre zeitliche Anfangsgrenze bezeichnen, bestehen aus der Präposition nuo und einem Substantiv im Genitiv, das das menschliche Alter, Tageszeiten, Jahreszeiten oder allgemeine Zeitbegriffe bezeichnet; sie sind synonym mit Konstruktionen aus der Präposition iš und dem entsprechenden Substantiv im Genitiv (zu den Bedeutungsnuancen dieser Konstruktionen siehe 4.1.), vgl.:

Ein seit der Kindheit gehegter Traum ging in Erfüllung. SimonR V 300. Ich kann schon von Kindesbeinen an nur langsam denken. SimonNTP 371. Schon vom frühen Morgen an streift er durch die Höfe. GričŽ 60. Wir hatten Kleidung vom Sommer. ŠRagSD1 71. Viele Flächen in unserer Gegend blieben seit dem Herbst unbestellt. PetkKMD 463. Unsere Leute in Litauen denken seit alters her so. BinkRn 107. Und vom ersten Tag an begann jene Hexe, die beiden Kinder zu hassen. BsRP 144. Er kannte ihn noch aus jener Zeit, als auch er im Dorf Šelikinai lebte. VienR V 33.

6.2. Konstruktionen, die eine Handlung und den Zeitpunkt ihres Eintretens bezeichnen

6.2.1. Bei Konstruktionen mit der Präposition nuo und dem Genitiv ist die Bedeutung des Zeitpunkts des Eintretens einer Handlung nicht klar von der Bedeutung ihrer zeitlichen Anfangsgrenze getrennt und hat sich nicht zu einer vollständig eigenständigen Bedeutung herauskristallisiert. Man kann lediglich von Ansätzen zu einer solchen Bedeutung sprechen, da eine solche Konstruktion fast immer doppelt interpretiert werden kann. Daher wird die Bedeutung der in solchen Konstruktionen verwendeten Präposition nuo in Grammatikarbeiten häufig gar nicht gesondert behandelt (vgl. P. Būtėnas 1930: 94; J. Kruopas 1953: 26; Lietuvių kalbos gramatika 1971: 598). Als Erster hebt E. Frenkelis (1929: 116–117) die Präposition nuo mit der Bedeutung des Zeitpunkts des Eintretens einer Handlung hervor und führt Beispiele dafür an.

Konstruktionen mit der besprochenen Bedeutung werden in der Literatursprache mit perfektiven Verben gebildet, die eine einmalige Handlung bezeichnen. Die deutlichste Bedeutung des Zeitpunkts des Eintretens einer Handlung haben Konstruktionen mit den Substantiven rytas, vakaras, pavasaris und ruduo.

Kedulis ging schon am frühen Morgen wieder in die Schmiede. Myk-PutR VI 219. Jurgaitis legte sich am Abend völlig gesund hin. LKŽ. Ab dem Frühjahr werde ich Mykoliukas zum Hüten schicken. VienIMA 72. Die anderen Bauern pflügen alle Felder im Herbst um. Vvr.

Zu den Synonymen dieser Konstruktionen siehe 4.2.2.

Mit Substantiven anderer Bedeutungen sind solche Konstruktionen zufällig.

Seit Anfang des 15. Jahrhunderts bestanden in Litauen die Woiwodschaften Wilna und Trakai. LI I 166. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts war die Leibeigenschaft abgeschafft worden. KatkR 10.

In solchen Fällen werden in der Literatursprache gewöhnlich synonyme Konstruktionen mit dem Lokativ verwendet. Ihre Bedeutung für den Zeitpunkt des Eintretens einer Handlung ist völlig klar und eindeutig, vgl.:

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurden besonders viele Bauern an die Adligen verteilt. LI I 155.

7. KONSTRUKTIONEN MIT PRÄPOSITIONEN von – bis, von – bis

7.1. In der heutigen Literatursprache sind Zeitkonstruktionen nicht selten, deren abhängiges Glied aus zwei Präpositionen mit Kasus besteht: der Präposition nuo mit dem Genitiv und der Präposition iki oder lig(i) mit dem Genitiv (Von morgens bis abends laufe ich umher; mit Freiheitsstrafe von drei bis fünf Jahren bestraft). Solche Konstruktionen drücken eine Handlung und deren zeitliche Grenzen aus. Wie bei Konstruktionen mit der Präposition tarp (vgl. 10.) bezeichnet das abhängige Glied die anfängliche und die abschließende zeitliche Grenze, zwischen denen die Handlung stattfindet oder vollzogen wird. Im Unterschied zu Konstruktionen mit der Präposition tarp werden die hier behandelten

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Konstruktionen haben einen sehr ausgeprägten Bedeutungsaspekt der Dauer. Andererseits sind nach Weglassen eines der Elemente des abhängigen Glieds dieser Konstruktionen (des Genitivs mit der Präposition nuo oder des Genitivs mit den Präpositionen iki, lig(i)) oft auch Konstruktionen mit dem verbleibenden Element des abhängigen Glieds möglich; solche Konstruktionen haben jedoch dieselbe Bedeutung wie Konstruktionen mit der Präposition nuo beziehungsweise Konstruktionen mit den Präpositionen iki, lig(i).

7.2. Als Hauptglied der Konstruktionen können Verben beider Aktionsarten auftreten, doch überwiegen Konstruktionen mit durativen Verben.

Diese Konstruktionen werden im Wesentlichen mit Substantiven derselben Bedeutung gebildet wie die Konstruktionen mit den Präpositionen nuo, iki, lig(i).

Am häufigsten werden Konstruktionen mit Substantiven verwendet, die Zeitbegriffe bezeichnen, seltener mit Substantiven, die Prozesse benennen.

Vom frühen Morgen bis zum Abend erklang der Amboss. KrėvRg 185. Kazimieras verschwand nun von morgens bis abends auf den Feldern. BaltPV I 254. Vom Herbst bis zum Frühling trug ich Holzschuhe. VenclPU 46. Und von Weihnachten bis Neujahr lachte Barbė wirklich nicht. SimonR V 104. Von Mittag bis zum Abendessen mähte er die ganze Wiese ab. Gll. Der Mond schien vom Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang. BalcAP 275.

Wenn dieselbe Substantivbezeichnung die anfängliche und die abschließende zeitliche Grenze ausdrückt, kann im abhängigen Glied der Konstruktion der Genitiv dieses Substantivs nur mit einer Präposition stehen, während mit der anderen der Genitiv eines ihn vertretenden Pronomens stehen kann.

Von einem Sonntag bis zum nächsten nähte und änderte sie mit Tamošienės Hilfe alte Kleider ihrer Mutter um. LzPR II 379.

7.3. Substantive, die Zeiteinheiten und allgemeine Zeitbegriffe bezeichnen, sowie die Wörter galas, pabaiga, pradžia, pusė, vidurys stehen immer mit notwendigen Attributen. Diese Attribute bilden zusammen mit den Substantiven sehr häufig Fügungen, die bestimmte Daten bezeichnen.

Von September 1942 bis August 1943 [...] vernichteten die Nationalsozialisten hier mehr als 500.000 Häftlinge. T 1970 297. Solche Gräberfelder im Küstengebiet haben sich von den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung bis zum 6. Jahrhundert erhalten. LI I 29. Seit grauer Vorzeit bis in unsere Tage erbebt unsere Erde. LzPR VII 287. Die Jagd ist vom 20. Juli bis zum 1. Februar erlaubt. MastTZ 507. Man kann sie von Anfang April bis Oktober sehen. IvanAŽP 220. In Litauen findet man frisch gelegte Eier (=man findet gelegte Eier) von Mitte April bis Anfang Mai. IvanLP III 86.

7.4. Eine besonders deutliche Bedeutung von Handlung und deren Dauer haben Konstruktionen, in deren abhängiges Glied Kardinalzahlen oder Wörter anderer Wortarten, die diese vertreten, eingehen.

Dieser Prozess dauert 15 bis 30 Stunden. NovodvMT 51. Eine solche Pulsation dauert einige Stunden bis mehrere Dutzend Tage. MG1969 6 4.

7.5. Es kommen Konstruktionen vor, deren abhängiges Glied nicht aus Substantiven, sondern aus Zahlwörtern besteht. Mit solchen Zahlwörtern werden meist Uhrzeiten oder Monatstage angegeben.

Wir saßen von drei Uhr bis halb neun an jener verhängnisvollen Schublade. PetkK 704. Von acht Uhr morgens bis zehn Uhr abends wirbelte ich in der lateinischen Küche herum wie ein Kreisel. VienlMA 197. Anträge werden jeden Monat vom Sechzehnten bis zum Zwanzigsten entgegengenommen. (usw.).

8. KONSTRUKTIONEN MIT DER PRÄPOSITION po

8.0. Konstruktionen mit der Präposition po und dem Genitiv bezeichnen, abgesehen von erstarrten Konstruktionen mit modaler Bedeutung, gewöhnlich Zeit (vgl. Lietuvių kalbos gramatika 1971: 649—650).

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Konstruktionen mit der Präposition po und dem Genitiv sind syntaktische Antonyme von Konstruktionen mit der Präposition prieš und dem Akkusativ sowie von Konstruktionen mit der Präposition pirm(a) und dem Genitiv.

In älteren Schriften wurde die Präposition po zur Bezeichnung von Zeit auch mit dem Dativ und dem Instrumental verwendet (siehe E. Fraenkel 1929: 154–157; J. Otrębsky 1956: 332–334; J. Palionis 1967: 182–183). In den Dialekten wird die Präposition po mit diesen Kasus noch heute in zeitlicher Bedeutung gebraucht (siehe Z. Zinkevičius 1966: 423). Vereinzelte temporale Konstruktionen mit der Präposition po und dem Dativ finden sich in literarischen Werken, z. B.:

Und nach dem Schweinefleisch, nach der Wurst rutscht ihm das [Bier] selbst in die Kehle. VaižgR VIII 77. Und nach dem Aufstand, da erhob er sich, erhob er sich. Gud-GuzR I 14.

Für die gegenwärtige Literatursprache sind temporale Konstruktionen mit der Präposition po und dem Dativ oder Instrumental völlig untypisch. Die in der Literatursprache verwendeten Konstruktionen mit der Präposition po und dem Akkusativ werden hier nicht behandelt, da sie nicht zum untersuchten Thema gehören.

Konstruktionen mit der Präposition po und dem Genitiv bezeichnen: 1) eine Handlung und den Zeitpunkt, nach dessen Ablauf diese Handlung verwirklicht wird, 2) eine Handlung und eine Zeitspanne, die diese Handlung von einem früheren Zeitpunkt trennt.

8.1. Konstruktionen, die eine Handlung und den Zeitpunkt bezeichnen, nach dessen Ablauf diese Handlung verwirklicht wird

8.1.1. Die durch ein flektierbares Wort in einer Konstruktion mit der Präposition po ausgedrückte Zeit ist lediglich ein Orientierungspunkt auf der Zeitachse, im Verhältnis zu dem die Handlung des Verbs später stattfindet. Anders gesagt, wird die Handlung nicht innerhalb des durch das flektierbare Wort bezeichneten Zeitraums verwirklicht, sondern nach dessen zeitlicher Grenze. Die Bestandteile der hier behandelten Konstruktionen zeigen jedoch nicht an, ob die Handlung unmittelbar auf die Grenze des bezeichneten Zeitraums folgt oder zeitlich davon abgesetzt ist, vgl.:

Nach dem Imbiss fahren wir weiter. VencIJA 427. Die kleine Maus kehrte erst nach Mittag nach Hause zurück. VienR II 276.

Wenn betont werden muss, wie viel Zeit die Handlung des Verbs von der durch ein Substantiv bezeichneten früheren Zeit trennt, wird die Konstruktion um einen weiteren Kasus des flektierbaren Wortes oder um einen mit einer Präposition gebildeten Kasus erweitert, vgl.:

Genau eine Woche nach der Hochzeit starb der Alte plötzlich. ŽemR IV 420. Ich kam einige Wochen nach der Aufhebung der Leibeigenschaft zur Welt. PetkK 326. Vier Tage nach dem Kalben geht es der Kuh schon ganz gut (ebd.).

8.1.2. Am häufigsten verwendet werden Konstruktionen, deren abhängiges Glied Substantive bilden, die Tageszeiten, Jahreszeiten, Wochentage, Feiertage, Essenszeiten sowie Zeiträume der Arbeit, Erholung, Pflege und Geschichte bezeichnen.

Erst nach der Nacht geht für uns der Morgenstern auf. Myk-PutBV 138. Nach dem Aufwachen war Geschrei und Scharren zu hören. LKŽ VI 87. Auch nach dem Winter kam die Großmutter wieder zu Kräften. Alk. Und auch im Sommer kommt es erst nach dem Frühling. Vdk. Nach Sonntag werden wir den Weizen schneiden. T 1967 111. In jenem Jahr fror es erst nach Weihnachten zu. AvyžISK 29. Nach dem Frühstück fuhr er sogleich ab. PaukštK 143. Nach der Roggenernte wird der Weizen reif. BaltPV II 282. Nach dem Mistfahren bemühte man sich, die Felder sofort zu pflügen. LEB 67. Nach der Pause geht er in die nächste Klasse. PaukštPM 150. Nach meinem Urlaub kehrte ich nach Kaunas zurück und redigierte wieder die Zeitschrift. VencIJA 215. Nach dem Advent waren auch die Hochzeiten vereinbart. GricŽ 302. Erst nach der polnischen Zeit wurden die Türen dieses Gymnasiums auch für „Klopų“-Kinder geöffnet. BsRR I. Nach dem zwölften verschwindet es wieder. Lt IV 642.

8.1.3. Eine weitere sehr produktive Gruppe bilden Konstruktionen mit Substantiven, die Prozesse und Zustände bezeichnen.

Nach seiner Krankheit kam er wieder zu sich. Lp. Nach einer Woche Belagerung nahmen sie […] Pskow ein. LI I 71. Wieder nach langen Streitigkeiten und Reden, nach Gezeter und Gebrüll

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und übergab die Sau zur Aufzucht der Katze. CvR VII 314. Nach der Versteigerung begann Jurgis Kilpa zu taumeln. LKŽ VI 1032. Nach der Befruchtung wächst der Fruchtknoten der Stempelblüten stark an. F II 20. Martelė lässt sich seit dem Bade gar nicht mehr blicken, als hätte sie etwas Unrechtes getan. CvMS 201. Nach diesem Streit überlegte Domantienė mehrere Tage lang, was sie als Nächstes tun sollte. GruŠK 53. Nach dem Liebesabenteuer gehen wir frühstücken. BaltPV II 347. Nach den Operationen seines Freundes leidet Krizas etwas weniger. CvMS 305. Nach den Stürmen wird die Sonne wieder scheinen. JanR I 189.

8.1.4. Eine weniger ausgeprägte zeitliche Bedeutung haben Konstruktionen mit Substantiven anderer lexikalischer Bedeutungsgruppen: mit Bezeichnungen für Personen, Tiere, Orte, Speisen, Gegenstände, historische Dokumente und dergleichen.

Nach Bagdonas kam auch er an die Reihe. Vkš. Nach dem provinziellen Kaunas geriet J. Tysliava in ein ganz anderes Umfeld. TyslNR 8. Nach dem Kohl brachte man Fleisch vom Vortag. KatkR 183. Nach dem Kalben gab die Kuh einen vollen Eimer Kolostrum. Grš. Nach dem Tee legte die Frau wie jeden Abend Patience. VienR II 222. Nach dem Essen und Trinken leert sich das Haus des Meisters. CvMS 183. Nach den Tränen wird sie kichern, dann ist alles wieder gut. Vj. Nach dem Dritten Litauischen Statut wurden im Imkereirecht keine bedeutenderen Änderungen vorgenommen. LEB 147. Die Schwarzbrache wird meist nach dem Sommergetreide gehalten. MonstP 161.

8.1.5. Dieselbe Bedeutung haben Konstruktionen, die mit substantivischen (gewöhnlich personalen) Pronomen gebildet werden.

Nach mir kommt ein anderer. JablRR I 660. Er beginnt immer mehr an diejenigen zu denken, die nach ihm leben müssen... VencLGD 79. Nach uns wird es uns nicht mehr geben. Klvr. Der Mieter lebte mit hängenden Händen; je schlimmer es wurde, desto näher rückte das Ende; als wäre es geradezu Absicht, damit nach ihm niemand mehr dort leben könnte. VaižgRR I 272. Erst nach allem kamen die Milizionäre. Vkš.

8.1.6. Konstruktionen werden auch mit Zahlwörtern gebildet, die für Uhrzeiten, Tage des Monats oder Jahreszahlen stehen. Solche Konstruktionen sind eher für die Umgangssprache charakteristisch.

Nach neun Uhr kam noch eine Sanitäterin. SirGirŠV 16. Nach den Vierzigern änderte sich die Lage der litauischen Bauern grundlegend (trš.). Die Schuld versprach er nach dem Fünfzehnten zurückzuzahlen. Grl. Nach sieben Uhr kann ich nicht mehr. Iš.

8.1.7. Substantive mit allgemeinen Zeitbegriffen und solche, die Zeitdauer bezeichnen, haben in Konstruktionen dieser Bedeutung stets ein strukturell notwendiges Attribut. Konstruktionen mit einer solchen lexikalischen Zusammensetzung kommen sehr selten vor.

Nach der Eiszeit wurde das Klima wieder wärmer. IvanAŽP 53. Nach dem Ende der Badesaison wirkt der Strand wie ausgestorben (tsp.). Nach acht Uhr ist es hier gefährlich, spazieren zu gehen (trš.).

8.2. Konstruktionen, die eine Handlung und einen Zeitraum bezeichnen, der diese Handlung von einem früheren Zeitpunkt trennt

8.2.1. Als Hauptglied der Konstruktionen treten Verben beider Aktionsarten auf. Das abhängige Glied besteht gewöhnlich aus Substantiven, die Zeitbegriffe bezeichnen, allein oder mit Wörtern, die eine Menge angeben. Substantive, die Vorgänge bezeichnen, werden zur Bildung solcher Konstruktionen sehr selten und stets mit einem Mengenwort verwendet, vgl.:

Nach ein paar Fahrten kann man so einen „Fischer“ selbst mit Gold nicht mehr aufs Meer locken (tsp.).

8.2.2. Der Zeitraum, der eine Handlung von einem früheren Zeitpunkt trennt, ist bestimmt (a) oder unbestimmt (b).

a) Ein bestimmter Zeitraum wird durch Substantive ausgedrückt, die Zeiteinheiten bezeichnen und sowohl allein als auch mit Kardinalzahlen auftreten können. Bei anderen Substantiven, die Zeitbegriffe bezeichnen, werden in diesem Fall stets Kardinalzahlen verwendet. Konstruktionen mit dieser letzteren lexikalischen Zusammensetzung sind unproduktiv.

In einem Monat fangen wir an, Kartoffeln auszugraben. Rk. Nach einer halben Stunde erschien sie wieder bei den Šariukai. PaukštK 187. Eine Woche später kehrte Jadvyga aus Vilnius zurück. Myk-PutR

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VII 108. Nach sechs Monaten erinnerte er sich an seinen Vater. BalčTVN 76. Zum ersten Mal nach vier Tagen essen die Kämpfer mit Genuss. MarcBR 224. Die jungen Störche beginnen erst nach zwei Wochen, ein wenig stehen zu bleiben. IvanAPŽ 246. Komm in ein paar Tagen bei uns vorbei. Als. Nach zwei Wintern brach ich die Schule ab. Grl.

b) Ein unbestimmter Zeitraum wird durch Substantive ausgedrückt, die entweder selbst einen unbestimmten Zeitraum bezeichnen oder andere Zeitbegriffe, wenn sie mit Wörtern verbunden sind, die eine unbestimmte Menge angeben.

Plötzlich raschelte etwas in der Ferne, und einen Augenblick später donnerte es bereits über unseren Köpfen.

MarkPRL 48. Misiulis ging hinaus und kam nach einem Weilchen mit dem Geld zurück. KrėvRg 227. Nach einigen Wochen wurde nur Cinokas vor Gericht geladen. ŽemR II 105. Nach einigen Jahren starb der Alte. Myk-PutR VI 265. Nach einigen Dutzend Minuten hielt Povilas zwei schöne und kräftige Scheine in der Hand, auf denen die Zahl hundert vermerkt war. MarcBR 79. Und dann, nach vielen Tagen, fand die Beerdigung statt. Nach einigen schlaflosen Nächten und Tagen [...] beendete Stenia die Arbeit. SimonOBT 31. LzPR 394.

Einen unbestimmten Zeitraum bezeichnet auch das Substantiv laikas („Zeit“) mit einem Mengenwort, mit dem es eine erstarrte Verbindung bildet.

Nach längerer Zeit kehrte der Lehrer zurück. VenclR II 45. Nach einiger Zeit waren auf der anderen Seite des Tores Schritte zu hören. KrėvRg 262. Nach einiger Zeit kam er wieder zu sich, als wäre er aus dem Schlaf erwacht, und merkte, dass er kein Geld mehr hatte. Lnkv.

§.2.3. Konstruktionen mit der Präposition po und dem Genitiv, die eine Handlung und einen bestimmten (a) oder unbestimmten (b) Zeitraum bezeichnen, der diese Handlung von einem früheren Zeitpunkt trennt, sind synonym mit Konstruktionen mit der Präposition už und dem Genitiv (siehe 11.), vgl.:

a) Er beglich die Schuld nach einem Monat. Ant. Wir fahren in einem Jahr zu deinen Eltern. BsRP 235. Mama wird doch erst in einer Woche zurückkommen. Er starb drei Tage später. In einer halben Stunde werden die Leute allmählich eintreffen. LzPK 41. Lt IV 481. LzPR VII 168.

b) Ich komme in einem Weilchen zurück. Pn. Nach einigen Minuten ließ er diesen Gegenstand aus dem Schnabel fallen. IvanLP III 27. Mein Zug in Richtung Tilsit–Klaipėda fährt in einigen Stunden ab. SimonNTP 154.

9. KONSTRUKTIONEN MIT DER PRÄPOSITION prie

9.1. Die Präposition prie wurde in älteren Schriften mit temporaler Bedeutung nicht nur mit dem Genitiv, sondern auch mit dem Dativ verwendet (E. Fraenkel 1929: 35; J. Palionis 1967: 184–185). In der heutigen Literatursprache steht diese Präposition stets mit dem Genitiv (J. Būtenas 1930: 116–118; J. Kruopas 1953: 27; M. Čaikauskas 1963: 11–13; Lietuvių kalbos gramatika 1971: 604–605).

Temporale Konstruktionen mit der Präposition prie sind für die Literatursprache wenig charakteristisch (J. Kruopas 1953: 27) und lexikalisch eingeschränkt. Sie drücken eine Handlung und den Zeitpunkt ihrer Ausführung aus.

9.2. Eine ausgeprägtere temporale Bedeutung haben jene Konstruktionen, deren abhängiges Glied aus Substantiven besteht, die Personen, Prozesse, bestimmte Erscheinungen sowie Zeit bezeichnen.

Die Chronik wurde zur Zeit des Bischofs von Vilnius, Povilas Alšėniškis, verfasst. JučLM 185–186. Aber so vor einem jungen Mädchen zu sprechen. Auch gegenüber der Dienstmagd vermieden Graf Marijonas und die Besucherin ihr geheucheltes Mitgefühl. SruogR III 231. VienR II 51. Sie starb bei der Schwiegertochter. Beim Mittagessen bediente eine andere Geisterschar und reichte die Speisen. Beim Kaffee überflog er die Morgenzeitung. Steh auf, du kommst bei der Arbeit wieder zu Kräften. Am Lagerfeuer erinnert er sich an seine Frauen. Gegen Abend zieht es sich wieder zu. Skr. BalčGK 20. VencIGD₁ 175. Šts. MarukŽSG. Všt.

Anstelle von Substantiven werden mitunter auch substantivische Pronomen in temporaler Bedeutung verwendet.

Bei ihm wird es auch für uns besser sein zu leben. LKRŽ 93. Sie wagte nicht, in ihrer Gegenwart Litauisch zu sprechen. LKŽ.

153

9.3. Ein beträchtlicher Teil der Konstruktionen mit anderen Bedeutungen (zum Beispiel der Art und Weise, der Bedingung, des Ortes usw.) mit der Präposition prie erhält im Satz ebenfalls nicht selten temporale Bedeutungsnuancen4. In den Mundarten werden neben den zuvor genannten auch andere Konstruktionen mit temporaler Bedeutung verwendet, die jedoch für die Literatursprache untypisch sind. An ihrer Stelle werden andere temporale Konstruktionen gebraucht (siehe J. Kruopas 1953: 27).

10. KONSTRUKTIONEN MIT DER PRÄPOSITION tarp

10.1. Temporale Konstruktionen mit der Präposition tarp und dem Genitiv bezeichnen eine Handlung und deren zeitliche Grenzen. In der heutigen Literatursprache sind sie nicht sehr verbreitet. Als Hauptglied treten Verben beider Aktionsarten auf. Das abhängige Glied kann aus Substantiven bestehen, die Zeitbegriffe oder Prozesse bezeichnen.

10.2. Konstruktionen dieser Art mit einem einzigen Substantiv sind selten. In diesem Fall steht das Substantiv stets im Genitiv Plural.

Zwischen den Feiertagen haben wir ordentlich gearbeitet. BalkS 204. Zwischen den Sitzungen stieg die Strahlung um ein Mehrfaches. T 1970 290.

Häufiger sind Konstruktionen, deren abhängiges Glied aus zwei Substantiven besteht, die durch die Konjunktion und, manchmal durch sowie verbunden sind.

Und jetzt wartete er darauf, dass zwischen elf und halb zwölf ein weiterer Diener käme. BalčAŽ 11. Der Mist wurde gewöhnlich zwischen der Frühjahrssaat und der Heuernte auf die Felder gefahren. MLTE II 565. Es brannte zwischen Frühstück und Mittagessen ab. BūtPM 132. Zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag liegen die Zwölfnächte. KG 401.

10.3. Substantive, die Zeiteinheiten bezeichnen, haben in solchen Konstruktionen stets strukturell notwendige Attribute. In diesem Fall wird das Substantiv meist (aber nicht immer) nur im zweiten, auf die Konjunktion folgenden Teil des abhängigen Glieds genannt; im ersten Teil steht lediglich ein Wort, das die Funktion eines Attributs erfüllt.

Zwischen 400 und 800 n. Chr. ereigneten sich auf dem Gebiet Litauens große neue Veränderungen. LI I 32. Zwischen 15.000 und 8.000 v. Chr. gab es drei kalte und feuchte Zeitabschnitte. RimPLG 12. Die Jungvögel mauserten […] zwischen August und Oktober. IvanLP II 126. Neun Zugvögel wurden zwischen dem 25. XI. und dem 15. II. erlegt. IvanLP II 68. Schließlich muss das zwischen elf und zwölf Uhr nachts geschehen. SimonVK II 110.

11. KONSTRUKTIONEN MIT DER PRÄPOSITION už

11.1. Temporale Konstruktionen mit der Präposition už und dem Genitiv bezeichnen eine Handlung sowie einen Zeitabstand, der diese Handlung von einem früheren Zeitpunkt trennt. Sie sind syntaktische Antonyme der entsprechenden Konstruktionen mit der Präposition prieš und dem Akkusativ sowie der Konstruktionen mit der Präposition pirm(a) und dem Genitiv, die eine Handlung und einen Zeitabstand bezeichnen, der diese Handlung von einem späteren Zeitpunkt trennt.

J. Jablonskis hat die Präposition už in solchen Konstruktionen sowohl in „Linksniuose ir prielinksniuose“ als auch in seinen Aufsätzen durch die Präposition po ersetzt (vgl. 1957: 667; 1959: 188, 231, 297). Die Gründe für diese Korrektur hat er offenbar nirgends ausdrücklich formuliert; aus einzelnen Bemerkungen geht jedoch hervor, dass er den Gebrauch der Präposition už in temporaler Bedeutung für nicht korrekt und für die litauische Sprache fremd hielt (1959: 187–188, 229).

In der litauischen Sprache hat die Präposition už diese Bedeutung jedoch seit jeher. Belege dafür finden sich in schriftlichen Denkmälern (vgl. A. Bezzenberger 1877: 246; E. Fraenkel 1929: 178). Wie das Material des „Lietuvių kalbos atlaso“ und die Kartei des akademischen „Lietuvių kalbos žodyno“ zeigen, sind temporale Konstruktionen mit der Präposition už in vielen litauischen

4 Šitokių konstrukcijų pavyzdžių yra M. Čaikausko straipsnyje (1963: 11 – 13), ypač c poskyryje. Straipsnio autorius jas skiria prie laiko reikšmės, bet taip pat pažymi, kad tokios konstrukcijos turi ir kitų reikšmių atspalvių.

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Dialekten der litauischen Sprache verbreitet5. Sie sind auch in der Folklore bekannt. In den Übersetzungen des Akademikers J. Balčikonis finden sich zahlreiche Beispiele für diese Konstruktionen. Ihr Gebrauch in der Literatursprache ist inzwischen anerkannt (vgl. B. Vosylité 1951: 31; J. Kruopas 1953: 28; Lietuvių kalbos gramatika 1971: 645 – 646; Dabartinės lietuvių kalbos žodynas 1972: 878). Daher bestehen hinsichtlich der Zulässigkeit temporaler Konstruktionen mit der Präposition už und dem Genitiv in der heutigen Literatursprache keinerlei Zweifel.

11.2. Der durch das abhängige Glied von Konstruktionen mit der Präposition už bezeichnete Zeitabstand, der eine Handlung von einem früheren Zeitpunkt trennt, kann bestimmt (a) oder unbestimmt (b) sein.

a) Ein bestimmter Zeitabstand wird durch Substantive bezeichnet, die Zeiteinheiten benennen und mit oder ohne Kardinalzahlen stehen.

In einem Monat kommt der Sohn zurück. Krsn. In einem Jahr schenkt Gott ihnen einen Sohn. Lt IV 98. Etwa ein halbes Jahr später kam Tamulios Cousine zu mir. SimonNTP 389. Dein Cousin soll in einer halben Stunde kommen. BalčHP 259. In einer Woche beginnt auch die Heuernte. Vnd. Der Zug kommt in fünf Minuten. Šk. Nach zwei Tagen ist der Sauerteig bereits gebrauchsfertig. KatkR 243. Weitere zwei Wochen später kamen andere Melkerinnen. LnkV. Er kam erst nach zwei Wochen von den Kriegserlebnissen wieder zu sich. PetkKMD 175. Eine halbe Stunde später wusste es bereits das ganze Schreibbüro. KrèvLŽ 183. Aus der Mühle kommt man stets erst nach zwei Tagen zurück. Šd.

b) Ein unbestimmter Zeitabstand wird durch Substantive bezeichnet, die einen unbestimmten Zeitraum benennen, oder durch Substantive für Zeiteinheiten, die mit Wörtern stehen, welche eine unbestimmte Menge ausdrücken.

Einen Augenblick später krachte ein einzelner Schuss (trš.). Eine Weile später stieg auf der Seite von Kaunas Rauch auf. Grl. Einige Minuten später schleppte er sich bereits durch den Küstensand in Richtung Riga. VaižgR. II 62. In wie vielen Jahren, das wird niemand wissen. Šd. Einige Tage später brachte man das Rezept des deutschen Arztes aus Joniškėlis. PetkKMD 620–621.

11.3. Alle Konstruktionen mit der Präposition už und dem Genitiv, die eine Handlung sowie einen bestimmten (a) oder unbestimmten (b) Zeitabstand bezeichnen, der diese Handlung von einem früheren Zeitpunkt trennt, sind synonym zu den entsprechenden Konstruktionen mit der Präposition po und dem Genitiv (vgl. 8.2.). Ihre Bedeutungen sind völlig identisch, ohne unterschiedliche Nuancen; lediglich sind Konstruktionen mit der Präposition už in der heutigen Literatursprache etwas seltener als Konstruktionen mit der Präposition po (vgl. P. Būtėnas 1930: 135; Lietuvių kalbos gramatika 1971: 646). Vgl.:

a) Etwa einen Monat später kehrte er nach Bagdad zurück. BalčTVN₁ 146. Ein Jahr später schied er aus der Armee aus und arbeitete in den Redaktionen verschiedener Zeitungen. TysINR 5. Die Flachsstängel von Sikorskis werden wir eine Woche später bestimmt nicht mehr finden. AvyžISK 79. Acht Tage später setzte man uns in einen sauberen Wagen dritter Klasse – und brachte uns aus Tilsit fort. SruogR V 39. Der Zug kam erst nach einer halben Stunde. Jnš.

b) Motejus verschwand und kehrte eine Weile später zurück. Myk-PutR VI 153. Petras ging einige Minuten später hinaus. VenclGD₁ 33. Einige Stunden später war er bereits in der Stadt. LankNR 101. Erst einige Tage später kehrte Pranas Strimas zurück. VenclGD₁ 240.

Ergänzende Abkürzungen

BsRR – Basanavičius J. Rinktiniai raštai. V., 1970.

JučLM – Jučas M. Lietuvos metraščiai. V., 1968.

LAB – Kulikauskas P., Kulikauskienė R., Tautavičius A. Lietuvos archeologijos bruožai. V., 1961.

LastUD – Lastauskienė M. Upės dovana. K., 1946.

MačAD – Mačiulis J. Augo diemedis. V., 1961.

MarkPRL – Markevicius A. Plakatas restorano lange. V., 1967.

MarukŽSG – Marukas S. Žaliakalny šluoja gatves. V., 1962.

MastTZ – Mastaušas S. Taikomoji zoologija. K., 1947.

5 In einigen Mundarten werden Zeitkonstruktionen mit der Präposition už und dem Dativ gebildet (siehe Z. Zinkevičius 1966: 429). In der heutigen Literatursprache werden solche Konstruktionen nicht verwendet.

155

MG — Wissenschaft und Leben. Zeitschrift der Gesellschaft „Žūrijos“ der Litauischen SSR. MLTE — Kleine litauische Sowjetenzyklopädie. Bd. I–III. V., 1966–1971. MonstP — Monstvila itė J. Piktožolės. V., 1967. RimPLG — Rimantienė R. Die ersten Bewohner Litauens. V., 1972. SirGirŠV — Sirijos Gira V. Štai ir viskas. V., 1963. SlanŠA — Slančiauskas M. Sagen und Anekdoten Nordlitauens. V., 1975. ŠRagSD₁ — Satirios Ragana. Sename dvare. V., 1969. TysINR — Tysliava J. Nemuno rankose. V., 1967. ŽiugždLKG — Žiugžda J. Grammatik der litauischen Sprache. Teil II. Syntax. K., 1957.

LITERATŪRA

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А. РУЖЕ

ВРЕМЕННЫЕ ПРЕДЛОЖНЫЕ КОНСТРУКЦИИ С РОДИТЕЛЬНЫМ ПАДЕЖОМ В СОВРЕМЕННОМ ЛИТОВСКОМ ЛИТЕРАТУРНОМ ЯЗЫКЕ

Резюме

В статье анализируются временные конструкции1, в роли основного компонента которых выступает глагол, в роли зависимого компонента — родительный падеж имени существительного или местоимения с предлогами, а в некоторых случаях и имени числительного с предлогами. Освещается роль предлогов в структуре конструкции, лексический состав описываемых конструкций, их продуктивность, тенденции употребления, выявлены их значения и синтаксические синонимы.

В роли зависимого компонента изучаемых конструкций выступают имена существительные, обозначающие время, процессы, а иногда и конкретные объекты, как с обязательными определениями, так и без них.

Самыми продуктивными и наиболее часто употребляемыми являются конструкции с предлогами iki, lig(i), nuo, ро и už.

Конструкции с предлогами iki, lig(i) выражают: 1) действие и его конечный предел во времени (kūlį iki nakties „молотят до ночи“, ėjo ligi pietų „шел до обеда“), 2) действие и его приблизительную продолжительность (perį lig(i) (iki) dviejų savaičių „высиживает около двух недель“). Конструкции с предлогами iki, lig(i), выражающие действие и его приблизительную продолжительность, синонимичны аналогичным конструкциям с предлогами apie (с винительным падежом), arti, netoli (perį apie dvi savaites, perį arti (netoli) dviejų savaičių „высиживает около двух недель“).

Конструкции с предлогом nuo чаще всего выражают действие и его начальный предел во времени (dirba nuo jaunystės „работает с юности“). Этим конструкциям синонимичны конструкции с предлогом iš (dirba iš jaunystės „работает с юности“), но последние довольно ограничены лексически. Изредка встречаются конструкции с предлогом nuo, которые выражают действие и момент его совершения (nuo ryto susirgo „утром заболел“). В этом случае они синонимичны аналогичным конструкциям с предлогом iš, а также конструкциям с винительным или с местным падежом (iš ryto susirgo, rytą susirgo, ryte susirgo „утром заболел“).

Конструкции с предлогом ро выражают: 1) действие и время, по истечении которого это действие реализуется (ро rusyčių pradėjo kasti „после завтрака начали копать“, ро susirinkimo susipyko „после собрания поссорились“), или 2) действие и количество времени, которое отделяет это действие от предшествующего времени (ро mėnesio grįžo „через месяц возвратился“). Конструкции с предлогом ро, выражающие действие и количество времени, отделяющее это действие от предшествующего времени, всегда синонимичны аналогичным конструкциям с предлогом už (už mėnesio grįžo „через месяц возвратился“), но последние в литературном языке встречаются реже, чем конструкции с предлогом ро.

Конструкции с предлогами nuo – iki (nuo ryto iki vakaro verkia „с утра до вечера плачет“), nuo – lig(i) (nuo pietų lig(i) vakarienės ilsisi „с обеда до ужина отдыхает“), а также с tarp (ateik tarp dešimtos ir dvyliktos valandos „приходи между десятью и двенадцатью часами“) выражают действие и пределы во времени, между которыми это действие реализуется.

Конструкции с предлогами gale, pabaigoj(e), pradžioj(e), pusėj(e), pusiau, vidury, viduryj(e) выражают действие и его период (miega vidury dienos „спят в середине дня“) или момент его совершения (pradžioj metų mirė „в начале года скончался“, gale vasaros atšilo „в конце лета потеплело“).

Временные конструкции с предлогами be, iš ро и prie в современном литературном языке непродуктивны, встречаются довольно редко.

1 Временными конструкциями или конструкциями здесь называются словосочетания выражающие временные отношения.

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A. RŪŽĖ

TEMPORAL CONSTRUCTIONS WITH GENITIVE AND PREPOSITIONS IN MODERN STANDARD LITHUANIAN

Summary

The paper discusses temporal constructions the principal component of which is a verb and the subordinate component is a noun, pronoun and in special cases a numeral in the genitive case with prepositions. The role of prepositions in the constructions, their different meanings, lexical structure, the productivity, the usage and their syntactical synonyms are also considered in the paper.

The subordinate component of the constructions in question is expressed by nouns denoting time, processes and in certain cases objects with or without attributes.

The most productive and frequently used are temporal constructions with the prepositions iki, lig(i), nuo, po and už.

Constructions with the prepositions iki, lig(i) express 1) action and its time limit (kulia iki nakties “he threshes till the night“, ėjo lig(i) pietų “he was walking till the afternoon“); 2) action and its approximate continuation (per(i) lig(i) (iki) dviejų savaičių “they hatch about two weeks“). Constructions with the prepositions iki, lig(i) expressing action and its approximate continuation are synonymous to the corresponding constructions with the prepositions apie, arti, netoli (per(i) apie dvi savaitės, peri arti (netoli) dviejų savaičių “they hatch about two weeks“).

Constructions with the preposition nuo mostly express action and its initial limit (dirba nuo jaunystės “they work from youth“). These constructions are synonymous to the constructions with the preposition iš (dirba iš jaunystės “they work from youth“) which are rather limited lexically. Constructions with the preposition nuo rarely express action and the moment it took place (nuo ryto susirgo “he fell ill in the morning“). In this case they are synonymous to the corresponding constructions with the preposition iš, accusative or locative (iš ryto susirgo, rytą susirgo, rytè susirgo “he fell ill in the morning“).

Constructions with the preposition po express 1) action and the time after the expiration of which the action is realized (po pusryčių pradėjo kasti “they began digging after breakfast“, po susirinkimo susipyko “they quarrelled after the meeting“) or 2) action and the period separating it from the previous time (po mėnesio grįžo “he returned after a month“). Constructions with the preposition po expressing action and the period separating it from the previous time are always synonymous to the constructions with the preposition už which are not so frequently used in standard Lithuanian (už mėnesio grįžo “he returned after a month“).

Constructions with the prepositions nuo – iki (nuo ryto iki vakaro verkia “she cries from morning till night“), nuo – lig(i) (nuo pietų lig(i) vakarinės ilsisi “she rests from dinner till supper“) and with tarp (ateik tarp dešimtos ir dvyliktos valandos “come between ten and twelve“) express action and time limits within which it is realized.

Constructions with prepositions gale, pabaigoj(e), pradžioj(e), pusėj(e), pusiau, vidury, viduryj(e) express action and its period (miega vidury dienos “she sleeps in the middle of the day“) or the moment it took place (pradžioj metų mirė “she died at the beginning of the year“, gale vasaros atšilo “it got warmer at the end of the summer“).

Temporal constructions with the prepositions be, iš po and prie are not productive and are very rarely used in modern standard Lithuanian.

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