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MOKSLO KALBOS KULTŪROS IR TERMINOLOGIJOS PROBLEMOS LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, XXIV(1985)

ANGELĖ KAULAKIENĖ

WORTBILDUNGSKALKIERUNG ALS VERFAHREN ZUR BILDUNG MODERNER LITAUISCHER PHYSIKALISCH-TECHNISCHER TERMINI

1. Einleitende Bemerkungen

1.1. Den Auffassungen von Forschern der russischen Lexikologie (V. M. Deribas, L. P. Jefremow, W. W. Iwanow, K. Fleckenstein, N. M. Schanski, D. N. Schmeljow u. a.) zufolge ist die Kalkierung keine mechanische Kopie, sondern ein schöpferischer Prozess, dessen Ergebnis in gewissem Maße die Besonderheiten sowohl der eigenen als auch der fremden Sprache widerspiegelt. Somit wird der litauische Wortschatz (einschließlich der litauischen physikalisch-technischen Terminologie) durch die Kalkierung um neue lexikalische und semantische Einheiten und in Einzelfällen auch um neue Wortbildungssubtypen bereichert. Dennoch kann die Kalkierung nicht als eines der wichtigsten Mittel zur Bereicherung des litauischen Wortschatzes gelten. Folglich ist es zweckmäßig, den Prozess der Kalkierung und sein Ergebnis – die Kalkierungen – im Litauischen als ein Phänomen zu bewerten, das bestimmte lexikalische und semantische Möglichkeiten der litauischen Sprache teilweise aktiviert.

1.2. Bei der Kalkierung litauischer physikalisch-technischer Termini wird die Wortbildungs- oder semantische Motiviertheit des fremdsprachigen Terminus übernommen, während das Baumaterial (Laute, Wurzeln, Affixe und Wörter) der litauischen Sprache entnommen wird. Daher ist es zweckmäßig, Kalkierungen als zwischen der genuin litauischen und der entlehnten physikalisch-technischen Terminologie stehend zu betrachten.

1.3. Das Wesen der Kalkierung besteht darin, dass sie die Motiviertheit, die Struktur und damit auch den Inhalt des kalkierten Gegenstands mit identischen oder ähnlichen sprachlichen Mitteln wiedergibt. Der Grad der Genauigkeit und Adäquatheit, mit der der kalkierte Gegenstand übertragen wird, hängt dabei von der Struktur und Semantik der Wörter in beiden Sprachen ab. In der litauischen physikalisch-technischen Terminologie finden sich folgende Gruppen von Kalkierungen: Wortbildungs-, semantische, phraseologische und zusammengesetzte Kalkierungen. Hinsichtlich ihrer Adäquatheit und Genauigkeit gegenüber dem kalkierten Gegenstand lassen sich diese Gruppen weiter in Untergruppen einteilen.

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1.4. In diesem Beitrag wird auf der Grundlage dreier moderner terminologischer Wörterbücher – „Rusų-lietuvių kalbų politechninis žodynas“ (1959), russisch-litauisches polytechnisches Wörterbuch; „Rusų-lietuvių-anglų kalbų skaičiavimo technikos terminų žodynas“ (1971), russisch-litauisch-englisches Terminologiewörterbuch der Rechentechnik; und „Fizikos terminų žodynas“ (1979), Wörterbuch der physikalischen Termini (litauisch-russisch-englisch-deutsche Termini)1 eine eingehendere Untersuchung nur einer Gruppe von Kalkierungen vorgeschlagen, nämlich der Wortbildungskalkierungen, die etwa 60% aller in diesen Wörterbüchern aufgeführten Kalkierungen ausmachen. Untersuchungsgegenstand sind kalkierte Substantive und Adjektive.

2. Analyse der Wortbildungskalkierungen

2.1. Wortbildungskalkierung ist ein zweiseitiges Phänomen: Einerseits ist sie auf ihr Ausgangsobjekt bezogen, dem gegenüber sie eine Übersetzung darstellt, andererseits auf ihr Ergebnis, dem gegenüber sie Wortbildung ist. Für die Klassifizierung von Wortbildungskalkierungen ist es daher zweckmäßig, zwei Klassifikationsprinzipien heranzuziehen: 1) das Verhältnis der Kalkierung zum kalkierten Gegenstand und 2) das Verhältnis der Kalkierung zum entsprechenden Wort der litauischen Sprache.

2.1.1. Im Verhältnis zum kalkierten Gegenstand lassen sich Wortbildungskalkierungen in folgende Untergruppen einteilen: genaue und ungenaue (hinsichtlich der Semantik), adäquate und inadäquate (hinsichtlich der Wortbildung), indirekte und unmittelbare (hinsichtlich der Herkunft). Sehr häufig versteht man unter den Begriffen genaue Kalkierung und ungenaue Kalkierung strukturell adäquate beziehungsweise strukturell inadäquate Wortbildungskalkierungen2. Die Begriffe genaue Kalkierung und ungenaue Kalkierung sollten zweckmäßigerweise ausschließlich für semantisch genaue beziehungsweise semantisch ungenaue Kalkierungen verwendet werden. Da es hier um die Identität beziehungsweise Nichtidentität der Kalkierung mit dem kalkierten Gegenstand hinsichtlich des Wortbildungsverfahrens geht, ist es zweckmäßiger, solche Untergruppen als adäquate Kalkierungen und inadäquate Kalkierungen zu bezeichnen.

1 Siehe Abkürzungsverzeichnis.

2Siehe: Бажина Н. И. Русские кальки в киргизском литературном языке.— Уч. зап. Кирг. женск. пед. ин-та им. В. В. Маяковского. Сер. филол. наук, 1963, вып. 7, с. 5; Барлезизян А. К. Французские лексические заимствования и кальки в западноармянском литературном языке. (На материале переводов произведений В. Гюго): Автореф. дис.... канд. филол. наук.— Ереван, 1975, с. 21; Дерибас В. М. О заимствовании и калькировании производных слов в русском языке (на материале приставочно-суффиксальных существительных).— В кн.: Этимологические исследования по русскому языку. М., 1972, вып. 7, с. 72; Наркевич И. Ф. Калькированные слова русского происхождения в современном немецком языке: Автореф. дис.... канд. филол. наук.— Киев, 1973, с. 17; Основы теории лексического калькирования: Уч. пособие.— Алма-Ата: Изд-во КазГУ, 1974, с. 103.

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Als unmittelbar gelten solche Lehnübersetzungen, die direkt aus einer anderen Sprache übertragen wurden, z. B. aus dem Russischen (недолив→periepila (РЛПС 223), пламеглушитель→liepsnogautis (РЛПС 283)), aus dem Deutschen (Neusilber→naujasidabris (РЛПС 223), Überspannung→antįtampis (РЛПС 274, ТСВТ 185)), aus dem Englischen (subsequence→posekis (ТСВТ 197), sky-craper→dangoraižis (РЛПС 222)) usw. Die Feststellung indirekter Lehnübersetzungen ist jedoch oft schwierig, da das russische Vorbild vieler in litauischen physikalisch-technischen Wörterbüchern aufgeführter Lehnübersetzungen in anderen Sprachen (Englisch, Deutsch, Französisch) Entsprechungen mit ähnlicher Struktur und Semantik hat, z. B.: puslaidininkis (РЛПС 305, СФТ 238, ТСВТ 202)←russ. полупроводник||engl. semiconductor||frz. semiconducteur, priešstiprintuvis (ТСВТ 333)←russ. предусилитель||dt. Vorverstärker usw. Diese Lehnübersetzungen können unmittelbar aus dem Russischen, Englischen, Deutschen oder Französischen übernommen worden sein oder indirekt über eine Vermittlersprache, d. h. das Russische, in die litauische physikalisch-technische Terminologie gelangt sein. In diesem Fall ist die Unterscheidung zwischen unmittelbaren und mittelbaren Lehnübersetzungen folglich relativ.

2.1.2. Im Verhältnis zum entsprechenden litauischen Wort werden Wortbildungslehnübersetzungen in reale und relative, sogenannte Indukte, unterteilt. Unter dem Begriff индукт werden solche Neologismen verstanden, die in Bezug auf das Vorbild als Lehnübersetzungen, in Bezug auf das entsprechende litauische Wort hingegen als Ableitungen gelten können. Zu dieser Gruppe von Indukten zählen: 1) Termini, deren wortbildnerische Untertypen mit den Wortbildungstypen von Termini in anderen Sprachen übereinstimmen (z. B.: iškrautuvas (РЛПС 344)←russ. разгружатель||dt. Auslader||engl. discharger, viniatraukis (РЛПС 65)←russ. гвоздодёр); 2) Neologismen ohne direkte Entsprechungen ihrer wortbildnerischen Untertypen in anderen Sprachen, deren Wortbildungsanalyse jedoch indirekt auf diese Untertypen verweist (z. B. der Wortbildungsindukt tarpuтis – Sonde; vgl. die komplexe Wortbildungslehnübersetzung bangomatis←russ. волномер||engl. wave-meter||dt. Wellenmesser usw.).

2.2. Nach dem Bildungsmodus werden Wortbildungslehnübersetzungen in präfigierte, suffigierte, flektierende und komplexe unterteilt.

2.2.1. Präfigierte Wortbildungslehnübersetzungen in der litauischen physikalisch-technischen Terminologie werden am häufigsten mit folgenden Präfixen verwendet: ant-, vgl. russ. над-, сверх-, dt. über-, engl. super-, over- (antslegis (РЛПС 371)←russ. сверхдавление||engl. superpressure, antsrovis (РЛПС 372, СФТ 15, ТСВТ 260)←russ. сверхток||engl. overcurrent||dt. Überstrom); ne-, vgl. russ. не-, dt. nicht-, engl. non-, un- (nelaidinin­kas (РЛПС 224, СФТ 197)←russ. непроводник||dt. Nichtleiter, nesavaeigė [barža] (РЛПС 23)←russ. несамоходная [баржа]); ra-, ro-, vgl. russ. под-, dt. unter-, engl. sub- (parakopė (РЛПС 297)←russ. под-

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Stufen, pojūostis (СФТ 224)←russ. подполоса||engl. subband||dt. Un-terband); ро-, vgl. russ. после-, engl. after- (povaizdis (СФТ 229)←russ. послеизображение||engl. afterimage, poveiksmis (РЛПС 309, СФТ 229)←russ. последействие||engl. after-effect); prieš-, vgl. russ. противо-, пред-, dt. gegen-, vor-, engl. counter- (priešrovė (РЛПС 331, ТСВТ 219)←russ. противоток ||dt. Gegenströmung, priešstiprintuvis (ТСВТ 333)←russ. предусилитель||dt. Vorverstärker). Präfigierte Lehnübersetzungen machen 9% aller in litauischen physikalisch-technischen Wörterbüchern aufgeführten Wortbildungslehnübersetzungen aus. Es wurde festgestellt, dass präfigierte Wortbildungslehnübersetzungen meist von suffigierten Derivaten gebildet werden (z. B. nelaidininkas, poveiksmis, priešstipintuvis). Somit verstärkt die Lehnübersetzung die Tendenz litauischer präfigierter Neologismen, auf Substantiven mit abgeleitetem Stamm aufzubauen.

Lehnübersetzungen mit dem Präfix prieš-, vgl. russ. противо-, dt. gegen-, sind produktiver als andere präfigierte Wortbildungslehnübersetzungen. Sie finden sich auch in anderen terminologischen Systemen, z. B.: priešmenulis (Meteorologie)←russ. противолуна||dt. Gegenmond, priešsutemis (Meteorologie)←russ. противосумерки usw.

Die in litauischen physikalisch-technischen Wörterbüchern aufgeführten präfigierten Wortbildungslehnübersetzungen sind gelungen und normgerecht.

2.2.2. In der modernen litauischen physikalisch-technischen Terminologie machen suffigierte Wortbildungslehnübersetzungen 37,4% aller Wortbildungslehnübersetzungen aus. Bei der Übertragung suffigierter Wortbildungslehnübersetzungen werden am häufigsten folgende Suffixe verwendet: -imas, vgl. russ. -ение, -ание, dt. -ung, engl. -ing, -ion (apvand(en)imas (РЛПС 229)←russ. обводнение||dt. Bewässerung, įanglinimas (РЛПС 222)←russ. науглероживание||dt. Durchkohlung); -inis, -ė, vgl. russ. -ный, -овой (bangolaidinis [rezonatorius] (СФТ 254, ТСВТ 254)←russ. волноводный [резонатор], viršgarsinis [greitis] (СФТ 104, ТСВТ 260)←russ. сверхзвуковая [скорость]); -tuvas, vgl. russ. -тель, -ник, -чик, dt. -er, engl. -er, -or (iškraut(u)vas (РЛПС 344)←russ. разгружатель||dt. Auslader||engl. discharger, nuimt(u)vas (РЛПС 418, ТСВТ 310)←russ. съёмник||dt. Abnehmer); -iklis, vgl. russ. -тель, -чик, engl. -er, -or, dt. -er (atskyriklis (ТСВТ 162)←russ. отделитель, perjungiklis (РЛПС 271, СФТ 218, ТСВТ 182)←russ. переключатель||dt. Umschalter); -ėjas, -tojas, vgl. russ. -тель, -чик, engl. -er, -or, dt. -er (naudotojas (ТСВТ 202)←russ. пользователь||engl. user, nešėjas (ТСВТ 154)←russ. носитель||engl. carrier||dt. Träger); -umas, vgl. russ. -ость, engl. -bility, dt. -keit, -heit (apdirbamumas (РЛПС 234)←russ. обрабатываемость||dt. Bearbeitbarkeit, (pri)taikomumas (ТСВТ 218)←russ. применяемость||engl. adaptability).

2.2.2.1. Wortbildungslehnübersetzungen mit dem Suffix -imas werden meist von präfigierten Verben abgeleitet. In jüngster Zeit sind in der technischen Terminologie viele Wortbildungslehnübersetzungen mit

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mit dem Suffix -imas gebildet sind und von Verben mit dem Präfix пи- abgeleitet werden, z. B.: puplaukintimas (РЛПС 230)←russ. обезволашивание, puriebinitimas (РЛПС 230)←russ. обезжиривание||dt. Entfettung. Diese Lehnübersetzungen sind nicht normgerecht. Ihre Nichtnormgerechtigkeit beruht auf der Wahl eines ungeeigneten Wortes – eines Verbs mit dem Präfix пи-. Im Russischen bildet das komplexe Präfix обез-, das nur bei präfigierten und suffigierten Verben vorkommt, Verben mit der Bedeutung „jemandem/etwas etwas entziehen, von etwas befreien“; обездолить, обезжирить. Die Bedeutung „etwas entziehen“ wird durch das Präfix без- eingebracht, das gewöhnlich nicht als Verbpräfix gilt: Es dient zur Bildung von Adjektiven und Substantiven mit der Bedeutung „einer Sache beraubt“³. Im Litauischen werden mit dem Präfix пи- Verben sowie verbale Abstrakta mit dem Suffix -imas gebildet, die diese Bedeutung nicht haben. Sowohl Verben als auch verbale Abstrakta mit dem Präfix пи- bezeichnen das Abtrennen (Herauslösen) von etwas aus einer Gesamtheit, eine nach unten oder in die Ferne gerichtete Handlung mit besonderer Betonung ihres Abschlusses usw.⁴ Darüber hinaus hängt die Nichtnormgerechtigkeit dieser Lehnübersetzungen auch mit der unreflektierten Nachbildung dieser Art verbaler Abstrakta zusammen, z. B.: nиwandeni-ni-mas←russ. обезвоживание||dt. Entwässerung usw. Folglich empfiehlt es sich, bei der Normierung der physikalisch-technischen Terminologie diese Lehnübersetzungen mit dem Suffix -imas durch geeignetere Entsprechungen zu ersetzen.

2.2.2.2. Suffixale wortbildende Lehnübersetzungen von Adjektiven mit dem Suffix -inis, -ė werden hauptsächlich von zusammengesetzten Lehnübersetzungen von Substantiven abgeleitet. Diese Adjektive entsprechen den Wortbildungsregeln des Litauischen und sind normgerecht und akzeptabel. In der litauischen physikalisch-technischen Terminologie haben in jüngster Zeit hypostasierte Adjektive mit dem Suffix -inis, -ė weite Verbreitung gefunden. Solche hypostasierten Bildungen – adjektivische Lehnübersetzungen mit dem Suffix -inis, -ė – entstehen meist aus Substantivfügungen mit den Präpositionen be, po, prieš, virš, z. B.: beprotar-pinis [kabinimas] (РЛПС 113)←russ. беззазорное [зацепление], poišlankinė [lenta] (РЛПС 95)←russ. подкружальная [доска], priešskerdiminis [gardas] (РЛПС 105)←russ. предубойный [загон], virš-garsinis [greitis] (СФТ 104, ТСВТ 260)←russ. сверхзвуковая [скорость]||engl. hypersonic||dt. Überschall usw. Ein Teil dieser Lehnübersetzungen ist jedoch nicht normgerecht. Die Nichtnormgerechtigkeit solcher Lehnübersetzungen zeigt sich in Folgendem. Erstens werden Adjektive, die aus der Präposition be und einem Substantiv gebildet sind, nicht mit dem Suffix -inis, -ė, sondern mit der Endung -is versehen. Dieser wortbildende Untertyp der Adjektive ist

³ Rozanova T. S. Zur Bildung denominaler Verben mit dem Präfix обез-. — In: Fragen der Grammatik der russischen Sprache. Tula, 1974, S. 21.

⁴ Lietuvių kalbos gramatika. — V.: Mintis, 1971, t. 2, p. 279; Kalbos praktikos patarimai. — V.: Mokslas, 1976, p. 159.

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Untertyp produktiv, auch in der Terminologie, z. B.: bebėgis, -ė „schienenlos“, bekibirkštis, -ė „funkenlos“ (РЛПС 24—25), begarsintuvis [garsikalbis] „trichterloser [Lautsprecher]“ (РЛПС 76) usw. Folglich bedürfen die oben genannten wortbildenden adjektivischen Lehnübersetzungen, die durch Anfügung der Präposition be an ein Substantiv und mit dem Suffix -inis, -ė gebildet wurden, einer Korrektur: beprotarpinis (= beprotarpis) [kabinimas] „spiel-freie [Verzahnung]“; statt beslėgiminis (= beslėgis) [vandentakis] „druckloser [Wasserkanal]“, da in der physikalisch-technischen Terminologie der Begriff slėgis „Druck“ geeigneter ist. Zweitens sind Adjektive, die aus Präpositionen und abgeleiteten Substantiven gebildet werden, oft schwerfällig, z. B.: priešskerdiminis [gardas], vgl. russ. „vor der Schlachtung“ [Pferch] u. a.

2.2.2.3. Es wurde festgestellt, dass in der modernen litauischen technischen Terminologie wortbildende Lehnübersetzungen (häufiger Indukte) mit den Suffixen -tuvas, -iklis vorherrschen; vgl. russ. -тель, -ник, -щик, engl. -er, -or, dt. -er. Sie sind von präfigierten Verben abgeleitet. Diese Tendenz entstand offenbar unter dem Einfluss der Terminologien anderer Sprachen (insbesondere des Russischen), denn in der litauischen Standardsprache überwiegen abgeleitete Wörter mit diesen Suffixen, deren motivierende Wörter Verben ohne Präfix sind. Die meisten wortbildenden Lehnübersetzungen mit den Suffixen -tuvas, -iklis sind normgerecht und akzeptabel, mit Ausnahme einiger, wie etwa: praplautivas (=plautuvas), vgl. russ. промыватель, atskyriklis (=skyriklis), vgl. russ. отделитель usw.

2.2.2.4. In der litauischen physikalisch-technischen Terminologie stehen wortbildende Lehnübersetzungen mit den Suffixen -ėjas, -tojas (vgl. russ. -тель, -чик, engl. -er, -or, dt. -er) ihrer Bedeutung nach den Trägern verbaler Eigenschaften näher. Folglich wird unbelebten Gegenständen die übertragene Bedeutung eines Trägers einer verbalen Eigenschaft verliehen; vgl. auch die technischen Termini gamyklą gamintojo, russ. завод-производитель, gamyklą teršėja, russ. завод-загрязнитель usw. Aufgrund der semantischen Doppelwertigkeit von Wörtern mit dem Suffix -тель⁵ finden sich jedoch in der litauischen physikalisch-technischen Terminologie in manchen Fällen nicht normgerechte wortbildende Lehnübersetzungen mit den Suffixen -ėjas, -tojas. Die Nichtnormgerechtigkeit dieser Lehnübersetzungen zeigt sich in Folgendem. Erstens hängt sie oft mit dem entsprechenden Wort zusammen, das ungeeignet ist. In solchen Fällen wird die semantische Korrespondenz zwischen der Lehnübersetzung und dem ihr entsprechenden Wort beeinträchtigt. Diese Lehnübersetzungen sind ihrem übersetzten Gegenstand strukturell angemessen, jedoch semantisch ungenau;

5 Sorokin Ju. S. Entwicklung des Wortschatzes der russischen Literatursprache in den 30er bis 90er Jahren des 19. Jahrhunderts.— M.—L.: Nauka, 1965, S. 229.

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jekt, jedoch semantisch ungenau sind, z. B.: Träger, vgl. russ. Träger, engl. carrier, dt. Träger: Isotopenträger6 (СФТ 198)←russ. Isotopenträger||engl. isotopic carrier||dt. Isotopenträger, Ladungsträger (СФТ 198)←russ. Ladungsträger||engl. charge carrier||dt. Ladungsträger. In einem terminologischen Wörterbuch der Computertechnik ist eine ganze Reihe solcher Träger: freier Träger (ТСВТ 154)←russ. freier Träger||engl. free carrier, Hauptträger (ТСВТ 154)←russ. Hauptträger||engl. majority carrier, Stromträger (ТСВТ 154)←russ. Stromträger||engl. current carrier usw. Zweifellos sind diese terminologischen Wortverbindungen unter dem Einfluss entsprechender Wortverbindungen anderer Sprachen entstanden; vgl. auch russ. Trägergas und dt. Trägergas, russ. Trägerlösung und dt. Trägerlösung (НРПС 738) u. a.

Die Semantik des Verbs nešti „tragen“ und die Semantik der Lehnübersetzung nešėjas „Träger“, die als terminologischer Designat bezeichnet wird, widersprechen einander, da mit dieser Lehnübersetzung die Bedeutung „Vorhandensein, Übertragung“ gemeint ist. Daher sollte man zur Benennung dieser Begriffe ein anderes Wort mit einer anderen Wurzel wählen, etwa den in der physikalischen Terminologie anstelle des ungenauen Terminus krūvio nešėjas „Ladungsträger“ verwendeten Terminus krūvininkas. Zweitens beruht die Nichtnormgerechtigkeit wortbildender Lehnübersetzungen mit den Suffixen -ėjas, -tojas auf einem ungenauen Gebrauch der Suffixe -ėjas, -tojas selbst, z. B.: perteikėjas (ТСВТ 154)←russ. носитель, engl. carrier, braižytojas [automatinis] (ТСВТ 371)←russ. чертежник [автоматический], engl. designer usw. Diese Lehnübersetzungen widersprechen den Wortbildungsmustern von Ableitungen mit dem Suffix -ėjas, -tojas im Litauischen. In der Terminologie werden zur Benennung ähnlicher Instrumente, Mechanismen, Apparate usw. Derivate mit anderen Suffixen verwendet, die sich spezialisieren lassen7.

2.2.2.5. Die meisten wortbildenden Lehnübersetzungen (sowie Indukte) mit dem Suffix -umas sind von passiven Partizipien der Gegenwart abgeleitet. Die Bildung von Derivaten mit dem Suffix -umas aus Partizipien ist im Litauischen überhaupt ein ungewöhnliches Phänomen. Alle Abstrakta dieser Gruppe sind, wie in der „Grammatik der litauischen Sprache“ angegeben, Neologismen der litauischen Standardsprache, die am häufigsten in der Terminologie verwendet werden8. Diese Tendenz zeigt somit, dass die russische Terminologie die Bildung litauischer Termini – Substantive mit dem Suffix -umas – verstärkt, die gebildet

6 Mit diesen zusammengesetzten Termini sind keine wortbildenden Lehnübersetzungen gemeint. Eine ihrer Komponenten – nešėjas „Träger“ – ist jedoch eine wortbildende Lehnübersetzung; daher wird ihre Semantik analysiert.

7 K e i p u s St. Die suffixale Wortbildung litauischer Termini.— Litauische Terminologie (Fragen der litauischen Sprachwissenschaft), 1975, Bd. 16, S. 24.

8 Lietuvių kalbos gramatika.— V.: Mintis, 1965, t. 1, p. 307.

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… aus passivischen Partizipien Präsens gebildet sind und die Bedeutung eines abstrakten Merkmals haben.

2.2.3. In den physikalisch-technischen Wörterbüchern sind nur wenige flexivische Wortbildungskalke verzeichnet. Der Anteil dieser Kalke entspricht dem Anteil präfigierter Wortbildungskalke. Da flexivische Derivate aufgrund ihrer Kürze und strukturellen Einfachheit eines der wichtigsten und bequemsten Mittel zur Erweiterung der litauischen Terminologie sind⁹, können flexivische Kalke auch in der Terminologie umfassender genutzt werden. In den litauischen physikalisch-technischen Wörterbüchern werden flexivische Wortbildungskalke mit folgenden Flexionen angeführt: -a (aptrauka (РЛПС 236)←russ. обтяжка, prietlaida (РЛПС 315, СФТ 230, ТСВТ 209)←russ. предпосылка, nepriepyla (РЛПС 223)←russ. недолив, pralaida (РЛПС 330)←russ. пропуск), -as (antstatas (РЛПС 212)←russ. надстройка||deutsch Überbau, aptepas (РЛПС 231)←russ. обмазка), -is (perlekis (РЛПС 273)←russ. пролёт, posvytis (РЛПС 310, СФТ 228, ТСВТ 205)←russ. послесвечение||engl. afterglow, sąskambis (РЛПС 391, СФТ 268)←russ. созвучие||engl. accord||deutsch Akkord).

In den physikalisch-technischen Wörterbüchern werden überhaupt keine denominalen flexivischen Wortbildungskalke angeführt. Alle untersuchten flexivischen Wortbildungskalke sind deverbal. Die Neigung, ausschließlich deverbale flexivische Wortbildungskalke zu bilden, hat mehrere Ursachen. Erstens ist in der litauischen Terminologie die Mehrzahl der flexivischen Derivate von Verben abgeleitet¹⁰. Zweitens zeigt sich diese Tendenz auch im Wortbildungssystem des Russischen, in dem Substantive mit Nullsuffix meist von Verben abgeleitet sind¹¹. Infolgedessen ist der größte Teil der litauischen deverbalen flexivischen Kalke nach russischem Vorbild gebildet.

2.2.3.1. Die in den physikalisch-technischen Wörterbüchern aufgeführten Wortbildungskalke mit der Flexion -а weisen Präfixe auf. Diese Neigung zeigt sich sowohl in der litauischen Literatursprache als auch im Russischen, das in diesem Fall als kalkiertes Ausgangsmodell dient. Die entsprechenden Wörter — Verben — einiger Wortbildungskalke mit der Flexion -а haben zwei Präfixe (nepriepyla (РЛПС 223)←russ. недолив, neprieranka (РЛПС 223)←russ. недобор). Wortbildungskalke mit der Flexion -а werden am häufigsten von Verben mit folgenden Präfixen gebildet: iš-, at-, per-, pra-, pri-.

2.2.3.2. In den physikalisch-technischen Wörterbüchern sind wesentlich weniger Wortbildungskalke mit der Flexion -as als Wortbildungskalke mit der Flexion -а verzeichnet. Die geringe Produktivität dieser Kalke erklärt sich durch,

⁹ Keinys St. Galūninė terminų daryba — Socialinės lingvistikos problemos (Lietuvių kalbotyros klausimai), 1979, t. 19, p. 180.

¹⁰ Ebenda.

¹¹ Russische Grammatik.— M.: Nauka, 1980, Bd. 1, S. 219.

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offenbar darauf zurückzuführen, dass in der Terminologie insgesamt unter allen Flexionsderivaten die Derivate mit der Flexion -a überwiegen. Wortbildungskalke mit der Flexion -as haben Präfixe. Die Bildung dieser Kalke widerspricht insgesamt nicht der Bildung von Derivaten mit der Flexion -as in der litauischen Standardsprache. Daher sind diese Kalke akzeptabel und normgerecht.

2.2.3.3. Von allen in physikalisch-technischen Wörterbüchern aufgeführten flexivischen Wortbildungskalken wurden am wenigsten Wortbildungskalke mit der Flexion -is festgestellt – es gibt davon halb so viele wie Wortbildungskalke mit der Flexion -as. Wortbildungskalke mit der Flexion -is haben ebenfalls Präfixe. Häufig entsteht diese Tendenz unter dem Einfluss anderer Sprachen. So haben beispielsweise Wortbildungskalke mit der Flexion -is (pošvytis←russ. послесвечение||engl. afterglow), die das Präfix ро- enthalten, eine Bedeutung, die für entsprechende Derivate des Litauischen untypisch ist und eindeutig mit Präpositionen zusammenhängt: der russischen — после, der englischen — after und ihren litauischen Entsprechungen ро, paskui.

2.2.4. Zusammengesetzte Wortbildungskalke-Substantive bilden eine recht umfangreiche Untergruppe der Kalke (etwa 28,6%) unter allen Wortbildungskalken (Präfix-, Suffix-, Flexions- und Zusammensetzungskalken). Für die litauische physikalisch-technische Terminologievokabel ist das Vorhandensein zweier Arten dieser Kalke charakteristisch: 1) zusammengesetzte Kalke mit einem Substantivstamm als Grundkomponente und 2) zusammengesetzte Kalke mit einem Verbstamm als Grundkomponente. Am produktivsten sind folgende Wortbildungsstrukturen zusammengesetzter Kalke-Substantive:

a) adäquate Kalke: Substantiv + Substantiv /S+S/, Adjektiv + Substantiv /A+S/, Adverb + Substantiv /A₁+S/ und Substantiv + Verb /S+V/. Diese Strukturen der Kalke entsprechen folgenden Wortbildungsstrukturen des kalkierten Ausgangsausdrucks: /S+S/= /S+S/ pusbangė (РЛПС 304), vgl. russ. поливолно||dt. Halbwelle||engl. half-wave, šargaplokštė (РЛПС 32), vgl. russ. бронеплита||dt. Panzerplatte; /A+ +S/= /A+S/ aukšlakrosnė (РЛПС 94), vgl. dt. Hochofen, naujasidabrinis (РЛПС 223), vgl. dt. Neusilber; /A₁+S/= /A₁+S/ daugiaстaklininkas (РЛПС 199), vgl. russ. многостаночник; /S+V/= /S+V/ bangomatis (РЛПС 52, СФТ 31, ТСВТ 29), vgl. russ. волномер||dt. Wellenmesser12||engl. wavemeter, smeliasvaudis (РЛПС 278), vgl. russ. пескомет;

12 Kalken mit der Wortbildungsstruktur (S+V), deren Grundkomponente -matis ist, entsprechen im Englischen und Deutschen zusammengesetzten Substantiven mit der Wortbildungsstruktur (S+S). In diesem Fall ist es jedoch zweckmäßiger, die Wortbildungsstrukturen des Kalks und des russischen kalkierten Ausgangsausdrucks miteinander zu vergleichen, da das Russische die Vermittlersprache oder das unmittelbare Kopiervorbild des Kalks ist.

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b) inadäquate Kalke: Substantiv + Substantiv /S+S/, Substantiv + Verb /S+V/, Adverb + Verb /A₁+V/ und Pronomen + Verb /P+V/. Diese Wortbildungsstrukturen der Kalke entsprechen den Wortbildungsstrukturen des kalkierten Ausgangsausdrucks wie folgt: /S+S/: /S+V/ ortakis (РЛПС 51, ТСВТ 28), vgl. russ. воздуховод, vandentakis (РЛПС 48), vgl. russ. водовод; /S+V/: /S+S/ garsagaudis (РЛПС 114, СФТ 96), vgl. russ. звукоглуши- тель||dt. Schallempfanger, plėvedaris (РЛПС 284), vgl. russ. плёнкооб- разователь; /A₁+V/: /A₁+S/ garsiakalbis (РЛПС 76, СФТ 96, ТСВТ 256), vgl. russ. громкоговоритель←dt. Lautsprecher; /P+V/: /P+S/ savistabda (РЛПС 364), vgl. russ. самоторможение.

Zusammengesetzte Wortbildungskalke-Substantive werden in der Regel serienweise gebildet, d. h., es wird nicht ein einzelnes Wort, sondern ein bestimmter Wortbildungssubtyp kalkiert (z. B.: savivartis←russ. самосвал, savirašis←russ. самописец||dt. Selbstschreiber; aukštimatis←russ. высо- томер||dt. Höhenmesser, bangomatis←russ. волномер||engl. волнеме- ter||dt. Wellenmesser). Somit werden beim Kalkieren zusammengesetzter Termini einige Tendenzen der Terminologiebildung verstärkt: Erstens wächst die Neigung litauischer zusammengesetzter Neologismen, sich auf Substantive mit einem abgeleiteten Stamm zu stützen (z. B.: puslaidinin- kis←russ. полупроводник||engl. semiconductor||frz. semiconducteur); zweitens entstehen Neologismen, deren Wortbildungsuntertypen relativ produktiv sind und neben den Kalken auch Indukte umfassen (z. B.: lietmatis←russ. дождемер||engl. pluviometer und tarpumatis — Messsonde).

Bei der Normierung zusammengesetzter Wortbildungskalke empfiehlt es sich, ihre Wortbildungsvarianten zu beseitigen (toliamatis, toli- matis, tolmatis←russ. дальномер||engl. telemeter), die unerwünschte morphologische Umformung litauischer Termini, die von reflexiven Verben gebildet sind, zu vermeiden (išsikrovimas — Selbstentladung→savikrova, išsivalymas — Selbstreinigung→savivala) und außerdem mechanisch kopierte Kalke durch andere Termini zu ersetzen (самоспуск „Vorrichtung zum Anlassen des Motors“ — savilaida, самоточка „Drehmaschine mit selbsttätigem Support“→savigalanda).

2.2.5. In der physikalisch-technischen Terminologievokabel sind zusammengesetzte Kalkadjektive sehr häufig Terminologeme. Ihre große Zahl ist offenbar auf folgende Ursachen zurückzuführen. Erstens ist die Zusammensetzung in der litauischen Wortbildung eines der geeignetsten Mittel, um neue, bisweilen sehr komplexe Begriffe auszudrücken. Zweitens ist die Zusammensetzung auch in der Sprache, nach deren Vorbild kalkiert wird, das produktivste Verfahren. Zusammengesetzte Wortbildungskalke-Adjektive machen 16% aller Wortbildungskalke aus, die in litauischen physikalisch-technischen Wörterbüchern aufgeführt sind. Zusammengesetzte Kalkadjektive werden am häufigsten mithilfe zweier Stämme und einer Flexion gebildet. Sie entsprechen in der Regel

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…, dem kalkierten Objekt, das aus zwei Stämmen, einem Suffix und einer Flexion gebildet ist. Am produktivsten sind folgende Strukturen: Adjektiv + Substantiv /A+S/, z. B.: ilgabangis [kraštas] (СФТ 150)←russ. длинноволновый [край]||engl. long-wave-length||dt. langwellige, greitaeigis, -ė (РЛПС 34, ТСВТ 216)←russ. быстроходный||engl. high-speed; Adverb + Substantiv /A₁+S/, z. B.: daugiabangis, -ė (РЛПС 198)←russ. многоволновый, daugias­­taklis [darbas] (РЛПС 338)←russ. многостаночная [работа]; Numerale + Substantiv /N+S/, z. B.: dviejgis, -ė (РЛПС 84)←russ. двухходовой||engl. two-pass, trieigis [čiaupas] (РЛПС 440)←russ. трехходовой [кран]; Pronomen + Verb /P+V/, z. B.: savigrūdis [plienas] (РЛПС 402)←russ. самозакаливающаяся [сталь]||engl. self-hardening, savislopis [skaitiklis] (СФТ 284)←russ. самосчитающийся [счетчик]. Kalkierungen mit der Wortbildungsstruktur /P+V/ unterscheiden sich von ihren kalkierten Objekten nicht nur durch eine unterschiedliche Wortbildungsstruktur, sondern auch durch die Wortarten, aus denen sie zusammengesetzt sind. Somit sind die in physikalisch-technischen Wörterbüchern angeführten komplexen adjektivischen Wortbildungskalkierungen im Verhältnis zu ihrem kalkierten Objekt inadäquat.

Einige komplexe adjektivische Wortbildungskalkierungen entstehen ebenfalls serienweise; analog dazu bilden sich bestimmte wortbildungsmäßige Untertypen heraus (z. B.: greitaeigis, -ė←russ. быстроходный||engl. high-speed, lėtaeigis, -ė←russ. тихоходный||engl. low-speed, dviejgis, -ė←russ. двухходовой||engl. two-pass, trieigis, -ė←russ. трехходовой usw.).

In der physikalisch-technischen Terminologie überwiegen Kalkierungen mit der Wortbildungsstruktur /P+V/. Diese Kalkierungen weisen einige Eigenschaften auf. Erstens neigt ein Teil von ihnen dazu, in die Kategorie der Substantive überzugehen, z. B.: savirašis, savivartis. Zweitens zeichnen sie sich durch Produktivität aus, die zeigt, dass sich in der Wortbildung komplexer Adjektive im Litauischen ein neuer wortbildungsmäßiger Untertyp einzubürgern beginnt (Reflexivpronomen savęs: savi+Verb), der für die Terminologie geeignet ist.

3. Zusammenfassende Bemerkungen

3.1. Wortbildungskalkierung ist eine wichtige, aber nicht die hauptsächliche Methode zur Bildung moderner litauischer einwortiger physikalisch-technischer Termini.

3.2. Bei der Wortbildungskalkierung werden einige Tendenzen der Terminusbildung verstärkt (die Neigung litauischer präfigierter und komplexer Neologismen, sich auf Substantive mit abgeleitetem Stamm zu stützen, festigt sich), und außerdem bürgern sich neue wortbildungsmäßige Untertypen ein—

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Untertypen (z. B. komplexe Adjektive, die aus dem Reflexivpronomen savęs: savo + Verb gebildet sind), die sich gut an terminologische Erfordernisse anpassen.

3.3. Einzelne morphemweise Wortbildungskalkierungen kommen in der litauischen physikalisch-technischen Terminologie relativ selten vor. Häufiger entstehen Kalkierungen serienweise, d. h., kalkiert wird nicht ein einzelnes Wort, sondern ein bestimmter wortbildungsmäßiger Untertyp (saviartis←russ. самосвал, savirašis←russ. самописец||dt. Selbstschreiber; aukščiamaтис←russ. высотомер||dt. Höhenmesser, dažniamatis←russ. частотомер||dt. Frequenzmeter; dulketøyгаudis←russ. пылеуловитель, garsagaudis←russ. звукоуловитель||dt. Schallempfänger; nuvandeninimas←russ. обезвоживание||||dt. Entwässerung, nuanglinimas←russ. обезуглероживание usw.).

3.4. Als nichtnormgerechte Wortbildungskalkierungen gelten vor allem solche, die anstelle etablierter litauischer Termini verwendet werden, sowie solche, deren Bildung eindeutig den Regeln der litauischen Wortbildung widerspricht.

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

НППС — Немецко-русский политехнический словарь— М.: Сов. энциклопедия, 1973.— 863 с.

РЛПС — Russisch-litauisches polytechnisches Wörterbuch.— V.: Valst. polit. ir moksl. lit. leid., 1959.— 517 S. (Russisch-litauisches polytechnisches Wörterbuch).

СФТ — Fizikos terminų žodynas.— V: Mokslas, 1979.— 677 p. (Словарь физических терминов (Литовско-русско-англо-немецкие термины)).

ТСВТ — Russisch-litauisch-englisches Wörterbuch der Fachbegriffe der Rechentechnik.— V.: Mintis, 1971.— 597 S. (Russisch-litauisch-englisches terminologisches Wörterbuch der Rechentechnik).

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