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LIETUVIŲ LEKSIKOS IR TERMINOLOGIJOS PROBLEMOS

LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, XXIX (1991)

KAZIMIERAS GAIVENIS

ZUR ANSCHAULICHKEIT LITAUISCHER TERMINI

1. Einleitende Bemerkungen

1. 1. Die charakteristischsten Merkmale der Wissenschaftssprache sind Abstraktheit, Logik, Objektivität, Präzision usw. Ausdruckskraft und Anschaulichkeit gehören nicht zu den wichtigsten allgemeinen Eigenschaften der Wissenschaftssprache. Daher nahm man an, dass eine emotional-expressive Konnotation der Wissenschaftssprache und der Terminologie überhaupt nicht eigen sei. Doch schon vor langer Zeit kam der Gedanke auf, dass die Wissenschaftssprache stilistisch nicht völlig neutral ist und eigene Merkmale emotional-expressiver Konnotation aufweist (Кожина, 1971, 32; Калмыкова, 1974, 83—88; Сенкевич, 1976, 46—109). In der Wissenschaftssprache findet man kaum ausdrucksstarke Wörter, die in allgemeinen Wörterbüchern mit besonderen stilistischen Markierungen versehen sind, z. B.: fam. (vertraulich), iron. (ironisch), juok. (scherzhaft), malon. (kosevoll), menk. (abwertend), niek. (verächtlich), vulg. (vulgär) und dergleichen. Somit sind weder ausgeprägte Meliorativa noch Pejorativa für die Wissenschaftssprache charakteristisch. Auch Phraseologismen werden darin nur sehr selten verwendet, und die übertragenen Wortbedeutungen sind vergleichsweise wenig vielfältig. In anderen funktionalen Stilen stark konnotierte Wörter werden in der Wissenschaftssprache oft ganz anders gebraucht. So werden beispielsweise Interjektionen in wissenschaftlichen Texten entweder überhaupt nicht verwendet oder erfüllen in einigen ihrer Genres und Subsysteme lediglich eine besondere benennende (nominative) Funktion (z. B. die Beschreibung von Vogelstimmen in der wissenschaftlichen ornithologischen Literatur).

Emocinė-ekspresinė konotacija laikyta ir mokslo kalbos yda (Панфилов, 1968, 26; Лаптева, 1968, 136—139 ir kt.). Antra vertus, buvo ir tebėra kalbininkų, kurie mokslo kalbos emocinę-ekspresinę konotaciją energingai gina, tvirtindami, kad ji reikalinga mokslo kalbos paveikumui, kad mokslininkas negali būti vien tik faktų konstatuotojas, bet turi būti ir jų vertintojas (Сенкевич, 1976, 29 ir kt.). Šis reikalavimas ypač pabrėžiamas kalbant apie visuomenės mokslų kalbos specifiką. Nepritardami kraštutinėms nuomonėms šiuo klausimu, manytume, kad teisus M. Senkevičius, teigęs, kad emocingumo ir ekspresyvumo elementai nėra vidinė ir būtina mokslo kalbos ypatybė (Сенкевич, 1976, 32). Šis dalykas tik leistinas ir toleruotinas tam tikrose ribose.

Die emotional-expressive Konnotation in der Wissenschaftssprache hängt auch von der Individualität des Autors (des Wissenschaftlers) ab: Wissenschaftler desselben Fachgebiets und gleicher Qualifikation schreiben keineswegs auf dieselbe Weise – der eine anschaulicher und ausführlicher, der andere nüchterner und knapper. Somit lässt sich feststellen, dass die Ausdruckskraft der Wissenschaftssprache sowohl von objektiven als auch von subjektiven Faktoren bestimmt wird.

Bei der Erörterung der Rolle der emotional-expressiven Konnotation in der Wissenschaftssprache ist ferner hervorzuheben, dass sie mit dem Modalitätscharakter der Wissenschaftssprache und im allgemeinsten Sinne mit dem Anthropozentrismus zusammenhängt.

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1.2. Der Inhalt der lexikalischen Bedeutung eines Wortes besteht aus zwei Teilen – dem Intensional (dem Kern der lexikalischen Bedeutung) und dem Implikational (der Peripherie semantischer Merkmale) (Никитин, 1983, 24). Außerdem ist es in der linguistischen Semantik heute üblich, lexikalische Bedeutungen als Semen, also als kleinste Bedeutungseinheiten, aufzufassen. Die Gesamtheit der Semen ist kein einfaches, sondern ein geordnetes Gefüge. Einige Forscher behaupten, dass eine Hierarchie der Semen existiert: Im oberen Bereich befinden sich die abstraktesten und allgemeinsten (kategorialen) Semen, im unteren die konkretesten (Гудавичюс, 1985, 19 u. a.). Einige Forscher ordnen die emotional-expressive Konnotation dem Implikational der lexikalischen Bedeutung zu oder rechnen sie überhaupt nicht zur lexikalischen Bedeutung, sondern betrachten sie als eine Art Auflagerung auf die lexikalische Bedeutung; andere wiederum unterscheiden Emotionalität nicht nur von Expressivität, sondern unterteilen Letztere auch in verschiedene Arten (inhärente und adhärente Expressivität). Ohne uns in die Feinheiten der Struktur der lexikalischen Bedeutung und die unterschiedlichen Auffassungen zu dieser Frage zu vertiefen, behandeln wir in diesem Artikel nur terminologiebezogene Aspekte und gehen davon aus, dass die terminologische Bedeutung als Gesamtheit besonderer Semen in die lexikalische Bedeutung des Wortes eingeht. Somit behandeln wir in diesem Artikel vor allem nur einen Aspekt – den lexikalischen (terminologischen) Ausdruck der emotional-expressiven Konnotation und ihre wichtigsten Merkmale in der litauischen Wissenschaftssprache.

2. Ausdruck emotional-expressiver Konnotation in der Terminologie

2.1. Weit verbreitet ist die Auffassung, dass der Wortschatz der Wissenschaftssprache aus drei Schichten besteht: dem Wortschatz der Literatursprache, dem allgemeinwissenschaftlichen Wortschatz und der Terminologie. Letztere ist ebenfalls heterogen. Man kann eine allgemeinwissenschaftliche, interwissenschaftliche und spezifisch wissenschaftliche Terminologie unterscheiden. Darüber hinaus wird die Terminologie durch Nomenklatur und Professionalismen ergänzt. In der Wissenschaftssprache überwiegen insgesamt Substantive und substantivische Konstruktionen. Von den Stilmitteln werden nach Ansicht von M. Senkevich Personifikationen, Hyperbeln und Allegorien in der Wissenschaftssprache nicht verwendet, Vergleiche und Synekdochen dagegen recht häufig (Сенкевич, 1976, 56). E. Kalmykova hat festgestellt, dass Metaphern in der Wissenschaftssprache auf sehr besondere Weise gebraucht werden. Die Doppelfunktion der semantischen Metapher – einen Gegenstand zu benennen und ihn zu charakterisieren – sei dem wissenschaftlichen Stil nicht eigen. Hier träten nur die kommunikative, informative und nominative Funktion der Metapher hervor (Калмыкова, 1974, 83). Diese Auffassung von E. Kalmykova ist nur teilweise zutreffend: In einigen Subsystemen der Wissenschaftssprache überlagert die distinktive Funktion der Termini die nominative. Dadurch erhält auch die Metapher ausgeprägte expressive Merkmale (darauf wird später bei der Erörterung systematischer Termini eingegangen). Metaphern, die mit dem gemeinsprachlichen Wortschatz und dem allgemeinwissenschaftlichen Wortschatz ausgedrückt werden, gelangen nur sehr selten in die Wissenschaftssprache. Viel häufiger ist die emotional-expressive Konnotation in der Wissenschaftssprache mit verschiedenen Vergleichen verbunden, denn die Analogie ist eine der wichtigsten Formen wissenschaftlichen Denkens.

S. Nikitina unterteilt Metaphern der Wissenschaftssprache in mehrere Gruppen: 1) Metaphern, die auf der Übertragung traditioneller Bedeutungen nach äußeren Merkmalen oder Funktionen beruhen (nicht alle Linguisten betrachten solche Bedeutungsübertragungen als Metaphern); 2) nominative und prädikative Metaphern; 3) Epiphern und Diaphoren (Никитина, 1987, 37). Ihrer Ansicht nach werden in der Wissenschaftssprache hauptsächlich nominative Metaphern verwendet. Diese Metaphern sind die ersten-

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Wissenschaftliche Gegenstände haben keine anderen Bezeichnungen. Darin unterscheiden sich wissenschaftliche Metaphern von poetischen Metaphern.

Wahrscheinlich irren jene Forscher (M. Senkevičius u. a.), die behaupten, die Expressivität eines Wortes oder einer Wortverbindung verblasse, wenn diese terminologisiert oder lange in der Terminologie verwendet werde. Tatsächlich behalten Termini wie etwa: Schafsköpfe (Geomorphologie), Sattel (Geomorphologie, Mathematik), Katzenauge (Mineralogie), Mütze (Meteorologie), Wurm (Technik), Hexenbesen (Botanik), Hasentränen (Pflanzensystematik), Schnecke (Anatomie von Tieren und Menschen) u. Ä. ihre Expressivität (besitzen sie), denn einige von ihnen (z. B. Sattel, Mütze, Wurm, Schnecke) erwerben ihre emotional-expressive Konnotation zugleich mit der Terminologisierung, während andere (z. B. Hexenbesen, Hasentränen) sie durch die Terminologisierung nicht verlieren, da sich nur ihre lexikalische Bedeutung ändert und terminologische Semen hinzukommen. Zwar verblassen bei lange verwendeten Termini die Motivation und überhaupt die innere Form, doch bleibt die Expressivität unserer Ansicht nach in vielen Fällen erhalten.

Die literarische Sprache und der allgemeine wissenschaftliche Wortschatz werden oft dann bildhaft, wenn Wörter in ungewohnten Bedeutungen verwendet oder Wörter eines Stils in einen anderen übertragen werden. Schreibende spüren häufig den stilistischen Makaronismus solcher Wörter und versuchen, sie durch Anführungszeichen hervorzuheben, z. B.: „geimpfte“ Polymere, die „Reanimation“ von Altstädten, das „Gesicht“ der Kuh u. Ä. Eine solche Belebung der Wissenschaftssprache hängt tatsächlich nicht mit dem Streben nach Bildhaftigkeit zusammen, sondern mit der sprachlichen Inkompetenz der Schreibenden und dem Unvermögen, ein passendes, neutraleres und präziseres Wort zu finden. Fachleuten fällt es in der Wissenschaftssprache bisweilen auch schwer, auf Jargonismen und Professionalismen zu verzichten, die ebenfalls häufig auf ihre Weise bildhaft und ausdrucksstark sind.

2.2. Prof. J. Pikčilingis hat festgestellt, dass sich berufssprachliche Synonyme hinsichtlich ihrer Emotionalität und Expressivität unterscheiden. So drückt beispielsweise das Suffix -ybė die durch das entsprechende Adjektiv bezeichnete Eigenschaft eines Gegenstands stärker aus als das Suffix -umas; Ableitungen mit entsprechenden Endungen seien poetischer als beide genannten Ableitungstypen (Pikčilingis, 1975, 31). Adjektive mit dem Suffix -inis seien nach P. Kniūkštas trockener und rationaler als Substantive im Genitiv (Kniūkšta, 1971, 14). S. Keinys hat darauf hingewiesen, dass die durch diminutive Ableitungen benannten Gegenstände in der Terminologie gewöhnlich kleiner sind als gleichartige Gegenstände, die durch die Grundsubstantive bezeichnet werden (Keinys, 1975, 46). Beispiele dafür sind die terminologisierten Wörter Gaube und kleine Gaube, Fruchtstand und kleiner Fruchtstand, Band und Bändchen, Blatt und Blättchen, Platte und Plättchen usw. Es liegt auf der Hand, dass die Diminutive dieser Paare emotional und expressiv sind. Man kann also nicht behaupten, dass berufssprachliche Konnotationen in der Terminologie überhaupt unberücksichtigt bleiben. Darüber hinaus ist terminologisch auch wichtig, dass eine Ableitung oder ein Lehnwort weder lächerlich noch vulgär oder irreführend assoziativ ist. In der Geschichte der Wissenschaftssprache und Terminologie findet man viele Beispiele für Neubildungen, die sich vor allem deshalb nicht durchsetzten, weil sie eine ausgeprägte emotional-expressive Konnotation besaßen. Die linguistischen Termini Personenbezeichnung durch Konjugation, geschwungener Akzent (Akzentzeichen) verdrängten einst leicht die Neubildungen Biegung, Dachakzent, vermutlich weil Letztere übermäßig bildhaft waren. Aus demselben Grund wurden auch die von J. Pabrėža geschaffenen zusammengesetzten Termini der Pflanzenmorphologie kriechende Wurzel, eulenartig behaartes Blatt, Kreuzkrone u. Ä. durch neutralere Termini ersetzt: Stelzwurzel, behaartes Blatt, Kreuzblütler-Krone u. Ä. Im Allgemeinen ist unsere Wissenschaftssprache und

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Terminologie wurden in der Anfangszeit ihrer Entstehung (19. bis Anfang 20. Jh.) wesentlich mehr bildhafte Bezeichnungen verwendet. In der Terminologie wird Bildhaftigkeit heute meist dort nicht vermieden, wo die unterscheidende (distinktive) Funktion der Termini wichtiger ist als ihre benennende (nominative) Funktion. So werden etwa expressive Termini häufig in der systematischen Terminologie gebildet, denn um hier eine Pflanzen- oder Tierart von einer anderen zu unterscheiden, greift man oft zu bildhaften Vergleichen, z. B.: fingerförmige Segge (Carex digitata), Hufeisennasen (Rhinolophidae), Kammfarn (Dryopteris cristata), Öhrchen-Weide (Salix aurita), Helm-Knabenkraut (Orchis militaris) u. Ä. Solche Termini sind meistens (in etwa drei Vierteln der Fälle) nicht originär, sondern aus dem Lateinischen oder Russischen übersetzt. Bildhaftigkeit bei systematischen Termini ist auch dann unvermeidlich, wenn der unterscheidende Zug vom Eindruck bestimmt wird, den die benannte Pflanze oder das Tier auf den Forscher macht, oder wenn Eigenschaften einer Pflanze oder eines Tieres subjektiv bewertet werden, z. B.: Pracht-Nelke (Dianthus superbus L.), Grazie-Linde (Tilia x euchlora), Trauer-Nachtviole (Hesperis tristis L.), zierliches Wollgras (Sriophorum gracile), Taumel-Lolch (Lolium temulentum), Strandhafer (Avena strigosa) u. Ä. Solche Termini sind natürlich bildhaft, und ihre Bildhaftigkeit wird in der Wissenschaftssprache gezielt geschaffen. In anderen Fällen wird die Bildhaftigkeit aus der Volkssprache in die Wissenschaftssprache übertragen (indem expressive volkstümliche Bezeichnungen terminologisiert werden), z. B.: Hauswurz (Sempervivum L.), Krähenfuß (Coronopus), Morchel (Morchella), Lorchel (Helvella), Nelkenwurz (Gerum), Zittergras (Briza media) u. Ä.

In der Terminologie der Technik, Astronomie, Chemie, Medizin und anderer Fachgebiete handelt es sich bei bildhaften Termini meist um internationale Lehnübersetzungen, z. B.: Schwalbenschwanz (vgl. russ. ласточкин хвост, engl. swallow tale), Hasenscharte (vgl. russ. заячья губа, lat. labium leporinum), Taupunkt (vgl. russ. точка росы, engl. dew point, dt. Taupunkt) usw.

2.3. Die Sprache der Gesellschaftswissenschaften weist besondere Merkmale emotional-expressiver Konnotation auf. Dort finden wir keine bildhaften, auf der Grundlage einer Synekdoche vom Bahuvrihi-Typ gebildeten Termini, die, wie wir gesehen haben, für die systematische Terminologie sehr charakteristisch sind. Selten sind dort auch internationale phraseologische Lehnübersetzungen. Die Termini der Philosophie, der Politik und der Literaturwissenschaft weisen jedoch häufig besondere ideologische Sememe auf, die nicht mit der Form des Begriffs, sondern mit der emotional-expressiven Konnotation seines Inhalts zusammenhängen.

Die Bildhaftigkeit eines wissenschaftlichen Textes kann auch okkasionell sein.

2.4. In der Wissenschaftssprache kann Bildhaftigkeit zweierlei sein: fragmentarisch und synthetisch. Bislang haben wir vor allem über fragmentarische Bildhaftigkeit (eines Wortes oder einer Wortverbindung) gesprochen. Synthetische Bildhaftigkeit entsteht, wenn der Forscher bei der sehr detaillierten Beschreibung des untersuchten Objekts gleichsam ein verallgemeinertes Bild davon konstruiert. Eine solche Beschreibung ist besonders typisch für Bestimmungsbücher zur Tier- oder Pflanzenkunde. So wird beispielsweise das Bild der haarfrüchtigen Pappel (Populus trichocarpa) in P. Snarskis und V. Galinis „Vadove Lietuvos dekoratyviniams medžiams ir krūmams pažinti“ (V., 1974) geschaffen:

„Bäume mit Staubblattblüten; solche mit Stempelblüten kommen sehr selten vor. Staubblätter 40–60. Fruchtknoten, Kapsel und Perianth reichlich behaart. Die Kapsel öffnet sich mit drei Klappen. Jungtriebe dunkel oder grünlichbraun, kantig. Blätter eiförmig, rhombisch-

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eiförmig, länglich oder allgemein rhombisch, breit lanzettlich oder länglich-dreieckig, 7–14 cm lang und 4–9 cm breit, mit abgerundetem, gerade abgeschnittenem, leicht herzförmigem oder keilförmigem Grund, zur Spitze hin allmählich verschmälert, fein gezähnt, zumindest in jungem Zustand an den Rändern bewimpert, fest, lederartig, auf der Oberseite dunkelgrün oder grün und glänzend, auf der Unterseite weiß oder grauweiß, manchmal mit bräunlichem Farbton, jung behaart, älter kahl, häufig mit rötlichen Adern. Blattstiele 2–6 cm lang, zumindest in jungem Zustand behaart, häufig rot. Knospen bis zu 1,2 cm lang, klebrig, duftend. Auch die jungen Blätter duften, besonders ihre Hauptader. Die Rinde des jungen Stammes löst sich in dünnen Blättchen ab. Die Krone ist breit usw.“ (S. 53–54).

Diese Beschreibung wird nach einem bestimmten Schema erstellt, wobei die Regeln für die Beschreibung der Pflanzenmorphologie eingehalten werden.

Fälle synthetischer Bildhaftigkeit kommen auch in Werken der Literaturwissenschaft und Kunstwissenschaft vor.

3. Schlussfolgerungen

3.1. Die emotional-expressive Konnotation ist in der Wissenschaftssprache schwach ausgeprägt und selten. Sie hängt mit der Modalität der Wissenschaftssprache und, im allgemeinsten Sinne, mit dem Anthropozentrismus zusammen. Bildhaftigkeit ist kein notwendiges Merkmal der Wissenschaftssprache, sondern lediglich innerhalb bestimmter Grenzen zulässig und tolerierbar. Ihre Rolle ist nicht nur in der Sprache einzelner Wissenschaftsbereiche, sondern auch in deren verschiedenen Textsorten unterschiedlich. Die Bildhaftigkeit der Wissenschaftssprache kann zweierlei sein: fragmentarisch und synthetisch.

3.2. Die emotional-expressive Konnotation hängt mit der Beschaffenheit der lexikalischen Wortbedeutung zusammen. Wörter oder ihre Verbindungen erhalten die Bildhaftigkeitssemantik in der Volkssprache oder in der Terminologie. Die Terminologisierung hebt die emotional-expressive Konnotation nicht auf, doch eine übermäßige oder irreführende Bildhaftigkeit eines Wortes kann seiner Terminologisierung im Wege stehen.

3.3. Merkmale emotional-expressiver Konnotation können alle drei lexikalischen Schichten der Wissenschaftssprache aufweisen – die literarische Lexik, die allgemeinwissenschaftliche Lexik und die Terminologie – ebenso wie alle drei Gruppen der Terminologie: die allgemeinwissenschaftliche, die interwissenschaftliche und die spezifisch-wissenschaftliche Terminologie. Der stilistische Ausdruck emotional-expressiver Konnotation in der Wissenschaftssprache hängt vor allem mit verschiedenen Vergleichen zusammen. Terminologien erhalten emotionale und expressive Merkmale besonders dann, wenn ihre unterscheidende (distinktive) Funktion aktualisiert wird.

LITERATŪRA

Keinys S. Priesaginė lietuviškų terminų daryba // Lietuvių terminologija. V., 1975.

Kniūkšta P. Ar poetiška priesaga -inis. // Mūsų kalba, 1971. Nr. 2. P. 14.

Pikčilingis J. Lietuvių kalbos stilistika. V., 1975. T. 2.

Гудавичюс А. Сопоставительная семасиология литовского и русского языков. Вильнюс, 1985.

Калмыкова Е. И. О динамике метафоры в научном стиле // Филологические науки. 1974. № 2.

Кожина М. К. К проблеме экспрессивности в научной речи // Исследования по стилистике. Пермь, 1971. Вып. 3.

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Лаптева О. А. Внутристилевая эволюция современной русской научной прозы // Развитие функциональных стилей современного русского языка. М., 1968.

Никитин М. В. Лексическое значение слова. М., 1983.

Никитина С. Е. Семантический анализ языка науки. М., 1987.

Сенкевич М. П. Стилистика научной речи и литературное редактирование научных произведений. М., 1976.

К. ГАЙВЯНИС

К ВОПРОСУ ОБ ОБРАЗНОСТИ ЛИТОВСКИХ ТЕРМИНОВ

Резюме

Эмоционально-экспрессивная коннотация — малозаметная особенность языка науки. Она связана с его модальностью, а в общем смысле — с антропоцентризмом. Экспрессивность, образность и вообще стилистическая окрашенность — не внутренняя, существенная, а только внешняя, допустимая особенность языка науки. Ее роль не одинакова не только в отдельных отраслях, но и в отдельных научных жанрах. Образность языка науки бывает двух видов: фрагментарная (отдельного слова или словосочетания) и синтетическая (более крупных текстовых единиц, напр., абзаца и т. д.).

Эмоционально-экспрессивная коннотация связана с лексическим значением слова. Сему образности слова или словосочетания получают в народном языке или в терминологии. Терминологизация не нейтрализует и не стирает эмоционально-экспрессивную коннотацию. Однако слишком большая или ложно ориентирующая образность слова может быть помехой в его терминологизации.

Все основные группы терминолексики — общенаучная, межнаучная и конкретно-научная терминология — обладают специфическими чертами эмоционально-экспрессивной коннотации. Термины образными становятся особенно тогда, когда актуализируется их дистинктивная функция, напр., в систематике растений и животных (ср. paukščiažolė viksva — Carex ornithopoda — осока лапчатая, šalmuotoji gegužraibė — Orchis militaris — ятрышник шлемоносный и др.)

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