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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI XXXVI (1996)

LIETUVIŲ KALBA: TYRĖJAI IR TYRIMAI

Algirdas SABALIAUSKAS

EINIGE KLEINIGKEITEN ZUR BIOGRAFIE VON JURGIS GERULIS

Jurgis Gerulis (auf Deutsch schrieb er sich Georg Gerullis1) wurde am 13. August 1888 in Jogaudai (Rajon Šilutė, in der ehemaligen Pfarrei Vilkyškiai, Kreis Tilsit) geboren. Beide Eltern waren durch und durch Litauer. Doch schon in Gerulis’ Kindheit hatte die unaufhaltsame Welle der Germanisierung auch das Dorf Jogaudai erreicht. Diesen Prozess hat Gerulis selbst ausführlich in dem Artikel „Muttersprache und Zweisprachigkeit in einem Dorf in Preußisch-Litauen“ beschrieben (Gerullis 1932: 59—67). 1914 lebten im Dorf Jogaudai etwa 55 Prozent „Litauer“ und 45 Prozent „Deutsche“. Nicht einmal zwanzig Jahre später konnte man nur noch drei alte Leute den „Litauern“ zurechnen. Alle übrigen Dorfbewohner waren bereits zu „Deutschen“ geworden. Im Alter von fünf Jahren beginnt Gerulis gemeinsam mit seiner Mutter, ein deutsches Fibelbuch und Martin Luthers kleinen Katechismus zu lesen. Als er Schwestern bekommt, besucht er bereits die deutsche Dorfschule. Mit seinen Eltern sprach Gerulis ausschließlich Litauisch, mit seinem Bruder jedoch schon auch Deutsch. Die Kinder beten weiterhin und schreiben später ihren Eltern Briefe auf Litauisch, obwohl der Religionsunterricht inzwischen überall auf Deutsch stattfindet.

Einer alten Tradition folgend wollte Gerulis’ Vater seinen Hof nicht aufteilen. Deshalb sollte ein Sohn das Elternhaus erben, während der andere, in diesem Fall Jurgis, einen von zwei Wegen wählen musste – entweder „unter Tage Kohle abbauen“ oder eine Ausbildung machen. Jurgis Gerulis entschied sich für Letzteres.

1909 schloss er das klassische Gymnasium in Tilsit ab und begann an der Universität Königsberg Afrikanistik zu studieren. Doch Professor Adalbert Bezzenberger überredete ihn, sich der Baltistik zuzuwenden. Gerulis studierte vergleichende Sprachwissenschaft und klassische Sprachen auch in Berlin, wo sein Hauptlehrer der berühmte Indogermanist Wilhelm Schulze war. 1912 promovierte Gerulis an der Universität Königsberg mit einer auf Latein verfassten Dissertation „Über samländische prussische Ortsnamen“ („De Prussicis Sambiensium locorum nominibus“. Tilsit, 1912) und wurde zum Privatdozenten an dieser Universität ernannt.

Es ist darauf hinzuweisen, dass Gerulis’ Universitätsstudium nur drei Jahre dauerte. Das ist in der Biografie eines Wissenschaftlers der Philologie tatsächlich ein seltener Fall.

Damit war ein Teil des väterlichen Plans bereits erfüllt. Doch auch so hätte man den Hof nicht aufteilen müssen, denn Gerulis’ Bruder Heinrich fiel 1918 an der Westfront (Mois-lains bei Péronne), als bis zum Kriegsende nur noch zwei Monate fehlten. Zum Gedenken an seinen Bruder widmete Jurgis Gerulis eines seiner besten Werke, „Die Ortsnamen des alten Preußen“ („Die

1 J. Gerulis hat erklärt, er habe in seinem deutschen Nachnamen ll geschrieben, damit die Deutschen ihn nicht Gerulis aussprächen.

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altpreussischen Ortsnamen”. Berlin und Leipzig, 1922).

Der Erste Weltkrieg hinterließ auch im Leben von Jurgis Gerulis deutliche Spuren. Er musste sowohl an der Ost- als auch an der Westfront kämpfen. Er kämpfte an vorderster Front und wurde mehrmals verwundet. Er führte eine Maschinengewehrkompanie. Der gutaussehende Offizier der Kronprinzengarde wurde mit der höchsten deutschen militärischen Auszeichnung, dem Eisernen Kreuz, sowie mit weiteren Ehrenzeichen ausgezeichnet. Während er auf lettischem Gebiet kämpfte, lernte er nicht nur Lettisch, sondern verliebte sich auch in die Tochter eines deutschbaltischen Gutsbesitzers, die später, als Gerulio Frau, ständig an die vom Vater verlorenen Güter denken und keine Sympathie für die baltischen Länder, insbesondere Lettland, empfinden sollte. Mehr als einmal erklärte sie, sie werde sich nie weiter als bis Eydtkuhnen von zu Hause entfernen. Selbst die Landkarte Lettlands in ihres Mannes Arbeitszimmer reizte sie: „Ein so großes Kartenblatt für ein so kleines Land“.

Nach dem Krieg kehrte Gerulis an die Universität Königsberg zurück. Kaum war die Universität Kaunas gegründet, lud sie ihn, vor allem auf Initiative von Kazimieras Būga, ein, an dieser litauischen Hochschule zu lehren. In der am 2. März 1922 von K. Būga, Vincas Krėvė-Mickevičius und Eduardas Volteris unterzeichneten und zweifellos von K. Būga verfassten Beurteilung von Gerulis’ wissenschaftlicher Tätigkeit („Kurze Beurteilung der Schriften von Dr. phil. Jurgis Gerulis“) heißt es: „Seit Kriegsende leitet Gerulis das litauische Sprachseminar an der Universität Königsberg und hält als Privatdozent die von der Fakultät übertragenen Pflichtvorlesungen zur vergleichenden Sprachwissenschaft. Im vergangenen Herbst lud ihn die Universität Hamburg auf einen Lehrstuhl für vergleichende Sprachwissenschaft ein. Anfang Februar dieses Jahres bot ihm die Universität Leipzig eine außerordentliche Professur für baltische (aischen) Sprachen an. Gerulis lehnte beide Angebote ab, da er meinte, der jungen Universität Litauens nützlich sein zu können, die gute und gewissenhafte wissenschaftliche Mitarbeiter dringender braucht als die alten deutschen Universitäten.“

Für unsere Universität ist es wichtig, Gerulis zu haben, nicht nur, weil er ein litauischer Sprachwissenschaftler ist, sondern auch, weil er ein K l a s s i k e r ist. Solange wir noch keine Professoren für die Lehrstühle der lateinischen und griechischen Philologie haben, kann Gerulis nicht nur Vorlesungen auf dem Gebiet der vergleichenden Sprachwissenschaft halten, sondern auch vorübergehend die Pflichten eines Professors für lateinische und griechische Philologie übernehmen […]

Gerulis hat sich so große Verdienste um die Sprachwissenschaft erworben, dass er es verdient, Professor an unserer jungen Universität zu sein“ (Žukas 1990: 44—46).

Schade, dass Gerulis sich dennoch nicht für die junge Universität Kaunas, sondern für die alte Universität Leipzig entschied. Möglicherweise spielte dabei seine Frau eine entscheidende Rolle, da sie sich nicht „weiter als bis Eydtkuhnen von zu Hause entfernen“ wollte. Wie dem auch sei, die Leipziger Periode war für Gerulis’ wissenschaftliche Arbeit sehr erfolgreich. In dieser Zeit veröffentlichte er viele seiner wichtigsten Arbeiten und leistete durch seine Lehrtätigkeit einen bedeutenden Beitrag zur baltischen Sprachwissenschaft, insbesondere zur Litauistik. Denn damals schlossen in Leipzig zwei unserer bedeutenden Sprachwissenschaftler, Antanas Salys und Pranas Skardžius, ihre sprachwissenschaftlichen Studien unter Gerulis’ Leitung ab; später traten sie an der Universität Kaunas die Nachfolge von Jonas Jablonskis und Kazimieras Būga an. Gerulis kümmerte sich sehr um diese talentierten Schüler. Einige Kurse zur Litauistik hielt er nur für diese beiden, die schon damals von ihren Kommilitonen „künftige litauische Professoren“ („künftige litauische Professoren“) genannt wurden.

Während seiner Lehrtätigkeit in Leipzig vertiefte Gerulis auch seine eigenen sprachwissenschaftlichen Studien. So überredete er beispielsweise den berühmten deutschen Phonetiker Eduard Siever-

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son, der damals bereits emeritiert war, A. Salys und Pr. Skardžius einen Kurs in experimenteller Phonetik zu geben. Mindestens zwei Semester lang ging Gerulis jeden Sonntag mit seinen beiden Schülern zu Sievers, wo sie ein paar Stunden lang die Akzente und Intonationen des Litauischen erörterten. Ihre Diskussionen waren besonders interessant und ergiebig, denn die drei Teilnehmer vertraten unterschiedliche Dialekte: Gerulis war ein westlicher Aukštaitier, Skardžius ein östlicher Subatener und Salys ein Žemaitier aus Salantai. Sievers’ Seminare waren der Ausgangspunkt für Gerulis’ spätere Forschungen zur litauischen Phonetik (Skardžius 1968: 215—216)2.

Als Gerulis mehrere Sommer lang die litauischen Dialekte erforschte, reiste er durch Litauen. Er scherzte, während „die Herren aus Kaunas sich in Palanga den Hintern wärmen“, gehe er mit dem Rucksack auf dem Rücken durch die Dörfer und sammle Belege für die litauische Sprache. Gemeinsam mit dem berühmten norwegischen Baltisten Christian S. Stang rettete Gerulis für die Sprachwissenschaft den bereits gänzlich vom Aussterben bedrohten Dialekt der litauischen Fischer in Ostpreußen („Der litauische Fischerdialekt in Preußen“. Kaunas, 1933; die Beschreibung wurde auf Deutsch veröffentlicht). Zusammen mit diesem norwegischen Wissenschaftler erforschte Gerulis auch den litauischen Dialekt der Gegend um Zietela, die damals auf polnischem Gebiet lag. Leider ist das von Gerulis aufgezeichnete Material zu diesem Dialekt nicht erhalten geblieben. Doch fast dreißig Jahre später (Gerulis und Stang hatten den Ort 1930 besucht) veröffentlichte Chr. S. Stang die äußerst wertvollen Ergebnisse seiner Forschungen (Stang 1958: 171—201)3.

Von Gerulis’ damaliger pädagogischer Tätigkeit sind besonders die vom Bildungsministerium veranstalteten und von Gerulis geleiteten Kurse zur Erforschung der Dialekte in Kaunas zu erwähnen.

1931—1933 wurden diese Kurse viermal veranstaltet. Sie wurden nicht nur von später namhaften litauischen Philologen besucht — Juozas Balčikonis, Vaclovas Baravykas, Julius Būtėnas, Marija Čilvinaitė, Kazimieras Gasparavičius, Napalys Grigas, Zuzana Jonikaitė, Petras Jonikas, Alfonsas Kalnius, Jonas Kruopas, Izabelė Matusevičiūtė, Elzbieta Mikalauskaitė, Jonas Mikeliūnas, Juozas Senkus, Bronė Vosylytė und Aleksandras Žirgulys —, sondern auch von dem talentierten lettischen Sprachwissenschaftler Alvilis Augstkalnis, der leider früh auf tragische Weise aus dem Leben schied, sowie von dem deutschen Sprachwissenschaftler Walter Fenzlau, der seit seiner Kindheit Litauisch beherrschte und das Buch „Deutsche Formen der litauischen Orts- und Personennamen des Memelgebiets“ („Die deutschen Formen der litauischen Orts- und Personennamen des Memelgebiets“. Halle, 1936) verfasste.

Es sei daran erinnert, dass J. Gerulis’ und Chr. Stangs Buch „Der litauische Fischerdialekt in Preußen“ ein Vorwort des damaligen litauischen Präsidenten Antanas Smetona enthielt, der Gerulis auch für die Kurse dankte. Nachdem er die Bedeutung der Dialekte für die Standardsprache erörtert und darauf hingewiesen hatte, dass sie rasch verschwänden, rief er dazu auf, sie zu erforschen. A. Smetona schrieb weiter: „Wir haben junge Sprachwissenschaftler, wir haben junge Lehrer, die über ganz Litauen verstreut sind. Sie eignen sich am besten, Professor J. Gerulis zur Seite zu stehen, der sich gern bereit erklärt hat, sie zu unterweisen, wie Dialekte zu erforschen und aufzuzeichnen sind. Die von einem kompetenten Wissenschaftler geleitete Unterstützung wird, so ist zu hoffen, große Arbeit leisten, die nicht nur unserer praktischen Aufgabe, um die wir uns bemühen, sondern auch der Sprachwissenschaft dienen wird“ (S. III—IV).

Leider wurden diese Kurse nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland aus politischen Gründen nicht fortgeführt. Andererseits wechselte Gerulis 1930 von Leipzig an die Universität Kaunas

2 Vgl. auch den Brief von Pr. Skardžius an J. Jablonskis vom 12. Februar 1926 (Der Brief wird in der Bibliothek des Instituts für litauische Literatur und Volkskunde aufbewahrt, F 52—252).

3 Näheres zu dieser Arbeit vgl. Vidugiris A. Neue Arbeiten zu den litauischen Dialekten, Lietuvių kalbotyros klausimai, 1959, 2, 239—242.

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Nach seiner Rückkehr und nachdem A. Salys sich wieder der Erforschung der litauischen Sprache zugewandt hatte, gewann die litauische Dialektologie erheblich an Stärke, und man konnte bereits ohne Hilfe aus dem Ausland auskommen.

J. Gerulis interessierte sich auch für praktische Belange der litauischen Sprache. In einem am 29. November 1922 an J. Jablonskis gerichteten Brief4 beklagt er die Uneinheitlichkeit unserer Rechtschreibung und fordert J. Jablonskis und K. Būga auf, ein Rechtschreibwörterbuch zu verfassen, denn „ein Rechtschreibwörterbuch, selbst ein unvollkommenes, ist viel besser als eines, das, wie es scheint, ohne Vereinbarung erst irgendwann in der Zukunft unserer Kindeskinder erscheinen wird“. Auch zur Schriftsprache jener Zeit äußert er seine Meinung: „Sie erwähnten Žemaitė. Das ist eine Frau, deren Schriften mir sehr gefallen. Gewiss haben wir, die Söhne Kleinlitauens, viele Germanismen in unserer Sprache, aber wir wissen zu unterscheiden, was reine und was unreine Sprache ist. Žemaitės Sprache ist die schönste. Sie ist nicht künstlich. Wenn ich Šviet. darbą oder irgendeine andere Schrift von heute lese, ärgere ich mich über neu gebildete Wörter, Syntax und dergleichen, die ganz unnötig sind. Ich muss zugeben, oft verstehe ich nicht, was diese Herren schreiben: σκοτελνοί ἐσολὶ (dunkel sind sie, A. S.). Aus den Schriften von Žemaitė und von Ihnen lerne ich, wirklich litauisch zu schreiben.“

Gerulis, der der nationalsozialistischen Bewegung zunächst recht ablehnend gegenübergestanden hatte, trat 1933 ihrer Partei bei (bei diesem Schritt spielte offenbar auch seine Frau eine wichtige Rolle) und wurde, wie man sagen kann, zu einem aktiven Unterstützer der verhängnisvollen Politik Adolf Hitlers. 1933 wurde er zum Bildungsminister Sachsens ernannt. Im selben Jahr wurde er Direktor der Hochschulabteilung im preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. 1934 verließ Gerulis diesen Posten und kehrte an die Universität Königsberg zurück. Nach dem Zeugnis von Gerulis’ Schüler, Professor Viktors Falkenhahns, tat Gerulis dies aus Protest gegen die Regierung (Falkenhahn 1964: 240). Zwei weitere Schüler Gerulis’, A. Salys und Pr. Skardžius, berichten, ihr Lehrer habe „sich in diesem Amt wegen seiner militärischen Strenge nicht lange halten können“ (A. S. ir P. S. 1956: 187—188). Bald darauf wurde Gerulis zum Rektor der Universität Königsberg ernannt. Doch auch von dort wurde er infolge parteiinterner Streitigkeiten nach Berlin versetzt. Ab 1937 war er ordentlicher Professor an der Universität Berlin und betreute das neu gegründete Ukrainische Wissenschaftliche Institut der Deutschen.

Nachdem Gerulis sich politisch engagiert hatte, veröffentlichte er nach 1933 kaum noch bedeutende Arbeiten. Doch auch in dieser Zeit war seine pädagogische Tätigkeit bedeutsam. Unter anderem betreute er an der Universität Berlin fürsorglich die künftigen litauischen Sprachwissenschaftler Jonas Kabelka, Izabelė Matusevičiūtė und Elzbieta Mikalauskaitė.

Enge freundschaftliche Bande verbanden Gerulis mit unserem Literaturklassiker Antanas Vienuolis. Diese Freundschaft festigte sich besonders, als A. Vienuolis 1929 während seiner Europareise längere Zeit in Leipzig verbrachte. Gerulis ermöglichte ihm, Vorlesungen einiger Professoren der Universität Leipzig zu besuchen und die Universitätsbibliothek zu nutzen. Gemeinsam unternahmen sie Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung Leipzigs und besuchten das berühmte Gymnasium Schulpforte bei Naumburg. Sogar Gerulis’ Sohn wollte mit dem Sohn A. Vienuolis’ Briefmarken tauschen. Gerulis riet Vienuolis, einen historischen Roman zu schreiben, vielleicht aber besser nicht über Vytautas, sondern über Jogaila: denn A.

4 Der Brief wird in der Bibliothek des Instituts für Litauische Literatur und Folklore aufbewahrt (F 52—199).

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Vienuolis würde die Wesensart eines Aukštaiten besser verstehen, während Vytautas eher ein Žemaitier war. Gerulis kümmerte sich auch um die Zukunft eines Verwandten A. Vienuolis’, des damaligen Studenten der Universität Kaunas Rapolas Šaltenis. Nachdem Gerulis seinen in „Jaunojoje Lietuvoje“ (1929, Nr. 8, S. 17—22) veröffentlichten Artikel „Sturm und Drang“ gelesen hatte, bemühte er sich, ihm die Möglichkeit zu verschaffen, sein Studium an der Universität Graz in Österreich fortzusetzen. 1926 besuchte Gerulis A. Vienuolis in Anykščiai (Vienuolis 1988: 95—96, 111—119, 609—612; Šaltenis 1982: 150—151; 1991: 166—167; 1994: 115—116).

Bei verschiedenen Gelegenheiten erwies Gerulis den Litauern auch andere Dienste. So schlug Präsident A. Smetona Jonas Puzinas, der an der Herausgabe seiner Schriften mitgewirkt hatte, ein Archäologiestudium vor und versprach ihm ein Stipendium des Bildungsministeriums. Zunächst wollte J. Puzinas nach Königsberg gehen. Gerulis riet ihm jedoch von Königsberg ab, da dort wegen des Memellandes eine den Litauern und Litauen gegenüber ungünstige Stimmung herrschte. Auf Gerulis’ Rat hin ging J. Puzinas 1930 an die weiter vom Memelland entfernte Universität Heidelberg (Mažulis 1983: 14—15).

Unser berühmter Archäologe, der unter anderem an der Universität Kaunas zunächst Philologie studiert hatte, stand mit Gerulis insgesamt in recht engem Kontakt. Gemeinsam mit Gerulis sammelte er Belege aus den litauischen Dialekten. Besonders interessant ist jedoch, dass J. Puzinas eine Art Verbindungsmann zwischen dem litauischen Präsidenten Antanas Smetona und Gerulis war. Denn A. Smetona wollte, ebenso wie einst Kazimieras Būga, Gerulis irgendwie dazu bewegen, an die Universität Kaunas zu wechseln. In dieser Sache beriet sich J. Puzinas mit Gerulis nicht nur in Königsberg, sondern auch in Leipzig. Gerulis wurde ein höheres Gehalt als den anderen Professoren der Universität Kaunas angeboten, und er war bereits entschlossen, nach Kaunas zu wechseln. Doch seine Frau durchkreuzte alle Pläne. Gerulis erklärte J. Puzinas, wenn seine Frau eine Deutsche aus Deutschland gewesen wäre, hätte sie einem solchen Schritt ihres Mannes vermutlich nicht widersprochen, doch sie war eine Deutsche aus Lettland …

J. Puzinas erinnert sich an verschiedene interessante Einzelheiten aus seinen Begegnungen mit Gerulis. Als Rektor der Universität Königsberg sei Gerulis stolz darauf gewesen, dass der erste Leiter dieser Hochschule (damals Partikular genannt) ein Litauer, Abraomas Kulvietis, und auch der letzte ein Litauer, Jurgis Gerulis, gewesen sei. Als J. Puzinas einmal noch als Student Gerulis an der Universität Königsberg besuchen wollte, warnte ihn der vor dessen Bürotür sitzende Pförtner, der Rektor sei beschäftigt: Bei ihm sei der Dekan einer Fakultät. J. Puzinas überreichte seine Visitenkarte, woraufhin der andere Besucher das Büro rasch verließ. „Der dumme Deutsche kann warten. Wir müssen uns unterhalten“, sagte Gerulis (Jankus 1979: 207).

Den Zweiten Weltkrieg erlebte Gerulis als Major der deutschen Armee. Zunächst war er für den Einsatz an der Westfront vorgesehen; an der berühmten Siegfriedlinie sollte er eine Flak-Einheit befehligen. Doch schließlich musste er den Krieg an der Ostfront verbringen, wo er ab 1941 die Ostabteilung des Abwehrs (der Verbindungsstelle zwischen Armee und nationalsozialistischer Partei) leitete. Während des Krieges lebte Gerulis überwiegend in Vilnius. Dort besuchte er gelegentlich das Institut für Litauische Sprache, traf seine ehemaligen Schüler, Professor Juozas Balčikonis und Sprachwissenschaftler der jüngeren Generation, und schlug ihnen Dissertationsthemen vor. In der Bibliothek der Universität Vilnius entdeckte er ein wichtiges Denkmal der lettischen Sprache — das Manuskript der „Evangelien und Episteln“ von Georg Elger aus dem Jahr 1640. Nach dem Krieg übergab Gerulis’ Frau das Manuskript Professor Chr. S. Stang, der es dem lettischen Philologen Karlis Dravins überreichte, der vom Krieg nach Schweden verschlagen worden war. Dieser gab es sorgfältig heraus und widmete die Ausgabe Gerulis’ Andenken (Draviņš 1961, 1976).

Am Ilmensee, unweit von Velikije Luki, fällt der deutsche Armeeoffizier Ge-

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Gerulis’ Sohn Herbert, in den der Vater so große Hoffnungen gesetzt hatte. Als Mitarbeiter des Instituts für Litauische Sprache ihm ihr Beileid aussprechen, sagt Gerulis, irgendwo in die Ferne blickend, er sei bereits Deutscher gewesen …

An der Ostfront trifft Gerulis auch V. Falkenhahn, der nun als Übersetzer beim Stab irgendeiner deutschen Einheit tätig ist. Die beiden fahren gemeinsam, um russische Burgberge zu besichtigen.

Als die Deutschen Balys Sruoga in Vilnius verhafteten, wandte sich seine Frau Vanda Daugirdaitė-Sruogienė an J. Gerulis um Hilfe. Irgendetwas versprach er ihr. In einem Brief (Frühjahr 1944) tröstete Vincas Krėvė-Mickevičius V. Daugirdaitė-Sruogienė: „Es freut mich, dass es Hoffnung für Balys gibt. Wenn Professor Jurgis es gesagt hat, glaube ich, dass es Grund gibt, daran zu glauben. Ich halte ihn für einen ernsthaften Menschen, und wenn er gesagt hat, dass es ihm versprochen wurde, kann man das durchaus glauben“ (Krėvė 1981: 132).

In einem Brief vom 18. Juli 1979 erinnert sich V. Daugirdaitė-Sruogienė gegenüber Algiras Samulionis: „Im Frühjahr 1944 erfuhr ich, dass er nach Vilnius kommen würde. Ich kannte ihn, wenn auch nur flüchtig [...] Wo wir uns getroffen hatten, liegt im Nebel: irgendein halbdunkler Raum, offenbar mit Büromöbeln. Er sprach im Stehen und nicht lange. Aber was er sagte, prägte sich meinem Gedächtnis ein und ist nicht verblasst. Ich erinnere mich Wort für Wort: »Es sieht so aus, als würde ich bald Jaegers Stelle übernehmen. Dann wird in Litauen alles anders sein [...]« Danach sagte er mir auch ganz deutlich, dass ich, wenn ich mit den Deutschen spreche, nicht vergessen dürfe, dass ich »Frau Professor« sei und mich stolz verhalten, mich nicht erniedrigen dürfe [...] Auch in Deutschland half er uns, Dalia und mir, indem er eine Empfehlung ausstellte, damit Dalia an der Universität Greifswald in die Krankenpflegeschule aufgenommen würde“5

J. Gerulis’ Loyalität gegenüber der deutschen Regierung schwankte vermutlich niemals. Pr. Skardžius erinnert sich, wie Gerulis empört über seinen ehemaligen Schüler Pranas Germantas (Meškauskas) sprach6. Denn dieser hatte einst versprochen, für die Deutschen zu arbeiten, während der deutschen Besatzungszeit in Litauen jedoch gegen sie zu handeln begonnen. Gerulis zufolge sei er ein völliger Idiot. „Diese junkerhafte Denkweise eines deutschen Majors, selbst wenn er Litauer war, verblüffte mich einigermaßen, und ich antwortete ihm nichts. Doch diese Nachricht sollte verhängnisvoll sein: Nachdem Pr. Germantas sich entschieden gegen die Mobilisierung der litauischen Jugend ausgesprochen hatte, wurde er verhaftet und in das Konzentrationslager Stuthof deportiert“ (Skardžius 1974: 323— 324).

Einmal behauptete Gerulis im Institut für Litauische Sprache sogar, sein Familienname stamme nicht vom Wort gėras, sondern vom deutschen Personennamen Gerhard (Skardžius 1970: 270)7.

5 Mit dem Brief machte A. Samulionis den Verfasser des Artikels bekannt.

6 Pranas Germantas (Meškauskas), 1903.XII.3 – 1945.IV.22), tragiškai žuvusio lituanisto Kosto Meškausko (1906—1932) brolis, buvo išvykęs į Leipcigą studijuoti kalbotyros. Tačiau čia J. Gerulio patartas pasirinko disertacijos temą „Liaudies papročiai lietuvių šeimos gyvenime”. 1936 m. disertaciją apgynė, bet, anot Pr. Skardžiaus, nebuvo patenkintas nei pačiu J. Geruliu, nei savo disertacija. 1941 m. vokiečiams užėmus Lietuvą, Pr. Germantas buvo paskirtas Švietimo generaliniu tarėju. Eidamas šias pareigas, jis labai stengėsi išsaugoti Lietuvos mokyklas, ypač rūpinosi Vilniaus krašto švietimu. 1943 m. už pasipriešinimą mobilizacijai į vokiečių kariuomenę suimtas. Kalintas Vilniaus, Kauno, Tilžės, Karaliaučiaus, Marienburgo kalėjimuose, Stuthof koncentracijos stovykloje. Čia ypač pasižymėjo ”valenrodišku suktumu” gelbėdamas kalinius (plg. S. Yla. Žmonės ir žvėrys Dievų miške. Kaunas, 1991). Mirė šiltine. Kūnas buvo sudegintas Stuthof krematoriume. Tačiau kaliniai pavogę pelenus ir vėliau palaidojo vienose Kopenhagos kapinėse.

7 Die Litauer Kleinlitauens haben tatsächlich die litauische Form des deutschen Namens Gerhard, nämlich Gerulis, verwendet. In Litauen sind jedoch die Familiennamen Gerulis, Gerulaitis, weit verbreitet.

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Gerulis stand in beträchtlichem Umfang mit dem berühmten lettischen Baltisten Jānis Endzelīns in Verbindung. Dieser schätzte Gerulis offenbar sehr als Fachmann. Dafür spricht möglicherweise auch das Detail, dass J. Endzelīns in seine „Einführung in die baltische Philologie“ („Ievads baltu filoloģijā“. Riga, 1945) neben den anderen berühmten Baltisten auch ein Foto von Gerulis aufnahm. 1943 kam Gerulis an die Universität Lettlands, um J. Endzelīns zu seinem siebzigsten Geburtstag zu gratulieren (II.22). Er erschien sehr herausgeputzt, in „Fasanenkleidern“ (Fasanentracht), offenbar in der Uniform eines deutschen Offiziers. J. Endzelīns erinnerte sich, dass ihn die Kleidung dieses Kollegen sehr erschreckt habe (Liepiņš 1991: 41).

Als redlicher Wissenschaftler bewies Gerulis sich mitunter auch in komplizierten politischen Situationen. Als V. Falkenhahn bei der Erforschung der Biografie von J. Bretkūnas ein lateinisches Dokument findet, das belegt, dass die Litauer in Ostpreußen weiter westlich siedelten, als es die offizielle deutsche Wissenschaft einräumte, und seinen Doktorvater um Rat fragt, findet dieser tatsächlich einen salomonischen Ausweg. Er sagt, er solle in der Dissertation nichts über seine Entdeckung schreiben, sondern irgendwo eine Faksimilewiedergabe des Dokuments einfügen; die Zensoren würden darüber hinwegsehen, und wer die Wahrheit wissen müsse, werde sie erfahren...

Als Pr. Skardžius Gerulis seine „Arbeit über die Wörter der litauischen Sprache“ schickte, dankte dieser seinem ehemaligen Schüler in einem Brief für das Geschenk, schrieb „Ich bin satt vom Krieg“ („Ich habe den Krieg satt“) und fügte hinzu, dass er bald aus dem Militär ausscheiden und zur sprachwissenschaftlichen Arbeit zurückkehren werde (Skardžius 1970:270). Leider war es bereits zu spät8.

Eine recht ausführliche Charakteristik Gerulis’ gab Valentinas Gustainis in seinem Memoirenbuch „Ohne Schuld“ (Gustainis 1989: 7—20). Noch bevor Hitler die Macht ergriff, hatte Gerulis Vincas Krėvė-Mickevičius dazu bewegen wollen, mit einer ernst zu nehmenden litauischen Delegation nach München zu reisen, um dem damals noch ziemlich isolierten Hitler seine Sympathie zu bekunden; dafür „wäre Hitler dankbar gewesen und hätte Litauen nach seiner Machtübernahme freundlich gegenübergestanden“. Doch „dieser Slawe Krėvė-Mickevičius versteht und würdigt so etwas nicht: Er lehnte es entschieden ab, heimlich mit Hitler über die Zukunft zu verhandeln“. V. Gustainis’ nationales Selbstgefühl schmeichelte jedenfalls die Tatsache, dass Gerulis stets, sogar an der Universität der deutschen Hauptstadt, nur Litauisch mit ihm sprach. Über die Beziehungen zwischen Litauen und Polen pflegte Gerulis sehr nüchtern nachzudenken. Er war nicht dafür, dass die litauischen Staatsmänner nach dem deutschen Überfall auf Polen das Wilna-Gebiet mit Waffengewalt zurückeroberten, denn wenn Litauen den Krieg verlöre, könnte es sich den Ruf eines Aggressors zuziehen, was für ein kleines Volk sehr gefährlich sei. Wenn Deutschland den Krieg jedoch gewinne, sei Gerulis’ Ansicht nach Litauens Schicksal klar: „Unser Führer wird Ihrem Smetona eine Postkarte schreiben, auf der stehen wird, dass nun ein deutsches Europa organisiert ist und Litauen zu ihm gehört...“

Wahrscheinlich verschlechterte sich Gerulis’ Verhältnis zu Max Vasmer auch wegen seiner politischen Ansichten: In Leipzig waren sie enge Freunde, in Berlin sprachen sie schon nicht mehr miteinander. M. Vasmer verhielt sich bekanntlich, im Gedenken an die politischen Lehren Jan Baudouin de Courtenays, während der Herrschaft der Nationalsozialisten sehr ehrenhaft.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs hatte Gerulis den Befehl erhalten, eine Beratung namhafter litauischer Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu organisieren. Die Teilnehmer der Beratung sollten noch einmal

Gerulškis, die Ortsnamen Geruliai, Gerulaičiai, Geruliškiai zeigen, dass diese Wörter zweifellos mit litauisch gėras. verwandt sind.

Der Zweite Weltkrieg traf auch andere berühmte deutsche Baltisten aus Gerulis’ Generation schwer. Eduard Hermann verlor beide Söhne. Der einzige Sohn von Franz Specht fiel an der Front. F. Specht selbst wurde im Winter 1945 in die Armee der Alten und Kinder eingezogen — die sogenannten „Volkssturm“-Einheiten — und an die Front geschickt. Von dort humpelte er mit geschwächten Beinen nach Dresden zurück.

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zu versuchen, die litauische Jugend zu ermutigen, in die deutsche Armee einzutreten. Die Besprechung sollte am 5. September 1944 in Kaltinėnai stattfinden. Gerulis und einige andere Teilnehmer wurden jedoch bei einem Autounfall verletzt und kamen ins Krankenhaus (Laurinaitis 1983: 23).

Nachdem die sowjetische Armee Berlin eingenommen hatte, wurde Gerulis, der zu jener Zeit ziemlich schwer krank war, in seiner Wohnung zusammengeschlagen. Sein weiteres Schicksal ist bisher unbekannt. Als die berühmte Berliner Mauer errichtet wurde, lebte Professor V. Falkenhahn, der Gerulis sehr schätzte und verehrte, noch in West-Berlin, arbeitete aber an der Humboldt-Universität in Ost-Berlin. Bevor er nach Ost-Berlin umzog, ging er, um sich von der Frau seines Lehrers zu verabschieden, fand sie jedoch bereits tot vor. Einer der Nachbarn erzählte V. Falkenhahn damals, Gerulis’ Frau sei von einem Deutschen besucht worden, der aus Russland zurückgekehrt war und irgendwo gemeinsam mit Gerulis inhaftiert gewesen sei. Damit endet die Tragödie dieses talentierten Wissenschaftlers und ausgezeichneten Pädagogen, eines „großen deutschen Baltisten litauischer Herkunft aus Ostpreußen“, wie V. Falkenhahn ihn nannte, der jedoch ein schwacher Politiker war. Leider traf eine solche Tragödie nicht nur einen Sohn Kleinlitauens. Sie ist auch eine Tragödie, die die großen Nachbarn unserem ohnehin kleinen Volk gebracht haben.

Wie erwähnt, widmete Gerulis seine „Altpreußischen Ortsnamen“ seinem im Ersten Weltkrieg gefallenen Bruder. Dort schrieb er die Worte des griechischen Dichters Tyrtaios nieder, der im siebten Jahrhundert v. Chr. wirkte und mit seinen Elegien den Mut der spartanischen Krieger stärkte:

„Schön ist es, dem Tod zu begegnen, kämpfend in der ersten Reihe, dem tapferen Mann, der für die eigene Heimat in den Kampf gezogen ist9.

Gerulis dachte natürlich nicht an die Heimat seines Bruders, die ganz nahe am Nemunas lag, sondern an jene, die die Dichter mit Rhein, Elbe und Oder verbinden. Mit dieser Heimat war Jurgis Gerulis’ Wirken am engsten verbunden. Doch mit seinen Arbeiten hat Jurgis Gerulis auch dem Land am Nemunas große Verdienste erworben. Dafür werden ihm die Menschen dieser Gegend immer dankbar sein. Hier wird sein Andenken vielleicht sogar länger fortbestehen als in jener Heimat, für die er und sein Bruder „in den Kampf zogen“10.

LITERATŪRA

A. S. ir P. S. 1956: Gerulis Jurgis. — Lietuvių enciklopedija, Boston: Lietuvių enciklopedijos leidykla, 7, 187—188.

Draviņš K. 1961, 1976: Evangelien und Episteln ins lettische übersetzt von Georg Elger... hrsg. von Kārlis Draviņš, Lund, 1—2.

Falkenhahn V. 1964: Zu den Anfängen der Baltistik. — Beiträge zur Geschichte der Slawistik, Berlin, 239—266.

Gerullis G. 1932: Muttersprache und Zweisprachigkeit in einem preussisch-litauischen Dorf. — Studi Baltici, 2, 59—67.

Gustainis V. 1989: Be kaltes, Vilnius: Mintis.

Jankus J. 1979: Jonas Puzinas apie save ir kitus. — Aidai, 4, 141, 206—208.

Krėvė V. 1981: V. Krėvės laiškai. — Literatūra ir kalba, 17, 9—132.

Laurinaitis S. 1983: Tėvynės išdavikų krachas. — Laikas ir įvykiai, 17, 20—23.

9 Vertimas iš: V. S. Sergejevas. Senovės Graikijos istorija. Vilnius, 1955, 146.

10 Autorius, rašydamas šį straipsnį, pasinaudojo vienu kitu Gerulio biografijos faktu, girdėtu iš Gerulio mokinių: J. Būteno, V. Falkenhahno, J. Kabelkos, E. Mikalauskaitės, A. Salio, J. Senkaus.

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Liepiņš J. 1991: Laipnums bardzībā. — Latviešu valodas kultūras jautājumi, 26, 37—44.

Mažiulis A. 1983: Prof. Dr. J. Puzinas ir jo mokslinis palikimas. — Jonas Puzinas. Rinktiniai raštai. Chicago: Lituanistikos instituto leidykla, 1, 13—22.

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