38 Ac a Linguis ica Li huanica LXXIII
DARIUS IVOŠKA
Ins i u ü li auische Sp ache
Wissenscha liche Fo schungs ich ungen: Onomas ik,
Bal isch-deu sche Sp achkon ak e.
LITAUISCHE
PERSONENNAMEN IN DEN
ORDENSDOKUMENTEN
Lie u ių asmen a džiai okiečių o dino
dokumen uose
ANNOTATION
De Bei ag beschä ig sich mi den li auischen An h oponymen, die in den hand-
sch i lichen U kunden des Deu schen O dens, und zwa in dem O dens olian en
N . 105 ixie sind. Die handsch i lichen U kunden des Deu schen O dens lie e n zahl-
eiche bal ische O s- und Pe sonennamen, un e ande em auch ela i iele li auische
Onyme. In dem Bei ag we den nu li auische Pe sonennamen besp ochen, mi denen
in einigen Dokumen en des Deu schen O dens e wähn e Li aue benann wu den. Das
sind g öß en eils bishe unbekann e Pe sonennamen ode e en uell ühe e Va ian en de
schon bekann en Pe sonennamen. De Schwe punk des Bei ags bes eh in den Vo schlä-
gen zu He kun de ange üh en Pe sonennamen, die aus üh lich analysie und mi dem
o handenen bal ischen Pe sonennamengu e glichen we den.
SCHLÜSSELWÖRTER: An h oponymie, Pe sonenname, Onomas ik, Onym.
ANNOTATION
The an h oponyms eco ded in he manusc ip documen s o he Ge man O de , spe-
ci ically, Ge man O de olio No. 105, a e analysed in he a icle. The Ge man O de
manusc ip s p esen a as a ie y o Bal ic oponyms and an h oponyms; he e a e also
plen y o Li huanian onyms among hem. The a icle discusses he Li huanian an h opo-
nyms which a e ci ed in Ge man O de documen s while men ioning p i ileged Li huani-
ans. So a , he majo i y o hem a e basically unknown an h oponyms o he a ian s o
al eady known ones. The aim o he a icle is o a emp o explain he o igins o he new
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Li auische Pe sonennamen in den O densdokumen en
an h oponyms ollowing a ho ough analysis o he ac s o he new an h oponyms and
hei compa ison o he exis ing Bal ic an h oponyms.
KEYWORDS: An h oponimy, pe sonal name, onomas ics, onym.
EINLEITUNG
Die E o schung des O dens olian en N . 105 (im Wei e en: OF 105) is
ü die bal ische Onomas ik on auße o den liche Bedeu ung. Ungeach e de
Ta sache, dass OF 105 on den bekann es en Onomas en und Fo sche n de
bal ischen Sp achen de 1. Häl e des 20. Jh.s, Geo g Ge ullis und Reinhold
T au mann1, die sich nu mi den al p eußischen O s- und Pe sonennamen be-
ass haben, e o sch wu de, is diese U kundensammlung imme noch Gegen-
s and g ündliche und um assende Un e suchungen. De gennann e O dens o-
lian um ass P i ilegien des Deu schen O dens (im Wei e en DO) o wiegend
aus dem 14. Jh., un e ande em auch iele Ve leihungen on G unds ücken an
P eußen und Li aue . Besonde s wich ig is die Ta sache, dass in OF 105 auch
zahl eiche li auische Pe sonennamen (im Wei e en: PN) ixie wu den, ein
Teil on ihnen wi d in dem o liegenden Bei ag behandel . Die E o schung
de du ch OF 105 e mi el en Ma e ialien is seh komplizie , weil die hand-
sch i lichen Belege iel äl ig sind, d. h. die U kunden wu den on ielen Be-
am en des DO niede gesch ieben, und deshalb a iie die Wiede gabe des
bal ischen Namengu es. Es gib auch iele Ko ek u en, Du chs eichungen,
Hinweise und Beme kungen. De Zus and de U kunden (besonde s de Pe ga-
men e) is in ielen Fällen so schlech , dass einzelne Tex eile inklusi de PN
kaum lesba sind.
Die äl es en bal ischen bzw. li auischen Onyme kommen auch in ande en
Quellen o , z. B. in den Li auischen Wegebe ich en, die in de be ühm en Samm-
lung Sc ip o es e um P ussica um (SRP II 662–711) e ö en lich sind. Die SRP
lie e n zahl eiche li auische und al p eußische O s- und Pe sonennamen, die
o wiegend aus den U kunden des 14. Jh.s s ammen. Es soll e un e s ichen
1 Die We ke Die al p eußischen O snamen on Geo g Ge ullis, e schienen 1922, und Die al p eu-
ßischen Pe sonennamen on Reinhold T au mann, e schienen 1925, sind die g undlegenden
We ke im Be eich de bal ischen Eigennamen o schungen.
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we den, dass die li auischen PN aus wesen lich spä e en U kunden bzw. aus
Ki chenbüche n gesammel wu den.2
De o liegende Bei ag ha das Ziel, das aus dem genann en Folian en ge-
sammel e Ma e ial de li auischen An h oponymie anzu üh en und zu besp e-
chen. Das Un e suchungsma e ial um ass 27 PN, mi denen die in P eußen
angesiedel en Flüch linge aus Li auen benann wa en3. Die PN we den en sp e-
chend de ch onologischen Ab olge de U kunden be uhend bea bei e , ohne
e en uelle Ein eilung des Bei ag ex es in hema ische Einhei en. Diese Ges al-
ung wu de bewuss ausgewähl , um das Ve häl nis zwischen de U kunden-
an e igungs olge und den dami zusammenhängenden sekundä en In o ma i-
onen nich zu beein äch igen.
Bei de Un e suchung jedes einzelnen li auischen PN wi d de Kon ex aus
OF 105 angegeben. Als Hil sma e ialien we den Tex e aus den P eußischen U -
kundenbüche n (im Wei e en: PUB) zu Konk e isie ung des Kon ex es ange-
üh . Es wu de e such , die Quellen k i isch zu un e suchen und nach Mög-
lichkei eine e ymologische Analyse de ange üh en PN du chzu üh en.
In OF 105 sind zahl eiche PN ge unden wo den, mi denen Li aue bezeich-
ne wa en. Da on zeugen die Hinweise in den U kunden des OF 105 „den li -
owen und e en ech en e bin“. Es gib auch Fälle, wo die He kun de Begün-
s ig en nich di ek du ch die Angaben übe die Volkszugehö igkei angegeben
wi d, sonde n gewisse Bedingungen de G unds ück e leihung besch ieben
wo den sind, die da au eindeu ig hinweisen, dass die genann en Pe sonen Li-
aue gewesen wa en.
1. URKUNDE VOM 9. MAI 1311
Am 9. Mai 1311 ha de G oßkom u Hein ich on Plo zke in Tapiau dem
Li aue Machuce und seinen B üde n au g und des P i ilegs 4 Haken Land
mi den do be indlichen Wiesen, Weiden, Wälde n und B üchen zu E b ech
2 Die Pe sonennamen o sche innen Vi alija Maciejauskienė und Alma Ragauskai ė haben li-
auische PN aus den his o ischen handsch i lichen Quellen, ange angen mi dem 16. Jh.,
gesammel .
3 Wegen de Iden i ika ion de Li aue und de en Ansiedlung in P eußen s. S. 3 und S. 4, Fußno e
N . 4.
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Li auische Pe sonennamen in den O densdokumen en
e liehen, solange ihnen de Wiede gewinn ih es E bes in Li auen nich ge-
ling 4: 1311 […] con ulimus Machuce li wano e suis a ibus adnos de li wonia i-
dem X [Ch is i] ecipiendam con ugien ibus e he edibus ipso um iiii uncos in campo
sowpin dic o cum ag is p a is pascuis sil is e paludibus […] (OF 105, 83 ). Einen
Auszug inde man in den PUB: 9. Mai 1311: Tapiau. De G osskum u Hein ich
on Plo zke e leih dem Li aue Machuce und seinen B üde n e blich 4 Hacken in
Zohpen (K . Wehlau) zu p eussischen Rech en, solange ihnen de Wiede gewinn ih es
E bes in Li auen nich geling (PUB II 19).
De in de U kunde genann e Name des Li aue s Machuce mag ein zwei-
s ämmige li . PN sein, dessen e s e S amm ma- un e den li . PN seh e -
b ei e is , gl. li . PN Mã-gu as, Mã-numas, Mã- au as (Zinke ičius 2008: 109),
und weis Me kmale de ausgeblichenen Bedeu ung sowie des Vokalwechsels
au , weswegen e als E bwo be ach e we den kann, gl. die li . his .: Basilij
Maku as 1689; Ch is opho i Maku is 1691–1719; Макутенас Адам 1882 (IAK).
In diesem Fall is es komplizie , den zwei en S amm zu bes immen. Ma-
chuce is die Da i o m des PN in dem au La ein e ass en Dokumen . Wenn
man da on ausgeh , muss de im zwei en S amm en hal ene Buchs abe c im
Nomina i als k, im Da i abe als z (li . c) ausgesp ochen we den. Vielleich
könn e man deswegen den zwei en S amm als *-kuk-5 be ach en und e en uell
den Namen als *Ma-kuk- ekons uie en, abe es is nich ein ach, Pa allelen
im li . Pe sonennamengu zu inden. Es gib keine PN, wede im Li auischen,
noch im Al p eußischen, die -kuk- als zwei en S amm en hal en.
Man könn e ielleich auch an *-ku - denken, d. h. li . *Ma-ku -, abe diese
Hypo hese is agwü dig und beda wei e e Un e suchungen.
2. URKUNDE VOM 24. AUGUST 1340
In de P i ilegienu kunde, un e zeichne on dem Hochmeis e Die ich
on Al enbu g am 24. Augus 1340 in Ma ienbu g, mi de dem Li aue Noadab
4 Es handel sich hie um eine G unds ück e leihung an Flüch linge aus Li auen, die ih en Besi z
in ih em Heima land e lo en ha en. Übliche weise wu den solchen Pe sonen und de en E -
ben au g und de P i ilegien gewisse G unds ücke e b ech lich e liehen. De a ige U kunden
en hal en bes imm e Ve leihungsbedingungen, un e denen auch, im Fall de E obe ung und
Tau e Li auens, de Wiede gewinn des Besi zes o gesehen wu de. Vgl. auch die U kunden om
22. Sep embe 1350 (T iskullen, Schu deiken, Naw en) und om 2. Juni 1353 (Schacne, Ruc a,
Nuwicz, Da gis).
5 Wegen de Lesung und Be ach ung de ch- und k-Lau e beim Au sch eiben de al p . PN in
al en U kunden s. Sinke ičiū ė, S undžia 2001: 53–60.
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6 Haken Land, das ühe dem P eußen Rus eyko6 gehö ha e, e liehen wu -
de: 1340 […] sex uncos in came a u waldow in campo quem olym li hwinus noadab
[…] possedi […] (OF 105, 239 ). Die Ta sache, dass in de e s en Häl e des 14.
Jh.s im Jah e 1340 im Samland Li aue gewohn ha en, is seh wich ig und
da nich auße Ach gelassen we den. Eine ku ze Da s ellung und ein F ag-
men de U kunde sind auch in den PUB zu inden: 1340 Augus 24. Ma i-
enbu g. Hochmeis e Die ich on Al enbu g e leih Rus eyko e blich 6 Hacken im
Kamme am Waldau, die o he de Li aue Noadab besessen ha , ei on Zehn en
und bäue lichen Las en. (PUB III 224). In den PUB wi d de zu besp echende
PN im P i ilegien ex nich angegeben, wi d nu in de U kundenbesch eibung
e wähn . Es is nich kla , welche Ziele die Au o en e olg haben.
Hinsich lich de bal ischen He kun des PN Noadab bes eh kein Zwei el,
gl. den li . PN Nó-dabas, dessen Komponen en No- mi ap . no ‘nuo’ (einem
seh p oduk i en Bes and eil in den ap . PN) und dab- mi li . dabà ‘Abs am-
mung, He kun ’, dab-ìn i ‘schmücken’ e bunden we den. (Zinke ičius 2008:
122, 81–82). In diesem Fall handel es sich um den li . PN *No-dab-.
Beme kenswe is auch, dass ap . PN Nodabs sei 1355 bekann is . (T au -
mann 1925: 63). Die U kunde, in de de genann e PN e wähn wu de, is das
P i ileg aus dem Jah 1396 übe die Ve leihung on 3 Haken Land zu Podlau-
cken (spä e Podlacken, K . Ras enbu g) an den P eußen Nodabs: 1396 […] o -
lyen und geben unse n ge uwen Nodaps synen ech en e ben unde nachkomelingen
iii hocken gelegen o dem elde czu Podlaucken (OF 105, 153 ). Es wu den auch
ande e Va ian en des PN ge unden: Nodab, Nadapp, 1355 Nodops (T au mann
1925: 63). Die e wähn en Pe sonennamen a ian en zeugen on de Ve b ei ung
des Namens un e Li aue n und P eußen und bes ä igen ebenso die Annahme
on Zigmas Zinke ičius übe seinen E bwo cha ak e .
3. URKUNDE AUS DEM JAHR 1350
Es gib noch ein P i ileg, au g und dessen den B üde n T iskullen,
Schu deiken und Naw e ein G unds ück on 3 Haken e liehen wi d, solan-
ge ihnen de Wiede gewinn ih es E bes in Li auen nich geling . Die U kunde
s amm aus dem Jah 1350 und is on dem Obe s en Ma schall Sieg ied on
Dahen eld un e sch ieben wo den: 1350 […] e con e imus idelibus i is iskul-
len, schu deiken e naw e […] (OF 105, 84 ). Im Auszug und in den Kommen a en
6 Rus eyko 105, 238 , 239 (1339), 239 (1340) Sa.; Rus eyke 162, 51 (1407) KA. P . Eylau. (T au -
mann 1925: 84).
S aipsniai / A icles 43
Li auische Pe sonennamen in den O densdokumen en
de U kunde7, die in den PUB ange üh we den, wi d au die Bedingungen
hingewiesen, die bei de Ve leihung de G unds ücke an Flüch linge imme
wiede be on we den: Diese Ve p lich ung wu de auch sons den in O densgebie
angese z en li auischen Flüch lingen au e leg (PUB IV 553). Das du ch die U kun-
de gelie e e Ma e ial is om g oßen We ü die Siedlungsgeschich e. Es wi d
mi ge eil , dass ein G unds ück in de on P eußen bewohn en Siedlung Aug-
cken, K . Wehlau (li . Auka, Aukai) an Li aue e liehen wi d. Das zeug on
de Niede lassung de Li aue in P eußen. Es is selbs e s ändlich, dass nach
de E obe ung on Wehlau du ch li auische K ä e im Kamp gegen den DO
im Jah 13478 auch Li aue diese Region besiedel haben soll en. Die Ve asse
de PUB behaup en, dass alle in de U kunde e wähn en B üde Li aue sind
und s ü zen sich dabei au die Aussagen R. T au manns: Wah scheinlich säm lich
Li aue (PUB IV 552). Es is nich kla , was die Ve asse de PUB dami ge-
mein haben, denn R. T au mann bezeichne nu den PN T iskulle als li auisch,
wäh end e den ap . PN T iske behandel (T au mann 1925: 107). Alle üb igen
Namen de Begüns ig en we den on R. T au mann en wede nich e wähn ,
ode nu mi den li . PN e glichen.
Im Fall des PN T iskulle – *T isk-ul- gl. die li . his . PN 1611 Walus T iss-
kanis; 1667 G ego is T yszkay is; 1811 Jozepho T ysʒka (IAK). R. T au mann be-
ach e den PN T iskulle als einen li auischen PN und gib als Pa allele den li .
ON T yškiai (T au mann 1925: 107). Vgl. auch li . PN T iškà, T škus, T yškà,
die eine sei s aus dem uss. PN Тришка : Трифон ode dem poln. PN T zysz-
ka s ammen, ande e sei s abe auch li . He kun sein könn en, gl. li . škis
‘Hi zkop ; eine sich asch e egende, ang ei ende, unbehe sch e und nich
e ns e Pe son’; iškúo i ‘schnell und uno den lich a bei en; jmdn. wiede hol
ang ei en, s ü men’ (LPŽe).
Schu deike is e mu lich ein noch nich gebuch e li auische PN, denn
die li . Wu zel sku d- is in de li . An h oponymie zu inden, gl. die li . his .
PN 1729–1771 Ma ini e Ca ha inae Sku dienis, 1808–1820 Joannes Sku dianis
(IAK). Vgl. auch die gegenwä igen li . FN Sku dẽlis, Sku dáuskis, Sku dẽnis,
zu li . sku dùs ‘ä mlich, elend; a mselig aussehend’, skudas ‘Mangel an Mi -
el des Lebensun e hal es, A mu , Bedü igkei ’ e klä (LPŽe). In diesem Fall
7 De Obe s e Ma schall Sieg ied on Dahen eld e leih den B üde n T iskullen, Schu deiken und Na-
w en 3 Haken im Felde Auco [Augcken K . Wehlau] als Diens gu mi einem We geld on 16 Ma k […],
u , si olen e domino e a Li wino um ue i p ocessu empo is subiuga a, dic us T iskulle e a es sui
e he edes eo umdem ea bona [que] p ogeni o es eo um in dic a e a habue un , ehabe e debean ac
libe e possidenda, p edic is amen ibus uncis nobis esigna is con adic ione aliqua non obs an e (PUB
IV 553).
8 h p://p usija.lki.l /Vie os/Velu a/V1.h ml
DARIUS IVOŠKA
44 Ac a Linguis ica Li huanica LXXIII
geh es um den li . PN *Sku d-eik-, de mi dem Su ix -eik- e wei e wu de.9
R. T au mann buch auch einen ap . PN mi de Wu zel sku d-: 1350 Scu den-
ne. E e wähn auch den li . PN 1350 Schu deyke, aus demselben P i ileg, abe
be ach e ihn als ap . und üh als Pa allelen die li . PN Scu de und Sku dẽlis
an (T au mann 1925: 95). Hinsich lich de oben ange üh en Hinweise au die
He kun und de Volkszugehö igkei de Begüns ig en is nich zu bes ei en,
dass Schu deike Li aue gewesen is .
De in de U kunde e wähn e li . PN Naw e – *Nau - is li auische He -
kun , gl. die li . PN Naũ as, Naũčius, Nau ẽlis, die zu ap . nau in ‘No , A mu ’
ges ell we den. (Zinke ičius 2008: 121, 292). In diesem Fall kann man auch
on einem E bwo sp echen, gl. die ap . PN Naw a e, 1389 Nau e, Naw eme ,
Naw il, Nau ile, Naw inge (T au mann 1925: 68). Die Endung -e mag en wede
subs i u i en Cha ak e s sein, indem sie die ap . Endungen -as und -s e se z ,
ode hinzu ügenden Cha ak e s, indem sie en wede de o handenen ap . En-
dung hinzuge üg ode ans a de ap . Endung e wende wi d10. Beme kens-
we is die Ta sache, dass sowohl de li . PN Naw e, als auch die oben genann-
en on R. T au mann gebuch en ap . PN im 14. Jh. in den U kunden des DO
e zeichne sind. Das bes ä ig , dass die PN mi nau - den Li aue n und den
P eußen eigen wa en.
4. URKUNDEN VOM 2. JUNI 1353
Es gib noch ein P i ileg aus dem Jah 1353, das am 2. Juni on dem Hoch-
meis e Win ich on Knip ode in Ma ienbu g un e sch ieben wu de und au -
g und dessen noch 2 Haken Land an B üde Ruc a und Schacne und de-
en Ve e Nuwicz und Da gis e liehen wu den: 1353 […] o lien und geben
Schacne und Ruc a b udi n und Nuwicz und Da gis e en e e n und i en allen
ech en e ben ii haken u dem elde Gauladin […] (OF 105, 71 ). Diese U kunde
wu de auch in den PUB komp imie e wähn : 1353 Juni 2. Ma ienbu g. De -
selbe [HM Win ich on Knip ode] e leih den B üde n Schacne und Ruc a und
ih en Ve e n Nuwicz und Da gis 2 Haken im Felde Gauladin [Gauleden, K . Wehlau]
[zu denselben Bedingungen wie in N . 162. Da um und Zeugen wie in N . 162 mi den
do angegebenen Va ian en] (PUB V 92).
9 Wegen des Su ixes s. Ska džius 1996: 159–160.
10 Wegen de Endungen de ap . PN in den his o ischen U kunden s. Sinke ičiū ė, S undžia 2001:
53–60.
S aipsniai / A icles 45
Li auische Pe sonennamen in den O densdokumen en
In beiden Tex en we den die begüns ig en B üde und de en Ve e nich di-
ek als Li aue bezeichne . Es gib abe einen Hinweis au die ühe e U kunde
N . 162 und eine Beme kung, dass den B üde n Ruc a und Schacne und de en
Ve e n Nuwicz und Da gis de 2 Haken g oße G unds ück un e denselben Be-
dingungen wie den im P i ileg N . 162 genann en Swelgu e und Neydis11 e -
liehen wi d. Die beiden le z e en Pe sonen we den als Li aue bezeichne , des-
wegen we den auch die bei de Ve leihung de G unds ücke an Flüch linge aus
Li auen üblichen Bedingungen ange üh . Diese Ta sachen da man als übe -
zeugend be ach en, d. h. dass die genann en B üde und Ve e n Li aue wa en.
De PN Schacne is nich eindeu ig. Eine sei s könn e man da in li . *Šakūn-
sehen, dessen He kun indes aglich is . De Name könn e aus *šak- und dem
pa onymischen Su ix *-ūn- gebilde sein. Vgl. die li . his . PN 1619 U ban
Szakay is; 1695 Jakub Szakinis; 1729–1771 Pe i Szakulis (IAK). Vgl. auch den li .
PN Šakūnas, de mi dem pa onymischen Su ix -ūnas on den eins ämmigen
li . PN Šakà, Šãkas, Šakỹs abgelei e is , ode aus li . šakū nas ‘ein e zweig e ,
äs ige Baum’ (LPŽe; Zinke ičius 2008: 523). Ande e sei s wä e ielleich auch
*Skakūn- (?) möglich, s. LPŽe. Es is wi klich nich unmöglich, dass 1353 iel-
leich die ühes e Va ian e des heu igen li . PN Šaknas e wähn wu de.
Die li auische He kun des PN Ruc a is nich komplizie zu beweisen.
Man inde li . PN mi de Wu zel uk - sowohl un e den his o ischen, als auch
un e den gegenwä igen li . PN: gl. 1637 K zysz oph Ruk is (IAK) und Rukù is
(Zinke ičius 2008: 318). Es is zwei ellos so, dass es auch einen li . PN *Ruk a
gegeben ha . In diesem Fall kann man auch on de Endung –a sp echen.
De Name des Ve e s on Schacne und Ruc a – Nuwicz könn e auch li-
auische He kun sein. Vgl. den li . his . PN 1802 Ba holomeaus Nuwizas und
die gegenwä igen li . PN, die eine e wand e Wu zel besi zen: No as, No-
ỹs, No ìkas (LPŽe; Zinke ičius 2008: 315). Es is nich ein ach, die Endung
-icz zu deu en. Da käme ielleich auch eine ande e In e p e a ion des PN in
Be ach , und zwa die de zweis ämmigen He kun : *No- yd- (?). Vgl. die
li . PN Nó-gaudas, Nó-ku as, Nó-minas (Zinke ičius 2008: 122). Wegen de
Sch eibung u und o soll e man beme ken, dass sie beim Fixie en de bal ischen
PN on den Beam en des DO auch nich ich ig e s anden und e wechsel
11 […] dem B ude Swelgu en und ih em Ve e Neydis, den Li owen, 2 Haken im Felde Ubeli hen [Obeli -
en, K eis Königsbe g] als on Zehn en und bäue liche A bei eien, e blichen Besi z gegen den in P eu-
ßen üblichen Diens mi P e den und Wa en in Hee es olge und Bu genbau. Wi d das Land Li ouwen
eins gewonnen, so wi d man sie au ih Begeh en seczczen widde u das el czu Welun, wobei sie die
2 Haken dem O den au lassen (PUB V 92).
DARIUS IVOŠKA
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sein konn en12. De zwei e S amm – yd- komm in de li . An h oponymie
auch seh o o , gl. die li . PN Mañ ydas (LPŽe), Liáud- ydas, Rám- ydas,
Sù - ydas und li . iš- ýs i (iš- ýdo) ‘e blicken, beme ken’ (Zinke ičius 2008:
160). In de ap . An h oponymie gib es auch iele PN mi wyd-: 1387 A wide,
1401 Ey wyde, 1370 Ne wyde. (T au mann 1925: 14, 27, 70). Es gib noch das
P oblem on -cz. -cz kann man als die adap ie e Sch eibung de Endungen -ds
- s, - z ansehen, wie in den ap . PN Mawcze aus den *Mau s, *Mauds, *Maudis,
auch Micze aus *Mi s, *Mi is13. Man könn e ielleich zu dem Schluss kommen,
dass es sich im Falle on Nuwicz um die ühes e bekann e E wähnung des li .
PN *No yds / *No ydas handel .
Als Beweis de li auischen He kun des Namens Da gis können die his .
li . PN aus dem 17. Jh. 1658 Josephi Da gis; 1816 Józe Da gis; 1667 Pe i Da -
gys behil lich dienen (IAK). Vgl. auch den li . PN Dá gis und aus dem li . da -
gùs ‘ euch kal ; eklig, unangenehm, nich schön; ä ge lich, ge eiz ’ (LPŽe). Vgl.
auch die li . PN Da gas: Dá gis, Da gỹs, Dagus; Da gỹs (LPŽe; Zinke ičius
2008: 280, 573). Es is deu lich, dass de li . PN Da gis sei 1353 bekann is .
Noch eine U kunde un e zeichne on dem Hochmeis e Win ich on Kni-
p ode am 2. Juni 1353 in Ma ienbu g lie e zwei wei e e li . PN. Den B üde n
Ki kle und Wydemyns we den 2 Haken Land au dem Feld Gauleden (K .
Wehlau) e liehen: 1353 […] und gegeben ki kle und wydemyns b udi n und i en
beyden ech e e bin ii koken u deme elde gauladin an acki wesen und weyden […]
(OF 105, 72 ). Das P i ileg wu de auch on den Ve asse n de PUB ku z mi
dem Hinweis au die in o he gehenden U kunden e wähn en Ve leihungsbe-
dingungen besp ochen, ohne einen Auszug des U kunden ex es angegeben zu
haben: 1353 Juni 2. Ma ienbu g. De selbe [HM Win ich on Knip ode] e leih den
B üde n Ki kle und Wydemyns 2 Haken im Felde Gauladin [Gauleden, K . Wehlau]
[zu denselben Bedingungen wie in N . 162. Da um und Zeugen wie in N . 162 mi den
do angegebenen Va ian en] (PUB V 165). Es handel sich um noch eine G und-
s ück e leihung an Li aue .
12 Die Behaup ung, dass o- und u-Lau e beim Fixie en de bal ischen Pe sonen- bzw. O snamen
on den O densbeam en o e wechsel wu den, läss sich du ch Belege nachweisen. Z. B. bei
den on G. Ge ullis au gesch iebenen O snamen is die o- und u-Ve wechslung ganz o de
Fall: 1328 Clupien, 1328 Clopien (66); 1319 Kodyen, 1330 Cudyn (67); 1351 Musing, 1445 Mos-
sing; 1305 Wux enyken, 1382 Wox eniken (209); (Ge ullis 1922: 66, 67, 103 und 209). De a ige
o- und u-Ve wechslungs älle sind auch un e den on R. T au mann ixie en Pe sonennamen
zu inden: 1348 Bundike, 1386 Bundiko und Bondiko; 1419 Busgede und Bosegede; 1299 Ko ye,
1336 Cu io; 1399 Tus y , Tos y ; Tuniko, Tonike (T au mann 1925: 21, 49 und 110).
13 Wegen de Endungen de ap . PN in den his o ischen U kunden s. Sinke ičiū ė, S undžia 2001:
53–60.
S aipsniai / A icles 53
Li auische Pe sonennamen in den O densdokumen en
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DARIUS IVOŠKA
54 Ac a Linguis ica Li huanica LXXIII
Lie u ių asmen a džiai okiečių o dino
dokumen uose
SANTRAUKA
Vokiečių o dino olian o N . 105 ( eks e – OF 105) y imai y a labai s a būs bal ų
onomas ikai. No s šį olian ą XX a. p adžioje y inėjo ga sūs onomas ai Ju gis Ge ulis i
Reinholdas T au mannas, domėjęsi i inkę ik senuosius p ūsų ie o a džius i asmen a-
džius, jame ebė a daug onomas ikai s a bios neiš i os medžiagos. Kalbamasis olian as
y a Vokiečių o dino, daugiausia XIV a., p i ilegijų, ku iomis ski iami žemės sklypai p ū-
sams i lie u iams, inkinys. Labai eikšmingas ak as, kad OF 105 esama daug lie u ių
asmen a džių, ku ių dalis ap a iama šiame s aipsnyje. Ty inė i OF 105 esančią medžiagą
labai sudė inga dėl a ijuojančios kele o dokumen us ašiusių asmenų ašysenos, o ypač
dėl ski ingo onimų už ašymo. Esama daug aisymų, b aukymų i pas abų, dokumen ai
p as os būklės, ypač pe gamen ai, odėl am ik i eks ų agmen ai, o ka u i onimai –
sunkiai pe skai omi.
Lie u ių asmen a džių už iksuo a i ki uose is o iniuose šal iniuose, pa yzdžiui, „Lie-
u os kelių ap ašymuose“ ( o. Li auische Wegebe ich e), esančiuose žymiajame inkinyje
Sc ip o es e um P ussica um, ku iame gausu p ūsiškų i lie u iškų onimų iš XIV a. doku-
men ų. Iki šiol y inė i lie u ių asmen a džiai su ink i iš žymiai ėly esnių is o inių šal-
inių bei bažny inių knygų.
Šiame s aipsnyje ap a iami 27 OF 105 as i asmen a džiai, ku iais adin i p ūsai i
lie u iai, pabėgę iš Lie u os i įsikū ę P ūsijoje. An oponimai pa eikiami ch onologine
dokumen ų su ašymo a ka. Ap a ian kiek ieną lie u ių asmen a dį, pa eikiamas kon-
eks as iš OF 105 dokumen ų i duomenys lyginami su medžiaga iš P ūsų dokumen ų
knygų ( o. P eußische U kundenbüche ). S aipsnyje bandoma k i iškai analizuo i šal inius
i ap a iamų an oponimų e imologiją.
Į eik a 2015 m. spalio 20 d.
DARIUS IVOŠKA
Lie u ių kalbos ins i u as
Pe o Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius, Lie u a
dda ius.i [email protected]