LIETUVIŲ KALBOS AIŠKINAMŲJŲ ŽODYNŲ RAIDA, SAVITUMAS IR TARPUSAVIO SĄSAJOS
Die Entwicklung und Einzigartigkeit der litauischen Bedeutungswörterbücher
ABSTRAKT
Der Artikel gibt einen Überblick über die Entwicklung der Wörterbücher der modernen und standardsprachlichen litauischen Sprache vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zu den ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts, ausgehend von den wichtigsten Wörterbüchern dieser Zeit und konkreten Beispielen aus diesen Wörterbüchern. Eines der herausragendsten lexikografischen Werke des 19. Jahrhunderts ist das litauisch-polnische Wörterbuch des bedeutenden litauischen Lexikografen und Folklore-Sammlers Antanas Juška. Die Bedeutung und der Stellenwert dieses Wörterbuchs wurden auch von Jonas Jablonskis gewürdigt, der seine ersten Schritte in der lexikografischen Arbeit mit der Bearbeitung des Wörterbuchs von A. Juška machte. Die Arbeit am Wörterbuch regte den Linguisten dazu an, Material für die Erforschung der litauischen Standardsprache zu sammeln, die Daten auf Karteikarten zu verzeichnen und sie in einer separaten Kartei aufzubewahren. Die Erwartungen J. Jablonskis’, ein Wörterbuch der litauischen Standardsprache zu erarbeiten, wurden teilweise durch das Wörterbuch der litauischen Sprache verwirklicht, das gleichsam drei verschiedene Wörterbücher vereint: das der Dialekte, der alten Schriften und der modernen Standardsprache. Das umfangreiche und vielfältige Material dieses Wörterbuchs ermöglichte die Erarbeitung des Wörterbuchs der modernen litauischen Sprache (1954) sowie zahlreicher weiterer Ausgaben. Jedes veröffentlichte Wörterbuch gab auf die eine oder andere Weise Anstoß, über ein neues, verbessertes Wörterbuch oder eine weitere Ausgabe nachzudenken. Hinsichtlich des lexikalischen Bestands, der Struktur des Wörterbuchs selbst und der Methodik seiner Erstellung unterscheidet sich das derzeit erarbeitete elektronische Wörterbuch der litauischen Standardsprache grundlegend. Der Artikel erörtert die wichtigsten Probleme, mit denen die Bearbeiter litauischer Bedeutungswörterbücher konfrontiert sind.
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SCHLÜSSELWÖRTER: Lexikografie, Bedeutungswörterbücher, Antanas Juška, Jonas Jablonskis, Wörterbuch der litauischen Sprache, Wörterbuch der modernen litauischen Sprache, Wörterbuch der litauischen Standardsprache.
ANNOTATION
Dieser Artikel untersucht die Entwicklung der Wörterbücher der modernen und standardsprachlichen litauischen Sprache vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum 21. Jahrhundert, ausgehend von den wichtigsten Wörterbüchern dieser Zeit und konkreten Beispielen aus diesen Wörterbüchern. Eines der herausragendsten lexikografischen Werke des 19. Jahrhunderts ist das litauisch-russisch-polnische Wörterbuch des berühmten litauischen Lexikografen und Folklore-Sammlers Antanas Juška. Die Bedeutung und der Stellenwert dieses Wörterbuchs wurden auch von Jonas Jablonskis anerkannt, der mit der Bearbeitung des Wörterbuchs von A. Juška seine ersten Schritte in der lexikografischen Arbeit machte. Seine Arbeit am Wörterbuch veranlasste den Linguisten, Material für die Erforschung der litauischen Schriftsprache zu sammeln, die Daten auf Karteikarten zu verzeichnen und sie in einer separaten Kartei aufzubewahren. Jablonskis’ Wunsch, ein Wörterbuch der litauischen Standardsprache zusammenzustellen, wurde teilweise durch das Wörterbuch der litauischen Sprache erfüllt, das drei verschiedene Wörterbücher vereint: das der Dialekte, der alten Schriften und der modernen Standardsprache. Das reiche und vielfältige Material dieses Wörterbuchs ermöglichte die Zusammenstellung des Wörterbuchs der modernen litauischen Sprache (1954) sowie vieler weiterer Ausgaben. Jedes Wörterbuch gab auf die eine oder andere Weise Anlass, über ein neues und verbessertes Wörterbuch oder eine weitere Ausgabe nachzudenken. Das derzeit erarbeitete Wörterbuch der litauischen Standardsprache unterscheidet sich hinsichtlich seines lexikalischen Bestands, seiner Struktur und seiner Methodik deutlich. Der Artikel legt die wichtigsten Probleme dar, mit denen die Bearbeiter von Bedeutungswörterbüchern konfrontiert sein können.
SCHLÜSSELWÖRTER: Lexikografie, Bedeutungswörterbücher, Antanas Juška, Jonas Jablonskis, Wörterbuch der litauischen Sprache, Wörterbuch der modernen litauischen Sprache, Wörterbuch der litauischen Standardsprache.
EINLEITUNG
Nach Jonas Kruopas kam die Arbeit an der litauischen Lexikografie nach der Epoche des Wörterbuchs von Konstantinas Sirvydas in Litauen fast zwei Jahrhunderte lang zum Stillstand (Kruopas 1998: 423). Erst im 19. Jahrhundert, als ein gesellschaftlicher, kultureller und literarischer Aufschwung einsetzte, erkannte so mancher litauische Intellektuelle, dass die Normierung und Pflege der litauischen Standardsprache ¹
¹ Ältere Bezeichnungen für die Standardsprache sind – Literatursprache und Schriftsprache. Im Artikel wird für alle Zeiträume ein einheitlicher Begriff gewählt – Standardsprache; bei der Beschreibung des Prozesses wird jedoch der Begriff Sprachstandardisierung verwendet.
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Die Sprache konnten nicht nur Grammatiken, sondern auch Wörterbücher prägen, die sich der Erstellung litauischer Wörterbücher widmeten. Daher begann mancher von ihnen, Wörter zu sammeln und Wörterbücher zu verfassen (nicht selten parallel zu einer Grammatik), meist zweisprachige oder dreisprachige, die dem praktischen Erlernen der litauischen Sprache dienten (Palionis 1995: 191). Leider blieben die meisten der erstellten Wörterbücher in Manuskriptform. Dazu gehören die von Dionizas Poška, Simonas Daukantas, Dominikas Sutkevičius, Laurynas Ivinskis, Andrius Ugenskis, Mikalojus Akelaitis u. a. Das Schicksal der Wörterbuchmanuskripte vieler dieser Autoren ist unbekannt (Sawaniewska-Mochowa 2014: 123; Balašaitis 2018: 93).
Ziel dieser Untersuchung ist es, die Entwicklung der erklärenden Wörterbücher der heutigen und der Standardlitauischen Sprache vom Ende des XIX. Jahrhunderts bis zu den ersten Jahrzehnten des XXI. Jahrhunderts anhand der wichtigsten Wörterbücher dieser Zeit und konkreter Beispiele aus diesen Wörterbüchern zu überblicken. Zu diesem Zweck werden folgende Aufgaben gestellt: 1) die Ursprünge der erklärenden Wörterbücher aufzuzeigen; 2) das Streben nach einer Standardisierung der Sprache in den erklärenden Wörterbüchern des XIX. Jahrhunderts darzustellen; 3) anhand konkreter Wörterbuchbeispiele die Veränderungen und Neuerungen in der Makrostruktur der Wörterbücher der heutigen und der Standardlitauischen Sprache anschaulich offenzulegen. In der Untersuchung werden deskriptive und vergleichende Methoden angewandt, auf deren Grundlage die Entwicklung der litauischen erklärenden Wörterbücher dargestellt, das Verhältnis des Materials der analysierten Wörterbücher aufgezeigt sowie Spezifik, Eigenart und Zusammenhänge der Wörterbücher herausgearbeitet werden.
Die empirische Grundlage der Untersuchung bilden der litauisch-polnische Wörterbuch² von Antanas Juška, das Material für das Wörterbuch der litauischen Sprache von Jonas Jablonskis, die Kartei des Wörterbuchs der litauischen Sprache (LKŽ), die Daten verschiedener Ausgaben des Wörterbuchs der heutigen litauischen Sprache (DLK޳) sowie des elektronischen Wörterbuchs der Standardlitauischen Sprache (BLKŽ).
1. DER LITAUISCH-POLNISCHE WÖRTERBUCH VON ANTANAS JUŠKA
Eine der herausragendsten lexikografischen Arbeiten des XIX. Jahrhunderts ist das litauisch-polnische Wörterbuch des bedeutenden litauischen Lexikografen und Sammlers von Volkskultur Antanas Juška. Sein Verfasser strebte an, jenen Wortschatz vorzulegen, der nirgendwo veröffentlicht oder aufgezeichnet worden war. Das Material für das Wörterbuch wurde 1850 gesammelt (Sawaniewska-Mochowa 2002: 42), um 1860 begann man, den Wörterbuchtext niederzuschreiben. Insgesamt wurden drei
² Litauisches Wörterbuch von A. Juškevičius mit Erläuterungen der Wörter in russischer und polnischer Sprache, zweiter Band, Sankt Petersburg, 1904, I–LIX.
³ Die Abkürzung ohne Index wird verallgemeinernd verwendet, wenn allgemein über das Wörterbuch der heutigen litauischen Sprache. gesprochen wird.
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Die Teile des litauisch-polnischen Wörterbuchs von A. Juška⁴ (zur Bearbeitung des Wörterbuchs und zu den Redakteuren ausführlicher siehe Sakalauskienė 2012: 257–267; Balašaitis 2018: 154–161). Der erste Redakteur dieses Wörterbuchs, Filipas Fortunatovas, betonte, dass das litauisch-polnische Wörterbuch von A. Juška eine Sammlung des Wortschatzes der lebendigen⁵ Sprache sowie von Sätzen sei, die dessen Gebrauch veranschaulichen und erklären (Sakalauskienė 2012: 256), wobei einige Teile erst mehrere Jahrzehnte nach der Abfassung des Wörterbuchs gedruckt wurden. Da sich der Verfasser des Wörterbuchs für die Lebensweise und Kultur der Bauern interessierte, widmete er seine Arbeit in erster Linie der litauischen Intelligenz⁶. A. Juška hielt im Wörterbuch zahlreiche Sprachfakten fest, die mit dem alltäglichen Hauswesen verbunden sind und ethnografische sowie volkskundliche Kenntnisse vermitteln. Die Nutzung der gesprochenen Volkssprache für das Wörterbuch und sein umfangreiches Material waren auch für die allgemeine Erforschung der litauischen Sprache sowie für die praktische Spracharbeit von großer Bedeutung – für die Schaffung und Entwicklung einer Standardsprache des gesamten Volkes. A. Juška, der als Lexikograf die Bedeutung der lebendigen Sprache, der Volkskultur und der Ethnografie für die Entwicklung der nationalen Kultur erkannte, schrieb mehrere Jahrzehnte lang mit unerschöpflicher Energie litauische Wörter und Redewendungen auf, sammelte Lieder und beobachtete sowie beschrieb Bräuche. Die litauische Volkssprache bewertete A. Juška nicht nur als Quelle philologischer Fakten, sondern richtete seine Aufmerksamkeit auch auf die Psychologie der Menschen und die Art und Weise des Ausdrucks ihrer Gedanken; er suchte in der Sprache nach Widerspiegelungen des Lebens, der Traditionen und der historischen Erfahrungen einfacher Menschen.
Indem A. Juška mehr als 30 000 Wörter aus der gesprochenen Sprache für sein Wörterbuch aufzeichnete, schlug er in der litauischen Lexikografie einen neuen Weg ein – von der Exzerption des Materials aus alten und neuesten Schriften hin zur gesprochenen Sprache als hauptsächlicher und unerschöpflicher Quelle (Tolutienė 1961: 89). Somit ist das litauisch-polnische Wörterbuch von A. Juška eine wichtige lexikografische Quelle, ein erklärendes Wörterbuch der gesprochenen Sprache neuen Typs. Nach A. Balašaitis besteht der litauische Teil des Wörterbuchs nicht nur aus Belegen für den Wortgebrauch, sondern häufig auch aus Erklärungen der Wortbedeutungen, die gewöhnlich nicht vom Verfasser des Wörterbuchs stammen, sondern aus der Sprache des Volkes aufgezeichnet wurden (Balašaitis 2018: 158). Die Manuskripte des Wörterbuchs und ihre einzelnen Bearbeitungen zeigen einen verschlungenen und schwierigen Weg, der für die Entstehung und Entwicklung der litauischen Standardsprache sehr interessant und wertvoll ist
⁴ 1897 der erste Teil des I. Bandes, der die Buchstaben A–D umfasst (bearbeitet von F. Fortunatovas), 1904 der zweite Teil des I. Bandes, der die Buchstaben E–G umfasst (bearbeitet von J. Jablonskis), 1922 der erste Teil des II. Bandes, der einen Teil des Buchstabens K bis zum Wort kuukštuotės umfasst (bearbeitet von K. Būga). Weitere Redakteure des Wörterbuchs waren Jonas Boduenas de Kurtenė, Jurgis Šlapelis und Grigorijus Uljanovas. Um den Druck kümmerten sich Viešlavas Jag多čius, F. Fortunatovas und Aleksejus Šachmatovas (Sakalauskienė 2012: 257).
⁵ Im Artikel werden die Begriffe lebendige, Volks- und gesprochene Sprache synonym verwendet.
⁶ Das Wörterbuch von A. Juška war für die damalige Gesellschaft etwas Neues. Zu jener Zeit hatten die litauischen Gebildeten ihre Ausbildung überwiegend an polnischen Schulen erhalten, daher dominierte neben der muttersprachlichen litauischen Sprache das Polnische. Es ist durchaus verständlich, warum A. Juška für das Wörterbuch der litauischen Sprache eine polnische Übersetzung wählte. Es wurde nicht so sehr für die polnische Gesellschaft benötigt als vielmehr für die Litauer selbst (Sakalauskienė 2012: 256). Jonas Juška fügte bei der Bearbeitung des Wörterbuchs eine Übersetzung ins Russische hinzu (ausführlicher siehe Sakalauskienė 2012: 257–258).
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für die Erforschung der Sprache zu sammeln (Sakalauskienė 2012: 264). Viele der selteneren Wörter aus dem Wörterbuch von A. Juška, zum Beispiel gėris „Getränk, Trank“, gernõra „Wohlgesinnter, ein Mensch mit guten Absichten“, finden wir auch heute noch in verschiedenen Ausgaben des Dabartinės lietuvių kalbos žodyno. Nach den Daten des LKŽe wird das im Wörterbuch von A. Juška belegte Verb jovalúoti in der Bedeutung „Schweinefutter, Trank zubereiten“ im Sinne von „umwälzen, durcheinanderbringen, Unordnung machen“ bei den westlichen Oberlitauern von Kaunas (in Veliuona, Žvirgždaičiai) und den südlichen Oberlitauern (in Liškiava) verwendet. In verschiedenen Ausgaben des Dabartinės lietuvių kalbos žodyno zeigen die Definitionen dieses Verbs eine Erweiterung der Bedeutung und den gegenwärtigen Gebrauch (siehe Tabelle 1).
TABELLE 1. Einige Wörter aus dem Wörterbuch von A. Juška in den Ausgaben des Dabartinės lietuvių kalbos žodyno
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Das im Wörterbuch von A. Juška aufgezeichnete dialektale Verb jó dytis wurde auch in das Bendrinės lietuvių kalbos žodyną aufgenommen: jódytis 4. refl. umg. „herumtollen, toben“: Vaikai, nesijódykit!
2. JONAS JABLONSKIS UND DAS WÖRTERBUCH VON ANTANAS JUŠKA
Die Bedeutung und den Stellenwert des Wörterbuchs von A. Juška würdigte auch J. Jablonskis, der seine ersten Schritte in der lexikografischen Arbeit bei der Redaktion dieses Wörterbuchs machte. J. Jablonskis, der die litauischen Wörter in der gesprochenen Sprache7 überprüfte, hatte Gelegenheit, auch ihre Semantik zu überprüfen. Die russische8 Übersetzung der litauischen Wörter genügte dem Redakteur nicht. Daher korrigierte er die russische Übersetzung anhand der in den Dialekten verwendeten Bedeutungen und nicht anhand der in den Manuskripten von A. Juška angegebenen. J. Jablonskis stellte zunächst die in der Sprache weiter verbreitete, grundlegende Bedeutung des Wortes heraus und anschließend jene Bedeutungen, die für das Verständnis des illustrativen Materials des Artikels wichtig waren.
Nach J. Jablonskis glättete Juška einen aus dem Mund des Volkes aufgezeichneten Ausdruck, bevor er ihn in sein Wörterbuch aufnahm, ziemlich häufig und machte ihn vollständiger, wobei er sich bemühte, ihn literarischer und korrekter darzustellen; dadurch beseitigte er jedoch die für diese Wendungen charakteristischen Besonderheiten (Piročkinas 1991: 116).
Der Prozess der Standardisierung der Sprache im Wörterbuch ist für die Geschichte der litauischen Standardsprache von Bedeutung. Da J. Jablonskis nicht feststellen konnte, aus welchem Dialekt A. Juška ein bestimmtes Wort oder einen bestimmten Satz aufgezeichnet hatte, wagte er nicht, die dialektalen Besonderheiten wiederherzustellen, sondern vereinheitlichte das Material des Wörterbuchs, indem er die vom Autor begonnene Standardisierung der Sprache fortsetzte. Als grundlegenden Dialekt wählte er, ebenso wie der Autor, den westlichen Oberlitauischen, da er stets überzeugt war, dass ein in einer für alle verständlichen Sprache verfasstes Wörterbuch der litauischen Standardsprache erforderlich sei.
7 J. Jablonskis erhielt als Redakteur die Möglichkeit, die Wörter in den litauischen Dialekten zu überprüfen. Während der Sommerferien fuhr der Redakteur zur Erforschung der litauischen Dialekte umher (Čepaitienė, Lapinskienė 2010: 83). Nachdem J. Jablonskis den gesamten ersten Sommer in Litauen verbracht hatte, überprüfte er in Veliuona, Vilkija, Jurbarkas, Kaltinėnai und Alsėdžiai die Manuskripte der Buchstaben E, G, I, J, K, L (siehe ausführlicher Totulienė 1961: 237–238; Sakalauskienė 2021: 36–37).
8 Der Plan, Entsprechungen in der russischen Sprache anzugeben, geht teilweise auf J. Baudouin de Courtenay zurück. In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts hatte die russische Kultur in Litauen bereits Fuß gefasst. Daher war die polnische Übersetzung in den Jahren des Drucks des Wörterbuchs bereits weniger aktuell. J. Juška übersetzte ins Russische sogar jene illustrativen Sätze, zu deren Verständnis die am Anfang des Artikels angegebene Übersetzung ausgereicht hätte. „Indem J. Juška die Übersetzung des Stichworts dem illustrativen Satz annäherte, schränkte er seine Bedeutung bisweilen derart ein, dass er den Sinn des Stichworts entstellte“ (Tolutienė 1961: 222).
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Also dachte J. Jablonskis bei der Bearbeitung des Wörterbuchs von A. Juška bereits über ein anderes Wörterbuch nach, das parallel zu dem bearbeiteten erstellt werden sollte. Daher überprüfte und ergänzte er nicht nur das Material des Wörterbuchs von A. Juška, sondern sammelte auch Wörter und legte eine Kartei für ein neues litauisches Wörterbuch an. Einige Beispiele aus J. Jablonskis Kartei Material für das Wörterbuch der litauischen Sprache (JJk):
Arklɪus į grutiùs⁹ sudėk (JJk, Als), vgl. Ašvienius sudėk į grūtes (JŽ 482), Ašvienius sudėk į grūtes (LKŽe, J); Arklėi grūžin¹⁰ peivą (JJk, Als), vgl. Arkliai grūžina pievą (LKŽe, Als); Šóną pragilą¹¹ begulint, pragilɪst rónkas barašónt (JJk, Als), vgl. Šonai pragilo begulint (LKŽe, Vkš); Su gōndras išsikėlė, su varnomɪs nukrita (JJk, Als), vgl. Su gandrais išsikėlė, su varnomis nukrito (gesagt über diejenigen, die sich sehr erheben wollen, denen es aber nicht gelingt) (LKŽe, Als); Linai galvóti (JJk, Puš), vgl. Galvoti¹² linai, galvoti kopūstai (DLKŽe⁸); Kas sūgarga, tas vadinas gargāžem (JJk, Puš), vgl. Kas sūgarga¹³, tas vadinas gargāžem (LKŽe, Puš); Starkus garglinėja (po bala) (JJk, Skap¹⁴), vgl. Starkus garglinėja [po bala] (LKŽe, Skp).
Die Bearbeitung des Wörterbuchs von A. Juška war nicht nur für J. Jablonskis, sondern auch für Kazimieras Būga¹⁵ ein wirksamer Anstoß, künftig ein litauisches Wörterbuch zu erstellen. Dies zeigen die späteren Arbeiten der Redakteure dieses Wörterbuchs (J. Jablonskis und K. Būga).
3. KARTEI MATERIAL FÜR DAS WÖRTERBUCH DER LITAUISCHEN SPRACHE
Die Arbeit am Wörterbuch von A. Juška regte J. Jablonskis dazu an, Material zur Erforschung der litauischen Schriftsprache zu sammeln, die Daten auf Karteikarten zu notieren und in einer Kartei aufzubewahren, in der mehr als 14,5 Tausend Karten gesammelt wurden; von Wörtern und sie
⁹ „in Paare“; ¹⁰ „kurz das Gras abgeweidet“; ¹¹ „aushöhlt“; ¹² „mit vielen Köpfen oder großen Köpfen, kopfreich“; ¹³ „wird hart, zieht sich zusammen“. ¹⁴ Bei den Beispielen aus J. Jablonskis Kartei werden die von Jablonskis verwendeten Abkürzungen der Ortsnamen angegeben, bei den Beispielen aus LKŽe solche, wie sie im Wörterbuch stehen. ¹⁵ K. Būga war einer der Redakteure des Wörterbuchs von A. Juška.
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illustrierenden Sätzen wurde noch mehr notiert. In der Kartei gibt es ziemlich viele Sätze, die mit der Abkürzung J. Ž.16 gekennzeichnet sind, zum Beispiel:
Ans nugurgiojo17 virvę nedail ei (J. Ž.) (siehe JĮk nugurgioti); Nudabyk18 tu mane, bo man pirštai sugrubo (J. Ž.) (siehe JĮk dab yti); Pabaigs mus ponai neįvoti19 (J. Ž.) (siehe JĮk neįvoti); Jinai nerštės20 ant jo už bitis pavogtas (J. Ž.) (siehe JĮk nerštis).
Bei der Erörterung des dialektalen Materials des Wörterbuchs von A. Juška wurde festgestellt, dass die Übereinstimmung zwischen diesem Wörterbuch und den Beispielen aus J. Jablonskis Kartei zeigt, dass der Redakteur das von A. Juška gesammelte Material positiv bewertete und selbst verwendete (ausführlicher siehe Sakalauskienė 2012: 269). J. Jablonskis schrieb die Sätze von A. Juška nicht wortgetreu ab, sondern legte ausgewählte Belege nach den damaligen Rechtschreibprinzipien vor, kürzte die Sätze und schrieb die entsprechenden Sätze nicht auf Russisch oder Polnisch ab, obwohl er in der Kartei bei einzelnen Wörtern die Bedeutung auch in einer nichtlitauischen Sprache erklärte. Die Bearbeitung des Wörterbuchs von A. Juška war einer der wichtigsten Faktoren für den Beginn der Anlage einer Kartei für ein weiteres litauisches Wörterbuch.
Die von J. Jablonskis notierten Zettel zeigen, dass seine Kartei Ende des 19. Jahrhunderts angelegt wurde, nachdem er 1897 Veliuonoje besucht hatte. In der Kartei wurden nicht nur Daten der lebendigen Sprache gesammelt, sondern auch Wörter aus veröffentlichten Wörterbüchern21, aus verschiedensten Schriften und aus der schönen Literatur22.
J. Jablonskis war stets davon überzeugt, dass ein Wörterbuch der litauischen Standardsprache notwendig sei. 1918 veröffentlichte er in Woronesch, bereits nach der Zeit in Grodno (1912–1914), das kleinformatige Unser kleines Wörterbuch, in das nur ein kleiner Teil der von ihm gesammelten Wörter aufgenommen wurde. In dem Wörterbuch (61 Seiten Umfang) wurden mehr als 1500 Wörter der damaligen Standardsprache mit litauischen
16 Mit dieser Abkürzung kennzeichnete J. Jablonskis Wörter und Sätze, die aus dem Wörterbuch von A. Juška abgeschrieben waren.
17 „verjagte“;
18 „sammle ein“;
19 „vernichten“;
20 „er war wütend“.
21 Nachdem J. Jablonskis das Wörterbuch und die Grammatik von Friedrich Kurschat hervorragend bewertet hatte, nahm er zahlreiche Materialien in die Kartei auf. Im abschließenden Nachwort zum zweiten Teil des ersten Bandes des Wörterbuchs von A. Juška erörterte J. Jablonskis die Sprache des bearbeiteten Wörterbuchs und stützte sich dabei sehr häufig auf das Wörterbuch von Fr. Kurschat, dessen Material er mit anderen litauischen Dialekten verglich. In J. Jablonskis’ Kartei finden sich zahlreiche Sätze und Wörter, die mit dem Namen Fr. Kurschats gekennzeichnet sind. Auf den Karteikarten finden sich auch Beispiele aus dem Wörterbuch von K. Sirvydas. Sein dreisprachiges (polnisch–lateinisch–litauisches) Wörterbuch Dictionarium trium linguarum, das insgesamt fünf Auflagen erlebte (I – etwa 1620, II – 1631, III – 1642, IV – 1677 und V – 1713), war mehrere Jahrhunderte lang eine der wichtigsten Quellen der litauischen Schriftsprache (Palionis 1995: 18).
22 Aus den Quellenangaben ist ersichtlich, dass der Bearbeiter Wörter aus literarischen Werken von Simonas Stanevičius, S. Daukantas, Žemaitė, Petras Avižonis, Antanas Baranauskas u. a. in die Kartei aufnahm.
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mit Erklärungen der Bedeutungen und Übersetzungen ins Russische. Alle Wörter waren mit Akzenten versehen. Der Zweck des Glossars war rein praktischer Natur – es sollte den Schülern helfen, litauische Lehrbücher zu lesen und zu verstehen. Daher wurden hauptsächlich Dialektwörter und Neubildungen aufgenommen, deren Verwendung der Sprachwissenschaftler in der Standardsprache empfahl. Mūsų žodynėlis ist nicht nur als Quelle neuer Termini wichtig, sondern überhaupt als erstes normatives Wörterbuch der Standardsprache. Das Glossar hätte sich zu einem Wörterbuch der litauischen Standardsprache entwickeln können. Somit ergibt sich eine weitere Annahme: J. Jablonskis hätte aufgrund seiner umfangreichen Kartei und seiner Erfahrung in der lexikografischen Arbeit ein solches Wörterbuch verfassen können. Zumal in den Erinnerungen seiner Zeitgenossen immer wieder sein Wunsch erwähnt wird, selbst ein Wörterbuch zu schreiben.
4. DAS WÖRTERBUCH DER LITAUISCHEN SPRACHE
J. Jablonskis’ Erwartung, ein erklärendes Wörterbuch der litauischen Sprache zu erstellen, wurde teilweise durch Lietuvių kalbos žodynas verwirklicht, das gleichsam drei verschiedene Wörterbücher miteinander verbindet: das der Dialekte, das der alten Schriften und das der heutigen Standardsprache. Daher ist die besondere Verbindung zwischen J. Jablonskis’ Kartei und Lietuvių kalbos žodynas hervorzuheben, dessen erster Bearbeiter und Herausgeber K. Būga war. Die Redaktion des Wörterbuchs erhielt von verschiedenen Sammlern mehrere Kisten mit Wörtern, von denen Abschriften angefertigt wurden (etwa 25–30 Tausend Karteikarten). Aus J. Jablonskis’ Kartei schrieb K. Būga etwa 10 Tausend Wörter ab²³, die später in die Bestände des großen Wörterbuchs eingingen. In vielen Fällen verschwanden die Wörter aus J. Jablonskis’ Kartei gleichsam in diesen Beständen, da J. Jablonskis’ Material im Wörterbuch selbst häufig in keiner Weise gekennzeichnet ist – in diesen Fällen wird lediglich eine Ortsabkürzung angegeben. Dass ein Wort aus J. Jablonskis’ Kartei stammt, lässt sich nur auf den Karteikarten der Kartei von Lietuvių kalbos žodynas erkennen.
J. Jablonskis kam nicht dazu, selbst ein Wörterbuch der litauischen Sprache zu verfassen, doch trug er durch seine Arbeiten wesentlich zu den Vorbereitungen für ein solches Wörterbuch bei. Über das um 1924 erschienene erste Heft des von K. Būga bearbeiteten Lietuvių kalbos žodynas schrieb er, es sei „ein in seiner Art sehr außergewöhnliches Wörterbuch, wie es vorerst weder die Letten noch die Polen noch die Russen im Interesse der Allgemeinheit herausgeben. Im Wörterbuch sind alle Wörter verzeichnet, die bis heute in Schriften und in der gesprochenen Sprache verwendet werden. Die Gesellschaft jedoch, die vom Professor K. Būga lediglich ein Wörterbuch der Schriftsprache erwartet hatte, wird im Wörterbuch nun viel verschiedenes Material finden, das für die Erforschung der Etymologie, der Geschichte und der Dialekte unserer Sprache geeignet und notwendig ist“ (JR 1935: 294–296). Der Wörterbuchtext selbst erschien der Öffentlichkeit ungewohnt, da es sich um ein wissenschaftliches Wörterbuch handelte.
Daher bedauerte J. Jablonskis, dass „das betreffende Wörterbuch hauptsächlich für jene Menschen bestimmt ist, die die grundlegende Schriftsprache bereits recht gut beherrschen und können,
23Die Redaktion des Wörterbuchs der litauischen Sprache überprüfte J. Jablonskis’ Schriften (Lehrbücher, Buchübersetzungen u. a.) sorgfältig und exzerpierte daraus für das Wörterbuch noch mindestens 14 Tausend Wörter (ausführlicher siehe Lyberis 2009: 69).
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wenn man gesundes und ungesundes Material für die Sprachwissenschaft vor sich hat und sich darin für die eigenen Belange richtig zurechtfinden muss“ (JR 1935: 296). Das Wichtigste ist, dass auch K. Būga seinen lexikografischen Weg mit der Bearbeitung des Wörterbuchs von A. Juška (des II. Bandes) begann. Wie J. Jablonskis wollte auch er aus dem Material des Wörterbuchs von A. Juška ein vollkommenes Wörterbuch der litauischen Sprache erstellen, doch überzeugt davon, dass es einem solchen Wörterbuch erheblich an Material mangelte, begann auch er, Daten für sein künftiges Wörterbuch zu sammeln. 1923 begann er, sein eigenes Wörterbuch zu schreiben, in dem er zu jedem Wort alles aufschreiben wollte, was damals in der Sprachwissenschaft über dieses Wort bekannt war (Sabaliauskas 1997: 3). Leider wurde die Arbeit unterbrochen. Das zweite Heft des Wörterbuchs von K. Būga wurde erst nach dem Tod des Autors veröffentlicht. Nach den Worten der Lexikografin Bronė Vosylytė „leitete Būgas Wörterbuch eine neue Entwicklungsphase der litauischen Lexikografie ein – die Phase der Herausgabe des großen Lietuvių kalbos žodyno“ (Vosylytė 2002: 80).
1930 wurde eine neue Redaktion des Wörterbuchs erstellt, deren Leitung Juozas Balčikonis übertragen wurde. Die neue Redaktion stand sofort vor der Herausforderung, welche Art von Wörterbuch zu erarbeiten sei. Der Charakter des von K. Būga begonnenen Wörterbuchs wurde geändert. Ab 1936 wurde ein Wörterbuch neuen Typs verfasst: Auf Eigennamen wurde verzichtet, Lehnwörter wurden nur minimal aufgenommen, und man beschloss, die Verwendung der Wörter in lexikografischen Quellen sowie ihre geografische Verbreitung hervorzuheben. Nach der Anleitung für die Abfassung des Wörterbuchs von 1952 sollten die Sätze aus Quellen, die die Bedeutung illustrierten, in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet werden: Zuerst sollten Beispiele sowjetischer Klassiker, erst danach solche aus der klassischen Literatur, den Dialekten und der Folklore gegeben werden, und am Ende des Wortartikels Beispiele aus den älteren Schriften. Auch die Reihenfolge der Bedeutungsangabe wurde geändert. J. Balčikonis’ historische Bedeutungsdarstellung wurde nach der Gebrauchshäufigkeit angeordnet; auch die Darstellung der Verben wurde umgestaltet: Jedes präfigierte Verb wurde getrennt vom Grundverb und nicht in einem Nest angesetzt. Ab dem von J. Balčikonis redigierten und von der unter Leitung von Kazys Ulvydas stehenden Redaktionskollegium überarbeiteten dritten Band (1956) kehrte man wieder zur nesterartigen Anordnung der Verben zurück (ausführlicher siehe Vitkauskas 2001: 109–113). In den letzten Wörterbuchbänden (XVI–XX), deren Redakteur Vytautas Vitkauskas war, bemühte man sich, sich an eine korrekte, überlieferte Sprache zu halten; die Anleitung erlaubte jedoch, obwohl sie überarbeitet worden war, keine Änderung der Struktur des Wörterbuchs.
Für viele ist Lietuvių kalbos žodynas eines der wichtigsten erklärenden Werke der litauischen Sprache. Sein Ziel besteht darin, den gesamten Wortschatz der litauischen Sprache, alle gemeinlitauischen Wörter – die ältesten und die neuesten, der Umgangs- und der Schriftsprache, der Dialekte und der Standardsprache, eigene und entlehnte Wörter – möglichst vollständig und umfassend darzustellen. In der Anleitung des Wörterbuchs von 1980 heißt es, dass das Wörterbuch die Grundlage für ein Wörterbuch der heutigen litauischen Sprache bildet (LKŽi 3). Von der Stichhaltigkeit dieser Aussage werden wir uns später überzeugen, wenn wir das Material der genannten Wörterbücher analysieren und vergleichen.
Die Erforschung theoretischer Probleme der Lexikologie und Lexikografie beeinflusste die Struktur des Wörterbuchs und zwang dazu, die Anleitung für seine Abfassung und Redaktion zu ändern. Im Wörterbuch wurde angestrebt, den gesamten Wortschatz der litauischen Sprache von den ältesten Zeiten bis zu diesen
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Tagen zu erfassen, mehr Bedeutungen herauszustellen und zu erklären, wobei man sich bemühte, ihre Entwicklung offenzulegen, die Herkunft, Geschichte und Verbreitung der Wörter, ihre wortbildungsmäßigen Beziehungen, Akzentuierung und grammatischen Formen anzugeben, neue Wörter und Redewendungen herauszustellen, ihren Gebrauch und Stil zu charakterisieren, wesentlich mehr illustrative Sätze aus Dialekten und Schriften zu geben, überall die Quellen genau anzugeben und – wie bereits erwähnt – auch die geografische Verbreitung des Wortes zu verzeichnen.
Der Wunsch des Wörterbuchredakteurs J. Balčikonis und aller Lexikografen bestand, so der Chefredakteur der letzten Wörterbuchbände V. Vitkauskas, darin, „das Wörterbuch vollständig zu machen, gleichsam das Denken und die Auffassung des Volkes zu zahlreichen Fragen des Lebens zu beschreiben. Man wollte die litauische Sicht auf die Erscheinungen der Welt, auf Moral, zwischenmenschliche Beziehungen und Glaubensfragen hervorheben“ (Vitkauskas 2001: 112). Das Wörterbuch enthält eine Fülle von Sprichwörtern, Redensarten, Rätseln und Phraseologismen. Vielen scheint es, als lese man im Wörterbuch gleichsam Bilder aus dem Leben der Menschen Litauens, eine Dokumentation der schöpferischen Tätigkeit, des Philosophierens und der Weisheit des Volkes. Diese Erwartung der Schöpfer und Redakteure des Wörterbuchs verkörpern heute die neuesten Forschungen zum sprachlichen Weltbild, in denen der Wert des Wörterbuchs als Kulturtext betont wird. Lietuvių kalbos žodynas ist nicht nur eine wichtige Quelle für die Erforschung der Vergangenheit, sondern auch ein Text, der das nationale, volkstümliche und teilweise religiöse Weltbild offenlegt (Rutkovska 2021: 187). Das Material jedes Wortes, dessen Artikel manchmal mehrere oder sogar ein Dutzend Seiten umfasst, kann wie ein völlig eigenständiger Artikel gelesen werden: „Wenn wir die Wörterbuchartikel als einen auf bestimmte Weise geschaffenen spezifischen Diskurs betrachten und sie unter verschiedenen Gesichtspunkten lesen, können wir vielfältige Daten über die Merkmale der litauischen Weltanschauung und Weltempfindung finden“ (Gritėnienė 2017: 2). Die wichtigste Quelle des Lietuvių kalbos žodyno war stets die lebendige Sprache – die dialektale Lexik der litauischen Sprache. Die Rezensenten des Wörterbuchs betonten, dass die Dialektfakten sowohl für die Sprachwissenschaft als auch für die Sprachpraxis besonders wertvoll seien (Urbutis 2010: 40). Die Bedeutung und Relevanz der Wörterbuchdaten für die heutige Forschung zeigen auch mehrere Ausgaben der elektronischen Version.
Am 22. Juni 2005 wurde im Internet die erste elektronische Ausgabe des Lietuvių kalbos žodyno (im Folgenden LKŽe) veröffentlicht²⁴. Bei der Erstellung des vollständigen Textes in zwanzig Bänden wurden Unterschiede in Rechtschreibung und Zeichensetzung vereinheitlicht, die Daten zur dialektalen und altlitauischen Schriftsprachelexik der ersten Bände, die Darstellung veränderter Realien sowie die Abkürzungen überprüft und vereinheitlicht; die Wörterbuchtexte wurden redigiert, adaptiert und präzisiert. Die Bände XV–XX galten bei der Redaktion dieser Ausgabe als Muster. Fragen der Transponierung und Transliteration wurden in den Stichwortüberschriften, den illustrativen Sätzen und den Wortverbindungen korrigiert; ausführlicher siehe Naktinienė 2005: 192–197.
Die erste LKŽe-Ausgabe wurde 2008 und 2017 aktualisiert, wobei immer mehr Suchmöglichkeiten geschaffen wurden: In die Suche nach Wörtern und einzelnen Wortartikeln wurden neu aufgenommen
24 Im Internet ist eine Sammlung von 11 Millionen Wörtern zugänglich, die in Wörterbuchartikeln angeordnet sind, welche mehr als eine halbe Million lexikografisch beschriebener Stich- und Unterstichwörter enthalten und mithilfe einer Kartei von 4,5 Millionen Einheiten erstellt wurden (ausführlicher siehe Naktinienė 2005: 191–203; 2012: 92–102).
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zusätzliche phraseologische Varianten, die Formen des sächlichen Genus der Adjektive, zum Beispiel balta, nauja, vėlį, sowie in den Artikeln zu Adjektiven und Verben angegebene Adverbien u. a. Im Wörterbuchtext werden die Erläuterungen der Abkürzungen ausgeschrieben.
2008 wurde eine aktualisierte Version veröffentlicht. In ihr wurde die Bewertung der Normgemäßheit der Stichwörter präzisiert. In der zweiten elektronischen Ausgabe (2013) wurden zusätzlich die Texte der Bände XVI–XX redigiert, die in der ersten Ausgabe als eine Art Muster für die Vereinheitlichung der Texte aller Wörterbuchbände gegolten hatten; in den Texten aller übrigen Bände wurden redaktionelle und Korrekturänderungen vorgenommen, und die Schlussfolgerungen neuer theoretischer und normativer Arbeiten wurden berücksichtigt (ausführlicher siehe Naktinienė 2012: 96). Außerdem wurden Artikel zu neuen Wörtern verfasst, die in den Artikeln und Definitionen anderer Wörter gefunden wurden, da die Kartei bei der Bearbeitung der entsprechenden Bände diese Daten noch nicht enthalten hatte.
Im einleitenden Teil des LKŽ heißt es, dass lexikografische Artikel als ein eigens geschaffener kollektiver Diskurs betrachtet werden können, in dem sich die litauische Weltanschauung und Weltempfindung widerspiegeln. Das Wörterbuch enthält reichhaltiges ethnolinguistisches Material für vielfältige Untersuchungen der Werte der Sprachgemeinschaft und für die Rekonstruktion des nationalen Weltbildes.
5. DABARTINĖS LIETUVIŲ KALBOS ŽODYNAS
K. Būga verstand, dass die Gesellschaft und die Schule ein praktisches Wörterbuch, die Sprachwissenschaftler jedoch ein wissenschaftliches benötigten (Balašaitis 2018: 163). Wegen des Materialmangels war es jedoch unmöglich, ein gutes praktisches Wörterbuch zu erstellen. Dreißig Jahre nach dem Erscheinen des ersten Heftes von K. Būgas Lietuvių kalbos žodyno erschien ein für praktische Zwecke bestimmtes erklärendes Wörterbuch der litauischen Sprache (1954). Das umfangreiche und vielfältige Material des Lietuvių kalbos žodyno ermöglichte die Erstellung des Dabartinės lietuvių kalbos žodynas und seiner weiteren Ausgaben (1972, 1993, 2000, 2003, 2006, 2012, 2017, 2021). A. Lyberis schrieb 1972 in Mūsų kalboje, dass J. Balčikonis nach dessen Arbeitsbeginn am 15. September 1947 am Institut für Litauische Sprache ihm und einigen weiteren Kollegen die Abfassung eines einbändigen erklärenden Wörterbuchs der litauischen Sprache übertragen habe, eines für die Gesellschaft dringend benötigten praktischen Buches (Lyberis 2009: 258). Die im Litauischen Zentralen Staatsarchiv aufbewahrten Dokumente zeigen, dass das Material für das geplante Wörterbuch der Schriftsprache ab 1940 gesammelt wurde und bis zum Buchstaben K reichte (Mikulėnienė 2022: 52).
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DLKŽ₁ war auch das erste normative Wörterbuch²⁵, das lange Zeit allen, die Fragen der Auswahl von Wörtern, ihrer Bedeutungen, der Rechtschreibung, Akzentuierung, stilistischen Verwendung u. a. entschieden, als beste Informationsquelle diente und 45 000 Wörter umfasste. „Der Gedanke, normative Wörterbücher zu erarbeiten, entstand bereits in der Renaissance, als die nationale Intelligenz begann, sich um die Pflege der Muttersprache und die Festlegung für das ganze Volk gemeinsamer Sprachnormen zu bemühen. Das erste Wörterbuch dieses Typs erarbeitete 1694 die Französische Akademie der Wissenschaften Dictionaire de l’Academie française (Wörterbuch der Französischen Akademie)“ (Jakaitienė 2005: 46–47). Der Wortumfang jeder neuen DLKŽ-Ausgabe nahm zu: Die 2. Ausgabe (1972) umfasste 60 000 Wörter, die 3. Ausgabe (1993) 75 000 und die 5. Ausgabe (2003) 80 000. Im DLKŽ₁ wurde der gesamte damals weiter verbreitete litauische Wortschatz sowie die damals in der litauischen Sprache aufgekommenen Wörter und Wortverbindungen dargestellt, die vor allem sowjetische Realien und die sowjetische Ideologie bezeichneten, zum Beispiel darbadienis, kolūkis, kolūkietis, komitetas, pionierius, darbinis auklėjimas, kolūkinis derlius, antipartinis, buožė usw. (ausführlicher zur Vermehrung des litauischen Wortschatzes während der sowjetischen Besatzung siehe Lyberis 2009: 129–196). Diese Ausgabe (im Wörterbuch selbst steht, dass es sich um die zweite Auflage handelt) wurde 1962 mit den verschleierten Stellen der sowjetischen Ideologie von litauischen Amerikanern in Chicago veröffentlicht (ausführlicher siehe Balašaitis 1999: 28–31; 1999a: 28–32; 2018: 235–237).
In der Einleitung des DLKŽ₁ wird betont, dass „dieses Wörterbuch ebenso wie die erklärenden Wörterbücher anderer Sprachen – im Unterschied zu enzyklopädischen und anderen Spezialwörterbüchern – bestrebt ist, die Bedeutungen der Wörter durch kurze Erklärungen (bisweilen Synonyme) hervorzuheben, indem die wesentlichsten Merkmale des Begriffs herausgestellt werden, die ausreichen, um das Wort selbst und seinen Gebrauch zu verstehen“ (DLKŽ₁: VII). Die Wörter werden kurz erklärt, mit anderen bekannten, im Wörterbuch leicht auffindbaren Wörtern (ebd., VIII). Die Rezensenten des Wörterbuchs schlugen vor, in die nächste Ausgabe die ausgelassenen jėgos sinonimus spėka, viekas aufzunehmen (Urbutis 2010: 33). In der zweiten Wörterbuchausgabe erschienen diese Wörter und blieben bis zur achten Ausgabe erhalten (siehe Tabelle 2).
² TABELLE. Die Substantive spėka ir viekasin den Ausgaben des Dabartinės lietuvių kalbos žodyno
DLKŽ₂ DLKŽₑ spėk||à (4) Kraft: Daug ~̃ų turi. Atgavo ~às. spėk||à (4) menschliche Kraft, Leistungsfähigkeit: Daug ~̃ų turi. Atgavo ~às. viek||las (2) dial. Kraft: Neturi ~o. ~ų ieško teisybės. Stengėsi iš viso ~o. viek||las (2) dial. menschliche Kraft: Neturi ~o. ~ų ieško teisybės. Stengtis iš viso ~o.
²⁵ Dieses Wörterbuch wurde auch als kleines Wörterbuch der litauischen Standardsprache bezeichnet, da seine Erarbeitung parallel zur Abfassung und Redaktion des großen Lietuvių kalbos žodyno erfolgte (ausführlicher siehe Mikūlėnienė 2022: 94, 129), jedoch unter dem Titel Dabartinės lietuvių kalbos žodyno veröffentlicht wurde.
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Die Redaktion des DLKŽ₂ berücksichtigte den Vorschlag der Rezensenten der ersten Ausgabe, in den Bedeutungsdefinitionen stärker Synonyme zu verwenden. Die Rezensenten stellten fest, dass bei der Unterscheidung von Homonymen noch große Uneinheitlichkeit herrschte: Ein großer Teil der semantischen Homonyme blieb undifferenziert; außerdem wurde die Anordnung phraseologischer Wendungen im Wortartikel beanstandet (Urbutis 2010: 30). Die zweite Ausgabe wurde um Wörter verschiedener Dialekte ergänzt, die in der schönen Literatur häufiger verwendet werden, zum Beispiel: babaliuoti, babanyti, babaužis, badadvėsauti, badadvėsys, badija, blazgatyti, dailėtyra, dailidystė, daingas, macas, machinatoriaus, madona, magauti, magma, vogčioti, sausledis, saussakė u. a. Auf einige seltene, dialektale und internationale Wörter wurde verzichtet, zum Beispiel auf deviacija, mainomis, maišienė, maišysena, rančiuotas, randėtinis usw.
Was die Anordnung der Bedeutungen betrifft, wurden die im heutigen Sprachgebrauch üblichsten Bedeutungen nicht immer an die erste Stelle gesetzt (vgl. apysaka, engti, pažiūra). Doch auch in der achten Wörterbuchausgabe ist die Darstellung der Bedeutungen des Wortes apysaka dieselbe wie in den früheren Ausgaben (siehe Tabelle 3).
3. TABELLE. Das Substantiv apysakain den Ausgaben des Dabartinės lietuvių kalbos žodyno
DLKŽ apysaka (1) 1. Erzählung, das Erzählen. 2. lit. erzählendes Werk der schönen Literatur, seinem Umfang nach zwischen Roman und Erzählung DLKŽₑ apysaka (1) 1. Erzählung, das Erzählen. 2. lit. erzählendes Genre der schönen Literatur, zwischen Roman und Erzählung; ein Werk dieses Genres: Istorinė a.
Aus Gründen der Platzersparnis wird das Stichwort des Artikels in den Beispielsätzen vollständig abgekürzt; bisweilen ist sogar der Satz selbst schwer zu verstehen (siehe Tabelle 4).
4. TABELLE. Das Substantiv engtiin den Ausgaben des Dabartinės lietuvių kalbos žodyno
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Es gibt Bedeutungen von Wörtern, die mit Wörtern erklärt werden, die überhaupt nicht in das Wörterbuch aufgenommen wurden, zum Beispiel: pažiūra wird mit dem Wort pažiūrėjimas erklärt; weder dieses Substantiv noch das Verb, von dem das Substantiv abgeleitet worden wäre, ist jedoch im Wörterbuch enthalten (Urbutis 2010: 32; siehe Tabelle 5).
5. TABELLE. Das Substantiv pažiūra in den Ausgaben des Dabartinės lietuvių kalbos žodyno
DLKŽ₁pažiūr‖a (3ᵇ) 1. Aussehen, Anblick: Aus ~ õs gražus arklys. 2. Meinung, Überzeugung: Sveika, teisinga p. P. į darbą
DLKŽₑpažiūr‖a (3ᵇ) 1. Aussehen, Äußeres: Aus ~õs gražus arklys. 2. Meinung, Einstellung: Sveika, teisinga p. P. į darbą
Einige Mängel des Wörterbuchs hängen mit bislang kaum erforschten Problemen zusammen, etwa mit der Darstellung von Phraseologismen, der Anordnung präfigierter Verben, der Unterscheidung und Erklärung von Wortbedeutungen, der Unterscheidung von Homonymen u. a.
Es ist festzustellen, dass bei der Analyse verschiedener Wörterbuchausgaben Fragen der Zusammenstellung der Makrostruktur für alle DLKŽ-Ausgaben (inzwischen gibt es bereits 8 Ausgaben) relevant waren. In dieser Hinsicht gab es unterschiedliche Auffassungen.
Bereits bei der Vorbereitung der ersten Wörterbuchausgabe (1954) war das Problem der Wörternauswahl relevant²⁶. Die Wortauswahl als wichtigstes Prinzip der Sprachnormierung betonte auch der lettische Sprachwissenschaftler Janis Endzelynas: „[...] der Sprachwissenschaftler diktiert keine Regeln aus eigener Initiative; er beobachtet lediglich, wie das Volk spricht, wählt das für die Schriftsprache Geeignete aus und legt es anderen vor“ (Endzelīns 1971: 662).
1993 erschien die dritte DLKŽ₃-Ausgabe. Bei der Vorbereitung dieser Wörterbuchausgabe wurde festgelegt, dass das Wörterbuch in erster Linie eine Quelle und ein Leitfaden für die Sprache und nicht für irgendeine andere Information sein müsse (Keinys 2004: 77). In dieser Wörterbuchausgabe bemühte man sich besonders um Objektivität bei der Erklärung der Wortbedeutungen und der Auswahl von Gebrauchsbeispielen²⁷.
²⁶ Mit den Worten J. Kruopas’ lautet die wichtigste Leitlinie der Wortauswahl: „die Widerspiegelung des lexikalischen Systems der gesamten, nicht nur der literarischen, Sprache im Wörterbuch“ (Kruopas 1998 [1968]: 456). Heute kann man dieser Aussage auch widersprechen, denn die Aufnahme eines Wortes in ein normatives Wörterbuch legitimiert seinen Gebrauch in der Standardsprache und verleiht ihm den Status eines standardsprachlichen Wortes. Andererseits spricht J. Kruopas vom Wörterbuch der heutigen, nicht der Standardsprache. Daher ist offensichtlich, warum der Sprachwissenschaftler den Wortschatz der Standardsprache als unselbstständig, wachsend und noch nicht abgesondert verstand (vgl. Klimavičius 1997: 26; Sakalauskienė 2010: 296).
²⁷ Auf der Grundlage des Lemmawerks der Computerfassung des DLKŽ₃, die 1995 von Mitarbeitern des Instituts für Litauische Sprache sowie des Instituts für Mathematik und Informatik erstellt wurde, begann man mit der Erarbeitung des BLKŽ (ausführlicher siehe Liutkevičienė, Murmulaitytė 2015: 84).
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2000 erschien die vierte DLKŽ₄-Ausgabe. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Wiederholung der dritten Wörterbuchausgabe, lediglich die festgestellten Korrekturfehler wurden berichtigt. Das Redaktionskollegium blieb dasselbe. 2003 wurde eine CD-ROM dieses Wörterbuchs veröffentlicht. Darin wurde das Wörterbuch um einen erklärenden Teil zu den wichtigsten Ortsnamen Litauens und der Welt ergänzt. Diese Wörterbuchversion wurde ins Internet gestellt.
Ende 2003 erschien die fünfte DLKŽ₅e-Ausgabe, die vollständig neu redigiert, korrigiert und ergänzt wurde und nur elektronisch vorlag (eine CD-ROM mit einem gedruckten Heft, das die Einleitung, methodische Hinweise und eine Beschreibung der Arbeit mit dem Computerprogramm enthielt); hinzugefügt wurde ein gesonderter Anhang mit etwa 3000 Ortsnamen Litauens und der Welt – ein erklärender Teil zu den wichtigsten Ortsnamen Litauens und der Welt.
2006 erreichte die Nutzer eine geringfügig korrigierte sechste (dritte elektronische) DLKŽ₆e-Ausgabe. Ihr Redaktionskollegium blieb dasselbe.
Die 2012 veröffentlichte siebte (2017 aktualisierte) DLKŽ₇e-Ausgabe wurde auf der Grundlage der CD-ROM der sechsten Ausgabe erarbeitet, unterscheidet sich von ihr jedoch erheblich. Die größten Unterschiede dieser Redaktion des Wörterbuchs sind: 1) Verzicht auf Wörter, die der beispielhaften Standardsprache nicht zugerechnet wurden (mit der Kennzeichnung ntk. = nicht zu empfehlen); 2) Verzicht auf einen Teil der veralteten und selteneren regionalen Wörter und Varianten (mit den Kennzeichnungen psn. und Dialekt) – fast zweitausend; 3) Verzicht auf den in den früheren elektronischen DLKŽ-Ausgaben enthaltenen Teil der wichtigsten Ortsnamen Litauens, der mit ihm verbundenen Länder und der Welt (etwa dreitausend Artikel); 4) Akzentuierung der Wörter gemäß den Beschlüssen der Staatlichen Litauischen Sprachkommission; 5) Präzisierung der Bedeutungsangaben einiger Wörter und Korrektur festgestellter Druckfehler. In diese Wörterbuchausgabe wurde ein kleiner Anhang (etwa zweieinhalb hundert) im DLKŽ₇e nicht enthaltener Wörter aus dem neu erarbeiteten Bendrinės lietuvių kalbos žodyno. aufgenommen.
Im Vorwort zur neuesten DLKŽ₈e-Ausgabe sagt der Chefredakteur, dass „das Wörterbuch als Sprachberater für alle Litauer in der Welt und für jene Ausländer erarbeitet wurde, die Litauisch gelernt haben oder noch lernen“ (DLKŽ₈e, Vorwort). Die Universalität des Wörterbuchs wird betont, denn erstens werden darin alle Bereiche des Gebrauchs der Standardsprache und alle verwendeten Varietäten dieser Sprache widergespiegelt; zweitens enthält es die für die Nutzer notwendige Information über die Rechtschreibung, Akzentuierung und Flexion der empfohlenen normgerechten Wörter, erklärt die charakteristischen Bedeutungen der Wörter, zeigt durch Gebrauchsbeispiele ihre Kombinierbarkeit, enthält eine beträchtliche Zahl bildhafter Wendungen und Phraseologismen sowie zusammengesetzter Fachtermini verschiedener Bereiche. Der Anhang mit neuen Wörtern wurde um zweihundert Wörter erweitert.
DLKŽ₈e wurde auf der Grundlage der achten gedruckten DLKŽ-Ausgabe erstellt. Die wichtigsten Neuerungen dieser Ausgabe sind: 1) Einige Wörter, die zuvor als nicht normgerecht galten und die von der Staatlichen Litauischen Sprachkommission als in der Standardsprache verwendbar anerkannt wurden, sind zurückgekehrt: bobutė ‘1. Großmutter (die Mutter des Vaters oder der Mutter) 2. siehe Hebamme’; kaladė ‘1. siehe Holzklotz. 2. siehe Brennholz 3’; linčas ‘gewaltsame Abrechnung einer Menge ohne Gerichtsverfahren’; 2) gemäß den Beschlüssen der Staatlichen Litauischen Sprachkommission wurde geordnet
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die Rechtschreibung und Akzentuierung der Wörter: č i árdašas, čárdašas; drīksti, drỹska (dryksta), drisko; fjõrdas usw.; 3) die Verweisstruktur der Worterklärungen wurde aktualisiert (in einigen Fällen wurde die Kennzeichnung žr. „siehe“ wieder eingeführt, auf die bei der Vorbereitung der siebten DLKŽ-Ausgabe verzichtet worden war): bizūnas žr. rimbas, bul̃jonas žr. sultinys, gérbūvis žr. gerovė, pakalikas, ~ė žr. pataikinas u. a.; 5) Einige Wörter, auf die in der siebten DLKŽ-Ausgabe wegen der Umfangsbeschränkung der gedruckten Ausgabe verzichtet worden war, wurden zurückgeführt.
6. BENDRINĖS LIETUVIŲ KALBOS ŽODYNAS
Der gegenwärtig erarbeitete elektronische Bendrinės lietuvių kalbos žodynas unterscheidet sich sowohl hinsichtlich der lexikalischen Zusammensetzung als auch hinsichtlich der Struktur und der Erarbeitungsmethodik des Wörterbuchs grundlegend vom Dabartinės lietuvių kalbos žodynas. In ihm findet sich die neueste Lexik, die nach dem Jahr 2000 bis in die Gegenwart verwendet wird, zum Beispiel: feisbukas, gūglas, gūglinti, jutubas. In das Wörterbuch werden auch instagramas, skaipas, tviteris u. a. aufgenommen. Anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens des DLKŽ betonte der Chefredakteur dieses Wörterbuchs, dass man bei der Übergabe der dritten DLKŽ-Ausgabe an die Nutzer geschrieben habe, man benötige unbedingt ein umfangreicheres Wörterbuch der Standardsprache, etwa drei oder vier Bände, mit mehr Artikeln und insbesondere mehr Gebrauchsbeispielen (Keinys 2004: 82). Das BLKŽ erfüllt diese Erwartung.
Bei der Abfassung, Redaktion und Genehmigung des BLKŽ werden der tatsächliche Wortgebrauch und die Akzentuierungstendenzen der Wörter berücksichtigt, wobei die Normen der Standardsprache eingehalten werden. Somit wird im Wörterbuch der gegenwärtig funktionierende korrekte Wortschatz der Standardsprache geboten. Daher wird auf einen beträchtlichen Teil veralteter, dialektaler und nur für einen engen Bereich charakteristischer Wörter verzichtet, während wesentlich mehr als früher internationale Wörter, Fachtermini und Neologismen aufgenommen werden, die neue Realien bezeichnen.
Der wesentliche Unterschied dieses Wörterbuchs von den verschiedenen DLKŽ-Ausgaben besteht darin, dass das Wörterbuch nicht nur alphabetisch, sondern zu einem größeren Teil auch nach lexikalisch-semantischen Gruppen verfasst und redigiert wird. Außerdem gilt der Grundsatz, dass ein Wort mit allgemein verständlichen, semantisch und stilistisch neutralen Wörtern erklärt werden muss, die ebenfalls in diesem Wörterbuch zu finden sind (Liutkevičienė 2006: 14). Zweifellos greifen die Bearbeiter des BLKŽ auf die Erfahrungen der früheren, in diesem Artikel bereits erwähnten (LKŽė, DLKŽ) und anderer Wörterbücher der litauischen Sprache und fremder Sprachen zurück; sie stützen sich auf neueste wissenschaftliche Untersuchungen sowie auf Material aus Datenbanken und Korpora.
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Es ist sinnvoll, einige der zahlreichen Unterschiede zwischen DLKŽ und BLKŽ zu nennen: 1) Auf die nesterartige Darstellung verwandter Wörter28 wurde verzichtet29; 2) Als Stichwörter werden alle in den Definitionen verwendeten Wörter angesetzt und erklärt; 3) stärker verbreitete, lexikalisierte Wortverbindungen und zusammengesetzte Fachtermini werden als Stichwörter angesetzt und erklärt30; 4) alle Stichwörter oder Bedeutungen des BLKŽ werden, mit wenigen Ausnahmen, durch Gebrauchsbeispiele illustriert; 5) alle Wörter der Beispielsätze werden akzentuiert; 6) in den Artikeln einiger Wörter (z. B. Adjektive, Adverbien) werden mehr morphologische Formen (Komparativ, Superlativ, pronominale Formen) herausgestellt; 7) die syntaktische Kombinierbarkeit der Verben sowie in einzelnen Fällen der Adjektive und phraseologischen Verbindungen wird gekennzeichnet; 8) es werden mehr grammatische Informationen gegeben; 8) auf die Aufnahme nicht empfohlener Wörter in die Makrostruktur des BLKŽ wird verzichtet u. a. Die Unterschiede zwischen dem DLKŽ, das einst denselben Zweck hatte und dieselben Erklärungs- und Normierungsfunktionen erfüllte, und dem BLKŽ wurden von den BLKŽ-Redakteuren selbst eingehend analysiert, indem die Artikel der Stichwörter unter dem Buchstaben b beider Wörterbücher verglichen wurden; die Ergebnisse bestätigten nicht nur die Richtigkeit der gewählten Erarbeitungsmethodik des Wörterbuchs, sondern zeigten auch verbesserungsbedürftige Bereiche (Liutkevičienė, Murmulaitytė 2015: 86, 139). Unter Berücksichtigung der Ergebnisse dieser Untersuchung wird das Lemmawerk des Lietuvių kalbos naujažodžių duomenyno (LKND) ständig überprüft.
Das Wörterbuch wird somit unter Berücksichtigung der sich ständig verändernden sprachlichen Lage, der neuen Bedürfnisse der Wissensgesellschaft und des Gebrauchs einer angesehenen Sprache, der neuesten Ergebnisse der Erforschung und Normierung der Standardsprache sowie der veröffentlichten oder anderweitig geäußerten Kritik an anderen Wörterbüchern und an den Texten dieses in Vorbereitung befindlichen Wörterbuchs erarbeitet.
ZUSAMMENFASSENDE BEMERKUNGEN
1. Bei einem Überblick über die Entwicklung der Wörterbücher der heutigen und der Standardsprache des Litauischen vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zu den ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts zeigt sich, dass eines der herausragendsten lexikografischen Werke des 19. Jahrhunderts – das litauisch-polnische Wörterbuch von Antanas Juška – den Grundstein für ein erklärendes Wörterbuch der litauischen Sprache legte. Es ist eine wichtige lexikografische Quelle für erklärende Wörterbücher der gesprochenen Sprache neuen Typs und war für die Gesellschaft der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts etwas Neues.
28 In einigen Beiträgen als inkludierend bezeichnet (siehe ausführlicher Liutkevičienė, Murmulaitytė 2015: 84).
29 Im BLKŽe werden im Unterschied zum DLKŽ Deminutiva, Abstrakta von Verben und Adjektiven, Adverbien sowie Ableitungen von Substantiven mit den Suffixen –tojas, –ėjas als eigenständige Stichwörter aufgeführt.
30 Eine der Neuerungen des BLKŽ besteht darin, dass auch häufiger verwendete zwei- oder mehrgliedrige Termini oder schlicht Bezeichnungen von Realien als Stichwörter angesetzt werden (Liutkevičienė 2010: 147).
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2. Der von A. Juška begonnene Prozess der Standardisierung der Sprache, den auch J. Jablonskis fortsetzte, war für die Geschichte der litauischen Standardsprache von Bedeutung. Sowohl der Autor als auch der Redakteur des Wörterbuchs wählten als Grundlage den westlichen oberlitauischen Dialekt. J. Jablonskis war überzeugt, dass ein in einer für alle verständlichen Sprache verfasstes Wörterbuch der litauischen Standardsprache erforderlich sei.
3. Als erstes normatives Wörterbuch der Standardsprache und als Quelle neuer Termini war J. Jablonskis’ Mūsų žodynėlis von Bedeutung; es hätte zu einem Wörterbuch der litauischen Schriftsprache ausgebaut werden können. J. Jablonskis kam selbst nicht dazu, ein Wörterbuch der litauischen Sprache zu verfassen, trug jedoch durch seine Arbeiten wesentlich zu den Vorarbeiten für ein solches Wörterbuch bei.
4. Die Erwartungen von J. Jablonskis wurden teilweise durch das Lietuvių kalbos žodynas erfüllt, dessen Herausgeber K. Būga seinen lexikografischen Weg ebenfalls mit der Bearbeitung des Wörterbuchs von A. Juška begann. Lietuvių kalbos žodynas – eines der bedeutendsten erklärenden Werke der litauischen Sprache – leitete eine neue Entwicklungsphase der litauischen Lexikografie ein. Die Bedeutung und Relevanz der Wörterbuchdaten für die heutige Forschung wird durch mehrere Ausgaben der elektronischen Version belegt.
5. Das umfangreiche und vielfältige Material des Lietuvių kalbos žodyno ermöglichte die Erstellung des Dabartinės lietuvių kalbos žodyno und weiterer Ausgaben (1972, 1993, 2000, 2003, 2006, 2012, 2021). Bei der Analyse der verschiedenen Ausgaben des DLKŽ ist hervorzuheben, dass Fragen der Erstellung der Makrostruktur für alle Ausgaben relevant sind; eine davon ist die Auswahl der Wörter, während eine der wichtigsten Aufgaben in der Normierung des Wortschatzes besteht.
6. Das elektronische Bendrinės lietuvių kalbos žodynas unterscheidet sich hinsichtlich der Zusammensetzung des Wortschatzes sowie der Struktur und Erarbeitungsmethodik des Wörterbuchs grundlegend vom Dabartinės lietuvių kalbos žodynas. Der Hauptunterschied dieses Wörterbuchs gegenüber den verschiedenen Ausgaben des DLKŽ besteht darin, dass es nicht nur alphabetisch, sondern auch nach lexikalisch-semantischen Gruppen verfasst und redigiert wird. Das BLKŽ wird unter Berücksichtigung der sich ständig wandelnden Sprachsituation, der neuen Bedürfnisse der Wissensgesellschaft und des Gebrauchs einer prestigeträchtigen Sprache, der neuesten Ergebnisse der Erforschung und Normierung der Standardsprache sowie der Kritik an anderen Wörterbüchern und an den Texten vorbereitet, die für dieses Wörterbuch erstellt werden.
7. Jedes erklärende Wörterbuch der litauischen Sprache gab auf die eine oder andere Weise den Anstoß, über ein neues, vollkommeneres Wörterbuch oder eine weitere Ausgabe nachzudenken. Jedes der besprochenen Wörterbücher hatte seine eigene Entwicklung, regte dazu an, voranzuschreiten, aus den Erfahrungen des vorherigen zu schöpfen, Fehler nicht zu wiederholen und neue Methoden der Zusammenstellung und Redaktion zu finden.
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VIETOVIŲ SUTRUMPINIMAI
Als – Alsėdžiai, Kreis Plungė
Puš – Pušalotas, Kreis Pasvalys
Skap, Skp – Skapiškis, Kreis Kupiškis
Vkš – Viekšniai, Kreis Mažeikiai
QUELLEN UND ABKÜRZUNGEN
BLKŽ – Bendrinės lietuvių kalbos žodynas, Herausgeberkollegium D. Liutkevičienė, D. Murmulaitytė, V. Sakalauskienė, A. Gritėnienė, A. Gaidienė, D. Daugirdienė, L. Jonušys, Chefredakteurin D. Liutkevičienė, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2013–2022. Online verfügbar: https://ekalba.lki.lt/bendrinės-lietuvių-kalbos-zodynas.
DLKŽ1 – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, verantwortlicher Redakteur J. Kruopas, 1. Ausgabe, Vilnius: Valstybinė politinės ir mokslinės literatūros leidykla, 1954.
DLKŽ2 – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, verantwortlicher Redakteur J. Kruopas, 2. Ausgabe, Vilnius: Mintis, 1972.
DLKŽ3 – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, Chefredakteur St. Keinys, 3. Ausgabe, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla, 1993.
DLKŽ4 – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, Chefredakteur St. Keinys, 4. Ausgabe, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas, 2002.
DLKŽ5e – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, Chefredakteur St. Keinys, 5. elektronische Ausgabe, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2003.
DLKŽ6e – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, Chefredakteur St. Keinys. 6. Ausgabe (3. elektronische, 4. Internet-Ausgabe), Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2006. [Die Internetversion ist seit 2015 öffentlich nicht mehr zugänglich.]
DLKŽ7e – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, Chefredakteur St. Keinys, 7. Ausgabe (5. Internet-Ausgabe), aktualisierte Version, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2017. [Die Internetversion ist seit 2022 öffentlich nicht mehr zugänglich.]
DLKŽ8e – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, Chefredakteur St. Keinys, 8. Ausgabe (6. elektronische / Internet-Ausgabe), aktualisierte Version, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2021. Online verfügbar: https://ekalba.lki.lt/dabartines-lietuviu-kalbos-zodynas. DOI: doi.org/10.35321/dlkz.
J̄k – Jonas Jablonskis. Lietuvių kalbos žodynui medžiaga-Kartei, aufbewahrt in der Handschriftenabteilung der Wróblewski-Bibliothek der LMA, F-99.
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Lietuvių kalbos aiškinamųjų žodynų raida, savitumas ir tarpusavio sąsajos
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LKŽe – Lietuvių kalbos žodynas 1–20 (1941–2002), Herausgeberkollegium G. Naktinienė, J. Paulauskas, R. Petrokienė, V. Vitkauskas, J. Zabarskaitė, Chefredakteurin G. Naktinienė, elektronische Version, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2008 (aktualisierte Version, 2018). Online verfügbar: https://ekalba.lt/lietuviiu-kalbos-zodynas.
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VIL IJA SAKALAUSKIENĖ
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Sakalauskienė Vilija 2010: Dialektizmų atranka dabartinės ir bendrinės lietuvių kalbos žodynuose. – Leksikografija ir leksikologija 2. Jono Kruopo 100-osios gimimo metinės, sud. V. Sakalauskienė, A. Auksoriūtė, red. kolegija O. Karaeva, I. Lemeškin, G. Naktinienė, R. Petrokienė, V. Sakalauskienė, J. Zabarskaitė, vyr. red. Z. Šimėnaitė, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 295–305.
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Acta Linguistica LXXXIX
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Lietuvių kalbos aiškinamųjų žodynų raida, savitumas ir tarpusavio sąsajos
Sakalauskienė Vilija 2012: Antano Juškos lietuvių–lenkų kalbų žodyno terminė medžiaga. – Priešaušrio mokslas, kultūra ir švietimas. Lauryno Ivinskio 200-osioms gimimo metinėms (su CD), sud. A. Auksoriūtė, red. kolegija D. Mikulėnienė, V. Sakalauskienė, Z. Sawaniewska-Mochowa, V. Šaūdina, P. Zemlevičiūtė, vyr. red. A. Auksoriūtė, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 256–274.
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The Development, Uniqueness and Interrelationship of Lithuanian Explanatory Dictionaries
SUMMARY
In the 19ᵗʰ century, as a social, cultural, and literary renaissance began, many Lithuanian intellectuals recognized that, in addition to grammar books, dictionaries could also help develop the Lithuanian written language. Consequently, they embarked on the compilation of Lithuanian language dictionaries. The article reviews the development of current and
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VILIJA SAKALAUSKIENĖ
Standard Lithuanian language dictionaries from the end of the 19th century to the first decades of the 21st century. The exploration is grounded in the analysis of the most prominent dictionaries of the era and specific examples drawn from these references. The article also scrutinizes the most important problems that the compilers of Lithuanian explanatory dictionaries may face. The empirical basis of the study consists of the data from Antanas Juška’s Lithuanian–Polish dictionary, the card index of Jonas Jablonskis’ Material for the Lithuanian Language Dictionary, Lithuanian Language Dictionary (LKŽe), various editions of the Modern Lithuanian Language Dictionary (DLKŽ) and the data from the electronic Standard Lithuanian Language Dictionary (BLKŽe). The Lithuanian–Polish dictionary, edited by the renowned Lithuanian lexicographer and folklore collector Antanas Juška, stands as one of the most remarkable lexicographical achievements of the 19th century. The importance and significance of this dictionary were also appreciated by Jonas Jablonskis, who took the first steps in lexicographic work by editing Juška’s dictionary. The work on the dictionary encouraged the linguist to collect material for a study of the Standard Lithuanian language, write the data on cards and catalogue them in a card index. Jablonskis’ aspiration to compile a Lithuanian standard language dictionary found practical realization in the Lithuanian Language Dictionary, which combines three different dictionaries, encompassing written and dialectal forms, texts from diverse historical periods, and modern standard language. The wealth of diverse material within this dictionary paved the way for the creation of the Dictionary of the Contemporary Lithuanian Language (1954) and its subsequent editions (1972, 1993, 2000, 2003, 2006, 2012, 2017, 2021). The electronic dictionary of the Standard Lithuanian Language that is currently being edited, distinguishes itself by featuring a distinct lexicon structure and the methodology for its compilation. Each published dictionary served as a catalyst, inspiring the writing of a new and more refined dictionary or the development of fresh editions.