Page 1Die Terminologie der ersten mathematischen Glossare
DIANA ŠILOBRITAITĖ
Institut für Litauische Sprache
X. Die erste Hälfte war eine wichtige Phase der Normierung und Systematisierung der mathematischen Terminologie. In dieser Zeit erschien eine beträchtliche Anzahl litauischer (Original- und Übersetzungs-)Mathematiklehrbücher und Aufgabensammlungen für weiterführende Schulen (ausführlicher siehe Šilobritaitė 2007: 146–158).
Die Mathematiklehrer an den litauischen Gymnasien in Woronesch, Marcelinas Šikšnys, Zigmas Žemaitis und Pranas Mašiotas (er nahm nur gelegentlich an den Beratungen zu Fragen der mathematischen Terminologie teil), waren angesichts der Vielfalt der Fachbegriffe in Mathematiklehrbüchern entschlossen, sämtliche vorhandenen Termini grundlegend zu überprüfen und fehlende zu schaffen (ausführlicher siehe Žemaitis 1966: 195). Es gab viel zu tun, denn die Verfasser der ersten Mathematiklehrbücher, die Ende des 19. Jahrhunderts erschienen, „mussten die litauischen mathematischen Fachbegriffe selbst schaffen und übersetzten sie meist wörtlich aus anderen Sprachen“ (Rumšas 1979: 52). Als es daher erlaubt wurde, an Schulen auf Litauisch zu unterrichten, und immer mehr Mathematiklehrbücher und Aufgabensammlungen herausgegeben wurden, ließ sich eine terminologische Verwirrung nicht vermeiden: Die von den Verfassern der einen Lehrbücher verwendeten Termini unterschieden sich erheblich von denen anderer Autoren.
Der Normierer der litauischen Sprache, Jonas Jablonskis, erklärte sich gern bereit, den Mathematikern zu helfen: Wenn man einen Fachbegriff vorschlug, „bat er zunächst darum, das Wesen und die grundlegenden Eigenschaften des damit zu bezeichnenden Begriffs darzulegen, und stimmte erst dann entweder der Auffassung der Mathematiker zu oder erklärte, weshalb der gewählte Fachbegriff nicht akzeptabel war“ (Rumšas 1974: 11). Die Ergebnisse der Schaffung und Ordnung der mathematischen Terminologie waren Marcelinas Šikšnys’ Glossar der arithmetischen und algebraischen Termini (1919) und Zigmas Žemaitis’ Sammlung der Termini der Geometrie und Trigonometrie (1920). Dies sind die ersten gedruckten litauischen Terminologieglossare, die bereits „in der provisorischen Hauptstadt des wiedererrichteten litauischen Staates, Kaunas“ veröffentlicht wurden (Klimavičius 2003: 11). Ziel dieses Artikels ist es, die Substantive und substantivischen Wortverbindungen in den ersten Glossaren mathematischer Termini zu erörtern. Die in den Glossaren aufgeführten Stichwörter in Form von Adjektiven, Partizipien, Verben und dergleichen werden im Artikel nicht behandelt.
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Page 21. MARCELINAS ŠIKŠNYS’ GLOSSAR DER ARITHMETISCHEN UND ALGEBRAISCHEN TERMINI
Marcelinas Šikšnys (1874–1970) buvo žymus XX a. matematikos mokytojas (dirbo ir lietuvių kalbos mokytoju (žr. Šikšnys 1962: 81)), kūręs lietuvišką matematikos terminiją. Matematikos mokslus M. Šikšnys baigė Maskvos universitete. Dirbo mokytoju Rygoje, Voronežė, Vilniuje. Jo parašyti aritmetikos, algebros ir geometrijos vadovėliai buvo leidžiami keletą dešimtmečių. Lietuvių terminologijai svarbus šio matematiko parengtas Aritmetikos ir algebros terminų žodynėlis, išleistas Lietuvių mokslo draugijos 1919 metais. M. Šikšnys jau buvo parengęs Matematikos terminų projektą (1918), kuriame pateikė ne tik aritmetikos ir algebros, bet ir geometrijos bei trigonometrijos terminų.
Das Glossar der arithmetischen und algebraischen Termini ist klein im Format und Umfang (47 Seiten). Es besteht aus zwei Teilen: Im ersten Teil (S. 3–25) sind litauisch-russische, im zweiten Teil (S. 26–47) russisch-litauische Termini alphabetisch aufgeführt.
Im litauischen Teil des Glossars der arithmetischen und algebraischen Termini führt M. Šikšnys etwa 250 Stichwörter auf (im russischen Teil 221), von denen über 150 durch Substantive ausgedrückt werden. M. Šikšnys gibt die grammatischen Formen der Termini nicht an, sondern vermerkt nur gelegentlich den Genitiv Singular: aukštis, –čio1, brūkšnis, –io, ilgis, –io, lygtys, –čių. Im Glossar wird bereits versucht, die Termini mit Akzenten zu versehen (die Akzentart ist jedoch falsch markiert): bėgalė, daugiãnaris, dvinãris, vienanãris.
Fast alle Stichwörter sind einwortig, doch kommen auch Zusammensetzungen vor: kompleksinis skaičius, mišras skaičius, nedalus skaičius, netikra trupmena.
Bei der Angabe mathematischer (und auch fachfremder) Termini erläutert M. Šikšnys häufig deren Bedeutung: minusas (Subtraktionszeichen „–“); paviršiai – поверхность; paviršiai yra dviejų matavimų (matlinkių) dydis (heute wird der Singular paviršius verwendet: „Grenze, die einen geometrischen Körper vom äußeren Raum trennt“; Z. Žemaitis führt in der Sammlung der Termini der Geometrie und Trigonometrie die Singularform paviršius: šonų paviršius); saikas (Maß für das Volumen von Schüttgütern und Flüssigkeiten); skaidymas (bei einer Zahl) – разложение; skaičiaus skaidymas nedaliaisiais daugikliais; skaidinys – разложение, результатъ разложения; паверте skaičių nedalųjų daugiklių sandauga гаuname то skaičiaus skaidinį. Die Bedeutung des Terminus pliusas erläutert er nur auf Russisch: pliusas – плюсъ (знакъ сложения).
1 Die Termini werden ebenso wie in den Glossaren angegeben.
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Page 3In bestimmten Terminartikeln werden neben Einworttermini bisweilen auch mehrgliedrige Termini aufgeführt: Abrechnung – учеть: Wechselabrechnung, mathematische und kaufmännische; Bildung – составление: Bildung von Gleichungen – составление уравнений; Gleichungen, -en – уравнение: die unbekannten und bekannten (freien) Glieder einer Gleichung; Wurzel einer Gleichung, Lösung einer Gleichung, gleichseitige (äquivalente) Gleichungen usw.
Es gibt Fälle, in denen M. Šikšnys nur den litauischen Terminus und sein russisches Äquivalent ohne jede Erläuterung angibt: Axiom – аксиома; Subtraktion – отнимание, отнятие; Quotient – частное; Multiplikand – множеимое; Abziehen – отнимание, вычитание; Fläche – площадь; Zahl – число u. a.
Die im Glossar als Stichwörter aufgeführten Adjektive und Partizipien stehen in der unbestimmten Form; in mehrgliedrigen Termini wird jedoch auch die bestimmte Form verwendet: frei: freies (bekanntes) Glied einer Gleichung; ähnlich: Zusammenfassung (Vereinigung) ähnlicher Polynomglieder; ganz (Zahl): ganze Zahl und Bruch. Bisweilen wird auch der Infinitiv angegeben: messen: messbare und nicht messbare Größen.
1.1. Termini litauischen Ursprungs
Im Glossar von M. Šikšnis bilden die etymologisch litauischen mathematischen Termini die Grundlage der heutigen elementaren mathematischen Terminologie. Der größte Teil der Termini ist unverändert geblieben und hat sich etabliert: Verallgemeinerung, Definition (im 1922 von A. Smetona übersetzten Lehrbuch wird neben diesem Terminus auch Beschreibung), Subtrahend, Subtraktion, Unendlichkeit, Strich, Division, Teil, Teilen, Divisor, Quotient, Polynom, Multiplikation, Multiplikator, Multiplizieren, Produkt, Summand, Kombination, Vergrößerung, Größe, Verbindung, Verbund, Erhebung, Potenz, Rest, Gleichheit, Maß, Messung, Mischung, Unbestimmtheit, Ungleichheit, Basis, Oberflächen, Beispiel, Fläche, Bedeutung, Ausdruck, Grenze, Exponent, Produkt, Verhältnis, Zahl, Zerlegung, Partition, Zähler, Ziffer, Differenz, Klammern, Verkleinerung, Lösung, Vergrößerung, Addition, Wurzel, Regel, Identität, Überprüfung, Herausziehen, Bruch, Inhalt, Volumen, Aufgabensammlung, Aufgabe, varad iklis, Operation, Übersetzung, Einheit, Zeichen. Auch heute noch werden die im Glossar aufgeführten litauischen Termini aus Wirtschaft und Finanzen sowie Physik und Technik verwendet: Bericht (Wirtschaft), Legierung (Technik), Austausch (Wirtschaft), Zinsen (Finanzen), Schuldner (Finanzen), Kreditgeber (Finanzen), Gewicht (Physik), Gewicht (Physik).
Dennoch werden nicht alle im Glossar aufgeführten Termini in der heutigen Mathematik verwendet, zum Beispiel davinys (auch aufgeführt in Z. Žemaitis’ Sammlung von Geometrie- und Trigonometrie-Terminologie): Aufgabendaten, numerische (Zahlen-)Daten. LKŽₑ davinys wird als ungeeignet bewertet, um den Begriff „was“ zu bezeichnen
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Page 4; heute wird Angabe. Daoinį verwendet. M. Šikšnys benutzte den Terminus auch noch in seinem Geometrielehrbuch von 1923.Geometrie
Der im Glossar aufgeführte Terminus įvykis (russ. результат) in der Bedeutung „eine Zahl, die sich aus der Addition mehrerer Zahlen ergibt“ wird ebenfalls nicht mehr verwendet. An seiner Stelle steht heute der internationale Terminus Resultat, den M. Šikšnys, ein Verfechter litauischer Terminologie, nicht anführt. įvykis wird heute nur noch in der Wahrscheinlichkeitstheorie verwendet: asymptotisches, zufälliges, notwendiges, elementares usw. Ereignis (MTŽ 1994).
Weitere Termini, die nicht mehr in mathematischer Bedeutung verwendet werden: Bezeichnung (heute Kennzeichnung, Name, Benennung); Klasse (in einer Zahl): Einer, Tausender, Millionen usw. (heute Klasse); Abschnitt (heute Stelle, das im Glossar mit einer anderen Bedeutung angegeben war: Stelle – грань: Beim Ziehen der Quadratwurzel teilen wir die Ziffern der Zahl in Stellen ein <…>); Kürzen: Kürze den Bruch um sechs (heute Vereinfachen).
In einigen Fällen hat sich die Form des Terminus geringfügig verändert, zum Beispiel: Bildung (heute Zusammenstellung: Aufstellung einer Gleichung MTŽ 1994); Gleichsetzen (heute Vergleichen); Finden (heute Bestimmen).
Für eine Gleichheit mit Unbekannten schlug M. Šikšnys den Pluralterminus lygt ys, -čių vor. Dieser wurde zunächst angenommen, denn laut M. Šikšnys „bestehen Gleichungen aus zwei Teilen, und in einem ähnlichen Fall verwendet unsere Sprache gewöhnlich den Plural“ (Šikšnys 1962: 86). Auch J. Jablonskis hatte dem zugestimmt. Später überzeugten ihn Mathematiker jedoch davon, dass „es wichtig ist, den Begriff im Singular auszudrücken, damit klar ist, dass es nicht um mehrere, sondern um eine Gleichung geht“ (Žemaitis 1966: 198).
1.1.1. TERMINI SYNONYME LITAUISCHEN URSPRUNGS
Nicht selten werden synonyme Termini ohne jegliche Verweise in separaten Terminartikeln aufgeführt – die Synonymie wird durch einen russischen Termin angezeigt, dem mehrere litauische entsprechen. Von solchen synonymen Paaren setzte sich jeweils nur einer der Termini durch. Es gab lavinimas (russ. упражнение) und pratimas (russ. навык, упражнение); im russischen Teil des Glossars werden sie anders angeführt: упражнение – lavinimas, pratimas; letzterer setzte sich auch durch (Z. Žemaitis bot in seinem Geometrijos ir trigonometrijos terminų rankinėlyje zur Bezeichnung dieses Begriffs sogar drei Termini an: pratinimas, pratimas, prasmas). Auch die Einträge zu Tolumo und nuotolio im russischen Teil weisen auf ihre Synonymie hin: расстояние – nuotolis, tolum as (atstumas). Tolumo Als Synonym zu atstumą betrachtete Z. Žemaitis: tolum as – расстояние; aus Stadt A nach Stadt B beträgt die Entfernung c Werst (atstumas). Im MTŽ 1994 steht nur atstumas (russ. расстояние, engl. distance).
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Page 5Synonyme Termini werden mitunter mit einem Verweis žiūr. (manchmal žiūrėk) aufgeführt. In solchen Fällen wird das russische Äquivalent beim Termin angeführt, auf den verwiesen wird: pažymys, siehe „žymė“ und žymė (pažymys) – признак: dalingumo žymės; tikrumas, siehe „tikslumas“ und tikslumas – точность: padalyti, ištraukti šaknis vieneto, dešimtosios dalies, šimtosios dalies ir tt. tikslumo (tikrumo); skaičiuotė, siehe „skaičiavimas“ und skaičiavimas (skaičiuotė) – счисление: skaičiavimas žodžiu ir raštu; sudėjimas – siehe dėjimas ir dėjimas – складывание: daugiaženklių skaičių dėjimo (sudėjimo) taisyklė. Heute wird nur einer der genannten Synonyme verwendet: požymis (veränderte Form des Terminus) und sudėjimas. In der mathematischen Terminologie sind skaičiavimas ir skaičiuotė, tikrumas ir tikslumas erhalten geblieben, sie gelten jedoch nicht als Synonyme: skaičiavimas: apytikslis, artutinis, asociacinis und andere sowie skaičiuotė: arabų, dešimtainė, dvejetainė und andere; tikrumas (russ. достоверность, engl. certainty, truth, reliability) und tikslumas (russ. точность, engl. accuracy, exactness, precision): absoliutusis, santykinis und andere (MTŽ 1994). Z. Žemaitis hat darauf hingewiesen, dass Dėjimo ungeeignet ist: Dieser Termin „bedeutet nicht unbedingt die Vereinigung zweier Zahlen <⋯>; ebenso kann „dėjimas“ Hinzufügen und Wegnehmen, Auflegen und Herunternehmen, Hineinlegen und Herausnehmen bedeuten <⋯>“ (Žemaitis 1917). Die russischen Äquivalente zeigen, dass M. Šikšnys offenbar die Termini atėmimas (russ. отнимание, отнятие) und ėmimas (russ. отнимание, вычитание) als Synonyme betrachtete. In der Mathematik setzte sich keiner von ihnen durch – in allen Fällen wird der Terminus atimtis verwendet, der ebenfalls im Glossar aufgeführt ist. In der Synonymreihe pakeitimas (keitimas) ist der in Klammern angeführte Terminus (keitimas) auch als Stichwort aufgenommen, doch daneben findet sich kein pakeitimo. Dass diese Termini Synonyme sind, zeigt der zusammengesetzte Terminus im Artikel zu keitimas: keitimas: (pa)keitimo kelias. Heute werden diese Termini nicht als Synonyme betrachtet (wie aus den Artenbezeichnungen ersichtlich): keitimo būdas, keitimo metodas, keitimo operacija ir pakeitimo aksioma, pakeitimo koeficientas; bei den Artenbezeichnungen sind jedoch keitimo taisyklė ir pakeitimo taisyklė synonym (vgl. taisyklė: (pa)keitimo) (MTŽ 1994).
Es gibt einen Fall, in dem das Synonym nur in Klammern steht und nicht als Stichwort aufgeführt wird: Dividend (Teilbares), während im Artikel zum Begriff Division die Darstellung dieser Begriffe umgekehrt ist: Division – деление (матем. дѣйствіе); Dividend (Teilbares). Im Entwurf eines mathematischen Terminologieverzeichnisses führte M. Šikšnys nur den Dividend an (Šikšnys 1918: 322). Auch Z. Žemaitis verwendete im Artikel in der Bedeutung „dalmųo“ den Dividend: „Heute heißen sie ‚multiplizierte Zahl‘ und ‚Teilzahl‘ oder ‚Produkt‘ und ‚dalmųo‘. Diese beiden Zahlen sind die Ergebnisse der Multiplikation und Division. Zur Wiedergabe dieser Bedeutung werden im Litauischen meist Endungen verwendet; zum Beispiel: pirkinys, malinys, obwohl verw-
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Page 6Auch wenn das Wort die Bedeutung eines gekauften beziehungsweise gemahlenen Gegenstands hat, bezeichnet es zugleich den Gegenstand, der das Ergebnis des Kaufens oder Mahlens ist. Darauf gestützt haben wir die genannten beiden Zahlen dauginiu ir daliniu genannt“ (Žemaitis 1917). In den 1950er-Jahren wurde vorgeschlagen, den Terminus dalijamasis als Hauptform zu verwenden, während dalinys als nicht empfehlenswert bewertet wurde (Rumšas 1975: 60). Diese Bewertung der Termini spiegelt sich auch in DŽ₂ wider; bereits in DŽ₃ gilt jedoch dalinys 2. mat. als normgerecht: „dalijamasis dydis“. Dieser Terminus wird auch in der mathematischen Terminologie verwendet.
Durchgesetzt haben sich auch die von M. Šikšnys als Nebenformen betrachteten Termini (in Klammern angeführt und nicht als Stichwörter aufgenommen) gretinys (russ. размещение) und perstata (russ. перестановка). Ihre Synonyme gretinimas ir perstatinėjimas werden in der Mathematik nicht mehr verwendet.
In der Mathematik setzte sich keiner der Termini dieser Synonymreihe durch: tiekybė (tie kis) – russ. количество. Für die Bezeichnung dieses Begriffs wird heute kiekis verwendet (MTŽ 1994).
Für den Rest einer Division führte M. Šikšnys zwei separate Termini an: išdalos (dalybos) und liekana (at imties, dalybos, šaknies traukimo). J. Jablonskis stimmte dem zu: Dalybos liekaną ir išdalomis vadiname (LKŽₑ). Im Laufe der Zeit setzte sich nur liekana durch. Dieser Terminus findet sich bereits in den ersten Mathematiklehrbüchern (ausführlicher siehe Rumšas 1979: 52).
Manchmal werden synonyme Termini im Glossar durch ein Semikolon getrennt: dalumas, dalin-gumas (durchgesetzt hat sich dalumas), dalinėjimas, dalinėjimo kelias (in der Mathematik wird für diesen Begriff der Terminus nuoseklusis dalijimas verwendet), kitėjimas, kitimas (durchgesetzt hat sich nur kitimas).
M. Šikšnys versuchte bereits, die Wortbildungsbegriffe für Endungen und Suffixe zu unterscheiden (im russischen Teil des Glossars ist dieser Unterschied nicht immer ausgewiesen); in der heutigen mathematischen Terminologie werden sie klar unterschieden. Im litauischen Teil sind diese Termini auf eine Weise angeführt, im russischen auf eine andere. Im litauischen Teil: aukštis (russ. вышина) und aukštumas (russ. высота, вышина), ilgis (russ. длина (величина)) und ilgumas (russ. длина (значение величины)), platumas (russ. ширина) und plotis (russ. ширина (въ смыслѣ величина)), storis (russ. толщина (величина)) und storumas (russ. толщина (значение величины)); im russischen Teil: вышина – aukštis, -čio (aukštumas); длина – ilgis, -io, ilgumas; комната длиною въ три сажени – kambarys trijų s.; ширина – plotis (dydis); platumas; толщина – storis, -io, storumas.
1.2. Termini nichtlitauischer Herkunft
Der Großteil der internationalen mathematischen Termini ist auch in der heutigen Mathematik erhalten geblieben:
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Page 7Axiom, Algebra, Arithmetik, Koeffizient, Logarithmus, Minus, Plus, Prozent, Progression, Proportion, Proportionalität, Radikal, System, Theorem. Erhalten geblieben sind auch die Finanztermini Kapitolas (heute Kapitalas), Vekselis.
In der Mathematik wird der Terminus tabelė (Logarithmentafeln, Multiplikationstafel) nicht mehr verwendet; an seiner Stelle steht heute der litauische Terminus lentelė, dessen Verwendung A. Jakštas vorschlug (neben dem Terminus tabelė), da knygos (Logarithmenbücher) hier völlig unpassend sind: „Was für Bücher sollen das denn sein, wenn sie nur Ziffern und mathematische Symbole enthalten?! Ihr einfachster Name ist Logarithmentafeln (russ. tablicy, dt. Tafeln, frz. Fables). Warum sollte man der ganzen Welt widersprechen und etwas ‚Bücher‘ nennen, in dem kein einziges lebendiges Wort steht? Wenn Herrn M. die Tafeln nicht gefallen, kann er seine Publikation ‚Logarithmentabellen‘ nennen, obwohl Tabellen nicht besser sind als Tafeln“ (Jakštas 1919 1: 359). Als Ersatz für das Element tabelė im zusammengesetzten Terminus daugybos tabelė schlug M. Šikšnys ein litauisches Wort vor: daugybos abėcėlė.
1.2.1. SYNONYME VON TERMINI UNTERSCHIEDLICHER HERKUNFT
Im Glossar gibt es nur wenige Synonyme für Termini unterschiedlicher Herkunft: mitunter wird dem fremdsprachigen Terminus, mitunter dem litauischen der Vorzug gegeben.
Als Hauptterminus gilt der internationale kvadratas; das litauische ketvirtainis steht in Klammern und gilt als Nebenform. Diese Termini wurden auch in den Lehrbüchern von A. Busilas (1921) und Masingas (1922; übersetzt von A. Smetona) synonym verwendet, doch später setzte sich ausschließlich kvadratas durch (ausführlicher siehe Šilobritaitė 2007: 150).
Der internationale Terminus kubas gilt im Glossar als Nebenform (er wird nur in Klammern angegeben); die Hauptform ist das litauische šeštainis, das sich jedoch nicht durchsetzte. Kubas wurde bereits im ältesten gedruckten litauischen Lehrbuch verwendet – P. Matulionis’ und J. Spudulis’ (zusammengestellt von J. Gailutis) Užduotinas, tai ira Rankius užduocziu Aritmetikos arba Rakundos mokslo (1885) (im Manuskript des Lehrbuchs wurde kubikas verwendet) (Rumšas 1974: 4). Im Entwurf mathematischer Termini gilt šeštainis als Nebenform; der Hauptterminus ist kūbas (= kubas) (Šikšnys 1918: 322). Dieser Terminus setzte sich auch in den damaligen Lehrbüchern durch; nur im Lehrbuch von Masingas aus dem Jahr 1922 galten diese Termini weiterhin als Synonyme.
Obwohl neben dem internationalen Terminus suma im Glossar auch die in der Mathematik nicht etablierten litauischen Termini dėjinys und dėtinys aufgeführt werden, wird in Lehrbüchern (sowohl von M. Šikšnys als auch von anderen Autoren) ausschließlich suma verwendet (im von V. Budrevičius (1919) und A. Smetona übersetzten Lehrbuch (1922) werden suma und dėjinys synonym verwendet).
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Page 8M. Šikšnys versuchte erfolglos, den Terminus formulė: formulė zu litauisieren; siehe sprendinys. Sprendinys hat heute eine andere Bedeutung: sprendinys bedeutet in der Mathematik „Ergebnis der Lösung einer Aufgabe“ (DŽ₆). Im Projekt der mathematischen Termini wird formulei der Vorzug gegeben; der litauische Terminus wird als Nebenform in Klammern angegeben: „Zwei algebraische Ausdrücke, die durch ein Gleichheits- oder Ungleichheitszeichen verbunden sind, bilden eine Formel (Lösung)“ (Šikšnys 1918: 322). Formel war bereits in den damaligen Lehrbüchern gebräuchlich und setzte sich durch.
Auch M. Šikšnys’ Versuch, den Terminus numeracija (numeracija, siehe „skaičiavimas“) zu litauisieren, blieb erfolglos – in der Mathematik werden beide Termini verwendet. Z. Žemaitis schrieb: „Um die Anzahl der Dinge zu erfahren, muss man sie zählen oder abzählen; daher sollte das im Russischen sogenannte ‚sčislenije‘ im Litauischen skaičiavimas oder skaitymas heißen; in diesem Sinn wäre es vielleicht besser, nur das erste Wort (skaičiavimas) zu verwenden, da das zweite (skaitymas) eine eigene, weit verbreitete Bedeutung hat“ (Žemaitis 1917). P. Rumšas zufolge bedeutet numeracijos „Darstellung einer Zahl (mündlich oder schriftlich); Zählung“ (Rumšas 1975: 64).
Über den synonymen Gebrauch der Termini dvinaris und binomas lässt sich schwer urteilen: Im russischen Teil des Glossars wird neben dem litauischen Terminus dvinaris auch der internationale Terminus binomas aufgeführt, während diese Termini im litauischen Teil getrennt stehen. In einem 1939 erschienenen Lehrbuch betrachtet M. Šikšnys sie als Synonyme (Šikšnys 1939: 110). Im MTŽ 1994 werden diese Termini nicht in allen Fällen als synonym angesehen (Näheres siehe Šilobritaitė 2007: 148).
2. ZIGMAS ŽEMAIČIS’ GLOSSAR DER GEOMETRIE- UND TRIGONOMETRIETERMINI
Zigmas Žemaitis (1884–1969) – žymus XX amžiaus matematikas, profesorius, pedagogas ir mokslininkas. Jo pagrindinė, mokslinė ir pedagoginė, veikla skirta matematikos dėstymo metodikai, matematikos istorijai. Z. Žemaitis, kaip ir M. Šikšnys, prisidėjo prie lietuviškų matematikos terminų kūrimo ir vienodinimo. Vienas iš svarbių jo darbų, skirtų matematikai, yra Geometrijos ir trigonometrijos terminų rinkinėlis (1920).
Das Glossar ist von geringem Umfang. Es handelt sich um ein zweisprachiges Wörterbuch in zwei Teilen, das 99 kleinformatige Seiten umfasst. Der erste Teil enthält russisch-litauische (S. 3–45), der zweite litauisch-russische Termini (S. 47–99). Im litauischen Teil führt Z. Žemaitis etwa 720 Termini auf – nicht nur aus Geometrie und Trigonometrie, sondern auch aus Algebra und höherer Mathematik. Etwa 340 Stichwörter sind Substantive (einwortige Termini).
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Page 9Bei den Stichwörtern sind grammatische Kategorien angegeben – sowohl bei Substantiven als auch bei Adjektiven wird die Endung des Genitivs Singular angeführt, z. B.: aksiomė, ės, algebra, os, analizis, io, (analizė, ės), apibendrinimas, o, didinimas, o, didumas, o, dvejėjimas, o, dvejinimas, o, absoliutinis, ė, abypusis, ė, daugiasienis, ė, daugiaženklis, ė, daugiareikšmis, ė, dešimtainis, ė usw.
Im Glossar führt Z. Žemaitis als Stichwörter nicht nur einwortige, sondern auch mehrgliedrige Termini auf: gleichseitige Winkel auf derselben Seite (Innenwinkel, Außenwinkel), gemeinsames Maß, notwendige und hinreichende Bedingung, Großkreis der Kugel, Raumgeometrie, Wechselwinkel (Innenwinkel, Außenwinkel), Monde (Sicheln) des Hippokrates, Lagegeometrie, Figuren ähnlicher Lage, windschiefe Geraden, gleichläufige Winkel, einseitiger Polygonzug. Solche Termini haben auch Synonyme, die nach einem Komma, einem Gleichheitszeichen oder in Klammern angegeben werden. In einigen Fällen sind die Synonyme Nebenbestandteile eines Terminus: Durchstoßpunkt, Durchstoßpunkt; Vertikallinie=Lotlinie; Scheitelwinkel=Kreuzwinkel; explizite, ausgedrückte Funktion; unechte (gleichnamige) Brüche; linearer (ebener) Winkel, in anderen Fällen wird anstelle eines mehrgliedrigen Terminus (in Klammern oder nach einem Komma) ein einwortiger angegeben: Summe der Seiten (Umfang); Messtischchen, Messtisch, Tischchen; rechter Winkel (Rechtwinkel). Einen mehrgliedrigen Terminus definiert Z. Žemaitis: geometrischer Ort (Reihe)=Linie, deren Punkte eine gemeinsame Eigenschaft haben.
Ein Teil der Termini ist mit Akzentzeichen versehen, jedoch nicht immer mit dem passenden Akzenttyp: figūrą, netrukūs (russ. непрерывный), pastovūs, ribà, tyrà, tašà, tiesioginis, trūkūs, hingegen elipsoidas, hipérbolė, hipérbolinis, hipérboliškas, matériinis, milimétrinis, paràbolė, paràbolinis, pènkelias, sinusóidė, stereométrinis, tangensóidė, taškų bégale, transcendéntinis.
2.1. Begriffe litauischen Ursprungs
Z. Žemaitis führt über 230 einwortige litauische Substantivtermini an. Der größte Teil dieser Termini wird auch heute noch in der mathematischen Wissenschaft verwendet: Zusammenfassung, Kreis, Kreisförmigkeit, Achse, Streckenabschnitt, Antwort, Abstand, Höhe, Höhe, Unendlichkeit, Zeichnen, Kante, Polyeder, Strich, Division, Teilung, Zunahme, Vieleck, Polygon, Kombination, Gesetz, Zunahme, Vergrößerung, Raum, Parallelogramm, Parallelepiped, Länge, Netz, Ausschnitt (= Ausschnitt), Beweis, Diagonale, Hypotenuse, Winkelmaß, Winkel, Änderung, Viereck, Tetraeder, Veränderung, Seite, Kegel, Körper, Grad, Bogen, Rest, Berührung usw. Zwei überlieferte Termini
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Page 10haben Schreibvarianten (in Klammern ist der Stamm der Schreibvariante angegeben): Definition (–brež), Zeichnung (brež.).
In der Sammlung gibt es auch solche Termini, die sich in der mathematischen Terminologie nicht durchgesetzt haben und aus verschiedenen Gründen durch andere ersetzt wurden.
Z. Žemaitis führt wie auch M. Šikšnys zur Bezeichnung des Divisionsrests zwei separate Termini an: Restbetrag und Rest.
Der Terminus Behauptung (eines Theorems) (russ. заключение (теоремы)) setzte sich nicht durch. Im LKŽe wird Behauptung 3 mit der Kennzeichnung Neologismus (Neubildung) angeführt – „Gesuchtes, Unbekanntes“: Gleichheit zweier Behauptungen (Gesuchter) J. Jablonskis. Heute wird Behauptung (russ. заключение (теоремы)) nicht mehr in mathematischer Bedeutung verwendet; stattdessen wird der Terminus Folgerung (im Rinkinėlis angeführt als вывод, слѣдствіе): Folgerung eines Theorems – russ. вывод, слѣдствіе, заключеніе: слѣдствіе теоремы, engl. conclusion, deduction, inference, corollary, consequence, implication: corollary of a theorem (MTŽ 1994).
Auch der von Z. Žemaitis und J. Jablonskis vorgeschlagene Ausdruck mast as zur Bezeichnung des Maßstabs setzte sich nicht durch (Näheres siehe Klimavičius 2005: 143–146).
Die Bezeichnungen für Linien, die sich in der Mathematik nicht durchsetzten – Berührende (Linie), Schneidende, Kurve, diese, Gerade (Linie) – schlug Z. Žemaitis später selbst vor, durch kürzere Substantive zu ersetzen. Durchgesetzt haben sich nur die von ihm vorgeschlagenen Kurve und Gerade. Die von J. Jablonskis vorgeschlagenen Berührerin, Schneidende wurden später jedoch durch die Termini Tangente, Sekante. ersetzt.
Weitere Termini, die sich nicht durchsetzten: a) solche, die nicht in mathematischer Bedeutung verwendet werden (wie auch die bereits erwähnten Termini ieškinys, mastas): Abwandlung (heute Änderung), Zeichnen (heute Zeichnung), fortgesetzte Division (russ. послѣдовательное дѣленіе) (heute fortgesetzte Division), Angabe (heute Daten), Benennung (heute Bezeichnung), sukzessives Falten (heute Verschiebung), Hauptlinie (heute Grundlinie), Zusatz (heute Ergänzung, Zusatz (?)), Kreuzung (heute Schnittpunkt), Gesamtheit (heute Gesamtheit), Merkmal (heute Merkmal); b) solche, die aufgrund unklarer oder unbestimmter Bedeutung verschwanden (wie auch išdalos): Umhüllung (heute Auflegen), Annäherung (von Kreisen, Linien) (heute Verhältnisbildung), Vervierfachung (heute Vervierfachung), Berührung (heute Berührung), linkmatis – russ. измѣреніе (мѣры); трију линкмачію кунас – russ. тѣло трех измѣреній (heute Dimension), Umkehrbarkeit (heute Umkehrbarkeit), Auflage (heute Hinzufügung), Kurvenlineal (heute Kurvenlineal, französische Kurve), Scheibe (heute Scheibe), Zeichenstift (heute Zeichenstift).
2.1.1. LITAUISCHEN URSPRUNGS: TERMIN-SYNONYME
Alle genannten Termini (mit Ausnahme von kitėjimas (kitimas)) führt Z. Žemaitis als eigenständige Termini ohne Synonyme auf. Doch Termin-Synonyme finden sich im Rin-
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Page 11kinelyje durchaus – zur Bezeichnung eines bestimmten Begriffs werden mitunter mehrere Termini angegeben (in Klammern, nach einem Komma, Gedankenstrich, Semikolon oder Gleichheitszeichen).
Die in Klammern angegebenen Termini gelten als Nebenformen (sie wurden damals noch in einigen Lehrbüchern verwendet) und sind nicht als Stichwörter aufgeführt: ištyrimas, o (tyra, os), kitėjimas (kitimas), o, plokšmė, ės (plokštumas, o) (Z. Žemaitis schlug den Terminus plokštė vor, denn seiner Meinung nach „braucht man einen Terminus, der nicht eine Eigenschaft oder Beschaffenheit der Oberfläche, sondern die unendliche Oberfläche selbst bezeichnet; ein solches Wort als Terminus könnte (terminus technicus) plokšmė, plokštis sein“ (Žemaitis 1966: 198)), šakniženkis, io (šaknies ženklas), radikalas (radikalas ist ein Stichwort, doch es ist unklar, weshalb als sein Synonym der litauische Terminus šaknis: radikalas, o (šaknis, es – padūkar), veiksm ženklis, io (veiksmo ženklas) gilt. Mitunter wird ein in Klammern angegebener Terminus auch als Stichwort aufgeführt, aber korrigiert (der passende Terminus steht nach dem Gleichheitszeichen): apskritimas, o (skraja, os), o (skraja, os)=apskritimas, o; pagrindas, o (pamatas, o), o pamatas, o=pagrindas, o.
Nicht alle von Z. Žemaitis vorgeschlagenen Termini (als Stichwörter) setzten sich durch: Weder ištyrimas, noch tyra werden mehr verwendet (für diesen Begriff wird tyrimas (im Rinkineliyje steht es ebenfalls), ebenso wenig plokšmė oder plokštumas (durchgesetzt hat sich plokštuma). Durchgesetzt haben sich nicht die als Hauptformen geltenden kitėjimas, šakniženkis, veiksm ženklis, sondern ihre Nebenformen kitimas, radikalas (šaknies ženklas), veiksmo ženklas.
Z. Žemaitis korrigierte diese litauischen Termini entschieden: laipsnėjimas, liesmataškis, tikrumas ir vaisius. Seiner Meinung nach sind die nach dem Gleichheitszeichen aufgeführten mathematischen Termini besser: laipsnėjimas=laipsniavimas (heute wird keiner von beiden mehr verwendet, sondern nur kelimas laipsniu), liesmataškis, o=lietimo taškas (heute lietimosi taškas), tikrumas, o=tikslumas, o (heute tikslumas), vaisius, aus=gavinys, io (heute rezultatas, den Z. Žemaitis entschieden korrigierte). Wie man sieht, erwiesen sich seine Terminvorschläge nicht in allen Fällen als präzise und korrekt.
Als Synonyme von Termini betrachtete Z. Žemaitis offenbar die nach einem Gedankenstrich aufgeführten Formen: delčios–mėnuliai (russ. луночки). Im MTŽ 1994 ist mėnulis aufgeführt (russ. лун(оч)ка, engl. lune, biangle). Nach einem Gedankenstrich stehen außerdem svara, os–svoris, io (russ. вnc). Im MTŽ 1994 ist nur svoris aufgeführt (russ. вес, engl. weight).
Besonders häufig sind Fälle solcher Termin-Synonyme, bei denen einem russischen Terminus zwei (oder mehr) litauische Termini entsprechen, die folgendermaßen aufgeführt werden: a) nach einem Semikolon: atsakas, o; atsakymas, o (heute nur atsakymas); atstumas, o; nuotolis, io; nutolimas, o (im russischen Teil des Glossars ist auch tolis aufgeführt, das
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Page 12Im litauischen Teil wurde es separat angegeben; heute wird nur atstumas verwendet); begalė, ės; begalybė, ės (werden heute wie auch in M. Šikšnys’ Žodynėlyje als unterschiedliche Termini betrachtet); gretainis, io; lygiagretainis, io (erhalten geblieben ist nur lygiagretainis); suprastėjimas, o; suprastinimas, o (heute suprastinimas) oder b) nach dem Kabel: padėtis, ies, vieta, os (heute werden beide verwendet, aber nicht als Synonyme betrachtet); pasukimas, sukimas (heute sukimasis, posūkis – sie werden nicht immer als Synonyme betrachtet: posūkis: apie ašį, apie centrą, apie tašką und sukimasis: apie ašį, apie tašką, bet ašių posūkis, atkarpos posūkis, elementarusis posūkis, elipsinis posūkis usw.); patikrinimas, tikrinimas, o (heute nur patikrinimas); radimas, o, suradimas, o (heute nur radimas).
Es gibt Fälle, in denen synonymische Termini in getrennten Terminartikeln aufgeführt sind, jedoch dieselbe eine russische Entsprechung haben: pratinimas, pratimas – упражнение und prasmas – упражнение (heute nur pratimas); prietaka, os, pritaikymas, o – приложение und priklotis, ies – приложение (heute nur pritaikymas); tąsa, os – продолжение und tęsinys – продолжение (heute tęsinys).
Z. Žemaitis versuchte ebenso wie M. Šikšnys bereits, Termini zu unterscheiden, die auch in der heutigen Terminologie nicht als Synonyme gelten: aukštis – вышина (как величина) und aukštumas, o – вышина (размер высоты), dydis, džio – величина und didumas, o – размер; значение (величины)2, greitis – скорость (как величина) und greitumas, o – скорость (размер скорости), ilgis – длина (величина) und ilgumas, o – длина (размер длины), plotis, čio – ширина (как величина) und platumas, o (plošio didumas) – ширина (значение), storis – толщина (как величина) und storumas, o – толщина (значение величины), толіѕ, io – даль; расстояние und tolumas, o – расстояние; дальность, talpa – вместимость und talpumas, o – вместительность.
Der Autor des Rinkinelio versuchte auch, weitere Termini zu unterscheiden: apskaitymas, o (russ. вычисление; измерение; вычисление, измерение объема, площади), apskaita, os (russ. вычисление) und išskačiavimas (russ. вычисление). Für diese Begriffe wird heute ein einziger Terminus verwendet, apskaičiavimas (MTŽ 1994), der im Rinkinelyje nicht vorkam. Ebenso brūkšnys, io (russ. черта) und bruožena, os (russ. черта (линия)); dvėjėjimas, o (russ. удвоение (как процесс)) und dvėjimas, o (russ. удвоение (дѣйствіе)); išlauké, ės (russ. внѣ находящееся (на поверхности)) und išorė, ės (russ. внѣ находящееся (в пространстве)). Heute
2 Der Größenbegriff wurde meistens durch das Wort didumas ausgedrückt. A. Dambrauskas empfahl 1919, das Wort dydis zu verwenden (Rumšas 1980: 76), obwohl S. Antanaitis in seiner Rezension von 1918 noch schrieb: „Das Wort didumo oder das in den Gebrauch übernommene „dydis“ <...> eignet sich nicht, um den bezeichneten Begriff auszudrücken, denn didumas, dydis bedeutet in der Volkssprache Körpergröße, Höhe <...>. Am besten passt hier „didybė“, das schon jetzt verwendet wird“ (Antanaitis 1918: 56).
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Page 13Für die genannten Begriffe werden entsprechend nur brūkšnys, dvigubinimas (russ. удваивание, удвоение (MTŽ 1994)) und išorė. verwendet.
2.2. Termini nichtlitauischen Ursprungs
Fast alle im Rinkinyje von Z. Žemaitis aufgeführten Termini nichtlitauischen Ursprungs, für die es keine litauischen Entsprechungen gab, haben sich durchgesetzt. Dazu gehören Bezeichnungen für mathematische Fachgebiete: algebra, aritmetika, geometrija, trigonometrija; Längeneinheiten: centimetras, colis, kilometras, metras, milimetras; Maßeinheiten für Winkel und Bögen: minutė, ės, radianas, o, sekundė, ės; Bezeichnungen geometrischer Figuren: figūra, kūbas (heute kubas), kvadratas, rombas, trapecija; Bezeichnungen von Linien und verwandten Begriffen: elipsoidas, o, hiperbolė, ės, hiperboloidas, o, linija, os, normalė, ės, parabolė, ės, paraboloidas, o (heute paraboloidas) sowie andere allgemeine Termini: astrolebija, os (heute astrolabija), centras, o, elementas, o, funkcija, os, materija, os, planas, o, periodas, o, projekcija, os, proporcija, os, proporcingumas, o, simetrija, os, logaritmas, logaritmuotė; logaritmavimas, o.
Die als Varianten von Z. Žemaitis geltenden Formen analizis, io und analize, ės, bazis, io und bazė, ės lösten erhebliche Diskussionen aus (im russischen Teil des Rinkinio hat bazis das litauische Synonym pamatas, im litauischen Teil ist es nicht verzeichnet), sintezis, io und sintezė. Z. Žemaitis führt beide Termini an, vertrat jedoch noch lange die Ansicht, dass analizis, bazis und sintezis die besseren Termini seien: „Es gibt keinerlei Grund, griechische Termini, die ganz litauisch klingen – analizis, sintezis –, in ihrer bereits zweimal (im Französischen und Deutschen) entstellten Form zu übernehmen (vgl. analizė, sintezė) und sie folgendermaßen zu deklinieren: analizė, analizės, analizei …, wenn sich das Wort ausgezeichnet nach seiner ursprünglichen Grundform deklinieren lässt und zugleich der griechische Akzent bewahrt bleibt <…>“ (Žemaitis 1966: 199–200). Durchgesetzt haben sich jedoch analizė, bazė, sintezė. Als Ergebnisse der Litauisierung gelten die nicht etablierten Formen der Termini aksiomė, ės (heute aksioma), formula (heute formulė), lėmė, ės (heute lema), limbė, ės (heute limbas (dieser Terminus ist in MTŽ 1994 nicht enthalten)), teoremė, ės (heute teorema) (im Terminwörterbuch von M. Šikšnys: aksioma, formulė; teorema).
Auch die grammatische Form des griechischen elipsis, sio änderte sich (der heutige Terminus elipsė wird im Rinkinyje nicht aufgeführt).
Variationen ließen sich bei den Bezeichnungen trigonometrischer Funktionen und den damit verbundenen Begriffen nicht vermeiden: kosekansas (tas), kotangensas, o (tas, o), sekansas, o, sekansinė, ės, tangensas, o (ntas, o), tangensinė, ės, tangensoidė, ės, kosekansinė, ės (tinė, ės), kotangensinė, ės (tinė, ės), kosininė, ės (kosinusinė, ės), kosinus, aus (sas, so), kosinusoide, ės, sinus, aus (sinusas, o), sininė, ės (sinusinė, ės), sinusoide, ės. Nicht nur Mathematiker, sondern auch Sprachwissenschaftler waren
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Page 14unterschiedlicher Auffassungen über litauische Endungen und Deklination: „<...> Es wurde vorgeschlagen, die Wörter sinus, cosinus auch im Litauischen als Nominative zu behandeln und entsprechend zu deklinieren: sinus, sinaus, sinui usw. Offenbar hatte J. Jablonskis entschieden, dass ihre Nominative zu litauisieren seien, d. h. sinusas, kosinusas zu schreiben. Dann wurde erklärt, tangens, cotangens, sekans seien tangensas, cotangensas zu nennen, nicht tangent as, kotangent as...., wie J. Jablonskis es forderte, wobei er sich auf den Grundsatz stützte, dass litauische Nominativendungen an den Genitivstamm eines fremdsprachigen Wortes anzufügen seien“ (Žemaitis 1966: 198). Nach A. Jakštas’ Auffassung sind „sinusai, kosinusai“, „tangentai, kotangentai“ ebenfalls nicht besser als „sinus ir kosinus“, „tangensus, kotangensus“ (Jakštas 1919 1: 359). Die heutigen Formen der Termini tangentas, kotangentas, sekantas, kosekantas setzte P. Mašiotas durch, obwohl 50 Jahre später unter russischem Einfluss erneut tangensas, kotangensas, sekansas, kosekansas Verbreitung fanden (ausführlicher siehe Klimavičius 1969: 18–21). Offenbar führt Z. Žemaitis deshalb auch beide Bezeichnungen für das Minuszeichen an: minus, aus (minusas, o).
2.2.1. TERMIN-SYNONYME UNTERSCHIEDLICHER HERKUNFT
In der Sammlung führt Z. Žemaitis neben nichtlitauischen Termini gelegentlich auch litauische an. Einige davon haben sich durchgesetzt, andere nicht. A. Jakštas, ein Verfechter der Termini nichtlitauischer Herkunft, empörte sich besonders darüber, dass Termini, „die international geworden sind und in der mathematischen Literatur fast aller Sprachen verwendet werden“, litauisiert werden: „Uns scheint, sie seien unnötigerweise litauisiert worden, zumal auch ihre Litauischheit längst nicht überall gelungen ist“ (Jakštas 1919 2: 360). Weder J. Jablonskis noch die Mathematiker jener Zeit (darunter auch Z. Žemaitis) teilten diese Auffassung.
Einen Teil der Termini nichtlitauischer Herkunft korrigierte Z. Žemaitis konsequent. In solchen Fällen werden die litauischen Termini (teils einwortig, teils zusammengesetzt) nach dem Gleichheitszeichen angeführt: binomas, o=dvin aris, io, bisektrisė, ēs=pusiaukampinė, ēs, chordė, ēs=styga, os, cilind eris, io=ritinys, io (A. Jakštas war mit der Verwendung des Terminus ritinys nicht einverstanden: „Ritinis kann unter keinen Umständen einen Zylinder bedeuten“ (ausführlicher siehe Rumšas 1974: 17)), cirkielis, io=skriestuvas, katetas, o=statinis, io, kontro-lė, ēs=tikrinimas; patikrinimas, kūbatura, os=tūrio apskaitymas, matavimas; medianė, ēs=pusiaukraštinė, ēs, ortocentras, o=aukštinių sankryža, radiusas, o=spindulys, io (A. Jakštas schlug statt radiuso radijus vor (ausführlicher siehe Rumšas 1974: 10)), rezultatas, o=gavinys, io; vaisius, aus, segmentas, o=nuopiova, os, sekt oras, o=išpiova, os, stereometrija, os=erdvės geometrija; nach einem Gedankenstrich: (liniuotė, es)–tiesiklė, es, kvadratūra, os–ploto apskaitymas oder mit dem Verweis „siehe“: diametras, o siehe skersmuo, ens.
Denn es ist verständlich, warum Z. Žemaitis beim Litauisieren der Termini dennoch beibehält
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Page 15die Diagonale und die Hypotenuse und damit zeigt, dass ein litauischer Terminus durch einen fremdsprachigen zu ersetzen ist: diagonalė, ės (įstrižainė, ės) und įstrižainė, ės=diagonalė, ės; hipotenuzė, ės (įžambinė, ės) und įžambinė, ės=hipotenuzė, ės.
Nur selten werden der litauische und der fremdsprachige Terminus in einem einzigen Terminologieeintrag angeführt und durch ein Komma oder Semikolon getrennt: postulatas (–tetas)3, dešnis – постулат; principas, dešnis – принцип; pavidalas, o; forma, os – форма; вид. Unklar ist nur, warum es neben den Lemmata dešnis und forma keine Synonyme gibt: dešnis, io – положение, предложение; принцип; постулат und forma – форма. MTŽ 1994 betrachtet pavidalas und forma bisweilen ebenfalls als Synonyme: pavidalas: algebrinis, diagonalusis, diferencialinis usw. (vgl. forma: algebrinė, diagonalioji, diferencialinė, doch gibt es nur apipusė forma, antis imetrinė forma, antroji kvadratinė forma und dergleichen). Postulatas und dešnis; principas und dešnis gelten in MTŽ 1994 nicht als Synonyme: postulatas (russ. постулат, engl. postulate, axiom), dešnis (russ. закон, engl. law, distribution, principle, rule), principas (russ. принцип, engl. principle, law, axiom).
Z. Žemaitis hatte Zweifel am Terminus radikalas. Der in Klammern angeführte litauische Terminus šaknis erschien ihm offenbar selbst ungeeignet: šaknis wird im Artikel radikalas nicht aufgeführt, sondern als Synonym von šakniženklis behandelt. Für das Wurzelzeichen wird heute der Terminus radikalas. verwendet.
Z. Žemaitis hielt auch den Terminus apotemė (heute apotema) für ersetzungsbedürftig und setzte ihn deshalb in Klammern (obwohl er in der Sammlung als Lemma erscheint); nach dem Doppelpunkt folgt die Erläuterung dieses Terminus: Radius des Inkreises (in einem regelmäßigen Vieleck).
Auch das litauische tieseklė setzte sich nicht durch; als sein Synonym betrachtete Z. Žemaitis den heutigen Terminus liniuotė (er führte ihn in Klammern an).
3. SCHLUSSFOLGERUNGEN
Der Beginn des 20. Jahrhunderts war eine sehr wichtige Phase in der Entwicklung der mathematischen Terminologie: Es wurden zahlreiche Mathematiklehrbücher und Aufgabensammlungen in litauischer Sprache sowie die ersten Wörterverzeichnisse mathematischer Fachbegriffe veröffentlicht.
M. Šikšnys’ Wörterverzeichnis der Begriffe aus Arithmetik und Algebra und Z. Žemaitis’ Begriffssammlung zu Geometrie und Trigonometrie waren die ersten litauischen Fachwörterverzeichnisse, die im wiedererrichteten unabhängigen Litauen veröffentlicht wurden. Sie legten den Grundstein für die heutige mathematische Terminologie – der Großteil der Begriffe (sowohl litauische als auch internationale) setzte sich durch.
Allerdings sind nicht alle in den Wörterverzeichnissen aufgeführten Begriffe erhalten geblieben und weiterhin in Gebrauch
3Dies ist eine Variantenform des Begriffs Postulat.
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Page 16in der Mathematik. Besonders häufig sind Fälle, in denen die dort aufgeführten Begriffe in mathematischer Bedeutung heute nicht mehr verwendet werden (Bezeichnung, Stand, Abschnitt (M. Šikšnys); Variante, Klage, Anhang (Z. Žemaitis)). In einigen Fällen hat sich nur die Form der Begriffe verändert: išvadas (= Schlussfolgerung), lygtys (= Gleichung); sudarymas (= Bildung), lyginimas (= Vergleich) (M. Šikšnys). In der heutigen Sprache werden nur wenige der in den Wörterverzeichnissen aufgeführten Begriffe überhaupt nicht mehr verwendet (išdalos (M. Šikšnys); prasmas, skretė (Z. Žemaitis)).
Anhand der angeführten Beispiele lässt sich die Tendenz der Autoren erkennen, mathematische Begriffe zu bereinigen und zu litauisieren. Die Versuche, internationale Begriffe zu litauisieren, waren jedoch nicht immer erfolgreich – in der Mathematik setzten sich jene internationalen Begriffe durch, die bereits seit Langem gebräuchlich waren (Formel, Kubus (M. Šikšnys); Postulat, Prinzip (Z. Žemaitis)).
Die Analyse der Terminologie der ersten mathematischen Wörterverzeichnisse zeigt, dass das zweite Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts eine wichtige Phase bei der Herausbildung der mathematischen Terminologie war. Die Synonymie von Fachbegriffen und die misslungenen Versuche, einige internationale Begriffe zu litauisieren, sind natürliche Merkmale der terminologischen Entwicklung.
HAUPTQUELLEN
Šikšnys M. 1919: Aritmetikos ir algebros terminų žodynėlis. Vilnius.
Žemaitis Z. 1920: Geometrijos ir trigonometrijos terminų rinkinėlis, Kaunas.
WEITERE QUELLEN
Antanaitis 1918: Trumpas aritmetikos vadovėlis. – Lietuvos mokykla 3, 55–57.
LKŽe 2005: Lietuvių kalbos žodynas (elektroninis leidimas), Vilnius.
MTŽ 1994: Matematikos terminų žodynas. Sud. V. Bagdonavičius, P. Golokvoščius, R. Kašuba, J. Kubilius (vadovas), Vilnius.
Šikšnys M. 1918: Matematikos terminų projektas. – Lietuvos mokykla 11, 321–328.
Šikšnys M. 1923: Geometrija, Kaunas.
Šikšnys M. 1939: Aritmetika ir algebra 1, Kaunas.
LITERATŪRA
DŽ2 1972: Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, Vilnius.
DŽ3 1993: Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, Vilnius.
DŽ5 2003: Dabartinės lietuvių kalbos žodynas (elektroninis leidimas), Vilnius.
Jakštas A. 1919 1: Logaritmų knygos penkiais dešimtainiais skaitmenimis. – Draugija 7–8, 359.
Jakštas A. 1919 2: Pr. Mašiotas. Geometrijos uždavinynas. – Draugija 7–8, 359–360.
Klimavičius J. 1969: Tangensas, sekansas ar tangentas, sekantas. – Kalbos kultūra 16, 18–21.
Klimavičius J. 2003: Lietuvių terminografija: praeities bruožai, dabarties sunkumai ir uždaviniai. – Terminologija 10, 9–32.
Klimavičius J. 2005. Terminas prie termino. II. – Terminologija 12, 143–146.
Rumšas P. 1974: Lietuviškų geometrijos terminų istorija. – Mūsų kalba 2, 4–19.
Rumšas P. 1975: Matematikos terminai „Dabartinės lietuvių kalbos žodyne“. – Kalbos kultūra 28, 3–16.
Rumšas P. 1979: Prie matematikos terminijos ištakų. – Zigmas Žemaitis, 52–58.
Rumšas P. 1980: Lietuvių aritmetikos terminai XX amžiaus pradžioje. – Kalbotyra XXXI(1), 69–78.
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Page 17Šikšnys M. 1962: Mano lietuvių kalbos pamokos ir atsiminimai apie J. Jablonskį. – Kalbotyra 5, 81–87.
Šilobritaitė D. 2007: Vienažodžių matematikos terminų sinonimija matematikos vadovėliuose (1910–1940). – Terminologija 14, 146–158.
TŽŽe 2002: Interleksis. Kompiuterinis tarptautinių žodžių žodynas (elektroninis leidimas). Ats. red. A. Kinderys, Vilnius.
Žemaitis Z. 1917: Dėl aritmetikos terminologijos. – Santara 28.
Žemaitis Z. 1966: Lietuviškos matematinės terminologijos istorijai. – Lietuvių kalbotyros klausimai 8, 195–201.
TERMINOLOGY OF THE FIRST DICTIONARIES OF MATHEMATICS
The beginning the 20th century is a very important stage of the creation of terms of mathematics – a lot of textbooks and exercise books of mathematics and, most importantly, first dictionaries of mathematics were published.
Aritmetikos ir algebros terminų žodynėlis (Dictionary of terms of arithmetic and algebra) by M. Šikšnys and Geometrijos ir trigonometrijos terminų rinkinėlis (A collection of terms of geometry and trigonometry) by Z. Žemaitis were the first Lithuanian dictionaries of terms published in already restored independent Lithuania. They laid the foundations for the modern terminology of mathematics – the majority of terms from them took root in the language. However not all terms presented in dictionaries survived and were used in mathematics. The important thing is that special meanings of these terms, but not terms themselves vanished, because these words are still being used (įvardijimas (naming), luomas (caste, estate), skyrius (section, chapter) (M. Šikšnys); atmaina (species, variety), ieškinys (plaint, lawsuit, claim), priedėlis (appendage) (Z. Žemaitis)). There are some cases when only grammatical form of terms or their word-formation changed (išvadas (= išvada) (conclusion), lygt ys (= lygtis) (equation), sudarymas (= darymas) (formation), lyginimas (= palyginimas) (congruence) (M. Šikšnys); liečiamoji (= liestinė) (tangent), kertamoji (= kirstinė) (secant line), veiksmaženklis (= veiksmo ženklas) (action sign) (Z. Žemaitis)). Only few terms from these dictionaries fell out of the usage in the modern language completely (išdalos (M. Šikšnys); prasmas, skretė (Z. Žemaitis)).
In the earlier mentioned dictionaries there are some synonyms of terms (of the same or different origin), which are presented in brackets, after comma, dash or equal sign. However it is quite difficult to judge the synonymy, because rather frequently one Russian term has two or three equivalents, which in Lithuanian parts of dictionaries are presented as separate terms and in Russian parts – in the same term entry.
The wish to purify terms and make them more Lithuanian is a particularly noticeable tendency. Terms of the foreign origin are not numerous (especially in the dictionary of M. Šikšnys). Almost all of them have Lithuanian equivalents, which are viewed as main variants. However, not all attempts to substitute international terms with Lithuanian terms were successful. There are few international terms the textbooks of mathematics, which were in usage for a long time (formulė (formula), kubas (cube) (M. Šikšnys); postulatas (postulate), principas (principle) (Z. Žemaitis)).
Gauta 2008-12-05
Diana Šilobritaitė Lietuvių kalbos institutas P. Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius E. paštas: [email protected]
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