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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, II

LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA

DIE DEKLINATION DES SUBSTANTIVS IM DIALEKT VON LINKMENYS

J. KARDELYTĖ

Das Gebiet des Dialekts von Linkmenys (linkmenės; im Folgenden Lkm) umfasst den nördlichen Teil des Rajons Švenčionėliai. Zu diesem Dialekt gehören 50 Dörfer. Das größte Zentrum ist Linkmenys. Nördlich des Lkm-Dialektgebiets erstreckt es sich etwa 12 km, südlich 8 km, östlich und westlich jeweils 7 km. Die Größe des Dialektgebiets wurde anhand zweier grundlegender phonetischer Kriterien zu bestimmen versucht: 1. *tj, *dj > c, dž, z. B.: mažai, svėčas1, džaukšmas, medžei; 2. Das alte lange baltische (und indoeuropäische) a ist in unbetonter Stellung erhalten geblieben, jedoch auf Halblänge verkürzt; unter Betonung entspricht ā > o, z. B.: na.rėjau, aber nūru, sta.vėjau, aber stóvju (das o des Dialekts ist viel breiter als das lk. o).

§ 1. Genus der Substantive.

Die Substantive im Dialekt von Linkmenys sind männlichen, weiblichen oder gemeinsamen Geschlechts. Das Genus wird gewöhnlich morphologisch bestimmt; gelegentlich weist jedoch ein morphologisches Merkmal (Stamm, Endung, Deklination) auf das andere Genus hin. Das Bezeichnete stimmt gewöhnlich auch im Genus mit dem Bezeichnenden überein. Z. B.: pamergi·s (tóks jaunas pamergi·s, aber auch — nū, ir graži pamergi·s); darbin·kas (tóks ti iš jos ir darbini·kas; baizd darbin·kas tó ju. mergą; aber auch — anā tai darbini·ke., nė sedi runku. sudėjus).

Einige männliche Familiennamen haben ihrer Form nach eine Endung wie im Standardlitauischen beim weiblichen Geschlecht, z. B.: daili·de., dru.teikà, maceikà, mažèikà.

§ 2. Weitere Substantive werden ohne Bedeutungsunterschied nebeneinander sowohl im männlichen als auch im weiblichen Geschlecht verwendet, z. B.: gi.slõnas || gi.slõnė. „Plantago“, paũkšti.s || paũkštė., pũ.srubli.s || pũ.srubla., pilnatis || pilnatė. || pilnati.s „Vollmond“, varnalėša || varnalėšas. Ebenso einige Substantive mit den Präfixen ažũ-, api-, api-, pa-, z. B.: ažũ.lunkė. || ažũ.lunki.s „Umweg“, ažũ.stala. || ažũ.stali.s, ažũ.peče. || ažũ.peči.s, ažũ.ve.ja || ažũ.ve.ji.s, ažũ.kumpe. || ažũ.kumpi.s, api'tumsa. || api'tumsi.s || apitumsi·s „Dämmerung“, api'jausra. || api'jausri.s || apijausri·s; pastalė || pastali·s, pasiola. || pasioli.s, pamiškė || pamiški·s, pabałė || pabałi·s, aber nur panõsa., paaki·s, paausi·s.

§ 3. Gemeinsames Geschlecht

ist im Dialekt recht häufig. Die meisten Substantive dieses Geschlechts sind o-Stämme, z. B.: api.kula „Apyvkaišis“, dilba, „lang und unbeholfen“, drimbaila, džusna, i.šjuoka „einer, der alle verspottet“, kerešpla, kėrpla.ša,

1Neben den drei im Standardlitauischen verwendeten Akzentzeichen wird in der Dialektbeschreibung auch das Zeichen für den mittleren Akzent (ˇ) verwendet; es zeigt entweder einen halblangen Laut oder eine betonte Wortsilbe an, z. B.: bu.va, vi.sas, du'mai, šuolas.

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kevėša, kevėrža, klėiva, klipsà „verwahrlost“, kramūila, kramėžà „der oft hustet“, kvaiša, lepsà, lėrva, liūpauka „Versager“, meletà „der viel und schnell redet“, meketà, mikšà, naktipóva „Nachtwandler“, pakaràila „Hitzkopf“, pakusà „der andere verführt und anstachelt“, pašàipa „der sich über andere lustig macht“, pešėna „ein Zerzauster“, pečėlinda „schmutzig und rußig“, rógla, sanatà „der sich für alles interessiert, neugierig, ernst; auf junge Leute bezogen“, sti.pena „ein Eingetrockneter“, šū.kata „ein Eingetrockneter, ein Schwächling“, šaukola „der laut spricht und ruft“, šepetà „ein Zerzauster“, škabálda „ungeschickt“, tepsà, vepsà, ža.pli.nà.

o-Stämme: muklà, šuplà „zahnlos“, truklà „beleibt, ungeschickt“.

a-Stämme: lūšas, taiškalas.

ė-Stämme: mėme. „still, schweigsam“, kėve. „schlechtes Pferd“, klabáte. „ein Verwahrloster“, žiuobra. ~ žiuobrė „schwarz, schmutzig“.

§ 4. Numerus.

Neben Singular und Plural wird auch der männliche Dual verwendet, und zwar nur mit dem Zahlwort du ‚zwei‘ und dem Pronomen abu ‚beide‘. Er kommt nur im Akkusativ vor, z. B.: dù baišoni „sehr große“ klūonu jau iškū.la.; dù kupstelìu supì.la, ir ganà; abù laukù šū.ves „fuhr zusammen“; abù bernokù išlaide., tai šì.ka kai pirštas. Für das Femininum ist folgende Äußerung belegt: abì akì išdū.ra., ir ganà.

Singularia tantum und Pluralia tantum sind wie im lk. Doch wenn man eine Stoffmenge oder große Menge bezeichnen will, werden Singularetantum-Substantive im Dialekt häufig auch im Plural verwendet, z. B.: kėturaz duonas iškèpiau; žėri kaip devìna. saula.s; tri saulalàs pralàisi ir grìšk namò; par jùos tai baisu. sme.lė; tokì plòtai ažùsėta, kadù jùos apkùokna.sma „wir werden sie umgehen und die Arbeit erledigen“. Pluraliatantum-Substantive werden in Äußerungen, in denen ein Teil eines Stoffes gemeint ist, mitunter im Singular verwendet, z. B.: š.šeigai ir márškina. netù.ri; kruòpu. iñmetei pūòdan, tai vǐs tirščài; raìka mìlta. acinėšt; màlka sausà, tai nàta „sehr“ dèga; nei táuka., nei làšina. vì.su. žiēm nemàtė.

§ 5. Kasus.

Neben den sieben Kasus des lk. wird im Dialekt auch der Illativ verwendet (der in ganz Ostlitauen vorkommt), z. B.: miškan, pieva.n, laukùosna, -an, -nan, dirva.sna, -an, -nan.

Im Dialekt kommen Substantive vor, deren Stämme und Akzentuierungen sich von denen im lk. unterscheiden. Diese Formen werden nach den Paradigmen angegeben.

§ 6. a-, ia-Stamm

Singular

V. krū̀mas, mi̇̀škas, piršlìs, mèdis, kė̀las, vagìs

K. krū̀ma., mi̇̀ška., piršlà.

N. krū̀mui, mi̇̀škui, piršlìui

G. krū̀mu., mi̇̀šku., piršlì., kė̀lu.

Įn. krū̀mu, miškù, piršlù

Vt. krū̀mi, miškì, mèdi., kė̀li.

Š. bernè, apùoke, piršlì, piršlì', vagìe

Il. krū̀man, miškàn, mèdin, kė̀lan

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Plural

N. krū'mai, miškai, piršlėi, medžei

G. krū'mų, miškų, piršlų, medžų.

D. krū'mam, miškám, piršlám, medžam

A. krū'mus, miškùs, piršlùs

I. krū'mais, miškais, piršlėis, medžeis

L. krū'muos(u), miškuos(ū), medžuos(u), keliuos(ū)

Ill. krū'muosna, -san, -snam; medžuosna, -san, -snam

miškuosna, -san, -snam; keliuosna, -san, -snam

a-, ai-Stämme. Besonderheiten der Kasusendungen der Substantive

§ 7. Die bewegliche Endung a im Nom. Sg. a-Stamm fällt niemals aus. Der ia-Stamm hat zwei Endungen: -i’s (betont), -i.s (unbetont) und -(i)as. -i.s ist die unbetont verkürzte alte Endung, vgl. preußisch rikijs, das estnische baltische Lehnwort tagijas. Eine solche Endung haben auch alle Substantive des ia-Stamms. Auch jene ostlitauischen Dialekte, in denen Endungen nicht verkürzt werden (Kupiškis, Svėdasai, Dusetos, Rokiškis, Zarasai, Tauragnai, alle ostlitauischen Dzūken), haben eine solche Endung. Mit der Endung is gibt es nur ein Wort — vagis, das wie piršl’is, dekliniert wird; nur im Vokativ Sg. gehört es zum i-Stamm.

Neben mėdi.s gibt es in der Mundart auch medžas. Diese letztere Form wird in der Bedeutung „gefällter Baum“ gebraucht (z. B.: es wurde mit so schönem Holz zugedeckt; solches Holz wird gut wachsen; schönes Holz wächst bei ihnen — hier ist Baumaterial gemeint). medžas wird in dieser Bedeutung nur im Sg. verwendet; im Pl. bezeichnet es bereits nicht gefällte, sondern wachsende Bäume. In dieser Bedeutung haben diese Form auch alle ost-dzūkischen Mundarten sowie die Žalininkai- und Žadininkai-Mundarten. In der Gegend von Gervėčiai und Pelesa wird es in der Bedeutung „Wald“ gebraucht (z. B.: die Kuh lief in den Wald; ein schöner Wald wächst). Die Form medžas dürfte wohl älter sein als medis.

§ 8. Der Sg. Lok. des ia-Stamms ist endungslos: ia-Stamm. ohne Endung -je: -i. (bei Baritonen) und -i’ (bei Oxytonen). Eine solche Endung haben auch der i-Stamm und der konsonantische Stamm (siehe §§ 34, 37, 41, 44).

§ 9. Vn. il. a-kam. yra -an (<-*ama); ia-kam. -in (<-*ina). Toks iliatyvas su atitinkamais kamiengaliniais balsiais yra ir visų kitų kamienų.

§ 10. Der Sg. Vok. vieler Substantive des a-Stamms wird sowohl mit dem Stammauslaut a-Stamm -e-, als auch mit der Endung -ai, gebraucht, z. B.: apušoke || -ai, baravì.ke || -ai, baròne || -ai, kàtine || -ai, kèrpla.še || -ai, kelmè || -ai, pirmìni.ke || -ai, pašè || -ai, ragè || -ai, tèvai || -e.

Einige Substantive des a-Stamms treten nur mit dem Stammauslaut a-Stamm -e, auf, z. B.: diẽve, vaikė, vargè, vĩ.re; andere nur mit -ai, z. B. krūmai.

Eigennamen und Wörter, die sie vertreten, stehen im Sg. Vok. mit der Endung -ai, mehrsilbige Formen können auch ohne diese Endung vorkommen, z. B.: adòmai || àda.m, jarūonimai || jarūonim, juòzupai || juòzup, mĩ.kai, pėtrai, untā.nai || unta.n, ta.tū.kai || tātuk, sanèlū.kai || sànèluk, de.dūlù.kai || de.dùluk.

Bei Nachnamen und Namen mit den Suffixen -(i)okas, -(i)u.kas besteht der Vokativ allein aus dem Stamm, z. B.: àlekna.k, blàiša.k, kàrdela.k, kàza.k, unā.tana.k, mažèikuk, bìn-da.ruk, pėtruk, stàsuk. Bei Formen mit den Suffixen -ojas, -ėjas lautet die Sg.-Vok.-Endung die des iu-Stamms, z. B.: artòjau, pja.vėjau. Der Sg. Vok. von bròlis lautet bròli und bra.lū. Diese Form wird auch verkürzt gebraucht und hat dann nur Partikelbedeutung — brò und brà (wo warst du, brà || brò; das war doch ein Leben, das gewesen ist).

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§ 11. Die Formen des Dativs Plural haben kein auslautendes s.

§ 12. Die Formen des Lokativs Plural sind zweierlei: mit der Endung -su und eine phonetisch verkürzte Form (ohne -u). Häufiger wird die vollere Form, d. h. mit -su, verwendet. Eine solche Endung gibt es auch in anderen Stämmen. Im Femininum wird sie nur mit -su verwendet; im Maskulinum zeigt sich bereits eine Tendenz zur Verkürzung. Diese Endung ist in alten Schriftdenkmälern und auch in anderen indogermanischen Sprachen belegt (vgl. skr. ášveṣu, ssl. dušexo); ebenso werden Formen mit dieser Endung in der Umgebung von Švenčionėliai und Švenčionys noch von allen Mundartsprechern verwendet.

§ 13. Der Illativ Plural hat drei Endungen.2 -uosna, -uosan, -uosnan.

§ 14. In der Mundart gehören auch die folgenden Wörter zu den a- und ia-Stämmen: atósta.gai, balãnas, brūnduolas, kùlnas „Ferse“, nũ.maras, pėdas „Fußsohle“; ave.ti’s, jurgi.mi.s „Dahlie“, dugni’s, ludakaĩti.s „Hecht“, pagãlvi.s „Kopfkissen“, pažašti’s, pažãuni.s, ramū.ni.s, skrì.beli.s, ungli.s (siehe auch § 2).

§ 15. Bei zweisilbigen Wörtern der IV. Akzentklasse kann im Vokativ Singular der Akzent sowohl auf dem Stamm als auch auf der Endung liegen, z. B.: maišė || -ė, vargė || -ė, vaikė || -ė. Nur das Wort dievė trägt stets den Akzent auf dem Stamm.

Bei Eigennamen und den sie ersetzenden Wörtern liegt der Akzent der kürzeren Formen im Vokativ Singular auf dem Stamm, z. B.: kažuk, pėtruk, unt.a.n, tãuk, sãneluk. Nur bei einer besonderen Intonation dieser Wörter (wenn man aus der Ferne ruft) wird manchmal auch das Wortende betont, z. B.: kažù.k, untãn, saneliũ.k.

In allen übrigen Kasus stimmt die Akzentstelle mit der im lk. überein.

§ 16. In der Mundart werden die folgenden a- und ia-Stammwörter anders als im lk. betont:

I. Akzentklasse. a-Stämme: amãtin.kas, dvarìni.kas, gi.slõnas, kálnas, kùodas, skùndas, težas (in allen Kasus des Singulars und Plurals ist die alte Akzentstelle erhalten); Substantive mit dem Suffix -unas: bastũnas „einer, der umherstreift“, keikũnas „einer, der flucht“, raudũnas „einer, der weint“, sailũnas „Speichellecker“, snibždũnas „Schwätzer, Zauberer“. ia-Stämme: gi.vaplaukis, giõli.s, gurũli.s „harter Erdklumpen“, vgl.: dirva.j vienì gurvòlei, šì.vis neìšakėta, stiobri.s.

II. Akzentklasse. a-Stämme: kūolas, kmĩnas, lauštùvas, plėntas. ia-Stämme: aple.paiši.s, gra.blãdu.ni.s „Rechenzahn“, vürži.s, žvagũ.li.s „Glöckchen“.

III. Akzentklasse. a-Stämme: grãbe.stas, ágrastas, akūotas (Singular I), ìnkstas, ìntapas, jãžminas, kãimas (Singular I), kūodas, pãvi.das, pu.dìmas, šãutùvas (Singular I). ia-Stämme: api.-vakarì.s, rũ.pesti.s, terpežì.s, ve.škelì.s, va.ke.ti’s; Substantive mit den Suffixen: -ėjas3, z. B.: a.rėjas, pja.vėjas, kirtejas, rišėjas, ša.kėjas; -ìnas, z. B.: alksmì.nas, berã.nas, kimsmì.nas, u.žuolì.nas.

§ 17. o- und io-Stämme

Singular

V. pieva, šakà, gĩrà, martì K. pievà.s, šakõs, gĩ.ra.s, marcõs N. pievài, gi.rei G. pievù., gi.rù. Įn. pievù, šakù, gĩrù Vt. pievà.j, šakõj, gi.ra.j, vilnõj Š. šãka, mũ.sa Il. pievà.n, šakõn, gi.ra.n, vilnõn

2 Žr. A. Laigonaitė, Vietininkai dabartinėje lietuvių kalboje, Filologijos mokslų kandidato laipsnio disertacija, rankraštis, 31-35, Vilnius, 1956.

3 Die Formen mit dem Suffix -ėjas im Singular sind auf der ersten Silbe betont.

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Plural

V. pieva,s, gi.fa,s

K. pievu., šakū., gi.fu., marcū.

N. pieva.m, šakōm, gi.fa.m, marcōm

G. pievās, šakās, gi.fās

Įn. pieva.m, šakōm, gi.fa.m, marcōm

Vt. pieva.su, šakōsū, gi.fa.su, ailōsū

Š. gālva.s, gi.fa.s

Il. pieva.sna, -san, -snan; gi.fa.sna, -san, -snan; šakōsna, -san, -snan; ailōsna, -san, -snan

Besonderheiten der Kasusendungen bei o- und io-stämmigen Substantiven

§ 18. Der Singular-Lokativ steht ohne auslautendes -e; -e.j (bei den Baritonen), -oi (bei den Oxytonen).

§ 19. Die Endungen des Plural-Dativs und -Instrumentals sind zweizählig: -a.m (bei den Baritonen) und -om (bei den Oxytonen). Zum Singular-Instrumental, Plural-Lokativ und -Instrumental siehe §§ 9, 12, 13.

§ 20. In der Mundart gehören auch folgende Wörter zu den o- und io-Stämmen: api.va.ra, akī.zara, bailà „Angst“, bùlba, gáilista „Bedauern“, gírsa „Quecke“, lirdà, mãsala, nagà „Nagel“, pãgra.psta.s „Schabsel“, pôva „Pfau“, strėlà „Pfeil“, sù.plaukas „Schaukel“, šli.na, tirštuma.s, vėžà, u.škunda „Imbiss“; ailà, bruknà, dalà „1. Anteil 2. Teil“, ladaunà „Eisgrube“, meškerà, mušà, stãlaka.ja „Tischbein“, salà „Saal“, špulà, tarpū.ka.ja, u.žėnà „windstille Stelle“.

§ 21. Weibliche Namen mit e-Stamm sind in der Mundart zu ia-Stämmen übergetreten (wohl unter dem Einfluss der belarussischen Sprache), z. B.: genà, janà, marà, stašà, vilà. Diese Formen betonen stets die Endung.

§ 22. Anders als in der lk.-Mundart werden folgende o- und io-stämmige Wörter betont: Akzentklasse I. o-Stämme: išrù.ga.s, pãma.ka, vãlunda, šãrna (auch III), žãuna (auch III); Substantive mit den Suffixen: -i.kla, z. B.: gan'i.kla, gird'i.kla, mu.k'i.kla, skerd'i.kla; -i.na4, z. B.: ba.bi'na, bulbi'na, karvi'na, višti'na.

io-Stämme: atãsaja „Teil des Geschirrs“, ažū.ve.ja, außerdem Substantive mit dem Suffix -i'ča, z. B.: alekni'ča „Tochter der Alekniai“, dru.teik'i'ča „Tochter der Drūteikos“, kardel'i'ča.

Akzentklasse II. a-Stämme: lū.ba.s, meškà; ia-Stämme: eidã.s.

Akzentklasse III. o-Stämme: kãmana.s (auch I), su.sparà; Substantive mit dem Suffix -iena, z. B.: avižienà „abgemähtes Haferfeld“, me.žienà „dasselbe“, rugienà; io-Stämme: akėča.s (auch I).

Akzentklasse IV. a-Stämme: du dà, ošrà, valkšnà „einmaliges Ziehen des Netzes“. ia-Stämme: pirkà, außerdem Substantive mit dem Suffix -ėjā, z. B.: pja.vējā, rišējā, siuvējā.

§ 23. é-Stamm

In der Mundart sind fast alle e-stämmigen Substantive femininen Geschlechts. Nur dėdė., tėtė. (Neubildung), dail.dė. (Familienname) sind maskulinen Geschlechts; außerdem gibt es einige Beispiele des gemeinsamen Geschlechts (siehe § 3).

4 Das Suffix -i'na hat eine augmentative und pejorative Bedeutung.

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Singular

Plural

Nom. ū.pæ., katė ū.pæ.s

Gen. ū.pæ.s, katės ū.pju., kačių

Dat. ū.pei ū.pæ.m, katėm

Akk. ū.pi. upės

Instr. upi ū.pæ.m, katėm

Lok. ū.pæ.j, duobėj ū.pæ.su, duobėsu

Vok. lāpe lāpe.s

Ill. ū.pæ.n, duobėn ū.pæ.sna, -san, -sman

duobėsna, -san, -sman

ė-Kasus. Besonderheiten der Kasusendungen von Substantiven.

§ 24. Der Sg. Lok. steht ohne auslautendes -e., -ėj (bei Barytonen), -ėj (bei Oxytonen). Die Endungen des Pl. Dat. und Instr. sind dualisch: -æ.m (bei Barytonen), -ėm (bei Oxytonen). Sg. Akk., Pl. Lok. und Akk. siehe §§ 9, 12, 13.

Das Wort ž.e.vė ~ žievė hat im Sg. Instr. zwei Endungen: -i (< -en) — žievį und -u — žievju. Die zweite Endung wurde nach den io-Stämmen verallgemeinert.

§ 25. Die Vokativformen der Substantive mit den Suffixen -otæ., -u.tæ., -ėlu.tæ. stehen im Sg. überwiegend als bloßer Stamm, z. B.: galva.t (į) „Köpfchen“, mergā.t (į), aušca.t (į), māru(t) „Marytė“, stāsu(t), sānėlu(t), runėkelu(t). Der Endkonsonant ist meist hart, seltener weich. Diese Formen tragen stets den Akzent auf dem Stamm. Sehr selten kommen Formen mit auslautendem -e vor, z. B.: mergōte, danū.te, skaralū.te. Solche Formen haben den Akzent stets auf dem Suffix.

Substantive mit dem Suffix -ėlote. werden im Sg. Vok. häufiger mit -e, seltener als bloßer Stamm gebraucht, z. B.: avelėte, galvelėte, ka.jelote. Diese Formen tragen den Akzent auf dem Suffix.

§ 26. Alle Substantive der ē-Stämme, vor deren Stammauslaut die Konsonanten l, r, s (seltener n, t) stehen, z. B.: sāula., kepū.ra., pū.sa. werden nach dem oben angegebenen Paradigma flektiert; lediglich die Vokale der Endungen haben sich gemäß den phonetischen Gesetzen des Dialekts qualitativ verändert.

§ 27. Im Dialekt gehören auch die folgenden Wörter zu den ē-Stämmen: atvirū.tæ., aukšlė „Aland (Fisch)“, dālgæ., darbīmetæ., kasāpine. „Schleife“, krikštāšuola. „Ehrenplatz am Tisch“, kū.late. „Dreschen“, lāive. „Schiff“, mālate. „Mahlen“, mušōmira. „Fliegenpilz“, saldaine., tarpū.kalna., tōšæ., ug nākura., ver pate. „Spinnen“, žibinkšte. (siehe auch § 2).

Zu Wörtern des Typs pū.snis, ū.snis siehe § 42.

§ 28. Abweichend vom LKM-Dialekt werden folgende ē-stämmige Substantive betont:

Akzentuierungsklasse I: gārbe. „Ehre“, me.li.ne. (Beere), žū.kla.~žūklė; Substantive mit den Suffixen -eli.tæ., -elu.tæ., -u.tæ., z. B.: galve.l'tæ., mergeli.tæ., ba.be.lū.tæ., sukne.lū.tæ., kašū.tæ., runkū.tæ..

Akzentuierungsklasse II: kāla.~kalė, lėla.~lėlė, mī.sla., rupū.že., skrāgždæ.~skregždė, žvaigždæ.

Akzentuierungsklasse III: buožė, duobė, indrė „Schilfrohr“, ri.kštė, sailė, starblė; Substantive mit dem Suffix -i.kle, z. B.: baidi.kle, šaudi.kle, ve.ti.kle..

Akzentuierungsklasse IV: blizgė, gnū.štė, gri.štė, ke.lė~kielė, žlu.gė.

170

§ 29. u-, iu--Stämme

Alle u-, iu--stämmigen Substantive sind im Dialekt maskulin.

Singular

Nom. turgus, medùs, pūodžus

Gen. turgaus, medaũs, pūodžiaus

Dat. turgui, pūodžiui

Akk. turgų, pūodžų;

Instr. turgum || turgù, medum, pūodžum || pūodžiu

Loc. turgùj, medùj, pakraũšu || pakraũši.

Voc. su.nau, pūodžau

Ill. turgun, medun, pakraũšun || pakraũšin

Plural

N. turgai, pūodžei

G. turgų, pūodžių

D. turgam, pūodžam

A. turgūs, pūodžūs

I. turgais, pūodžeis

L. turg(u)os(u), pakraũšuos(u)

V. su.nai, pūodžei

All. turg(u)osna, -san, -snan; pakraũšuosna, -san, -snan.

§ 30. Zwe silbige Substantive mit u-, iu-Stamm haben im Singular in allen Kasus ihre Stammendungen beibehalten; im Instrumental neigt man jedoch zum Übergang zum a-, ia-Stamm (nicht bei allen Wörtern, z. B. wird medum nur mit u-Stamm verwendet), obwohl die Endungen des u-, iu-Stamms häufiger verwendet werden.

§ 31. Daugiaskiemeniai daiktavardžiai šalia savo kamienų galūnių turi ir ia-kam. galūnes, pvz.: vasarõjus || vasarõjas, vasarõjaus || vasarõja, vasarõjum || vasarõjan || vasarõjin.

§ 32. Im Plural haben sowohl zweisilbige als auch mehrsilbige Substantive in allen Kasus Endungen des a-, ia-Stamms. Nur das Wort pietus (Bedeutung: Mahlzeit am Mittag) hat in allen Kasus die Endungen des u-Stamms beibehalten, nur im Instrumental die des a-Stamms:

N. pietus

G. pe.tū

D. pe.tūm

A. pietūs

Instrumental Įn. pe.tūm || pe.tais

Die Nutzungs- und Einzelformen sind dualisch:

171

Fälle des Stammwechsels

§ 33. In der Mundart von Lkm. sind i-- und Konsonantenstämme vermischt (bei denselben Wörtern sind einige Endungen i-stämmig, andere konsonantisch). Auch werden häufig dieselben Formen mit Endungen von Stämmen anderer Klassen (a-, ia-, o-, io-, ē-) verwendet. Solche Wörter, deren Stämme in verschiedenen Kasus vermischt sind, werden anhand mehr oder weniger einheitlicher Kasusendungen in 5 Gruppen eingeteilt (hauptsächlich wurden der Genitiv Singular sowie der Nominativ und Genitiv Plural berücksichtigt). Zur ersten Gruppe gehören reine i-Stamm-Substantive. Solche Substantive wurden in der Mundart nur wenige gefunden.

I

§ 34.

Singular

Plural

V.

akìs

akì.s

K.

akìes, nòses

akũ', nòšù.

N.

ákei

akìm

G.

áki.

akìs

Instr.

akù~akia

akìm

Vt.

akì', nòši.

aki'sù || aki'sù || aki'su

Š.

naktìe, nòse

áki.s

Il.

akìn, nòsin

aki'san, -sna, -snan

§ 35. Wie akìs werden auch dalìs, márštis, naktìs, nòsis, páltis, šàlis. Die meisten Kasus dieser Wörter haben die Endungen des i-Stamms bewahrt, doch sind sie meist von den phonetischen Gesetzmäßigkeiten des Dialekts beeinflusst.

§ 36. Der Singular-Lokativ lautet wie im Litauischen, jedoch ohne die Endung -je. Zum Singular- und Plural-Illativ siehe §§ 9, 13. Der Singular-Instrumental aller dieser Wörter hat die Endung des io-Stamms: akù, nòšu, nakù, dalù. Das Wort makštìs hat im Singular-Instrumental neben der Endung des io-Stamms auch die Endung des i-Stamms: makščiu || makš-tìm; das Wort šàlis hat im Singular-Instrumental nur die Endung des i-Stamms: šalìm (dieses Wort ist im Dialekt neu). Plural-Dativ und -Instrumental sind Dualformen (Baritone unterscheiden sich auch hinsichtlich des Akzents nicht, z. B.: nòšim). Im Plural-Lokativ werden drei Formen verwendet. Die Form aki'sù hat die alte Endung (vgl. § 12) und wird häufiger gebraucht. Die Formen mit den Endungen -i'sù und -i'su sind Kontaminationsformen (vgl. lit. akyše). Es ist schwer zu sagen, wie die Formen aki'su, naktì'su usw. zu akzentuieren sind: ob es sich um eine alte Akzentuierung handelt oder ob der Akzent von der Endung zurückgezogen wurde; denn im Dialekt wird nicht unterschieden, ob die Akzentuierung der betonten Silbe dieser Formen fallend oder steigend ist.

II

§ 37.

Singular

Plural

V.

pìrtis

pìrtes || pìrtì.s

K.

pìrtès

pìrcù.

N.

pìrtei || pìrtei

pìrtìm

G.

pìrtì.

pìrtìs, svìrtis

Įn.

pìrcù || pìrtì

pìrtìm

Vt.

pìrtì', svìrtì.

pìrtìsù || pìrtì'sù || pìrtì'su

Š.

širdìe, svìrte

žvèras || žvèri.s

Il.

pìrtìn

pìrtì'san, -sna, -snan

172

§ 38. Wie pirtìs werden auch širdìs, šùtis (IV kirč.) „eine Fläche, die mit einem Schwung der Sense oder Sichel gemäht wird“, a.belės, akalūnės, ašìs, atajūnės, atlikūnės, ausìs, blužnìs, dū.ras, gelazìs, geluonìs, grūndìs, ligōnìs, lū.tìs, me.scōnìs, mōterìs, perajūnìs, prāpultìs, ru.šìs, ru.kštìs, skauturìs, svìrtìs, šaknìs, šerdìs, tūlzìs, votìs, žvėrìs, žuvìs dekliniert.

§ 39. Der Genitiv Singular aller Wörter dieser Gruppe hat die Endung -es des konsonantischen Stamms bewahrt. Unter dem Einfluss des Litauischen beginnen einige jüngere Sprecher des Dialekts bereits (selten), auch Formen mit der Endung des i-Stamms zu verwenden: ausìes, pirtìes, žuvìes. Einige Wörter, deren Stamm auf die Konsonanten z, d endet, haben im Nominativ Singular sowohl eine Endung des ē-Stamms (häufiger gebraucht) als auch eine des io-Stamms, z. B.: prāpultei || prāpulcei, ru.kšteì || ru.kšcei, svìrtei || svìrcei, vōtei || vōcei, während die Wörter grūndìs, kūndìs, lū.tìs, šerdìs nur mit der Endung des ē-Stamms gebraucht werden: grūndei, kūndei, lū.tei, šērei. Substantive mit den Suffixen -uonis, -onis haben im Dativ Singular nur die Endung des ia-Stamms, z. B.: atajūniui, atlikūniui, ligōniui, me.scōniui, während gēluoniu || gēluonei. Die Formen des Instrumentals Singular werden mit zwei Endungen verwendet: der des io-Stamms und der des ē-Stamms, z. B.: gēlažu || gēlaži, svìrcu || svìrti, tūlžu || tūlži. Bisweilen (und nur bei einzelnen Wörtern) kommen auch Formen mit der Endung des i-Stamms vor, z. B.: širdìm, tūlžìm. Am häufigsten werden Formen mit der Endung des io-Stamms verwendet. Der Nominativ Plural hat die Endung -es des konsonantischen Stamms bewahrt: gēlažes, me.scōnes, žū.ves. Formen mit der Endung des i-Stamms werden bisweilen nur von jüngeren Sprechern des Dialekts verwendet. Im Genitiv Plural haben manche Wörter dieser Gruppe nur die Endung des konsonantischen Stamms, z. B.: dū.ru, mōteru, žuvì; andere Wörter werden gleichermaßen mit der Endung des konsonantischen Stamms und der des i-Stamms verwendet, z. B.: a.belū || a.belū, ausū || ausū, gelazū || gelazū, skauturū || skauturū, žu.sū || žu.sū, žve.rū || žve.rū, šaknū || šaknū. Die Wörter ašìs, grūndìs, kūndìs, pirtìs, prāpultìs, ru.kštìs, šu.tìs, svìrtìs, širdìs, tūlzìs und die Substantive mit den Suffixen -uonis, -onis haben im Genitiv Plural nur die Endung des i-Stamms.

§ 40. Die Vokativformen oxytone Wörter im Singular sind wie im Litauischen; Barytone haben die Endung des ē-Stamms. Substantive mit den Suffixen -uonis, -onis haben im Vokativ Singular die Endung des ia-Stamms: atajūni, ligōni.

III

§ 41.

Singular Plural

N. ū.gnis ū.gnes || ū.gne.s || ū.gni.s G. ū.gnes || ū.gne.s ū.gnū. D. ū.gnei ū.gnim || ū.gne.m A. ū.gni. ū.gnis I. ū.gnū || ūgnì ū.gnim, ū.gne.m L. ū.gne.i || ū.gni. || ūgnì ū.gni.su, ū.gne.su V. kārte || va.verìe vōveras Ill. ū.gne.n || ū.gnin ū.gni.sna, -san, -snan ū.gne.sna, -san, -snan

§ 42. Wie ū.gnis werden auch ìltis, kārtis, kì.birštìs, krōsnìs, krū.snis, kūlšìs, pìntìs, pū.snis, skìltìs, svìrtìs, šū.snis, ūnkštìs, va.verìs, vērpstìs dekliniert. Der Genitiv Singular der Wörter dieser Gruppe wird mit der Endung des konsonantischen und des ē-Stamms verwendet. Sehr selten, nur von jüngeren Sprechern, wird auch die Form mit der Endung des i-Stamms gebraucht: ugniès. Der Instrumental Singular wird gewöhn-

173

Die Endung des io-Stamms wird häufiger verwendet, die Endung des ė-Stamms seltener. Noch seltener wird die Endung des i-Stamms verwendet: ū.gnim, pūntim (so wie bei 1k., nur ohne die Endung -i); die Formen des Lokativs Singular haben zwei verschiedene Endungen: die des ė-Stamms und die des i-Stamms. Beide Endungen werden nebeneinander verwendet. Der Vokativ Singular hat die Endung des ė-Stamms; nur werden Wörter mit Endbetonung bisweilen auch mit der Endung des i-Stamms gebraucht. Neben der Endung des i-Stamms hat der Illativ Singular auch die Endung des ė-Stamms.

§ 43. Im Nominativ Plural wird häufiger die Form mit der Endung des konsonantischen Stamms -es verwendet, obwohl man zunehmend auch die Endung des ė-Stamms gebraucht. Formen mit der Endung des i-Stamms werden sehr selten verwendet. Dativ, Instrumental, Lokativ und Illativ Plural haben neben der Endung des i-Stamms auch die des ė-Stamms. Aus den Beispielen ist ersichtlich, dass in der Mundart noch zweisilbige Baritone mit verlängertem Wurzelsilbenvokal erhalten geblieben sind: ū.gnis, pū.snis, ūnkštis usw. Solche Baritone gibt es bei den Ostlitauischen Dzūken sowie in einigen Beispielen aus der Gegend von Dusetas, Kupiškis und Panevėžys. Andere Mundarten weisen keine Beispiele für eine derart alte Betonung mehr auf.

IV

§ 44.

Singular

Plural

N. duntis duntes || dunčei

G. duntės || dunča. duntų || dunčų

D. dunčui duntim || dunčam

A. duntį. duntis || dunčūs

I. dunču duntim || dunčęis

L. duntį. duntisū || dunti·sū || dunčuosū

V. dūnti, dunti. dūntes || dunčei

Ill. duntīn dunti·sna, -sam, -snan

in die Dünen, -san, -snan

§ 45. Wie dunti’s werden auch ave.ti’s, debesī’s, de.veris, dekliniert.

§ 46. Die Endung des Nominativs Singular gehört zum ia-Stamm, nur de.veris zum i-Stamm. Im Genitiv Singular werden gleichberechtigt Formen sowohl mit der Endung des konsonantischen Stamms (-es) als auch mit der des ia-Stamms verwendet. Alle übrigen Singularformen dieser Wortgruppe sind bereits zum ia-Stamm übergetreten. Die Endungen entsprechen denen der 1k., oder weisen lautliche Veränderungen auf.

§ 47. Die Formen des Nominativs, Genitivs und Vokativs Plural haben sowohl Endungen des konsonantischen Stamms als auch des ia-Stamms. Die Formen des konsonantischen Stamms werden häufiger verwendet. Die Formen von Dativ, Akkusativ, Instrumental, Lokativ und Illativ Plural kommen sowohl mit Endungen des i- als auch des io-Stamms vor. Die i-Stamm-Formen werden häufiger verwendet.

§ 48. Die Formen des Dativs und Instrumentals im Plural der i-Stämme sind zweisilbig.

§ 49. Zu dieser Wortgruppe gehören auch rięšutas || re.šuti’s, ąšutas || ašuti’s. Neben den Endungen der ia- und konsonantischen Stämme haben diese Wörter in allen Fällen des Singulars und Plurals auch a-Stamm-Endungen, z. B.: Gen. Sg. rięšuta., ąšuta.; Dat. Sg. rięšutui, ąšutui; Akk. Sg. rięšutu., ąšutu.; Instr. Sg. rięšuta || rięšucu, ąšutu; Lok. Sg. rięšuti, ašuti; Ill. Sg. re.šutan, ašutan; Nom. Pl. re.šutai, ašutai; Dat. Pl. re.šutam, ašutam usw.

174

§ 50.

V

Singular

V. pe.muo, sasū, duk­tė

K. pe.menės, piemenė., sasarās, dukterās, duktes

N. piemeniui, sā­sarai, dū.kterai, sāsarei, dū.kterei

G. piemenį, sāsarb.(-i.), dū.kterb.(-i.)

Įn. piemenų, sāsarų || sasarim, dū.kterų || dukterim

Vt. akmenī

Š. pe.menī, sāse, dū.kte

Il. akmeninī

Plural

V. piemenes, piemenīs, pe.menai, pe.menei, sāsaras, dū.kteras

K. pe.menų, pe.menū, sasarū, dukterū

N. pe.menim, pe.menām, pe.menām, sasarim, dukterīm

G. piemenius, (piemenus ret.), sāsaris, dū.kteris

Įn. pe.menīm, pe.menais, pe.meneis, sasarim, dukterim

Lok. akmenīšu, akmeniuos(ù), akmeniuos(ù)

Š. piemenes, -i.s, -ai, dū.kteras, -i.s

Il. akmeni-sna, -san, -snan, akmeniuosna, -san, -snan akmenuosna, -san, -snan

§ 51. Wie pe.muo werden auch ruduo, unduo, akmuo, skė.muo, želmūo, ešmūo, ā.šmenės, gelāžūnes, audmenės, mā.žmenės „mažuma“, mė.tmenės, raūmenės, šemenės, smāgenes, stōmenės.dekliniert.

§ 52. Die Stämme der Substantive dieser Gruppe sind in allen Singular- und Pluralfällen konsonantisch. Etwas konsequenter werden die Formen des Nominativs, Genitivs und Vokativs im Singular und Plural verwendet.

Im Genitiv Singular ist die Endung des konsonantischen Stammes häufiger; die Form sasarās wird von allen Sprechern des Dialekts nur mit konsonantischer Endung verwendet. Die Form dukterās ist häufiger als duktės.

Im Dativ, Akkusativ und Instrumental Singular ist beim Maskulinum die Endung ia-kam, beim Femininum im Dativ io- und ė-kam. Beide Formen werden nebeneinander verwendet. Im Instrumental lauten die Endungen io- und i-kam. Häufiger ist die Endung -io-kam.

§ 53. Der Vokativ Singular des Substantivs duktė lautet ausschließlich dū.kte. Diese Form findet sich auch in den alten Schriften (Daukšas Postille 2₄₆, 368₁₀). Wahrscheinlich wurde nach dem Muster von dū.kte auch sāse verallgemeinert; die Form sėšė gibt es im Dialekt nicht. Neben sāse werden nur Verkleinerungsformen gebraucht: sasēla, sasarāla. Die Form seseriet gibt es im Dialekt nicht.

§ 54. Der Nominativ Plural Maskulinum weist Endungen mit konsonantischem Stamm sowie i-, a- und ia-kam auf. Häufiger ist die Endung des konsonantischen Stammes. Das Femininum hat eine konsonantische Endung (häufiger) und die Endung i-kam. Im Genitiv Plural ist beim Maskulinum die Endung des konsonantischen Stammes häufiger; das Femininum wird nur mit konsonantischer Endung gebraucht. Der Dativ Plural Maskulinum hat die Endungen i-, a- und ia-kam. Häufiger ist die Form i-kam. Beim Femininum lautet die Endung i-kam. Der Akkusativ Plural Maskulinum hat die Endungen ia- und i-kam; beide werden nebeneinander verwendet. Beim Femininum lautet die Endung i-kam. Im Instrumental Plural Maskulinum begegnen die Endungen i-, a-, ia-kam. Alle drei Formen werden nebeneinander verwendet. Beim Femininum lautet die Endung i-kam. Der Lokativ Plural hat die Endungen i-, a-, ia-kam. Beim Vokativ Plural ist häufiger

175

Konsonantstämmiges Genus. Im Pl. Ill. bei i-, a- und ia-Stämmen werden alle drei Genera gleichermaßen verwendet.

Anmerkung. Das Zentrum des beschriebenen Dialekts wird von den Einheimischen liṅk-menes genannt, d. h. mit der Endung eines Konsonantenstamms; auch andere Ortsnamen, die im Litauischen in der Pluralform des Nominativs eine i-Stamm-Endung haben, sind im Dialekt konsonantenstämmig, z. B. krati̇́ones–krėtuones. Nur selten verwenden jüngere Dialektsprecher (unter dem Einfluss des Litauischen) auch die i-Stamm-Endung (liṅkmeni.s, krati̇́omi.s).

Reflexive Substantive

§ 55. Anders als im Litauischen werden im Dialekt reflexive Substantive gebildet, indem an gewöhnliche Substantive die Partikel -ei angefügt wird, z. B.: bȧṙi̇.masei, drȧṡki̇-masei, mu̇ši̇.masei, šukȧ́vimaṡei. Die Partikel -ei der reflexiven Substantive ist dieselbe wie die Partikel bei den artikulierten Adjektiven des Maskulinums (z. B.: bȧltasei, grȧžusei, vgl. auch: ašėi, tū.jėi, ȧtėina.s „gehen“). Bei reflexiven Substantiven wird der Nominativ am häufigsten verwendet, gelegentlich auch der Genitiv und Dativ. Z. B.: bȧisus ba-ṙi̇.masei tu.bōbu.; ta.kō mu̇ši̇.ma.s tai sȧva. gi.vėnimi da. negirdėjau; ar būz gālas tam tūva. šukȧ́vimais. Die übrigen Kasus werden sehr selten oder überhaupt nicht mehr verwendet. Die Beispiele zeigen, dass die Partikel -ei nur im Nominativ steht.

FLEXION DER SUBSTANTIVE IM LINKMENYS-DIALEKT

Я. И. КАРДЕЛИТЕ

Z u s a m m e n f a s s u n g

Der Artikel behandelt die Flexion der Substantive in einem Dialekt im Nordosten Litauens: Genus, Numerus und Kasus werden charakterisiert; Paradigmen einzelner Stämme werden angeführt, von der Standardsprache abweichende Flexionsendungen ermittelt und die Betonungsstelle bestimmt. Anschließend werden Stammformen angeführt und Betonungsstellen angegeben, die von den Normen der Standardsprache abweichen.

Neben Substantiven männlichen und weiblichen Geschlechts werden im beschriebenen Dialekt auch Substantive des gemeinsamen Geschlechts häufig verwendet. Im Dialekt tritt, wie in ganz Ostlitauen, der Illativ im Singular und Plural auf. Die Formen aller Stämme im Präpositiv Plural werden mit der altertümlichen Endung -su verwendet, die in der alten litauischen Schriftsprache und in anderen indoeuropäischen Sprachen vorkommt. Im Linkmenys-Dialekt sind konsonantische Stämme im Genitiv Singular sowie im Nominativ und Genitiv Plural erhalten geblieben. Substantive, die auf der Grundlage reflexiver Verben entstanden sind, werden mithilfe der Partikel -еи gebildet.

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