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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, VI

LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA

WICHTIGERE FÄLLE DES EINDRINGENS VON PRÄPOSITIONALKONSTRUKTIONEN IN DEN DIALEKTEN DER PONTININKER UND DER WESTLICHEN PUNTININKER1

J. ŠUKYS

Die litauische Sprache hat eine vergleichsweise große Zahl von Kasus mit unterschiedlichen Bedeutungen bewahrt, doch der allgemeine Prozess der Entwicklung indoeuropäischer Sprachen zu analytischen Sprachstrukturen hat auch die litauische Sprache nicht verschont: Anstelle einiger bedeutungstragender Kasus setzen sich Präpositionalkonstruktionen durch oder haben sich bereits durchgesetzt. Unter ihnen sind in den Dialekten der Pontininker und der westlichen Puntininker2 vor allem Präpositionalkonstruktionen zu nennen, die den Dativ des Zwecks sowie die Instrumentale des Mittels und der Beschaffenheit ersetzen, ebenso wie Präpositionalkonstruktionen, die die Lokativkasus verdrängen.

I. Präpositionale und präpositionslose Konstruktionen mit dem Dativ des Zwecks

Der Dativ des Zwecks ohne Präposition3 ist in den westlichen Puntininker-Dialekten erhalten geblieben, besonders weiter südlich; er kommt auch in den südlichen Pontininker-Dialekten vor, zum Beispiel:

Šį.te mi.lte būs dūone (10)4. Šito žemė lei paliec p ū d im (56). Vaikė, ne-

surūkit visų ži.rnų, pali.kit sėklė (58). Žolu paróvo paršū.kem (112). Išimk šrūbelį, tai būs mán jienai (173). Pirmalak(u)s (grūdus) paskir(i) sėklė

1 Aus der in Arbeit befindlichen Dissertation „Syntaktische Besonderheiten der Dialekte der Pontininker und der westlichen Puntininker“.

2 Ausführlicher zu diesen Dialekten siehe J. Šukys, „Charakteristische phonetische Besonderheiten der ostaukštaitischen Pontininker- und westlichen Puntininker-Dialekte“, „Fragen der litauischen Sprachwissenschaft“ (im Folgenden — LKK), Bd. 5, Vilnius, 1962, S. 175—183, sowie die dem Artikel beigefügten Karten.

3 Der Dativ zur Bezeichnung des Zwecks scheint für die Dialekte Südlitauens charakteristischer zu sein (siehe E. Grinaveckienė, „Der Dialekt des Mituvos-Flussgebiets“, Kandidatendissertation, Handschriftenabteilung der VVU 152, Vilnius, 1955, S. 443; J. Senkus, „Einige markantere Fälle des Kasusgebrauchs im Kapsai-Dialekt von Pažanavys“, „Arbeiten der Akademie der Wissenschaften der Litauischen SSR“, Reihe A (im Folgenden — MAD, A), Bd. 2(7), 1959, S. 182, u. a.). Im Norden Litauens wird in diesem Fall häufiger die Konstruktion dėl + Genitiv verwendet (siehe A. Jonaitytė, „Der Dialekt von Šakyna“, Kandidatendissertation, Handschriftenabteilung der VVU, Vilnius, 1962, S. 367, u. a.).

4 Die Ziffern bezeichnen die Erhebungspunkte, deren Netz vom Institut für Litauische Sprache und Literatur für den „Atlas der litauischen Sprache“ erstellt wurde. Zur Lokalisierung siehe die am Ende dieses Artikels beigefügte „Liste der Erhebungspunkte der Dialekte der Pontininker und der westlichen Puntininker“ sowie die Karten, die dem zuvor erwähnten Artikel von J. Šukys beigefügt sind (LKK, Bd. 5, 1962, S. 182).

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Gib Brot, Unkraut — dem Vieh (202). Nimm, Levun, gib der Kuh und dem Schaf (234). Jetzt muss ich mich beeilen — mit Bohnen, mit Gemüse (269).

Im größeren Teil des Pontininker-Gebiets und im Norden des westlichen Puntininker-Gebiets wird der Dativ der Bestimmung häufiger durch die Konstruktion dėl + Genitiv ersetzt, z. B.: Palik bū.lbų dėl sėklos (11). Telù.ks eži.nd vi.so pieno, nepaliek nė dėl vaiko5 (54). Labiauš kū.ldavam kūls dėl stogu (79). Pamėrk ži.rnu dėl šu.pina š ridene (110). Avõžu duod dėl ta árkla (112). Mėšla ir dėl runkulu ir dėl kukurūzu (140). Sâu susl.verp dėl apsãvima, dėl pirštinu (170). Burolks aš taiso dėl givuliu (203).

Die Konstruktion dėl + Genitiv kommt in den beschriebenen Dialekten gelegentlich auch dort vor, wo der Dativ der Zweck oder Ziel ausdrückenden Infinitiv wäre, der historisch betrachtet ebenfalls nichts anderes als ein Dativ ist. Anstelle des Infinitivs wird hier der aus einem Verb gebildete Genitiv eines Substantivs mit der Präposition dėl verwendet, z. B.: Kalakū.te dėl perbjima pašeliek (54). Jauj dėl džòvinima, a klòj.ms dėl kolima (79). Laike dėl pasėžorėjema (79).

Die Konstruktion dėl + Genitiv wird jedoch gewöhnlich nicht verwendet, wenn zum den Zweck ausdrückenden Infinitiv auch ein diesen näher bestimmender (ebenfalls den Zweck ausdrückender) Dativ hinzutritt, z. B.: Klėts grūdam pilì (54). Tàs stòrs (kirvis) gí.ro mėdžam kiřšt gėrs (57). Kor tàs šmùrs apìnem prerìšt? (79). Dàve žėmes buròkem pasisodi.ni (112). Užunìs pelànam, žarì.jom sužėrì (203).

Nur gelegentlich (häufiger im Pontininker-Gebiet) wird auch in diesem Fall der Infinitiv durch die Konstruktion dėl + Genitiv ersetzt und der Dativ durch den Genitiv, z. B.: Pėc korėn tòk dėl šùonos kepìma (79). Jie reikalava tò mokìtoj dėl vaìku mukìnima (203).

II. Präpositionale und präpositionslose Instrumentalkonstruktionen des Mittels

Früher wurde das Instrumental des Mittels im Litauischen ohne Präposition ausgedrückt. Heutzutage ist in den litauischen Dialekten der Instrumental des Mittels mit der Präposition su bereits nicht selten. Besonders charakteristisch ist diese jüngere Konstruktion für die Dialekte des Palatvijys, für die Žemaiten und deren nächste Nachbarn⁵. In vielen litauischen Dialekten⁶ werden beide Konstruktionen parallel verwendet. In den südlichsten litauischen Dialekten, besonders in denen auf dem Gebiet der Litauischen SSR in Belarus, wird der Instrumental des Mittels nur ohne Präposition verwendet⁷. Für die slawischen Sprachen ist auch heute noch die präpositionslose Konstruktion des Instrumentals des Mittels charakteristisch. Im Lettischen ist es umgekehrt, da dort der Instrumental selbst gewöhnlich nur mit Präposition verwendet wird⁸.

5 Siehe E. Grinaveckienė, Der Dialekt des Mituvos-Flussgebiets, S. 470; A. Jonait ytė, Der Dialekt von Saky-nos, S. 398 u. a.

6 Vgl. J. Senkus, Einige markantere Fälle des Kasusgebrauchs im kapsischen Dialekt von Pazanavykis, MAD, A, Bd. 2(7), 1959, S. 185.

7 Siehe A. Vidugiris, Der litauische Dialekt von Zietela, Kandidatendissertation, VVU-Handschriftenabteilung 343, Vilnius, 1962, S. 427. J. Šukys, Charakteristischere Merkmale des Dialekts von Ramaškonys, LKK, Bd. 3, Vilnius, 1960, S. 184.

8 In den lettischen Dialekten kommt der Instrumental des Mittels (līdzekļa instrumentalis) im Plural auch ohne Präposition vor, z. B. im Dialekt von Aizupe: Ait’gs čėp žirkļem, vgl. A. Jankevics,

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In den beschreibenden Dialekten hat sich inzwischen der Instrumental des Mittels mit Präposition durchgesetzt. Die Vorherrschaft präpositionaler Konstruktionen ist in den pontininkischen und nordwestlichen puntininkischen Dialekten völlig eindeutig; sie überwiegen jedoch auch im südlichen Teil der westlichen puntininkischen Dialekte, z. B.:

Mit den Zügeln, mit den kleinen „Netzen“, mit den dreizinkigen Geräten — all das wird als „vernichtet“ angesehen (10). Die einen mit der Peitsche, die anderen mit der Peitsche! (11). Wie kann man mit diesem Fuß gehen (26). Wir gehen mit dem flachen Schlitten (54). Mit Schlitten fährt es sich viel angenehmer als mit diesen klappernden Rädern (54ᵃ). Nein, wir essen nicht mit der Hand, sondern löffeln (79). Warte nicht, heute brauchen wir das Messer (80ᵃ). Mit dem Werkzeug stechen wir die Tür auf (112). Schneide mit der Sense (139ᵃ). Ob mit dem Pflug oder mit der Maschine, er fuhr fort. Nach Panevėžys? Mit dem Pferdgespann fuhr er (204). Mit einem Ohr hört man schlecht (234). Wisch die Spinnweben mit dem Besen weg (268). Wir konnten das Vieh mit einer Erlenrute nicht antreiben (338). Die Hütten errichtete man mit der Axt (374).

Der Instrumental des Mittels ohne Präposition kommt in den pontininkischen Dialekten und im Norden der westlichen puntininkischen Dialekte nur selten vor. Beim Instrumental steht in diesem Fall recht häufig ein Attribut. Z. B.:

Jakub pfiff auf einer silbernen Pfeife (11). Nun wird der Soldat gleich mit einem Knüppel auf den Rücken geschlagen (79). Wir eggten mit einfachen Eggen (142). Mit hölzernen Wagen fuhr man nach Riga (173). Man fährt mit vier Pferden (203).

Der Instrumental des Mittels ohne Präposition kommt im südlichen Teil der westlichen puntininkischen Dialekte häufiger vor, z. B.:

In der einen Hand hält er es, in der anderen die Tasche (269). Mit hölzernen Pflügen pflügte man, mit steinernen Äxten hackte man (302). Man musste mit dem bloßen Finger das Auge betasten (338). Früher mähte man den Roggen mit Sicheln (374). Dann versetzte er ihm mit dem Messer einen Schlag auf den Rücken (409).

Es wurde nicht festgestellt, dass das Vorhandensein oder Fehlen einer Präposition von der Semantik des betreffenden Instrumentals abhängt. Zum Beispiel werden im Satz Su dalgēm pjaudava, káltuvēs kūldava, su ārklēs ardava (80) unterschiedliche Konstruktionen ohne jede Regelmäßigkeit verwendet, obwohl sowohl dalgis, ir kultuvas Werkzeuge bezeichnen.

Konstruktionen des präpositionalen Instrumentals des Mittels überwiegen auch in den an die pontininkischen und westlichen puntininkischen Dialekte angrenzenden Dialekten.

III. Präpositionale und präpositionslose Qualitätsinstrumental-Konstruktionen

Im Litauischen kann ohne Präposition nur ein Qualitätsinstrumental verwendet werden, der ein Attribut bei sich hat (gewöhnlich ein kongruierendes). Fehlt beim Attribut des Qualitätsinstrumentals ein solches, wird der Instrumental mit einer Präposition verwendet (Ich sah einen Mann mit Bart. Eine Frau mit einem Kopftuch kam).

Qualitätsinstrumentale mit Attribut werden jedoch ohne Präposition vor allem im Norden Litauens verwendet⁹, im Süden dagegen meist mit der Präposition su¹⁰.

Im Dialekt von Aizupe („Latvijas PSR Zinātņu akadēmija, Valodas un literatūras institūta raksti“ (im Folgenden „VLI raksti“), Bd. 6, Rīgā 1958, S. 311), in der Literatursprache jedoch gewöhnlich mit der Präposition ar, vgl. „Mūsdienu latviešu literārās valodas gramatika“ (im Folgenden MLLVGr), Bd. II, Sintakse, Rīgā 1962, S. 296.

9 Siehe A. Jonaitytė, Šakynos tarmė, S. 397—400.

10 J. Senkus, Kai kurie ryškesnieji linksnių vartojimo atvejai pazanavykio kapsų tarmėje, MAD, A, Bd. 2(7), 1959, S. 186; J. Šukys, Būdingesnės Ramaškonių tarmės ypatybės, LKK, Bd. 3, S. 184; A. Vidugiris, Zietelos lietuvių tarmė, S. 427.

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In vielen Dialekten werden beide Formen parallel verwendet11. Im Lettischen steht der Qualitätsinstrumental (kvalitatīvais instrumentalis) meist ohne Präposition12. Im heutigen Russischen wird er nur mit Präposition verwendet, in älteren russischen Schriftzeugnissen fehlte die Präposition hier jedoch13.

In den Dialekten der Pontininker und der westlichen Puntininker wird der Qualitätsinstrumental im Unterschied zum Instrumental des Mittels meist ohne Präposition gebraucht, z. B.: Bū.va drūts užols kāur vi.dur (28). Kanā tās peļs medi.nēm krāu.nom? (54). I pelēd ir di.del galv (54). Žīles, kas jos, pagurkļēlem tōm geltōnom? (79). Uōbus tōks i.lgu snapù, kōjas takās un šalis (142). Givāte.s takōs pi.kos, rainōm nugarōm, margōm (172). Starķo „gandrą“ mēs vadī.nam starkś; aūkštom kōjom, jūdės sparnės (203). Dabař kaulīti. tokì nusipirki. didelēm ausīm (234). Žūri — dvi mergōtes žirnauji baltōm sukni̇tēm (l. p.) (409).

Die Konstruktion des Qualitätsinstrumentals mit der Präposition su kommt in den beschriebenen Dialekten seltener vor. Eine Isoglosse für dieses Phänomen lässt sich nicht erkennen. Z. B.: Nūg tō su neveik runk — Bagdonienė (9). Akėc — medi.ne su geležī.nės virbalės un dvi.dešim kolų14 (57). Bū.va čē viens žmogs su kreiv kōji (268). Mūsu kārve su baltōm kōjom; a kad su bāltu gālyv, ti lauku (269).

Es scheint, dass der Qualitätsinstrumental mit Präposition in den Nachbardialekten der westlichen Puntininker etwas häufiger vorkommt, während in den Nachbardialekten der Pontininker fast immer ausschließlich der Qualitätsinstrumental ohne Präposition verwendet wird.

IV. Das Vordringen präpositionaler Konstruktionen in den Gebrauch der Lokalkasus

Von den vier alten Lokalkasus sind in den beschriebenen Mundarten mehr oder weniger zwei erhalten geblieben: der Inessiv und der Illativ. Der Adessiv und der Allativ sind wie auch im Litauischen bereits verschwunden und größtenteils durch präpositionale Konstruktionen ersetzt worden. Doch auch der Inessiv und der Illativ sind hier nicht mehr stabil. Mancherorts (besonders in der Gegend um Biržai) wird ihr Gebrauch vermischt, andernorts (besonders in den Puntininkai-Mundarten) werden sie durch präpositionale Konstruktionen ersetzt.

1. Inessiv

Von allen Lokalkasus ist der gegenwärtige Innenlokal, der Inessiv, dem Vordringen präpositionaler Konstruktionen gegenüber am widerstandsfähigsten. In fast allen westlichen Puntininkai-Mundarten und im südlichen Teil der Pontininkai-Mundarten ist sein Gebrauch derselbe wie im Litauischen. Im nördlichen Teil der Pontininkai-Mundarten (Vaškai, Joniškėlis...) und in den angrenzenden westlichen

11Parallel dazu wird er beispielsweise in der Mundart des Mituvos-Beckens verwendet (E. Grinaveckienė, Mituvos upyno tarmė, S. 447, 470).

12Siehe MLLV Gr., Bd. II, S. 259; M. Plūme, Raunas izloksne, „VLI raksti“, Bd. 3, 1954, S. 163, u. a.

13 Žr. Т. П. Ломтев, Очерки по историческому синтаксису русского языка, М., 1956, p. 279.

14In diesem Satz gibt es zwei nicht kongruierende Attribute: eines ist ein Qualitätsinstrumental mit der Präposition su, im zweiten Fall wird es durch eine slawische Konstruktion ant + Genitiv ersetzt. Sie ist typisch, wenn ein Zahlwort Bestandteil des nicht kongruierenden Attributs ist, z. B.: Armōniku unt aštūnū bōsu. (234). Pājamu karštuvus unt aštūnū a šešū geležī.nu peīlu (302).

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In den Puntininkai-Dörfern (Saločiai, Pasvalys...) wird anstelle des den Ort bezeichnenden Inessivs häufig die präpositionale Konstruktion terp (zwischen) + Genitiv15 verwendet. Diese Konstruktion tritt meist dann auf, wenn sich der bezeichnete Gegenstand innerhalb eines anderen Gegenstands befinden kann, gleichsam von diesem umgeben (in Rauch, in einem Gefäß, im Wald, im Garten, im Stroh, im Wasser...), z. B.:

Tarp žemės „in der Erde“ duobė (54). Dve kaŕi bū.vam oštaiše „versteckte sich“ zwischen šaũdų „im Stroh“, kãt negaĩmtu (54). A vašar, a žiem — nòrs mazgòkės zwischen piẽna „in der Milch“ (54ᵃ). Terp tā sòda „in diesem Garten“ nāms (57). Paseklasik terp kū.bila „im Bottich“, ar als už (79). Kõl ešekurin, žmonės terp dūmų „im Rauch“ e košedava (79). Tẽrp tā pãtẽs vãndene „in demselben Wasser“ pavi.fon (79). Vėrd terp puoda „im Topf“ (80). Vaiks praũzdava terp gėldu „in den Waschtrögen“ (112). Piẽns terp uzboũ.ṅ.ka „im Krüglein, in ein Krüglein“ ipĩlts (112). Terp šaudìklas „in der Weblade“ yra tõkos skliũ.kes (141). Bù.va tarp tū mišku „in jenen Wäldern“ kalnẽlis (170). Terp tas skìlas „in jenem Loch, in jenes Loch“ įstatit(u)s skersiniũ.k(u)s gelãž.nis (202).

Die Konstruktion terp (zwischen) + Genitiv ersetzt im beschriebenen Gebiet jedoch niemals:

a) den temporalen Inessiv, z. B.:

Nõ, jō mȯsėt dẽvenlō dẽsẽmtį „im neunten Jahrzehnt“ (79). Dẽšimtuos (in den 1910er Jahren) pagrįžo, venolęktos apsįžẽnjo (79). Nedẽlio „am Sonntag“ bù.va atvažẽvęs (79);

b) den Inessiv von Städtenamen und anderen Ortsnamen, z. B.:

Pasvalī te māt dẽdžãus tõrgs būdava; Vaškùos te mōnīks tõrgs — mažs mestẽlis; Jonẽškėli ar mōnīks tõrgs (79);

c) den Inessiv, der das Innere eines Hauses oder Gebäudes bezeichnet, z. B.:

Wohnen in der Stube (80). Wir kehrten zurück, um nicht einzuschlafen (112). In der Kammer standen diese Geräte (112);

d) des Inessivs, dessen Ersetzung die Bedeutung verändern würde, z. B.:

Ar kle viẽto žmogs (79) (vgl. — zwischen den Pferdestandorten). Miẽže pašėti laukẽlos (79) (vgl. — zwischen den Feldern).

Allgemein treten im untersuchten Gebiet selbst in den Fällen, in denen ein Gegenstand in der Mitte eines anderen liegen kann, Schwankungen auf, z. B.:

Tàs võlks er įkẽšė tõ vúodego e tū.r terp ãketẽs, a jām ẽme e pri.sala ta vúodeg tõ aketẽ (79).

Die Konstruktion terp (tarp) + Genitiv anstelle des Inessivs ist besonders typisch für die nördlichen pantininkai, die Nachbarn der pontininkai. Allgemein kommt sie im gesamten Einzugsgebiet der Mūša vor¹⁶. Einen gewissen Einfluss auf das Entstehen dieser Konstruktion könnte möglicherweise die lettische Präposition starp gehabt haben, die nicht nur zwischen, sondern auch in der Mitte bedeutet. Im Lettischen sagt man jedoch gewöhnlich nur ūdens spaini ir paslēpu govi salmos.

15In einigen litauischen Dialekten (im klaipėdiškiai-Unterdialekt des Samogitischen, siehe A. Laigonaitė, Vietininkai dabartinėje lietuvių kalboje, Kandidatendissertation, Handschriftenabteilung der VVU 125, Vilnius, 1956, S. 95—96; im Dialekt des Einzugsgebiets der Mituvà, siehe B. Grinaveckienė, Mituvos upyno tarmė, S. 455, sowie in weiteren) wird anstelle des Inessivs der unter dem Einfluss germanischer Sprachen entstandene Solözismus in + Akkusativ verwendet oder kommt vor.

16 Siehe A. Laigonaitė, Vietininkai dabartinėje lietuvių kalboje, S. 93—94.

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Was die Instabilität des Inessivs betrifft, ist zu sagen, dass nicht nur präpositionale Konstruktionen ihn ersetzen, sondern in der Gegend um Biržai, wo der Gebrauch des Inessivs mit dem Gebrauch des Illativs vermischt ist, anstelle des Inessivs auch der Illativ verwendet wird, z. B.:

Einem Hund fiel die Krone¹⁷ ab (9). Es gab ein Häuschen im Wald (11). Viele wurden im Dorf krank (28). Das Wetter ist heute wärmer als gestern (57). Wir arbeiteten auf dem Gutshof (81).

2. Illativ

Der gerichtete Innenlokal, oder Illativ, wurde in den litauischen Dialekten durch Präpositionalkonstruktionen stärker verdrängt als der Inessiv. Der Illativ ist als selbständiger Kasus in Samogitien sowie im westlichen und mittleren Aukštaitischen geschwunden18. Präpositionalkonstruktionen, die den Illativ ersetzen, kamen bereits in den älteren litauischen Schriftdenkmälern vor (besonders bei Mažvydas und Daukša)19. Am besten haben die Dzūken und die östlichen Aukštaiten des Puntininkai-Dialekts den Illativ bewahrt. Die traditionelle Aussage „der Illativ ist in den östlichen Aukštaitischen Dialekten weit verbreitet“20 muss präzisiert werden, denn für die Pontininkai und Pantininkai ist der Illativ im Allgemeinen nicht kennzeichnend. Gerade durch das Gebiet der westlichen Puntininkai verläuft die Isoglosse des Illativgebrauchs: In Miežiškiai und Karsakiškis überwiegt der Illativ noch; danach biegt diese Isoglosse von Barklainiai über Šukionys nach Osten ab und verläuft ungefähr entlang der Grenze zwischen den westlichen Puntininkai und den Rotininkai. Somit überwiegt der Illativ eindeutig im Zentrum und im Süden des westlichen Puntininkai-Gebiets. Außerdem kommt der Illativ im Singular gelegentlich noch im Norden der westlichen Puntininkai und im Osten der Pontininkai vor. Zum Beispiel:

Brigadērs ain darbān (9). Tu džiok jām galvōn su dmur „kuju“ (57). Raik šešt tan krēslan ir láistis urvan (59). Žievis alun dēdava seniau (81). Paklūva trečōn rušīn (112). Aikim grīčōn no letōs (113). Malūnan mūšas važiuōt (141). Atain palōngēn e gied (169). Nešk stalan valgi (171). Bū.bas maišan pīla (172). Ataina kalvan kai kada (173). Vien bū.va mutekēs pacōn Ramigalen (203). Tik pūpi tukān palalan kip pukuos, minkštai (234). Bažničon baisē žmonīs nebēnu (234). Tan prislan rugis tan prislan kviečis kraumu (269). Nuvažiuojam į Raguvōn, į Panavižīn, į Miēškos, į Raguvēlen, į Truškūnos (269). Anīs nēja baudžavōn (339). (Ponai) lēbdava, medīn intli.pus, kukuōt, kalādēn dēdava (374). Išlaidē miškūn²¹ rešutaut (409).

Der Illativ Plural mit ungekürzten Postpositionen wird nur im südlichen Teil des westlichen Puntininkai-Gebiets verwendet, beginnend bei Raguva, obwohl er bereits auch in Karsakiškis und Narbutai vorkommt, zum Beispiel:

Pažiūri kešēnesnu—nebēnu (204). Kumōsnu paprašē. (204). Kvailis, leidū akisnu (269). Diōdu (su piesta) grudōsnu sudžuvī.ntuosnu (338). Drubī.nasin impilōsin, būdava, sū.pilam plū.nksn(u)s (338). Ait sveč.uōsin (339). Anū žūsis miežosin atsiūrē (374). Šukitēsin kokōsin

17 Ganz im Norden des westlichen Puntininkai-Gebiets wird der Illativ am Wortende mit Zirkumflex betont.

18 Siehe A. Laigonaitė, Vietininkai dabartinėje lietuvių kalboje, S. 111—112.

19 Ebenda, S. 112—113.

20 Siehe J. Jablonskis, Rinktiniai raštai, Bd. I, S. 642, 674.

21 Im Süden des westlichen Puntininkai-Gebiets, beginnend bei Raguva, lautet die Endung des Illativs Singular -an>-un.

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Sie aßen, pflegten sich (374). Ich komme nach Taujenai (374). Er fuhr zu den Brautwerbern (408). Er warf die Bohne (409). Wann wird er saure Milch geben! (446).

Im übrigen Teil der beschriebenen Mundarten, in dem der Singularillativ gebraucht wird oder vorkommt, hat der Pluralillativ seine Postposition verloren und ist seiner Form nach mit dem verkürzten Pluralinessiv zusammengefallen, z. B.:

So und so kochte das Gemüse (10). Auf dem Gut musste man gehen (28). Wir fahren in den Wald, um Reisig zu holen (81). Wo jemand geizig war, gab es immer Land (Geld) (170). Ich fahre nach Šalteniai (173). Man sagt, vielleicht Körner im Hafer, im Sinne von „vielleicht reifen die Körner“ (234). Ich gehe in den Busch, um eine Ladung Reisig zu schneiden (302). Lass den Gast hinein (303). Sie wollte den Pfarrer mit Gewalt zum Priester machen (374).

Der Singular- wie auch der Pluralillativ wird in den nördlichen und südwestlichen Pontininker-Mundarten sowie in der an das nördliche pontininkische Gebiet angrenzenden Salotschen Mundart der westlichen Puntininker nicht gebraucht. Hier kommen nur erstarrte Singularillativformen vor: šalin, laukan, kieman, z. B.: Aitėji jus šok laukan abuod tė melòje (79). Gal mosėt ožoje kor nebūt „kur nors“ kieman „kiemmeti“ (79). Im Übrigen wird in diesem Gebiet anstelle des Illativs der Inessiv gebraucht, am häufigsten jedoch Präpositionalfügungen.

Am westlichen Rand dieses Gebiets wird wie in der benachbarten pantininkischen Mundart die Konstruktion i22 + Akkusativ gebraucht, z. B.:

Sie ging in den Laden (26). Und sie gibt dem Essen weniger Mehl bei (54). Ich schöpfte dem Vieh Wasser und goss es in den Trog (79). Von weit her fuhren wir nach Pasvalys (79). Sie zog in die Kleinstadt, um dort zu leben (111). Man brachte das Leinen (Flachs) zur Hanfrettungsanlage, zur Flachsrettungsanlage (202). Sie ging in die Schenke (232).

Im gesamten übrigen Gebiet der beschriebenen Mundarten wird der Illativ meist durch die Konstruktion ant + Akkusativ23 ersetzt. Besonders charakteristisch ist sie für den östlichen Teil der Pontininker und den Norden der westlichen Puntininker24. Z. B.:

22 Abgesehen vom genannten Gebiet ist die Präposition i den beschriebenen Mundarten unbekannt. In den Texten von A. Baranauskas ist jedoch stellenweise die Präposition ing belegt, z. B. „...lėp’a jăm lip’t ing šuln“... (Pūšalota par. (punktas 169), Litauische Mundarten, gesammelt von A. Baranowski, Band I: Texte aus dem Weberschen Nachlass herausgegeben von Dr. Franz Specht... Leipzig, 1920, p. 167). Möglicherweise wurde die Präposition ing früher in den Pontininker- und den westlichen Puntininker-Mundarten gebraucht. In Einzelfällen kommt auch noch die Präposition in vor (vor allem im Süden der westlichen Puntininker), und zwar überwiegend zur Bezeichnung der Richtung, z. B.: Vienus jòji in vienu pùši, kituos — in kitu (374). In allen litauischen Mundarten westlich und südlich des beschriebenen Gebiets wird in der Konstruktion, die den Illativ ersetzt, gewöhnlich die Präposition į gebraucht (A. Jonait ytė, Šakynos tarmė, p. 368; E. Grinaveckienė, Mituvos upyno tarmė, p. 456; J. Senkus, Prielinksnių vartojimas bei svarbesniosios jų reikšmės kapsų ir zanavykų tarmėse, MAD, A. t. 1(8), 1960, p. 133, und andere).

23 Bei bestimmten Substantiven, die eine Zusammenkunft bezeichnen, wird in den Pontininker- und westlichen Puntininker-Mundarten nicht die Konstruktion ant + Akkusativ, sondern ant + Genitiv gebraucht, z. B. Geráu būtum nòėjs ant kìna (54ᵃ). Atañ kviešt tá karalòs unt bálos (58). Ontañu.ks ešvažòles on kúr.su (111). Aiš on sošerenkìma (140ᵃ). Tò mérgo tik i težl.na un šòku.. unt vakarėlų lėški (234). Vaziùosme un turgos (234). Išòja unt atlaidų (302). (Un kermošos — 234). Pádave un teis.ma (303). In ähnlichen Fällen begegnet diese Konstruktion auch in anderen litauischen Mundarten (siehe A. Jonait ytė, Šakynos tarmė, p. 362, und andere). Wahrscheinlich entstand sie unter dem Einfluss der slawischen Sprachen.

24 Dort, wo der Illativ noch sehr häufig ist (besonders im südlichen Teil der westlichen Puntininker), bezeichnet die Konstruktion ant + Akkusativ eher die Richtung. Sie bezeichnet die Richtung auch in vielen anderen östlichen

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Ich nach Riga, vielleicht brachte mich ein Pferd (9). Na, wohin auf Bauska – wann wirst du denn hinfahren? (55). Jetzt haben Großvater und Großmutter sich vorgenommen, auf den Dachboden zu steigen (56). Wir werden nach Tātlib. gehen, um Krebse zu fangen (57). Die Schwester war nach Lettland verheiratet worden (79). Steig auf den Wagen und fahr los (79). Sie wollte noch nach Panevėžys fahren (111). Sammle die Äpfel ein und bring sie zu Großmutter (112). Wir essen im Kulturhaus (140ᵃ). Muss man nicht im Morgengrauen geben? (169). Sie war ins Krankenhaus geschickt worden, und nach Vilnius (232). Alle liefen hinaus zu allen Seiten (338). Vielleicht gebe ich noch etwas zu diesen Maiskolben hinzu (409).

Neben den präpositionalen Konstruktionen wird fast im gesamten Gebiet der beschriebenen Dialekte anstelle des Illativs auch der Inessiv verwendet. Für Pontininker und den größeren Teil der westlichen Puntininker ist dieser Gebrauch jedoch nicht besonders charakteristisch; im Norden der westlichen Puntininker (um Biržai) wird der Inessiv anstelle des Illativs dagegen sehr häufig verwendet. Zum Beispiel:

Ich bin mit dem Boot weggefahren (10). Ich habe Angst vor dieser Hexe (10). Man muss in die Armee gehen (26). Warum kommst du nicht zu uns, zu deiner Mutter, zu Besuch? (54). Das Kind überlegte es sich anders und lief hinaus, um dort Heu zu mähen (56). Sie aß, aß, und schließlich blieb ein Klumpen Butter auf der Bank liegen (56). Der Hahn kletterte auf die Stange (57). Sonntags führen wir das Vieh zusammen (57). Er setzte sich in den Wagen und fuhr nach Hause (59). Und er geht in sein Haus! (79). Geh nicht ins Haus hinein (81). Früher war es schon gut, im Herbst zu fahren (111ᵃ). In diesem Garten sammelt sich der Nebel (112). Sie gingen zu Fuß in die Kirche (169). Geh, Dūma, hüte Ramīgale die Gänse (203). Mein Vater ging noch zum Feld (338). Er ging zum Pflügen hinaus (409).

Um Biržai kommen sogar Fälle vor, in denen das Bezugswort im Inessiv, das Attribut aber im Illativ steht oder umgekehrt, z. B.:

Der Erlenbach ist gleich auf den Hügel hinaufgestiegen, auf den Gipfel geklettert und sitzt dort (10). Die Milch mischt man mit lauwarmem Wasser (81). Das Weiße ist in dieses Ding hineingefallen (172). Staple es am anderen Ende auf (203).

Die Vermischung der Lokalkasus ist ein Phänomen der litauischen Sprache selbst. Besonders stark zeigt sie sich in den westlichen dzūkischen Dialekten. Ihre wichtigste Ursache ist das Schwinden des Illativs als Kasus. In den beschriebenen Dialekten wurde diese Vermischung, insbesondere die Etablierung des Inessivs anstelle des Illativs, wahrscheinlich auch durch die Nachbarschaft der lettischen Sprache begünstigt, denn im Lettischen sagt man recht häufig gleichermaßen dzīvōju mežā und gāju mežā, sēž istabā und iet istabā usw.²⁶ Dies wird auch durch die Tatsache bestätigt, dass die betreffende Vermischung im Norden der beschriebenen Dialekte, d. h. in Palatvijė, am stärksten ist. Hier wird aik grīčo und sēdž grīčo, ain namė und būst namė überhaupt nicht unterschieden (10). Es besteht kein Zweifel, dass nur unter dem Einfluss der lettischen Sprache im Norden der Dialekte der Pontininker und der westlichen Puntininker Wendungen wie láist vālo „loslassen“ (10) (lettisch láist vaļā) entstanden sind;

der litauischen Dialekte (anstelle von ant kann auch in stehen), vgl. K. Morkūnas, Rytų aukštaičių pietinė tarmė, Kand.-Diss., Handschriftenabteilung der VVU 322, Vilnius, 1961, S. 359; J. Kardelytė, Linkmenų tarmė, Kand.-Diss., Handschriftenabteilung der VVU 295, Vilnius, 1961, S. 296, u. a.

25 An einigen Orten (besonders in pontininkischen) unterscheidet sich der pluralische Inessiv vom verkürzten pluralischen Illativ durch die Weichheit des s.

26 Meist handelt es sich um Fälle, in denen ein Ort angegeben wird, in dessen Inneres man hineingeht (MLLVGr, Bd. II, S. 341). Wird jedoch angegeben, in welche Richtung etwas geschieht, also eine Richtung, verwendet man im Lettischen gewöhnlich die Präpositionalkonstruktion uz + Akkusativ, z. B.: Lai pasaule allaž tiekos uz augšu (ebenda).

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li.pė žemė „herabsteigen“ (10) (lettisch kāpt zemē); aĩ ōr „hinausgehen“ (10) (lettisch iet ārā). Ähnliche Letizismen kommen im gesamten lettischen Grenzgebiet unserer Republik vor, sogar dort, wo der Illativ als Kasus nicht verwendet wird (in den nördlichen Teilen der mittel- und westhochlitauischen²⁷ sowie der niederlitauischen Dialekte).

Schlussfolgerungen

In den Dialekten der Pontininker und der westlichen Puntininker ist das Vordringen präpositionaler Konstruktionen recht deutlich. In einigen Fällen bilden ihre Verbreitungsgebiete Isoglossen (zum Beispiel präpositionale Konstruktionen anstelle des Illativs), meist lässt sich jedoch nur von der Verwendung paralleler präpositionaler und präpositionsloser Konstruktionen oder vom Überwiegen einer von ihnen sprechen. Keine der etwas markanteren Isoglossen präpositionaler Konstruktionen, die Kasus ersetzen, stimmt mit der anhand des Ausfalls der anlautbetonten ám, án festgelegten Grenze zwischen Pontininkern und westlichen Puntininkern überein. Einige Isoglossen phonetischer Erscheinungen oder allgemeine Ausbreitungsrichtungen historisch jüngerer phonetischer Erscheinungen werden jedoch durch syntaktische Phänomene gestützt. Die Grenze der intensiven Durchsetzung präpositionaler Konstruktionen, die den Illativ verdrängen, fällt im Wesentlichen mit der Isoglosse des Übergangs von intensivem zu bedingtem Akzentrückzug zusammen (von einer kurzen Endung auf die unmittelbar vorausgehende lange Silbe)²⁸. Die intensive Vermischung des Gebrauchs von Illativ und Inessiv deckt sich vollständig mit dem für den Dialekt von Biržai typischen konsequenten Akzentrückzug von einer kurzen Endung auf eine lange und kurze Wurzelsilbe²⁹. Der Dialekt von Salociai am Rand des Mūša-Flussgebiets gehört zwar zu den Puntininkern, schließt sich aber in vielen phonetischen Merkmalen den Pontininkern an³⁰; auch hinsichtlich der in diesem Artikel erwähnten syntaktischen Merkmale steht er ihnen nahe.

Fast alle historisch jüngeren Konstruktionen (in diesem Fall präpositionale) breiten sich in den beschriebenen Dialekten von Norden (Nordwesten) nach Süden (Südwesten) aus, vor allem aus dem Mūša-Flussgebiet. Wie nachgewiesen wurde, breitete sich auch der für die beschriebenen Dialekte charakteristische Akzentrückzug samt der damit verbundenen Kürzung des Wortauslauts³¹ in diese Richtung aus. Möglicherweise lässt sich zwischen diesen Erscheinungen ein gesetzmäßiger Zusammenhang erkennen. Wenn kurze Vokale im Wortauslaut schwinden oder reduziert werden, lange verkürzt werden und Diphthonge zu Monophthongen werden, fallen bei den westlichen Puntininkern, insbesondere aber bei den Pontininkern, die Endungen einiger Kasus zusammen, sodass die Kasus im Satz ohne Präpositionen nicht mehr hinreichend eindeutig sind. Das Auftreten und die zunehmende Verbreitung präpositionaler Konstruktionen könnten demnach zu einem erheblichen Teil durch das Streben nach einer genaueren syntaktischen Differenzierung bedingt sein.

27A. Jonaitytė, Der Dialekt von Šakyna, S. 351—352, u. a.

28Siehe die Karten zum Artikel von J. Šukys „Charakteristische phonetische Merkmale der östlichen hochlitauischen Pontininker- und westlichen Puntininker-Dialekte“ (LKK, Bd. 5, 1962, S. 182).

29Ebenda.

30Ebenda, S. 175—183.

31V. Grinaveckis, Kürzung der Endungen in den litauischen Dialekten, „Wissenschaftliche Arbeiten des Staatlichen Pädagogischen Instituts Vilnius“, Bd. 8, Vilnius, 1959, S. 97—104.

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Punkte der Dialekte der Pontininker und westlichen Puntininker32 Liste der Punkte33

Punkt-Nr. | Punktbezeichnung | Gemeinde | Rajon

9 | Kuldūnai | Suosto | Biržų 10 | Nemunėlio Radviliškis | N. Radviliškio | „ 11 | Totorkalnis | Tabokinės | „ 26 | Nemajūnai | Nemajūnų | Pasvalio 27 | Užusiliai | Užusilių | Biržų 28 | Šleideriškis | Šleideriškio | „ 54 | Nairiai | Vaškų | Pasvalio 54a | Vaškai | „ | „ 55 | Saločiai | Saločių | Pasvalio 56 | Smilgiai | Smilgių | Biržų 57 | Pabiržė | Pabiržės | „ 58 | Juodžioniai | Parovėjos | „ 59 | Obelaukiai | Obelaukių | „ 79 | Kriaušiškiai | Gružių | Pasvalio 80 | Puodžiai | Puodžių | „ 80a | Manikūnai | Manikūnų | „ 81 | Dauknūnai | Krinčino | „ 82a—83a | Geidžiūnai | Geidžiūnų | Biržų 110 | Gailioniai | Svobiškio | Pakruojo 111 | Joniškėlis | Joniškėlio | Pasvalio 111a | Gustonys | „ | „ 112 | Pasvalys | Pasvalio | „ 113 | Šukionys | Jasiuliškių | Biržų 113a | Lebeniškiai | Lebeniškių | Biržų 114 | Gataučiai | Vabalninko | „ 139 | Dikonys | Dičiūnų | Panevėžio 140 | Jurgėnai | Jurgėnų | Pasvalio 140a | Švilpiškiai | Pampėnų | „ 141 | Barklainiai | Daujėnų | „ 142 | Mockūnai | Vabalninko | Biržų 169 | Medikoniai | Skaistgirių | Panevėžio 170 | Sereikonai | Pampėnų | Pasvalio 171 | Stumbriškis | Sodelių | Panevėžio 172 | Darsiškiai | Antašavos | Kupiškio 173 | Šalteniai | Palėvenės | „ 202 | Spirakiai | Berčiūnų | Panevėžio 203 | Piniava | Piniavos | „ 204 | Karsakiškis | Karsakiškio | „ 232 | Naujamiestis | Naujamiesčio | „ 233 | Pažagieniai | Pažagienių | „ 234 | Miežiškiai | Miežiškių | „ 268 | Dūdony s | Uliūnų | „ 269 | Narbutai | Narbutų | „ 302 | Raguva | Raguvos | „ 303 | Alukėnai | Traupio | Anykščių 338 | Alanta | Šilų | Ramygalos

32 Die Dialekte der Pontininker und westlichen Puntininker wurden in den Jahren 1954—1961 untersucht. Das gesammelte Material befindet sich im Institut für Litauische Sprache und Literatur.

33 Gemeinden und Rajons sind hier gemäß der Verwaltungseinteilung von 1962 angegeben.

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Tęsinys

Punkt-Nr. | Punktbezeichnung | Gemeinde | Rajon 339 | Radžiūnai | Balelių | Kavarsko 373 | Meilūnai | Meilūnų | Ukmergės 374 | Taujėnai | Taujėnų | Kavarsko 408 | Bielazariškiai | Siesikų | Ukmergės 409 | Kunigiškiai | Kurėnų | Ukmergės 446 | Jakutiškiai | Atkočių | „“

WICHTIGERE FÄLLE DES EINDRINGENS VON PRÄPOSITIONALKONSTRUKTIONEN IN DEN DIALEKTEN DER PONTININKER UND WESTLICHEN PUNTININKER

Й. ШУКИС

Zusammenfassung

Der Artikel behandelt einige präpositionale Konstruktionen, neben denen in den Mundarten der östlichen Aukštaiten, den Pontininkai, und der westlichen Puntininkai in entsprechenden Bedeutungen auch präpositionslose Kasus verwendet werden. So hat sich im Süden der beschriebenen Mundarten der Dativ des Zwecks gut erhalten, z. B.: Pīrmalak(v)s (grādus) páškir(i) sėklę abu dūonę, ūntralak(v)s—givulām, während im Norden in diesem Fall häufiger eine Präpositionalkonstruktion mit dėl und dem Genitiv verwendet wird, z. B.: Pali.k bū.lbu del sėklos. Der instrumentale Instrumentalis wird in diesen Mundarten viel häufiger mit der Präposition su verwendet, z. B.: Nò, nejomk sę rọnk’i, válgok sę šaukšt, obwohl er auch ohne Präposition vorkommt, z. B.: Sėnai pjautuvais rugis nupjāudava. Der komitative Instrumentalis hingegen wird in den beschriebenen Mundarten meist ohne Präposition verwendet, z. B.: Bū.va drūts ūžols kāur vi.dūr; er kommt jedoch auch mit der Präposition su vor, z. B.: Mūsu kārve su baltōm kōjom. Die alten Lokalkasus, Adessiv und Allativ, sind bereits vollständig durch verschiedene Präpositionalkonstruktionen ersetzt worden. Die beschriebenen Mundarten werden außerdem von der Isoglosse des Verschwindens des Illativs durchzogen. Im größten Teil des Gebiets der Pontininkai-Mundart ist der Illativ, wie auch in den meisten Mundarten Süd- und Westlitauens, außer Gebrauch gekommen (erhalten geblieben sind nur die erstarrten Formen šalin, laukan, kieman, die zu Adverbien geworden sind). Der Illativ wird durch Präpositionalkonstruktionen mit į und dem Akkusativ ersetzt, z. B.: Isikāla į mistėl givėn, oder mit ant und dem Akkusativ, z. B.: Kišk ont āketė vīdėgo. Der Illativ wird im Zentrum und Süden der westlichen Puntininkai noch recht häufig verwendet, z. B.: Bažnīčon baise žmōni.s nebėrū. Nuvāžiujam į Ragu.von, į Panavižīn, į Miėškos, į Ragu.vėlen, į Truškūnos. Šuklėsim kokōsin insipīly, vālgidava. Selbst der beständigste Lokalkasus, der Inessiv, wird im Einzugsgebiet

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des Flusses Mūša (vor allem im Norden der Pontininkai) in einigen Fällen durch eine Präpositionalkonstruktion mit terp (tarp) und dem Genitiv ersetzt, z. B.: Vērd terp pьoda.

Präpositionalkonstruktionen verbreiten sich in den beschriebenen Mundarten ebenso wie die Zurückziehung des Akzents hauptsächlich von Norden (Nordwesten) nach Süden (Südosten). Die starke Zurückziehung des Akzents (besonders im Einzugsgebiet des Flusses Mūša) führte zur Verkürzung des Wortendes (kurze Vokale fielen aus, lange wurden gekürzt, Diphthonge monophthongiert), sodass viele präpositionslose Kasus in Sätzen nicht mehr hinreichend eindeutig waren. Einer der wichtigsten Gründe für das Entstehen und die Festigung der Präpositionalkonstruktionen war offenbar das Bestreben nach einer genaueren syntaktischen Differenzierung.

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