Page 1LIETUVIŲ KALBOS GRAMATINĖ SANDARA LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA
TIESIOGINĖS IR NETIESIOGINĖS KALBOS YPATYBĖS PONTININKŲ IR VAKARINIŲ PUNTININKŲ TARMĖSE
J. ŠUKYS
Die direkte Rede ist für die Dialekte der Pontininkai und westlichen Puntininkai¹ ebenso wie für die Umgangssprache im Allgemeinen recht charakteristisch. Wenn es sich nicht um einen Dialog handelt, wird sie stets durch die Worte des Autors angezeigt (auf eine gewisse Weise eingeleitet).
In den beschriebenen Dialekten ist, wie auch in der Literatursprache, das beliebteste Verb unter den Verben, die direkte Rede anzeigen, sakyti („sagen“).
S a k ó ášė jái: „Kã tũ.jė neatãnes?“² Pasigãrė vilks, s ã k a: „Aš jó (jau) dainūos!“ Tãs šòv s ã k a: „Nedainūk nedainiõk!“ (l. p.) Pnv. Aš Jūozu s a k õ-aki·s (j akis): „Diėvi mãna, išvės taũ iš kėla tas sėnberni·s, pamati·si!“ Mžš. Cigõnus s ã k a: „A žinẽ, pomì.lis: pirmu suvalgik tãva paršū.ku, a paskūn valgismi višči·ku (l. p.) Rgv.
Das Verb sakyti wird nicht selten sogar mehrmals wiederholt (vor der direkten Rede und in sie eingeschoben oder nur in die direkte Rede eingeschoben). Solche Wiederholungen von sakyti sind besonders beliebt, wenn erzählt wird, was jemand sagt.
Žvi.rbãls s ã k a „Nò, — s ã k a, — vẽš va põne, — s ã k a, — i bū.mõ nusipraũs, i pasižegnõj pris valgim, o dabã tõ nieka! (l. p.) Pnv. „Mēs seniau, — s ã k a, — bailėsan būdavem. Mēs, — s ã k a, — bijõdavem, drebėdavem, — s ã k a — ke aidavem pro tõ mẽškel. Gẽrė, — s ã k a, — kat jūs dabar drošėsan“ Kb. Aš jam s a k õ: „Labẽ· tū.nke, — s a k õ, — šneki, ti ãs ne viskã³ suprantū“ Mžš. Nė, ãnos (jis) pri-stoja (apsieme) pavõkt: „Nė, — s ã k a, — gerẽ, al (bet) dã šindė nepavõksi, — s ã k a: — unt ritõjos“ (l. p.) Tj.
Das Verb sakyti wird nicht selten sogar dort hinzugefügt, wo bereits ein Verb steht, das die direkte Rede anzeigt.
Põns k l a u š, s ã k a: „Tãu vaikū nebū.va, — kur tu gavẽ vaikų.? (l. p.) Užš. A pemenėli.s š l.d i n (pajuokia, erzina) vėlnū., s ã k a: „Nė, da nedūos ke-
1 Näheres zu diesen Dialekten siehe J. Šukys, Rytų aukštaičių pontininkų ir vakarinių puntininkų tarmių būdingosios fonetinės ypatybės, LKK, Bd. 5, S. 175—183.
2 Verwendet wird eine leicht vereinfachte Transkription des „Programms zur Sammlung von Material für den Atlas der litauischen Sprache“ (2. Aufl., Vilnius, 1956, S. 105—118). Neu eingeführt wurde lediglich das Zeichen ᴜ, das einen reduzierten wortfinalen Vokal bezeichnet, der dem u nahekommt und gewöhnlich anstelle von Ik. a oder u ausgesprochen wird.
3 Die älteren Sprecher des Dialekts dieser Gegend sprechen ne visk·.
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Page 2pù.res!“ (l. p.) Užš. Môč rọkuoj, sãka: „Maũ tõkos mar̃žos nereik“ Kb. Aš Varũ.si. (Veronika) vi.s kũrsto., sakõ: „Pajũni(k) gi, paragauk (alaus), gal nemunišme!“ Mžš. Alpù.ne (Alfonsa) bãras, sãka: „Nu kurĩ čì šũ.ni.! (kas gi čia dabar!)“ Mžš. Nėdavo. (pinigų), – pamišlijo., sakõ: „Jėgu mán užtrakt mukš?…“ Mškn.
Anders als in der Standardsprache wird das Verb sakyti mit Präfixen (atsakyti, pasakyti...) in den beschriebenen Dialekten nur sehr selten verwendet, um direkte Rede einzuleiten. Für diese Funktion sind auch die Verben tarti, prabilti nicht belegt. Außer sakyti kommen etwas häufiger bartis, džiaugtis, juoktis „lachend sprechen, spotten“, klausti, liepti, loti „schwatzen, lügen“, prašyti, rėkti „schreiend sprechen, schimpfen“, teirautis, žadėti und andere vor.⁴ Diese Verben leiten nicht nur die direkte Rede ein, sondern stilisieren sie auch, indem sie die Sprechweise der Figur beschreiben.
Kazienė bãras: „Aini tũo keli, ti vi.s nẽškis medini-ku. (pagalį nuo šunų atsiginti)“ Mžš. Mar̃i džaugas: „Visai pasitaise kárve Nj. U Skodžene jũokas: „Vã, dabar i bũs tàu žéntus!““ Mžš. Anù lãksta api klaimu ir klãusi: Tarũ.t, dukrel, a jaũ baigi?“ (l. p.) Kng. Kumelì.te liepi: „Mėšk atãgalu rũnku káltu!“ (l. p.) Mck. Tas piršlì.s, žinẽ gi, lōji: „Aik (tekėk), poni bũsi – gulbės piena betrūks!“ Mžš. Prãjo e paprašõ: „Paskaitìk man, valkeli, tõ raštel!“ Kršk. Mergaitės rẽki: „Kadù čì sučečkavosi (supiaustysi kopūstus) rũnkom!“ – ruktũoji Mžš. Ji, mat, drusẽsne, tũoj teirãujas: „A nežìnot, kur čì tõ budėla, kur mi.ltus parduõdu?“ Mžš. Pats pi.rminiks gi žadėja: „Tãu, senũk, duosim!“ Kb.
Das Verb der Autorenrede, das das Sprechen bezeichnet, wird der Kürze halber manchmal ausgelassen. In diesem Fall wird ein anderes Verb der Autorenrede intonatorisch hervorgehoben, das gewöhnlich die Handlung angibt, bei der die Figur ihre Worte spricht. Das Verb kann hier auch durch ein Lautwort ersetzt werden.
Dũ.kteres tik galũ.nd sãva nags: „Gerẽ, padarìsim!“ (l. p.) Užš. Tas pràkete terbu: „Li.skit visi terbon!“ (l. p.) Stmb. Stakienė špi.gu pakìšė: „A matẽ. – tiek i tegãusi!“ Gtn. Tėvus kũ.mšči tr.in.kį stalan: „Tilẽk to var̃lu!“ Mžš.
In anderen Fällen wird, um die Erzählung lebendiger und dynamischer zu gestalten, in der Autorenrede nur die Figur genannt, deren direkte Rede folgt.
Ta veštrì.te: „Kar kar kár, ẽsmėsk mán vienõ rešõl!“ (l. p.) Kršk. Li.esene: „Al tẽgi, jũ.m árti – nebegalẽjot iškást [paslėpto aukso]!“ Mžš. Sãkom: „Užũ.kus, nabagẽli.s!“ U tàs sturẽ: „Užũ.kus, nabagẽli.s!“ (l. p.) Mžš.
⁴ In den beschriebenen Dialekten wird direkte Rede recht häufig auch durch Verben nichtlitauischen Ursprungs eingeleitet: duyutis „sich wundern“, durnavoti „jemanden einen Dummkopf nennen, verachten“, loj(y)ti(s) „schimpfen“, mįslyti (Jüngere sagen auch galvoti) „denken“, rokuoti „sagen, erzählen, behaupten“, šidyti „ärgern, verspotten“.
Jaũ dã buvō, dĩ.vidavęs (stebėdavausi), durnavōdavo: „Ka tõ apsnūdė, te ištraukė [pinigus]“ Pnv. Kã pradėjālōjitis: „Ok tũ, – sãka, – sũ.sko, parši tũ!“ Nrb. Aš mĩ.sliji: „Žmunẽl (moterėle), kãt i mokìtis reiki sveikãtas!“ Mžš. U Skrebė vã atẽja, ruktũoji: „Ni tũ prašìk, ni tũ gaũsi!“ Gtn. Tũ vaiku, mukìkle, žinẽ, tũoj ši.dinu: „Kavalierì.s sũ pamũ, vi.re kõši. sũ smal...“ Nn.
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Page 3Wenn die Figuren bereits aufgezählt wurden und dem Zuhörer klar ist, wem die Worte gehören, wird die direkte Rede manchmal nur mit einem einzigen Verb angezeigt (sagen, zuhören usw.).
Zu jener Zeit fuhren wir mit dem Ochsenkarren zum Wald (in den Wald). Sie sagte: „Großmutter, ich werde nicht mitkommen.“ Sie sagte: „Geh du mit dem Spinnrocken.“ Sie sagte: „Geh, nimm ihn, ohne ihn fallen zu lassen!“ Kršk. Sie fragte: „Gefällt dir der Bräutigam?“ — „Nein, er gefällt mir nicht“, sagte sie, „er ist bärtig wie ein Star (1. P.) Pnv. „Pėtrikien, — sagte sie, — komm und hilf mir, wenn ich sterbe!“ — „Ach“, sagte sie, „stirb nur!“ Ksp.
Die Erzählerrede steht fast immer vor der Figurenrede. Erzählerworte, die in die direkte Rede eingeschoben werden oder auf sie folgen, kommen selten vor; etwas häufiger nur dann, wenn sie wiederholt werden.
„Und ich“, sagte sie, „streute [Salz]: alle streuen, und ich streue auch.“ Pnv. „Hier gibt es keinen Platz“, sagte sie, „um sich hinzulegen (sich hinzulegen und zu schlafen), geh zu Mama!“ Mžš. „Was ist denn mit ihren Sachen, den Waren?“ — sagte sie. „Ich verstehe nicht, was das hier ist“, sagte sie Tj.
Manchmal wird die direkte Rede durch einen Satz der Erzählerrede unterbrochen, der sich nach der direkten Rede fortsetzt.
Dann sagte sie zum Vater (zum Vater): „Ach, du Nichtsnutz, du weißt überhaupt nichts!“ — und verdrehte die Augen. Mžš.
Die direkte Rede kann, ohne ihre charakteristische Intonation einzubüßen, Bestandteil eines zusammengesetzten Satzes werden.
Das Mädchen — die eine sagte: „Geh und lebe [dort]“, die andere sagte: „Geh und lebe“. Pbr. Es waren viele Götter: Aus der Mulde in der Mulde kam eine alte Frau hervor. Von den Muldenrändern stürzte sich sogleich ein riesiger Schweineschwarm herab (~ ihre), der eine sagte: „Mir“, der andere: „Mir“, und sie schmolzen (kauften) die Butter heraus, wer am besten konnte Mžš. Būdava sagte: „Dich werden sie dorthin bringen, wo der Körper kracht“, — im Mund und in Trošktūne Rgv.
Die direkte Rede einer anderen Person kann in den beschreibenden Dialekten wie auch in der Literatursprache in Form indirekter Rede wiedergegeben werden. Bei der Umwandlung der direkten in die indirekte Rede ändern sich gewöhnlich der Modus des Prädikats, manchmal auch dessen Zusammensetzung; die Personalpronomen ändern sich5. Sie wird zu einem Nebensatz, der sich an die zur Hauptsatz gewordene Erzählerrede anschließt.
Im Gebiet der pontininkai und westlichen puntininkai wird die indirekte Rede unterschiedlich ausgedrückt.
Von der Grenze der Lettischen SSR bis Karsakiškis verwenden die pontininkai und westlichen puntininkai, wenn auch nicht ganz konsequent, eine partizipiale Form der indirekten Rede.
Er sagte, dass die Mutter das Auto aus der Ferne [heran]fahre. Kld. Am Abend sagte man im Radio, dass die Ordnung überall anders sei. RdN. Sie sagte, dass es vom Steg herabgeregnet habe. Stmb.
Im genannten Gebiet werden wie in der Literatursprache Konstruktionen mit einem Partizip des Konjunktivs verwendet, die das Prädikat oder eine Prädikatsgruppe bilden.
Ein teuflischer Mensch, so ein Lügner. Špēlōks: Das Radio kaufte er bei Meilūnas in Tilta-galiū, und man sagt, er sei aus Leningrad gekommen.6 Krs.
5 J. Balkevičius, Dabartinės lietuvių kalbos sintaksė, Vilnius, 1963, p. 407.
6 Fast alle pontininkai und südlichen westlichen puntininkai würden in diesem Fall sagen: „…man sagt, er habe es aus Leningrad gekauft“, und noch häufiger: „…sagt man, er habe es aus Leningrad gekauft“, „…sagt man, dass er es aus Leningrad gekauft habe.“
15. Lietuvių kalbos gramatinė sandara
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Page 4Südlich von Karsakiškis (z. B. in der Gegend von Miežiškiai) finden sich nur noch Spuren indirekter partizipialer Rede.
Sãke, dass I.gñus bũ.cik (lyg) sakũñt⁷ (sakąs), kãt bũs išrinktũ nãujĩ mili.ciji MžŠ.
Die übrigen westlichen puntininkai und pontininkai ändern bei der Umwandlung direkter in indirekte Rede die Prädikate im Indikativ gewöhnlich nicht in Partizipien der indirekten Rede⁸. Zur Wiedergabe indirekter Rede dienen hier meist Modalpartikeln, in der Regel Umformungen slawischer Lehnwörter: bũk, bũktai, bucik (übrigens können sie auch in direkter Rede vorkommen).
Teisĩ-be, šĩndẽ Jeneškẽl gẽrdẽja, kã Jarašõnẽlis ẽšvažiõj pas tẽvs bũ.kte Gts. Kalb, kãd tõ (ta) namẽl bũ.k jis atpirka Srk. Šnekẽja, bũ.cik darbãdẽn. jãm nũ.brauke a arũs sumãžina MžŠ.
An manchen Stellen zeigen die westlichen puntininkai Zweifel am Wahrheitsgehalt einer Aussage durch die als Einschub verwendete erstarrte Partizipialform esą9.
Plẽpẽja žmõni.s, kãd Bruõnene asũ jõ iširãšẽ iš ligõninẽs MžŠ.
Wenn die indirekte Rede das Prädikat der direkten Rede unverändert beibehält, können die Modalpartikeln bũk, bũk tai, bucik, esą auch fehlen. In diesem Fall wird nicht ausdrücklich gekennzeichnet, dass die wiedergegebenen Worte oder Gedanken nicht vom Autor selbst, sondern von einer anderen Person stammen.
Visi gi ũ.že (šne kėjo), kã dau(g) kas atpĩks MžŠ. Tadũ tie žmonĩs nũ.neše jái tũ. plũoštų linũ ir sãka, kai pónus lĩepe išausĩt mãrškinis (l. p.) Rdž.
Manchmal kann die Rede einer Figur den Worten des Autors hier ohne die Konjunktion kad, sondern allein durch Intonation angeschlossen werden.
7 In Miežiškiai zeigt diese erstarrte Partizipialform des Präsens weder Genus noch Numerus an: Jõ (jau) bũvabelukẽnĩt (bebėgęs). Jõ (jau) bũvẽ bemukẽnĩt (bemokanti). Jõ (jau) bũ.vasakũnĩt (besakanti), kat ais grĩ.çon, al tũ atjẽ, i nebẽja MžŠ.
8 Vgl. J. Balkevičius, a. a. O., S. 408. J. Jablonskis und andere Verfasser früherer Lehrbücher zur litauischen Syntax korrigierten solche Sätze, indem sie die Verben der direkten Rede im Nebensatz durch Partizipien ersetzten; siehe J. Jablonskis, Rinktiniai raštai, Bd. 1, Vilnius, 1959, S. 528 ff.; M. Durys, Lietuvių kalbos sintaksė, Kaunas, 1927, S. 74 ff.
Alte litauische Schriftdenkmäler, die zwar eher die Schriftsprache ihrer Zeit repräsentieren, zeigen die indirekte partizipiale Rede als gut ausgebildet und häufig verwendet. Selbst in den „Punktuose sakymų“ des Nachbarn der westlichen puntininkai, K. Širvydas, lesen wir: Todrin ir pats Dowids ieszko Diewo, szaukia iop, budina ii kayp ažumigusi, sakos essus apłaystas, skundžias essus arti prapulties... I 199. Apas z tatas sako, gieresni sunti paimt motery, negi degt I 232. Pačiu tiktay tikieimu sakos busiu iżganitays I 258.
Noch mehr Beispiele indirekter partizipialer Rede als in den heutigen Dialekten der pontininkai und westlichen puntininkai finden sich in den Texten von A. Baranauskas, die im Gebiet derselben Dialekte aufgezeichnet wurden.
„Was ist das für eine Art von Wesen?“ – begann der König zu staunen und sagte, dass er noch nie ein solches Wesen gesehen habe BM 94 (Brž). Der Gutsherr begann, sich über diese Freude (für Freude) zu rühmen, dass er sein eigenes Pferd habe, ein sehr schönes... BM 78 (Vb). Als sie zum König gelangten, erzählten sie, sie hätten dessen Töchter gesehen, und beschrieben ihre Köpfe BM 113 (Ssk).
9 In der Literatursprache ist in diesem Fall die Einschubpartikel girdi häufig; siehe J. Balkevičius, a. a. O., S. 406. Sie ist für die beschriebenen Dialekte untypisch.
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Page 5Lėvunus sagte: „Lādze hat dreihundert Rubel herausgelockt.“ Mžš. Die Menschen lachen, und in Skemuni·si zeigte sich ein Wunder. Mžš.
In beiden Fällen scheint der Unsicherheitsaspekt, der für die indirekte Rede charakteristisch ist, nicht vorzuliegen; dennoch lässt sich nicht behaupten, dass die Rede der handelnden Person durch Nebensätze genau wiedergegeben wird. Wahrscheinlich wird hier lediglich der Inhalt des geäußerten Gedankens nacherzählt.
In den pontininkischen und westlichen puntininkischen Mundarten ist die uneigentliche direkte Rede, oder halbdirekte Rede, nicht selten10. Die direkte Rede wird hier durch einen mit der Konjunktion kad eingeleiteten Nebensatz wiedergegeben, ohne dass die Modi des Prädikats oder die Pronomen verändert werden, und wobei alle sonstigen strukturellen und stilistischen Merkmale der direkten Rede erhalten bleiben11. Es ist schwer zu sagen, ob die uneigentliche direkte Rede ebenso genau ist wie die direkte Rede12; zweifellos werden die Worte der handelnden Person in der uneigentlichen direkten Rede jedoch viel emotionaler und anschaulicher wiedergegeben als in der indirekten Rede. Die indirekte Rede gibt weder Einschübe noch Anreden, Interjektionen oder andere Wörter modaler oder emotionaler Art wieder, während all dies in der uneigentlichen direkten Rede erhalten bleibt.
Er sagte ihr, sie solle keine Angst haben, Svaldenieñ: Aus der großen Wolke kommt nur ein kleiner Regentropfen! Mžš. Jeni·te weinte fürchterlich: „Ach, wohin soll ich mich jetzt nur begeben?“ Mžš. Ich schwieg eine Weile und sagte dann: „Mir scheint, dieser alte Mann kommt wieder.“ Nn.
Am häufigsten sind solche Fälle uneigentlicher direkter Rede, in denen die mit der Konjunktion kad angeschlossene direkte Rede als Objektsatz fungiert. Auf diese Weise gebildete Nebensätze des Zwecks, des Grundes und der Art und Weise sowie Subjektsätze kommen jedoch ebenfalls vor.
1. Nebensätze der uneigentlichen direkten Rede als Objektsätze.
a) Das Subjekt des Nebensatzes steht in der ersten Person, und das Prädikat ist ein Verb im Indikativ, mitunter auch im Imperativ:
Malūnininkas įsáka, kad aš jį. (vaiką) mažu. sugavó. ū.pę plaukunti. su lōv (1. p.) Užš. Tokiu· bū·dava ū·kiniku., te pjáun i pjáun — n e s a k i s, k a t s e s k i m, p a s i l s e k i m Pbr. Jis užgirda: gubernátarus su draugu šnėkv viduj, k a t a i s m a karālaus vōki ir n u t r ó t i s m a (nunuodysim) (1. p.) Mck. Apkabi.na, pabučava, p a s i s á k e, k a t a š a s ū t á v a v i r v s (1. p.) Alkn.
10 Zum Terminus siehe A. H. Гвоздев, Современный русский литературный язык, t. II, Москва, 1958, p. 279.
11 In der litauischen Literatursprache wird die uneigentliche direkte Rede nicht toleriert, obwohl sie in vielen Mundarten und in der Volksüberlieferung nicht unbekannt ist. Beispiele für diese Redeweise finden sich auch in den Texten von A. Baranauskas aus dem Gebiet der beschriebenen Mundarten.
So sagte der Herr des Hofes: „Können wir denn nicht auch in einem anderen Hof wohnen?“, und wir ziehen weg, um anderswo zu wohnen BM 161 (Jnšk.). Der Vater wollte noch nichts sagen; aber der Sohn sagte, dass er es wisse, denn er habe es mir (dem Teufel) versprochen BM 160 (Jnšk).... die Schlange sprach menschlich, sagte: „Erschrick nicht“, aber geh nicht in das Haus und nimm das Fleisch; das wirst du bereuen BM 158 (Jnšk).
12 A. Molotkov vertritt bei der Erörterung analoger syntaktischer Konstruktionen mit der Konjunktion яко in alten russischen Schriftdenkmälern die Auffassung, dass diese Konstruktionen die Rede eines anderen oder der handelnden Person nicht genau wiedergeben (А. И. Молотков, Особые синтаксические конструкции для передачи чужой речи в древнерусском языке, «Ученые записки Ленинградского Гос. Университета», серия филологических наук, вып. 61, 1962, p. 192).
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Page 6b) Das Subjekt des Nebensatzes steht in der zweiten Person, das Prädikat ist ein Verb im Imperativ, manchmal im Indikativ:
Und sie befahl den Töchtern, bei ihm zu bleiben (mit ihm zu spielen) und nicht herauszukommen, bis ich es gesagt habe (1. P.) Užš. Schrei, bis der Eber es sah Gln. Einer bettelte sehr, bat, ihm das Leben zu schenken, — sagte er, — ich bin unschuldig Pnv. Da ging die Stiefmutter zu ihrer älteren Tochter und befahl ihr, hinzugehen und jene zu pflücken [Rose] (1. P.) Kng.
c) Der Nebensatz ist unpersönlich:
Seit dem Morgen kommen sie zum Pfarrer Taujēnasun, und jetzt hat der Küster erzählt, dass man mich verzaubert hat Ksp.
2. Nebensätze der Zweckbestimmung in uneigentlicher direkter Rede. Das Prädikat des Nebensatzes steht hier gewöhnlich im Imperativ.
Dann hält der Fahrer wieder an, damit ich aussteige (damit ich aussteige) Mžs. Da kam der Pfarrer, um uns zur Beerdigung einzuladen: die Stiefmutter ist gestorben (d. h. er kam, um zur Beerdigung einzuladen: die Stiefmutter war gestorben) Mžs. Nun, das reicht, also gebe ich ihr noch eine Arbeit: Ich gebe ihr Flachs, damit sie ihn spinnt und webt (damit sie, die Waise, ihn spinnt und webt) (1. Pers.) Kng. Dann stand er auf, damit er sich erhebe: Er muss die Kuh nach Hause treiben (damit er aufstünde, denn die Kuh muss nach Hause getrieben werden) (1. Pers.) Kng.
3. Nebensätze der kausalen Bestimmung in uneigentlicher direkter Rede.
Die Schwägerin kam und jagte mich fort, damit ich zu meiner Verwandtschaft ginge, ich sei ihr nicht von Nutzen (damit ich zu meiner Verwandtschaft ginge: ich sei ihr nicht von Nutzen) Pbr. Der Vater freute sich, dass seine Kinder nach Hause zurückgekehrt waren (es geht um die Kinder des Vaters, denn er selbst hatte sie, von seiner Hexenfrau dazu gezwungen, fortgejagt) (1. Pers.) Mck.
4. Nebensätze der modalen Bestimmung in uneigentlicher direkter Rede. Ihre Prädikate stehen im Imperativ. Das Wort, das diese Nebensätze erläutern, ist die modale Bestimmung des Hauptsatzes teip „so“.
Da erschien es ihm so, dass er das Dach abdeckte und das Stroh herausholte, dann werde es Heu (1. Pers.) Mck. Da riet ihm der Pfarrer so, dass er nach Hause zurückkehre Šlt.
5. Subjektsätze in uneigentlicher direkter Rede.
Von der Obrigkeit wird bisweilen erzählt, dass drei Jahre lang gelebt wird, bis das eigene Haus gebaut ist (Häuser) Kršk. Mutter, es scheint, sie hätten vereinbart, dass du schweigst und ich auch schweige. Mžs.
Uneigentliche direkte Rede ist auch anderen litauischen Dialekten nicht fremd, besonders jenen, in denen die indirekte Rede mit Partizipien unüblich ist. Beispiele uneigentlicher direkter Rede finden sich auch in lettischen13 und russischen14 Dialekten.
13 Zum Beispiel wird in den Ortschaften der Region Vilce im Bezirk Eleja, unweit der beschriebenen Dialektgebiete, neben Tēs teīca, ka es esuōt satīc’s vīna brālī auch Tēs teīca, ka es satīku vīna brāli gesagt (aus dem handschriftlichen dialektologischen Material des Instituts für Sprache und Literatur der Akademie der Wissenschaften der Lettischen SSR). Siehe auch: Latviešu valodas dialektoloģijas atlanta materiālu vāksanas programma, Rīgā, 1954, S. 110; Mūsdienu latviešu literārās valodas gramatika, Bd. II, Rīgā, 1962, S. 905.
14 Žr. A. B. Шапиро, Очерки по синтаксису русских народных говоров, Москва, 1953, p. 60; В. И. Собинникова, Строение сложного предложения в народных говорах, Воронеж, 1958, p. 157—162.
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Page 7Schlussfolgerungen
1. In den Mundarten der Pontininkai und der westlichen Puntininkai werden direkte, indirekte und uneigentliche direkte, auch halbdirekte Rede verwendet.
2. Das gebräuchlichste Verb der Autorenrede, das direkte Rede anzeigt, ist sakyti. Es wird oft mehrmals wiederholt und manchmal pleonastisch sogar dort hinzugefügt, wo bereits ein Verb steht, das direkte Rede anzeigt.
3. Die Autorenrede steht meist vor der Figurenrede.
4. Partizipiale indirekte Rede wird im Gebiet der beschriebenen Mundarten nur im Norden verwendet (von der Grenze zur Lettischen SSR bis Karsakiškis). Im übrigen Gebiet wird fremde Rede wiedergegeben, ohne Partizipien zu verwenden. Häufig helfen dabei die Modalpartikeln būk, būktai, bucik, esą.
5. In den beschriebenen Mundarten ist die uneigentliche direkte Rede häufig. Direkte Rede wird hier, ohne die Modi des Prädikats oder die Pronomen zu verändern und unter Beibehaltung aller übrigen strukturellen und stilistischen Merkmale der direkten Rede, durch einen abhängigen Objektsatz, manchmal durch abhängige Final-, Kausal-, Modal- oder Subjektsätze ausgedrückt, die mit der Konjunktion kad an den Hauptsatz angeschlossen werden.
DIREKTE UND INDIREKTE REDE IN DEN MUNDARTEN DER PONTININKAI UND DER WESTLICHEN PUNTININKAI
Й. ШУКИС
Zusammenfassung
In den litauischen Mundarten der Pontininkai und der westlichen Punktininkai ist die direkte Rede hinsichtlich ihrer Struktur und Modalität vielfältig. Die einleitenden Worte des Autors stehen gewöhnlich vor der direkten Rede. Das gebräuchlichste Verb in einleitenden Sätzen ist sakyti (sagen). Nicht selten wird es pleonastisch neben anderen Verben des einleitenden Satzes gebraucht, z. B.: Pōns kláus, sāka: „Tāu vaikū nebūva, — kur tu gavē vaikū.? (Užushiliai, Kreis Biržai). Oft wird es als Wiederholung in die direkte Rede eingefügt, z. B.: Žvīrbājs sāka: „Nō, — sāka, — vės va pōng, — sāka. — i bū.rno musipraus, i parsīžegnoji priš valgimo, o dabā tō nieka!“ (Piniava, Kreis Panevėžys). Manchmal wird mit den Autorenworten nur das Subjekt angegeben, dessen Rede wiedergegeben wird, z. B.: Ta vęštīte: „Kar kar kār, ešmešk man vieno rešotel!“ (Kriauniškiai, Kreis Pasvalys). Ist das Subjekt aus dem zuvor Gesagten ersichtlich, wird es gewöhnlich nicht genannt, z. B.: Kláus: „A tāu patīk [jaunikis]?“ — „Ne, nepatīk, — sāka, — bāžā kaip strāzda (Gespräch zwischen Vater und Tochter) (Piniava).
Die indirekte partizipiale Rede wird – und auch dies mit einer gewissen Unregelmäßigkeit – nur im Norden der beschriebenen Mundarten, nahe der Grenze der Lettischen SSR, verwendet. Dabei werden, wie auch in der Literatursprache, die Verben durch entsprechende Partizipialformen und die Pronomen der 1. und 2. Person durch Pronomen der 3. Person ersetzt, z. B.: Šindē sāke pro rādiju, kā kur ti ladē bū.v.i. (Nemunėlio Radviliškis, Kreis Biržai). Im übrigen Gebiet dieser Mundarten wird der Anschein indirekter Rede nicht durch den Gebrauch von Partizipien erzeugt, sondern durch modale Einleitungswörter – Varianten der Lehnwörter būk, būktai, bucik („als ob“) oder durch die erstarrte Partizipialform esą (gemeint ist das System der betreffenden Mundarten), z. B.: Kalb, kad tō (ta) namēl bū.k jis a p i r ī k a (Serekenai, Kreis Panevėžys)
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Page 8Kreis). Plepėja žmònis, kàd Brùonene asž jò· isirãšė iš ligòninės (Miežiškiai, Kreis Panevėžys). Nicht selten begegnet auch die sogenannte halb-direkte Rede, bei der die direkte Rede nur mithilfe der Konjunktion kad zum Nebensatz wird, ohne dass Verbformen oder Pronomen verändert werden, z. B.: Tadù pāmote išėjus šàva dù-kterei viresnei liepi* kàd aik tù nusik.nk (Kungiai, Kreis Ukmergė). Te Jùrgi.s a t v a ž d a v a, kàt p r d š o m un pãgraba: tučekgìla pasi.mire (Miežiškiai). Am häufigsten handelt es sich dabei um Objektsätze, gelegentlich auch um Finalsätze, Kausalsätze, Modalsätze oder Subjektsätze.