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Wir können uns nur darüber freuen, dass die von J. Venelin begonnene Bulgaristik in Russland bis heute von unserem Landsmann, dem uns nahestehenden Sprachwissenschaftler und Kollegen G. Venediktov, fortgeführt wird, der schön Litauisch spricht und schreibt.

Aloyzas Vidugiris

VON DEN PARTIKELN ZUM GESAMTSYSTEM DER SYNTAX

(zum 70. Geburtstag von Professor Vitas Labutis)

Die wissenschaftliche und pädagogische Tätigkeit von Professor Vitas Labutis ist vielseitig und breit gefächert. Zehn Jahre lang arbeitete er am Institut für Litauische Sprache und Literatur, später lehrte er an der Abendfakultät Kaunas der Universität Vilnius und seit 1972 an der Philologischen Fakultät der Universität Vilnius. Viele Jahre lang hielt er Vorlesungen zur litauischen Syntax sowie verschiedene Spezialkurse, betreute studentische Forschungsarbeiten und Dissertationen. Er bekleidete verschiedene Verwaltungsämter. Zugleich widmete er sich intensiv der wissenschaftlichen Arbeit. Die Bibliografie des Professors umfasst die Monografie Lietuvių kalbos sintaksė, mehrere Lehrbücher und mehr als anderthalbhundert Aufsätze und Artikel! Vitas Labutis ist einer unserer bedeutendsten Syntaxforscher. Doch Professor Labutis beschäftigte sich nicht nur mit Fragen der Syntax. Er verfasste auch Arbeiten zu Themen der Morphologie, Terminologie, Onomastik und Sprachkulturtheorie. Anlässlich seines siebzigsten Geburtstags soll der Professor geehrt werden, indem seine bedeutenderen Forschungen zur litauischen Grammatik und seine zahlreichen Veröffentlichungen zu anderen Themen überblickt werden; Fragen der Sprachpraxis und der Methodik des Sprachunterrichts bleiben dabei außen vor.

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Zu Beginn seiner eigenständigen wissenschaftlichen Arbeit widmete sich V. Labutis einem damals noch wenig erforschten Thema der litauischen Grammatik – den Partikeln. Sein 1962 in der fortlaufenden Publikation Literatūra ir kalba veröffentlichter Aufsatz „Dalelytės ir jų vieta kalbos dalių tarpe“ war die erste Studie der litauischen Sprachwissenschaft, die eigens dieser Wortart gewidmet war. Sie entstand zu einer Zeit, als noch keine klare Auffassung über den Platz der Partikeln unter den übrigen Wortarten und ihr Verhältnis zu Adverbien und Konjunktionen bestand. Auch eine ausführlichere Beschreibung der Bedeutungen und des Gebrauchs der Partikeln fehlte.

In der Studie wird die Interpretation der Partikeln in früheren Arbeiten zur litauischen Sprachwissenschaft untersucht und werden ihre allgemeinen semantischen und syntaktischen Merkmale beschrieben. Die Partikeln gelten – vorwiegend anhand der in der sowjetischen Sprachwissenschaft maßgeblichen Kriterien zur Abgrenzung der Wortarten – als eigenständige Wortart: Sie lassen sich keiner anderen Wortart zuordnen und stehen zu den übrigen Wortarten als gleichrangige Wortgruppe in Beziehung (Labutis 1962: 368). Partikeln werden definiert als „eine unselbständige Wortart, die zusätzliche Bedeutungsnuancen der Wirklichkeitserscheinungen oder ihrer wechselseitigen Beziehungen ausdrückt und diese einzelnen Satzgliedern oder dem ganzen Satz verleiht“ (ebd.). Partikeln drücken unter anderem auch modale, expressive und emotionale Bedeutungsnuancen aus. Es gibt keine strikten Grenzen, die Partikeln von anderen Wortarten trennen: Einige Partikeln können auch als Konjunktionen fungieren, andere lassen sich nur schwer von Adverbien abgrenzen, wieder andere werden zu Affixen oder zu Bestandteilen untrennbarer Wortverbindungen. Ihrer Struktur nach können Partikeln einfach oder zusammengesetzt sein.

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Bedeutung und Gebrauch einer Unterart der Partikeln – der präzisierenden Mengenpartikeln, die eine Untergruppe der größeren semantischen Klasse der Partikeln, nämlich der logisch-semantischen Partikeln, bilden – werden ausführlich im Aufsatz „Lietuvių kalbos kiekio patikslinamosios dalelytės“ (Labutis 1963a) beschrieben. In der acht Jahre später erschienenen akademischen Grammatik werden dieselben Partikeln vom Autor ähnlich eingeteilt und beschrieben, jedoch kürzer; den Bedeutungsnuancen und der Synonymie wird weniger Raum gewidmet.

Das untersuchte Thema wird in einem ein Jahr später vom Professor veröffentlichten Aufsatz „Lietuvių kalbos sudėtinės dalelytės“ (Labutis 1964a) fortgeführt, der gewissermaßen den zweiten Teil dazu bildet. Darin werden ihre Struktur und Funktion mit denselben Methoden wie die selbstständiger Wörter untersucht. Nach dem Grad der Verschmelzung ihrer Bestandteile werden zusammengesetzte Partikeln in Komposita und Wortverbindungen eingeteilt. Komposita werden als „besondere Zusammensetzungen bezeichnet, deren Bestandteile ursprünglich selbstständige Partikeln waren“ (ebd.: 119). Dieser Teil der Arbeit enthält zahlreiche Beispiele zum fachsprachlichen Gebrauch sowie historische Anmerkungen. Die Betonung der Komposita wird gesondert behandelt. Wortverbindungen werden als Partikeln bezeichnet, die strukturell noch nicht vollständig verschmolzen, semantisch jedoch bereits untrennbar sind und eine lexikalische Einheit bilden (ebd.: 128). Solche Partikeln gibt es im Litauischen nicht viele. Wesentlich häufiger sind Partikelverbindungen, deren Bestandteile weniger eng miteinander verbunden und daher leichter voneinander zu trennen sind.

Etwa zur selben Zeit wurden in der Publikation Kalbos kultūros erschienene Aufsätze veröffentlicht, in denen Bedeutung, Gebrauch und Schreibung der Partikeln gi, ne ausführlich untersucht werden (Labutis 1963b, 1964b). In der letztgenannten Veröffentlichung wird übrigens vorgeschlagen, die russische adversative Konjunktion же nicht mit der Partikel gi, sondern mit den Konjunktionen o, bet, tačiau ins Litauische zu übersetzen (1964b: 31).

Die Forschungen des Professors zu den litauischen Partikeln wurden in seiner 1965 verteidigten Dissertation zum Kandidaten der philologischen Wissenschaften Dabartinės lietuvių kalbos dalelytės zusammengeführt. Auf Grundlage der Dissertation wurde die Darstellung der Partikeln als eigenständiger Wortart für den zweiten Band der Lietuvių kalbos gramatikos ausgearbeitet (Labutis 1971). Obwohl dieses Grammatik-Kapitel seinen theoretischen Grundlagen nach der akademischen Grammatik der russischen Sprache sehr nahesteht (vgl. Vinogradov, Istrina, Hrsg. 1960), übertrifft es diese doch durch die Fülle authentischen Materials und die Detailgenauigkeit der Untersuchung. Die gegebene Definition der Partikeln unterscheidet sich nur wenig von der in der ersten Studie formulierten und ist lediglich etwas kürzer, vgl.: „Partikeln sind unselbstständige Wörter, die einzelnen Wörtern, Wortverbindungen oder dem ganzen Satz zusätzliche Bedeutungsnuancen verleihen“ (Labutis 1971: 543). Auch die grundlegenden Merkmale der Partikeln werden knapper angegeben: semantische und syntaktische Selbstständigkeit, semantische und bedeutungsmäßige Unbestimmtheit (in der ersten Studie wurden diese beiden Eigenschaften zu Recht als eine einzige angeführt) sowie morphologische Unveränderlichkeit und einfache Struktur. Neu in der Grammatik ist die eingehende Beschreibung der Bedeutung der Partikeln. Die Bedeutung dient sogar als wichtigstes Kriterium ihrer Einteilung. In dieser Hinsicht werden zunächst drei große Partikelgruppen unterschieden: logisch-semantische, modale sowie emotionale und expressive Partikeln. Die Partikeln jeder Gruppe werden nach den ausgedrückten Bedeutungsnuancen in kleinere Gruppen und diese wiederum in Untergruppen eingeteilt. So werden etwa die logisch-semantischen Partikeln, die „selbstständigen Wörtern verschiedene logisch-semantische Nuancen verleihen“ (ebd.: 45), in präzisierende, hervorhebende und negative Partikeln gruppiert. Die präzisierenden Partikeln werden weiter in Mengen- und Gradpartikeln sowie Dauerpartikeln unterteilt. Fast jede Partikel wird in der Grammatik gesondert beschrieben: Ihre Bedeutungsnuance und Besonderheiten ihres Gebrauchs werden erläutert, und es werden Beispiele aus der schönen Literatur und den Dialekten angeführt. In der Grammatik werden außerdem gesondert der Gebrauch anderer Wortarten – Adverbien, Pronomen und Verbformen – mit Partikelbedeutung, die Betonung der Partikeln und ihr Aufbau behandelt. Das Kapitel enthält zahlreiche wertvolle Belege für den Gebrauch der Partikeln.

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des Materials. Nicht überall wurde der Rahmen einer synchronischen Beschreibung eingehalten (die Herkunft der Partikeln wurde in einem eigenen Absatz behandelt); häufig wurden die Grenzen der Gemeinsprache (mit grammatischen Fachbegriffen: der Literatursprache) überschritten (zusammen mit anderen Frage- und Zweifelpartikeln werden auch die dialektalen begu, bau (ebd.: 558–559) und Ähnliches beschrieben). In einzelnen Fällen sind auch andere Deutungen der untersuchten Wörtchen möglich (vgl. Girdenis, Žulys 1973: 205), insgesamt ist die semantische Untersuchung der Partikeln in der Grammatik jedoch subtil und umfassend.

In den einbändigen Grammatiken der litauischen Sprache Grammatika litovskogo jazyka (Ambrazas, Hrsg. 1985) und Dabartinės lietuvių kalbos gramatika (Ambrazas, Hrsg. 1994) sind die Kapitel zu den Partikeln wesentlich kürzer und die Beschreibung deutlich knapper. Ihre Definition der Partikel wurde leicht präzisiert: Sie sei „eine nicht selbstständige Wortart, die aus unveränderlichen Wörtern besteht, welche anderen Wörtern, Wortverbindungen oder Sätzen zusätzliche Bedeutungsnuancen verleihen“ (Labutis 1994a: 432). Neu in den einbändigen Grammatiken sind die Bezeichnungen primäre und sekundäre Partikeln. Sie werden aufgrund ihrer Arbeitsbeziehung zu anderen Wörtern oder schlicht nach ihrer Herkunft in diese beiden Gruppen eingeteilt. Eine solche Einteilung passt nicht zur gewählten synchronischen Beschreibung der grammatischen Struktur der Sprache. In der einbändigen litauischen Grammatik (Ambrazas, Hrsg. 1994) findet sich der Begriff zusammengesetzte Partikeln nicht mehr – nach ihrer Struktur werden alle Partikeln in drei Gruppen eingeteilt: einfache, zusammengesetzte und mehrteilige. Die Beschreibung der Bedeutungen der Partikeln wurde besonders stark gekürzt. Nach ihrer Bedeutung werden, wenn auch nur bedingt, neun Gruppen unterschieden: präzisierende, aussondernde, hinweisende, verneinende, bekräftigende, Frage- und Zweifel-, Wunsch-, emotionale und verstärkende Partikeln. Im Vergleich zur dreibändigen Grammatik fehlen in dieser Grammatik die Bedeutungsgruppen der vergleichenden und der auffordernden Partikeln; die entsprechenden Partikeln sind den Frage- und Zweifelpartikeln sowie den Wunschpartikeln zugeordnet. In den einbändigen Grammatiken hat sich die Deutung einiger Partikeln verändert, und die Beispiele für ihren Gebrauch wurden stark reduziert.

Angliškoje akademinėje lietuvių kalbos gramatikoje (Ambrazas, ed. 1997) V. Labučio pavardės tarp autorių nėra, tačiau dalelyčių skyrius joje (ten pat: 395–403) nedaug tesiskiria nuo ankstesnėse gramatikose Profesoriaus duoto šios kalbos dalies aprašo.

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Ein weiteres Thema, mit dem sich der Professor bereits während seiner Tätigkeit am Institut für Litauische Sprache befasste, waren die Nominativsätze. Dieses Thema zog V. Labutis geradezu in den Strudel der syntaktischen Probleme hinein, der den Professor für den gesamten weiteren Verlauf seiner wissenschaftlichen Laufbahn nicht mehr losließ.

Der Professor untersuchte die Nominativsätze in einem gleichnamigen, 1967 veröffentlichten Artikel. Fast ein Jahrzehnt später erschien der dritte Band der akademischen Grammatik, für den V. Labutis die Kapitel über Nominativsätze, unvollständige Sätze und asyndetische Sätze verfasst hatte.

Im Artikel werden als Nominativsätze „ein Satzglieder umfassende Sätze bezeichnet, die aus einem Substantiv oder einem substantivisch gebrauchten anderen Wort im Nominativ bestehen“ (1967: 117). Nominativsätze zeichnen sich durch eine besondere Intonation aus. Das Hauptglied des Nominativsatzes gilt weder als Subjekt noch als Prädikat, sondern kann mit diesen nur relativ verglichen werden (vgl. die abweichende Ansicht von J. Balkevičius 1963: 148–149). Obwohl das Hauptglied des Satzes Attribute haben kann, sei es nach Ansicht des Professors bei solchen Sätzen stets „wichtig, das Vorhandensein des Gegenstands oder Phänomens selbst hervorzuheben und nicht sein Merkmal in den Vordergrund zu stellen“ (Labutis 1967: 119). Darin unterscheiden sich Nominativsätze von unvollständigen zweigliedrigen Sätzen, die ebenfalls nur aus einem Substantiv im Nominativ bestehen können. Hinsichtlich ihrer Struktur werden Nominativsätze in nicht erweiterte und erweiterte eingeteilt. Nicht zu den Nominativsätzen zählen Sätze, in denen die zusammen mit dem Hauptglied auftretende Partikel besonders betont und hervorgehoben wird (Antai duona, pasi-imk!), ebenso wie solche, in denen ein Merkmal betonendes Wort zusammen mit dem Substantiv im Nominativ steht

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oder ein Wort, das einen Zustand bezeichnet (Rytas puikus; Stori marškiniai, bet savi.). Die Wortstellung spielt in solchen Fällen keine entscheidende Rolle (ebd.: 123). Nach ihrer Funktion werden im Artikel drei Gruppen von Nominativsätzen unterschieden: existentielle, das heißt das Vorhandensein eines Gegenstands oder Phänomens feststellende, solche mit hervorgehobener kommunikativer Funktion sowie emotionale oder wertende Nominativsätze. Von den existentiellen Nominativsätzen werden unvollständige zweigliedrige Sätze mit einem Nominativ unterschieden, der in klaren prädikativen Beziehungen zum Verb des vorhergehenden Satzes steht, z. B.: Kadaise, labai seniai, šiame miške dievai gyvenę. Savotiški dievai. Nicht als Nominativsätze gelten auch Sätze, die aus Wörtern mit wertender Bedeutung bestehen (Dildė kaip laikai? Meistras!), Modalwörtern, Grüßen und Wünschen (Gėda. Sveika, teta).

Lietuvių kalbos gramatikoje werden Nominativsätze ähnlich wie im Artikel beschrieben. Die Grammatik führt aus, dass Nominativsätze gewöhnlich einen neuen Gedanken einleiten oder ausdrücken. Darin unterscheiden sie sich von unvollständigen Sätzen, mit denen gewöhnlich der Gedanke des vorhergehenden Satzes fortgeführt wird (1976a: 625–626). Nebenbei bemerkt: Auch die unvollständigen, elliptischen und gliedlosen Sätze wurden in der Grammatik von V. Labutis behandelt (1976a: 635–653). Nach Funktion und Bedeutung werden Nominativsätze in der Grammatik ebenfalls in drei Gruppen eingeteilt: existentielle (oder beschreibende und erzählende), identifizierende, mitteilende, hinweisende und benennende sowie emotionale (des Staunens) Sätze. Die Nominativsatzglieder in zusammengesetzten Sätzen werden in der Grammatik ausführlicher untersucht als im Artikel (ebd.: 633–635). In der einbändigen Dabartinės lietuvių kalbos gramatikoje betrachtet N. Sližienė solche Sätze als substantivische unpersönliche Sätze, in denen „der Nominativ von Substantiven gewöhnlich ohne Kopula verwendet wird“ (Ambrazas, Hrsg. 1994: 617).

Die Auffassung des Professors zum Status der Nominativsätze und zu ihrer Stellung im grammatischen System der Sprache änderte sich. Im Artikel „Nominatyviniai sakiniai“ und in der Lietuvių kalbos gramatikoje bilden sie zusammen mit den unpersönlichen Sätzen eine Gruppe eingliedriger Sätze. In diesen Arbeiten wurde zur Abgrenzung der Nominativsätze von den unpersönlichen Sätzen ein formales Kriterium herangezogen: Der Nominativ eines Substantivs oder eines substantivisch gebrauchten anderen Wortes, der als Hauptglied des Nominativsatzes fungiert, konnte nicht mit der Auffassung eines unpersönlichen Satzes in Einklang gebracht werden, dessen „Hauptglied, das dem Prädikat entspricht <…>, nicht mit einem Subjekt im Nominativ verbunden werden kann“ (Dumašiūtė 1976: 610). In der Monografie Lietuvių kalbos sintaksė (1994/1998/2002) gelten Nominativsätze für den Professor bereits als unpersönliche Sätze (1994: 134–136). Begründet wird dies damit, dass der Nominativ des Substantivs, der das prädikative Zentrum des Nominativsatzes bildet, „keinen eindeutigen Personenmarker hat“ (ebd.).

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Besonders viel Zeit widmete der Professor der Erörterung der Probleme litauischer Wortverbindungen. An erster Stelle ist hier die Studie Žodžių junginių problemos (Labutis 1976c) zu nennen. Zusammen mit dem im selben Jahr erschienenen dritten Band der akademischen Grammatik ist sie eines der ersten zusammenfassenden Werke (neben den Arbeiten von Br. Kalinauskas, siehe Kalinauskas 1963, 1972), in denen Wortverbindungen der litauischen Sprache untersucht werden. Wortverbindungen als syntaktische Einheit und die Ebene der Wortverbindungen als eigenständige Untersuchungsebene der syntaktischen Struktur wurden in der litauischen Sprachwissenschaft erst nach dem Zweiten Weltkrieg unterschieden und untersucht, vor allem unter dem Einfluss der russischen Sprachwissenschaft und insbesondere der akademischen Grammatik der russischen Sprache (Vinogradov, Istrina, Hrsg. 1960).

Die Studie verfolgt das Ziel, theoretische Probleme der Erforschung von Wortverbindungen zu untersuchen. Nach Auffassung des Autors lassen sich die Normen für den Gebrauch von Wortverbindungen erst präzisieren, wenn die Prinzipien der syntaktischen Normierung geklärt sind (vgl. ebd.: 81). Das Büchlein gibt einen kurzen Überblick über die Geschichte der Erforschung von Wortverbindungen und beschreibt ihre Hauptrichtungen. Es wird anerkannt, dass Inhalt und Ausdruck der Sprache

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Die Pläne sind nicht immer symmetrisch, und es werden Aufgaben gestellt, die syntaktischen Erscheinungen systematisch zu beschreiben und der Rolle der Semantik in der Syntax angemessen Rechnung zu tragen (ebd.: 16). Im Folgenden werden in der Studie ausführlich die Wortbeziehungen und der Begriff der Wortverbindung behandelt sowie Aufbau und Bedeutung der Wortverbindungen überblicksartig dargestellt.

Der größte Teil des Büchleins ist den Wortbeziehungen gewidmet. Diese werden auf der Grundlage der Valenztheorie untersucht. Dies ist eines der ersten Beispiele für ihre Anwendung in der litauischen Sprachwissenschaft (nach dem großen Interesse hervorrufenden Artikel von E. Geniu šienė aus dem Jahr 1971; siehe Geniu šienė 1971). Valenz gilt als syntaktische und semantische Eigenschaft des Wortes (Labutis 1976c: 23). Sie wird definiert als „die Fähigkeit eines Wortes oder seiner Form, sich mit einem anderen Wort oder der entsprechenden Form desselben zu verbinden“ (ebd.: 18). Unterschieden werden lexikalische und grammatische Valenz. Im Folgenden wird nur Letztere behandelt. Bei der grammatischen Valenz werden zwei Ebenen unterschieden: die formale und die relationale (entsprechend der syntaktischen und semantischen Valenz von N. Sližienė). Es werden zwölf grundlegende Fälle relationaler Valenz (semantische Kasus oder Funktionen) unterschieden. Betont wird, dass die Beziehungen zwischen Wortformen von den Beziehungen zwischen Satzgliedern zu unterscheiden sind. Den Begriffen „Wortbeziehungen“ und „Wortrelationen“ wird ein unterschiedlicher Inhalt zugeschrieben. Die Wortbeziehungen werden im Büchlein nach ihrer Ausdrucksweise sowie nach der syntaktischen Gleichrangigkeit der verbundenen Einheiten und der Richtung der Beziehung eingeteilt. Neben den traditionellen Arten von Wortbeziehungen – Kongruenz, Rektion und Anlehnung – unterscheidet V. Labutis eine vierte: die Koordination von Wortformen. Darunter versteht er „die mögliche (aber nicht notwendige) wechselseitige Anpassung der Formen von Wörtern mit selbstständigen Kategorien“ (ebd.: 31). Koordiniert werden können die Formen des Subjekts im Nominativ und eines finiten Verbs (J. Balkevičius sieht diese Beziehung als Fall der Kongruenz an) oder zwei Substantivformen (Lietuvių kalbos gramatikoje wird diese Beziehung als Korrelation bezeichnet). Rektion definiert V. Labutis als „die Wahl des Kasus eines substantivischen Wortes für eine bestimmte syntaktische und semantische Funktion aufgrund der Bedeutung eines anderen Wortes oder eines sonstigen semantischen Elements“ (ebd.: 33). Es werden starke und schwache Rektion unterschieden, wobei zugleich betont wird, dass es zwischen ihnen keine klare Grenze gibt. Auch die Grenzen zwischen schwacher Rektion und Anlehnung sind unscharf. Nach Art und Richtung der Wortbeziehung unterscheidet der Autor Anschluss, Verbindung und wechselseitige Bedingung. Als besondere Fälle des Anschlusses werden die Wortanziehung (eine bestimmte Zwischenform der Wortbeziehung, die in Dabartinės lietuvių kalbos gramatikoje als Kongruenz eines prädikativen Attributs mit dem Subjekt oder Objekt gilt) und der appositionelle Anschluss genannt. Als wechselseitige Bedingung wird die Beziehung zwischen dem Subjekt im Nominativ und einer als Prädikat fungierenden finiten Verbform bezeichnet.

Nach der Untersuchung des Verhältnisses zwischen Wortverbindungen und Satz sowie Einzelwort wird die Wortverbindung definiert als „die kleinste syntaktische und semantische Einheit auf der Ebene der Wortbeziehungen, die das Verhältnis zweier selbstständiger Wörter widerspiegelt“ (ebd.: 45). Anders als in der Dabartinės lietuvių kalbos sintaksėje von J. Balkevičius (Balkevičius 1963: 42), in der Lietuvių kalbos žodžių junginių sintaksėje von B. Kalinauskas (Kalinauskas 1972: 1) und in der akademischen Lietuvių kalbos gramatikoje (Ul vydas, Hrsg. 1976: 9) gilt die Wortverbindung bei V. Labutis nicht nur als Baueinheit des Satzes, sondern (und vor allem) als Einheit der Sprachsynthese, die durch die Verbindung selbstständiger Wörter entsteht (in dieser Hinsicht stehen die Ansichten des Professors denen der Schule von F. Fortunatov nahe). Wie bei J. Balkevičius und Br. Kalinauskas (1972: 10) gelten vor allem durch Anschluss verbundene Wörter als Wortverbindungen (wie auch in der akademischen Grammatik der russischen Sprache; vgl. Vinogradov, Istrina, Hrsg. 1960: 1, 41–44), anders jedoch als in der akademischen Grammatik der litauischen Sprache, in der A. Valeckienė auch durch prädikative und koordinative Beziehungen verbundene Wortformen als Wortverbindungen auffasst; vgl. Valeckienė 1976: 9). Durch eine prädikative Beziehung verbundene Wortformen, die als Subjekt und Prädikat fungieren, gelten nur mit erheblichen Vorbehalten als Wortverbindungen; aufgrund ihrer Besonderheiten wird vorgeschlagen, sie getrennt von allen anderen Verbindungen zu untersuchen (bei J. Bal-

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kevičius gelten sie als Sätze). Erörtert werden die Begriffe Syntagma und Konstruktion sowie ihr Verhältnis zur Wortverbindung. Für eine durch eine syntaktische Beziehung verbundene Wortgruppe eignet sich nach Ansicht des Autors am besten der Begriff syntaktische Konstruktion oder syntaktische Struktur. Behandelt werden die Begriffe Paradigma, Derivation und Transformation von Wortverbindungen. Im Folgenden wird der Aufbau der Wortverbindungen untersucht. Die Teile einer zweigliedrigen Verbindung werden Glieder genannt (vgl. die komponentus in den Syntaxen von J. Balkevičius und Br. Kalinauskas). Unterschieden werden das übergeordnete und das abhängige Glied einer Wortverbindung (wie auch in der Lietuvių kalbos gramatikoje). Die Verbindungen werden (auf einer etwas anderen Grundlage als bei J. Balkevičius) in einfache und komplexe Verbindungen eingeteilt (ähnlich wie bei Br. Kalinauskas; vgl. 1972: 11–12). Wortverbindungen mit einem übergeordneten Wort und mehreren syntaktischen Beziehungen unterschiedlicher Art bilden Wortverbindungsketten. J. Balkevičius betrachtet solche syntaktischen Einheiten als komplexe Verbindungen (Balkevičius 1963: 44 ff.), ebenso Br. Kalinauskas (1972: 12). Der Aufbau der Wortverbindungen wird anhand ihrer morphologischen Modelle untersucht – dies ist einer der ersten Versuche in der litauischen Sprachwissenschaft, die systematische Beschreibung syntaktischer Einheiten auf diese Weise zu formalisieren. Im Kapitel über verbale Verbindungen behandelt V. Labutis, ausgehend von der vorherrschenden verbalen Bedeutung, auch Verbindungen mit Verbalnomen, in denen das Substantiv die Valenz des zugrunde liegenden Verbs beibehält (solche Verbindungen klassifiziert auch J. Balkevičius; vgl. 1963: 43; anders Br. Kalinauskas). Ähnlich werden Substantive, die von Adjektiven abgeleitet sind und deren Rektion beibehalten, zusammen mit einem abhängigen Glied bei den adjektivischen Verbindungen behandelt. Halbpartizipien und Gerundien bilden nur dann Verbindungen mit einem Verb, wenn sie nicht als selbstständiges Satzglied fungieren. Keine Verbindungen bilden Substantive, die als Subjekt auftreten, und die mit ihnen korrelierten adjektivischen Wörter, die als nominaler Teil des Prädikats fungieren (A. Valeckienė betrachtet sie als komplexe Verbindungen mit prädikativem Attribut; siehe Valeckienė 1976: 19–20; Br. Kalinauskas hält sie für Wortverbindungen mit einem prädikativen Zustandsnominativ, der als nominaler Teil des Prädikats fungiert; Kalinauskas 1972: 73). Nach ihrer Bedeutung werden Wortverbindungen in sechs Gruppen eingeteilt: subjektische, objektische, adverbiale, attributive, komplementäre und prädikative Verbindungen (vgl. die von Br. Kalinauskas unterschiedenen prädikativen, attributiven, objektischen und relationalen (adverbialen) Verbindungen) (Kalinauskas 1972: 16–20). Objektische Wortverbindungen werden je nach Bedeutung des übergeordneten und des abhängigen Glieds sowie deren Verhältnis untereinander weiter untergliedert in Verbindungen mit direktem, adressativem und instrumentellem Objekt sowie in Verbindungen mit einem Objektinhalt, der eine Handlung (einen Zustand, eine Erscheinung) bezeichnet. Im Kapitel über attributive Verbindungen werden possessive oder Zugehörigkeits-Wortverbindungen gesondert behandelt. Es wird darauf hingewiesen, dass attributive Verbindungen eine subjektische, objektische oder adverbiale Bedeutung haben können. Als komplementäre Wortverbindungen gelten solche, bei denen „das abhängige Glied den Inhalt dessen angibt, was durch das übergeordnete Glied ausgedrückt wird“ (Labutis 1976c: 78). Als typische komplementäre Verbindungen gelten Verbindungen mit quantitativer Bedeutung, z. B.: kilogramas sviesto, pilnas vandens (in der Lietuvių kalbos gramatikoje werden sie als Verbindungen beschrieben, die quantitative Relationen ausdrücken; Valiulytė 1976: 202–203). Die finite Form eines Verbs mit selbstständiger Bedeutung, eines Phasenverbs oder eines Modalverbs, die ein zusammengesetztes Prädikat bildet, und ein von ihr angelehntes deklinierbares Wort oder ein Infinitiv bilden prädikative Verbindungen (die Besonderheit von Verbindungen aus Phasenverben und Infinitiv wird auch von E. Valiulytė hervorgehoben; siehe Valiulytė 1976: 175). Br. Kalinauskas zählt Wortverbindungen aus Phasen- und Modalverben mit Infinitiven, die zusammengesetzte Prädikate bilden, nicht zu den Wortverbindungen (1972: 15, 166–167). Unterschieden werden zwei Arten solcher Verbindungen: Zustands- oder Existenzverbindungen und Verbindungen, in denen eine Handlung durch eine weitere Handlung ergänzt wird. In der Syntax von J. Balkevičius wird keine gesonderte Klassifikation der Wortverbindungen nach ihrer Bedeutung gegeben. Da er einfache und komplexe Satzglieder unterscheidet, wird die Bedeutung der Wortverbindungen in den entsprechenden Kapiteln zu den Satzgliedern beschrieben.

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Der Professor untersuchte verschiedene Wortverbindungen auch in wissenschaftlichen Artikeln und Konferenzbeiträgen. Wohl die größte Aufmerksamkeit galt den Substantivverbindungen mit Genitiv.

Im Artikel „Kai kurios veiksmažodinių daiktavardžių konstrukcijos su kilmininku“ (1974a) wird untersucht, wie die syntaktische Struktur und Semantik von Konstruktionen mit Verbalnomen von verschiedenen lexikalischen und grammatischen Faktoren abhängen. Drei Konstruktionen wurden eingehender beschrieben: Ng Nv-Transformationen: Ng V, VNg und VNg. Subjektkonstruktionen bestehen meist aus Abstrakta intransitiver Verben verschiedener lexikalischer Bedeutungen; die Bedeutung des abhängigen Glieds ist in solchen Konstruktionen unerheblich. Objektkonstruktionen bestehen in der Regel aus Abstrakta transitiver Verben; als abhängiges Glied solcher Konstruktionen treten gewöhnlich Bezeichnungen unbelebter Dinge auf.

In den Thesen des auf der Konferenz Leksikos ir sintaksės klausimai gehaltenen Vortrags „Lietuvių kalbos veiksmažodiniai daiktavardžiai ir jų valentingumas“ (1974b) wird zunächst der Begriff der Valenz selbst erörtert. Unterschieden werden subjektive, objektive und zirkumstantielle Valenz von Verbalnomen. Die Konstruktionen solcher Substantive werden von der Ausdrucksseite her zur Bedeutung hin untersucht; die größte Aufmerksamkeit gilt Konstruktionen mit Genitiv. Die Bedeutungen dieser Konstruktionen hängen von der Wortbildungs- und lexikalischen Bedeutung des Hauptsubstantivs sowie von der Form und der grammatischen und lexikalischen Bedeutung des abhängigen Wortes ab.

Straipsnyje „Tiesioginio objekto, tikslo ir kiekio kilmininkų valdymas“ (1976) analizuojami keli bendrai kalbai aktualūs kilmininko vartosenos atvejai. Kai neigiamas modalinis veiksmažodis eina su bendratimi, jos valdomas objekto linksnis – kilmininkas arba galininkas – dažnai priklauso nuo atstumo iki neiginio. Su veiksmažodžiu žiūrėti bendrai kalbai teikiamas kilmininkas, nes jis turi tikslo semą: žiūri televizoriaus, kino, spektaklio… Šis siūlymas kitų kalbininkų buvo kritikuotas (žr. Ambrazas 1976, Balkevičius 1976) ir bendrinėje kalboje neprigijo. Su abstrakčios reikšmės daiktavardžiais reikšmė, įtaka, įspūdis, poveikis ir pan. siūloma vartoti kilmininką, kai norima išryškinti neapibrėžto kiekio atspalvį, ir galininką, kai tas atspalvis nesvarbus. Straipsnyje pabrėžiama semantinės motyvacijos svarba norminant sintaksės reiškinius.

Die Semantik und Syntax solcher durch paradigmatische Beziehungen verbundenen Konstruktionen wie Šuo graužia kaulą, Kaulas grau-žiamas šuns, Šuns graužiamas kaulo werden im Artikel „Semantika ir formų parinkimas aktyvinėse, pasyvinėse ir substantyvinėse konstrukcijose“ (1979a) untersucht. Nach Auffassung des Autors ist jede der genannten Konstruktionen als Realisierung eines eigenen semantischen und grammatischen Modells anzusehen (ebd.: 57) und nicht aus einer einzigen Grundstruktur abzuleiten, wie es Vertreter der generativen Grammatik tun. Nachdem V. Labutis die Tiefen- und Oberflächenstruktur der Semantik jeder Konstruktion gesondert erörtert und die Faktoren aufgezeigt hat, die die Auswahl morphologischer Formen bestimmen, kommt er zu dem Schluss, dass die syntaktische Semantik ein vielschichtiges hierarchisches Phänomen ist; sie „ist als ‚Triebkraft‘ nicht nur auf den sogenannten Tiefen-, sondern auch auf den Oberflächenebenen anzusehen“ (ebd.: 58).

Straipsnyje „Kilmininkas ir savybiniai įvardžiai“ (1980) dėl įvardžių mano, tavo, savo vietos gramatinėje sistemoje polemizuojama su V. Žuliu, kuris juos laiko asmeninių įvardžių kilmininkais (Žulys 1969). V. Labučio nuomone, šias formas įtraukti į įvardžių aš, tu, savęs paradigmas trukdo jų leksinė reikšmė – posesyvumas. Teigiama, kad sintagminiu požiūriu šios formos gali būti laikomos sustabarėjusiais kilmininkais, tačiau semantiniu požiūriu jos esančios savybiniai įvardžiai (Labutis 1980: 56). Autoriaus nurodomos ir silpnosios tradicinės interpretacijos pusės; vis dėlto ji laikoma parankesne praktikos reikalui, mokyklai.

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Der Gebrauch des Genitivs der Mengenangabe und des Teilgenitivs wird im Artikel „Vadinamųjų kiekio kilmininkų valdymas ir semantika“ (1981a) beschrieben. Beide Genitivtypen treten in denselben syntaktischen Positionen des Subjekts und des direkten Objekts auf. Der Genitiv, der eine Mengenangabe bezeichnet, wird in Verbindungen mit mengenbezeichnenden Substantiven oder Adverbien von diesen regiert; sein Rang in der syntaktischen Satzstruktur wird gleichsam „herabgestuft“. Das Objekt bezeichnende Wort ist nicht individualisiert, sondern repräsentiert eine Klasse von Dingen. Der Teilgenitiv ohne ein mengenbezeichnendes Wort wird als markiertes Glied der Opposition charakterisiert. Er wird verwendet, wenn „wir zeigen wollen, dass die Handlung einen Teil des direkten Objekts betrifft und nicht das Ganze“ (ebd.: 197). Der Gebrauch des Teilgenitivs in der Position des direkten Objekts wird durch verschiedene, noch nicht vollständig geklärte Faktoren eingeschränkt; in der Subjektposition „tritt der Teilgenitiv nur in Existenzsätzen und in einigen Bewegung ausdrückenden Sätzen auf“ (ebd.: 198). Der Artikel setzt sich außerdem polemisch mit der Auffassung der Kategorie der Bestimmtheit und Unbestimmtheit auseinander.

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In zahlreichen Publikationen untersuchte V. Labutis spezielle Probleme der litauischen Syntax sowie Fragen der Methodik der Syntaxforschung.

Der Professor schrieb viel über syntaktische Wortbeziehungen, insbesondere über Kongruenz und Rektion. Dieses Thema wurde in einigen der bereits erwähnten Publikationen behandelt (1974b, 1976, 1981a; siehe auch 1982). Außerdem verfasste der Professor für das in der Zeitschrift Mūsų kalbos abgedruckte sprachwissenschaftliche Terminologieglossar einen kurzen Beitrag über Kongruenz (1974c). Darin wird Kongruenz als „Anpassung der Wortformen von Wörtern mit unselbstständigen Kategorien an die Formen anderer Wörter“ definiert (ebd.: 45). Im Litauischen kongruieren Adjektive, Partizipien, adjektivische Zahlwörter und Pronomen mit Substantiven oder anderen substantivisch gebrauchten Wörtern. Der Autor betont, dass Kongruenz keine vollständige Angleichung der Formen bedeutet und dass in der Sprache auch Fälle der sogenannten unvollständigen Kongruenz häufig sind. Von Kongruenz unterscheidet er die Anpassung der Form des nominalen Prädikats an das Subjekt – dafür schlägt er die Bezeichnung Koordination oder Korrespondenz vor (in Lietuvių kalbos sintaksėje wird sie Korelierung genannt) – und das Verhältnis des Beisatzes zum Bezugswort, das er als Formenparallelismus bezeichnet (später nennt der Autor dieses Verhältnis Opposition). Die Koordination der Formen von Subjekt und Prädikat, wenn dieses durch ein finites Verb ausgedrückt ist, ist wiederum anderer Art: Diese Formen werden nur hinsichtlich der Kategorie Numerus aufeinander abgestimmt (ebd.: 47). Das Material des Artikels verwendete der Autor später für umfangreichere Arbeiten – die Studie Žodžių junginių problemas (vgl. Labutis 1976c: 28–30) und die Monographie Lietuvių kalbos sintaksė (1994: 30–33).

Die Untersuchungen zur Rektion von Verbalnomen förderten das Interesse an der Valenztheorie. Die Begriffe Valenz beziehungsweise Wortverbindungsfähigkeit erörterte der Professor in seinen Büchern (1976, 1994); mehr oder weniger werden sie auch in anderen Publikationen behandelt (z. B. 1974b).

In den Thesen zum Vortrag „Valentingumas – semantiniai vaidmenys – semantinė sakinio struktūra“ auf der Internationalen Baltistenkonferenz (1985a) werden diese drei Phänomene als unterschiedliche, wenn auch miteinander verbundene grammatische Strategien charakterisiert, die im Sprachsystem wirksam sind. Valenz gilt als Entwurf der syntagmatischen Interaktion des Wortes als lexikalischer Einheit des Sprachsystems, der Menge und Inhalt der notwendigen, wahrscheinlichen oder lediglich möglichen Interaktionen des Wortes sowie Anhaltspunkte für deren Realisierung durch Sprachelemente vorgibt. Semantische Rollen werden als Widerspiegelung typisierter Positionen erkannter Wirklichkeitselemente in bestimmten Situationen definiert. Die semantische Satzstruktur ist das Schema eines bestimmten Satztyps. Der diachronen Sprachwissenschaft wird die Aufgabe gestellt, „zu ermitteln, in welchem Maß und auf welche Weise sich die Valenzentwürfe einzelner Lexeme im Laufe der Jahrhunderte in einer konkreten Sprache entwickeln können

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nicht nur hinsichtlich des formalen Ausdrucks, sondern auch des Inhalts: welche möglichen Verschiebungen bei den Regelmäßigkeiten der Repräsentation semantischer Rollen es gibt“ (ebd.: 66).

Minėtina ir N. Šližienės Lietuvių kalbos veiksmažodžių junglumo žodyno (Šližienė 1994) pirmojo tomo recenzija (Labutis 1995). Joje atidžiai išnagrinėta knygos sandara, skirtingų lygmenų valentingumo pateikimas ir kai kurios teorinės nuostatos. Argumentuotai svarstomas žodyno paskirties ir veiksmažodžių atrankos kriterijų neapibrėžtumas, nurodomi semantinių funkcijų skyrimo, žodžių reikšmių atrankos ir nusakymo trūkumai, nepakankamas leksinio valentingumo pateikimas. Recenzento pabrėžiama išsamaus nagrinėjamų veiksmažodžių reikšmės aprašymo svarba, siūloma pirma pateikti semantinį veiksmažodžių valentingumą, o tik po jo – sintaksinį, keliami būtinųjų ir fakultatyviųjų valentinių palydovų atribojimo sunkumai.

Untersuchungen syntaktischer Relationen stehen in direktem Zusammenhang mit dem Bereich der syntaktischen Semantik. Das Zusammenspiel von Syntax und Semantik sowie die Rolle der Semantik in der Syntaxforschung werden vom Professor in zahlreichen Publikationen hervorgehoben (vgl. 1979a, 1980, 1981a, 1981b).

In dem auf der Konferenz Fragen der Syntax und Semantik gehaltenen Vortrag „Semantik und die Auswahl von Wortformen“ (1982) werden Wortverbindungen nach den Strategien der Auswahl von Wortformen in zwei Typen eingeteilt. Der formal-grammatische Typ beruht auf den lexikalischen und morphologischen Klassen der Wörter sowie ihren Flexionskategorien; zu diesem Typ gehören Kongruenz und Korrelation. Bei der semantisch-formalen Strategie werden die Wortformen in Abhängigkeit von der Semantik gewählt, die die Beziehungen zwischen Elementen der Wirklichkeit widerspiegelt, sowie von der grammatischen Struktur der Sprache; die Wortverbindungen dieses Typs sind Rektion und Anlehnung.

Die Notwendigkeit, sich in der Syntaxforschung auf Semantik zu stützen und nicht nur vom Ausdruck zur Bedeutung, sondern auch in umgekehrter Richtung vorzugehen, wird auch in dem auf der Konferenz Sprachnorm und funktionale Stile gehaltenen Vortrag „Некоторые особенности синтаксической нормы падежных конструкций“ hervorgehoben. In den Konferenzthesen (1984) wird die komplexe Wechselbeziehung zwischen Einheiten der Syntax und der Semantik aufgezeigt und werden die Voraussetzungen für die Entstehung syntaktischer Synonyme offengelegt. Der Bedarf an einem Wörterbuch der Verbindbarkeit litauischer Wörter wird aufgezeigt.

Apžvalginiame straipsnelyje „Sintaksinė semantika (semasiologija)“ (1983) ši kalbotyros kryptis apibūdinama kaip „sintaksės tyrimas pagal tiesioginį kalbos vienetų ryšį su jais žymimais tikrovės daiktais, procesais, reiškiniais“ (1983: 11–12), nusakomi pagrindiniai jos principai.

In dem gemeinsam mit G. V. Maksimova verfassten Artikel „Некоторые типы синтагм с количественным значением в русском и литовском языках“ (Maksimova, Labutis 1985) wird die semantische Abstimmung von Verben des perfektiven Aspekts mit ihren direkten Objekten hinsichtlich der Quantität untersucht. Näher betrachtet werden Wortverbindungen im Litauischen und Russischen, die aus Verben bestehen, deren semantische Struktur die Vorstellung von Vielheit enthält (z. B.: Vögel zusammenfangen, Weiden ausschlagen usw.). Anders als im Russischen werden Bedeutungen der Vielheit und Teilbarkeit im Litauischen nicht nur durch Präfixe von Verben mit entsprechender Wurzel ausgedrückt, sondern zugleich auch durch iterative Suffixe (-yti, -inėti usw.).

In neueren Arbeiten zeigt sich das große Interesse des Professors an einer weiteren Theorie der modernen Grammatikforschung – der funktionalen Grammatik. Die Besonderheiten des funktionalen Sprachverständnisses, die Aufgabe der funktionalen Grammatik und einige methodische Fragen werden im Artikel „Sprachpraxis und funktionale Grammatik“ (1994c) erläutert.

Der Kurs zur funktionalen Grammatik der litauischen Sprache für die Masterstudierenden der Universität Vilnius wird vom Professor bis heute gehalten, sodass weitere Arbeiten von ihm auf diesem Gebiet zu erwarten sind.

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Etwa seit Ende der 1970er-Jahre widmet sich der Professor zunehmend Fragen des Satzes.

In dem Vortrag „Prädikativität und Wortverbindung“, der 1979 auf der Konferenz Aktuelle Probleme der Sprachwissenschaft gehalten wurde, wird die Auffassung vertreten, dass gerade die Prädikativität den Satz von der Wortverbindung abgrenzt. Ein gesonderter Typ prädikativer Verbindungen sollte nicht unterschieden werden, denn dadurch würde die Grenze zwischen Wortverbindung und Satz aufgehoben; dies wäre nach Ansicht des Professors ein bereits überwundener Stand der Syntaxforschung (1979b: 49).

Als programmatisch kann der 1981 in Kalbotyra veröffentlichte Artikel „Möglichkeiten und Aufgaben der Syntaxbeschreibung“ (1981b) bezeichnet werden. Darin werden die Vielfalt der Methoden der Syntaxbeschreibung und die Komplexität des beschriebenen Phänomens selbst aufgezeigt. Behandelt werden die Auffassungen grundlegender syntaktischer Begriffe – Satz und Wortverbindung. Erneut wird die Bedeutung der Verbindung von Syntax und Semantik hervorgehoben: Nach Ansicht des Autors sind „in der syntaktischen Semantik die Bedeutungen syntagmatischer (oder syntaktischer) Relationen <…> und die Bedeutungen der mit der Prädikativität des Satzes verbundenen Kategorien am wichtigsten“ (ebd.: 57). Eine umfassende Beschreibung der Syntax ist nur möglich, wenn zwei entgegengesetzte Forschungsrichtungen miteinander verbunden werden: sowohl der Weg von der Bedeutung zur Form als auch umgekehrt der Weg von der Form zur Bedeutung. Nach Ansicht des Autors müssen zwei Ebenen der syntaktischen Analyse unterschieden werden – die der Wortformen und Wortverbindungen sowie die des Satzes. Versuchen, „die Schlussfolgerungen verschiedener, bisweilen nach geradezu gegensätzlichen Prinzipien durchgeführter Syntaxuntersuchungen zusammenzuführen“ (ebd.: 59), begegnet man skeptisch. Am Ende des Artikels werden die folgenden vordringlichsten Aufgaben der litauischen Syntaxwissenschaft formuliert: „1) die traditionelle Syntaxforschung zur Gegenwartssprache Litauisch zu vervollkommnen und zu vertiefen; 2) sich der ernsthaften Untersuchung der vermeintlichen Syntax <…> zuzuwenden; 3) eine historische Syntax der litauischen Sprache zu entwickeln <…>; 4) die syntaktischen Fakten der litauischen Sprache typologisch mit den Fakten anderer Sprachen zu vergleichen <…>; 5) die Ebenen der Syntax der litauischen Sprache in verschiedenen Richtungen, nach verschiedenen Prinzipien und unter verschiedenen Aspekten zu untersuchen und zu beschreiben; 6) die semantische syntaktische Struktur (syntaktische Semantik) zu untersuchen; 7) sich an der Erörterung theoretischer Syntaxfragen zu beteiligen“ (ebd.: 59). Fast alle diese Aufgaben nahm der Professor auch in seiner eigenen wissenschaftlichen Arbeit in Angriff.

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Das langjährige wissenschaftliche und pädagogische Wirken des Professors gipfelt in dem grundlegenden Werk Syntax der litauischen Sprache. Es ist nicht nur ein Lehrbuch für Hochschulen, sondern auch eine wissenschaftliche Monografie und eine Synthese früherer Forschungen, die das gesamte Spektrum syntaktischer Phänomene umfasst. Innerhalb von weniger als einem Jahrzehnt sind bereits drei Auflagen des Buches erschienen (1994, 1998 und 2002).

Die Syntax der Wortbeziehungen und Wortverbindungen gilt in der Monografie als einer der Hauptbereiche der Syntaxwissenschaft; sie wird in einem eigenen Kapitel behandelt. Der Begriff der Valenz wird in der Monografie etwas anders gefasst als in der Studie Probleme der Wortverbindungen: Valenz gilt als eine lexikalisch bedingte Perspektive auf syntagmatische Relationen (1994: 23). Nach Ansicht des Autors kann die Valenz die Satzstruktur nicht offenlegen, da sie „weder einen unmittelbaren Bezug zur Orientierung des prädizierten Merkmals auf den Sprechakt (der Satzprädikativität), die das Wesen des Satzes bestimmt, noch zur Satzintonation hat“ (ebd.). Diese Auffassung unterscheidet sich von der in der von N. Sližienė und V. Ambrazas verfassten Grammatik der litauischen Gegenwartssprache dargelegten (vgl. Ambrazas, Hrsg. 1994: 587f.). Als umfassenderer Begriff wird in der Monografie von der Valenz die Verbindbarkeit der Wörter unterschieden. Syntagmatische Relationen werden von Bedeutungsbeziehungen abgegrenzt: Erstere bestehen zwischen Wörtern und ihren Formen als Fälle direkter semantischer Beziehung, letztere zwischen den konstituierenden Einheiten des Satzes. Leider wird dieser Unterschied nicht hinreichend klar dargelegt (vgl. ebd.: 42, Anm. 2). Im neuen Buch gilt die Beziehung der nominalen Prädikatsergänzung und des prädikativen Attributs zum Verb nicht mehr als Wortanziehung, sondern als eine Variante der Anlehnung (ebd.

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(S. 37). Die formalen Beziehungen zwischen Wortformen werden in der Monografie ebenso eingeteilt wie in der Studie Problemos, lediglich der Terminus Koordination wurde durch den vermutlich aus der akademischen Grammatik übernommenen Terminus Korrelation (oder Korrelierung) ersetzt. Die Auffassung dieses Verhältnisses blieb im Wesentlichen dieselbe wie zuvor, doch werden im Lehrbuch mehr Typen davon unterschieden; so wird etwa auch zwischen unveränderlichen Wortformen, die als Subjekt und Prädikat fungieren, eine Korrelation angenommen: Sunku šieną vežti; Gyventi – tai ne duoną kepti (ebd.: 41–42). Die Auffassung der Rektion wurde in der Monografie etwas präzisiert: Bei der Definition dieser syntaktischen Beziehung wird darauf hingewiesen, dass nicht nur Kasus, sondern auch Präpositionalgruppen regiert werden können. Angeschlossen werden können auch Formen flektierbarer Wörter: nicht nur prädikative (oder prädikative attributive) Bestimmungen und nominale Prädikatsteile, sondern auch Nominative mit adverbialer Bedeutung und vergleichende Satzglieder (Wendungen): Kas rytas bėgo su kitais vaikais į mokyklą; Per kitas dvi pamokas jis sėdėjo kaip medinis (ebd.: 37–38). Wortformen, die durch eine wechselseitige Beziehung verbunden sind, werden in der Monografie deutlicher als in Žodžių junginių problemose in die Klasse der Wortverbindungen aufgenommen, obwohl sie als spezifische Wortverbindungen gelten (ebd.: 45–47). Wortformen, die durch eine koordinierende Beziehung verknüpft sind, gelten wie zuvor als gleichrangige Satzglieder, die bestimmte Konstruktionen, jedoch keine Wortverbindungen bilden (ebd.: 46). In der Monografie ist das Verhältnis zwischen den Begriffen der grammatischen Konstruktion und der Wortverbindung klarer definiert: Letzterer Begriff ist enger; Wortverbindungen gelten als zweigliedrige Konstruktionen mit einer gewissen syntaktischen und semantischen Eigenständigkeit (ebd.: 44). Wortverbindungen werden nach strukturellen, formalen und semantischen Kriterien eingeteilt.

Im Kapitel über Verbverbindungen werden neue Gruppen von Verbindungen mit Partizipien und Kopulaverbindungen eingeführt. Letztere bestehen aus einem Verb mit unselbstständiger Bedeutung (einer Kopula), einem Wort, das als nominaler Prädikatsteil fungiert, und einer Wortform in Subjektfunktion. Verbindungen aus Verbalnomen werden in der Monografie nicht wie zuvor im Kapitel über Verbverbindungen, sondern im Kapitel über Nominalverbindungen behandelt. Nach ihrer Bedeutung werden fünf Verbindungstypen unterschieden; komplementierende Verbindungen bilden keinen eigenen Typ, sondern werden nun im Kapitel über Objektverbindungen behandelt (ebd.: 84).

Der Satz wird im Lehrbuch unter semantischem, formalem und prädikativ-strukturellem Aspekt definiert. Als seine wichtigsten Eigenschaften gelten Prädikativität und eine eigenständige Intonation (ebd.: 108). Der kommunikativen Funktion des Satzes wird besondere Bedeutung beigemessen (ebd.: 109). Sätze werden nach formalen und semantischen Strukturmustern gebildet; sie weisen bestimmte Tendenzen der Wortstellung auf (ebd.: 107). Hinsichtlich ihrer Struktur werden Sätze nach der Anzahl der Prädikatszentren in einfache und zusammengesetzte Sätze und nach der Anzahl der Glieder des Prädikatszentrums in zwei-, ein- und gliedlose (oder ungliederbare) Sätze eingeteilt. In Bezug auf die Verbindung des Prädikatszentrums mit der grammatischen Personenkategorie werden sowohl zwei- als auch eingliedrige Sätze in persönliche und unpersönliche eingeteilt. Darin unterscheidet sich die Monografie von anderen Beschreibungen der syntaktischen Struktur des Litauischen. Als eingliedrige persönliche Sätze gelten Sätze mit einem unbestimmten oder unbekannten sowie mit einem verallgemeinerten Handlungsträger – die sogenannten unbestimmt-persönlichen und verallgemeinert-persönlichen Sätze (ebd.: 126–127). Als bestimmt-persönliche Sätze werden Sätze mit einem ausdrücklich genannten Handlungsträger bezeichnet; sie gelten als zweigliedrige Sätze (ebd.). Bei J. Balkevičius sowie V. Sirtautas und Č. Grenda werden Sätze als bestimmt-persönlich bezeichnet, deren Subjekt nicht ausgedrückt, aber aus der Person des Prädikats oder aus dem Kontext erschließbar ist (vgl. Balkevičius 1963: 133–134; Sirtautas, Grenda 1988: 22–23); in ihren Lehrbüchern gelten diese Sätze als eingliedrig. Unpersönliche Sätze mit einem Subjekt, das nach Ansicht des Professors „semantisch in das Prädikatszentrum hineingezogen wird“ (Labutis 1994: 125), gelten, wenn auch mit gewissen Vorbehalten, als zweigliedrig. Die Wortformen, die das Prädikatszentrum unpersönlicher Sätze bilden, zeigen an, dass keine Verbindung zur grammatischen Personenkategorie besteht (ebd.: 127–128). Der Autor unterteilt unpersönliche Sätze in vier Typen: einfache …

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… Sätze, Infinitivsätze, Nominativsätze und gliedlose Sätze. Im Lehrbuch von Sirtautas und Grenda gelten nur die erstgenannten als unpersönlich. Balkevičius zählt auch Infinitivsätze zu den unpersönlichen, während die akademische Grammatik in dieser Hinsicht dem Werk des Professors am nächsten steht.

Das Prädikatszentrum einfacher unpersönlicher Sätze wird meist von unpersönlichen Verben oder von Neutrumformen der Adjektive gebildet (ebd.: 128). Drei problematische Typen einfacher unpersönlicher Sätze werden gesondert behandelt. Erstens kann ein unpersönlicher Satz ein durch einen Infinitiv ausgedrücktes formales Subjekt enthalten, z. B.: Draudžiama nuvažiuoti autotransportui nuo asfalto. Ein solcher Infinitiv, der nach einer Neutrumform steht, „neigt stärker zum Prädikat“; daher sei es nach Ansicht des Autors angemessen, solche Sätze als unpersönlich zu betrachten (ebd.: 131). Zweitens sind Sätze als unpersönlich anzusehen, die einen Genitiv des Subjekts haben und deren Prädikat durch ein Partizip im Neutrum ausgedrückt wird, z. B.: Suprato ji, kad čia ateinama žmogžudžių (ebd.: 132). Eine Ähnlichkeit mit unpersönlichen Sätzen weisen auch Sätze auf, deren Prädikatszentrum Verben enthält, die Existenz, Entstehung sowie Zu- oder Abnahme von etwas bezeichnen, und die einen Genitiv mit unbestimmter Mengen- oder Quantitätsbedeutung beziehungsweise einen negierten Genitiv aufweisen, z. B.: Ir buvo gi triukšmo; O pas mus purvo aukščiau kelių (ebd.: 132–133). Drittens gelten Sätze als unpersönlich, deren Prädikat „aus dem Infinitiv eines Verbs der Wahrnehmung mit einer fakultativen finiten Verbform“ besteht und deren Objekt durch einen obliquen Kasus oder einen Nebensatz ausgedrückt wird, z. B.: Vėjo malūnų tame krašte visai nebuvo regėti (ebd.: 132).

Infinitivsätze gelten als unpersönlich, weil der Infinitiv „keine unmittelbare Beziehung zur grammatischen Personenkategorie anzeigt“ (ebd.: 132). Aufmerksamkeit gilt solchen Sätzen, deren Infinitiv „syntagmatisch nicht mit einem Subjektdativ verbunden ist und [die] eher als zweigliedriger denn als unpersönlicher Satz rekonstruiert werden können: Dėdė treptelėjo koja: – Gult! (J. Mikel.) Šitokį berną paleist iš rankų! (J. Balt.)“ (ebd.: 133).

Als gliedlose Sätze gelten grammatisch „unzerlegbare Äußerungen, die aus einem Wort, das keine Satzgliedfunktion erfüllt, oder aus einer sehr engen Verbindung solcher Wörter bestehen“ (ebd.: 137). Sie werden auch Quasisätze genannt, da sie kein für Sätze charakteristisches Strukturmodell aufweisen. Dass gliedlose Sätze als unpersönlich gelten, geht nur aus dem Diagramm hervor (ebd.: 138). Von gliedlosen Sätzen werden auch unvollständige Sätze unterschieden und gesondert behandelt. Sie entsprechen einem Satzglied oder einem Teilsatz eines zusammengesetzten Satzes. Kennzeichnend für solche Sätze ist, dass sie vom Kontext oder von der Situation abhängen, ohne die sie schlichtweg unverständlich sind. Sind unvollständige Sätze nur wenig mit dem Kontext verbunden, liegt eine besondere Unterart vor – die elliptischen Sätze (ebd.: 142). Das Verständnis und die Einteilung gliedloser und unvollständiger Sätze bei Professor V. Labutis ähneln denen in J. Balkevičius’ Lehrbuch (vgl. Balkevičius 1963: 151–155). Von der Beschreibung entsprechender Sätze im Lehrbuch von V. Sirtautas und Č. Grenda unterscheidet es sich stärker: Dort gelten elliptische Sätze nicht als Unterart der unvollständigen Sätze; von diesen werden außerdem nach ihrer Funktion die gesondert behandelten Nachtragssätze (Parzellierung) unterschieden (Sirtautas, Grenda 1988: 28–29). Dabartinės lietuvių kalbos gramatikoje gelten unvollständige Sätze und andere Satzfragmente als Fälle der Realisierung der grammatischen Satzform in der gesprochenen Sprache; sie bilden keine eigenständigen Strukturtypen von Sätzen und sollten daher Gegenstand der Text- und nicht der Syntaxforschung sein – in der Grammatik wird von ihnen abgesehen (Ambrazas, red. 1994: 476).

Ein zusammengesetzter Satz wird im Buch definiert als „eine komplexe Kommunikationseinheit (Äußerung), die aus zwei oder mehreren Prädikatsstrukturen besteht und über zwei oder mehrere Situationen sowie deren Zusammenhang berichtet“ (Labutis 1994: 145). Zusammengesetzte Sätze werden ähnlich wie in Dabartinės lietuvių kalbos gramatikoje eingeteilt und beschrieben: Zunächst werden Konjunktionalsätze und konjunktionslose Sätze unterschieden; Erstere werden anschließend in Subordinations- und Koordinationssätze unterteilt, während Letztere nach der Anzahl ihrer Teilsätze gruppiert werden

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die Art der Bedeutungsbeziehungen. Als verbindende Wörter gelten in der Monografie nicht nur Relativpronomen, sondern auch einige Partikeln, die die Funktion von Konjunktionen erfüllen (ebd.: 150). Gesondert behandelt werden zweiteilige und mehrgliedrige zusammengesetzte Sätze. Das Buch bietet eine strukturelle und funktionale Klassifikation der untergeordneten Sätze. Nach ihrer Struktur werden gegliederte (mit einem Nebensatz, der dem gesamten Satz entspricht) und eingebettete (mit einem Nebensatz, der einem einzelnen Wort entspricht) untergeordnete Sätze unterschieden. Letztere werden in erläuternde und erweiternde Sätze eingeteilt. Der Nebensatz erläuternder Sätze erklärt den Inhalt von Verben, Adjektiven oder abstrakten Substantiven im Hauptsatz. Der Nebensatz erweiternder Sätze kann relativisch, beschreibend oder attributiv sein. Als relativische oder beschreibende Sätze bezeichnet man Nebensätze, die durch ein Relativpronomen oder ein Relativadverb eingeleitet werden und im Hauptsatz ein Korrelat haben (ebd.: 159). Beschreibende Nebensätze werden mit den Konjunktionen kad, jog eingeleitet; mit ihnen wird „näher bestimmt, was im Hauptsatz durch ein Adjektiv oder Adverb unvollständig ausgedrückt wird, dem ein Pronomen toks, tas oder die Adverbien taip, tiek beigegeben ist, die auf diese Unvollständigkeit hinweisen“ (ebd.: 159). Solche Nebensätze können auch unmittelbar an ein Pronomen oder Adverb angeschlossen werden. Anders als in der Dabartinės lietuvių kalbos gramatikoje betrachtet der Professor auch solche Vergleichssätze als beschreibende Sätze, „deren Nebensatz an ein Adjektiv oder Adverb, insbesondere an dessen Komparativ, angeschlossen wird“ (ebd.: 159–160). Attributive Nebensätze bezeichnen ein Merkmal eines Gegenstands, beziehen sich auf ein Substantiv im Hauptsatz und werden meist mit dem Pronomen kuris eingeleitet (ebd.: 160). Gegliederte untergeordnete Sätze werden anschließend nach der Funktion des Nebensatzes im Verhältnis zum Gesamtsatz weiter unterteilt. Es wird davon ausgegangen, dass Nebensätze häufig synonym zu entsprechenden Satzgliedern sind und mit ihnen konkurrieren. Keine eindeutigen Synonyme unter den Nebensätzen haben Subjekte, Objekte und Prädikate, die durch ihre üblichen Formen ausgedrückt werden (ebd.: 162). Insgesamt entspricht die strukturelle Klassifikation der zusammengesetzten untergeordneten Sätze im Wesentlichen derjenigen in der akademischen Dabartinės lietuvių kalbos gramatikoje.

Zusammengesetzte Satzreihen werden nach ihrer Struktur in Sätze mit offener und geschlossener sowie flexibler und unflexibler Struktur eingeteilt. Nach dem Inhalt der Wechselbeziehungen zwischen den Satzteilen werden vier Typen von Satzreihen unterschieden: additive, disjunktive, adversative und begründende Satzreihen. Anders als in der akademischen Grammatik unterscheidet V. Labutis keinen eigenständigen Typ von Satzreihen mit erklärenden Gliedern. Durch die Konjunktion o verbundene Satzteile können additive oder adversative Satzreihen bilden (ebd.: 166, 169). Konjunktionslose Sätze werden wie in der akademischen Grammatik getrennt von konjunktionalen Sätzen behandelt. Sie werden nach ihrer Struktur (offene und geschlossene) und nach der Art der durch sie ausgedrückten semantischen Beziehungen gruppiert. Konjunktionslose Sätze mit einem Subjekt betrachtet der Professor nicht als zusammengesetzte, sondern als einfache Sätze mit gleichrangigen Wortgruppen (ebd.: 175). Der Nachtrag (ebenso wie der Einschub) gilt im Lehrbuch als eigenständiger Typ syntaktischer Beziehungen und wird sowohl der Unterordnung als auch der Koordination, sogar der konjunktionslosen Verbindung, entgegengesetzt (ebd.: 175). Als zusammengesetzte Nachtragssätze gelten Sätze recht unterschiedlicher Struktur: sowohl durch die Konjunktion ir (nepatinka, ir tiek) verbundene Satzteile, durch Kasusformen des Pronomens kas und das Adverb kaip verbundene Satzteile (sie entsprechen den angeschlossenen Nebensätzen der Dabartinės lietuvių kalbos gramatikos) als auch mit den Partikeln ypač, tik, bent, nebent verbundene Satzteile (Koks ponas, toks tarnas, – tik prekių ieško) und sogar einige konjunktionslose Sätze (Bet jam neišeina taip kaip tėvui, net visai nepanašu). Mehrgliedrige zusammengesetzte Sätze werden in der Monografie ähnlich wie die komplex strukturierten konjunktionslosen und gemischten Sätze in der akademischen Grammatik nach den Verbindungsarten (der Struktur) behandelt.

Der zweite Teil des Buches ist den Satzgliedern gewidmet. Nach Ansicht des Professors „legt ein Konzept der Syntax, das kein Satzglied berücksichtigt, die syntaktischen Erscheinungen, mit denen sich die Satzgliedlehre befasst, nicht vollständig offen

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“ (ebd.: 192). Als wichtigstes Merkmal eines Satzglieds gilt seine syntaktische Funktion im Satz. Ein Satzglied wird definiert als „ein Wort, eine Wortform, deren Verbindung oder eine Wortgruppe, die im Satz eine bestimmte Funktion im Verhältnis zum Gesamtsatz erfüllt und sich inhaltlich und grammatisch unmittelbar auf ein anderes Element derselben Ebene des Satzes bezieht“ (ebd.: 197). V. Ambrazas betrachtet beispielsweise das Satzglied als eine Einheit der Satzstruktur, die anhand der syntaktischen Beziehungen zwischen Wortformen unterschieden wird (Morkūnas, Hrsg. 1999: 546). Nach ihrer Struktur werden Satzglieder in einfache und zusammengesetzte eingeteilt. Anders als in der Lietuvių kalbos gramatika und bei V. Sirtautas (Sirtautas, Grenda 1988: 53) gelten Wortverbindungen als einfache Satzglieder. Subjekt und Prädikat gelten als die Hauptsatzglieder gleichen Ranges. Ein Objekt oder eine Adverbialbestimmung, die sich auf den ganzen Satz beziehen, werden Situanten genannt (ebd.: 204). Es wird betont, dass sich die Zugehörigkeit eines Satzglieds aufgrund der Besonderheiten syntaktischer Erscheinungen in konkreten Fällen nicht immer eindeutig bestimmen lässt. Oft ist es sogar wichtiger, „den Weg seiner Bestimmung aufzuzeigen, indem man die eigenen Argumente darlegt“ (ebd.: 210).

V. Ambrazas definiert das Subjekt als ein Satzglied, das durch eine syntaktische Beziehung mit dem Prädikat verbunden ist (Ambrazas 1999). Bei V. Labutis ist das Subjekt das Hauptsatzglied, „das zusammen mit dem Prädikat das prädikative Satzzentrum bildet und den Gegenstand oder Sachverhalt bezeichnet, dem bei der Bildung des Satzes ein gemäß der Sprechsituation orientiertes Merkmal zugeschrieben wird“ (Labutis 1994: 211). Nach Ansicht des Professors kann die Definition des Subjekts nicht auf den Nominativ gestützt werden, obwohl dieser die Grundform des Subjekts ist. In persönlichen Sätzen können als Subjekt nicht nur der Nominativ und Wortgruppen mit einem Nominativ fungieren, sondern auch der Genitiv einer unbestimmten Menge oder eines Teils sowie der Genitiv des kollektiven Plurals, z. B.: Rudenį atvažiuodavo į girią vyrų; Cinoko dar neišvirė, o Baltaragio jau sėdo valgyti. Als persönlich gelten Sätze mit den Verben būti, atsirasti, kilti, didėti, mažėti u. Ä., die in der dritten Person stehen, und einem Subjekt im Genitiv, z. B.: Kiekvienoje dirvoje yra kūkalių; Tuoja ant stalelio atsirado visokių valgių ir gėrimų. Dies wird damit begründet, dass bei derselben Verbform auch ein Nominativ oder eine Wortgruppe mit Nominativ stehen kann. Das Subjekt im Genitiv kann auch den Träger eines attributiven Merkmals bezeichnen, z. B.: Senosios būta šnekios. Nach Ansicht von V. Labutis können auch unpersönliche Sätze ein Subjekt haben. Dieses wird durch einen Infinitiv oder eine Infinitivkonstruktion ausgedrückt, z. B.: Išeiti į gatvę jai vienai buvo uždrausta; durch Neutrumformen, z. B.: Viena teb uvo aišku...; durch die Pronomen kas, viskas, niekas, z. B.: Bet kas buvo įsakyta, tai turėjau atlikti (ebd.: 223). Als unpersönlich gelten auch Sätze im Passiv mit einem Objekt im Genitiv, z. B.: Ar ir ten žmonių gyvenama? (ebd.: 224). Als persönlich oder unpersönlich können Sätze mit einem adjektivischen Prädikativ und einem Genitiv gelten, z. B.: Sesers būta labai gražios (ebd.). Als unpersönlich gelten auch Sätze mit den Verben rūpėti, parūpti u. Ä. und einem Subjekt im Nominativ, z. B.: Mergoms tik ištekėti rūpi, daugiau nieko (ebd.). Sätze mit dem negierten Verb būti und einem Genitiv, z. B.: Tokių žmonių, kaip buvo Jurgaitis, jau nebėra, gelten als unpersönlich, denn „ohne das Prädikat zu verändern, kann hier der Genitiv nicht ersetzt werden, da er durch die Negation bedingt ist“ (ebd.: 220). Die Funktion des Subjekts im Satz kann auch ein prädikativer Satzteil, also ein Nebensatz, übernehmen. Nebensätze in Subjektfunktion werden im Buch als eine der Ausdrucksweisen des Subjekts behandelt.

Als Prädikat gilt im Buch „das Hauptsatzglied, das das prädikative Satzzentrum bestimmt und mit dem im Satz ein jemandem zugeschriebenes, am Sprechakt orientiertes Merkmal bezeichnet wird“ (ebd.: 226). Der Begriff des Prädikats ist mit dem des Subjekts verknüpft; deshalb gilt das Hauptglied in unpersönlichen und nominativischen Sätzen nur unter bestimmten Vorbehalten als Prädikat. Nach ihrer Struktur können Prädikate einfach oder zusammengesetzt sein. Die ersteren werden ähnlich wie bei V. Sirtautas und Č. Grenda in einfache Prädikate (vgl. die reinen Prädikate bei Sirtautas und Grenda), Wortverbindungen und analytische Prädikate eingeteilt. Letztere bestehen aus zusammengesetzten Verbformen – zusammengesetzten Tempora und dem Passiv-

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… Art. Man vertritt die Auffassung, dass dem Subjekt durch ein solches Prädikat ein Merkmal zugeschrieben wird; seine „beiden Komponenten sind auf der Ebene der Morphologie miteinander verbunden, zwischen ihnen besteht keine syntagmatische Beziehung“ (ebd.: 231). Zusammengesetzte Prädikate werden in der von J. Jablonskis Tradition ausgehenden Weise in verbundene und kopulative Prädikate eingeteilt. Der nominale Teil eines kopulativen Prädikats wird Prädikativ genannt. In der untersuchten Monografie wird das prädikative Attribut enger gefasst als in den akademischen Grammatiken (Ulvydas, Hrsg. 1976: 437–454; Ambrazas, Hrsg. 1994: 490): Im Lehrbuch von Sirtautas und Grenda (1988: 91–92) gilt der mit einem selbstständigen Verb verbundene Nominativ eines adjektivischen Wortes als zweites, zusätzliches Prädikat (Labutis 1994: 250–252). Im Kapitel über das Prädikat werden auch Nebensätze des Prädikats behandelt. Anders als in den akademischen Grammatiken wird die Grenze zwischen Vergleichsgefügen und Nebensätzen des Prädikats vom Vergleichstyp gezogen: Letztere werden dort angesetzt, wo „der Vergleich mindestens einen der Hauptsatzteile bildet“ (ebd.: 255). Somit gilt auch der Vergleich als verkürzter Nebensatz wie Mykolas in dem Satz Aš noriu būti toks mokytas, kaip Mykolas. Bei der Beschreibung der Beziehungen zwischen den Formen des Prädikats und den Formen des Subjekts wird den Begriffen derinimas (bei adjektivischen Wörtern) und koreliacija (bei substantivischen Wörtern und finiten Verbformen) eine unterschiedliche Bedeutung zugeschrieben.

Als direkte Objekte werden auf der Grundlage der Subjektposition in der Passivtransformation neben dem Akkusativ nur die Genitive der Negation und der unbestimmten Menge angesehen (ebd.: 268). Der Genitiv bei Verben, die Streben, Mangel, Furcht und Ähnliches ausdrücken, gilt als indirektes Objekt (anders als in Dabartinės lietuvių kalbos gramatikoje, vgl. Ambrazas, Hrsg. 1994: 488). Nach ihrer Beziehung zum Prädikat werden nicht nur direkte und indirekte, sondern auch sekundäre Objekte unterschieden. Sie „sind meist ergänzende, zweite Objekte – sie stehen bei Prädikaten, die bereits ein direktes oder indirektes Objekt, manchmal ein weiteres sekundäres Objekt haben“ (Labutis 1994: 274). Zusammengesetzte Objekte, die ein sekundäres prädikatives Zentrum bilden und ein Gerundium oder Partizip enthalten (Konstruktionen mit doppelt gesetzten Kasus), nennt der Autor verbundene Objekte (ein Terminus von J. Jablonskis). Im selben Kapitel werden auch die Nebensätze des direkten, indirekten und sekundären Objekts untersucht.

Nach ihrer Bedeutung werden lokale, temporale, kausale, konditionale, konzessive, finale, modale und quantitative Adverbialbestimmungen sowie die entsprechenden Nebensätze unterschieden. Die semantischen Untergruppen und Ausdrucksformen jeder Adverbialbestimmung und jedes Nebensatztyps werden eingehend beschrieben. So werden etwa die Nebensätze der Art und Weise in zwei Untergruppen eingeteilt: direkte Modalnebensätze und Vergleichssätze. Die direkten Modalnebensätze werden nach ihrer Struktur weiter untergliedert in integrierte oder ersetzende (Aš gyvensiu, kaip negyveno niekas), erläuternde (Ne viskas taip klojosi, kaip jiems regisi) und relationale (Kaip dirba, taip turi) Nebensätze. Erweiterte Partizipial-, Halbpartizipial- und Gerundialbestimmungen werden gesondert untersucht; außerdem wird die Frage ihrer Selbstständigkeit im Satz (und damit ihrer Interpunktion) erörtert.

Der Autor versteht Einschübe weit und unterscheidet drei Gruppen: grammatisch mit Satzgliedern verbundene und nicht verbundene Einschübe; als eine besondere Art von Einschüben werden auch Anreden behandelt.

In einem eigenen Kapitel werden die mit dem Satzbau zusammenhängenden Aspekte der Autoren- und der nichtautorialen Rede behandelt. In der Monografie fällt die konsequente Trennung der strukturellen von der syntaktischen Analyse ins Auge. Im ganzen Buch wird der Interpunktion und Fragen der Sprachpraxis große Aufmerksamkeit gewidmet. Die Grundlagen der Interpunktion werden in einem gesonderten Schlusskapitel dargestellt.

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Der Professor beschäftigte sich auch mit der Geschichte der Erforschung der litauischen Syntax. So untersucht der Artikel „Die Syntax in der Grammatik von D. Klein“ (1990) die Struktur und die Grundbegriffe des Syntaxteils unserer ersten gedruckten Grammatik. Es werden wertvolle Anmerkungen zur Übersetzung dieser lateinischen Gramma-

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tik ins Litauische gemacht. D. Klein kann, so der Autor, als „Begründer der Beschreibung des Gebrauchs der litauischen Kasus und einiger anderer Formen gelten, der interessante und bis heute bedeutsame Fakten aus diesem Bereich vorgebracht und Leitlinien für ihre wissenschaftliche Interpretation aufgezeigt hat“ (ebd.: 117). Auch der im Artikel hervorgehobenen Bedeutung der Untersuchung früherer Beschreibungen des grammatischen Aufbaus des Litauischen ist zuzustimmen: „Ohne alle unsere Grammatiken, selbst einzelne ihrer Kapitel, eingehend untersucht und umfassend bewertet zu haben, werden wir keine echte Geschichte der litauischen Sprachwissenschaft besitzen. Und ohne sie ‚entdeckt‘ die heutige Grammatikforschung oft längst bekannte Sachverhalte neu oder zieht unbegründete Schlussfolgerungen“ (ebd.: 118).

Auch der anlässlich eines Jubiläums veröffentlichte Artikel „Hundert Jahre ‚Lietuviškos kalbos gramatika‘“ (2001) ist der Geschichte unserer Sprachwissenschaft gewidmet. Darin werden die Umstände der Entstehung von J. Jablonskis erster Grammatik, ihre theoretischen Grundsätze, ihr Aufbau, wichtige Definitionen und ihre Terminologie überblickt. Der normative Charakter der Grammatik wird hervorgehoben und von V. Labutis als „ein Werk bewertet, das die Grundlagen unserer traditionellen Grammatikforschung gelegt und mehrere ihrer grundlegenden Prinzipien umrissen hat und das hinsichtlich des Gebrauchs vieler einzelner sprachlicher Erscheinungen sowie der Klärung und Festigung von Normen auch heute noch von Wert ist“ (ebd.: 14).

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Professor V. Labutis hat Rezensionen zu mehreren Werken der litauischen Sprachwissenschaft veröffentlicht.

S. Krinickaitės knygelė Kalbų raiškos savitumas (1984) recenzento vertinama kaip bandymas užpildyti lietuvių kalbos gretinimų su kitomis kalbomis spragą (1985c). Tačiau grožinės literatūros originalų ir vertimų lyginimai, Profesoriaus nuomone, „nėra labai patikimas kelias pereiti prie kalbų raiškos savitumų ir net prie būdingų kalbos modelių“ (ten pat: 29). Lietuvių ir rusų kalbų gretinimo vaizdas būtų tikresnis, jeigu savitumai autorės būtų rodomi bendrybių ir panašumų fone. Knygelėje kartais nedaroma skirtumo tarp meninės kalbos faktų ir kalbos sistemos savitumų, kliūva pernelyg platūs apibendrinimai.

Recenzijoje „Žodžių dažnio žodynus panagrinėjus“ (1999a) aptariami Laimos Žilinskienės ir Vidos Grumadienės parengti dažniniai dabartinės rašomosios lietuvių kalbos žodynai mažėjančio dažnio (1997) ir abėcėlės (1998) tvarka, daugiausia dėmesio skiriama pastarajam. Žodyne pasigendama buitinio stiliaus leksikos, daugelio kasdien vartojamų žodžių: buitinių realijų, augalų bei gyvūnų pavadinimų, kultūros srities ir su intelektine veikla susijusių žodžių, abejojama dėl tekstų atrankos principų. Dėl šių priežasčių siūloma jį laikyti ne dabartinės lietuvių kalbos, o keturių funkcinių stilių žodynu (p. 108). Recenzuojamame žodyne pasigendama žadėtų tikrinių žodžių dažnio duomenų. Neaiškūs kalbos dalių nustatymo kriterijai, todėl kalbos dalių statistikos lentelės nekelia pasitikėjimo. Su rūpesčiu konstatuojama, kad žodyne gausu nenorminių žodžių, todėl norminimo reikalui, V. Labučio nuomone, žodynas „labiau tiktų kaip klaidų šaltinis“ (p. 112). Recenzijoje daroma išvada, kad žodyno sudarymo principai autorių nepakankamai apmąstyti, pats „žodynas ir jo atramos taškai, deja, dažniau nuvilia nei džiugina“ (p. 113).

J. Balkevičiaus Lietuvių kalbos predikatinių konstrukcijų sintaksė (1998) trumpai apžvelgiama Gimtosios kalbos žurnale (Labutis 1999b). Jame paskutinis žymiojo sintaksininko veikalas ypač vertinamas kaip „savita sintaksės mokslo studija, kurioje nuosekliai plėtojama vientisa verbocentrinio sakinio pamato koncepcijų visuma“ (1999b: 14). Kiek išsamiau ši studija ir kiti J. Balkevičiaus darbai aptarti Baltistikoje paskelbtame drauge su B. Stundžia parašytame nekrologe (Labutis, Stundžia 2001).

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In einer Übersicht lässt sich wohl kaum die ganze Vielfalt der wissenschaftlichen Arbeiten des Professors erfassen. Das ist auch nicht das Ziel dieses Aufsatzes. Es sollte zumindest ansatzweise gezeigt werden, in welche Richtungen die vom Professor durchgeführten Untersuchungen zur grammatischen Struktur der litauischen Sprache gingen und welche Methoden sie verwendeten, sowie die Entwicklung seiner wissenschaftlichen Ansichten aufgezeigt werden. Eine eingehende Analyse und Bewertung der Arbeiten von V. Labutis bleibt eine Aufgabe für die Zukunft.

Zum siebzigsten Geburtstag möchte man dem verehrten Professor noch viele schöpferische Jahre wünschen – ad multos annos!

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Artūras Judžentis

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