190 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXIV
HARALD BICHLMEIER
Sächsische Akademie de Wissenscha en zu Leipzig
Ma in-Lu he -Uni e si ä Halle-Wi enbe g
Fields o esea ch: onomas ics ( oponymy), his o ical
phonology o he Ge manic languages, Indo-Eu opean
linguis ics, Aljamiado- ex s.
DOI: doi.o g/10.35321/all84-09
ANMERKUNGEN ZU
EINIGEN MIT AN-
BEGINNENDEN LITAUISCHEN
GEWÄSSERNAMEN UND
IHREN AUSSERBALTISCHEN
VERWANDTEN
Pas abos dėl kelių su An- p asidedančių
lie u ių anden a džių i jų nebal iškos kilmės
giminaičių
ANNOTATION
Die li auischen Gewässe namen des Typs Ana à, Anýkš ė e c. we den adi ionell au eine
Wu zel idg. „*en/*on“ zu ückge üh (in mode ne No a ion u idg. *h1en(H)-), de o eine
Bedeu ung ‘ ließen, Fluss’ zugesch ieben wi d. Diese Wu zel buch nich einmal Poko nys
Indoge manisches e ymologischen Wö e buch (1959). Auch sei he is es nich gelungen, diese
Wu zel im appella i ischen Wo scha z i gendeine indoge manischen Sp ache zwei els ei
nachzuweisen. Zudem liegen bislang keine eindeu igen Belege ü Fo se ze diese Wu zel
im onymischen Wo scha z o : Alle als A gumen e ange üh en Namen können en wede ,
weil sie aus kel ischen Sp achen s ammen, au eine Wu zel u idg. *pen-/*pon- ‘Sump , (s e-
hendes) Wasse ’ zu ückgehen, ode au de G undlage on u idg. *h2en- ‘(Wasse ) schöp en’
e klä we den. Das me hodische We kzeug ‘Ockhams Rasie messe ’ gebie e es, nich meh
als diese beiden Wu zeln anzuse zen, solange nich eindeu ige appella i ische Belege ü
eine Wu zel u idg. *h1en(H)- o liegen, die es übe haup e s e lauben wü den, de Wu zel
eine Bedeu ung zuzusch eiben.
S aipsniai / A icles 191
Anme kungen zu einigen mi An- beginnenden li auischen
Gewässe namen und ih en auße bal ischen Ve wand en
SCHLÜSSELWÖRTER: li auische Hyd onyme, kel ische Hyd onyme, ge manische
Hyd onyme, Indoge manische Phonologie, indoge manis ische
Me hodologie, Ockhams Rasie messe .
ANNOTATION
The Li huanian hyd onyms o he ype Ana à, Anýkš ė e c. ha e adi ionally been
explained on he basis o a oo PIE “*en/*on” (in mode n w i ing PIE *h1en(H)-), which
has s anda dly been gi en he meaning ‘ low, i e ’ el sim. This oo canno e en be ound
in Poko ny’s Indoge manisches e ymologisches Wö e buch [Indo-Eu opean E ymological
Dic iona y] (1959). No e en since hen ha e esea che s succeded in documen ing ha oo
in he appella i e lexicon o any o he Indo-Eu opean languages wi hou doub . Mo eo e ,
he e a en’ e en any su e con inua ions o ha oo in he onymic lexicons o hose
languages. All names pu o wa d as a gumen s can ei he be explained based on a oo PIE
*pen-/*pon- ‘swamp, (s anding) wa e ’ (because hey a e Cel ic) o om a oo PIE *h2en-
‘haul (wa e )’. The applica ion o he me hodological means called ‘Occam’s azo ’ lea es us
no o he possibili y bu o explain all ega ding names om hese wo oo s – as long as no
p oo o an appella i e use o a oo PIE *h1en(H)- can be o e ed, which mo eo e migh
inally gi e us a hin , wha ha oo migh ha e mean .
KEYWORDS: Li huanian hyd onyms, Cel ic hyd onyms, Ge manic hyd onyms,
Indo-Eu opean Phonology, me hodology in Indo-Eu opean
linguis ics, Occam’s azo .
1. EINLEITENDES1
Gegens and de nach olgenden Aus üh ungen sind eine sei s die E ymologien
einige li auische Gewässe namen wie Ana à, Anýkš ė ode de au einen
Gewässe namen ück üh ba e O sname Anykščia. Daneben sollen abe auch
g undsä zliche E wägungen zu his o isch- e gleichenden Sp achwissenscha
und solche zu allgemeinen wissenscha lichen Me hodik (bzw. Me hodologie)
e olgen. Anlass da ü sind die Auswi kungen de Anwendung bzw. de
Nich anwendung on beidem in Bezug au die E ymologisie ung de genann-
en Gewässe namen sowie daneben auch des Namens des Flusses Inn (in de
Schweiz, Ös e eich und Deu schland).
1 Ich danke den beiden anonymen Rezensen en des Bei ags he zlich ü di e se Hinweise, da un e
auch ü solche au on mi bislang übe sehene Li e a u .
HARALD BICHLMEIER
192 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXIV
Wei e gil es, imme ‘Ockhams Rasie messe ’2 zu Hand haben: Ve giss
man es einzus ecken – und bei Beda auch zu benu zen –, wi d man des
(Wu zel-)Wildwuchses und dami de Willkü nich meh He .
2. WISSENSCHAFTSGESCHICHTLICHES
Die Indoge manis ik is eine in nun gu 200 Jah en gewachsene Wissenscha .
Was das is und wie das geh , da übe ha sich inne halb des Fachs ein ech
b ei e Konsens gebilde 3. Diese b ei e Konsens be i alle Be eiche de zu
ekons uie enden G undsp ache, die meis als U indoge manisch bezeichne
wi d. Die Diskussion inne halb de Indoge manis ik läu au de Basis dessen,
was au de G undlage dieses b ei en Konsenses als gesiche angesehen und
ech allgemein ane kann wi d. Fü Spezialis en inne halb des Fachs mögen
die pa iell nich konsensualen Teile des Sys ems Anspo n sein, hie wei e zu-
kommen und Lösungen ü ungelös e P obleme zu inden, ü die Meh zahl de
Indoge manis en is es wohl das Ziel, au G undlage dieses b ei en Konsenses in
ih em Spezialbe eich wei e zukommen, Une klä es zu e klä en.
Diese Konsens übe dieses E klä ungsmodell (zu den wich igs en Punk en
siehe gleich) ha sich .a. deshalb he ausgebilde , weil dieses Modell meh
Dinge zu e klä en in de Lage is als die ande en bislang o geleg en Modelle.
3. METHODISCHES
3.1. Im Wei e en wi d bei de A gumen a ion on olgenden in
de Indoge manis ik wei gehend konsensualen Cha ak e is ika des
U indoge manischen ausgegangen, die e wa auch in den o.a. Ein üh ungen ko-
di izie sind:
2 „En ia non sun mul iplicanda p ae e necessi a em.“ (Wilhelm on Ockham 1288–1347), in e -
wa: „Man soll nich meh Einhei en/En i ä en annehmen, als no wendig sind.“
3 Da on zeugen die Ein üh ungen in das Fach, die in den le z en gu 25 Jah en e schienen sind
und die in den zen alen Be eichen, um die es hie geh , so gu wie keine Un e schiede zeigen:
May ho e 1986 (neu h sgg. in Lindne 2012), Lehmann 1993; Ad ados, Be nabé, Mendoza 1995;
2010; Tichy 2001; Meie -B ügge 2002; 2003; 2010; Fo son 2004; 2009; Tichy 2006; 2009;
Clackson 2007; Mallo y, Adams 2006; Bičo ský 2012; 2017; F i z, Meie -B ügge 2020. Fü di-
e se Ein üh ungen u.ä. in Einzelsp achen gil dasselbe; gl. Rix 1992; Weiss 2009; Smoczyński
2016; Weiss 2020 e c.
S aipsniai / A icles 193
Anme kungen zu einigen mi An- beginnenden li auischen
Gewässe namen und ih en auße bal ischen Ve wand en
Es gab die Phonemklasse de La yngale und sie bes and alle Wah scheinlichkei
nach aus d ei Elemen en.
Es gab keine Phonemklasse de Tenues aspi a ae, diese en s anden le z lich
en wede als Allophone de Tenues in de Posi ion nach u idg. *s bzw. o *h2
(‘La yngal 2’) und begegnen wohl allen alls noch (sekundä ) in Onoma opoe ika
und in Exp essi a.
Es gab kein u idg. *þ ‘Tho n’ als Phonem, sonde n dieses is auch nu
Allophon on * . E c. e c.4.
Fü die Wu zel wi d als Minimals uk u KVK- angenommen, zumin-
des ü Ve balwu zeln (und Nominalwu zeln). Fü P onomina und Pa ikeln
muss dies nich unbeding gegol en haben, und es wi d on einem Teil de
Indoge manis en auch e nein , dass diese Wo klassen die Minimals uk u
KVK- au gewiesen hä en (so e wa implizi im gesam en LIPP und explizi LIPP
1: 31, 236 .).
Konsequenz aus den o genann en Punk en is u.a., dass Wu zeln, die e wa
im (au dem Vo k iegss and de Indoge manis ik e s ell en) Indoge manischen
e ymologischen Wö e buch Poko nys on 1959 als okalisch anlau end angese z
wu den, mi einem anlau enden La yngal angese z we den (soll en)5. Dies ha
un e Ums änden ele an e Auswi kungen au die Rekons uk ion on Wö e n
(und dami auch Namen), die zu be ücksich igen sind – und ge ade die wei e
un en zu behandelnden Namen(sippen) wi d dies be e en.
3.2. Im o liegenden Kon ex be i dies eben die im Rahmen de Onomas ik,
zumal auch den S udien zu ‘al eu opäischen Hyd onymie’ und Ve wand em,
imme wiede ge n angese z e Wu zel (u )idg. „*en/ *on-“, die ‘ ließen’ o.ä. be-
deu e haben soll. Au G undlage de ge ade gemach en Aus üh ungen han-
del es sich in diese Fo m im Kon ex de mode nen Indoge manis ik um eine
‘Un-Wu zel’, also eine Wu zel, die es so niemals au jene Sp achs u e gegeben
haben dü e.
Ob es sich nich insgesam schlich um eine „Phan omwu zel“ handel , selbs
wenn man sie wie in de Indoge manis ik heu e üblich als u idg. *h1en(H)- an-
se z , soll im Wei e en geklä we den.
4 Vgl. g undlegend dazu in diese Zei sch i schon Bichlmeie 2012.
5 Dass solches nich öllig abwegig is , zeig – wenn auch nich au de phonologischen, so doch
imme hin au de phone ischen Ebene das Neuhochdeu sche. Hie gib es keine ech okalisch
beginnenden Wö e (bzw. lexikalischen Mo pheme]: alle phonologisch als okalisch beginnend
einges u en Wö e , beginnen phone isch ko ek mi dem sog. ‘Knacklau ’ [ʔ-]. Dass dies eine
wich ige E kenn nis is , zeigen aus Kinde wi zen bekann e Minimalpaa e wie Blumen o-p e de als
[bluːˈmɛn hɔˌp eɐdǝ] s. Blumen op -e de [ˈbluːmǝn hɔp ˌʔeɐdǝ].
HARALD BICHLMEIER
194 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXIV
Jeden alls is es bislang nich gelungen, diese Wu zel im appella i ischen
Wo scha z wide sp uchs ei nachzuweisen – wo au auch schon de Ums and
hinweis , dass eine solche Wu zel im IEW, das auße halb de eigen lichen
Indoge manis ik im Be eich de Onomas ik sons ge ne als Re e enzquelle zi-
ie wi d, eine solche Wu zel nich ansa zweise gebuch wi d ( gl. IEW 311 .,
778).
3.3. Ge ade in de Onomas ik zu den äl es en Namenschich en in Eu opa
sind au e al e em Wissenss and du chge üh e Un e suchungen, also
Un e suchungen, die nich das o.a. konsensuale ak uelle E klä ungsmodell de
Indoge manis ik benu zen, noch wei e b ei e . Ziel de o liegenden A bei
is es auch, die E gebnisse de a ige A bei en mi den Mi eln des konsensua-
len E klä ungsmodells de mode nen Indoge manis ik zu du chleuch en und
zu hin e agen.
4. DIE BALTISCHEN NAMEN UND DAS
PROBLEM
4.1. In diesem Kon ex sind nun zue s bal ische Gewässe namen zu be-
handeln, die mi li ., le . An- anlau en, also au u bal *an- (< spä u idg. *an-,
*on-) zu ückgehen. In F age kommen hie .a. die Fließgewässe namen Anykš à
. Anýkš ė ., de Seename Anýkš is m., wei e s de Wiesenname Ana à . ( on
Udolph 2020: 350 älschlich als Gewässe name ge üh ) und de dehyd onymi-
sche O sname Anykščia ( gl. LVŽ 1: 88 ., 102, basie end au Vanagas 1970:
151 ., 1981: 42).
Gäbe es en sp echende Namen beginnend mi li . On-, le . Ān- müss en sie
(so e n o handen und nich om Pe sonennamen li . Onà ‘Anna’ abzulei en;
gl. Vanagas 1981: 234) heo e isch au u bal . *ān- zu ückgehen, das en wede
eine inne bal ische sekundä e Dehns u e zu *an- sein kann ode au eine ande-
e Wu zel u idg. *h1eh2n- zu ückgehen müss e. Eine spä u idg. Dehns u e *ōn-
hingegen e gäbe le . on- [uon-], li . uon- (was bei Gewässe namen ga nich
beleg is ; gl. Vanagas 1981: 353). Fü das Slawische is mi spä u idg. *an-,
*on- > slaw. On- (genann wi d in diesem Kon ex e wa de Gewässe name uss.
Onu ) bzw. spä u idg. *ān, *ōn- > slaw. An- zu echnen.
4.2. Sowohl ü die o.a. bal ischen wie auch die slawischen Gewässe namen
gib es keine lei Anschluss im appella i ischen Wo scha z jene Sp achen.
4.3. Da es bislang zudem auch nich ansa zweise gelungen is , im appella-
i ischen Wo scha z die Exis enz eine Wu zel u idg. *h1en(H)- (in e al e e
Sch eibweise eben „*en/ *on“) nachzuweisen (s. dazu un en §§ 4.5., 5.2., 5.3.),
is es, will man me hodisch saube a bei en, auch nich zulässig, diese (in ih e
S aipsniai / A icles 195
Anme kungen zu einigen mi An- beginnenden li auischen
Gewässe namen und ih en auße bal ischen Ve wand en
o-s u igen Fo m *h1on[H]-) ü die bal ischen und slawischen Gewässe namen
anzuse zen.
4.4. Fü das in den bal ischen und slawischen Gewässe namen anzuse zen-
de spä u idg. *an- komm als Vo o m aus heu ige Sich de Indoge manis ik
p inzipiell eine Vo o m u idg. *h2en(H)- (gg . auch *h1/h2/h3an(H)-) in
F age, ü spä u idg. *on- gib es meh e e po en ielle Vo o men: u idg.
*h1/h2/h3on(H)- ode *h3en(H). Von all diesen po en iellen Vo o men sind nu
zwei als Ve balwu zeln a sächlich nachweisba , nämlich u idg. *h2en- ‘schöp-
en’ (LIV² 266) und u idg. *h2enH- ‘a men’ (LIV² 266) – dazu gesell sich
noch die au g und de Seman ik im o liegenden Kon ex ebenso wie u idg.
*h2enH- ‘a men’ ausscheidende Wu zel u idg. *h2enH- ‘Ahn’ ( gl. he h. ḫanna-
‘G oßmu e ’ und ahd. ana . ‘id.’ e c.)6.
4.5. Somi bleib nu u idg. *h2en- ‘schöp en’ üb ig. Will man die Fo men
mi u bal . *an- (> li . An-, le . An-) bzw. u slaw. *an- (> gemeinslaw. *on- >
uss. On-) nich willkü lich au zwei Wu zeln zu ück üh en – und so Ockhams
Rasie messe igno ie en –, is u idg. *h2en- die einzige siche appella i isch
beleg e Wu zel, die ü die bal ischen und slawischen Gewässe namen als
G undlage in F age komm und somi angese z we den muss. Fü eine Wu zel
u idg. *h1en(H)- e gib sich hie im Bal ischen und Slawischen im onymischen
Be eich wiede kein Beweis: Es gib keine Gewässe namen mi bal ./slaw. En-,
die da au zu ückge üh we den müss en ( gl. LVŽ 2: 484 .7), einen appella i-
ischen Fo se ze gib es noch wenige .
Es is eilich eine Ta sache, dass die Wu zel u idg. *h2en- ‘schöp en’ si-
che appella i isch nu im Ana olischen begegne , in dem Ve b he h. ḫān-i/ḫan-
‘(Wasse ) schöp en’8, wozu auch die Ablei ung DUGḫanešša c. ‘Schöp ge äß’
gehö , daneben ielleich in a m. hanem ‘nehme he aus/weg, b inge he aus,
e g ei e’9 und ielleich in eben alls e ymologisch ums i enem g . ἄντλος m.
‘Kielbodenwasse , Bilgenwasse ’ ( alls < *h2n- lo- ‘was geschöp wi d’?)10.
4.6. Beme kenswe is in diesem Kon ex die A und Weise, wie Udolph
(2020: 360) seinen Leh e W. P. Schmid zi ie :
„W. P. Schmid geh genaue au das g iechische Wo ein [gemein is ἄντλος
‚Bilgenwasse ‘; H. B.] …und olge übe zeugend, dass es zunächs einmal eine bes imme
6 Vgl. EWAhd 1: 215–217 (ana²); HEG 1: 147 .; EDHIL 285.
7 Lau Imp essum wa Udolph eine de Gu ach e dieses Bandes.
8 Vgl. HEG 1: 144 ., 148; EDHIL 281 .
9 Vgl. EDAIL 389, 636 .; alls nich < u idg. *senh2-.
10 Vgl. GEW 1: 114 (mi äl e e , heu e allgemein abgelehn e E ymologie au Basis on u idg.
*semh2- ‘schöp en’; DÉLG 89, 1272 (zusä zlich mi E ymologie aus g . ἀν(α)- + u idg. * elh2-
‘hochheben’; GED 1: 109 (Ve bindung mi he h. ḫan- un e Be u ung au Ben enis e 1954: 39).
HARALD BICHLMEIER
196 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXIV
A on Wasse bezeichne ha . E geh dann zu [sic] den on mi in diesem Bei ag
schon behandel en Gewässe namen Inn, Ahne, Anne , Anykščai u.a. ein, … und ol-
ge , „dass hie a sächlich *en- neben *pen- … zu belegen is . Le z lich en häl [sic] man
en wede eine Wu zel *ǝ1en- ode eine Wu zel *ǝ2en- in de Bedeu ung ‚ ließen, Fluss‘,
die auch dem he hi ischen ḫan- ‚schöp en‘ nahes ehen kann“.“
An de zi ie en S elle lau e Schmids Tex jedoch e was ande s (Schmid
1988: 311 = 1994: 408), besonde s die im O iginal ex eingangs o genomme-
ne Einsch änkung is wich ig und wu de on Udolph s a k e kü z und e was
umgesch ieben:
„Inne halb eines Be eiches, ü welchen kel ische Namengebung angenommen we den
muß, wi d man die F age, ob *en- ode *pen- anzuse zen sei, nich en scheiden kön-
nen. … An diese Wu zel *en-/*on- läß sich auch ἄντλος anschließen …11 Ohne hie au
die la yngalis ischen P obleme einzugehen, die mögliche weise au eine T ennung on
kel . en- und sons igem an- hinauslau en könn en12, e häl man en wede eine Wu zel
*ǝ1en- ode eine Wu zel *ǝ2en- in de Bedeu ung ‚ ließen, Fluss‘, die auch dem he hi-
ischen ḫan- ‚schöp en‘ nahes ehen kann, wenn man den Bedeu ungsun e schied übe
die Annahme eine Ablei ung mi Hil e des Wu zelablau s … zu übe b ücken e mag.“
4.7. Es zeig sich auch hie , dass die k i ische bis ablehnende Hal ung
Schmids de La yngal heo ie gegenübe ihm den Weg zu Lösung e spe
und zu le z lich un ich igen Vo schlägen ge üh ha , obwohl e den a sächlich
ich igen Weg au zeigen hä e können. Be ei s zu Zei de En s ehung jenes
A ikels on Schmid wa in de Indoge manis ik allgemein ane kann , dass he-
hi . *ḫan- niemals au „eine Wu zel *ǝ1en-“ zu ückgehen konn e, sonde n aus-
schließlich au „eine Wu zel *ǝ2en-“, also u idg. *h2en. Unkla bleib indes, was
Schmid mi dem on Udolph nich meh zi ie en le z en Gliedsa z gemein ha :
Die Bedeu ung eine Wu zel ände sich ja nich mi de Ablau s u e.
4.8. De wei e e Kommen a Udolphs hie zu is eben alls au schluss eich
und zeig seine Un e au hei mi de indoge manis ischen Li e a u : „Die
on W. P. Schmid o geschlagene Ve bindung on he h. ḫan- mi g iech. [e g.
ἄντλος] is auch im LIV: 266 ohne Kenn nis dieses Bei ags e wogen wo den.“
Die Kenn nis dieses Bei ags wa ü das LIV² in diesem Kon ex schlich i e-
le an , da Schmid (1988) hie gegenübe den on ihm zi ie en We ken on
Ben enis e on 1954 und dem HEG 1: 144 . (1977/1983) nich s Neues b ing ,
sonde n nu diese äl e en We ke ab- bzw. wei e sch eib .
11 Was nach den o.a. Anme kungen schlich alsch is und auch schon 1988 mo phonologisch auch
au dem damalig e al e em S and, au dem Schmid a bei e e, allen alls mi els Zusa zannahmen
beg ündba gewesen wä e.
12 Diese a gumen a i wich ige Sa z eil ehl im Zi a bei Udolph.
S aipsniai / A icles 197
Anme kungen zu einigen mi An- beginnenden li auischen
Gewässe namen und ih en auße bal ischen Ve wand en
5. DAS AUSSERBALTISCHE MATERIAL
Das meis e auße bal ische Ma e ial wi d in de neues en Publika ion zum
Namen des Flusses Inn (Udolph 2020) da gebo en. Hie we den – obwohl
es beim Namen des Inns mögliche weise um einen soga o kel ischen, also
al eu opäischen/ o einzelsp achlich-indoge manischen/ (u )indoge manischen
Namen geh – die o. § 3 ange üh en Regeln de Indoge manis ik auße Ach
gelassen.
Sein Ziel is es, au indoge manis isch längs übe hol em Ni eau disku ie-
end neue e E kenn nisse zu E ymologie jenes Flussnamens in eine Menge
e mein liche Beispiele und Pseudoa gumen e zu e s icken.
Im Zusammenhang mi dem Flussnamen Inn we den in jenem Bei ag ne-
ben den oben schon besp ochenen bal ischen/slawischen Gewässe namen ol-
gende e ymologischen Sippen/Nes e behandel , on denen im Wei e en zu e -
g ünden e such we den soll, ob sie nun zusammengehö en ode nich .
a) de Name Inn selbs ,
b) mi eli ische Appella i a wie en ‘Wasse ’, enach ‘Sump ’, enb i he ‘B ühe’
und englas ‘wäss ige Milch’,
c) de Name de Enns, mi . an ‘Fluss’ e c.
d) einige deu sche Gewässe namen.
Zu den Punk en im Einzelnen:
5.1. De Name Inn selbs
In Wiesinge , G eule (2019: 104) we den olgende an ike Belege gebo en:
Aeni luminis [Taci us], τοῦ Αἶνου ποταμοῦ [P olemaios], Ἔνος [A ian].
Diese e lauben die Rekons uk ion eines S ammes o öm. *Eno-. Nach
Ansich de übe wiegenden Meh hei de Fo sche is dies en wede ein kel i-
sche Name ode ein kel isie e Name.
In Wiesinge , G eule (2019: 122) e klä Wiesinge (zu Innbach, „ olks üm-
lich die Inn“):
„De Name de Inn geh wie de Name des g oßen Inn, …, au die gleiche Wu zel
idg. *pen- ‚Schlamm, Sump , Wasse ‘ zu ück (siehe do ). Hie is alle dings e s kel .
Bildung mi *en- in mi eli . en ‚Wasse ‘, enach ‚Sump ‘ und englas ‚wäss ige Milch‘
(IEW, S. 807) inso e n nahe liegend, als die Ablei ung ona [sic] als *Enonā ü das
Kel ische cha ak e is isch is .“
Gleichzei ig lies man im selben Buch on Wiesinge (Wiesinge , G eule
2019: 47):
HARALD BICHLMEIER
198 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXIV
„Zwa gib es mi eli . en ‚Wasse ‘, doch is seine He kun aglich, und naheliegen-
de , idg- sp . Bildung mi idg. *pen- ‚Schlamm, Sump , Wasse ‘ und p-Ve lus bei
Kel isie ung anzunehmen.“
Als ehe abwegig e schein die on G eule in Wiesinge , G eule (2019: 104)
gegebene E klä ung:
„Die wei e e E ymologie is unkla . Da mi eli . en ‚Wasse ‘ deonymisch om Namen
des Inns au das Inselkel ische übe agen wo den sein kann, e schein dieses Appella i
(mi eli . en) als E ymon des GewN aglich, …“13
Diese E klä ung inde sich auch schon in DGNB 243: Was weiß ein mi el-
al e liche I e om Inn, de in jene Zei eine meh wöchige Reise en e n lag?
Wie soll da aus dem Namen dieses Flusses ein Appella i um en s anden sein?
Daneben schein es auch eine S amm o m *en-io- gegeben zu haben: G eule
(2015: 341) sch eib e wa „< kel isch *Enjos, mi ella einisch Enus“; Ähnliches
lies man auch bei An ei e , Chapman, Rampl (2009: 16): „*Enios, d. i. kel i-
sie es *Penios ← idg. *pen- ‚langsam ließendes Wasse ‘“.
Dazu wi d e wa in G eule (2010: 21) und DGNB 243 noch die au den
A bei en Poko nys (1948–1949 und 1950/51) be uhende, ielleich u sp üng-
liche Un e scheidung e wähn , dass die Fo m „Enos u sp ünglich ü den
Un e lau , *Enios ü den Obe lau des Flusses (in den Alpen) gegol en habe
und *En-i- eine omanische E wei e ung des S ammes *Eno- is “.
Die F age de a sächlichen S amm o m bzw. ob es zwei nebeneinande gab,
is hie nich zu klä en14.
In beiden Fällen komm als zug undeliegende Wu zel en wede o kel .
*pen- < u idg. *pen- ‘Schlamm, Sump ’, gg . auch ‘langsam ließendes Wasse ’15
13 In äl e e Li e a u is Ähnliches zu eine deonymischen En s ehung on Gewässe bezeichnungen
bisweilen auch in Bezug au die Elbe zu lesen: Diese is wenigs ens ein wi klich au ällige und
lange Fluss (Ähnliches wü de ü den Rhein und die Donau gel en), abe selbs in diesen Fällen
häl Ve . de a ige Behaup ungen ü bislang nich bewiesen ( gl. zu Elbe und ih e E ymologie
e wa Bichlmeie 2012a; Bichlmeie , Blažek 2015; Scheung abe , G ünzweig 2014: 43–46 jeweils
mi wei e e Li e a u ).
14 Zum Inn gl. auch olgende A bei en: Zu den Belegen ü den Flussnamen e wa ANB 553–555
(Inn), 556 . (Inn al), An ei e 1996: 62 und Bo che s 2006: 26–28, zu Geschich e des Inn als
Hei meie 2005, wei e s zu E ymologie An ei e , Haslinge , Jenewein 1995: 23; G zęga 2001:
169; An ei e 2005: 36 . (ebenso schon An ei e 1996: 62–64); An ei e 2008: 148; Delama e
2012: 149; EDPC 127; DTNG 1: 328; explizi zum Me hodischen de E mi lung de Sp achs u e,
au de de Name des Inns gep äg wu de und zu den hinsich lich de E ymologie angeb ach-
en Zwei eln gl. An ei e 1997: 18 ., 127 . So wi d mi Hinweis au die „F agwü digkei de
Kel izi ä “ de Name des Inns in An ei e 2016 schließlich ga nich meh behandel ( gl. An ei e
2016: 7).
15 So e wa An ei e , Chapman, Rampl 2009: 16: „*Enios, d. i. kel isie es *Penios ← idg. *pen-
‚langsam ließendes Wasse ‘.“
S aipsniai / A icles 205
Anme kungen zu einigen mi An- beginnenden li auischen
Gewässe namen und ih en auße bal ischen Ve wand en
eine auch e s noch mo phologisch zu beg ündende Wu zelges al wä e, die
insgesam nich allzuhäu ig nachzuweisen is .
Aus all dem olg : Alle im Vo he gehenden ange üh en ge manischen
Gewässe namen machen den Ansa z eine Wu zel *h1en(H)- nich no wendig,
beweisen also ü K ahes bzw. Udolphs „*en-/ *on-“ nich s.
5.4.2. Einzig beweisend könn en Gewässe namen sein, die nachweislich mi
u -/wes ge m. *en- anlau en. Udolph üh nun auch einige Gewässe namen an,
die mi d . En- ode I(h)n- beginnen. Diese sollen hie einzeln du chgesp o-
chen we den:
5.4.2.1. Udolph (2020: 351 .) üh hie die olgenden Namen an: Zunächs
Obe -Ense, Un e -Ense, Niede -Ense, Ensen, einen O snamen Annezin (am
Pas-de-Calais). Diese we den on Udolph selbs und gg . auch DGNB au
*Anisa/ō- zu ückge üh – beweisen also wiede nich s ü u idg. *h1en(H)-, da
ja kein ge m. *en- o lieg .
5.4.2.2. Ennes , Welschenennes , Ens e we den explizi au eine o-s u ige
Fo m zu ückge üh und die Gemina e wi d du ch wes ge manische
Konsonan engemina ion du ch *i e klä . Es wi d also implizi eine Vo o m
u ge m. *an-ia-s a- o.ä. angese z . Die Fo m lie e also eben alls kein u ge m.
*en- < u idg. *h1en(H)-.
5.4.2.3. Ennepe (Flussname: 1235 Ennepe, 1325 Enepe; O sname: 1285 de
Enepene, 1398 Enepe) is hinsich lich de E ymologie nich siche geklä , da
auch nich siche is , ob die Gemina e al is ode nich . Udolph äuße sich
dazu nich , schein abe mi eine E ymologie *en-apa- zu echnen (ohne diese
Fo m explizi anzu üh en), wäh end DGNB 128 zunächs zu ückhal end einen
Zusammenhang mi gall. anam e wäg , abe le z lich ehe on *Anipa < *ania-
apa als apa-Name mi „(m.) *ania- (Kollek i um ‚güns ige Lage‘?)“ ausgeh .
G eule sch eib jeden alls, dass die Gemina e nich al sei, also nich mi *enna- <
*ania- ge echne we den könne. Die Bedeu ung on implizi em *en-apa- wä e
also wohl ‘Fließ-Fluss’, ‘Fließ-Wasse ’. Die E ymologie e schein alles ande e als
gelungen, imme hin könn e hie nun ielleich ein e s e Beleg ü a sächliches
ge m. *en- o liegen.
Alle dings lieg de Fluss in de ge manisch-kel ischen Übe gangszone (sie-
he Ka e), somi kann eine kel ische E ymologie nich öllig ausgeschlossen
we den. Und wenn mi Udolph, HELSON (1: 7 .) zi ie end, Ani (s.o.) au
*An-apa- be uh , was kel isch sein dü e, könn e dies le z lich auch ü En(n)
epe < *En-apa- gel en (die Udolph auch zusammen an üh ), zumal ja im
Kel ischen mi mi . en, enach e c. auch u kel . *(φ)en- siche bezeug is .
5.4.2.4. Es zeig sich, dass olglich die Eindeu igkei in de gewünsch en
Weise doch nich e ziel we den konn e.
HARALD BICHLMEIER
206 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXIV
Fig 1, Ka e aus Schumache (2007: 169)
5.4.3. Schließlich is noch eine Reihe on Gewässe - bzw. O snamen zu
behandeln, die en wede eben alls d . E(h)n- zeigen ode abe mi Ihn- ode
Ein- beginnen und on Udolph (2020: 352 .) als A gumen e ange üh we den.
5.4.3.1. Fü den O snamen Ehnen (Luxembu g), den O snamen Ihn
(Saa land) sam dem zugehö igen Ihne Bach wi d eine E klä ung aus kel .
*Enio/ā- adi ionell angenommen und diese Möglichkei auch on Udolph
(2020: 352 .) nich wide sp ochen. Da somi eine kel ische E ymologie pa allel
zu de des Flussnamens Inn o zuliegen schein , en allen diese Namen ü den
Ansa z eine Wu zel u idg. *h1en(H)-.
5.4.3.2. Fü den wes älischen O snamen Ihne, den de oponymischen
Gewässe namen Ihne-Bach in Wes alen, und wohl auch die Eine (→ Wippe
S aipsniai / A icles 207
Anme kungen zu einigen mi An- beginnenden li auischen
Gewässe namen und ih en auße bal ischen Ve wand en
→ Saale) zeigen die äl es en Belege im e s e en Fall 1461 Eene, 16. Jh. Ehene,
im le z e en 1321 Ena, Ene (Udolph gib an zwei Tex s ellen zwei e schiedene
Fo men desselben Belegs). Fü den wes älischen Namen is kel ische He kun
siche auszuschließen, ü den Wippe -Zu luss Eine is sie wenig wah schein-
lich, nach de o.a. Ka e wä e man hie abe wohl noch am äuße s en Rand
des Übe gangsgebie s. Die on Udolph abgelehn e, abe ohnehin nu zu ück-
hal end geäuße e He lei ung in DGNB (117, 238) aus ahd. *Aginaha > *Eina
(Eine) > *Ēne (Eene, Ehene) > Ihne (Eine wä e also lediglich au eine ühe-
en En wicklungss u e es gewo den als im Falle on Ihne) wä e lau lich wohl
einwand ei, abe die Annahme eines Ru namens ahd. *Ago, Gen. *Agin im
Vo de glied bleib schwie ig.
Udolph zi ie hie als Gewäh s au Schmid (1970: 54), die in (aus heu ige
Sich ) schon as zi kulä e A gumen a ion lau Udolph sch eib :
„Will man die GewN Inn < *Enios und Ihne, Eine < *Ena(na) zusammengehö ig be-
ach en, so bleib , da kel . N.-Gebung dann ausscheide , nu die Annahme eine Wz.
idg. *en- (*on-) mi nich nähe bes imm e (Wasse -)Bedeu ung, die appella i isch
noch in den kel . Appella i en g ei ba is .“
5.4.3.3. Nach dem o.G. is eilich kla , dass es sich auch hie um eine e -
ehl e Einschä zung handel , da ja eben kel . en, enach e c. ge ade nich be-
weisend ü u idg. *h1en(H)- sind. Und ob man nun e schiedene E yma mi -
einande e ein ode nich , ha nich s mi dem Willen eines/ Fo schenden
(ode seinem/ih em Glauben) zu un, sonde n dami , ob die wissenscha lichen
Maßs äbe dies zulassen ode nich .
Wich ig zu nennen wä en hie ande e Fälle mi ge m. *e in e s e o ene
Silbe, die e wa die in den o.g. Gewässe namen angese z e lau liche En wicklung
in den jeweiligen Regionen, in den die Flüsse liegen, un e maue n wü den.
5.4.3.4. In diesem Kon ex sei noch au die Namen zweie Fließgewässe
hingewiesen, die Udolph in seine Diskussion nich e wähn :
a) Ehe (auch Ehebach; → Aisch → Regni z → Main), 1073 Eha, 1479,
1481 Ee (DGNB 114);
b) Ehn (im Elsass, → Ill → Rhein), 1284 enahe ( ü ehena?), 1374–1401 in
de Ahen, O sname Niede ehnheim (11. Jh. Ahenheim, 1050 Ehenheim),
Obe ehnheim (788 in Ehinhaim) (DGNB 115).
Fü e s e es kann eine Vo om u ge m. *aχuiō- e wogen we den (DGNB:
„gm. *Ahwjō .“), ü le z e es echne DGNB mi eine „G und o m (ahd.)
*Ehina neben *Ahana (?) < gm. *Ahwinō . neben *Ahwanō, n-Ablei ung on
gm. *ahwō ‚Wasse lau ‘“. Und kann man öllig ausschließen, dass ein solches
„(ahd.) *Ehina“ dem o.a. *Eina zug unde lieg ?
5.4.4. In diesem Zusammenhang sei noch ku z au den Kommen a Udolphs
(2020: 362) eingegangen, man müsse schon das Ma e ial kennen, wenn
HARALD BICHLMEIER
208 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXIV
man Aussagen zu E ymologie on Namen machen wolle: Nach den obigen
Aus üh ungen soll e kla gewo den sein, dass es sich e was ande s e häl : Es is
zwa schön, wenn man s a 10 Belegen 100 o b ingen kann, doch wenn diese
Belege keine neuen Elemen e in die Diskussion einb ingen, die am Ende auch
den Ausgang de Diskussion e ände n können, s ell sich die F age: Wozu?
Wich ige , als 90 zusä zliche, abe ü die Diskussion übe lüssige Belege an-
zu üh en, is es doch wohl, die no wendige Me hodik zu Analyse des Ma e ials
zu behe schen.
Auch b ing es nich s, Unmengen on Zi a en aus heu e e al e e Li e a u
(K ahe, W. P. Schmid e c.) zu b ingen, die die eigene A gumen a ion zu s ü zen
scheinen, wenn de en Inhal e und G undlagen längs – eils sei Jah zehn en –
übe hol sind. Das ha dann nu meh wissenscha sgeschich lichen We , b ing
abe de Fo schung keinen Fo sch i .
5.5. Zwischene gebnis
Insgesam muss man nach de Du chsich de als A gumen e o geb ach en
Namen zu dem E gebnis kommen, dass sich die Anzahl de (indes auch nu
halbwegs) siche en Belege ü ge m. *en- < u idg. „*en-(/*on-)“ bzw. *h1en(H)-
au maximal zwei zu belau en schein .
Angesich s diese Beleglage und noch meh au g und de Ta sache, dass die-
ses u idg. „*en-/ *on-“ bzw. *h1en(H)- ni gends eineindeu ig im appella i i-
schen Wo scha z au i (wie gesag , nich einmal Poko ny buch e es in seinem
IEW), e schein es schlich weg unangeb ach , wei e mi eine solchen Wu zel
zu agie en.
6. ZUSAMMENFASSUNG
6.1. Man s eh o dem P oblem, dass man en wede die bal ischen und sla-
wischen Gewässe namen au G undlage eine sons in Eu opa o enba nich
bezeug en Ve balwu zel e klä en muss, die abe seman isch imme hin e was
mi Wasse /Flüssigkei zu un ha , ode dass man sie au de G undlage eine
appella i isch ni gends siche bezeug en Wu zel e klä , de man olglich nich
einmal eine Bedeu ung zuo dnen kann.
6.2. Die Benu zung on Ockhams Rasie messe zwing beim ak uellen
Da ens and zu olgendem Schluss:
S aipsniai / A icles 209
Anme kungen zu einigen mi An- beginnenden li auischen
Gewässe namen und ih en auße bal ischen Ve wand en
Siche appella i isch bezeug is eine Wu zel *pen-; eben alls siche appella-
i isch bezeug is eine Wu zel *h2en- – nich siche appella i isch bezeug is
indes eine Wu zel *h1en(H).
6.3. Dies e gib sich aus olgenden Punk en:
6.3.1. De Name des Flusses Inn kann au *pen- zu ückge üh we den,
ebenso mi . en, enach e c.
6.3.2. Die Namen de Flüsse Enns und Ense < (*)Anisa, (*)Anisus können
ebenso wie mi . an, gall. anam au *pn- ode *h2en- zu ückge üh we den.
6.3.3. Die bal ischen Gewässe namen, die mi An- und die slawischen
Gewässe namen, die mi On- beginnen, können säm lich aus u bal ./u slaw.
*an- < u idg. *h2en- e klä we den.
6.3.4. P ak isch alle disku ie en ge manischen/deu schen Gewässe namen
mi de (no a bene möglichen, nich bewiesenen!) Ausnahme zweie Namene yma
(eines de beiden könn e auch kel isch sein, das ande e könn e ande s zu e y-
mologisie en sein als bishe üblich) können aus u ge m. *an- (< u idg. *h2en-
ode *h2on-) bzw. u ge m. *un- (< u idg. *h2n-) bzw. u ge m. *ōn- (< u idg.
*h2ōn-) e klä we den, ode gehen au u ge m. *aun- zu ück und bleiben oh-
nehin e n.
6.3.5. Folglich gib es keinen G und, i gendeine Wu zel *h1en(H)- (in e -
al e e No a ionsweise: „*en-/*on-“) anzuse zen: Beim heu igen Wissenss and
bzw. au de G undlage de ak uell bekann en Ma e ialbasis lieg die
Wah scheinlichkei de Exis enz eine solchen Wu zel bei Null.
6.4. Man wi d olglich wei e behaup en dü en (ja sagen müssen), dass – so-
lange nich g undlegend neues Ma e ial au auch , das den Ansa z eine Wu zel
u idg. *h1en(H)- mi i gendeine auch ü die Benennungen on Fließgewässe n
augenden Seman ik beweis – es sich bei u idg. „*en-/ *on-“ schlich um eine
Phan omwu zel handel .
Mi Ausnahme zweie nich ganz eindeu ig geklä e Fälle deu sche
Gewässe namen lassen sich alle on Udolph 2020 ange üh en Gewässe namen
ausgehend on den auch sons appella i isch bezeug en Wu zeln *h2en- und
*pen- wide sp uchs ei e klä en:
Te ia adix non da u .
6.5. Man mag auch hie a gumen ie en, dass ja noch Sp achma e ial au au-
chen könne, das zum Ansa z eine Wu zel *h1en(H)- zwinge. Wah scheinlich
is das nich .
Abschließend wi d man wohl nach all den oben ange üh en Punk en sagen
dü en, dass das on Udolph (2020: 362) am Ende seines Bei ags ink iminie e
Zi a aus Bichlmeie (2012a: 376) in leich e wei e e Fo m wei e hin als zu-
e end be ach e we den da , ja muss:
HARALD BICHLMEIER
210 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXIV
„Alle ü diese Wu zel [gemein is u idg. *h1en(H)-, e al e „*en-/*on-“; H. B.] in
Ansp uch genommenen Gewässe namen ode Appella i a en s ammen en wede kel i-
schen Sp achen ode sind zumindes kel ische Ve mi lung e däch ig“ –
ode sind zu eine Wu zel u idg. *h2en- zu s ellen.
Imme hin wu de nun zumindes in diesem Punk ein Fo sch i im le z en
Jah zehn e ziel .
7. AUSBLICK
Es bleib bei dem, was in ande em Kon ex be ei s es ges ell wu de
(Bichlmeie 2018a: 230), dass nämlich
„sich mi Indoge manis ik auskennen muss, we sich mi ‚al eu opäischen‘ ode all-
gemein a chaischen (indo)ge manischen Gewässe namen beschä ig . Fehlen solche
Kenn nisse (au ak uellem S and), kann kein o den liches ode ga ele an es E gebnis
he auskommen.“
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212 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXIV
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