Go to originalLocalized version was produced by AI. It may contain inaccuracies.
Preparing document pages…
Page 1
LAIMUTIS BILKIS
Institut für Litauische Sprache
ORCID id: orcid.org/0000-0002-2902-4722
Forschungsgebiete: Toponymik, Anthroponymik.
DOI: doi.org/10.35321/all86-04
DĖL KAI KURIŲ LIETUVIŲ VIETOVARDŽIŲ GŪDAS RADIMOSI APLINKYBIŲ, KILMĖS IR MOTYVACIJOS
Zu den Umständen des Auftretens, der Herkunft und der Motivation bestimmter litauischer Toponyme Gūdas
ZUSAMMENFASSUNG
Der Artikel erörtert die wahrscheinlichsten Herkunftsversionen mehrerer litauischer Ortsnamen Gūdas. Bei ihrer Aufstellung wird allen Umständen der Aufzeichnung der Toponyme aus der gesprochenen Sprache, dem Kontext toponymischer Mikrosysteme sowie den von den Aufzeichnern gelieferten zusätzlichen Informationen zu Ortsnamen und den von ihnen bezeichneten Objekten Aufmerksamkeit geschenkt; diese Informationen werden mit realen historischen und ethnografischen Daten verglichen. Auf Grundlage der nach der gewählten Methodologie durchgeführten Analyse wird behauptet, dass die Entstehung der Namen zweier Steine im Fluss Nemunas bei Darsūniškis und dem Gut Dvareliškės mit der historisch bezeugten Tatsache des Holzflößens aus Gudija nach Karaliaučius und Rusnė verbunden ist. Es wird hervorgehoben, dass auch Flößer gudischer Herkunft diesem Gewerbe nachgingen. Daher werden diese beiden Steinnamen vom Ethnonym gūdas ‚Belarusse (bisweilen Pole oder Russe); Mensch aus einem anderen Dialekt‘ hergeleitet, und die von anderen Forschern veröffentlichte Hypothese ihrer Herkunft aus lit. gūdė ‚Wetzstein, Schleifstein‘, gudėti ‚mit einem Wetzstein schärfen‘ wird angezweifelt.
Außerdem wird nachgewiesen, dass wahrscheinlich auch die Hydronyme Gūdas aus der Umgebung von Pumpėnai und Žemaitkiemis ethnonymischer Herkunft sind; einige Linguisten leiten sie aus balt. *guda- ‚(ge)beugt‘, ‚sich biegend‘ < balt. gud- ‚sich neigen‘ her. Diese Aussage wird im ersten Fall durch die Ergebnisse der Analyse der gegenseitigen Beziehungen, der Herkunft und der Semantik der Ortsnamen mit gud- in einem kompakten Mikrosystem begründet, im zweiten Fall durch die Analyse einer semantischen Parallele ethnonymischen Charakters bei den Potamonymen auf dem Gebiet derselben Siedlung.
SCHLÜSSELWÖRTER: Herkunft der Ortsnamen, Motivation der Ortsnamen, Kontext der Aufzeichnung von Ortsnamen, semantische Analogie, Holzflößerei auf dem Nemunas.
108
Acta Linguistica Lithuanica LXXXVI
Page 2
Dėl kai kurių lietuvių vietovardžių Gūdas radimosi aplinkybių, kilmės ir motyvacijos
ANNOTATION
Der Artikel erörtert die wahrscheinlichsten Herkunftsversionen mehrerer litauischer Toponyme Gūdas. Die Versionen werden unter Berücksichtigung aller Umstände der Aufzeichnung der Toponyme aus der gesprochenen Sprache, des Kontexts toponymischer Mikrosysteme sowie der von den Aufzeichnern bereitgestellten zusätzlichen Informationen zu Ortsnamen und den von ihnen bezeichneten Objekten vorgeschlagen; diese werden mit realen historischen und ethnografischen Daten verglichen. Auf Grundlage der nach der gewählten Methodologie durchgeführten Analyse bringt der Artikel die Entstehung der Namen zweier Steine im Fluss Nemunas bei Darsūniškis und dem Gut Dvareliškės mit der historisch bezeugten Tatsache des Holzflößens aus Gudija (Belarus) nach Karaliaučius (Königsberg) und Rusnė in Verbindung. Es wird dargelegt, dass es auch Flößer gab, die ihrer Herkunft nach gudai waren. Daher werden die beiden Steinnamen auf das Ethnonym gūdas ‚Belarusse (bisweilen Pole oder Russe); Person, die einen anderen Dialekt spricht‘ zurückgeführt. Die von anderen Forschern vorgeschlagene Hypothese ihrer Herkunft aus lit. gūde ‚Wetzstein, Schleifstein‘, gudėti ‚mit einem Wetzstein schärfen‘ ist fraglich.
Der Artikel liefert Argumente für den Nachweis, dass die Hydronyme Gūdas aus der Umgebung von Pumpėnai und Žemaitkiemis, die manche Linguisten aus balt. *guda- ‚gebogen‘, ‚sich biegend‘ < balt. gud- ‚sich neigen‘ herleiten, höchstwahrscheinlich ethnonymischer Herkunft sind. Im ersten Fall wird diese These durch die Ergebnisse der Analyse der Wechselbeziehungen, der Herkunft und der Semantik der Toponyme des kompakten Mikrosystems mit gud- gestützt. Im zweiten Fall wird sie durch die semantische Analyse der ethnonymischen Parallele der im selben Siedlungsgebiet befindlichen Potamonyme belegt.
SCHLÜSSELWÖRTER: Herkunft der Toponyme, Motivation der Toponyme, Kontext der Aufzeichnung von Toponymen, semantische Analogie, Holzflößerei auf dem Nemunas.
In der litauischen Toponymie bilden Ortsnamen mit der Wurzel gud eine recht umfangreiche und bedeutende Gruppe. Aus der gesprochenen Sprache wurden etwa 670 Namen aufgezeichnet, die verschiedenste Objekte bezeichnen und sich unter anderem durch eine Vielfalt der Bildungsweisen und Typen auszeichnen (vgl. LVŽ III 331–337). Über die mögliche Herkunft der Toponyme mit dieser Wurzel ist bereits recht viel geschrieben worden. Zusammenfassend lassen sich mehrere Herkunftshypothesen unterscheiden: 1) Seennamen werden aus pr. gudde ‚Strauch, Sträucher; Wald, Buschland‘ hergeleitet, wobei angenommen wird, dass auch die Herkunft der Wurzel gud in der litauischen Flora- und Faunaterminologie (gūda-žolė, gūd-karklis, gūd-žvirblis usw.) dieselbe ist (Savukynas 1966: 193); 2) es wird behauptet, dass viele Oikonyme und einige andere Ortsnamen mit gud aus dem Personennamen Gūdas hervorgegangen sind, während Hydronyme und die meisten Ortsnamen anderer Klassen aus lit. gūdas ‚Belarusse; Mensch aus einem anderen Dialekt‘ hergeleitet werden, wobei angenommen wird, dass sich die Bedeutung der Wurzel gud des Ethnonyms in Ortsnamen zu ‚schlecht, untauglich, unnütz, wertlos‘ wandeln konnte (Vanagas 1981: 125–126); 3) die Flussnamen Gūdas, Gūd-upis werden aus balt. *guda- ‚(ge)beugt‘, ‚sich biegend‘ < balt. gud- ‚sich neigen‘ hergeleitet (Mažiulis 1988: 420–421; 1996: 308–309); 4) bei der Analyse der Oikonyme wird darauf hingewiesen, dass sie aus dem Personennamen Gūdas hervorgegangen sein können oder
Straipsniai / Articles
109
Page 3
LAIMUTIS BILKIS
dem Ethnonym gūdas (Razmukaitė 1998: 48, 49, 52, 58, 65, 71; Mickienė 2001: 65; Smoczyński 2007: 208); 5) die Steinnamen Gūdas werden mit lit. gūdė ‚Wetzstein, Schleifstein‘, gudėti ‚mit einem Wetzstein schärfen‘ in Verbindung gebracht, während Hydronyme und Toponyme zusammen mit dem Ethnonym gūdas aus balt. guda- ‚klein, winzig; schlecht, gering; schlecht, nachlässig; unecht, schlecht; gewöhnlich, üblich; echt; wild, unkultiviert...‘, gud- ‚rein, echt‘ hergeleitet werden, wobei die Möglichkeit nicht ausgeschlossen wird, dass in einzelnen Fällen der etymologische Ansatz der Personenname Gūdas sein kann (Karaliūnas 2004: 165–183); 6) Namen unbewohnter Orte, darunter auch Hydronyme, werden als ethnonymisch oder anthroponymisch angesehen (Mickienė 2001: 34; Endzelytė 2005: 73, 84, 112, 114, 170; Sviderskienė 2006: 52; 2010: 119; Bartkutė 2008: 78; Kačinaitė 2009: 64, 85; Morkūnas 2009: 989); 7) unter der Annahme, dass litauische Ortsnamen mit gud unterschiedlicher Herkunft sein können, wird der größere Teil der Namen unbewohnter Orte vom Ethnonym gūdas ‚Belarusse (bisweilen Pole oder Russe); Mensch aus einem anderen Dialekt (die Žemaiten nennen die Oberlitauer, die Panevėžys-Dialektsprecher die Kupiškis-Dialektsprecher usw. gudai)‘ hergeleitet; hinzugefügt wird, dass die Bedeutung in ihrer Wurzel gud in den meisten Fällen unmittelbar mit diesem Ethnonym verbunden ist (‚zu einem gudas gehöriger Ort, von einem gudas bewohnter Ort‘ u. Ä.). Außerdem wird angenommen, dass die meisten Oikonyme wahrscheinlich aus dem Personennamen Gūdas hervorgegangen sind, wobei auch ihre Herkunft aus dem Ethnonym gūdas nicht ausgeschlossen wird; ferner wird die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass Ortsnamen in Südlitauen aus pr. gude ‚Buschland, Sträucher‘ hervorgegangen sind (LVŽ III 334–335).
Zu den hinsichtlich ihrer Herkunft (und Bildung) problematischsten Ortsnamen kann man die Toponyme Gūdas zählen. Wie aus der vorgelegten Übersicht hervorgeht, leitet Aleksandras Vanagas solche Fluss- und Steinnamen vom Ethnonym gūdas her; auch Renata Endzelytė betrachtet den Flussnamen aus der Region Pasvalys als ethnonymisch (2005: 73). Vytautas Mažiulis ist der Ansicht, dass der Flussname Gūdas aus balt. *guda- ‚(ge)beugt‘, ‚sich biegend‘ < balt. gud- ‚sich neigen‘ hervorgegangen ist; Simas Karaliūnas bringt die Steinnamen mit lit. gūdė ‚Wetzstein, Schleifstein‘, gudėti ‚mit einem Wetzstein schärfen‘ in Verbindung, während er die Namen anderer geografischer Objekte (Flüsse, Wald, Wiese, Weide, Gebüsch, Graben) aus balt. guda- ‚klein, winzig; schlecht, gering; schlecht, nachlässig; unecht, schlecht; gewöhnlich, üblich; echt; wild, unkultiviert...‘, gud- ‚rein, echt‘ herleitet. Das Toponym (Name eines Einhofs) Guds ist auch in der lettischen Toponymie belegt. Es wird aus lett. guds ‚belarussischer Flößer‘ hergeleitet (Endzelīns 1956: 336–337).
Ziel dieses Artikels ist es, durch die Sammlung möglichst umfangreicher linguistischer und extralinguistischer Daten die wahrscheinlichsten Hypothesen zur Herkunft und Motivation mehrerer Ortsnamen Gūdas vorzulegen1. Zu diesem Zweck sollen die Umstände der Aufzeichnung der Namen aus der gesprochenen Sprache überblickt, die Merkmale der bezeichneten Objekte analysiert werden
1 Der Artikel verfolgt nicht das Ziel, alle bereits bekannten Herkunftsversionen dieser Ortsnamen umfassend oder kritisch zu analysieren. Es soll lediglich festgestellt werden, welche Herkunftshypothese nach der Analyse der gesammelten Daten wahrscheinlicher ist. Mit anderen Worten: Es wird angenommen, dass es wichtiger ist, Fakten und Argumente vorzulegen, die die Aufstellung oder Bestätigung einer Hypothese ermöglichen, als andere veröffentlichte Herkunftserklärungen zu widerlegen.
110
Acta Linguistica Lithuanica LXXXVI
Page 4
Dėl kai kurių lietuvių vietovardžių Gūdas radimosi aplinkybių, kilmės ir motyvacijos
die bei der Aufzeichnung der Ortsnamen angegebenen Merkmale, ihre geografische Umgebung und die Möglichkeiten der Beziehungen zwischen Toponymen und Appellativa unter arealem (Verbreitungs-)Aspekt zu erörtern sowie die wahrscheinlichsten Motive für die Entstehung der Orts- bzw. Objektnamen Gūdas aufzustellen und zu begründen. In der Untersuchung werden nicht nur traditionelle, etablierte etymologische Methoden verwendet, etwa der Vergleich mit anderen litauischen und baltischen Onymen sowie litauischen Appellativa und die Anwendung semantischer Analogien; berücksichtigt werden auch die historischen sozialen Besonderheiten der Umgebung der untersuchten Ortsnamen, indem die vorhandenen Angaben zu den Toponymen und den von ihnen bezeichneten Objekten mit dem realen historischen Kontext in Einklang gebracht werden, der vermutlich das objektivste Kriterium für die Bestimmung der Herkunft von Ortsnamen darstellt.
Aus der gesprochenen Sprache sind 13 Ortsnamen Gūdas² belegt. Eine größere Gruppe wurde in der Umgebung von Pūmpėnai im Kreis Pasvalys aufgezeichnet: eine Senke, Gebüsch, eine Wiese im Dorf Kirkiliškis; ein Fluss (Bach, Rinnsal), der durch den Ort Krikliniai sowie die Dörfer Daličkai, Račiškiai und Gūstadalis fließt; eine Weide im Dorf Račiškiai; eine Furt im Dorf Ramonynė. Die übrigen einzeln so benannten Objekte liegen an verschiedenen Orten Litauens: zwei Steine im Nemunas, einer davon beim Kirchdorf Darsūniškis im Amtsbezirk Kruonis, der andere auf dem Gebiet des Gutes Dvareliškės im Amtsbezirk Aukštoji Panemunė im Kreis Kaunas; ein Stein im Dorf Seiliūnai in der Umgebung von Noragėliai im Kreis Lazdijai am Ufer des Baches Lydekinė; eine Grube im Dorf Sveriai in der Umgebung von Pajevonys im Kreis Vilkaviškis; ein Wald im Dorf Mieleikiai im Amtsbezirk Vyžuonos im Kreis Utena; ein Moor im Dorf Puodžiai im Amtsbezirk Varėna; ein Bach (Graben), der durch das Dorf Mediniai im Amtsbezirk Žemaitkiemis im Kreis Ukmergė fließt.
Die meisten Informationen über die Umstände der Entstehung der Ortsnamen, die Art der geografischen Objekte und ihren Standort wurden bei der Aufzeichnung der Namen der im Nemunas befindlichen Steine geliefert³. In dem 1935 ausgefüllten Fragebogen zum Flurnamenbestand des Gutes Dvareliškės im Amtsbezirk Aukštoji Panemunė⁴ heißt es, dass der Stein Gūdas im Nemunas an der Grenze zwischen Dorf und Gut Dvareliškės liegt⁵. Im Abschnitt „Anmerkungen“ wird erklärt: „Die gudai-Flößer mieden diesen Stein beim Flößen. Beim Vorbeifahren pflegte einer auf den Stein zu steigen, um die für die Flöße erforderliche Richtung anzuzeigen. Er musste auf Gudisch sprechen.“
² So viele solcher Namen wurden in der Kartei der aus der gesprochenen Sprache aufgezeichneten Ortsnamen gefunden (VK).
³ Steinnamen bilden eine spezifische Gruppe von Eigennamen, deren Zuordnung zu den Ortsnamen gewisse Zweifel hervorrufen kann. Andererseits sind Steine Naturgegenstände, die eine bestimmte Stelle an der Oberfläche des Reliefs einnehmen. Einige Onomastikforscher ordnen sie sogar den Oronymen zu; dabei wird davon ausgegangen, dass zu dieser Klasse nicht nur Bergnamen, sondern auch die Namen aller orografischen Objekte gehören (vgl. Agapkina, Berezovič, Surikova 2020). Im Artikel werden die Steinnamen angesichts seiner anders gelagerten, also nicht der terminologischen Erörterung gewidmeten Ziele a priori als Ortsnamen betrachtet.
⁴ Die Ortsnamen des Gutsgeländes wurden vom Lehrer der Grundschule Šilėnai, Juozas Vitkauskas, aufgenommen; als Gewährsmann wird der Einwohner von Šilėnai, Jurgis Dubosas, angegeben.
⁵ Heute befindet sich dieser Ort im Kaunaser Meer.
Straipsniai / Articles
111
Page 5
LAIMUTIS BILKIS
Daher ist auch der Name entstanden.“ Im Fragebogen von Darsūniškis6 sind die Angaben über den Stein und seinen Namen knapper: Es wird angegeben, dass der Stein im Nemunas liegt, 2 km unterhalb des Ortes; beim Befahren des Flusses stoßen die Flöße an ihn.
Wie aus den Beschreibungen hervorgeht, wird die Entstehung des Namens des einen Steins mit dem von gudai betriebenen Holzflößen auf dem Nemunas verbunden, die des anderen ebenfalls mit dem Holzflößen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die in den Fragebögen gegebenen Erklärungen zur Herkunft der Namen Volksetymologien sind; historische und ethnografische Daten lassen daran jedoch zweifeln. In den Untersuchungen zahlreicher Historiker und Ethnografen wird hervorgehoben, dass der Nemunas seit jeher einer der wichtigsten Handelswege des Großfürstentums Litauen war, auf dem neben anderen Waren Flöße nach Karaliaučius, ins Kurische Haff, nach Rusnė (von dort nach Klaipėda) und Tilsit getrieben wurden. Holzflöße kamen auch aus dem Gebiet des heutigen Belarus. So wird beispielsweise in einer Untersuchung zur Organisation des Handels von den im Oberlauf des Nemunas gelegenen Häfen der Familien Sapieha und Radziwiłł in den 1760er und 1770er Jahren festgestellt, dass 1770 aus den Besitzungen der Radziwiłł insgesamt 1 192 Stämme geflößt wurden (Sakalauskas, Poška 2020: 74). Das Flößen der Stämme erfolgte in zwei Etappen – zunächst von Naujasis Sveržanis7 bis Kaunas, anschließend von Kaunas bis Rusnė oder Karaliaučius. Beachtenswert ist, dass für die Strecke von Naujasis Sveržanis bis Kaunas mehr Arbeiter angeheuert wurden als für das Flößen von Kaunas bis Karaliaučius. Nach Ansicht der Autoren des Artikels wurden wegen der schwierigeren Naturbedingungen im ersten Abschnitt des Wasserwegs mehr Menschen beschäftigt – wegen des schmaleren Flussbetts und der stärkeren Mäander (ebd.). Man kann vermuten, dass ein weiterer Grund, weshalb für das Flößen aus dem Gebiet von Belarus bis Kaunas mehr Arbeitskräfte benötigt wurden, die häufig im Nemunas vorkommenden Stromschnellen, Stromschnellenstrecken und Steine waren. Dies wird auch durch die in der genannten Veröffentlichung angeführte historische Tatsache bestätigt: In Rumšiškės wurde ein Steuermann angeheuert, der dabei half, die Flöße über die Hindernisse im Nemunas, die Stromschnellen genannt wurden, zu bringen (ebd., 72). Dieses Gewerbe wurde auch später betrieben: 1825 wurden aus Litauen und Belarus auf dem Nemunas 2 500, 1900 hingegen 15 320 Flöße befördert (Pupienis 1989: 49).
Flöße wurden aus Belarus über Kaunas nach Karaliaučius bis zum Ersten Weltkrieg getrieben. Über das Flößen auf dem Nemunas und die Tätigkeit der gudai-Flößer schreibt der Hydrologe Steponas Kolupaila ausführlich in seiner Monografie Nemunas (Kolupaila 1950), nachdem er im Sommer 1932 selbst mit einem Boot den Nemunas von der Stadt Liubčia bis Gardinas befahren hatte. Seiner Ansicht nach ist der Abschnitt des Nemunas von Gardinas bis Kaunas reich an Stromschnellen, also an Stellen mit steinigem Flussbett und stärkerer Strömung; daher war es sehr schwierig, vom Oberlauf dieses Flusses Flöße zu treiben, und viele von ihnen zerbrachen. Aus diesem Grund nannten die Flößer, vor allem die gudai aus dem Oberlauf, die Stromschnellen an Unglück erinnernde
6 Die Ortsnamen wurden vom Lehrer der Grundschule Darsūniškis, Petras Puplešys, aufgenommen, der die Einwohner des Ortes Mikas Maculevičius, Adolfas Žukauskas und Jonas Zavistanavičius befragte.
7 Naujasis Sveržanis ist eine Siedlung in Belarus.
112
Acta Linguistica Lithuanica LXXXVI
Page 6
Dėl kai kurių lietuvių vietovardžių Gūdas radimosi aplinkybių, kilmės ir motyvacijos
Namen (ebd., 14). Der Begleiter des Wissenschaftlers auf seiner Reise war der gudische Flößer Ivanas Trubka, der nach Angaben des Verfassers der Monografie bis zum Ersten Weltkrieg mehrere Dutzend Mal Flöße von Liubčia oder Stolpcai bis Jurbarkas befördert hatte (S. 45–47). In der Monografie werden auch die nahe Kaunas gelegenen Stromschnellen des Nemunas beschrieben: Erwähnt wird die vermutlich gefährlichste Stromschnelle des Flusses Guoga, 4 km unterhalb von Darsūniškis (S. 164); außerdem wird hervorgehoben, dass sich im Abschnitt zwischen den Siedlungen Aštragas und Dvareliškis die von gudischen Flößern benannte Bičėnėtų rėva befindet, wo es sehr gefährlich ist, weil große Steine aus dem Grund ragen, an denen die Flöße zerschellen (S. 167–168). Beschrieben werden auch die unterhalb des Dorfes Gastilionys gelegene Bičių rėva sowie die steinigen Stellen Velnio Tiltas, Velnio Pirtis (S. 168), Žirgas (bei dem Dorf Jakštonys), Bajorė (bei dem Dorf Žiegždžiai) und Kamendulė (bei Pažaislis) (S. 174).
Informationen darüber, dass die gudai auf dem Nemunas Flöße beförderten, finden sich im Wörterbuch der litauischen Sprache. In seinem Artikel zu gudas wird als Belegsaz Gudai ant sielių plaukia Nemunais į Rusnę Prūsuose ‚Die gudai fahren auf Flößen über den Nemunas nach Rusnė in Preußen‘ angeführt, entnommen dem Litauisch-polnischen Wörterbuch von Antanas Juška (LKŽe). Einen unzweifelhaften Zusammenhang der gudai mit der Flößerei zeigen auch die lettischen Appellativa gūds, gudinis, gudinė ‚belarussischer Flößer‘ (LVV I 415, 675).
Wie ersichtlich, ist das im Fragebogen zum Flurnamenbestand des Gutes Dvareliškės angegebene Hauptmotiv für die Entstehung des Steinnamens (die gudai trieben Flöße) zweifellos wirklich und historisch belegt. Wirklich ist auch, dass es in der Umgebung dieser Siedlung im Nemunas Stromschnellen und große Steine gab. Darüber schrieb auch der polnische Archäologe und Ethnograf Zygmunt Gloger, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mehrfach den Nemunas von Gardinas bis Kaunas befuhr. Er nennt sogar sieben große Steine im Nemunas bei der Siedlung Dvareliškės, darunter den Stein Gūdas: Katilas (poln. Kocioł), Malakavičius (poln. Malachowicz), Malakavičiai (poln. Malachowicy), Velnio Tiltas (poln. Dyabelski most), Stiklinė (poln. Szklanka), Rusėnas oder Gudas (poln. Rusak, czyli Gudas), Kirda (poln. Kirda) (Gloger 1903: 73).
Reale historische Umstände sind das wichtigste, aber nicht das einzige Argument für die Annahme, dass die Namen der im Nemunas befindlichen Steine Gūdas etymologisch höchstwahrscheinlich mit dem Ethnonym gūdas verbunden sind. Diese Möglichkeit ist auch unter strukturellen und semantischen Gesichtspunkten überzeugend. Wie schon aus den angeführten Aussagen von Hydrologen, Historikern und Ethnografen hervorgeht, bereiteten die Steine und steinigen Stellen (Stromschnellen) im Nemunas den Flößern viele Schwierigkeiten und Unglücke und verursachten große Sorgen; daher haben die Namen dieser Objekte häufig negative kontextuelle Konnotationen, vgl. die Namen der Nemunas-Stromschnellen Kiaulė, Paršiukai, Avinas (steinige Stromschnelle mit plötzlich abfallender Strömung), Telyčia, Žirklės, Velnio Tiltas (Pupienis 1989: 55), Velnio Pirtis (Kolupaila 1950: 168;), den Steinnamen Katilas (Gloger 1903: 73). Pejorative Bedeutungen können auch einige Namen von Steinen in anderen litauischen Flüssen haben, vgl. die Steinnamen der Neris Velniamindis, Velnio Tiltas, Bulius, Avinas (Vaitkevičius 2013: 47, 48, 51, 96–97), Karstas (Vaitkevičius 2014: 13), den Steinnamen des Flusses Šventoji Grišką (höchstwahrscheinlich aus lit. griška ‚Teufel‘) (LVŽ III 306), den Namen eines Steins am Fluss Jūra – Judōšiaus stovyklą oder Velnio
Straipsniai / Articles
113
Page 7
LAIMUTIS BILKIS
rāgas (LVŽ IV 195). Somit kann die Motivation der aus dem Ethnonym hervorgegangenen Steinnamen Gūdas ‚schlechter, böser, untauglicher Stein‘ sein. Andererseits sind die Motive für die Entstehung dieser Namen möglicherweise memorialer Art und beruhen auf den Tatsachen, dass gudai an diesen Steinen vorbei Flöße trieben, ein gudas auf den Stein stieg und auf Gudisch rief usw. Ortsnamen mit einer solchen Bedeutung sind in der litauischen Toponymie belegt, vgl. Ūbago brastà (eine Furt, an der ein Bettler angetroffen wurde), Birutės kalnas (Savukynas 1963: 239), Dieduko raistas, Puodžiaus plỹnė (Sviderskienė 2017: 90). Unter dem Gesichtspunkt der Struktur wären die aus dem Ethnonym hervorgegangenen Steinnamen Gūdas Bildungen, die ohne formale Bildungselemente aus dem Singular des Grundworts entstanden sind. Eine solche Bildungsweise ist für Steinnamen sehr charakteristisch. Auf diese Weise sind auch viele der bereits semantisch behandelten Steinnamen des Nemunas gebildet: Avinas, Katilas, Kiaulė, Telvčia u. a. Hervorzuheben ist außerdem, dass zahlreiche litauische Steinnamen nicht sehr alt sind und ihr Alter keinesfalls bis in die baltische Ursprache oder noch frühere Zeiten zurückreicht, vgl. die Steinnamen Čebatėlis, Dievo Altorius, Dievo Blūdas, Dievo Krėslas, Dūšių Staliūkai, Fabrikantai (ein Stein im Nemunas bei Rumšiškės!), Fėrmos akmuo, Geležinė Boba (LVŽ II 35, 265, 266, 417, 508; III 130), die (oder deren eines Glied) aus Lehnwörtern hervorgegangen sind, ferner die anthroponymischen Onyms Daujōčio Gryčėlė, Fıdrikų akmuo, Gągilo kūlis, Grigo akmuo, Grigōliaus akmuo, Grigučio akmuo, Ivoškiaus akmenys, Jánkų Bánkas, Jōnas, Juōzapas (LVŽ II 156, 513; III 8, 289, 292, 293; IV 88, 114, 173, 248), zusammengesetzte Namen, die aus anderen Ortsnamen hervorgegangen sind: Gervinių akmuõ (aus dem Moornamen Gervinės), Gri̇̀kiškio akmenas, Gri̇̀kiškio akmuõ (aus dem Namen der Senke, des Berges und des Feldes Gri̇̀kiškis) (LVŽ III 160, 296) u. a. Daher ist auch eine relativ späte Entstehung der Steinnamen Gūdas nicht ausgeschlossen.
Die ethnonymische Herkunft der Namen Gūdas wird indirekt auch durch eine weitere toponymische Analogie bezeugt. Im Flurnamenfragebogen des Dorfes Darželiai im Amtsbezirk Liñkmenys aus der Zwischenkriegszeit ist der Wiesenname Gudãakmenis aufgezeichnet. Die Bedeutung dieses Flurnamens ist offenbar ‚Wiese, auf der sich ein (oder ein ehemaliger) Stein *Gudãakmenis befindet‘. Sein Stamm guda- kann aus gūdas hervorgegangen sein und lässt sich phonetisch nicht aus gudė ‚Wetzstein, Schleifstein‘ oder gudėti ‚mit einem Wetzstein schärfen‘ herleiten. Dass die Steinnamen eher aus dem Ethnonym gūdas als aus lit. gudė oder gudėti hervorgegangen sind, lässt auch der areale Aspekt der Analyse der Ortsnamen und Appellativa vermuten. Denn Onyms und Appellativa sind in Gebieten verschiedener Dialekte verbreitet: Die Steinnamen liegen im Gebiet der westlichen Oberlitauer (Kaunaser Dialekt) und der Südlitauer, die Gattungswörter dagegen in Žemaitija und im Gebiet von Klaipėda (vgl. Abb. 1).
Der Fairness halber muss betont werden, dass eine semantische Verbindung der Steinnamen mit Wörtern aus dem Bedeutungsbereich ‚schärfen‘ möglich ist⁸. Dies wird auch durch den aus der gesprochenen Sprache aufgezeichneten Steinnamen Galąstuvas⁹ ← lit. galąstuvas ‚Vorrichtung zum Schärfen, Wetzstein,
⁸ Vgl. die Aussage „ein geglättetes Stück Stein oder Fels, das zum Schärfen verwendet wird, ist ein Wetzstein“ (Karaliūnas 2004: 172).
⁹ Der Name wurde 1986 im Dorf Ketūnakiai, Amtsbezirk Žlibinai, Kreis Plungė, aufgezeichnet.
114
Acta Linguistica Lithuanica LXXXVI
Page 8
Dėl kai kurių lietuvių vietovardžių Gūdas radimosi aplinkybių, kilmės ir motyvacijos
ABB. 1. Verbreitung der Steinnamen Gūdas und der litauischen Wörter gūdė, gudėti (erstellt unter Verwendung von „Google“-Karten).
▼ Gūdas ● gūdė ★ gudėti
Wetzstein, pustaš’ (LVŽ III 47). Die bereits erörterten Tatsachen lassen jedoch daran zweifeln, dass die Steinnamen Gūdas eine solche Bedeutung (und Herkunft) haben.
Den Zusammenhang des in südlitauischem Dialektgebiet belegten Steinnamens Gūdas mit dem Ethnonym gūdas zu begründen ist freilich schwieriger, da Angaben zum Standort, zur Funktion und zu anderen Umständen dieses Objekts fehlen. Wie erwähnt, ist vom Aufzeichner lediglich angegeben, dass der Stein am Ufer des Baches Lydekinė liegt. In diesem Fall sollte man sich vor allem auf den arealen Aspekt stützen – die Namen und Appellativa gūdė, gudėti sind in Gebieten verschiedener Dialekte verbreitet.
Bei der Klärung der möglichen Herkunft der Flussnamen Gūdas ist auch die mit ihrer Aufzeichnung aus der gesprochenen Sprache verbundene Information gesondert zu erörtern. Wie erwähnt, sind zwei Potamonyme belegt: ein in der Umgebung von Pumpėnai fließender Fluss (Bach, Rinnsal)10 und
10 Der Name wurde 1935 im Flurnamenfragebogen des Dorfes Gustadalis, 1938 im Fragebogen des Dorfes Dalickai sowie 1983 im Dorf Gustadalis aufgezeichnet. Das bezeichnete Objekt wird als 3–4 m breiter Bach beschrieben, der nur nach starken Regenfällen, im Herbst und im Frühjahr fließt und im Sommer austrocknet.
Straipsniai / Articles
115
Page 9
LAIMUTIS BILKIS
ABB. 2. Ortsnamen mit Gud– in der Umgebung von Pumpėnai (erstellt unter Verwendung von „Google“-Karten). ✦ Gūstadalis (Gūdstadalis), Dorf ◈ Gūdas, Fluss ● Gūdas, Weide ★ Gūdas, Furt ▼ Gūdas, Senke, Gebüsch, Wiese
Ein Bach im Gebiet des Dorfes Mediniai im Amtsbezirk Žemaitkiemis, der im Flurnamenfragebogen von 1935 als Graben bezeichnet wird¹¹.
Es ist zu beachten, dass der Fluss Gūdas aus der Umgebung von Pumpėnai durch das Dorf Gustadalis fließt und auf dessen Gebiet in die Pyvesa mündet. Die offizielle Form des Dorfnamen Gūstadalis ist wahrscheinlich sekundär und aus der ursprünglichen Form Gūd–stadalis¹² entstanden, die sich aus dem Ethnonym gūdas oder dem Personennamen Gūdas¹³ sowie lit. stadalà, stadãlė ‚Einfahrtshaus mit einem Unterstand zum Aufstellen der Pferde; Unterstand zum Aufstellen der Pferde bei einem Einfahrtshaus im Gehöft–
¹¹ Im Fragebogen wird angegeben, dass der Graben (Wasserlauf) 0,25 km lang, mit steilen Hängen und tief ist. ¹² In der Spalte „Name in der Aussprache der Ortsbevölkerung“ des 1935 von dem Lehrer der Grundschule Rimkūnai, Antanas Sokas, zusammengestellten Flurnamenfragebogens des Dorfes Gustadalis ist der Dorfname Gūdstadalis aufgezeichnet, in der Spalte „Name in der Schriftsprache“ dagegen Gūstadalis. ¹³ Pvd. Gūdas ist auch im Amtsbezirk Pumpėnai belegt – vgl. LPDB.
116
Acta Linguistica Lithuanica LXXXVI
Page 10
Dėl kai kurių lietuvių vietovardžių Gūdas radimosi aplinkybių, kilmės ir motyvacijos
bei der Schenke’. Ein solcher Formenwechsel lässt sich durch den Ausfall des stimmhaft gewordenen d erklären: Gūd-stadalis ‘eine dem Menschen gotischer Volkszugehörigkeit oder dem Menschen mit dem Familiennamen Gudas gehörende Herberge, ein Unterstand’ → Gūt-stadalis → Gūstadalis¹⁴. Somit fließt der Fluss Gūdas durch ein Dorf, dessen Name direkt oder indirekt (über den Personennamen Gūdas) mit dem Ethnonym gūdas verbunden ist. Unter der Annahme, dass die Ortsnamen ein und desselben toponymischen Mikrosystems kaum unterschiedlicher Herkunft sein könnten, dürfte auch dieser Flussname vom Ethnonym und nicht vom Baltischen *guda- ‘(sich) neigend’, ‘sich biegend’ < Baltisch gud- ‘sich neigen’ abstammen. Die Motivation ist in diesem Fall mit Zugehörigkeitsverhältnissen (‘durch die Felder eines Gudas fließend, einem Gudas gehörend’) oder mit einer pejorativen Bewertung des Denotats (‘ein kleiner, nicht immer wasserführender, im Sommer austrocknender Fluss’) verbunden. Zu diesem Mikrosystem gehören außerdem die im selben lokalen Gebiet (in benachbarten, aneinandergrenzenden Dörfern) aufgezeichneten Namen einer Sumpfstelle, einer Furt (über den Fluss Svalia), einer Weide, eines Gebüschs und einer Wiese Gūdas (siehe Abb. 2), die offenbar ebenfalls gleichen Ursprungs, d. h. ethnonymischer Herkunft, sind.
Ein weiteres Potamonym wurde, wie erwähnt, in der Zwischenkriegszeit in der Ortsnamen-Fragebogenkartei des Dorfes Medinai im Amtsbezirk Žemaitkiemis aufgezeichnet¹⁵. Bei der Analyse seiner Herkunft könnte der Kontext der übrigen Toponyme dieses Dorfes von Bedeutung sein. Im selben Fragebogen ist neben dem Namen des Grabens (Ravins) Gūdas auch der Name des langsam fließenden, im Sommer austrocknenden Bachs Mozūras (dial. Mazūras) angegeben. Er stammt zweifellos vom Ethnonym mozūras ‘Angehöriger der ethnischen Gruppe der Masuren’, vgl. mozūrai ‘eine große ethnische Gruppe der Polen, die im Nordwesten Polens lebt und einen eigenen polnischen Dialekt spricht’ (siehe auch Vanagas 1981: 220). Somit ist eine semantische Parallele desselben Mikrosystems (des Gebiets desselben Dorfes) festzustellen: die ethnonymischer Herkunft stammenden Potamonyme Gūdas und Mozūras. Die Motive für das Aufkommen des Grabennamens Gūdas haben wahrscheinlich einen pejorativen Beiklang: Wie im Fragebogen angegeben, ist der bezeichnete Graben tief und hat steile Hänge; er kann daher als ‘gefährlich, untauglich, schlecht, böse’ bezeichnet werden. Zur semantischen Parallele von Gūdas und Mozūras ist hinzuzufügen, dass in der litauischen Toponymie noch ein weiterer litauischer Gewässername Mozūras belegt ist – der Name eines Grabens im Amtsbezirk Raudondvaris. Außerdem werden eine Anhöhe im Amtsbezirk Sasnava sowie ein Acker und eine Wiese im Amtsbezirk Alsėdžiai Mozūras genannt (VK). Diese Tatsachen bestätigen unter anderem erneut die Aussage, dass litauische Ortsnamen aus der Singularform von Ethnonymen gebildet werden können, ohne zusätzliche formale Wortbildungselemente anzunehmen.
¹⁴ Zu einer anderen Erklärung der Herkunft (vom Personennamen Gūstas und litauisch dalis) siehe Endzeltytė 2005: 62.
¹⁵ Aufgezeichnet von der Lehrerin der Grundschule Žemaitkiemis, Kostė Banelytė, die den Bewohner des Dorfes Medinai, Vladas Terėka, befragte.
Straipsniai / Articles
117
Page 11
LAIMUTIS BILKIS
SCHLUSSFOLGERUNGEN
1. Die aus der gesprochenen litauischen Sprache aufgezeichneten Ortsnamen Gūdas sind verschiedenen toponymischen Klassen (Subklassen) zuzuordnen – den Hydronymen (Namen von Bächen, Gräben und Furten), Helonymen (Namen von Sumpfstellen und Mooren), Agronymen (Namen von Weiden und Wiesen) und Drimonymen (Namen von Wäldern und Gebüschen); außerdem werden mit diesem Onym Steine und eine niedrig gelegene Geländeform (eine Grube) bezeichnet. Diese Vielfalt der bezeichneten Objekte lässt auf eine möglicherweise unterschiedliche Motivation dieser Toponyme und auf verschiedene Hypothesen zu ihrer Herkunft schließen, die sich in den bisherigen Arbeiten der Toponymieforscher widerspiegeln. Bei der Klärung, welche Herkunft der Ortsnamen Gūdas am wahrscheinlichsten ist, müssen alle bekannten linguistischen und extralinguistischen Umstände ihrer Aufzeichnung und ihres Funktionierens berücksichtigt werden.
2. Auf Grundlage der in den Primärquellen der Erfassung enthaltenen Informationen über die bezeichneten Objekte und ihre Namen (die Motivation der Namen), deren Realität durch historische und ethnografische Daten bestätigt wird, lässt sich mit hinreichender Sicherheit behaupten, dass die Namen der im Nemunas gelegenen Steine Gūdas ethnonymischer Herkunft sind, d. h. vom litauischen gūdas ‘Weißrusse (manchmal Pole oder Russe); ein Sprecher eines anderen Dialekts’ abstammen. Die motivationale Verbindung der Namen mit dem Ethnonym kann sowohl direkt sein und auf memorialen Motiven beruhen als auch sekundär, bedingt durch die Transformation der Bedeutung des Ethnonyms in Toponymen, die mit dem Aufkommen eines pejorativen Beiklangs verbunden ist (‘ein schlechter, untauglicher, ungeeigneter Stein’). Diese Herkunftsvariante wird auch durch den Ortsnamen Gūdā-akmenis gestützt, dessen Stamm guda nur aus gūdas stammen kann und phonetisch nicht von gūdė ‘Streichriemen, Wetzstein’ oder gudėti ‘mit einem Wetzstein schärfen’ abgeleitet werden kann; auch eine semantische Analogie fehlt. Die Möglichkeit einer Herleitung von gūdė, gudėti wird auch durch die Ergebnisse der arealen Untersuchung geschwächt: Diese Appellativa und die Steinnamen sind in Gebieten verschiedener Dialekte verbreitet.
3. Der Flussname aus der Umgebung von Pumpėnai Gūdas stammt wahrscheinlich ebenfalls vom litauischen Ethnonym gūdas. Diese Aussage wird durch den Kontext der Ortsnamen an seinem Standort gestützt, die möglicherweise gleichen Ursprungs sind. Das toponymische Mikrosystem besteht aus Ortsnamen verschiedener Klassen; einige von ihnen, etwa der Name des Dorfes, durch das der Gudas fließt, Gūstadalis ← Gūd-stadalis, können offensichtlich nicht vom Baltischen *guda- ‘(sich) neigend, ‘sich biegend’ < Baltisch gud- ‘sich neigen’ abgeleitet werden.
4. Die These von der ethnonymischen Herkunft des Potamonyms des Amtsbezirks Žemaitkiemis Gūdas lässt sich vor allem durch die semantische Parallele innerhalb desselben toponymischen Feldes begründen: Der Bachname Mozūras im selben Dorf ist zweifellos vom Ethnonym mozūras ‘Angehöriger der ethnischen Gruppe der Masuren’ abzuleiten; somit ist eine semantische Korrelation der Gewässernamen Gūdas und Mozūras festzustellen. Die Motivation des Grabennamens Gūdas ist wahrscheinlich mit einer negativen Bewertung des Denotats verbunden – der Graben ist tief und hat steile Hänge, daher ist er ‘gefährlich, untauglich, schlecht, böse’.
5. Der Ableitung der Ortsnamen Gūdas aus der Singular-Nominativform des Ethnonyms gūdas widersprechen auch die Bildung
118
Acta Linguistica Lithuanica LXXXVI
Page 12
Dėl kai kurių lietuvių vietovardžių Gūdas radimosi aplinkybių, kilmės ir motyvacijos
analoge Beispiele anderer Toponyme ethnonymischer und anderer Herkunft nicht, vgl. Možūras, ein Graben im Amtsbezirk R a u d o n d v a r i s, eine Anhöhe im Amtsbezirk Sasnava, ein Acker und eine Wiese im Amtsbezirk Alsėdžiai, Katilas, Sitklinė, Steine im Nemunas, Avinas, Bulius, Steine in der Neris usw.
Agapkina Tatiana A., Berezovich Elena L., Surikova Olesia D. 2020: Агапкина, Татьяна А., Березович, Елена Л., Сурикова, Олеся Д. Имена камней в заговорах восточных славян [Imena kamnei v zagovorakh vostochnykh slavian], Moskau: РАН [Moskau: RAN].
Bartkutė Nerija 2008: Joniškio rajono teritorijos toponimija: daryba ir raidos polinkiai: Dissertation, Šiauliai: Vytautas-Magnus-Universität, Universität Šiauliai.
Endzelīns Jānis 1956: Latvijas PSR vietvārdi 1(1), Rīga: Verlag der Akademie der Wissenschaften der Lettischen SSR.
Endzelytė Renata 2005: Šiaurės vidurio Lietuvos vietovardžiai: Dissertation, Kaunas: Vytautas-Magnus-Universität.
Gloger Zygmunt 1903: Dolinami rzek. Opisy podróży wzdłuż Niemna, Wisłu, Bugu i Biebrzy, Warschau: Verlag von Ferdynand Hosick.
Kačinaitė Dalia 2009: Priesaginės darybos lietuvių oronimai: Dissertation, Vilnius–Kaunas: Institut für litauische Sprache, Vytautas-Magnus-Universität.
Karaliūnas Simas 2004: Baltų praeitis istoriniuose šaltiniuose 1, Vilnius: Institut für litauische Sprache.
Kolupaila Steponas 1950: Nemunas, Chicago: Verlag der Gesellschaft der litauischen katholischen Presse.
LKŽe — Lietuvių kalbos žodynas 1–20 (1941–2002), Redaktionskollegium G. Naktinienė, J. Paulauskas, R. Petrokienė, V. Vitkauskas, J. Zabarskaitė, Chefredakteurin G. Naktinienė, elektronische Fassung, Vilnius: Institut für litauische Sprache, 2008 (aktualisierte Fassung, 2017). Online verfügbar: https://ekalba.lt/lietuviu-kalbos-zodynas.
Straipsniai / Articles
119
Page 13
LAIMUTIS BILKIS
LPDB – Lietuvių pavardžių duomenų bazė. Online verfügbar: https://ekalba.lt/pavardziu-duomenu-baze/.
LVŽ II – Lietuvos vietovardžių žodynas 2, Verf. L. Bilkis, G. Blažienė, M. Norkaitienė, M. Razmukaitė, A. Ragauskaitė, D. Sviderskienė, verantwortlicher Hrsg. L. Bilkis, Vilnius: Institut für litauische Sprache, 2014.
LVŽ III – Lietuvos vietovardžių žodynas 3, Verf. V. Adamonytė, L. Bilkis, G. Blažienė, D. Kačīnaitė-Vrubliauskienė, M. Norkaitienė, M. Razmukaitė, A. Ragauskaitė, D. Sviderskienė, verantwortlicher Hrsg. L. Bilkis, Vilnius: Institut für litauische Sprache, 2018.
LVŽ IV – Lietuvos vietovardžių žodynas 4, Verf. L. Bilkis, G. Blažienė, A. Ragauskaitė, D. Sviderskienė, verantwortlicher Hrsg. L. Bilkis, Vilnius: Institut für litauische Sprache, 2021.
Mažiulis Vytautas 1988: Prūsų kalbos etimologijos žodynas 1, Vilnius: Mokslas.
Mažiulis Vytautas 1996: Prūsų kalbos etimologijos žodynas 3, Vilnius: Verlag für Wissenschaft und Enzyklopädien.
ME I – Mīlenbahs Kārlis. Latviešu valodas vārdnīca. Rediģējis, papildinājis, turpinājis J. Endzelīns 1, Rīga: Herausgegeben vom Bildungsministerium, 1923–1925.
Mickienė Ilona 2001: Telšių rajono toponimų daryba: Dissertation, Kaunas: Vytautas-Magnus-Universität.
Morkūnas Kazys 2009: Die Sprache des Landes von Gelvonai. – Gelvonai, Vilnius: Versmė, 980–1016.
Pupienis Antanas 1989: Flöße fuhren auf den Flüssen. – Kraštotyra 23, 49–58.
Razmukaitė Marija 1998: Lietuvos priesaginiai oikonimai: Dissertation, Vilnius: Institut für litauische Sprache, Vytautas-Magnus-Universität.
Sakalauskas Darius, Poška Aivaras 2020: Die Organisation des Handels auf dem Nemunas aus den flussaufwärts gelegenen Häfen der Sapieha und Radziwiłł im siebten und achten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts. – Lietuvos istorijos studijos 45, 61–78.
Savukynas Bronys 1963: Litauische Ortsnamen im Genitiv. – Lietuvių kalbotyros klausimai 6, 235–246.
Savukynas Bronys 1966: Namen von Seen. – Lietuvių kalbotyros klausimai 8, 183–194.
Smoczyński Wojciech 2007: Słownik etymologiczny języka litewskiego, Wilna: Universität Vilnius, Philologische Fakultät.
Sviderskienė Dalia 2006: Zusammengesetzte Oronyme des Bezirks Marijampolė. – Lituanistica 4(68), 47–59.
Sviderskienė Dalia 2010: Merkmale der Bildung von Agronymen des Bezirks Marijampolė mit Personennamen als Herkunft. – Acta Linguistica Lithuanica 62–63, 97–127.
120
Acta Linguistica Lithuanica LXXXVI
Page 14
Dėl kai kurių lietuvių vietovardžių Gūdas radimosi aplinkybių, kilmės ir motyvacijos
Sviderskienė Dalia 2017: Die Motivation zusammengesetzter Helonyme des Bezirks Marijampolė. – Acta Linguistica Lituanica 77, 78–102.
Vaitkevičius Vykintas 2013: Nerìs. 2007 metų ekspedicija 3, Vilnius: Mintis.
Vaitkevičius Vykintas 2014: Nerìs. 2007 metų ekspedicija 4, Vilnius: Mintis.
Vanagas Aleksandras 1981: Lietuvių hidronimų etimologinis žodynas, Vilnius: Mokslas.
VK – Abėcėlinė vietovardžių, surinktų iš gyvosios kalbos, kartoteka. Aufbewahrt im Zentrum für die Erforschung der baltischen Sprachen und des Namensbestands des Instituts für litauische Sprache.
Zu den Umständen des Aufkommens, der Herkunft und der Motivation bestimmter litauischer Toponyme Gùdas
ZUSAMMENFASSUNG
Die Toponyme Gùdas können hinsichtlich ihrer Herkunft (und Wortbildung) als einige der problematischsten litauischen Toponyme mit der Wurzel gud gelten. Aleksandras Vanagas führt solche Fluss- und Steinnamen auf das Ethnonym gùdas zurück; Vytautas Mažiulis vertritt die Auffassung, dass der Flussname Gùdas vom Baltischen *guda- ‘gebogen’, ‘sich biegend’ < Baltisch gud- ‘sich biegen’ abstammt; Simas Karaliūnas führt die Steinnamen auf litauisch gudė ‘Streichriemen, Wetzstein’, gudėti ‘mit einem Wetzstein schärfen’ zurück und verbindet die Namen anderer geografischer Objekte mit Baltisch guda- ‘winzig, klein; einfach, arm; knapp, nachlässig; unwirklich, schlicht; gewöhnlich, üblich, wirklich; wild, unkultiviert...’, gud- ‘rein, wirklich’.
Die meisten Informationen über die Umstände des Aufkommens dieser Toponyme, die Art der durch sie bezeichneten geografischen Objekte und deren Lage finden sich in den Aufzeichnungen der Namen von Steinen im Fluss Nemunas. Der Ortsnamen-Fragebogen aus dem Jahr 1935 besagt, dass der Stein Gùdas im Fluss Nemunas bei Kaunas an der Grenze zwischen Dorf und Gut Dvareliškės liegt. Im Abschnitt „Bemerkungen“ findet sich folgende Notiz: „Beim Flößen von Holz auf dem Fluss versuchten die Flößer, ihrer Abstammung nach gudai, diesen Stein zu meiden. Wenn sie sich dem Stein näherten, schickten sie einen Flößer hinauf, der sich auf den Stein stellte und die richtige Richtung zeigte. Er pflegte in der gudų Sprache zu rufen. Deshalb erhielt der Stein einen solchen Namen.“ Der Fragebogen von Darsūniškis enthält weniger Angaben über den Stein und seinen Namen: Es wird angegeben, dass der Stein im Fluss Nemunas, 2 km unterhalb der Stadt, liegt; beim Flößen von Holz stießen die Flöße gewöhnlich an den Stein. Die meisten Historiker und Ethnografen heben in ihren Untersuchungen hervor, dass der Fluss Nemunas seit alter Zeit eine der wichtigsten Handelsrouten des Großfürstentums Litauen war, auf der neben anderen Waren auch Holz nach Königsberg, dem
Straipsniai / Articles
121
Page 15
LAIMUTIS BILKIS
zur Kurischen Nehrung, nach Rusnė und Tilsit transportiert wurde. Holzstämme wurden auch aus dem Gebiet des heutigen Belarus transportiert. Der Abschnitt des Flusses Nemunas von Grodno bis Kaunas ist voller Stromschnellen, d. h. Stellen, an denen das Flussbett mit Steinen übersät ist und das Wasser schnell fließt, wodurch das Flößen von Flößen aus den oberen Flussabschnitten sehr erschwert wird; nicht wenige Flöße zerbrachen. Aus diesem Grund pflegten Flößer, gewöhnlich gudai aus den oberen Flussabschnitten, die Stromschnellen mit Unglück verheißenden Namen zu benennen. Daher ist das im Ortsnamen-Fragebogen zum Gut Dvareliškės angegebene zentrale Motiv für das Aufkommen des Steinnamens (Holzflößen durch gudai) zweifellos wahr und historisch belegt. Die Motivation der vom Ethnonym Gūdas abgeleiteten Steinnamen könnte ‘ein schlechter, untauglicher, unnützer Stein’ sein. Andererseits können die Motive für das Aufkommen solcher Namen memorialer Natur sein und durch die Tatsache gestützt werden, dass gudai Holzflöße an diesen Steinen vorbeizuflößen pflegten.
Der Fluss aus der Umgebung von Pumpėnai, Gūdas, fließt durch das Dorf Gustadalis und mündet in dessen Gebiet in den Fluss Pyvesa. Die amtliche Form des Dorfnamens Gūstadalis ist höchstwahrscheinlich sekundär und entstand, nachdem der stimmlose Konsonant d aus der ursprünglichen Form Gūd-stadalis ausgefallen war, die sich aus dem Ethnonym gūdas oder dem Personennamen Gūdas und litauisch stadalà, stadalė ‘eine Schenke mit einem Unterstand für Pferde; ein Unterstand für Pferde im Hof einer Schenke’ zusammensetzt. Somit fließt der Fluss Gūdas durch ein Dorf, dessen Name direkt oder indirekt (über den Personennamen Gūdas) mit dem Ethnonym gūdas verbunden werden kann. Da die Toponyme desselben toponymischen Mikrosystems kaum unterschiedlicher Herkunft sein dürften, ist der Flussname höchstwahrscheinlich auf das Ethnonym und nicht auf Baltisch *guda- ‘gebogen’, ‘sich biegend’ < Baltisch gud- ‘sich biegen’ zurückzuführen. Die Motivation ist in diesem Fall mit einem Zugehörigkeitsverhältnis verbunden (‘durch die Felder des gudas fließend; dem gudas gehörend’) oder mit der pejorativen Bewertung des Denotats (‘ein kleiner Fluss, der nicht ständig fließt und im Sommer austrocknet’).
Bei der Analyse des Grabennamens Gūdas im Dorf Medinai, Amtsbezirk Žemaitkiemis, könnte der Kontext der übrigen Toponyme des Dorfes eine wichtige Rolle spielen. Neben dem Grabennamen Gūdas ist im selben Fragebogen der Name des langsam fließenden, im Sommer austrocknenden Bachs Možūras angegeben. Er stammt zweifellos vom Ethnonym možūras ‘eine Person der ethnischen Gruppe der Masuren’, vgl. možūrai ‘eine große ethnische polnische Gruppe im Nordwesten Polens, die einen eigenen polnischen Dialekt spricht’. Somit lässt sich eine semantische Parallele desselben Mikrosystems feststellen: die ethnonymischen Potamonyme Gūdas und Možūras. Die Motive für das Aufkommen des Grabennamens Gūdas haben höchstwahrscheinlich einen pejorativen Beiklang: Wie im Fragebogen angegeben, ist der bezeichnete Graben tief und hat steile Hänge und kann daher als ‘gefährlich, untauglich, schlecht, böse’ betrachtet werden.
Eingereicht am 26. April 2022.
LAIMUTIS BILKIS
Institut für litauische Sprache
Petro-Vileišio-Straße 5, LT–10308 Vilnius, Litauen