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Addenda etymologica zu den „Anmerkungen zu einigen mit An- beginnenden litauischen Gewässernamen und ihren außerbaltischen Verwandten“

Abstract

In einem früheren Artikel wurde die „Gewässerwurzel uridg. *en-/*on-“ als Fiktion verworfen. Folglich wurden Gewässernamen wie lit. Anatà, Anýkštė tentativ auf Grundlage der Wurzel uridg. *h2en- ‘Wasser schöpfen’ erklärt. Diese ist aber zunächst im Anatolischen nachweisbar, die Belege für Fortsetzer der Wurzel auch in der westlichen Indogermania sind rar, teils zweifelhaft. Im Beitrag wird nun ein weiterer potentieller Fortsetzer dieser Wurzel im Westindogermanischen, hier im Germanischen, vorgestellt, wodurch die Annahme, dass den o.a. litauischen Gewässernamen eben die Wurzel uridg. *h2en- zugrunde liegt, gestärkt wird.

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Addenda etymologica zu den „Anmerkungen zu einigen mit An- beginnenden litauischen Gewässernamen und ihren außerbaltischen Verwandten“

Author: Harald Bichlmeier
Year: 2024
DOI: 10.35321/all91-03
Source: https://journals.lki.lt/actalinguisticalithuanica/article/download/2376/2424
66 Ac a Linguis ica Li huanica XCI
HARALD BICHLMEIER
Sächsische Akademie de Wissenscha en zu Leipzig
Ma in-Lu he -Uni e si ä Halle-Wi enbe g
ORCID id: o cid.o g/0000-0003-0001-1677
Resea ch ields: onomas ics ( oponymy), his o ical phonology
o he Ge manic languages, Indo-Eu opean linguis ics,
Aljamiado- ex s.
DOI: doi.o g/10.35321/all91-03
ADDENDA ETYMOLOGICA
ZU DEN „ANMERKUNGEN
ZU EINIGEN MIT AN-
BEGINNENDEN LITAUISCHEN
GEWÄSSERNAMEN UND
IHREN AUSSERBALTISCHEN
VERWANDTEN“
E imologiniai s aipsnio „Pas abos dėl kelių
lie u ių anden a džių, p asidedančių An-, i
jų nebal iškos kilmės giminaičių“ papildymai
ANNOTATION
In einem ühe en A ikel wu de die „Gewässe wu zel u idg. *en-/*on-“ als Fik ion
e wo en. Folglich wu den Gewässe namen wie li . Ana à, Anýkš ė en a i au G undlage
de Wu zel u idg. *h2en- ‘Wasse schöp en’ e klä . Diese is abe zunächs im Ana olischen
nachweisba , die Belege ü Fo se ze de Wu zel auch in de wes lichen Indoge mania sind
a , eils zwei elha . Im Bei ag wi d nun ein wei e e po en ielle Fo se ze diese Wu zel
im Wes indoge manischen, hie im Ge manischen, o ges ell , wodu ch die Annahme, dass
den o.a. li auischen Gewässe namen eben die Wu zel u idg. *h2en- zug unde lieg , ges ä k
wi d.
SCHLÜSSELWÖRTER: Bal ische Hyd onymie, kel ische Hyd onymie, ‘al eu opäische’
Hyd onymie, Phono ak ik.
S aipsniai / A icles 67
Addenda e ymologica zu den „Anme kungen zu einigen
mi An- beginnenden li auischen Gewässe namen und ih en
auße bal ischen Ve wand en“
ANNOTATION
An ea lie a icle made i clea ha he “hyd onymic oo PIE *en-/*on-” is a phan asm.
Because o his, hyd onyms such as Li h. Ana à and Anýkš ė we e explained en a i ely
based on he oo PIE *h2en- ‘ o haul (wa e )’. This oo , howe e , is p ima ily con inued
in Ana olian, while a es a ions o he con inua ion o his oo in Wes e n IE languages
a e a e, pa ially e en dubious. The a icle o e s ano he o m, po en ially con inuing his
oo in Wes e n IE, p ecisely in Ge manic. Thus, he assump ion ha he abo e-men ioned
Li huanian hyd onyms also con ain he oo PIE *h2en- is suppo ed indi ec ly.
KEYWORDS: Bal ic hyd onymy, Cel ic hyd onymy, ‘Old Eu opean’ hyd onymy,
phono ac ics.
1. In eine Reihe ühe e A ikel, besonde s abe in den „Anme kungen
zu einigen mi An- beginnenden li auischen Gewässe namen und ih en
auße bal ischen Ve wand en“ (in Ac a Linguis ica Li huanica 84 = Bichlmeie 2021a)
ha de Ve asse des nach olgenden Bei ags* eine Reihe on Gewässe namen in
Deu schland (z.B. Inn, an ik Aenus) und Ös e eich (z.B. Enns, an ik/mi elal e lich
Anisa, Anisus), abe eben auch in Li auen (z.B. de dehyd onymische Wiesenname
Ana à1, de Flussname Anýkš ė, de Flussname Anýkščiai; gl. LVŽ I 88 ., 102)
und de Uk aine (Onu ; ein ech e Zu luss des Dnjes e /Dnis o)2 da au hin
* Ich danke den beiden anonymen Gu ach e n des Bei ags ü ih e we ollen Anme kungen und
Hinweise.
1 De Name is mo phologisch nich endgül ig geklä , am ehes en is wohl on o u bal . *h2en-
o o- auszugehen; ein bisweilen e wogene Zusammenhang mi dem Wo ü ‘En e’, gl. li . án is,
ap euß. an is < u idg. *h2enh2 i- is wohl abzulehnen; im Bal ischen wu de de La yngal in diese
Posi ion, also in nich e s e Silbe, nich okalisie . Eine Ve bindung mi dem Wo ü ‘En e’
könn e nu he ges ell we den, wenn das Wo ein o bal isches Relik wä e, was eilich seh
unwah scheinlich is .
2
Diese Name is e ymologisch eben alls nich saube geklä , gl. T ubačë 1968: 220, de
zwei Möglichkei en an üh , e s ens ein h akisches Komposi um *ana-u us ‘ohne Wasse ’ ode
*ana-u us ‘au dem Wasse ’ ( gl. U us, Plinius Na .his . 3, 149), e c. (De schew 1957: 349). Wobei
eilich bei eine Sp ache wie Th akisch die Bedeu ungszuo dnung zu Lexemen o agwü dig
bleiben muss, auch wenn das P ä ix an(a)- wohl auch in dem Kas ellnamen Anasamus (Tabula
Peu inge iana 8, 1: Anasamo), gelegen an de Mündung des Flusses Asamus (Plinius, Na .his . 3,
149), heu e bulg. Osăm ( gl. De schew 1957: 30) o zuliegen schein . Zwei ens geh e on
einem slawischen *onu ja > aksl. onuš a ‘A Beschuhung’ e c. (ESJS 586) aus, was ein auch im
Bal ikum e b ei e es Benennungsmo i on Flüssen is ; gl. den Flussnamen li . Ku pininkė,
den Sump namen le . Kù pī es-pu s zu li . kù pė, le . kupe ‘Schuh’ ( gl. Vanagas 1981: 174).
Bei le z e e Lösung bleib ungeklä , wo die zu ech angese z e Pala alisie ung geblieben is : De
Fluss müss e dann ja *Onuč(a) heißen. – Hie wi d (wie ähnlich auch in äl e e deu schsp achige
HARALD BICHLMEIER
68 Ac a Linguis ica Li huanica XCI
un e such , ob zwischen ihnen e ymologische Zusammenhänge bes ehen – und
wenn ja, welche3.
E gebnis diese Un e suchung(en) wa d eie lei: eine sei s, dass die
mi eleu opäischen Namen am ehes en kel ischen U sp ungs sind und au
eine Wu zel u idg. *pen- ‘Sump , langsam ließendes Wasse ’ zu ückgehen
dü en; ande e sei s, dass die in de onomas ischen Li e a u he umgeis e nde
„Gewässe wu zel *en-/*on-“ eben ein Phan asma (das nich einmal in IEW
311 . e wähn wi d), ein Geis is , den K ahe aus de Flasche gelassen ha und
de ein ach nich wiede dahin zu ückwill: Alle als A gumen e ü die Exis enz
diese Wu zel o geb ach en Lexeme sind we los, da es sich du chweg bei
den Appella i a um kel ische Wö e handel , die lau gese zlich anlau endes
u idg. *p- e lo en haben können, ode um Namen, die aus ehedem siche
kel isch besiedel em Gebie ode aus zumindes mögliche weise ü eine gewisse
Zei kel isch besiedel em Gebie s ammen, ü die also das Gleiche gil wie ü
die Appella i a. Und selbs , wenn man die Wu zel in mode ne Weise als u idg.
*h1en(H)- anse z e, wü de sich das P oblem nich au lösen, da es wei e keine
Appella i a gib , die ausschließlich au de G undlage on u idg. *h1en(H)-
e ymologisie we den müss en.
Und d i ens ha sich gezeig , dass auch eine wei e e Wu zel in diesem
Kon ex eine Rolle spielen kann, nämlich u idg. *h2en- ‘(Wasse ) schöp en’:
Diese Wu zel kann heo e isch allen Namen (und seman isch passenden
Appella i en) zug unde liegen, de en Vo o m u kel . *an- (< u idg. *h2en-),
u ge m./u bal ./u slaw. *an- (< u idg. *h2en-/ *h2on-) ode u kel . *on- (< u idg.
*h2on-) anlau e e. Von den eingangs genann en Namen ä e das eben au Enns/
Anisa, li . Ana à, Anýkš ė e c. sowie uk ain. Onu zu. Man soll e dabei nich
zu seh die in Wö e büche n angese z e Bedeu ung de Wu zel in den Blick
nehmen – wich ig ü Gewässe namen de äl es en Schich en in Eu opa is , dass
die jeweils zug undeliegende Wu zel e was bedeu e , was i gendwie mi Wasse
bzw. Gewässe n zu un haben kann.
2. Eine zen ale Rolle in de ganzen A gumen a ion spiel e auch die gallische
Glosse anam gl. paludem, die aus dem in meh e en Handsch i en (die äl es e
da ie e s on 796 n. Ch .) übe lie e en Glossa Endliche s s amm . Die
Zu e lässigkei dieses Glossa s wi d au g und e liche ko up e S ellen eilich
Li e a u , wo eilich meis mi de ominösen „Wasse wu zel *en-/*on-“ ope ie wi d) ehe on
eine a chaischen Bildung o u slaw. *h2en-on -o- ausgegangen.
3
Wei e e Bei äge, in denen Teilaspek e des P oblems behandel we den, sind Bichlmeie 2010:
34 .; 2018; 2020: 27 .; 2021b; 2021c; 2023a: 50–52; 2023b: 56–59; Bichlmeie , Zimme 2022: 59
mi Anm. 30, 107 .
S aipsniai / A icles 69
Addenda e ymologica zu den „Anme kungen zu einigen
mi An- beginnenden li auischen Gewässe namen und ih en
auße bal ischen Ve wand en“
seh un e schiedlich beu eil . So schön gall. anam seman isch zu den ande en
on de Wu zel u idg. *pen- gebilde en Appella i en und Namen pass (weshalb
die Ve bindung „schon imme “ he ges ell wu de), so p oblema isch bleib
doch das Lau liche: Wenn nich i gendwelche Ve sch eibungen ode lau liche
Sonde en wicklungen de Endung s a ge unden haben, is das Wo de Akk.Sg.
zu gall. *anā-. Diese Fo m e o de dann, wenn sie zu u idg. *pen- gehö , eine
Vo o m u kel . *ā- < o u kel . *p-ā-. Eine solche En wicklung wide sp ich
allen Regeln de Phono ak ik, be ei s o u kel . *p-ā- konn e so eigen lich
nich exis ie en und hä e ielmeh als *pnā- e scheinen und anschließend
u kel . *(φ)nā- e geben müssen (genaue dazu s.u.)4.
Einen Ausweg aus diesem Dilemma bo eben die Annahme, dem Wo liege
u idg. *h2en-eh2- > o u kel . *anā- > u kel . *anā- zug unde. P oblema isch
da an wa nun eilich, dass die Wu zel u idg. *h2en- ganz siche nu im
Ana olischen in he h. ḫān-i/ḫan- ‘(Wasse ) schöp en’, wozu auch die Ablei ung
DUGḫanešša c. ‘Schöp ge äß’ gehö , o lieg 5, daneben wenige siche / ielleich
in a m. hanem ‘nehme he aus/weg, b inge he aus, e g ei e’6 und ielleich
in „e ymologisch eben alls ums i enem g . ἄντλος m. ‚Kielbodenwasse ,
Bilgenwasse ‘ ( alls < *h2n- lo- ‚was geschöp wi d‘?).“7
Es e gib sich somi eine siche e Ve knüp ung des gallischen Wo s mi
dem he hi ischen Wo paa , eine unsiche e mi einem g iechischen und eine
zwei elha e mi einem a menischen.
Schön wä e es und wü de die E ymologie deu lich s ü zen, wenn es auße dem
noch eine siche e Ve bindung mi einem Wo de wes lichen Indoge mania
gäbe.
Eine solche Ve bindung könn e es in de Ta geben: im Wes ge manischen
gib es eine kleine G uppe on Wö e n, die eine Vo o m u ge m. *unþī-,
*unþiō- . ‘Welle, Woge’ o ausse zen; es sind dies ahd. und(e)a . ‘Welle, Flu ’
(ab dem 8. Jh. bezeug , z.B. auch im Ab ogans), mhd. ünde, unde s ./sw. . ‘Welle,
Flu ’, ühnhd. unde, ünde . ‘Flu , Woge, Welle’8, as. ū hia, ūđia . ‘Welle, Woge’,
4
Vgl. aus üh lich zu diesem P oblem z.B. Bichlmeie 2021a: 201 .
5
Vgl. HEG I 144 ., 148; EDHIL 281 .
6
Vgl. EDAIL 389, 636 .; alls nich < u idg. *senh2- ( gl. zu diese Wu zel LIV² 532 .).
7
Vgl. GEW I 114 (mi äl e e , heu e allgemein abgelehn e E ymologie au Basis on u idg. *semh2-
‘schöp en’ ( gl. zu diese Wu zel LIV² 531); DÉLG 89, 1272 (zusä zlich mi E ymologie aus
g . ἀν(α)- + u idg. * elh2- ‘hochheben’ ( gl. zu diese Wu zel LIV² 622 .); EDG I 109 (Ve bindung
mi he h. ḫan-).
8
Mi manchen de al hochdeu sch bezeug en Fo men gleichlau endes la . unda . ‘Welle, Woge’
bleib olls ändig e n; o z des Gleichlau s und o z de p ak isch selben Bedeu ung ha es
HARALD BICHLMEIER
70 Ac a Linguis ica Li huanica XCI
and k. unda . ‘S ömung’, mndl. onde, unde . ‘S om, S ömung’, ae. ýđ .
‘Welle, Flu , See, Mee ’; aisl. uð , unn . ‘Welle, Woge’, nisl. unnu . ‘dss.’9.
U ge m. *unþī-/*unþiō- se z o u ge m. *(H)un (i)o- ode *(H)u (i)o-
o . Po en iell kommen hie ü mindes ens olgende Wu zeln als G undlage
in F age bzw. wu den schon bei de E ymologisie ung e wende : Wenn man
da on ausgeh , dass * Teil des Su ixes is : 1) u idg. *h2en- ‘(Wasse ) schöp en’,
2) u idg. *h2/3en- ‘sich wölben’; wenn * Teil de Wz. is : 3) u idg. *ned- ‘nass
sein/we den’ < ‘ auschen d öhnen’.
In de (ana olis ischen) Li e a u wi d Va ian e 2) be o zug und egelmäßig
eine Ve bindung mi he h. ḫua(n)ḫešša n. ‘Woge’, ḫuanḫuanalaš ‘ein
Kö pe eil’, pal. ḫuwanḫuwani- ‘B us (kas en)’, ksch .luw. ḫūwanḫuwanala-
‘?’ he ges ell . Nach diese E klä ung be uh das u ge manische Wo au
u idg. *h2/3un- (i)o-, die ‘Welle’ wi d also als das ‘(an)geschwollene (Wasse )’
in e p e ie . Alle dings be ücksich ig diese Lösung nich , dass nach den
phono ak ischen Regeln des U indoge manischen die Vokalisie ung de
angese z en Vo o m u idg. *h2/3- ()o- lau en müss e, was olglich u ge m.
*unþ(i)ō- e geben soll e ( gl. e wa u idg. *ĝ- ‘a bei en’ > u ge m. *u k- in
go . waú kjan ‘a bei en’, u idg. *lH- > u ge m. *ul- in go . wulan ‘wallen’).
Nun s ehen neben den le z genann en Lexemen imme auch Wo o men
mi olls u ige Wu zel, die g undsä zlich den E hal des anlau enden
*- be ö de haben mögen, wäh end solche Fo men neben o u ge m./
u idg. *h2/3- ()o- nich zu g ei en sind, doch bleib das P oblem de nich
egelkon o men Vokalisie ung de G und o m.
Ve einzel inde sich in de Li e a u auch die Ve knüp ung mi eine Wu zel
u idg. *ne -, die eine Va ian e zu u idg. *ned- ‘nass sein/we den’ sein solle;
dann läge o u ge m. * -()o- zug unde. Da eine Wz. *ne - sons nich g ei ba
is , also die Annahme eine solchen Wu zel gänzlich ad hoc is , en äll diese
Lösung.
Fü u ge m. *unþī-/ *unþiō- ließe sich somi auch o u ge m.
*h2- ()o- anse zen, was eilich auch eine p oblema ische seman ische
e ymologisch mi ahd. unda, undea ga nich s zu un ( gl. La EW II 816 .; DÉLL 746; EDLIL
641).
9
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1775; Gö ze 1920: 216; Bau eld 1996: 234; DW XXIV 433 .; EDPG 560 .; Tie enbach 2010: 433;
Be 1971: 336 (s. . sêo-ūđia); Lasch, Bo chling 1928 . III 205 . (unde¹); ONW s. . unda; Ve wijs,
Ve dam 1885–1941 III 539; V 306 (onde¹); VIII 851 (unde¹); Hol hausen 1974: 413; Boswo h
1898: 1301; Tolle 1921: 753; de V ies 1962–1977: 632, 635 (unn ³); Jóhannesson 1956: 129;
Jónsson 1931: 577, 582 . (unn ⁴); Magnússon 1995: 1088 (unnu ²) (die Quellen we den in de
Fußno e au g und hema ische Reihen olge angegeben).

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Addenda e ymologica zu den „Anme kungen zu einigen
mi An- beginnenden li auischen Gewässe namen und ih en
auße bal ischen Ve wand en“
Ve schiebung no wendig machen wü de: ‘zu schöp endes/ geschöp es
(Wasse )’ > ‘Flu ’ > ‘Welle’?
Alle d ei Vo schläge e o de n übe dies eine be on e schwunds u ige
Wu zel. Diese läss sich du ch Akzen ückziehung bei de Subs an i ie ung des
u sp ünglich endbe on en und dami au eine ühen S u e de En wicklung
des Wo s in de Wu zel au oma isch schwunds u igen Ve baladjek i s e klä en.
Keine E klä ung komm ohne Sonde annahmen aus.
3. Was e gib sich nun da aus?
Nachdem nun eben die „Gewässe wu zel *en-/*on-“ als Fik ion e wiesen
is , selbs wenn man sie in adäqua e Weise als u idg. *h1en(H)- anse zen wü de,
bleib ü die bal ischen und slawischen Namen somi als wah scheinliche
G undlage u ge m. *h2en- ‘(Wasse ) schöp en’ üb ig. Fo se ze ha diese
Wu zel ielleich im Kel ischen und ielleich im Ge manischen: Bei gall. anam
und mi . an ‘Wasse , U in’ lieg ielleich eben diese Wu zel zug unde, da
die adi ionelle He lei ung diese Wö e aus de Wu zel u idg. *pen- nu mi
Sonde annahmen hinsich lich de Phono ak ik möglich is . Eine S ü ze ü
die Exis enz de Wu zel u idg. *h2en- in de wes lichen Indoge mania lie e
ielleich auch das Ge manische: U ge m. *unþī-, *unþiō- ‘Welle, Woge’ kann
au de G undlage on u idg. *h2en- wide sp uchs ei e klä we den kann
(u idg. *h2- []ó- → o u ge m. *h2- []o- > u ge m. *unþ[i]a-), wäh end
die sons als E klä ung p ä e ie e Vo o m u idg. *h2/3- ()o- zu Wu zel
u idg. *h2/3en- ‘sich wölben’ sich lau gese zlich im Ge manischen zu u ge m.
*unþ(i)a- en wickeln soll e, was die a sächlich bezeug en Wo o men abe
nich wide spiegeln.
Zwa gib es le z lich keinen du chschlagenden Beweis, abe die Ta sache,
dass imme hin die Wah scheinlichkei wei e wächs , dass die Wu zel
u idg. *h2en- auch in de wes lichen Indoge mania o handen wa , läss indi ek
auch die Wah scheinlichkei wachsen, dass sie nich nu dem ös e eichischen
Gewässe namen Anisa/Enns, sonde n auch den Gewässe namen uk ain. Onu
und li . Ana à, Anýkš ė e c. zug unde lieg .
HARALD BICHLMEIER
72 Ac a Linguis ica Li huanica XCI
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