Page 1Computer Bild Lietuva: Glossar des Portals
AUŠRA RIMKUTĖ
Lietuvių kalbos institutas
Computer Bild Lietuva ist eine im zweiwöchentlichen Rhythmus erscheinende Zeitschrift mit einer Auflage von 13.000 Exemplaren, die sich an Nutzer von Computern und anderer digitaler Technik richtet. Die neuesten Artikel zu verschiedenen Fragen der Informations- und Kommunikationstechnologien finden sich auch im Internet unter www.computerbild.lt. Da das Ziel der Redaktion, wie es heißt, darin besteht, „Texte zu drucken, die in sehr einfacher und verständlicher Sprache verfasst, äußerst praktisch und reich bebildert sind“, gibt es wohl deshalb auf dem Portal ein Glossar (http://www.computerbild.lt/žodynėlis), das etwas mehr als fünfhundert Begriffe und andere lexikalische Einheiten enthält. Dies sind meist in den Zeitschriftenartikeln verwendete Fachbegriffe aus der Informatik und verwandten Bereichen.
Der Aufbau des Glossars ist üblich: Zuerst wird der Begriff oder eine andere lexikalische Einheit angegeben, danach folgt ihre Definition. Manchmal wird auch das englische Äquivalent genannt. Die Begriffe sind nicht mit Akzenten versehen. Ein solches Glossar ist für die Leser der Zeitschrift sehr nützlich; daher sind die Bemühungen der Portalbetreiber zu begrüßen, die in den Artikeln der Zeitschrift verwendete Terminologie eines der sich am schnellsten wandelnden Bereiche – der Informatik – zu pflegen.
Die Arbeit an der Vereinheitlichung der Informatikterminologie wird bereits seit deutlich mehr als drei Jahrzehnten geleistet; eine Auswahl gibt es also durchaus, etwa das neueste Enciklopediniu kompiuterijos žodynu von V. Dagienė, G. Grigas und T. Jevsikova (2008, zweite überarbeitete und ergänzte Ausgabe, im Folgenden EKŽ; die erste Ausgabe dieses Wörterbuchs erschien 2005), das rund 4.000 Begriffe enthält, sowie das umfangreichste Werk auf diesem Gebiet, das Šiuolaikinių kompiuterių programų ir tinklų žodynu: anglų–lietuvių–prancūzų kalbomis von V. Žalkauskas (2003), das mehr als 5.000 Begriffe und Wendungen umfasst; außerdem das von R. Valatkaitė und Z. Kudirka erarbeitete Keturkalbiu terminų žodynu Informatika: lietuvių–anglų–rusų–vokiečių kalbomis (1997) und andere. Alle diese Wörterbücher sind von der Staatlichen Kommission für die litauische Sprache gebilligt worden, wurden also auch von Terminologinnen und Terminologen sprachlich geprüft. Schade, dass die Portalbetreiber sie nicht nutzen. Computer Bild Lietuva Das Glossar des Portals …
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Page 2… ist ein hervorragendes Beispiel, an dem sich erkennen lässt, wie schwer sich die in den genannten Wörterbüchern aufgeführten Neuschöpfungen, insbesondere die Äquivalente für Fremdwörter, durchsetzen und wie schwer sie sich im Alltag nicht nur der Computerbegeisterten, sondern auch der Computerspezialisten etablieren.
Zunächst fällt auf, dass das Glossar veraltete Begriffe enthält1, zum Beispiel: kietasis diskas (= standusis diskas) (engl. hard disk EKŽ), išorinis kietasis diskas (=išorinis standusis diskas), kietojo disko skirsnis (=standžiojo disko skaidinys) (engl. hard disk partition), vedlys (=vediklis) (engl. wizard EKŽ), diegimo vedlys (=diegimo vediklis), subdomenas (=posritis) (engl. subdomain EKŽ), duomenų srautas (=pralaidumas) (engl. bitrate EKŽ), ekrano nuotraukos (=momentinė ekrano kopija) (engl. screen shot, screenshot EKŽ), įsikrovimo diskas (=paleidimo diskas, sisteminis diskas) (engl. boot disc EKŽ), įkrovos sektorius (=paleidimo sektorius) (engl. boot sector EKŽ), konsolė (=pultas) (engl. console EKŽ), maršrutizatorius (=maršruto parinktuvas) (engl. router EKŽ), saugus režimas (=ribotoji veiksena) (engl. safe mode EKŽ), ugniasienė (=užkarda) (engl. firewall EKŽ), reklaminis skydelis (=reklamjuostė) (engl. banner EKŽ) und andere.
Schade, dass häufig der einfachste Weg eingeschlagen wird – man verwendet litauisierte Anglizismen. Im Glossar stehen sie meist in nichtlitauischen Anführungszeichen, zum Beispiel: „hostingas“ (= priegloba) (engl. hosting EKŽ), „hakeris“ (= programišius) (engl. hacker EKŽ), „skinas“ (= apipavidalinimas) (engl. skin EKŽ), „skriptas“ (= scenarijus) (engl. script EKŽ), „kompresija“ (= glaudinimas) (engl. compression EKŽ), „noutbukas“ (= knygiškasis kompiuteris) (engl. notebook EKŽ) und andere. Im Glossar steht in Anführungszeichen auch der Fremdbegriff „Firmware“ (= programinė aparatinė įranga) (engl. firmware EKŽ).
Ein weiteres Problem sind englische Abkürzungen für Begriffe, die in litauischen Informatikwörterbüchern litauische Entsprechungen haben, zum Beispiel: ADSL (= asimetrinė skaitmeninė abonento linija, man könnte die Abkürzung ASAL verwenden) (engl. asymmetric digital subscriber line, ADSL EKŽ), DSL (=skaitmeninė abonento linija) (engl. digital subscriber line, DSL EKŽ), „VoIP“ (=internetinė telefonija) (engl. internet phone, internet telephony, IP telephony, VoIP, voice over internet protocol EKŽ) und andere.
Bezeichnungen verschiedener Kommunikationsprotokolle, Technologien, Formate, formaler Sprachen und anderer Dinge werden mit Abkürzungen gebildet, die direkt aus anderen Sprachen (meist aus dem Englischen) übernommen wurden. Das Glossar enthält zahlreiche ungenaue Bezeichnungen, häufig …
1 Bei der Korrektur der Begriffe wird das Enciklopediniu kompiuterijos žodynu (2008) herangezogen.
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Page 3Es gibt auch keine Gattungsbegriffe mit Erläuterungen, z. B.: 3GP (=3GP-Technologie), A4 (=A4-Format) (engl. A4 format EKŽ), AVI (=AVI-Audio- und Videoformat) (engl. audio / video interleaved, AVI EKŽ), BMP (=BMP-Format), BIOS-Programm (engl. BIOS (basic input / output system) EKŽ) (=BIOS-System), GSM (=globales Mobilfunksystem, GSM-System) (engl. GSM, GSM system, global system for mobile communications EKŽ), GPS (=globales Positionierungssystem, GPS-System) (engl. GPS, global positioning system EKŽ), HTML (=HTML-Sprache) (engl. Hypertext Markup Language EKŽ), JPEG, JPG (=JPEG-Format, JPG-Format) (engl. format JPEG EKŽ), JAVA (=JAVA-Sprache, Java-Sprache) (engl. Java EKŽ), MP3 (=MP3-Format) (engl. MP3, MPEG layer 3 EKŽ), RAW (=RAW-Format), WAP (=WAP-Protokoll) (engl. WAP, wireless application protocol EKŽ) usw.
Gesondert sollte das recht häufig verwendete englische Wort Bluetooth behandelt werden. Bluetooth ist ein Protokoll für die Kommunikation über sehr kurze Radiowellen (Mikrowellen). Gintautas Grigas zufolge wäre Mikrowellenkommunikation einfacher und klarer; auch sollte man die bloße Markenbezeichnung (Bluetooth) nicht verwenden, sondern einen erläuternden Begriff hinzufügen: „Bluetooth“-Protokoll (Grigas 2009: 10). G. Grigas schlägt vor, wenn von der Kommunikation die Rede ist und ihr Protokoll genau benannt werden muss, Mikrowellenkommunikation mit dem „Bluetooth“-Protokoll oder kürzer: Kommunikation mit dem „Bluetooth“-Protokoll zu verwenden (Grigas 2009: 10).
Ein sehr ähnlicher Fall ist die Verwendung der Abkürzung WiFi für den englischen Begriff Wireless Fidelity. WiFi ist eine Technologie für drahtlose Kommunikation. WiFi kann auch eine Marke sein. Wenn also die Technologie selbst bezeichnet werden soll, sollte die symbolische Bezeichnung nicht übersetzt werden. Wenn die Art der Kommunikation beschrieben werden soll, genügt es, drahtlose Kommunikation zu sagen, und nicht Wi-Fi-Kommunikation, drahtloses Internet; ebenso sollte Wi-Fi-Internetverbindung statt Wi-Fi-Internetverbindung stehen.
Im Glossar gibt es noch weitere zu korrigierende Begriffe, z. B.: WLAN-Station (=drahtlose Kommunikationsstation), WLAN-Zone (=drahtlose Internetzone), drahtloses Internet (=drahtloses Internet, mobiles Internet) (engl. wireless internet EKŽ), drahtloses Netzwerk (=kabelloses Netzwerk) (engl. wireless network EKŽ), drahtloses Gerät (=kabelloses Gerät) (engl. wireless device EKŽ), drahtloser Router (=drahtloser Router), Content-Management-System (=System zur Inhaltsverwaltung) (engl. content management system, CMS EKŽ), automatischer Datenträgerstart (=automatischer Start) (engl. autorun EKŽ), Handschrifterkennung (=Handschrifterkennung) (engl. handwriting recognition EKŽ), Dateisystem (=Dateiorganisationssystem) (engl. file allocation system, file system EKŽ), Popup-Fenster (=Popup-Fenster)
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Page 4(engl. popup, popup window, pop-up window EKŽ), unterbrechungsfreie Stromversorgung (UPS) (=unterbrechungsfreie Stromversorgung) (engl. uninterruptible power supply, UPS EKŽ) usw.
Die Art eines Gegenstands und seine unterscheidende Eigenschaft sollten in zusammengesetzten Fachbegriffen durch die bestimmte Adjektivform ausgedrückt werden, z. B.: virtuelle Festplatte (=virtueller Datenträger) (vgl. engl. virtual disk), virtueller Speicher (=virtueller Speicher) (vgl. engl. virtual memory). Wird eine begriffliche Eigenschaft bezeichnet, ist ein beschreibender Genitiv des Substantivs vorzuziehen, z. B.: Befehlszeile (=Befehlszeile) (vgl. engl. command line), Kreditkarte (=Kreditkarte), Systemleiste (=Systemleiste) (vgl. engl. system tray), Taktfrequenz (=Taktfrequenz) (vgl. engl. clock speed). Manchmal genügt der Singular, z. B.: Hacker (=Hacker), Systemdateien (=Systemdatei), Schlüsselwörter (=Schlüsselwort) usw. Übrigens ist es merkwürdig, dass der Begriff Schlüsselwörter (Das sind Wörter, die die gesuchten Informationen beschreiben. Auf Webseiten geben wir diese Wörter gewöhnlich ein, um damit zusammenhängende Webseiten zu finden.) und sein Synonym Bedeutungswort (engl. „keyword“: ein Wort, das die in einem Text (Artikel, Webseite, Buch) enthaltenen Informationen beschreibt. Die Bedeutungswörter auf der Website von „Computer Bild Lietuva“ sind „Computer“, „IT-Magazin“, „Computer Bild Lietuva“ usw.) im Glossar getrennt aufgeführt und definiert werden. Schlüsselwort ist eine Lehnübersetzung (siehe ausführlicher Akelaitienė 2003); stattdessen könnte Bedeutungswort reikšminis žodis verwendet werden. Im EKŽ wird neben Letzterem auch der Begriff Grundwort aufgeführt.
Die Begriffsdefinitionen stehen jeweils in einer neuen Zeile. Meist werden sie recht ausführlich erläutert und mit Beispielen versehen. Wie bereits erwähnt, findet man bei einigen Fachbegriffen auch die englischen Entsprechungen. Es wäre sinnvoll, dies konsequent zu tun. In den Fachbegriffseinträgen werden auch synonyme Begriffe aufgeführt, meist Fremdwörter, z. B.: Festplattenabbild, „Image“ (=vollständige Kopie der Festplatte) (vgl. engl. disk image EKŽ). Bedauerlicherweise fehlen Hinweise zur normgerechten Verwendung. Auch die Sprache der Definitionen ist nicht immer korrekt; es gibt sowohl stilistische als auch Korrekturfehler. Das Glossar wäre wesentlich wertvoller, wenn alle Stichwörter mit Akzenten versehen wären.
In der Rezension wurden nur einige aktuelle Fragen zur Verwendung von Fachbegriffen aufgeworfen; es sollte gezeigt werden, dass es noch Korrekturbedarf gibt. Nach der Behebung der Ungenauigkeiten wäre das Glossar für die Leser wesentlich wertvoller.
QUELLE
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Page 5LITERATŪRA
Akelaitienė G. 2003: Ar įteisinsime terminų raktažodį? – Terminologija 10, 157–162.
EKŽ 2008: Dagienė V., Grigas G. Jevsikova T. Enciklopedinis kompiuterijos žodynas. II papild. leidimas, Vilnius. – http://www.likit.lt/term/enc.html.
Grigas G. 2006: Santrumpos terminijoje. – Terminologija 13, 194–199.
Grigas G. 2009: Kaip versti keistus žodžius. – Gimtoji kalba 12, 9–12.
Gauta 2009-11-23
Aušra Rimkutė
Lietuvių kalbos institutas
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