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einiger Veröffentlichungen von Linguisten (S. Karaliūnas, A. Sabaliauskas, A. Vanagas, A. Vidugiris u. a.) zu Fragen der Ethnogenese der Balten und Slawen. Offenbar hätten auch die in „Kalbos kultūra“ veröffentlichten Artikel von V. Skujinios in den Abschnitt zur Terminologie aufgenommen werden müssen (Vartojimas tarptautinių elementų latvių terminijoje. 1979. Sąs. 37. S. 57–63; Terminas kontekste. 1983. Sąs. 44. S. 19–26). Auch das Motiv für die Auswahl der Veröffentlichungen nach Erscheinungsjahr ist nicht ganz klar. In einem Abschnitt werden Veröffentlichungen ab den 1950er-Jahren aufgeführt, in einem anderen ab den 1960er- oder 1970er-Jahren usw.

Die genannten Punkte mindern den Wert der Bibliografie nicht. Die Bibliografie zur lettisch-russischen Zweisprachigkeit ist sehr wertvoll und wichtig. Zweifellos wird sie nicht nur für lettische, sondern auch für litauische Linguisten zu einem praktischen Nachschlagewerk, denn das Register enthält zahlreiche Arbeiten, die verschiedene Fragen der Phonetik, Morphologie und Lexik des Litauischen sowie weitere Themen behandeln. Andererseits ist sogar ein eigener Abschnitt den Kontakten zwischen baltischen und slawischen Sprachen gewidmet; darin finden sich Artikel und Monografien zur baltischen Ethnogenese, zum Substrat, zur Typologie und Etymologie baltischer und slawischer Sprachen sowie zu weiteren Fragen.

Latviešu valodas kontaktu pētījumi/Atb. red. A. Blinkena. Rīga: „Zinātne“, 1987, 276 p.

Die Linguisten des Instituts für Sprache und Literatur Andrejo Upyčio der Akademie der Wissenschaften der Lettischen SSR widmen den Problemen des Sprachkontakts beträchtliche Aufmerksamkeit. Erwähnt seien die wertvollen Publikationen des Instituts: „Взаимосвязи балтов и прибалтийских финнов“ (Рига, 1970; gemeinsam mit dem Institut für Geschichte der Akademie der Wissenschaften erarbeitet), „Контакты русского языка с языками народов Прибалтики“ (Рига, 1984). In der letztgenannten Publikation wird den Kontakten zwischen dem Russischen und dem Litauischen ebenfalls beträchtlicher Raum eingeräumt (die Verfasser der Artikel sind litauische Linguisten). Kürzlich ist ein neues Buch zu diesem Problem erschienen, „Untersuchungen zu den Sprachkontakten des Lettischen“. Es handelt sich um eine Sammlung von Artikeln lettischer Linguisten zu recht unterschiedlichen Themen. Ein beträchtlicher Teil dieser Artikel steht in direktem Zusammenhang mit der Lituanistik. Das lässt sich vor allem über die beiden ersten sagen, deren Verfasser sowohl an den Universitäten Vilnius als auch Riga ausgebildet wurden und denen wohl die Probleme des Lettischen wie des Litauischen gleichermaßen am Herzen liegen.

L. Baluodė (Balode) untersucht in ihrem Artikel „Semantische Beziehungen zwischen etymologisch verwandten präfigierten Substantiven und Verben im heutigen Litauischen und Lettischen“ (Kopīmes prefiksālo lietvārdu un darbības vārdu semantikas attieksmes mūsdienu lietuviešu un latviešu valodā, S. 7–38) 115 präfigierte Substantive und 880 präfigierte Verben gleicher Herkunft in beiden Sprachen. Sie teilt sie in drei Gruppen ein: Zur ersten gehören Bildungen, die sowohl in der Form als auch in der Semantik übereinstimmen (lit. Armband: lett. Armband, lit. Stiefvater: lett. Stiefvater; lit. beschuhen: lett. beschuhen), zur zweiten Bildungen, deren Form übereinstimmt, deren Semantik sich jedoch teilweise unterscheidet (lit. Werkzeug: lett. ierocis ‚Waffe; übertr. Werkzeug‘, lit. Entdecker: lett. atradējs ‚Finder‘, lit. besingen: lett. apdziedāt ‚besingen; Spottlieder (daines) singen‘), und zur dritten Bildungen, deren Form übereinstimmt, deren Semantik sich jedoch völlig unterscheidet (lit. Unsinn: lett. nesamaņa ‚Bewusstlosigkeit, Ohnmacht‘, lit. Überzug: lett. pārvalks ‚Hülle, Bedeckung‘; lit. umkreisen: lett. apskriet ‚herumlaufen, umherlaufen‘). Wie zu erwarten, ist die dritte Gruppe die kleinste: Auf sie entfallen 21 Prozent der untersuchten Substantive und 15 Prozent der Verben.

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Im Artikel „Wechselbeziehungen zwischen Wortform und Wortbedeutung (lett. māte: lit. mōté)“ (Vārda formas un nozīmes savstarpējās attiecības (lat. māte: liet. mōté), S. 39—62) bietet R. Bertulio eine detaillierte Analyse der Form und Bedeutung dieses alten indogermanischen Erbworts. Bei dieser Gelegenheit sei auch an die weiteren hervorragenden Untersuchungen R. Bertulios zum gemeinsamen lettischen und litauischen Wortschatz erinnert und der Autor aufgefordert, die Ergebnisse seiner Forschungen in einem eigenen Buch zu veröffentlichen.

Für Lituanisten dürfte der Artikel „Adjektive in J. Langijos Wörterbuch“ (Adjektīvi J. Langija vārdnīcā, S. 63—85) von A. Blinkena interessant sein, denn dieses Denkmal der lettischen Lexikografie (gewöhnlich auf 1685 datiert) enthält zahlreiche Lituanismen, die für die lettischen Mundarten von Nycos, Bartos und Rucavos jener Zeit kennzeichnend waren; vgl. lett. atkihls ‘behd, hurtig, geschwind, mutig’ — lit. akylas, lett. budiģs ‘embsig, fleissig, hurtig, tüchtig’ — lit. budintis, lett. ģēdīgs ‘gebärdig, artig’ — lit. žem. gieda, lett. kalts ‘schuldig, als zur Schuld geschlagen’ — lit. kaltas, lett. lakstīgs (lakstains) ‘frech oder geil’ — lit. lakstus, lett. laibs ‘schwach’ — lit. laibas, lett. nohks ‘bloss, kahl, nacket’ — lit. nuogas, lett. nowaks ‘wachend, munter, it. nüchtern’, — lit. nuovokus, lett. padāhrs (derigs) ‘tauglich, dienlich, bequem’, nhepadāhrs ‘untauglich, untüchtig, was nicht dienet’ — lit. padorus, lett. tickris ‘recht oder Ertz’ — lit. tikras usw. Die Verfasserin vergleicht die Adjektive in J. Langijos Wörterbuch mit den Adjektiven des heutigen Lettischen und zeigt Unterschiede in ihrem Gebrauch auf. Es wird darauf hingewiesen, dass die im Wörterbuch verzeichneten Adjektive ein gutes Bild von den Formen und Bedeutungen dieser Wortart vor dreihundert Jahren vermitteln und dass ihr Vergleich mit den Angaben anderer Wörterbücher und Schriften für die Erforschung der Geschichte des Lettischen sehr hilfreich sein kann.

Die meisten Artikel sind Problemen des lettischen Wortschatzes gewidmet. Dazu gehören B. Bušmanės Artikel „Namen von Sülzspeisen in den Mundarten“ (Galertveida ēdienu nosaukumi izloksnēs, S. 86—134), O. Bušo Artikel „Aus der Geschichte der Germanismen (baļļa, balģe, baļva)“ (No ģermānismu vēstures (baļļa, balģe, baļva), S. 135—148), E. Kagaines „Aus den ostseefinnischen Sprachen entlehnte Verben des Sprechens in den nordvidzemischen Mundarten“ (No Baltijas somu valodām aizgūtie runas verbi Ziemeļvidzemes izloksnēs, S. 149—162), B. Laumanės „Über einige Bezeichnungen der Flora und Fauna der Ostsee“ (Par dažiem Baltijas jūras floras un faunas nosaukumiem, S. 163—185), derselben Autorin „Bezeichnungen des Wiesels im Lettischen“ (Zebiekstes nosaukumi latviešu valodā, S. 186—198), A. Stafeckos „Bezeichnungen von Haushaltsgegenständen im Atlas der lettischen Sprachmundarten“ (Mājsaimniecības priekšmetu nosaukumi Latviešu valodas dialektu atlantā, S. 199—227) sowie V. Šaudinios „Soziolinguistische Aspekte der Entlehnung von Lituanismen in den selischen Mundarten“ (Daži sēlisko izloksņu lituānismu aizgūšanas sociolingvistiskie aspekti, S. 228—235).

Lituanisten, insbesondere Forscher der Zweisprachigkeit, finden in V. Šaudinios erwähntem Artikel interessante Einzelheiten. B. Laumanės Artikel zeichnen sich durch ein sehr reiches Faktenmaterial aus. Diese Linguistin erforscht besonders intensiv den mit der Ostsee verbundenen Wortschatz des Lettischen. Unter anderem wurde ihr 1974 der J. Endzelyno-Preis für ihr hervorragendes Buch „Fischbezeichnungen im Lettischen“ (Zivju nosaukumi latviešu valodā. Rīga, 1973) verliehen, und 1987 erhielt sie den V. Lacio-Preis für ihr Buch „Bezeichnungen der Fangplätze an der Küste der Lettischen SSR“ (Zvejvietu nosaukumi Latvijas PSR piekrastē. Rīga, 1987).

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O. Būšas rezensiert das Buch des estnischen Akademikers P. Ariste „Sprachkontakte. Die Kontakte des Estnischen mit anderen Sprachen“ (Keelekontaktid. Eesti keele kontakte teiste keeltega. Tallinn, 1981). Dz. Barbarė legt eine Bibliografie der zwischen 1945 und 1984 veröffentlichten Arbeiten zu den Sprachkontakten des Lettischen vor.

A. Sabaliauskas

Мурзаев Э. М. Словарь народных географических терминов. М.: Мысль, 1984. 654 с.

Dies ist das erste Wörterbuch volkstümlicher geografischer Termini größeren Umfangs dieser Art, das in unserem Land erschienen ist. Sein Autor ist ein bekannter Geograf, der sich für Ortsnamen und insbesondere für geografische Terminologie interessiert: der Doktor der Geografiewissenschaften, verdiente Wissenschaftler der RSFSR und Professor Eduardas Makarovičius Murzajevas. Seine wissenschaftlichen Interessen gelten vor allem Asien; er hat an Expeditionen nach Nord- und Zentralasien, in die Mongolei und nach Vietnam teilgenommen. Zu seinem Interessengebiet gehören auch zahlreiche geografische, toponomastische und terminologische Fragen anderer Länder. 1959 veröffentlichte der Verlag für geografische Literatur das „Wörterbuch lokaler geografischer Termini“ von E. und V. Murzajev („Словарь местных географических терминов“). 1973 erschien in Moskau E. Murzajevs Buch „Populäre Toponomastik“, 1974 die „Skizze der Toponomastik“. Das „Wörterbuch lokaler geografischer Termini“, das vergleichsweise geringen Umfang hatte, war sehr beliebt und wurde in der Presse unseres Landes und des Auslands positiv aufgenommen. Es enthält auch einige Termini aus den baltischen Republiken, doch, wie der Autor selbst im Vorwort des rezensierten Wörterbuchs anmerkt, im Vergleich zu anderen Republiken der UdSSR nur wenige. Deshalb arbeitete E. Murzajev in den folgenden zwei Jahrzehnten weiter, sammelte zusätzliches Material und dergleichen. Das Ergebnis dieser Arbeit ist wirklich beeindruckend: ein Werk mit 654 Seiten (59 Druckbogen). Wie schon im früheren Werk finden sich auch hier geografische Termini aus den baltischen Sprachen (Litauisch und Lettisch). Im Folgenden sprechen wir hauptsächlich über diese.

Aus dem Vorwort zum „Wörterbuch volkstümlicher geografischer Termini“ geht hervor, dass der Autor bemüht war, die Terminologie aller Republiken und Regionen der UdSSR möglichst gleichmäßig zu erfassen. Wie ihm dies für das gesamte Land gelungen ist, können wir mangels Daten nicht beurteilen; die baltischen Sprachen sind jedoch viel zu spärlich vertreten: Das Wörterbuch enthält nur einige Dutzend Termini aus dem Litauischen und Lettischen (etwa 60). Für sich genommen müsste diese Zahl vielleicht weder als zu gering noch – selbstverständlich – als zu groß gelten; alles hängt vom Verhältnis zu den Termini anderer Sprachen der UdSSR ab. Doch auch unter diesem Gesichtspunkt lässt sich bezweifeln, dass das Litauische und das Lettische hier angemessen vertreten sind. Das ist der erste Punkt. Zweitens, und wohl am wichtigsten, stellt sich bei einer derart kleinen Zahl baltischer Termini die Frage nach den Auswahlkriterien: Was sollte aus den Tausenden unbedingt in das Wörterbuch aufgenommen werden? Unserer Ansicht nach dürfte es dem Autor recht schwergefallen sein, klarere Auswahlkriterien zu finden; deshalb wirken die wenigen Dutzend litauischen und lettischen Wörter oft nicht besonders wichtig, manchmal recht zufällig oder sogar fragwürdig.

Termini auszuwählen ist insbesondere für einen Vertreter eines anderen Volkes alles andere als einfach: Fehlt es an ausreichender Literatur, muss man sich auf die Intuition verlassen, die einem Nichtangehörigen dieses Volkes meist abgeht. Daher hilft sie bei der Bestimmung einer Hierarchie der Termini nur wenig – nicht nur nach der Bedeutung der von ihnen bezeichneten Objekte, sondern auch nach der Verbreitung, Beliebtheit und Ähnlichem der Termini selbst.

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