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The Origin of Old Prussian “dūrai”

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The Origin of Old Prussian “dūrai”

Author: Daniel Petit
Year: 2021
DOI: 10.35321/all85-01
Source: https://journals.lki.lt/actalinguisticalithuanica/article/download/2110/2238
S aipsniai / A icles 11
DANIEL PETIT
Hochschule de No mali ä , Pa is
ORCID: h ps://o cid.o g/0000-0001-8432-5600
Fo schungsbe eiche: bal ische S udien, indoeu opäische S udien.
DOI: doi.o g/10.35321/all85-01
Die He kun des al en P eußischen
DŪRAI
Senosios p usischen Sp ache Wo žio dū ai kilmė
Schlage nich die Augen niede !
(Simon Dach)
Anme kung
Das al p eußische Adjek i dū ai […] schüch e n[…] is adi ionell mi de slawischen Familie on
*du […] ( ussisch dý ь […] Dummhei […]) und *du ъnъ ( ussisch дурнóй, polnisch du ny […] albe n,
dumm[…]) e bunden. Abe die o malen und seman ischen Beziehungen zwischen diesen beiden
lexikalischen Familien bleiben imme noch unkla . Ziel dieses A ikels is es, den U sp ung des
al p eußischen Dū ai zu e läu e n und insbesonde e seine Ablei ung on eine Wu zel "zu
s echen, zu s echen" zu mo i ie en, die sich im li auischen dù i wide spiegel . Es kann
o geschlagen we den, dass diese Ablei ung au einem ph aseologischen Ausd uck nudù i aks
žẽmę zu den Boden schauen basie , de als Zeichen eine psychologischen Schwie igkei
e wende wi d. Schlüsselwö e : Al p eußisch, Li auisch, slawisch, indoeu opäisch, E ymologie, Ph aseologie.
ANOTACIJA (in anzösische Sp ache)
Senosios p ūsų kalbos būd a dis dū ai ‘d o us adiciškai siejamas su sla ų žodžių *du ь ( us.
dý ь ‘k ailumas) i *du ъnъ ( us. дурнóй, lenk. du ny ‘k ailas) šeima. Doch o malūs i
seman iniai san ykiai a p šių d iejų leksinių šeimų is da lieka neaiškūs. Abe o malūs i
seman iniai san ykiai a p šių d iejų leksinių šeimų is da lieka neaiškūs. De Zweck dieses
A ikels is , äl e e P usische Wö e auszuschließen, dū ai kilmę i besonde s mo y uo i jo
de i aciju iš šaknies, ku ią a spindi lie . dù i ‘įgel i, (į)du i. Galima eig i, kad šis edinys y a
pag įs as azeologine iš aiška nudù i aks žẽmę ‘žiū ė i žemyn, a ojama psichologiniam sunkumui žymė i.
ESMINIAI ŽODŽIAI: Senoji p usische Sp ache, li auische Sp ache, sla ische
Sp ache, indoeu opäische P okalbė, E ymologie, Ph aseologie.
DANIEL PETIT
12 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXV
1. Al es p eußisches DŪRAI
Im al p eußischen Enchi idion (1561) inden wi einen isolie en Fall eines
Adjek i s dū ai, das dem deu schen schew […]shy[…] en sp ich (III 9319,
mode nes deu sches scheu):
(1) Enchi idion III 9319
(Deu sch) J Va e ei e ew e Kinde nich u o n das ie nich chew we den,
Sonde n iehe ie au in de uch nd e manunge u dem /
He n. Ich bin He n.
(Old P ussian) Jous Tawai ni enʃei i ioūʃans malnikans p ei ne ien / kai
ai ni dū ai po ānai Schlai poauginnei i ans en Kanx iku p ei an /
Rikijan. Ich bin Rikijan.
"Und ih , Vä e , eiz eu e Kinde nich zum Zo n, dami sie nich
en mu ig we den, sonde n e zieh sie in de E ziehung und
E mahnung des He n."""
De Tex basie o ensich lich au Ephese 6, 4, abe die Un e o dnung is eine
sekundä e E gänzung, die aus de pa allelen Passage on Kolosse 3, 211
übe nommen wu de. Das al p eußische Adjek i dū ai übe se z das deu sche
Scheu als "schüch e n, ängs lich". Ein paa Zeilen ühe (III 9316) gib es ein
wei e es al p eußisches Adjek i bū ai, das das deu sche chuch e schüch e n, schüch e n in Bezug au F auen übe se z :
(2) Enchi idion III 9316
(Deu sch) Also j wol hu nd nich o chuch e ey .
(Al p eußisch) ikai ious labban eggē i bhe ni ij bū ai a i.
wenn du gu us und keine Angs has .
Es is allgemein ane kann , dass das al p eußische bū ai ein Sch eib ehle ü *dū ai is . De Tex
basie di ek au 1. Pe us 3, 62. Die al p eußische Fo m dū ai kann en wede als nomina i e Plu al
(männlich in III 9319, älschliche weise in III 9316) ode al e na i als Ad e b in -ai e s anden we den, das
manchmal e wende wi d, um unbeug e p ädika i e Adjek i e des deu schen O iginals zu übe agen.
Es muss au einem Adjek i *dū as basie en. Ein li auisches Äqui alen d[…] as wu de on Jonas
Jablonskis (1860[…]1930) mi de Bedeu ung ylus, nekalbus […]silen , aci u n[…] (LKŽ II 897) e wähn . Das
LKŽ e wähn auch ein abs ak es Subs an i d as glossed k ailumas ‘s upidi y (LKŽ II 897, aus den
Dialek en Nočia und Valkininkai) und einige Ve ben wie dū i glossed lauk i, 1 deu sch au das sie nich
schew we den (Lu he 1545), la einisch u non pusillo animo ian (Vulga a). 2 Deu sch so j wol hu nd
nich so schüch e seid (Lu he 1545), la einisch bene acien es e non imen es ullam pe u ba ionem
(Vulga a).
S aipsniai A ikel 13 und
The O igin o Old P ussian dū ai
ūno i ylin , nekalban zu wa en, zu schweigen, ohne ein Wo (LKŽ II 899, on Jonas
Jablonskis), d in i glossed k ailin i, mulkin i o make s upid (LKŽ II 901, aus den
Dialek en on Nemunai is und Leipalingis) und besonde s d o i glossed bū i
paniu usiam, akis į žemę įbedus, niū ė i, niū o i zu en mu igen, zu schauen zu Boden,
zu dep essi we den (LKŽ II 905, on An anas Ju 1892). Ande e ähnliche Ve ben we den
on F aenkel (LEW I 113) aus e schiedenen lexikog aphischen ode dialek ologischen
Quellen e wähn .
2. Das slawische Leihwo
Sei dem 19. Jah hunde wu de das Adjek i *dū as, das im al en P eußischen und
Li auischen üblich is , abe im Le ischen ehl , mi dem slawischen *du ь
дýрь ‘s upidi y’) and i s de i a i e, he adjec i e *du ъnъ (Russian дурнóй,
( usisch-polnisch du ny […] dumm, dumm[…]) e glichen. Dazu we den adi ionell
e schiedene Fo men aus ande en indoeu opäischen Sp achen hinzuge üg , wie z. B.
das g iechische θοῦρος […] ushing, impe uous, u ious[…]3. Zwei P obleme wu den
jedoch o beisei e gelassen: (1) die Un e scheidung zwischen ech en bal ischen
Wö e n und slawischen Leihwö e n; (2) die Rekons uk ion de e balen
G undlage und de Seman ik ih e De i a e. Zunächs einmal is bekann , dass das
slawische Adjek i *du ъnъ […] dumm, dumm, wü end[…] ode eine seine
his o ischen Nachkommen in de Os see en lehn wu de. Das Adjek i du[…]nas
[…]silly, s upid[…] inde sich be ei s im al en Li auischen und wi d eins immig als ein
Leihwo aus dem weiß ussischen дурн[…] ode aus dem polnischen du ny4
ane kann . Eine Va ian e is das al li auische Subs an i du[…]nius […] dumme ,
dumme Mann[…], angepass aus dem weiß ussischen dý anь ode dem polnischen
du eń. Beide Fo men we den on Kons an ynas Si ydas im e s en li auischen
Wö e buch (DTL3 ca. 1643) e wähn : du nas […]silly, s upid[…] (DTL3 69 = polnische
głupi, la einische s ul us usw.) und du nius […]silly, dumme Mann[…] (DTL3 69 =
polnische głupiec, la einische s ipes usw.). Es gib auch ein Ve b du na ó i […]zu
wü end sein, zu wü end sein[…], das sei Jonas B e kūnas (16. Jah hunde )
a es ie wi d und aus dem weiß ussischen дурнавáć en lehn wu de. Schon im 16.
Jah hunde ha e Ma ynas Maž ydas (1570: 46818) eine Ablei ung du ni e
[…]Silliness, S upidi y[…] (= deu sche To hei ). In jünge e Zei ha F ied ich
Ku scha (1883: 99) das Adjek i du[…]nas […] u ious, mad[…] (= deu sch asend, oll),
das abs ak e Subs an i du nỹs ė […] u y, madness (= […] deu sch Tollhei ,
Ve ück hei ) und das Ve b du n[…]ju […] o age[…] (= deu sch asen, oben). 3 Siehe S. Be neke (1896: 288); T au mann (1910: 325) ha da au hingewiesen. Siehe auch U bu is (2000). Siehe 4 . B ückne (1877: 82); Ska džius (1931: 125). E wa Mi glied des Eu opäischen Pa lamen s. Siehe auch LEW I 113; SEJL 136.
DANIEL PETIT
14 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXV
Ande e Fo men de selben Familie sind in de slawischen Sp ache, insbesonde e in de
ussischen und polnischen Sp ache, nachgewiesen, die uns hie haup sächlich be e en.
Im Polnischen gib es nich nu das Adjek i du ny […] dumm, dumm[…], das Subs an i
du eń […] dumm, dumm Mann[…] und das Ve b du nieć […] dumm sein, dumm handeln[…],
sonde n auch, ohne das Nasensu ix, das Ve b du zyć […] i e üh en, äuschen […],
du zyć się […] e lieben […]. Im Russischen inden wi "dullnóy" "dümm, dumm" und Ve ben
wie "dullnéť", "dullnúť" "dümm zu handeln", abe auch, ohne nasal, das Subs an i
"dullák" "dümm, dumme Mann". Das Vo handensein eine Schich o ensich liche
Leihwö e bedeu e nich , dass jede bal ische Fo m als aus de slawischen Sp ache
en lehn gel en soll e. Im Gegen eil, man kann da on ausgehen, dass zumindes einige
Fo men in de Os see e e b we den könn en. Dies wi d du ch die Ta sache
angedeu e , dass einige diese Fo men sich nich au "Sinnlosigkei , Dummhei " in ih e
Ke nbedeu ung beziehen, sonde n einen Beg i on "En mu igung, S ille, T au igkei "
e mi eln, de nich no wendige weise aus diese Bedeu ung abgelei e is . Im
Le ischen is das Adjek i du[…]ns, sowei ich weiß, sei dem 17. Jah hunde
a es ie , abe seine Bedeu ung kann e heblich a iie en. Im Manuale
Le ico-Ge manicum (ca. 1690) inden wi das Adjek i Du nis […]silly, s upid[…] (MLG 114 = deu sch Tho ich , unweise) und das abs ak e Subs an i Du niba […]silliness, s upidi y[…] (MLG 114 = deu sch Unweishei ,
Abe wi z, Unsinnigkei , c . also 501), wi h a meaning ha clea ly e eals he
Slawische He kun . Das Le iches Lexicon (1758: 97) on Go ha d S ende gib in
eckigen Klamme n das Adjek i du ns […]silly, s upid[…] (= deu sche Puppe, dwa sch Li .)
mi eine ähnlichen Bedeu ung, das abe als on eine li auischen Quelle abgelei e
da ges ell wi d5. Im Le iches Wö e buch on Ca l Ch is ian Ulmann (1872) wi d das
Adjek i du ns neben dem jüngs en ussischen Leihwo du aks […]silly, s upid[…] (1872:
55 = deu sch ein Na ) sowohl als dwa […]ch […]silly, s upid[…] als auch als benommen
[…] e wi , e legen[…] übe se z . Die on Ulmann o geleg en Beispiele
e anschaulichen beide Bedeu ungen: galwa ahda du na mein Kop is so dumm, du ns
i gs ein abies P e d (deu sch ein P e d, das den Kolle Hu ), du na ai a ein schlä ige
Mann (deu sch ein Schla skop ). Da übe hinaus p äsen ie Ulmann (1872-55) ein Ve b
du neh […]schla end zu lau en, zu si zen, zu loungen, zu ege ie en[…] (= deu sch
schlä ig einhe gehen, […]o […]i […]en, aulen[…]en, ege i en) und ein abs ak es
Subs an i du nums […] o po , Taubhei , Dummhei , Schwindel on Scha en[…] (=
deu sch Benommenhei , Dwa […]chhei , D ehk ankhei de Scha e). Die ME (1923: I 519)
ha die Duens […] au ig, e legen, albe n, isolie […] (= deu sch au ig, benommen,
dwa sch, wüs ) und das Ve b du nê […] langsam gehen, aul sein, uhig sein, schweigen,
un eundlich sein, sich k ank zeigen, schweigen, un eundlich sein, k ank sein[…] (=
deu sch ödeln, aulenzen, uhig sein, schweigen, un eundlich sein, sich k ank zeigen).
Zusammen assend läss sich sagen, dass die bal ischen Fo men mi zwei
e schiedenen Bedeu ungen in Ve bindung geb ach we den: eine sei s dümm,
5 Siehe auch S ende (1789: 55).
S aipsniai A ikel 15 und
The O igin o Old P ussian dū ai
dumm, ande e sei s en mu ig , e legen, schweigend, au ig. Es is
wah scheinlich, dass die ühe e Bedeu ung aus eine slawischen Quelle s amm :
dies is besonde s o ensich lich ü das bal ische *du nas […]silly, s upid[…], di ek
aus dem weiß ussischen дурн[…] ode dem polnischen du ny en lehn . Einmal in den
bal ischen Sp achen e ablie , konn e das slawische Leihwo seine eigene Familie
en wickeln, ohne di ek es slawisches Modell, z. B. Das is Li h. Du nỹs ė, La .
Du nība […] Dummhei , Dummhei […] mi bal ischen Su ixen. Die ande en
Bedeu ungen sind jedoch schwie ige zu e klä en, da sie keine seman ischen
Me kmale wide spiegeln, die be ei s im slawischen Sp achgeb auch o handen sind.
En wede ep äsen ie en sie eine in e ne En wicklung, die inne halb de bal ischen
Sp achen au de G undlage des slawischen Leihwo es s a and, ode sie
e mu en eine ande e Quelle. Im e s en Fall müss e man eine E olu ion annehmen, die
dämlich, dumm > en mu ig , e legen, schweigend, au ig is , was an sich nich
unmöglich kling , abe aus seman ische Sich noch nachgewiesen we den müss e.
Es is wah scheinlich o zuziehen zu denken, dass es in den bal ischen Sp achen eine ech e lexikalische Familie *du -*dū - […]en mu ig , e legen, schweigend, au ig[…] gab, unabhängig om slawischen Leihwo , und dies b ing uns zu ück zum Ve gleich mi dem al p eußischen dū ai […] schüch e n[…].
3. Die e bale Basis
Au de G undlage des Vo s ehenden kann man annehmen, dass in de bal ischen
Sp ache zwei lexikalische Schich en e misch sind, eine bal ische Familie
"en mu ig , e legen, schweigend, au ig" und ein slawisches Leihwo "silly,
s upid". Die Kon amina ion zwischen diesen beiden Schich en könn e in beide
Rich ungen e olgen. Die bal ische Familie konn e die Bedeu ung des slawischen
Leihwo es annehmen (dahe das li auische d[…] as […]s upidi y[…], d[…] in i […] o
make s upid[…], das o mell on de bal ischen Familie abgelei e is , abe seman isch
mi de Bedeu ung […]silly, s upid[…] e bunden is ) und ande e sei s konn e das
slawische Leihwo in de bal ischen Sp ache die ech e Bedeu ung de bal ischen
Familie annehmen (dahe das le ische du[…]ns nich nu […]silly, s upid[…], sonde n
auch […]sad, e legen, isolie […]). Wenn diese Analyse ich ig is , is das al p eußische
Adjek i *dū as ‘schüch e n, das du ch die Fo m dū ai im Enchi idion (1561)
a es ie wi d, nich isolie , sonde n inde seinen Pla z inne halb eine
kohä en en lexikalischen Familie, de en Bedeu ung nu lokal du ch den D uck des
slawischen Leihwo s ges ö wu de. Die F age, die o en bleib , is de U sp ung
diese bal ischen Familie. Nach dem Ve gleich zwischen dem al p eußischen Dū ai und
dem li auischen d as schein die ech e bal ische Fo m ein Adjek i *dū as zu sein. Es
gib keinen G und zu glauben, dass die bal ischen Sp achen ein Adjek i gee b haben,
das de slawischen Fo m *du ъnъ en sp ich . Wo imme wi es in de bal ischen
Sp ache inden, kann man e mu en, dass es sich um ein slawisches Leihwo handel , auch wenn es lokal mi de bal ischen Familie hyb idie wu de. Da aus olg , dass die einzige Fo m, die dem Gemeinsamen Os see zugesch ieben we den kann, *dū as is . Alle ande en Fo men sind en wede on diese G und o m abgelei e ode aus de slawischen Sp ache en lehn .

DANIEL PETIT
16 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXV
Sowei wi beu eilen können, wa die Bedeu ung on *dū as "en mu ig ,
e legen, schweigend, au ig" und besch eib einen Geis eszus and, de
psychische Schwie igkei en und sozialen Rückzug kombinie . Die Bedeu ung des
al p eußischen Dū ai "schüch e n" pass gu zu diese seman ischen Rekons uk ion.
De U sp ung des bal ischen Adjek i s *dū as is unkla , abe zwei Annahmen we den sei dem 19.
Jah hunde ou inemäßig wiede hol . E s ens wi d adi ionell da on ausgegangen, dass das
bal ische *dū as de gleichen Familie wie das slawische *du ъnъ gehö . Diese Annahme e o de
eine aus üh liche Diskussion, die bishe nich du chge üh wu de. Die zwei e Annahme is , dass alle
Fo men on einem Ve b *dū - i- […] zu s echen, zu s echen, zu s echen, zu s echen[…] abgelei e sind,
das sich im li auischen dù i, im le ischen du[…] […] zu s echen[…] und indi ek im ussischen дырá
[…]hole[…] wide spiegel . Diese beiden Annahmen we den on Topo o (PJ I 391[…]392) und Mažiulis (PKEŽ
11988: I 239[…]240; 22013: 149) wiede hol , abe es muss be on we den, dass sie zwei komplemen ä e
An o de ungen mi sich b ingen: (a) wi müssen die seman ische Di e genz zwischen bal ischen
*dū as und slawischen *du ъnъ übe b ücken; (b) wi müssen e klä en, wie beide Fo men sowohl
o mell als auch seman isch au ein Ve b zu ückgehen können, das "zu s echen, zu s echen"
bedeu e . In diesem S adium schein die psychologische Bedeu ung diese Wu zel eine eindeu igen
Ve eilung zu olgen: "dümm, dumm" in de slawischen Sp ache gegen "en mu ig , e legen,
schweigend, schüch e n" in de bal ischen Sp ache. Abe es gib eine slawische Fo m, die eine
Bedeu ung haben könn e, die de bal ischen Familie seh nahe s eh . Am Ende des 19. Jah hunde s
e wähn das on Maks Ple e šnik e ö en lich e slowenische Wö e buch (Slo ensko-Nemški Slo a
1894: 195) ein Adjek i dú shy, wild (= […] deu sch […]cheu, wild, men[…]chen[…]cheu) 7, dessen Bedeu ung
iden isch is mi de des al p eußischen Adjek i s dū ai. Wei e en e n , abe siche lich e wand ,
is das slowenische Ve b du í i hasslich zu machen, mi Abscheu zu üllen; zu e ach en (= deu sch
e has , ekelha machen, e abcheuen, e ach en), was auch im se bisch-k oa ischen dú i i se zu
wü end sein, mi Ekel zu üllen zu inden is . Es wu de auch es ges ell , daß einige ussische Dialek e
das gleiche Wo dý […] schüch e n, ängs lich[…]8 e hal en haben. Die slawische Wu zel *du bedeu e
"schüch e n", dahe "en äusch sein, e ach en" (wah scheinlich abgelei e om deu schen scheu →
e abscheuen). Es kann s a k nich di ek gleichgese z we den, da das slawische *du supposes PIE
*d(h)ou , wäh end das bal ische *dū nu au PIE *d(h)uH -, *d(h)u H-, ode *d(h)H- zu ückgehen kann.
eminiscen o he meaning obse ed in Bal ic. Howe e , he o ms hemsel es
Siehe 6 . EDSIL 132. Das is nich ich ig. Abe EDSIL 126 schläg o , dass das slawische *du ъ und das
al e p eußische dū ai als *dhou- o om eine Wu zel *dheu- o un ( gl. Sansk i dh a i, G iechisch
θέω o un) analysie we den könn en, was seman isch unübe zeugend is .
Siehe 7 . EDSIL 132. Das is nich ich ig. Lau Ple e šnik (und Cigale 1860: 1355) schein die Quelle
des slowenischen Adjek i s die Sch i en des slowenischen Bischo s Ma e ž Ra ikna (1776-1845) gewesen zu sein.
8 Siehe U bu is (2000: 229).
S aipsniai A ikel 17 und
The O igin o Old P ussian dū ai
Wi s ehen also o eine g öße en He aus o de ung als e wa e . Es schein de Fall
zu sein, dass die slawische Sp ache zwei Haup e e e eines S amms *du -, ein
Adjek i *du ъ […] schüch e n[…] (slowenisch dú , ussisch dial. dý ) und ein
Subs an i *du ь […] albe nhei , Dummhei […] ( ussisch dý ь) besaß, wobei le z e es
die Quelle des Adjek i s *du ьnъ […] albe n, dumm[…] ( ussisch дурнóй, polnisch du ny)
is . Die seman ische Komplexi ä des S amms *du s ell keine Abg enzungslinie
zwischen Bal ikum und Slawisch da , sie is be ei s im Slawischen in e n. Da übe
hinaus müssen wi beach en, dass die o male Gleichung nich pe ek is , da die
slawischen Fo men *d(h)ou - annehmen, wäh end die bal ischen Fo men au einem
Nullg ad basie en, unabhängig da on, wie p äzise seine Rekons uk ion sein mag. Die
e balen G undlagen diese Fo men wu den adi ionell als das Ve b *dū - i- […] zu
s echen, zu s echen[…] iden i izie , das nu in de bal ischen Sp ache e hal en is
(li hwaisch dù i, le isch du[…] […] zu s echen[…]), abe die seman ische Ve bindung
zwischen diesem Beg i und den beiden Haup bedeu ungen seine e mu lichen
De i a e, […] schüch e n […] und […] albe n, dumm […], is nich ganz kla . Auße halb des
bal ischen Landes übe leb die p imä e Bedeu ung "zu s echen, zu s echen" im
ussischen dy á "Loch", abe es gib ein ande es Wo ü "Loch" in de slawischen
Sp ache mi eine e was ande en Fo m (weiß ussisch dzü á, uk ainisch д a, schechisch džu a, polnisch dziu a "Loch"). Anscheinend ha e das slawische zwei e schiedene S ämme *dy in ussisch дырá (< PIE *d(h)ū -), *du in polnisch dziu a, usw. (< PIE
*d(h)eu -); Es is schwie ig, übe diese g undlegende Aussage hinauszugehen und
die u sp üngliche Ve eilung zwischen diesen beiden Ablau -Klassen zu bes immen.
Das o male P oblem wi d du ch die wei e b ei e e Vo s ellung e schlimme ,
dass die meis en de oben zi ie en Fo men mi de Bedeu ung "zu s echen, zu
s echen" mi de bekann en PIE-Wu zel *de - zu eißen, zu schneiden (g iechisch
δέρω […] o lay[…], go isch dis- ai an […]zu ze eißen[…], die im al ki chenslawischen
d' a i, ussisch драть und li auisch di[…] i (p es. de ù) ode d[…] i (p es. di i),
le isch d[…] â […] übe leb . Diese Ansich is wah scheinlich unbeg ünde , abe
da sie eine en scheidende Rolle in de E ymologie on Li h spiel . Duo i, es muss e ns ha bewe e we den.
T adi ionell wi d das li auische di i (p es. de ù), d i (p es. di iù) und das al ki chliche dù i, das
Sla ic дерѫ, дьрати ‘ o ea ’ a e de i ed om PIE *de -, and he e b Li huanian
le ische du zu s echen, au einen al e na i en Nullg ad de selben Wu zel zu ückge üh 10.
Diese Analyse is p oblema isch. De scha e Ton de bal ischen Fo men (li auisch dù i, le isch
du ) weis au eine Se-Wu zel hin, die mi de Ablei ung on PIE *de - im Wide sp uch s eh . Au
PIE-Ebene is die Wu zel *de is eindeu ig ani[…] ( gl. g iechisch νεόδαρτος […]neu abges ichen[…],
Sansk i d[…] á- < PIE *d[…]- o-); Die in de Li e a u manchmal e wähn e SeH-Va ian e *de H ( gl.
SEJL 115) is siche lich eine 9 Siehe z. B. BSW 52 und SEJL 136. Siehe auch U bu is (2000: 229). 10 Siehe z.
B. Jēge s (1969); Smoczyński (2001: 148); Ka ulis (2001: 243) ha es ges ell , dass die Eine agnos ische
Hal ung wi d in EDBIL 147 da ges ell . Es is nich no wendig, die Deba e übe die Ve eilung on i
und u als di e gie ende Re lexe on PIE-Nullno en im bal isch-slawischen zu e ö nen.
DANIEL PETIT
18 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXV Illusion. Die Illusion is eine Illusion. Zunächs einmal
is de aku e Ton des li auischen In ini i s d[…] i (p es. di iù) im Ve gleich zum
Umlau on on di[…] i (p es. de ù) sekundä und kann nich p ima acie als Beweis ü
eine PIE-Se[…]-Wu zel e wende we den. In ähnliche Weise se z die nasale In ix o m
im Sansk i dṇ i e änen, de junge A es an də ənəṇ i sie änen nich
no wendige weise PIE *d-né/n-H o aus, sonde n kann die sekundä e Ausdehnung de
nā-Fo ma ion wide spiegeln. Die Beweise ü PIE *de His basie en somi au
unsiche em Boden und e weisen sich als öllig unzu e lässig. Au de ande en Sei e
kann de Se[…]-Cha ak e des li auischen Dü i, des le ischen Du[…] […] o s ing[…],
kaum als sekundä e klä we den: e is in allen Fo men de lexikalischen Familie es
e ablie und wi d on e schiedenen du ch den Kehlkop induzie en Phänomenen wie
dem aku en Ton des Vokals (li auisches Dü -, la einisches Du[…]- + Konsonan ) ode
seine kompensa o ischen Ve länge ung (li euisches Dü mi Me a onie d[…] -,
la einisches Dü - + Vokal) un e s ü z . De kons an e Se[…]-Cha ak e de Familie
schließ die Möglichkei aus, dass es on PIE *de - […] o ea , o lay[…] abgelei e is .
Eine e ns e e Op ion, die on de ALEW (I 249 […] 250) o geschlagen wi d, bes eh da in,
das li auische dù i, das le ische du[…] […] o s ing[…], on eine ande en PIE-Wu zel
*dhu[…]e h1- […] o damage, o hu […] ( gl. Hi i e duu[…]a nizi […]he b eaks[…], Sansk i
dh[…] a i […]he damages[…]) abzulei en. Diese Analyse ha den Vo eil, das P oblem des
se[…]-Cha ak e s de Wu zel zu lösen. Das li auische dù i, das le ische du , konn e
ou inemäßig au den Nullg ad *dhu h1- zu ückge üh we den. Da übe hinaus wü de
diese Analyse es e möglichen, den al en Ve gleich zwischen dem le ischen dũ e
[…] is […] und dem kel ischen *du no- […] is , hand[…] (al i isch do n, mi elgalesisch
e olu ion (‘ o s ing’ → ‘ is ’) is i ial and pa alleled by he case o La in pungō
dw n, b e onisch dou n […] is […]) zu e en, de die An ike des Vokals u zeig ; die
seman ische "zu s echen" → pugnus " aus ". Eine Va ian e *dheu h1, wah scheinlich
eine sekundä e olls ändige Klasse zu *dhu h1, wü de einige de slawischen Fo men gu
e klä en ( gl. weiß ussisch dzü á, uk ainisch д a, schechisch džu a, polnisch dziu a
[…]hole[…]), und die sekundä e ablau -Klasse *dhou[…] h1 könn e sich di ek in de
slawischen *du […] […]silliness, s upidi y[…] wide spiegeln. Die g undlegende Fo m wä e de Nullg ad *dhu h1, de noch im bal ischen Ve b (li auisch dù i) e hal en is und au sein De i a (li auisch d as, al
P eußische Dū ai.
Aus o male Sich is die Beziehung zwischen einem Ve b *dū - i und einem Adjek i
*dū -as in de bal ischen Sp ache siche lich sekundä und ep oduzie den
Ablau -G ad des Ve bs im Adjek i ohne jede Ve ände ung, wäh end die Beziehung
zwischen *dū - i und *dou os im slawischen Sp ache einem Ablau -Mus e olg , das
wei e b ei e zu sein schein .
11
Siehe auch c . IEW 277; LIV 1140; EDHIL 905 […] 908. Das Sansk i dh a i e schade gehö zu eine
se-Wu zel ( gl. das e bale Adjek i dh a-), abe die hema ische Va ian e dh á a i (< PIE
*dhué h1-e/o-) wu de als ani analysie , was zu einem sekundä en e balen Adjek i dh u á- ( on
*dhu á-) üh e. Eine ande e Rekons uk ion wi d im LIV 1140 o geschlagen.
S aipsniai A ikel 19 und
The O igin o Old P ussian dū ai
PIE *h1 oudh-o- = go ische Rauþs, ländliches la einisches ū us) gegen * udē- i- […] o
zu sein[…] (li auisch ud[…] i, al ki chlich-slawisch ръд[…]ти < PIE *h1 udh-eh1- =
la einisches ubē e): de D uck diese A is ü die Scha ung eines sekundä en
o-G ades *dou os (als ob PIE *dhou[…] h1-o-) ans elle on PIE *dhu[…]o h1-o- (PIE
Wu zel *dhu[…]e h1). Das slawische abs ak e Subs an i *du y, das sich im
ussischen dý y […]s upidi y[…] und dem De i a *du ъnъ […]s upid, silly[…]
wide spiegel , is siche lich eine sekundä e Fo ma ion (als ob on PIE *dhou[…] h1-i-),
pa allel zu Fällen wie dem al ki chenslawischen zъль […] he e il[…] (= g iechisch κακία)
on зълъ […]bad, e il[…] (= g iechisch πονηρός, κακός). Das P oblem lieg in de
Seman ik de lexikalischen Familie. Die Ablei ung de Bedeu ungen "dümm, dumm" und
"schüch e n, en mu ig , e legen, schweigend, au ig" aus de g undlegenden
Bedeu ung "zu s echen" bleib an diese S elle unmo i ie . Fü einige diese Fo men
wu den sei dem 19. Jah hunde ande e Ve gleiche o genommen, abe was sie
gemeinsam haben, sind iele Ungenauigkei en in ih e phonologischen ode
mo phologischen Fo mulie ung. Zunächs einmal wi d das g iechische Adjek i
θοῦρος ushing, impe uous, u ious o mi dem al p eußischen dū ai shy und dem
ussischen дурnóy silly, s upid e glichen, abe es soll e wah scheinlich beisei e
gelassen we den, da es wah scheinlich keine PIE-Fo m *dhou1- hō- wide spiegel ,
sonde n e nün ige weise dem Ve b θρώσκω, ao is θορον o sp ing, o leap up
gehö , das eine ande e Wu zel *dρώh *he h * annimm : wi haben einen Nullg ad
*dho h3 in θθοσκω, θορον > und einen o-G ade *dho h3 (mi Saussu es) in *θο- θορός I
(mi dem g iechischen Kompensa o , de sich aus de Ve länge ung des Digammas
e en i hey a e sepa a ed by hei ablau , Sla ic *du - ( om *dhou h1-) and
e gib ). Wi haben also die bal isch-slawischen Da en. Wie be ei s e wähn , is es
wah scheinlich, dass die bal ischen *dū - ( on *dhu h1-) zu de selben Familie gehö en.
Wi haben gesehen, dass de seman ische Un e schied nich mi dem o malen
Un e schied koex ensi is , da das slowenische Dú dem slawischen *du - gehö , abe die Bedeu ung "schüch e n" ha , was es di ek mi dem bal ischen *dū as zu e binden schein .
Die Bedeu ung des al p eußischen Dū ai und des li auischen d[…] as "schüch e n,
schweigend, schweigend" lei e sich wah scheinlich on einem Ve b *dū - ab,
"schweigen zu bleiben, sich zu schämen, nach un en zu blicken". Dies wi d du ch die
e schiedenen Ve ben o geschlagen, die mi diese Bedeu ung e bunden sind, wie
z. B. Li h. dū i zu wa en, zu schweigen, ohne ein Wo zu sagen und d o i
en mu ig zu sein, nach un en zu schauen, dep imie zu we den. Im Le ischen
e b ei e e sich diese Bedeu ung au das slawische Leihwo und seine Familie, wie
die le ischen Duens […] au ig, e legen, albe n, isolie […], du nê […] langsam
gehen, aul sein, uhig sein, schweigen, un eundlich sein, k ank sein[…] zeigen. Die
Quelle diese Bedeu ung wu de on F aenkel (LEW I 90 und 113) o beikommend
e wähn , wu de abe on Mažiulis (PKEŽ 11988: I 239; 22013: 149) deu lich gesehen. Im
Li auischen gib es den Ausd uck nudù i aks žẽmę niede au den Boden schauen (wö lich: die Augen au den Boden legen):