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Das Nomem, das Allonom und die Nomematik. Zugleich Besprechung von Silvio Brendlers Buch „Nomematik“

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Das Nomem, das Allonom und die Nomematik. Zugleich Besprechung von Silvio Brendlers Buch „Nomematik“

Author: Volker Kohlheim
Year: 2013
Source: https://journals.lki.lt/actalinguisticalithuanica/article/download/968/1058
283Įž algos / insigh s
VoLke kohLheiM
bay eu h
o schungs ich ungen: Pe sonennamenkunde, li e a ische ono-
mas ik, namens heo ie.
das noMeM, das aLLonoM
und die noMeMa ik.
ZugLeich besP echung
Von siLVio b endLe s
buch NOMEMATIK
nomema, alonomas i nomema ika.
Pas abos apie sil io b endle io knygą
Nomema ik
I
Wenn e was die mode ne Linguis ik sei e wa dem beginn des 20. jah hunde s
cha ak e isie , so is es die abkeh on eine ein his o ischen be ach ung de
sp ache, wie sie noch he mann Paul apodik isch e eidig e. einhe mi diese
abkeh on de ein sp achgeschich lichen be ach ung ging die be onung de
synch onie als be o zug es un e suchungsobjek linguis ische s udien und dami
eine „ eduk ion de anzahl de elemen a en besch eibungseinhei en“, und zwa
„ o allem du ch e ablie ung des Phonembeg i s in de Phonologie [und] des
Mo phembeg i s in de Mo phologie.“ ( hümmel 2005: 651). Wie seh sich die
ak uelle Linguis ik auch om klassischen s uk u alismus inzwischen en e n ha-
ben mag, so sind diese e mini, denen man noch das Lexem an die sei e s ellen
kann, und die mi ihnen e bundenen heo e ischen annahmen, z. b. on den
dis ink i en Me kmalen, den opposi ionen, sowie analy ische Vo gehensweisen wie
die segmen ie ung doch zum un e zich ba en epe oi e de sp achwissenscha
gewo den. es äll nun au , dass es sich die onomas ik bis heu e wei gehend e -
lauben zu können mein , au dieses beg i sins umen a ium e zich en zu dü en.
diese Mangel beziehungsweise me hodologische ücks and mag in de imme
noch wei gehend sp achhis o isch, e ymologisch o ien ie en oponomas ik weni-
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ge on bedeu ung sein ( gl. abe kohlheim, hengs 2004), e mach sich abe
o allem in de an h oponomas ik nega i beme kba . insbesonde e bei un e -
suchungen, die auch s a is ische ages ellungen implizie en, bei denen also imme
die age eine olle spiel , welche namen o men als zusammengehö ig, als „iden-
isch“ anzusehen sind, esul ie das ehlen eines me hodologisch konsequen en
und au de höhe de allgemeinen Linguis ik s ehenden beg i s- und Me ho-
denin en a s o genug in zumindes e minologische unkla hei , wenn nich
soga in ang ei ba en esul a en.
dabei exis ie sei 1977 ein s uk u alis isch gep äg es beg i sin en a , das
hie abhil e scha en kann. ange eg du ch einen Vo schlag udol eudenbe gs
( eudenbe g 1967/68), wu de in Volke kohlheims a bei übe die egensbu -
ge u namen des 13. und 14. jah hunde s dem Paa Phomem und Allophon das
onomas ische Paa Nomem und Allonom zu sei e ges ell (kohlheim 1977: 71).
eine e minologische Lücke wu de dadu ch ge üll . sinn und Zweck diese e -
minologischen neup ägung wa zunächs , de bei de un e suchung de spä mi -
elal e lichen egensbu ge u namen an allenden onymischen o men iel al
he zu we den. es gal sich da übe kla zu we den, ob u kundlich beleg e o -
men wie Gumbe us, Cumbe us, Gump ech , Gumpp ech , Gumplinus bei de na-
mens a is ischen un e suchung als ein ode meh e e namen au ge ass we den
müss en (kohlheim 1977: 36). dabei, und dies wa de en scheidende gedanke,
soll e nich nach e ymologischen k i e ien e ah en we den, die ü die sp eche /
sch eibe des 13./14. jah hunde s siche keine bedeu ung meh ha en, sonde n
die nameniden i ä en soll en dem bewuss sein de namenbenu ze en sp echen,
soll en ih e onymische kompe enz ep äsen ie en. P inzipiell wa also bei de
linguis ischen analyse des spä mi elal e lichen namensys ems egensbu gs eben-
so o zugehen wie bei de un e suchung des onymischen sys ems eine unbe-
kann en sp ache. das heo e ische ge üs dieses „e hnologischen“ Vo gehens
ha e damals be ei s kenne h Lee Pike gelie e . nach Pike (1967) bezeichnen wi
eine un e suchungsme hode, die nach k i e ien e äh , die on außen an das
zu un e suchende sys em he ange agen wu den, als „e isch“. eine de a ige Me-
hode ha als eins ieg ih e be ech igung, doch kann sie nu o läu ig sein, denn
sie en sp ich nich unbeding den a sächlichen Ve häl nissen. Zwei namen o men,
die wi au g und gleiche e ymologische he kun als „iden isch“ bezeichnen,
können ü das bewuss sein de sp eche eine e gangenen – ode auch gegen-
wä igen – epoche du chaus als zwei ge enn e namen au ge ass we den. es geh
also um die ekons uk ion de onymischen kompe enz de sp eche eines e -
gangenen Zei aums. geling sie, e hal en wi , in de ausd ucksweise Pikes, „emi-
sche“ einhei en. ein beispiel aus de gegenwa : die namen Adelhei , Aleida und
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Elke gehen alle au adal-hei zu ück, we den abe heu e du chaus als d ei e -
schiedene namen au ge ass . umgekeh wu den im mi elal e lichen egensbu g
die e ymologisch au zwei un e schiedliche heb äische e ymologien zu ückgehen-
den o men Ma heus und Ma hyas als aus auschba emp unden, wie die beleg-
eihe he n Ma hyas dez Wakche s haus awe (a. 1341), Ma heis de Wache (a.
1342), Ma heus de Wachke (a. 1342), bei Me lein dem Woche (a. 1345) zeig
(kohlheim 1977: 511), denn es handel sich jeweils um ein und dieselbe Pe son.
Wi müssen also annehmen, dass es ü die egensbu ge sp eche de damaligen
Zei eine men ale einhei gegeben ha , die es ihnen e laub e, die soeben ange-
üh en namens o men als iden isch zu e kennen. diese abs ak e men ale einhei
nennen wi Nomem, seine ealisie ungen in mündliche sp ache ode Ve sch i -
lichung Allonom (kohlheim 1977: 71). en scheidend dabei is , dass das Nomem
als abs ak e men ale einhei au ge ass we den muss. seine no ie ung is dahe
ein kon en ionell. das is in de spä e en Li e a u zum nomem nich imme
e s anden wo den. so wu den in kohlheim (1977) die nomeme als al hochdeu -
sche e yma wiede gegeben (also „kuon- ā “ als nomem ü die allonome Chun-
a , Kon ad, Chun z, Kunz e c.). in einem spä e en au sa z wu de o geschlagen,
in analogie zu üblichen no ie ung on Phonemen das nomem zwischen sch äg-
s ichen zu no ie en. im alle de oben ange üh en allonome Ma hyas, Ma heis,
Ma heus und Me lein bie e sich als no ie ung des allen diesen allonomen zu-
g unde liegenden nomems /Ma heis/ an (kohlheim 2001: 148.) alle dings
bes eh auch bei diese no ie ung die ge ah , /Ma heis/ als die „ ele an es e“
o m anzusehen. schon 1966 ha e udol eudenbe g o geschlagen, ü die
no ie ung on Phonemen au die „ üge ische assozia ionen“ an phone ische
We e he o u enden buchs aben zuguns en ganz neu gewähl e symbole zu
e zich en ( eudenbe g 1966: 9). Man könn e sich also o s ellen, ü die no-
ie ung des nomems /Ma heis/ ein ach die no a ion /M/ ode auch eine
Zi e einzu üh en.
als die beg i e Nomem und Allonom e s mals de inie wu den, he sch en
beha io is ische Me hoden in de Linguis ik o . die analyse des egensbu ge
namenma e ials e olg e dahe nach den Me hoden des ame ikanischen dis ibu-
ionalismus, wie sie Zellig s. ha is en wickel ha e (ha is 1969; gl. kohlheim
1977: 67–80). „Men alis isch-psychologische“ au assungen gal en als übe hol .
aus heu ige sich läss sich dagegen es s ellen, dass es sich bei de ein üh ung
des beg i s Nomem in gewissem sinn um eine Vo ausnahme kogni i is ische
Posi ionen handel e. Wenn eudenbe g 1966 o mulie e: „Phoneme sind du ch
gedankliche syn hese gewonnene beg i e“ ( eudenbe g 1966: 13), so gal das-
selbe auch ü den ku ze Zei spä e de inie en beg i des Nomems. aus heu ige
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kogni i is ische sich läss sich es s ellen: Nomeme en sp echen den konzep en,
die im gehi n de sp eche bezüglich einzelne namenausd ücke exis ie en.1
es mag au ge allen sein, dass bei de oben ange üh en eihe on allonomen
Gumbe us, Cumbe us, Gump ech , Gumpp ech und Gumplinus zwei un e schied-
liche ypen e e en sind, die wi adi ionelle weise als „Voll o men“ und als
„ku z o men“ bezeichnen. schon in de a bei on 1977 ha e Volke kohlheim
o geschlagen, hie on Realisie ungs ypen zu sp echen: „de ealisie ungs yp ge-
hö zwa imme noch de i uellen [also de emischen] ebene an, doch wi d die
Wahl des jeweiligen ealisie ungs yps om sp eche ode sch eibe e s in de
ak uellen sp ech- ode sch eibsi ua ion ollzogen, und diese Wahl is in jedem
all si ua ions- bzw. kon ex beding und abhängig on de in en ion des sp eche s/
sch eibe s sowie on de om sp eche /sch eibe angenommenen ewa ung sei-
nes kommunika ionspa ne s“ (kohlheim 1977: 79 .). so muss sich ein sp eche /
sch eibe , de das nomem /Ma ga e e/ ealisie en möch e, kla da übe we -
den, ob e dies mi dem allonom Ma ga e e u , das eine o mellen kommuni-
ka ionsebene (domäne) angehö , ode eines de allonome G e e, G e chen, G e el,
G e elchen e wende , die eine in o mellen kommunika ionsebene (domäne) an-
gehö en und sp achlich dem ealisie ungs yp „hypoko is ikon“ zugehö en. dami
kommen auch p agmalinguis ische aspek e in das o ges ell e, p imä sys emlin-
guis ische Modell, komm es doch au die jeweilige p agma ische si ua ion an,
welchen ealisie ungs yp de sp eche e wende .
das heu e in de onomas ischen heo ie so zen ale hema de e e enz spiel-
e in de a bei on 1977 höchs ens indi ek eine olle. es ging ja da um, aus
dem ko pus de zwei bände des egensbu ge u kundenbuchs, das ch onologisch
bis 1378 eich , die namen zu analysie en und ü namens a is ische un e suchun-
gen au zube ei en. und zwa ein ko pusbezogen, sys emin e n. Zwei un e schied-
liche namens o men gal en demnach als „iden isch“, wenn sie in gleiche „um-
gebung“ au a en. die wei aus meis en u namen – und nu um diese ging es –
a en in einem namensyn agma au , das im no mal all aus d ei elemen en bes and:
u name + bes imm e a ikel + beiname. bei auen kam zum beinamen noch
das Mo ie ungssu ix -in hinzu. e schienen nun zwei namens o men, e wa S ep an
und S ep el, aus auschba in Ve bindung mi dem beinamen de Enichl, wa die
1 Vgl. zu kogni i en Wo konzep en ickhei , Weiss, eikmeye (2010: 73–76). sil io b endle (2008:
75) alle dings ges eh e s de spä e en Ve sion des nomema ischen ansa zes, wie sie in kohlheim,
hengs (2004) o lieg , ein kogni i is isches he angehen an die P oblema ik zu. Wo wö lich hieß es
abe be ei s in de assung kohlheim (1977: 71): diejenige sp achliche einhei , die es dem kompe-
en en sp eche eine sp achgemeinscha e laub , e schiedene namens o men als iden isch zu e -
kennen, nennen wi ‚nomem’ […]“. „e kennen“ abe is eine kogni i e Leis ung.
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„iden i ä “ e wiesen, das heiß , die beiden ( ealisie en) allonome S ep an und
S ep el gehö en einem ( i uellen) nomem /s ePhan/ an. diese Me hode olg-
e s eng dem dis ibu ionalimus, wie ihn ha is (1969) o mulie ha e. dass die
in den dokumen en des u kundenbuchs e zeichne en namen o men sich au
(damals) konk e e Pe sonen bezogen, also eine e e enz unk ion ha en, wa zwa
o ausgese z , spiel e abe ü die bes immung de nomeme nu eine indi ek e
olle. eine wei e e olge diese seh ko pusbezogenen sich weise wa , dass ein
ande e gesich spunk , de heu e im Vo de g und s eh , übe haup keine olle
spiel e: da es um die analyse eines In en a s on namen ging, und zwa um
u namen, konn e de gedanke, dass sich „ein“ name nu au eine Pe son bezie-
hen könne, ga nich au kommen. im Zusammenhang mi de diskussion, wie d ei
allonome, die sich im o mbe eich wei gehend gleichen, abe in un e schiedliche
„umgebung“ s ehen, also im namensyn agma zusammen mi un e schiedlichen
beinamen au e en, dennoch einem nomem zugeo dne we den können – au die
einzelhei en des P ozede es kann hie nich nähe eingegangen we den – hieß es:
„Woll en wi nu das k i e ium de disku sbedeu ung [das heiß de umgebung in
de ealisie ung] gel en lassen, wä en die d ei allonome [Ruge de Pochne , Ruge
de P unnho e , Ruge o de Chappel] nich iden isch und olglich d ei e schiede-
nen nomemen zuzuo dnen. diese olge ung is jedoch absu d: bekann lich benu z
jede sp achgemeinscha wei aus wenige namen, als sie en i ä en benenn “ (kohl-
heim 1977: 72). nich , dass die P oblema ik diese aussage damals nich e kann
wo den wä e, doch wu de sie mi bezug au eugenio cose iu (1967: 268: „[…] los
nomb es p opios pueden se mul í ocos, pe o son siemp e mono alen es“) und a -
hang Zabeeh (1968: 57: „We may use, o example, […] ‚joan’ o e e o many
women“) en k ä e . im g unde handel es sich um das auch heu e noch i ulen e
namens heo e ische und -philosophische P oblem des spannungs e häl nisses zwi-
schen onymische „Mono alenz und klassenbildung“ (Windbe ge -heidenkumme
2011). Wi sp echen heu e nich meh so p oblemlos on „einem namen“. heu e
s eh uns eine di e enzie e e e minologie zu Ve ügung: so wü de Willy Van
Langendonck (2007) in dem ange üh en all nich on einem „name“, sonde n on
einem „p op ial lemma“ sp echen und sil io b endle in dem sogleich o zus el-
lenden buch on einem „a chinomem“. als Lemma a eines his o ischen namenin-
en a s eilich wu den die zu e uie enden nomeme damals auch au ge ass .
in eine e wei e en assung de heo ie wu de noch de beg i des A chino-
mems einge üh (kohlheim 2001), de uns in eil ii dieses au sa zes in ande em
sinne als bei kohlheim wiede begegnen wi d. nu ku z wu de die anwendung
au amiliennamen e lek ie (kohlheim 2005), wäh end die beg i e Nomem und
Allonom im be eich de oponomas ik on ka lheinz hengs im anschluss an

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kohlheim e ö e wu den (kohlheim, hengs 2004; kohlheim, hengs 2006). die
nomema ische e minologie wu de gelegen lich auch on ande en au o en e -
wende , zule z on enā e siliņa-Piņķe (2009), und and eingang in das handbuch
Die Pe sonennamen im Deu schen on Wil ied seibicke (2008:101).
II
im jah 2008 leg e b endle mi seinem buch Nomema ik. Iden i ä s heo e ische
G undlagen de Namen o schung (insbesonde e de Namengeschich e, Namenlexiko-
g aphie, Namengeog aphie, Namens a is ik und Namens heo ie) eine g ündlich e wei-
e e und e eine e heo ie zu es s ellung onymische iden i ä en o . das
um ang eiche We k (448 sei en, zahl eiche abbildungen, 6 ka en) is du ch ein
namen- und ein sach egis e (421–428; 429–448) gu zu e schließen; ein als
„konk e isie ungen“ bezeichne e eil (321–391) dokumen ie die e wähn en
namen auch op isch. das eichhal ige Li e a u e zeichnis (393–419) zeug on
de g ündlichkei des au o s, dem wohl kaum ein zu nähe en und wei e en he-
ma ik des buches gehö endes We k en gangen sein dü e.
gleich zu beginn de „einlei ung“ (25–52) wi d es ges ell : „de e minus
‚nameniden i ä ’ bezeichne das Vo kommen on ein- und demselben namen zu
un e schiedlichen Zei punk en in de kommunika ion, also im sp achgeb auch“
(31). synonym hie zu we den die ausd ücke „isonymie“ ode „onymische iden-
i ä “ e wende . Vo ausse zung da ü , dass zwei (ode meh ) namen iden isch,
„isonym“ sind, is ih e gleiche e ymologische he kun u n d die a sache, dass
sie ein und dasselbe objek benennen, das heiß , dass sie „ e e enziden isch“, ko-
e e en sind. hie mi is schon de wich igs e un e schied zu den a bei en on
kohlheim benann , in denen „iden i ä “ o male iden i ä bedeu e e. geb auchsi-
den i ä , ko e e enziali ä , wa do nu de ausgangspunk zum nachweis on
nomemen, die, einmal es ges ell , sich dann du chaus au meh e e Pe sonen
beziehen konn en. ü b endle lieg dann keine onymische iden i ä meh o ,
sonde n lediglich homonymie (33).
scha sinnig un e scheide b endle zwischen onymische iden i ä (isonymie)
und namengleichhei und weis nach, dass es un e schiedliche a en on onymi-
sche gleichhei gib (33–38): (1) e ymologische namengleichungen, (2) o ma-
le gleichungen (bei e ymologische ungleichhei ), z. b. die deu schen o snamen
Koblenz < la . Con luen es und Koblenz < al so bisch *Kobyl’no/* Kobyl’na ‚die
siedlung, wo es s u en gib ’, (3) seman ische namengleichhei , z. b. deu sch
Schwa za, englisch Blackwa e , (4) e e enziden ische namengleichungen, die sich
wiede um di e enzie en lassen in solche mi gleiche e ymologie, z. b. deu sch
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Deu schland, dänisch Tyskland, mi gleiche seman ik, z. b. deu sch Schwa zwas-
se , al so bisch *Čo nica und solche, bei denen nu das objek gleich is , au das
mi o mal, e ymologisch und seman isch un e schiedlichen namen e e ie wi d,
z. b. deu sch Deu schland, englisch Ge many, innisch Saksa. schließlich gib es
noch (5) „nameniden ische namengleichungen“, bei denen alle soeben ange üh -
en eil-gleichungen zugleich zu e en, so wie bei den belegen aus dem Ös e -
eich des 15. jah hunde s Be l Menha = Pa l Menha . nu le z e e gleichun-
gen, so b endle , sind „nameniden i ä s heo e isch ele an “ (38). bei de be-
ach ung on onymen un e scheide b endle zwischen de „pe zep i en ebene“
und d ei „kogni i en ebenen“ (40 .): au de pe zep i en ebene sind die (münd-
lichen ode sch i lichen) konk e isie ungen des onyms angesiedel (bei kohlheim
wa en das die ealisie en allonome). die ebene de kogni ion un e eil sich in
die ebene de ealisie ungen, au de e schiedene namen-konk e isie ungen
als Va ian en inne halb eines onymischen sys ems e kann we den, de sys ema-
isie ungen, au de im gehi n de sp ach eilnehme ein sys em gebilde wi d,
und de a chisys ema isie ungen, die bei „nachdenken und Äuße n“ übe namen
zus ande komm . Wenn wi einen namen hö en ode lesen, so iden i izie en wi
das mi ihm benann e objek zunächs „als ein bes imm es, abe nich nähe
spezi izie es indi iduum“ (44). im un e schied zu diesem ak de „iden i izie-
ung“ e olg die „iden i ika ion“ bei „ es s ellung de du ch einen namen es -
geleg en iden i ä eines indi iduums“ (44). jeden alls lehn b endle eine „ äge -
unabhängige namenbe ach ung“ – „da dem Wesen des namens nich ge ech
we dend“ – ab (50).
kapi el 1 des buches (53–80) en häl in einem „wissenscha shis o ischen Übe -
blick“ eine auseinande se zung mi den au o en, die o b endle die nomema-
ische e minologie e wende haben. Wie schon da geleg , un e scheide sich
kohlheims au die sp ach o m konzen ie e ansa z om b endle schen o allem
dadu ch, dass bei kohlheim ein nomem sich (in de ealisie ung) au unendlich
iele namens äge beziehen kann. ü b endle handel es sich hie bei um „ho-
monyme nomeme“ (63). imme noch bezug nehmend au kohlheim (und kohl-
heim, hengs 2004) schläg e eine sp achlich homogene e e minologie o ,
indem e „allonom“ au de ebene de konk e isie ung du ch „nom“ e se z und
„ ealisie ungs yp“ du ch „allonom“ (64). e geh dann ein au die in dem Zei -
aum sei kohlheim (1977) e schienenen a bei en, die die nomema ische e mi-
nologie e wenden, und komm esümie end zu dem u eil, dass sie alle nich das
ü ihn en scheidende k i e ium de unk ionalen iden i ä be ücksich igen; „o -
enba e wechsel man schlich weg e ymologische iden i ä mi nameniden i ä
(häl isogenie ü isonymie)“ (80).
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kapi el 2 (81–170) äg die Übe sch i „nomema ik“.2 en scheidend ü die
nomema ische, also eine emische, be ach ungsweise is , die namen im sys em zu
sehen, wobei das namensys em, ähnlich wie schon bei kohlheim (1998), als sub-
sys em des lexikalischen und dieses wiede um des sp achlichen sys ems zu e -
s ehen is (82). die „besch eibung kons i u i e sp achliche eigenscha en de
namen […] als nomeme“, also die besch eibung ih e phonema isch/g aphema i-
schen o m, bezeichne b endle als „nameng amma ik“ (85). im olgenden
we den die einhei en nom, allonom und nomem neu de inie : „ein nom is die
konk e isie ung eines unk ional und zugleich g amma isch iden ischen nomems,
wäh end ein allonom die ealisie ung eines unk ional und zugleich g amma isch
iden ischen nomems he s ell “ (89). Zwei un e schiede zum kohlheimschen Mo-
dell we den hie bei e iden : Wäh end bei kohlheim ein nomem als bloße o m-
einhei , als „p op ial lemma“ im sinne on Van Langendonck (2007), au de
ealisie ungsebene au meh e e namen äge e e ie en konn e, is das im b endle -
schen Modell nich de all. Zwei ens ep äsen ie en bei b endle „namen mi
un e schiedlichen Wo lau en, die jedoch ein- und dasselbe objek benennen, […]
e schiedene nomeme und somi e schiedene namen“ (103). eilich wi d dami
die in en ion des ansa zes on kohlheim (1977) e ehl . do wa es ja ge ade
da um gegangen, die un e schiedlichen zu einem nomem gehö enden Va ian en,
o allem also ku z o men und kose o men eine Voll o m, en sp echend de
onymischen kompe enz de spä mi elal e lichen namengebe und - äge zusam-
menzu assen, um sie s a is isch e we ba zu machen. dagegen sieh b endle in
ku z o men und kose o men „eigens ändige“ namen und sp ich dahe on „ku z-
namen und kosenamen“ (103). Wenn man das u und auch in de P axis anwen-
de , is es alle dings nich möglich, e wa die Ve b ei ung on heiligennamen im
Mi elal e diach onisch und dias a isch angemessen zu un e suchen. es wü de
dann imme de jenige name (nomem) s a is isch be o zug we den, de keine
ode nu wenige allo o men au weis . da im Mi elal e eine nomema isie ung
on allo o men (im gegensa z zu heu e) nu seh sel en o kam, wü de das bild
du ch eine solche Vo gehensweise g ündlich e älsch .
bei „laienha e[m] ode sp achwissenscha liche[m] nachdenken übe die Zu-
sammenhänge on namen und/ode namen(s) o men“ (112) begeben wi uns au
die kogni i e ebene de „a chisys ema isie ungen“. so gelangen wi zu „a chino-
memen“, wenn wi übe eali e ode auch nu scheinba zusammenhängende na-
mens o men nachdenken ode sp echen, und zwa o es legung i gendeine
e e enz. dahe handel es sich bei Äuße ungen wie „ich kenne zwei Leu e mi
2 diese e minus wu de on b endle be ei s im jah 2003 einge üh (81).
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das nomem, das allonom und die nomema ik. Zugleich
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dem namen onny“ auch noch nich um ollwe ige namen (116). a chinomeme
können in Lau ung ode g aphie leich oneinande abweichen (b endle s beispiel
lau e Ge i /Ge i , s. 116). We den aussagen übe die diach onie on namens-
o men ge o en, seien diese nun sp achwissenscha lich ko ek ode nich , sp ich
b endle on „a chiallonomen“ (118).
im olgenden geh es um die men alen Vo gänge, die bei de abs ak ion, das
heiß dem Weg on de konk e isie ung bis zu a chisys ema isie ung, und ih em
gegens ück, de spezi ika ion nomema ische einhei en, au e en (126–128). auch
die beziehungen zwischen nomema ischen en i ä en, insbesonde e isonymie und
anisonymie, we den hema isie (130–140). au me ksamkei dü en die olgenden
sei en e egen, in denen b endle sein konzep de „nomema ik als dynamische
sp achbe ach ung“ o s ell (140–144). e e such hie , den angeblich ganz „au
die synch onie konzen ie [en]“ (140) ansa z on kohlheim du ch ein „panch o-
nisches“ Vo gehen zu übe winden, be ücksich ig dabei alle dings nich , dass auch
in kohlheim (1977) die diach onie als ab olge synch onische schich en eine
en scheidende olle spiel e.3 die „dynamik de nomema ischen sys embe ach ung“
e gib sich lau b endle au g und de „haup an iebsk ä e de sp achdynamik:
konk e isie ung, ealisie ung und sys ema isie ung“ (141). Wie sich hie aus, eine
doch zunächs synch onischen klassi izie ung men ale Vo gänge, diach onische
Wandel ablei en läss , leg b endle nich nähe da . Zu ech be on e die „P o-
blembeha e hei de es s ellung de iden i ä sp achliche einhei en in de dia-
ch onie“ (142). diese P oblema ik wa auch kohlheim (1977) begegne und e
ha e sie ü das zei liche kon inuum om jah 893 bis 1378 du ch die ab olge
synch onische schich en zu lösen e such , wobei dann Phänomene onymischen
Wandels wie au spal ung eines nomems in zwei e schiedene ode kon amina i-
on, Ve schmelzung zweie nomeme zu einem, zu beobach en wa en (kohlheim
1977: 100–106). und wenn b endle au s. 144 die en wicklung des heu igen
o snamens ‚chemni z’ on „kaMeniZ“ (um 1100) übe „keMeniZ“ (um 1200)
zu „keM(e)niZ“ (um 1300) g aphisch da s ellen will, eku ie e de ac o eben-
so au „synch onische schich en“, wie dies kohlheim (1977) ü die egensbu ge
u namen zu un gezwungen wa . ein „komplexkon inuum“, wie au s. 143 be-
haup e , is dies jeden alls noch nich . Zu ech sch eib b endle dahe , „daß die
namen o schung geeigne e Me hoden ü die diach onische e o schung dynami-
sche namensys eme [noch] wi d en wickeln müssen“ (143). Mi seinem beg i s-
ins umen a ium ha e da ü be ei s ein b auchba es We kzeug en wickel , wi d
sich doch de onymische Wandel zunächs in e einzel au e enden konk e isie-
3 siehe kohlheim (1977: 100–106): „diach onische Wandel des namensys ems“.