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Bemerkungen zur Problematik der baltischen Ortsnamen westlich der Weichsel

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Bemerkungen zur Problematik der baltischen Ortsnamen westlich der Weichsel

Author: Darius Ivoška
Year: 2016
Source: https://journals.lki.lt/actalinguisticalithuanica/article/download/882/973
208 Ac a Linguis ica Li huanica LXXIV
DARIUS IVOŠKA
Lie u ių kalbos ins i u as
Wissenscha liche Fo schungs ich ungen: Onomas ik,
Bal isch-deu sche Sp achkon ak e.
BEMERKUNGEN ZUR
PROBLEMATIK DER
BALTISCHEN ORTSNAMEN
WESTLICH DER WEICHSEL
Kele as pas ebėjimų dėl bal iškų ie o a džių į
aka us nuo Vyslos p oblema ikos
ANNOTATION
Die F age de G enzen des Wohna eals de Bal en is imme noch ein Thema, das
die Fachleu e e schiedene Wissenscha en, besonde s His o ike , Sp achwissenscha -
le und A chäologen zu Diskussion e einig . Die Ve suche eine genauen Iden i izie-
ung des exak en ehemaligen Siedelgebie es de bal ischen Völke , ußen nu au de E -
o schung de bescheidenen Sp achdenkmäle , de a chäologischen Funde und au eine
s ändigen Übe p ü ung und Neueinschä zung de zahl eichen in Be ach kommenden
wissenscha lichen We ke. Das Bes eben des Bei ags bes eh da in, neue onomas ische
Ta sachen bzw. neue Oikonyme und unbekann e Va ian en de be ei s gebuch en O sna-
men o zulegen, die we olle In o ma ionen ü wei e e Un e suchungen au dem Gebie
de E o schung des Wohna eals de bal ischen Völke wes lich de Weichsel lie e n.
SCHLÜSSELWÖRTER: Onomas ik, O sname, Pe sonenname, Flu name, E ymologie.
ANNOTATION
The ques ion o he bounda ies o he a ea inhabi ed by he Bal s emains he opic
which b ings he specialis s o di e en a eas, especially his o ians, linguis s and a chae-
ologis s, in o a discussion. The a emp s o iden i y he exac bo de s o he non-exis ing
Bal ic ibes a e only based on modes language es imonials o he na ion and a chaeo-
logical indings by in e p e ing and e alua ing he abundance o scien i ic wo ks ela ed
o hem. The a icle aims a p esen ing o iginal ac s o onomas ics, in o he wo ds, new
S aipsniai / A icles 209
Beme kungen zu P oblema ik de bal ischen
O snamen wes lich de Weichsel
oikonyms as well as new a ian s o he al eady discussed oponyms which can p o ide
new in o ma ion o he esea ch ela ed o he a ea inhabi ed by he Bal ic na ions wes -
wa ds om he Vis ula i e .
KEYWORDS: onomas ics, place name, pe sonal name, ield name, e ymology.
EINLEITUNG
Mi de Bedeu ung de ON bei de Fes s ellung de Siedlungsgebie e on
Völke n ha man sich schon ela i häu ig auseinande gese z , es is , sowei be-
kann , kein Zwei el da an zum Ausd uck geb ach wo den. Die Siedlungsge-
bie e de Völke sind sei langem ein Fo schungsschwe punk on His o ike n,
A chäologen, Geog aphen und Sp achwissenscha le n. Wie om Au o des
Bei ags be ei s e wähn wu de1, sind die zu e lässigs e und wich igs e Quel-
le des O snamenbes andes de e s o benen Sp achen die handsch i lichen
U kundensammlungen.
Die Au me ksamkei wi d wiede au den OF 105 gelenk . Das Ziel des o -
liegenden Bei ags is nich , die be ei s meh mals behandel en Gewässe - und
Siedlungsnamen anzugeben, sonde n neue Ta sachen o zulegen, die ho en -
lich bei de Fes legung de wes lichen G enze de bal ischen Völke behil lich
sein könn en.
De OF 105 en häl um ang eiches und wich iges Ma e ial an Eigennamen,
die neue Da en übe die on P eußen bewohn en Te i o ien und de en G en-
zen lie e n, was imme noch de Gegens and ü Diskussionen un e Sp ach-
wissenscha le n, O snamen-, Geschich s o sche n und A chäologen is .
1. DIE WESTLICHE GRENZE DER BALTEN IN
DEN FORSCHUNGEN DES 20. JH.S
T adi ionell gal das gesam e Gebie zwischen dem Obe lau und dem
Zu luss de Weichsel als wes liche G enze de bal ischen Besiedlung. Im 4.
1 OF 105 en häl zahl eiche ON und PN und gehö zu den alle wich igs en Quellen ü die E -
o schung de bal ischen Eigennamen. 1925 ha Reinhold T au mann in seinem We k Die al -
p eußischen Pe sonennamen (S. 3) beme k , dass es seh komplizie is , die Pe gamen e des OF
105 zu lesen. Vielleich sind deswegen iele ON on Geo g Ge ullis auße Ach gelassen und
sind nich in sein be ühm es Buch Die al p eußischen O snamen au genommen wo den (I oška
2015).
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210 Ac a Linguis ica Li huanica LXXIV
Jah zehn des e gangenen Jah hunde s ing man an, übe die Bal en wes -
lich de Weichsel zu sp echen. Zu Diskussion schlossen sich Sp achwissen-
scha le und A chäologen zusammen. De Sp achwissenscha le F ied ich
Lo en z2 leg e 1933 in seinem Bei ag „P euβen in Pomme ellen“ die Lis e de
ON wes lich de Weichsel o , die seine Meinung nach p eußische He kun
sein könn en. Seine Behaup ungen beg ünde e de Au o mi de Annahme,
dass es in den Gebie en, die di ek an das on P eußen besiedel e Te i o ium
geg enz ha en, auch einzelne Niede lassungen on P eußen gegeben haben
könn e (Lo en z 1933: 53–58).
1939 üh e de A chäologe Lo ha Kilian3 8 ON – den Flussnamen Pe san e,
die Oikonyme Saulin, Labehn und Labuhn, Powalken, S aduhn, Ru zau, Ka wen
2 F ied ich Lo en z (gebo en am 28. Dezembe 1870 in Güs ow, Mecklenbu g, ges o ben am
27. Ap il 1937 in Zoppo , F eie S ad Danzig) wa ein deu sche P i a geleh e und Slawis .
E s udie e Indoge manis ik und Slawis ik an de Uni e si ä Leipzig, 1894 p omo ie e e
mi de Disse a ion Übe das schwache P ä e i um des Ge manischen und e wand e Bildungen de
Schwes e sp achen. Eine seine Leh e wa Edua d Sie e s gewesen. Nachdem e eine Zei lang
in Wisma geleb ha e, zog e nach Ka haus um, in eine Gegend mi einem hohen kaschubi-
schen Be ölke ungsan eil und widme e sich haup sächlich de E o schung de kaschubischen
Sp ache. Die Pe e sbu ge Akademie de Wissenscha en, die den We seine Un e suchungen
e kann ha e, ö de e den D uck seine A bei en. Mi seinen We ken e e e e eine om Aus-
s e ben bed oh e Munda zumindes ü die Wissenscha . Übe die E o schung on O s-
namen wuchs sein In e esse an de Geschich e und de Volkskunde de be e enden Lände .
Sein G oßes Kaschubisches Wö e buch mi 2747 eng besch iebenen Sei en blieb un ollende und
eich nu bis zum Ende des Buchs abens „P“. Lo en z wa sei 1927 auch ä ige Mi a bei e
am Os land-Ins i u in Danzig und ko espondie endes Mi glied de Russischen Akademie de
Wissenscha en zu Lening ad.
Zu den bedeu ends en We ken Lo en z’ zähl man: G oßes Kaschubisches Wö e buch, Slo inzi-
sche G amam ik und Slo inzisches Wö e buch, Kaschubische G amma ik, Deu sche und polnische
Namen de wich igs en O scha en Wes p eußens links de Weichsel und zahl eiche Bei äge, die de
E o schung de Volksgeschich e und -kul u des pomme schen Gebie es gewidme sind
(h ps://de.wikipedia.o g/wiki/F ied ich_Lo en z).
3 Lo ha Kilian (1922–2000) wu de in Nidden, im damaligen Memelland gebo en. 1939 ha e
seine Disse a ion übe die Schnu ke amik an de Königsbe g Uni e si ä e eidig . Ku z da-
nach wu de e in den K iegsdiens einbe u en, wäh end des 2. Wel k ieges ge ie in K iegsge-
angenscha und is e s 1949 eigelassen wo den. 1951–1954 ha Kilian als Assis en an de
Uni e si ä Bonn gea bei e und die G abungen im al en Lübeck un e nommen. Sei 1957 a -
bei e e e als Kus os im Landesmuseum zu T ie . Nachdem Kilian Ren ne gewo den wa , zog
e nach Swis al bei Bonn. Kilian ha iel zum Thema S einzei gesch ieben. E ha sich iel
mi de Indoeu opäis ik be ass , die Monog aphien Zum U sp ung de Indoge manen und Zum
U sp ung de Ge manen gesch ieben. Zu seinem In e essengebie gehö en auch de U sp ung
de Bal en und de en Sp achen elik e in den wes eu opäischen Sp achen. Zu diesem Thema
ha Kilian unge äh 70 Bei äge e ö en lich . Besonde s wich ig sind die Monog aphien Ha -
küs enkul u und U sp ung de Bal en (1955) und Zu He kun und Sp ache de P ußen (1980) sowie
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Beme kungen zu P oblema ik de bal ischen
O snamen wes lich de Weichsel
o , und be i el e den Bei ag o sich ige weise „Bal ische O snamen wes lich
übe zwanzig Bei äge, die de bal ischen A chäologie gewidme sind. Kilian be on e, dass „die
Lebensdaue eine Kul u und ih e Wandlung kein K i e ium ü ih e Exis enz is . Auch eine
seh ku zlebige Kul u , die ga keine Zei ha , sich zu wandeln, bleib deswegen eine Kul u . Es
is also nich ö de lich, den Daue - und Wandlungsbeg i in die De ini ion eine Kul u ode
Kul u p o inz au zunehmen. […] Abe die Quan i ä allein ha keine Beweisk a : ein Fund yp
b auch nich in seinem U sp ungsgebie am häu igs en zu sein. Maßgebend muss die au einen
besch änk e Ve b ei ung bleiben. Dabei b auch sich die Zahl de Fund ypen in eine P o inz
ABB. 1. Abbildung aus dem Bei ag „Zum Aussagewe on Fund- und Kul u p o in-
zen“ (Kilian 1960: 47)
DARIUS IVOŠKA
212 Ac a Linguis ica Li huanica LXXIV
de Weichsel?“ mi einem F agezeichen (Kilian 1939: 67–68).
Anschließend deu e e im Jah 1943 de be ühm e Sp achwissenscha le und
Au o des Beg i s Al eu opa, Hans K ahe, au die Ve b ei ung de bal ischen
ON in dem ums i enen Gebie in seinem Bei ag „Bal ische O snamen wes -
lich de Weichsel“ hin. K ahe be on e, dass de Flussname Pe san e poln. Pe sę-
a zu al eu opäischen Schich gehö und ekons uie e seine U o m *Pe -
san a (K ahe 1943: 43–44). Im Jah 1966 gab Vladimi Topo o in seinem
Bei ag „K op osu o oponimičeskich soo e s ijach na bal ijskich e i o i-
ach i k zapadu o Vis ly“ zwei Behaup ungen bekann : 1) die ON wes lich de
Weichsel können nu au g und bal ische sp achliche Ta sachen gedeu e we -
den; 2) die aus dem Gebie zwischen de Weichsel und de Elbe s ammenden
ON können mi hil e bal ischen und slawischen Sp achgu es gedeu e we den
(Topo o 1966: 103–104).
1980 a de polnische Namen o sche Hube Gó nowicz au , de sich in
seine Monog aphie Toponimia Powiśla Gdańskiego auch mi diesem Schwe -
punk be ass ha e, und spä e üh e seine Behaup ungen in dem e s en Band
Gewässe namen im Flussgebie de un e en Weichsel de Se ie Hyd onymia Eu o-
pea an. De Au o behaup e , dass die in den Un e lagen des Deu schen O -
dens bis zum 13. Jh. gebuch en Eigennamen au dem Hin e g und des ganzen
polnischen Toponymiesys ems a chaisch sind, was sich nich übe die p eußi-
schen Eigennamen au dem Hin e g und de ande en bal ischen Gebie e sagen
läss . Da we den 8 pa onymische ON als Belege ange üh : Go owicy, Miedzicy,
Mi owicy, Pi zchlicy, Połkowicy, Rucicy, S zeszewicy, Wadkowicy, die bis zum
13. Jh. gebuch wo den sind, und 6 wei e e – Bolewice, Czekanice, P ei e owice,
Raszewice, Wojsławice und Wojszewice, die nach dem Jah 1300 gebuch wo den
sind. Im p eußischen Eigennamengu and de Au o nu a che ypische Ge-
wässe namen, die mi de Hyd onymie und Toponymie alle bal ischen Völke
e bunden sind: *Audūnē, *Balawō, *Bald apē, *D audwajō, *Gil(ū)wē, *Sa ijē,
*Tūjā, *U kuž, *Zi gūns und die Cho omyme *Algems, *Pamedē, *Rezijā. Die in
den U kunden des Deu schen O dens gebuch en p eußischen ON haben nach
Gó nowiczs Meinung eine seh „junge“ S uk u . Es muss beme k we den,
dass in neun on ie zehn Fällen de oben genann en ON (Go owicy, Pi zch-
licy, Połkowicy, Rucicy, S zeszewicy, Wadkowicy, Bolewice, P ei e owice, Wojsze-
wice) de Au o seine Theo ie übe de en polnische He kun e eidig e und
die ühe e al e na i e Deu ung ü eine P eußi izie ung/Ve p eußung hiel
(pln. p u enizacja) (Gó nowicz 1980: 11–12).
nich mi de ande en zu decken, und sie wi d es im allgemeinen auch nich un“ (Kilian 1960:
45–47).

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Beme kungen zu P oblema ik de bal ischen
O snamen wes lich de Weichsel
De Ka hause P ies e Wilchelm Reinhold B aue 4 e ö en lich e 1983 sein
Büchlein P eußische Siedlungen wes lich de Weichsel. Ve such eine e ymologischen
Deu ung heima liche Flu namen und leg e seine Beme kung wegen de „ e -
wand en Wu zel“ in den Flussnamen Pe san e, Pe esna und dem Toponym Pi s-
na o , de en Basis die ie Konsonan en PRSN bilde en. De Au o nimm an,
dass sie alle bal ische He kun sein könn en. Einen besonde en Akzen leg-
e e au den scheinba p eußisch-bal ischen Namen agenden We de Pi sna
(poln. Py caw), de dann zu eine B ücke zwischen Os und Wes , bzw. zu ei-
nem ehlenden Hinweis („missing link“) we den soll e, de das Beg ei en de
gesam en u sp ünglichen Ausdehnung de bal ischen Völke - und Sp achen-
amilie e leich e n könn e (B aue 1983: 22-24). 1988 e schien sein ande es
Büchlein – Bal isch-P eußische Siedlungen wes lich de Weichsel, in dem (S. 21)
de Au o seine Behaup ungen nochmals wiede hol e. Seine We ke e eg en
das In e esse on Topo o und Jü gen Udolph, das sich wei e zu eine he igen
Diskussion en wickel e und imme meh Teilnehme angezogen ha . De deu -
sche Slawis , Kaschubologe und Bal is F iedhelm Hinze ha B aue s Büch-
lein Opusculum genann und seh scha k i isie . Hinze wa B aue Mangel
an Kenn nis de namenkundlichen Te minologie und onomas ischen Me hode,
Gleichgül igkei beim E ymologisie en und Abwesenhei on Folge ich igkei
o (Hinze 1989: 129). Ungeach e dessen is das We k wegen des o geleg en
empi ischen Ma e ials bedeu sam.
Als eines de Beispiele gil die Deu ung de He kun des Flussnamens Pe -
san e (poln. Pa sę a), übe den man sich nich einigen konn e, obwohl seh iel
disku ie wu de. Al eu opäische He kun des Flussnamens e such en K ahe
und Udolph zu beweisen, indem sie die U o men *Pe san a und *Pe san ā e-
kons uie en. Udolph ging da on aus, dass die E ymologie des Flussnamens
4 De Theologe und P a e Wilhelm Reinhold B aue (1902–1988) wu de in Ka haus in Wes -
p eußen gebo en. Als P a e wi k e e in Posen (1928–1933) und Obo nik (1933–1945). Nach
dem Zwei en Wel k ieg u. a. on 1956 bis 1960 als Lei e de Be line S ad mission und on
1961 bis 1970 als P a e zu S . Lo enz in Lübeck. Im Ruhes and widme e e sich de his o i-
schen Fo schung und wu de zu einem de ak i s en Mi gliede de Cope nicus-Ve einigung
zu P lege de Heima kunde und Geschich e Wes p eußens. Ausgehend on Fo schungen zu
seinem Heima do widme e e sich dann de F ühgeschich e de P eußen und ih e Missio-
nie ung. Anknüp end an E kenn nisse de 30-e Jah e des e gangenen Jah hunde s ging es
B aue um den Nachweis, dass die P eußen in bishe nich angenommene S ä ke auch wes lich
de Weichsel siedel en. Seine sp achgeschich lichen Un e suchungen eichen bis in eine Zei
zu ück, dass sie nich meh nu die P eußen, sonde n ielmeh übe haup bal ische Sp achen
und Völke zum Gegens and haben. Seine wich igs en und we olls en We ke sind zwei Büch-
lein – „P ußische Siedlungen wes lich de Weichsel“ (1983) und „Bal isch-p eußische Siedlun-
gen wes lich de Weichsel“ (1988). (h p://ub-goobi-p 2.ub.uni-g ei swald.de/ iewe / ull ex /
PPN559838239_NF_75/151/)
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öllig on de E klä ung de Schwankungen in dessen Übe lie e ung abhängig
is . Bei de Buchung des Flussnamens, ange angen mi de äl es en Fo m 1159
„ ans luuium pa sandi“ bis zu den spä e en Fo men des 14. Jh.s (1333) „ ans
pe san am“, lassen sich zweie lei Schwankungen beme ken: Vokalismus in de
Wu zelsilbe a zu e und Konsonan ismus im Su ix -nd- zu -n -. K ahe ha bei-
des ü ein g aphische Wechsel älle gehal en und deu e e dabei au iden ische
Wechsel in den os p eußischen Namen. Udolph bezwei el e abe die Rich igkei
de ühes en, aus den päps lichen U kunden en nommenen Übe lie e ungen
des Flussnamens und beme k e, dass als e auenswe nu dessen on den
Deu schen niede gesch iebene Va ian en ab dem 13. Jh. gel en können (Udolph
1990: 234–237).
Wol gang P. Schmid behaup e e, dass de Flussname Pe san e siche wede
ge manisch noch slawisch sei, dü e abe ü bal isch gehal en we den. De Au-
o un e s ich die Pa allelen zwischen den Gewässe namen Pe esu a in P ip-
je -Gebie und Pē se in Le land und zwischen den Landscha snamen Pi sna in
Pomme n und Pe esna in Dnep -Gebie , die e en uell ü Bal en in Pomme n
sp ächen. E be on e, dass die u sp üngliche Namengebung keine Benennung,
sonde n eine Bezeichnung gewesen wa und deswegen kann hin e einem Na-
men auch nach einem Appella i um gesuch we den. So ließen Pe san e und
Pe esu a au keine lei Wande bewegungen schließen, die nu im Fall de Na-
menübe agungen in Rechnung ges ell we den könn en (Schmid 1994: 274,
276–277).
Diesen Behaup ungen a de polnische Sp achwissenscha le Zbygniew
Babik en gegen und im Jah 2001 beme k e e in seine Disse a ion Najs a -
sza wa s wa nazewnicza na ziemiach polskich, dass die on Udolph ekons uie e
U o m *Pe san ā absu d sei. De Au o k i isie e die Hal ung Udolphs hin-
sich lich de Übe lie e ungsquali ä de Onyme in den päps lichen, on den
I aliene n gesch iebenen und in den on den Deu schen e ass en U kun-
den. Solche Schluss olge ungen üh en, so Babik, in die I e und lehnen die in
päps lichen U kunden gebuch en ühes en Flussnamen a ian en bei de Re-
kons uie ung de U o m ab, wodu ch die on Udolph ekons uie e *Pe san ā
nich übe zeugend wi k (Babik 2001: 217).
Die F age de wes lichen G enze de on Bal en besiedel en Te i o ien wu -
de auch meh mals au Kon e enzen on G asilda Blažiene behandel .
Im Jah 2006 haben Ki s in Casemi und Jü gen Udolph die Rolle des Bal-
ischen und Slawischen bei de Deu ung de niede sächsischen ON akzen ui-
e . Die Au o en un e scheiden d eie lei Klassen de ON in Niede sachsen, bei
de en zu e lässige He kun sdeu ung das Ma e ial de bal ischen Sp achen in
Be ach gezogen we den soll. Zu de e s en G uppe gehö en die au Gewäs-
se namen be uhenden ON, die de al eu opäischen Hyd onymie ode eine ih
S aipsniai / A icles 215
Beme kungen zu P oblema ik de bal ischen
O snamen wes lich de Weichsel
nahes ehenden Namenschich angehö en. Hie bes ehen die bal isch-ge mani-
schen Beziehungen da in, dass en sp echend gebilde e Namen sowohl im Bal-
ikum wie in Niede sachsen o kommen. Die zwei e G uppe machen ON aus,
de en Basen ode Elemen e nich aus dem Ge manischen e klä ba sind, wei-
sen abe genaue Pa allelen zum Bal ischen au . Eine d i e G uppe on Namen
schließlich en häl Basen, de en Ve wand e zwa im Ge manischen nachweis-
ba sind, abe dennoch, um zu eine übe zeugenden Deu ung zu gelangen, des
Bal ischen bedü en (Casemi , Udolph: 2006).
2. NEUE EINSICHTEN ZUR FRAGE DER
ONY ME WESTLICH DER WEICHSEL
In dem o liegenden Bei ag we den zwei ON aus dem Weichselgebie ange-
üh und un e such , die im OF 105 beleg sind.
2.1. ON Pipingisse
Au g und de am 4. Mai 1352 on dem Hochmeis e des Deu schen O dens
Win ich on Knip ode un e sch iebenen U kunde wu de das dem Tho ne
Hospi al gehö ende Do Pippingisse on Li aue eisen und den dami e bun-
denen Kos enbei ägen be ei . In de U kunde is de ON Pippingisse gebuch
wo den: 1352 Eximimus illam Pippingisse pe inen em ad hospi a em in Tho un a
aciendis Reysis Ly howiensibus (OF 105, 236 ), und in den PUB we den auch
dessen Va ian en Popingisehe und Pipingsee e wähn (PUB V 27).
Die in de U kunde e wähn e Be eiung des Tho ne Hospi als on den Li-
aue eisen5 is eine de Ta sachen de Hal ungs e ände ungen des Deu schen
5
„Li aue eisen“ wu den gu geplan e, ku z is ige und heim ückische Ang i e des Deu schen
O dens gegen das li auische G oß ü s en um genann . De An ang diese K iegs eisen is au
das Ende des 13. Jh.s zu ückzu üh en. Li auische His o ike meinen, dass nach den e olglosen
Ang i en zu Soule (li . Šiaulai) und zu Kuwe lan (li . Du bė) die Ri e des Deu schen O dens
die Kamp ak iken de li auischen Hee e gu e o sch und sich au die lang is igen Züge e -
zich e haben mögen. Du ch ku z is ige Züge und plö zliche Ang i e gegen die an de G en-
ze mi dem O dens aa liegenden li auischen Bu gen und Dö e woll e de Deu sche O den
die Mach de Li aue allmählich b echen und sie anschließend annek ie en. Die Li aue ei-
sen wu den häu ig ab Ende des 13. bis Ende des 14. Jh.s besonde s wäh end de Regie ungs-
zei des Hochmeis e s des Deu schen O dens Win ich on Knip ode 1351–1382 un e nommen
(LKSK 1964: 189–190). Die Ände ungen in de k iege ischen Tak ik besch eib auch An anas
Kučinskas in seinem Buch Kęs u is und als Beispiel dazu üh e die misslungene Planung eines
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O dens, die g öß en eils on zwei wesen lichen E eignissen beein luss wo den
sind: 1) den Folgen de Pes pandemie, die ca. sechs Jah e gedaue ha e und
2) den g oßen Ve lus en, die wäh end de Ang i e gegen das heidnische Li-
auen im Jah 1352 e li en wo den sind. Dadu ch ha de Deu sche O den die
Ho nung e lo en, das li auische G uß ü s en um zu besiegen und zu au en.
De deu sche His o ike Johannes Voig be on in seinem We k Geschich e
P eußens on den äl es en Zei en bis zum Un e gange de He scha des Deu schen
O dens, dass die Haup so ge des Hochmeis e s Win ich on Knip ode nich nu
die S ä kung de mili ä ischen Mach des Deu schen O dens und Gewäh ung
de O dnung in O densbu gen gewesen wa , sonde n auch de Wiede au bau
und die En wicklung des s a k e wüs e en O denss aa es. Nach de g oßen
eu opäischen Pes pandemie 1347–1353, die und 25 Millionen Todesop e
aschen Eind ingens in das li auische G oß ü s en um im Jah 1345 an, de du ch einen Be ug
uinie wu de. Die E eignisse om Janua 1345 we den on Kučinskas und on Augus inas
Janulai is in seine Monog aphie Lie u os Didysis Kunigaikš is Kęs u is besch ieben. Kučinskas
beme k , dass de Deu sche O den an seinen aschen Sieg geglaub habe. G oße auswä ige
Hee e sind eingeladen wo den. Zum Zug haben sich die mäch igen K ä e Eu opas e sammel :
de schechische König Johann mi seinem Sohn Ka l, de unga ische König Ludwig mi seinen
Beglei e n, de holländische G a Wilhelm IV, de G a Gun e on Schwa zbu g und iele an-
de e, insgesam ca. 200 e schiedene Fü s en. Als de Ang i geplan wa und bald un e nom-
men we den soll e, e hiel de Hochmeis e eine Nach ich übe das Vo haben de Li aue mi
eine g oßen A mee Samland bald zu s ü men. De Hochmeis e des Deu schen O dens Ludol
König on Wa zau is dann mi allen Fü s en zum Schluss gekommen, in P eußen zu bleiben,
um das Samland zu e eidigen. Zu selben Zei d angen die li auischen Hee e in Li land ein,
dessen O den sich mi de Schwächung des Wide s ands de Es en au de Insel Ösel beschä ig
ha e. De li ländische O den ühl e sich ganz gebo gen und siche , dass ihm keine Ge ah om
Wes en d oh e, weil das om Deu schen O den e sp ochen wo den wa . Die Li aue e b ann-
en zue s die Bu g Dobeln, dann ma schie en sie Rich ung Riga. Un e wegs e b ann en sie
alle Mühlen, Dö e , anschließend übe ielen sie Neue mühlen (No um Molendinum), be aub-
en alle Dö e un e wegs, nahmen iele Männe und F auen in Ge angenscha und keh en
zu ück. De Deu sche O den wa öllig en se z , als e das Samland e eich e, und keine Feinde
do ge unden ha e (Kučinskas 1988: 40–43).
Janulai is schilde die E eignisse on 1345 mi gewissen De ails. E behaup e , dass de Hoch-
meis e des Deu schen O dens un e wegs nach Li aue n on eine F au benach ich ig wo den
wa , dass de li auische „König“ sich ü den Zug ins Samland be ei e. De Hochmeis e hä e
Angs bekommen und alle au ge o de , nach P eußen zu ückzukeh en, um sich zu be a en, was
dagegen un e nommen we den konn e. (Janulai is 1998: 68–69). Nach dem Unglück des Deu -
schen O dens 1345 wu den die Reisen nach Li auen mindes ens zweimal im Jah o ganisie –
einmal zu Lich mess (2. Feb ua ) und einmal zu Ma iä Himmel ah (15. Augus ) (Kučinskas
1988: 46).
S aipsniai / A icles 223
Beme kungen zu P oblema ik de bal ischen
O snamen wes lich de Weichsel
In o ma ionen als auch die öllig neuen, bislang nich ge undenen und nich be-
handel en Belege zu e s ehen, de en aus üh liche Analyse zu Fes s ellung de
wes lichen G enze de Bal en üh en könn e, wenn das übe haup möglich is .
De Au o des o liegenden Bei ags ha sich nich zum Ziel gese z , e was
Wesen liches und Unbes ei ba es ü die E o schung des bal ischen Namen-
gu es ode de bal ischen E hnogenese da zubie en. Das Vo legen des neuen
Ma e ials is ehe ein Ve such, die Au me ksamkei de Fo sche da au zu len-
ken, dass es imme noch iele wich ige und we olle, abe e hüll e In o ma-
ionen gib , die ge unden, en hüll und e o sch we den müssen, um wich ige
Hypo hesen zu bejahen ode , zu e neinen.
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DARIUS IVOŠKA
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Kele as pas ebėjimų dėl bal iškų ie o a džių į
aka us nuo Vyslos p oblema ikos
SANTRAUKA
Tau ų gy enamojo a ealo p oblema ika plačiai analizuojama mokslininkų, o dėl jos y-
imų eikšmės nekyla abejonių. Bal ų gy en ų e i o ijų ibų paieškos is da y a is o ikų,
a cheologų, geog a ų i kalbininkų y imų objek as. Kaip jau anksčiau au o iaus užsimin-
a, pa ikimiausi i s a biausi mi usiųjų kalbų ie o a džių šal iniai y a ank aš iniai do-
kumen ai. Au o iaus dėmesys ėl k yps a į Vokiečių o dino olian ą N . 105 (OF 105). Šio
s aipsnio ikslas – ne pa eik i naujus anden a džius i ie o a džius, o ap a i naujus is-
o inius duomenis, susijusius su anksčiau už iksuo ais i ne ka ą analizuo ais hid onimais
i oikonimais, galbū pa eiksiančiais e ingos in o macijos, aip eikalingos bal ų au ų
gy en o a ealo aka inei ibai nus a y i.
OF 105 gausu bal ų a dynui labai eikšmingos medžiagos, liudijančios apie p ūsų
gy en as e i o ijas i jų ibas, ebekeliančias daug diskusijų i plačiai ebeanalizuojamas
kalbininkų, is o ikų i a cheologų. S aipsnyje ap a iami s a biausi XX a. is o inio bal ų
a ealo y imai i pa eikiami du oikonimai iš OF 105 dokumen ų, iksa usių XIV a. į ykius
aka iniame bal ų gy en ų e i o ijų pa ibyje.
Į eik a 2016 m. gegužės 21 d.
DARIUS IVOŠKA
Lie u ių kalbos ins i u as
Pe o Vileišio g. 5, LT-2055 Vilnius, Lie u a
dda ius.i [email protected]