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„Nomina Geographica Europaea. Bibliographische Sammlung zu europäischen Orts-, Flur- und Gewässernamen“

Abstract

    In dem Beitrag geht es um eine seit einigen Monaten im Internet frei zugänglichen Datei von mit ca. 450.000 geographischen Namen. Sie ist mit dem Titel Nomina Geographica Europaea. Bibliographische Sammlung zu europäischen Orts-, Flur- und Gewässernamen unter der folgenden Internet-Adresse erreichbar: https://adw-verwaltung.uni-goettingen.de/ortsnamen/images_lightbox.php. In dem Text wird die Datei näher beschrieben. Es werden Entstehung, Prinzipien und Aufbau näher umrissen und darauf verwiesen, dass die Nutzung völlig frei ist und für alle Interessierten offen steht. Im zweiten Teil des Beitrages wird an einem Beispiel, das der Wanderung slavischer Stämme auf den Balkan gezeigt, wie die Datei mit ihrer großen Fülle von Daten genutzt werden kann: die Sammlung der geographischen Namen erlaubt es dank der darin enthaltenen Angaben, Kartierungen zu erstellen, deren Ergebnisse für die Frage, auf welchen Wegen slavische Stämme den Weg nach Süden genommen haben, wichtig sind.

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„Nomina Geographica Europaea. Bibliographische Sammlung zu europäischen Orts-, Flur- und Gewässernamen“

Author: Jürgen Udolph
Year: 2022
DOI: 10.35321/all86-05
Source: https://journals.lki.lt/actalinguisticalithuanica/article/download/2161/2280
S aipsniai / A icles 123
JÜRGEN UDOLPH
Zen um ü Namen o schung – Gö ingen
Akademie de Wissenscha en zu Gö ingen
Wissenscha liche Fo schungs ich ungen: His o ische
Linguis ik, Gewässe namen, O snamen, Familiennamen.
DOI: doi.o g/10.35321/all86-05
NOMINA GEOGRAPHICA
EUROPAEA. BIBLIOGRAPHISCHE
SAMMLUNG ZU EUROPÄISCHEN
ORTS-, FLUR- UND
GEWÄSSERNAMEN
Nomina Geog aphica Eu opaea. Eu opos
ie o a džių, žemė a džių i anden a džių
bibliog a inis inkinys
ANNOTATION
In dem Bei ag geh es um eine sei einigen Mona en im In e ne ei zugänglichen Da ei
on mi ca. 450.000 geog aphischen Namen. Sie is mi dem Ti el Nomina Geog aphica
Eu opaea. Bibliog aphische Sammlung zu eu opäischen O s-, Flu - und Gewässe namen
un e de olgenden In e ne -Ad esse e eichba : h ps://adw- e wal ung.uni-goe ingen.
de/o snamen/images_ligh box.php. In dem Tex wi d die Da ei nähe besch ieben. Es
we den En s ehung, P inzipien und Au bau nähe um issen und da au e wiesen, dass die
Nu zung öllig ei is und ü alle In e essie en o en s eh . Im zwei en Teil des Bei ages
wi d an einem Beispiel, das de Wande ung sla ische S ämme au den Balkan gezeig ,
wie die Da ei mi ih e g oßen Fülle on Da en genu z we den kann: die Sammlung de
geog aphischen Namen e laub es dank de da in en hal enen Angaben, Ka ie ungen zu
e s ellen, de en E gebnisse ü die F age, au welchen Wegen sla ische S ämme den Weg
nach Süden genommen haben, wich ig sind.
SCHLÜSSELWÖRTER: O snamen, Gewässe namen, Flu namen, Namensammlung,
Südsla en.
JÜRGEN UDOLPH
124 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI
ANNOTATION
The a icle is abou a ile wi h a ound 450,000 geog aphical names ha has been
eely accessible on he In e ne o a ew mon hs. The ca d index bea s he i le Nomina
Geog aphica Eu opaea. Bibliog aphische Sammlung zu eu opäischen O s-, Flu - und
Gewässe namen, eachable a he ollowing in e ne add ess: h ps://adw- e wal ung.uni-
Goe ingen.de/o snames/images_ligh box.php. The ex desc ibes he ile in mo e de ail.
The o igin, p inciples and s uc u e a e ou lined in mo e de ail and i is poin ed ou ha he
use is comple ely ee and open o all in e es ed pa ies.
In he second pa o he a icle, an example o he mig a ion o Sla ic ibes o he
Balkans is shown how he ile wi h i s la ge amoun o da a can be used: he collec ion o
geog aphical names allows, hanks o he in o ma ion i con ains, o c ea e mappings, he
esul s o which a e impo an o he ques ion o he ou es by which Sla ic ibes made
hei way sou h.
KEYWORDS: place names, hyd onyms, oponyms, ield names, collec ion o
names, Sou he n Sla s.
EINLEITUNG
Eine übe zeugende Deu ung eines geog aphischen Namens kann nu
dann gelingen, wenn um ang eiche Vo a bei en e olg sind. Zum einen is
es no wendig, eine so g äl ige Sammlung de his o ischen Übe lie e ung des
Namens o zunehmen, wobei man na ü lich au zu e lässige Edi ionen de
Tex e angewiesen is .
Zum zwei en is es une lässlich, nach ähnlichen Namen, nach Ve gleichs-
namen und nach Namenpa allelen zu suchen, sei es ü das G undwo ode die
Ablei ungsg undlage – beides is on g oßem Nu zen.
Im G unde gil da ü ein al es Wo de Onomas ik auch noch heu e:
E s sammeln, dann deu en. Wilhelm Eile s (1982: S. 49) ha das wie olg
ausged ück : „E s sammeln und klassi izie en, dann sp achlich-geschich lich
analysie en! Alle E olge, alle Einsich en, die ich au dem Gebie e de
Namen o schung zu e zeichnen habe, sind au diese Weise gewonnen wo den“.
Ha man genügend Ma e ial ü einen O snamen und seine möglichen
Pa allelen gesammel , so emp iehl sich noch ein d i e Weg: die Ka ie ung des
Namens und seine Pa allelen, wo un e z.B. Ka ie ungen des G undwo es,
de Bes immungswö e und de Namenbildungselemen e zu e s ehen sind.
Theodo F ings (1957: S. 9) ha das mi deu lichen Wo en un e s ichen: „Den
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Nomina Geog aphica Eu opaea. Bibliog aphische Sammlung
zu eu opäischen O s-, Flu - und Gewässe namen
Ka en messen wi besonde e Bedeu ung zu. Ih e plas ische A e mag meh
zu sagen als das Ge ede iele Sei en“.
Um diesen Bedingungen – o allem de le z en – ge ech zu we den, is lange
Sammela bei übe Jah e und Jah zehn e hinweg no wendig. Das be i alle
g oßen onomas ischen Un e nehmungen, so z.B. auch die g oße Sammlung de
polnischen O snamen in K aków (NMPol), de al polnischen Pe sonennamen
(SSNO) und de O snamen Li auens (LVŽ I, II).
Zu welchen in e essan en E gebnissen die Sammlung und Ka ie ung
sla ische O s- und Gewässe namen üh en können, ha o Jah zehn en
J. Zaimo anhand eine Ve b ei ungska e südsla ische S ämme zeigen können
(Ka e 1).
KARTE 1 (Quelle: J. Zaimo 1967, Beilage)
Diese Ka e on J. Zaimo zeig alle dings nu die Zuwande ung sla ische
S ämme im Os en des Balkans, de Wes en is hie nich e ass wo den. Diese
Lücke kann du ch wei e e Sammlungen und Ka ie ungen ande e sla ische
geog aphische Namen abe geschlossen we den. Ich we de da au noch zu
sp echen kommen.
JÜRGEN UDOLPH
126 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI
1. GRUNDLAGEN DER SAMMLUNG UND
ENTSTEHUNG DER DATEI
Haup zweck meines Bei ages is es, au eine seh um ang eiche Sammlung
on geog aphischen Namen hinzuweisen, die sei einigen Mona en im In e ne
ei e ügba is . Sie en s and im Ve lau de le z en 50 Jah e. Da zu Beginn
de Sammlung (1970) wede In e ne , noch EDV ode Compu e zu Ve ügung
s anden, wu de die Sammlung nach de nu damals möglichen Me hode
angeleg : au Papie . Eine ande e Möglichkei gab es nich . Das en sp ach
damals dem wissenscha lichen S anda d und wu de zum Beispiel bei dem
Ve such, einen „Neuen Fö s emann“ in F eibu g zu e s ellen, angewand abe
auch ü die Sammlung des NMPol in K aków. De Au o dieses Bei ages ha e
o einigen Jah en die Möglichkei , diese Sammlung zu sehen und ü einige
Reche chen zu nu zen.
Die je z neue o geleg e Sammlung, um die es in diesem Be ag geh , is nun im
In e ne ei zugänglich. Sie s eh au de In e ne sei e: h ps://adw- e wal ung.
uni-goe ingen.de/o snamen/images_ligh box.php. Bei de Benu zung de
Da ei is Geduld ge o de . Es sind seh g oße Da enmengen, de en einzelne
Bes and eile nu als jpg, also als Bild o ma , gespeiche we den konn en. Eine
Umse zung in das pd -Fo ma wa nich möglich. Ich gebe im Folgenden eine
ku ze Besch eibung de Da ei und Hinweise zu Benu zung.
Die Sammlung en häl eine g oße Menge on geog aphischen Namen,
geschä z e wa 450.000. Sie wa zunächs nu ü den sla ischen Raum (je ziges
und ehemaliges Siedlungsgebie sla ische S ämme) angeleg . Im Lau e de
Zei wu den dann auch Namen aus ang enzenden Regionen au genommen,
o allem Dingen deshalb, weil es sich im Ve lau de A bei he auss ell e,
dass das sla ische Siedlungsgebie Namen en häl , de en Bea bei ung und
sinn olle Deu ung nu un e Einbeziehung auch auße sla ische Toponyme
und Hyd onymie möglich is .
Die Sammlung is in e s e Linie eine Ve weisda ei. An angs is e such
wo den, auch Deu ungen und Anme kungen zu den einzelnen Namen
hinzuzu ügen, abe die Fülle des Ma e ials – das sla ische Siedlungsgebie eich
ode eich e on de Elbe bis zu Kam scha ka und on de Os see bis nach
G iechenland – e laub e schon bald diese Auswei ung nich . In gewissem Sinn
kann die Sammlung mi dem on R. Schü zeichel he ausgegebenen und on
seinen Mi a bei e innen und Mi a bei e n bea bei e en Regis e de Bei äge zu
Namen o schung, Band 1–16, Heidelbe g 1969, e glichen we den, ein Regis e ,
dass man auch heu e noch mi Gewinn nu zen kann.
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Nomina Geog aphica Eu opaea. Bibliog aphische Sammlung
zu eu opäischen O s-, Flu - und Gewässe namen
2. AUFBAU DER KARTEI
Ke ns ück is die alphabe ische Ze elda ei. Sie en häl ca. 450.000 Ze el.
Man wi d bei de Nu zung sehen, dass es sich um eine ela i ein ache Sammlung
handel , man da sie ielleich auch als p imi i bezeichnen. Das lieg zu einem
Teil da an, dass dem Ve asse zu Beginn de Sammlung nich bewuss wa , wie
das Ve ah en im Einzelnen ablau en soll e und was sich aus den e s en kleinen
An ängen he aus en wickeln soll e.
Die Haup ka ei is alphabe isch angeo dne . Einem Namen Aa olgen
also Aa , Abalon, Achalm usw. Abe es gib Besonde hei en, die in hohem
Maße du ch die Alphabe e o allem de os eu opäischen Sp achen und auch
die Umse zung on ky illischen Sch i en beding sind. Dazu gehö en e wa
die Eino dnung on -ą- (hin e -a-), -ę- (hin e -e-), -ć- = -c-, -č- (hin e -c-),
- - = -w- usw. Die Einzelhei en we den in einem ein üh enden Abschni un e
„En s ehungshinweise“ und „Nu zungshinweise“ au ge üh , de en Lek ü e o
Nu zung de Da ei zu emp ehlen is .
In eine wei e en Ab eilung, die als „Li e a u “ bezeichne wi d, inde man
die genu z e und e ze el e Li e a u . Do inden sich auch Au lösungen on
Li e a u kü zeln, e wa ABM = A chiwa, Biblio eki i Muzea kościelne (Bd. 1 .,
Lublin 1959/60 .). Gekü z zi ie e Li e a u wi d zumeis am un e en Rand
de Ka eika en ange üh , z.B. „Zi . Adamy“ ( ü : Hein ich Adamy, Die
schlesischen O snamen usw., B eslau 1888).
3. NUTZUNG DER DATEI
De Vo gang de Nu zung kann e wa wie olg umsch ieben we den.
Such man nach einem bes immen Namen, z.B. Heča, so geh man wie olg
o :
1. Sch i : In de Haup da ei klick man in de obe en Reihe des Tex eldes den
An angsbuchs aben, in diesem Fall „H“ an (man beach e, dass die Ladezei en
au g und de g oßen Menge des Ma e ials e liche Sekunden be agen können,
o allem bei den An angsbuchs aben B, K, P und S kann es länge daue n als
man es om In e ne gewohn is ).
Nach Ö nen des Buchs abens „H“ e schein das olgende Bild:
ABBILDUNG 1: Eingangspo al ü die Da ei

JÜRGEN UDOLPH
128 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI
Wich ig is die un e e Zeile: Aus echnischen G ünden kann nich die Da ei
mi den An angsbuchs aben Ha- gezeig we den, was e was ungewohn is .
Un en s eh : „Angezeig we den Bilde mi den An angsbuchs aben HU. Sc oll
man hinun e , sieh man die Ka eika en „Huba, Hualime , Huaha“ usw.
Um zu „Heche“ zu gelangen, klick man in de un e en Alphabe zeile (s.
Abbildung 2), die Regis e ka e HE an.
ABBILDUNG 2: Un e ab eilung des Eingangspo als
Es ö ne sich eine neue Sei e mi den Namen Heciul-Nou, Hech enbach,
Hechły, Héche, Hecha usw. Man sieh in de e s en Zeile u.a. die olgende
Ka eika e (s. Abbildung 3):
ABBILDUNG 3: Ka eika e „Héche“
Sie en häl die zusä zliche Angabe: „s. Sku il, Reg.“.
Die Au lösung muss man in de Da ei „Li e a u “ suchen. Da ü keh man
zu An angssei e de Da ei zu ück (s. Abbildung 4).
ABBILDUNG 4: Eingangspo al de Ka ei
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Nomina Geog aphica Eu opaea. Bibliog aphische Sammlung
zu eu opäischen O s-, Flu - und Gewässe namen
Au de ech en Sei e s eh de Ve weis au „Li e a u “. Diesen klick man an,
es ö ne sich die olgende Sei e (s. Abbildung 5).
ABBILDUNG 5: Eingangspo al ü die Li e a u angaben
Je z bi e nich die obe e Zeile anklicken, sonde n die un e e, übe de
s eh : 6773 Bilde insgesam zu Namen mi Li e a u . Bi e anschließend
Un e o dne wählen. Angezeig we den Bilde mi dem An angsbuchs aben Š.
Um nach „Sku il“ zu suchen, klick man den Buchs aben „S“ an. Es
ö ne sich eine neue Sei e mi de Li e a u , die un e S- abgespeiche is .
Die Ka eika en beginnen mi Sächsische Flu namensammle , V. Sádlo,
J. Sack usw.
Man sc oll hinun e und inde un e dem Au o namen „J. Sku il“ meh e e
Ti el, beginnend mi „J. Sku il, Pomís ní jména …“. Man ach e au den Ein ag
au de ge undenen Ka eika e „Sku il, Reg.“ und inde au diese Ka e
den Gesam i el: J. Sku il, Mik o oponymie a o onymie D ahanské cho iny,
Blansko 1968. Im Regis e wi d man dann den Namen „Héche“ inden und die
en sp echende Sei e einsehen können. Hie eine Abbildung de en sp echenden
Ka eika e (s. Abbildung 6).
ABBILDUNG 6: Ka eika e de Li e a u da ei
JÜRGEN UDOLPH
130 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI
Diese Ka eika e en häl auch In o ma ion übe den S ando de Publika ion,
in diesem Fall: „Eig. Bes.“ = eigene Besi z. Die Angaben sind au den S ando
Gö ingen zugeschni en, o allem au die Uni e si ä sbiblio hek und au die
Biblio hek des Sla ischen Semina s.
Man sieh , die Nu zung de Da ei is nich ein ach und die F age, wo sich ein
gesuch e Name be inde und was an de be e enden S elle übe ihn e en uell
gesag wi d, muss dann in de genann en Publika ion nachgesehen we den.
4. PRAKTISCHE ANWENDUNGSBEISPIELE
De Haup nu zen de Da ei lieg da in, dass e hebliches Ma e ial an O s-,
Gewässe - und Flu namen wei e Be eiche in Eu opa en hal en is . G oße
Da enmengen sind no wendig ü die Ka ie ung; Konsequenzen aus Ka en,
die nu 5–10 Namen en hal en, dü en kaum gezogen we den. Ande s sieh es
aus, wenn Hunde e on Namen ka ie we den können. Ähnlich sieh es bei
ande en Ka ie ungen, auch in ande en Disziplinen aus. Je um ang eiche das
Ma e ial is , umso siche e dü en die E gebnisse sein.
5. BEISPIELE DER NUTZUNG DER KARTEI:
WANDERUNG VON SLAVISCHEN STÄM-
MEN AUF DEN BALKAN
Die hie angesp ochene Ka ie ung möglichs iele O snamen
s ü z Übe legungen äl e e S udien. Ich g ei e hie die oben abgebilde e
Ve b ei ungska e südsla ische S ämme on J. Zaimo (s. Ka e 1) wiede au
und möch e zeigen, dass eine möglichs um assende Ka ie ung on sla ischen
O s-, Flu - und Gewässe namen die bei J. Zaimo e kennba e Zuwande ung
sla ische S ämme mi wei e en und siche en Hinweisen en scheidend s ü zen
kann. Dazu nu ze ich die besch iebene Da ei (Nomina Geog aphica Eu opaea).
In den sla ischen Sp achen gib es Appella i a, die in e schiedene Weise
on eine Wu zel *mok-, wozu auch moči i ‘ euch , nass machen, einweichen,
e weichen (z.B. Han )’ abgelei e sind, zumeis mi Hil e des Su ixes *-dlo.
Daneben e en abe auch -l-Bildungen au . Neben moči i gib es auch einen
Ve bals amm moča i, de in ähnliche Weise eine G undlage bilden kann.
Aus de g oßen Zahl on Wö e n, die hie genann we den können, nenne
ich nu uss. močalo ‘ze ase e Lindenbas ’, uss. dial. močilo, močalo ‘nied ige ,
sump ige O , Wagenspu , Teich’, uk ain. mocylo ‘kleine Teich, P ü ze, O
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Nomina Geog aphica Eu opaea. Bibliog aphische Sammlung
zu eu opäischen O s-, Flu - und Gewässe namen
im Fluß, wo Flachs ode Lein eingeweich wi d’, poln. moczadło ‘sump ige ,
mi Wasse p lanzen bewachsene G und, Sump ’, poln., al poln. (sei dem 13.
Jah hunde ) moczydło ‘nasse Boden, Sump boden, Sump , Mo as , Moo ,
Lache, Tümpel’, schech., slo ak. močal, močalina, močalisko, močalisko u.a.
‘Sump , Mo as , Moo , euch e S elle au einem Feld ode eine Wiese’.
Auch im Slo enischen, So bischen, K oa ischen und Se bischen sind
En sp echungen bezeug . Aus dem Sla ischen en lehn sind alban. moçali,
maçal ‘Mo as ’ und unga . mocsolya ‘P ü ze, Han ös e’.
Sowei ein ku ze Blick in die Appella i a. Wich ige abe is die F age, wo
sich da on abgelei e e geog aphische Namen inden, wie sie ges eu sind und
wo sie ehlen. Dazu äg die angesp ochene Da ei en scheidend bei.
Fü den genann en Wo komplex um *mok-, moči i, močalo, moczadło usw.
lassen sich in de Da ei ca. 200–300 O s-, Flu - und Gewässe namen inden.
Im einzelnen sind es die olgenden Ablei ungen: Moczydło, Močidlo, Močidło,
Moczadło, Močil, Mociul, Močul´, Moczel, Močidla, Močidła, Modschiedl,
Moczydła, Močila, Močilla, Močily, Močidly, Moczyły, Močile, Mo šile, Močyla,
Μουτσίλα, Moczadla / Moczadła, Močedla, Močály, Moczadły, Maczuły, Mačuly,
Maczule, Močuly usw. Es gib noch wei e e Va ian en, die z.B. du ch deu schen,
umänischen und unga ischen Ein luss lau lich umges al e sind.
Eben alls häu ig sind, wie im Sla ischen nich s ande s zu e wa en,
Ablei ungen mi Su ixen. Die Da ei en häl z.B. das im Sla ischen häu ige
Su ix -ica in Mö zlich, O bei Halle, Močidlice, Moczalica. Häu ige sind
E wei e ungen mi *-(ь)- wie Močilnica, Moczydlnica. Ein Su ix *-ьc- lieg
o in Močidlec, Močilec, Moczulec, Mačýlca, Močidlce. Das Bildungselemen
*isk(ý)o- da e mu e we den in Mačališče, Močališ e, Mačulišče, Močylyšča
u.a.m.
Schließlich e wähne ich hie noch Bildungen mi dem Su ix *-(ь)n-ica:
Močilnica, Moczydlnica. Wei e e Bildungen sind Namen mi den Su ixen *-ьc-,
*-ьk-, *-ъk-, *-inьk-. Wei e es übe gehe ich hie .
Diese s e eo ype und ielleich als ein önig emp undene Sammlung gewinn
ih en We du ch de en Ka ie ung (s. Ka e 2).
De Schwe punk diese geog aphischen Namen lieg im wes sla ischen
Be eich, o allem Polen ha da an einen hohen An eil. Daneben allen
Konzen a ionen im slo akisch-uk ainischen G enzgebie und in Slo enien
au . Vo allem abe äll au , dass das Os sla ische nu ge ingen An eil an de
Ve b ei ung ha . Und auch de ös liche Balkan ha nu ge ingen An eil da an.
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138 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI
Es is ganz kla , dass die Ve b ei ung de on bagno abgelei e en Namen eine
Ausb ei ung nach Süden en lang dem Ka pa enbogen nachzeichnen. Da es um
ein sla isches Wo geh , is es nich allzu gewag anzunehmen, dass es sich um
eine Siedlungsbewegung handel , die du ch Sp eche on sla ischen Dialek en
ge agen wo den is .
Anhand diese ie behandel en sla ischen Appella i a, die du ch wei e e
Beispiele e gänz we den können, läss sich zeigen, dass de Balkan du ch Sla en
au un e schiedlichen Wegen e eich wo den is : zum einen du ch einen Zuzug
aus de Mäh ischen P o e he aus übe den Os en Ös e eichs und Unga n
hinweg nach Slo enien und K oa ien, und wei e nach Albanien und den
Wes en Se biens bis nach Wes g iechenland. De ande e Zuzug e olg e en lang
dem Ka pa enbogen du ch die Bukowina, Moldau, die Dob udscha ( eilweise
du ch Rumänien / Siebenbü gen) und die un e e Donau bis hin nach Bulga ien
und den Os en G iechenlands. Man kann die beiden S öme ka og aphisch
e wa wie au Ka e 7 da s ellen.
KARTE 7: O snamen und Ausb ei ung sla ische S ämme
Deu lich e kennba is , dass die sla ischen Siedlungsbewegungen in Rich ung
Süden au un e schiedlichen Wegen e olg sind. Es läss sich nun anhand des
Wo scha zes des Rumänischen zeigen, dass diese Ve mu ung bes ä ig we den
kann:
1. Ma kie en die Namen einen ehe wes lichen Weg übe Slo enien und
K oa ien, dann ehl eine En lehnung in das Rumänische.
2. Lassen die geog aphischen Namen ehe eine Wande ung en lang de
Ka pa en nach Südos en e kennen, also du ch die Moldau und Dob udscha nach

S aipsniai / A icles 139
Nomina Geog aphica Eu opaea. Bibliog aphische Sammlung
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Rumänien und Bulga ien, dann sind die sla ischen Wö e , die die G undlage
ü en sp echende O snamen bilden, sind in das Rumänische en lehn :
sla isch umänisch
*jьz o ъ iz ó
bagno bahnă
sigla sihlă, sîhla
s ubel ş iube´ĭŭ
ABBILDUNG 8: En lehnungen sla ische Wö e in das Rumänische
Es gib ein wei e es A gumen , on e schiedenen Einwande ungswegen de
sla ischen S ämme auszugehen. Die un e schiedlichen Wege haben auch im
Wo scha z de südsla ischen Sp achen ih e Spu en hin e lassen. Aus üh lich
ha sich dami Popo ić (1960: 438–444) beschä ig . Aus seinen Ka ie ungen
des Wo scha zes des Südsla ischen habe ich d ei Ka en ausgewähl .
Zunächs ein Wo ü „Regen“ (Ka e 8):
KARTE 8: „Regen“ in den südsla ischen Sp achen (Quelle: Popo ić 1960: S. 441)
Se bisch und k oa isch kiša is zwei ellos das jünge e Wo gegenübe
Fo se ze n on *dъždь „Regen“, gl. poln. deszsz, uss. dožd´ usw.
Ganz ähnlich is die Ve b ei ung bei dem Wo ü „Eisen“ (Ka e 9):
JÜRGEN UDOLPH
140 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI
KARTE 9: „Eisen“ in den südsla ischen Sp achen (Quelle: Popo ić 1960: S. 442)
Das jünge e Wo is se bisch und k oa isch g ožđe, gožđe, das äl e e das
zwei ellos aus eine o sla ischen, indoge manischen Sp achschich s ammende
*želězo, man denke an uss. železo, poln. želazo. Und ein le z es Beispiel: das
slawische Wo ü „Ruß“ (Ka e 10):
KARTE 10: „Ruß“ in den sla ischen Sp achen (Quelle: Popo ić 1960: S. 443)
Das äl e e Wo is zwei ellos das mi li . súodžiai und al englisch bzw.
al no disch só e wand e „Ruß“-Wo *sad´a.
S aipsniai / A icles 141
Nomina Geog aphica Eu opaea. Bibliog aphische Sammlung
zu eu opäischen O s-, Flu - und Gewässe namen
Man da da aus olge n, dass die E hal ung de A chaismen an de
Pe iphe ie des südsla ischen Sp achgebie es mi de Zuwande ung aus den
al en Wohnsi zen de Sla en nö dlich de Ka pa en zusammenhäng . In de
Mi e, in de sich die beiden Siedlungss öme dann wiede a en, en s anden
Neue ungen ode es se z en sich ande e sla ische Wö e wie e wa *sad´a du ch.
Alle d ei Komplexe, zum einen die sich du ch die un e schiedliche S euung
sla ische Namen abzeichnenden un e schiedlichen Zuwande ungswege, zum
zwei en die En lehnung bes imm e sla ische Wasse wö e in das Rumänische
und zum d i en die A chaismen des sla ischen Wo scha zes in de Pe iphe ie
des südsla ischen Sp ach aums gegenübe den Neue ungen im Zen um,
sp echen da ü , dass die spä e en Südsla en au un e schiedlichen Wegen au
den Balkan eingewande sind.
Ich e inne e an diese S elle an die oben abged uck e Ka e 1 on J. Zaimo
(1967), au de die Zuwande ung sla ische S ämme im Süden des Balkans
um issen wi d. Die du ch die Sammlung sla ische Namen in de angesp ochenen
In e ne da ei möglich gemach en Ka ie ungen on ausgewähl en sla ischen
„Wasse wö e n“ bilden sozusagen den nö dlichen Teil des Balkans ab und
um eißen die beiden g oßen Wande ungswege sla ische S ämme: Ös e eich,
Unga n, Slo enien und K oa ien au de einen Sei e, die Bukowina, Moldau,
Dob udscha, das un e e Donaugebie und Bulga ien au de ande en Sei e.
Es wa die Absich dieses Bei ages, anhand ausgewähl e Sammlungen
und Ka ie ungen au die Möglichkei en, die sich du ch die hohe Zahl de
gesammel en Namen in de angesp ochenen Da ei Nomina Geog aphica Eu opaea
(h ps://adw- e wal ung.uni-goe ingen.de/o snamen/images_ligh box.php.)
ü die Bea bei ung sla ische Namen e geben können, hinzuweisen.
LITERATUR
Eile s Wilhelm 1982: Geog aphische Namengebung in und um I an. Ein Übe blick in
Beispielen, München: Ve lag de Baye ischen Akademie de Wissenscha en.
F ings Theodo 1957: G undlegung eine Geschich e de deu schen Sp ache, 3. Au lage,
Halle (Saale): Niemeye .
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JÜRGEN UDOLPH
142 Ac a Linguis ica Li huanica LXXXVI
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S aipsniai / A icles 143
Nomina Geog aphica Eu opaea. Bibliog aphische Sammlung
zu eu opäischen O s-, Flu - und Gewässe namen
Nomina Geog aphica Eu opaea. Eu opos
ie o a džių, žemė a džių i anden a džių
bibliog a inis inkinys
SANTRAUKA
Šiame s aipsnyje analizuojamas geog a inių a dų inkinys, suda y as iš maždaug
450 000 a dų, ku is kele ą mėnesių y a lais ai p ieinamas in e ne e. Rinkinio pa adinimas –
Nomina Geog aphica Eu opaea. Bibliog aphische Sammlung zu eu opäischen O s-, Flu - und
Gewässe namen. Jį galima as i šiuo ad esu: h ps://adw- e wal ung.uni-goe ingen.de/
o snames/images_ligh box.php. S aipsnyje pa eikiamas de alesnis šio inkinio ap ašymas.
Išsamiau ap ašoma jo kilmė, suda ymo p incipai i s uk ū a. Taip pa pab ėžiama, kad
naudojimasis inkiniu y a isiškai nemokamas, o p ieiga a i a isiems suin e esuo iems
asmenims.
An oje s aipsnio dalyje pa eikiamas sla ų genčių mig acijos į Balkanus pa yzdys
pa odo, kaip galima panaudo i šį inkinį su dideliu jo duomenų kiekiu – geog a inių a dų
inkinyje sukaup a in o macija leidžia suda y i žemėlapius, ku ie y a s a būs sp endžian
sla ų genčių mig acijos kelių į pie us klausimą.
Į eik a 2021 m. lapk ičio 5 d.
JÜRGEN UDOLPH
Zen um ü Namen o schung – Gö ingen / Rosdo ,
S einb ei e 9, D-37124 Rosdo bei Gö ingen
Akademie de Wissenscha en zu Gö ingen
A bei ss elle O snamen zwischen Rhein
und Elbe – Onomas ik im eu opäischen Raum
Robe -Koch-S . 29, D-48149 Müns e
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