Page 1STEFANO M. LANZA
Vytautas-Magnus-Universität
MORPHOLOGISCHE ADAPTION VON ITALISMEN IN DER LITAUISCHEN SPRACHE
SCHLÜSSELWÖRTER: Anpassung von Entlehnungen, morphologische Integration, Italismen.
EINLEITUNG
Das Wort Italismus ist in der litauischen Sprachwissenschaft kein häufiger Terminus. In den maßgeblichen Wörterbüchern der Internationalismen findet sich folgende Definition: ein Wort oder eine Wendung, die aus dem Italienischen übernommen wurde1. Verschiedene problematische Aspekte dieser Definition hat der Autor bereits erörtert (Lanza 2010a: 24 ff.); in diesem Artikel gelten Italismen im weiteren Sinne als alle Wörter, deren Ursprung das Italienische ist, unabhängig davon, ob sie direkt oder über Vermittlersprachen ins Litauische gelangt sind. Selbstverständlich gilt: Je länger der Weg eines Wortes war, desto schwieriger ist es, seine Beziehung zur Quelle zu erklären; das Verhältnis zwischen der ursprünglichen und der entlehnten Wortform ist das Ergebnis aller dazwischenliegenden Wechselwirkungen. Alte Entlehnungen, die sich bereits im Wortschatz des Litauischen etabliert haben, weisen sogar erhebliche Veränderungen ihrer phonetischen und morphologischen Struktur auf. Der vergleichende Blick auf die morphologischen Systeme der einzelnen am Entlehnungsprozess beteiligten Sprachen ermöglicht oft zu klären, ob diese Veränderungen regelmäßig sind, und hilft außerdem festzustellen, welche Sprachen eine bestimmte Entlehnung beeinflusst haben. Das ist für Sprachgeschichte und Etymologie von großer Bedeutung. Andererseits kann der Vergleich der morphologischen Systeme des Italienischen und des Litauischen bei der Integration neuer Entlehnungen, die gewöhnlich direkt ins Litauische gelangen, insbesondere für Sprachplaner erhebliche praktische Bedeutung haben.
Gana išsamiai skolinių morfologinį adaptavimą yra aprašiusi Adelė Valeckienė (1967). Kalbininkė taikliai pastebėjo, kad „kitų kalbų kilmės žodžiai paprastai pritaikomi prie lietuvių kalbos morfologinės sistemos: daiktavardžių sutampančios galūnės paliekamos, lietuvių kalbai nebūdingos galūnės atmetamos, ir vietoj jų pridedamos labiausiai jas atitinkančios lietuviškos. [...] Lietuvių kalboje kitų kalbų kilmės daiktavardžiai gauna „stipriųjų“ linksniavimų galūnes, dažniausiai vyr. g. –as, –is (kilm. –io), mot. g. –a, –ė“ (1967: 128).
1 So erklären sowohl TŽŽ 2008 als auch VV TŽŽ den Italismus wörtlich.
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Page 2Italienische Wörter zeichnen sich durch vokalische Endungen aus, die gewöhnlich unverändert bleiben2. Die häufigsten Singularendungen bei Nomina sind –a und –o; sie gehen auf die erste und zweite lateinische Deklination zurück und zeigen entsprechend das feminine und das maskuline Genus an (z. B.: lat. rosa(m) ‚Rose‘ > ital. rosa; lat. lupu(m) ‚Wolf‘ > ital. lupo3). Die doppelt so häufig vorkommende Endung –e ist Wörtern beider Genera eigen (z. B.: madre ‚Mutter‘; padre ‚Vater‘). Die Endungen –i und –u sind sehr selten; sie zeigen weder Genus noch Numerus an und kommen häufiger bei Entlehnungen vor. Die wichtigsten Pluralendungen sind –e (vom Singular –a) und –i (vom Singular –o, –e, mitunter auch –a).
Im Folgenden wird der aus dem Italienischen entlehnte Wortschatz nach italienischen Endungen behandelt, um die Phasen aufzuzeigen, in denen die Entlehnungen ins Litauische gelangten, regelmäßige morphologische Veränderungen hervorzuheben und einige problematische Fälle aufzuwerfen und zu erörtern. Bestimmte Fälle, in denen Genus oder Numerus der Formen nicht übereinstimmen, werden gesondert beschrieben. Obwohl Substantive den größten Teil der Italismen ausmachen, wurden auch andere flektierbare Wortarten entlehnt. Ihre morphologische Adaption wird ebenfalls gesondert behandelt. Die Daten stammen aus dem Verzeichnis der Italismen der litauischen Sprache (im Folgenden LKIS), das 936 Italismen umfasst (Näheres zu seiner Zusammensetzung, seinen Besonderheiten und den Methoden seiner Erstellung siehe Lanza 2010a: 105 ff.).
ADAPTATION ITALIENISCHER SUBSTANTIVE MIT DER ENDUNG -A
Wenn ein italienisches Wort in der vermittelnden Sprache die Endung –a verliert und am Wortende ein harter Konsonant ausgesprochen wird4, erhält es bei der Anpassung ans Litauische in der Regel die Endung –as (vgl. Valeckienė 1967: 112), z. B.: bancarotta > bankrotas (dt. Bankrott), porcellana > porcelianas (dt. Porzellan), spaccata > špagatas (dt. Spagat), cupola > kupolas (russ. купол), fontana > fontanas (russ. фонтан), tarantola > tarantulas (russ. тарантул), torta > tortas (russ. торт), banca > bankas (russ.
2 Ausnahmen bilden im Wesentlichen Funktionswörter (z. B. Artikel il, un, Präpositionen con, per usw.), Lehnwörter (z. B. sport ‚Sport‘, film ‚Film‘) sowie einige weitere vereinzelte Lexeme mit ungewöhnlicher Wortbildung.
3 Die Form des italienischen Wortes geht meist auf den Akkusativ des entsprechenden lateinischen Wortes zurück.
4 Die Begriffe „harter Konsonant“ und „weicher Konsonant“ eignen sich für Aussagen über das Litauische, Polnische und Russische. Sprachen wie das Italienische (und teilweise das Französische, Englische und Deutsche) ist dieses artikulatorische Merkmal nicht eigen (A. Valeckienė erwähnt dies übrigens überhaupt nicht). Italienische Konsonanten werden nicht palatalisiert: Bei ihrer Artikulation hebt sich die Zunge nicht zum Gaumen. Eine geringe Hebung der Zunge tritt nur bei den Phonemen /l/, /ʎ/ und /ɲ/ auf; daher könnte man nur bei ihrer Realisierung – und auch dann nur bedingt – von weichen Konsonanten des Italienischen sprechen.
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Page 3bank, dt. Bank, poln. bank), polizza > polisas (frz. police), risalita > rizalitas (dt. Risalit, poln. ryzalit), spinetta > spinetas (dt. Spinett, poln. szpinet).
Wenn ein italienisches Wort in der vermittelnden Sprache die Endung –a verliert und am Wortende ein weicher Konsonant ausgesprochen wird, erhält es im Litauischen entweder die maskuline Endung –is (vgl. Valeckienė 1967: 115), z. B. medaglia > medalis (frz. médaille, poln. medal), oder die feminine Endung -ė, z. B.: caravella > karavelė (frz. caravelle), carmagnola > karmanjolė (frz. carmagnole).
Allerdings könnte sich die Endung -a italienischer Wörter vielerorts unter deutschem Einfluss in -ė verwandelt haben (vgl. Valeckienė 1967: 121), z. B.: arietta > arijetė (dt. Ariette), barcarola > barkarolė (dt. Barkarole), fughetta > fugetė (dt. Fugette), bagattella > bagatelė (dt. Bagatelle), berretta > beretė (dt. Berette), fumarola > fumarolė⁵ (dt. Fumarole), novella > novelė (dt. Novelle), operetta > operetė (dt. Operette), sardina > sardinė (dt. Sardine), cittadella > citadelė (dt. Zitadelle). Das Wort staffetta > estafetė hingegen wurde über das Französische estafette übernommen.
Im Polnischen bleibt die Endung -a in der Regel erhalten; daher ist schwer zu entscheiden, ob das Wort über diese Sprache oder unmittelbar übernommen wurde. Solche Wörter gibt es viele, z. B.: acquatinta > akvatinta (poln. akw tinta), bravura > bravūra (poln. brawura), campagna > kampanija (poln. kampania), firma > firma (poln. firma), guardia > gvardija (poln. gwardija), loggia > lodžija (poln. lodzia), malaria > maliarija (poln. malaria), sottana > sutana (poln. sutanna), tara > tara (poln. tara) usw.⁶ Das über das Polnische entlehnte Wort kaliarope (poln. kalarepa, aus dem Ital. cavolo rapa) ist ein seltenes Beispiel für eine Wahl der Endung, die völlig unabhängig von anderen Sprachen erfolgte. Das Wort wurde analogisch angepasst: Das undurchsichtige Element kala- blieb erhalten (vgl. kalafioras, ital. cavolfiore aus cavolo fiore), während das Element r(z)epa (das heißt ropė, ital. rapa) einfach durch sein litauisches Äquivalent übersetzt wurde (siehe Fraenkel 1962 sub voce).
Wurde ein Wort unmittelbar übernommen (meist über die Schriftsprache), wie es besonders häufig bei jüngeren Lehnwörtern der Fall ist, bleibt die Endung –a erhalten, z. B.: grappa (ital. grappa), mafija (ital. mafia), mocarela (ital. mozzarella), pica (ital. pizza).
Wenn ein Wort eine weibliche Person bezeichnet, bleibt die Endung –a in der Regel erhalten (vgl.: ballerina > balerina, diva > diva, madonna > madona, primadonna > primadona, signora > sinjora, signorina > sinjorina); die Endung –ė kommt seltener vor (vgl.: dogaresa > dogaressė, favorita > favoritė, cortigiana > kurtizanė⁷; siehe auch weiter unten).
⁵ TŽŽ 1936 und TŽŽ 1951 führen fumarolas an.
⁶ Eine Vermittlung durch das Polnische kann sich durch die Verlagerung des Akzents auf die vorletzte Silbe verraten, z. B. ital. góndola > poln. gondola > lit. Gen. Sg. gondòlos.
⁷ Die Form favoritė ist durch den Gegensatz zur maskulinen Form favoritas (aus ital. favorito) zu erklären; kurtizanė ist auf den Einfluss anderer Sprachen zurückzuführen (vgl. frz. courtisane, dt. Kurtisane).
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Page 4Italienische Wörter mit dem beide Geschlechter bezeichnenden internationalen Suffix -ista (aus lat. -ista(m), das aus gr. -ιστης stammt) übernehmen im Litauischen ausnahmslos die Endung -istas (fem. -istė), z. B.: fascista > fašistas, -ė, novellista > novelistas, -ė, solista > solistas, -ė⁸, oder lediglich -istė, wenn das Wort ausschließlich eine weibliche Person bezeichnet, z. B.: camerista > kameristė.
ADAPTATION ITALIENISCHER SUBSTANTIVE MIT DEN ENDUNGEN -E, -O
Die dargelegten Hinweise zur Endung -a können auch dazu beitragen, die Besonderheiten der Adaptation italienischer Wörter mit den Endungen -e (und teilweise -o) zu erklären. Bleibt nach Wegfall der Endung eines italienischen Wortes am Stammende ein harter Konsonant, erhält das Lehnwort im Litauischen die Endung -as, z. B.: (aus it. -e) allarme > aliarmas (poln. alarm), arsenale > arsenalas (poln. arsenał, russ. арсенал), balcone > balkonas (poln. balkon, russ. балкон), cornice > karnizas (russ. карниз), finale > finalas (russ. финал), maggiore > mažoras (frz. majeur, russ. мажор), marzapane > marcipanas (dt. Marzipan), pallone, dial. ballone > balionas (frz. ballon, poln. balon), tenore > tenoras (poln. tenor); (aus it. -o) accordo > akordas (dt. Akkord, poln. akord), barocco > barokas (dt. Barock), cardano > kardanas (poln. kardan), duetto > duetas (poln. duet, russ. дуэт), colorito > koloritas (poln. koloryt), libretto > libretas (russ. либретто), quartetto > kvartetas (dt. Quartett, poln. kwartet), sonetto > sonetas (dt. Sonett, poln. sonet, russ. сонет), soprano > sopranas (dt. Sopran, poln. sopran, russ. сопрано)⁹.
Bleibt nach Wegfall der Endung am Ende des italienischen Wortstamms ein weich ausgesprochener Konsonant, erhält das Lehnwort im Litauischen entweder die maskuline Endung -is, z. B.: (aus it. -e) bemolle > bemolis (frz. bémol); (aus it. -o) modello > modelis (poln. model), profilo > profilis (frz. profil), zoccolo > cokolis (russ. цоколь), oder die feminine Endung -ė, z. B.: acquarello > akvarelė (frz. acquarelle, dt. Aquarell, russ. акварель), pastello > pastelė (frz. pastel, russ. пастель), trillo > trelė (russ. трель), violoncello > violončelė (russ. виолончель).
8 Neben diesen (in LKIS nicht verzeichnet) ist baristas -ė zu erwähnen (Bedeutung: „Meister der Kaffeezubereitung“, obwohl es auf Italienisch schlicht barmenas bedeutet); das Wort wurde erst kürzlich in die von der Staatlichen Litauischen Sprachkommission (im Folgenden VLKK) mit Protokollbeschluss Nr. PN-4 vom 07.04.2011 bestätigte Liste der Entsprechungen für Fremdwörter aufgenommen.
9 Einige dieser Italianismen, insbesondere musikalische Fachbegriffe, könnten auch direkte Entlehnungen sein (vgl. Valeckienė 1967: 114).
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Page 5Wörter mit Endungen lateinischen Ursprungs –ario, –iere (beide aus spätlat. –arius) und –tore (aus dem Akkusativ der lat. Endung –tore(m)) behalten die eigentlichen Endungen –o und –e niemals bei. Solchen Wörtern werden traditionell die Endungen –ijus beziehungsweise –ius (–ė) angefügt, z. B.: impresario > impresarijus, scenario > scenarijus, cavaliere > kavalierius, accompagnatore > akompaniatorius, improvvisatore > improvizatorius, investitore > investitorius, registratore > registratorius, stiratore > stiratorius. Die Abweichung des litauischen kurjeris von der Ausgangsform (it. corriere) ist durch die Vermittlung des Französischen oder eher des Polnischen zu erklären (vgl. frz. courrier, poln. kurier). Gelegentlich wird –iere unregelmäßig zu –jeras, z. B.: bersagliere > bersaljeras, gondoliere > gondolieras10.
In Einzelfällen wird die italienische maskuline Endung –o durch litauisch –a ersetzt, z. B.: contrabbando > kontrabanda, mandolino > mandolina, mosaico > mozaika (zweifellos hat hier eine slawische Sprache Einfluss genommen, vgl. poln. kontrabanda, mandolina, mozaika, russ. контрабанда, мандолина); noch seltener litauisch –ė, z. B. grupė (hier ist die Abfolge der lautlichen Veränderungen recht komplex: it. gruppo > frz. groupe [gru:p] > dt. Gruppe [gruppe] > lit. grupė, vgl. Stammerjohann 2008 sub voce).
Etwas seltener wird die italienische Endung –e ins Litauische als –ė übertragen. Auf Grundlage der genannten Regelmäßigkeiten und der LKIS-Daten lässt sich sagen, dass dies vor allem für jüngst entlehnte Wörter gilt, die direkt ins Litauische gelangt sein könnten, insbesondere über die Schriftsprache. Abgesehen von den Wörtern dučė (it. duce), čičeronė (it. cicerone) und saltomortalė (it. salto mortale) wurden die übrigen Italianismen, bei denen die Endung –ė aus –e übertragen wird, erst vor Kurzem gebräuchlich oder in Wörterbüchern verzeichnet11, z. B.: bienalė < it. biennale, kvadrienalė < it. quadriennale, trienalė < it. triennale, latė < it. latte, maskarponė < it. mascarpone, provolonė < it. provolone.
Die Nominativendung –o ist dem Litauischen fremd. Da sie sich nicht in das Deklinationssystem einfügt, müssen Lehnwörter mit der ursprünglichen Endung –o durch Anfügen der litauischen Endung –as flektierbar gemacht werden (vgl. KP G: 64). Ein Teil der anerkannten (kodifizierten) Ausnahmen sind gerade Entlehnungen aus dem Italienischen (vgl. Pakerys 1991), etwa ažio (it. aggio), belkanto (it. bel canto), bruto (it. brutto), fiasko (it. fiasco), franko (it. franco), inkaso (it. incasso), kapričo (it. capriccio), maestro (it. maestro), moto (it. motto), neto (it. netto), saldo (it. saldo), salto (it. salto), solfedžio (it. solfeggio), storno (it. storno). In der theoretischen Literatur ließen sich keine Argumente dafür finden, warum diese Wörter nicht in die flektier-
10 Doch gonfaloniere > gonfalonieras (TŽŽ 2008).
11 Einige davon kommen äußerst selten vor. So wurde beispielsweise kampanilė (it. campanile) nur ein einziges Mal im Korpus litauischer Texte verzeichnet, während kasонė (it. cassone) und kolašonė (it. colascione) kein einziges Mal.
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Page 6… die Klasse der Substantive. Und tatsächlich kommen kapričas, maestras ir saldas im Sprachgebrauch vor; lacas ir impresarijus, die im TŽŽ von 1951 noch nicht flektiert wurden (lāco, impresārio), sind inzwischen morphologisch integriert. Die Unflektierbarkeit besteht offenbar teils wegen geringer Gebrauchshäufigkeit (ažio, franko, inkaso, storno), teils aufgrund einer alten Gebrauchstradition (bruto, fiasko, moto, neto, salto) oder aus semantischen Gründen (kapričo, solfedžio bleiben unflektiert12, ebenso wie die meisten Musiktermini).
ADAPTATION ITALIENISCHER SUBSTANTIVE MIT ANDEREN ENDUNGEN
Im Italienischen ist die Endung -i gewöhnlich die Pluralendung beider Genera, deren Singular auf -o, -e endet. Die Pluralform eines Wortes kann entlehnt werden, wenn das Denotat eine Gruppe von Menschen oder Dinge bezeichnet, die selten einzeln vorkommen. Zu den erstgenannten gehören soziale Gruppen sowie politische und ähnliche Gruppierungen (čompiai, gibelinaI, gvelfai, ladzarionai, popolaniai) und Mönchsorden (celestinai, kamalduliai, oratorionai, pasionistai); unter den Dingen sind einige Nudelsorten zu nennen (ravioliai, spagečiai), einige Schriftarten (kredencialai, portolanai) und das eine oder andere weitere Wort (grafitai13, pocolanai). Wie die Beispiele zeigen, lässt sich hinsichtlich der Qualität des Stammendkonsonanten keine Regelmäßigkeit bei der Wahl der litauischen Endung erkennen (ital. lazzaroni erhält ein weiches n; ital. popolani – ein hartes n; ital. ravioli erhält ein weiches l; ital. credenziali – ein hartes l). Die italienische Endung -i bleibt nur im Wort konfeti (vgl. confetti)14 unverändert erhalten – das heißt, sie bildet im Litauischen keinen Diphthong.
Manchmal beruht die Adaptation auf der Pluralform des Originals, die jedoch als Singular interpretiert wird, z. B.: broccoli (ital. Sg. broccolo) – brokolis, salami (ital. Sg. salame) – saliamis und offenbar auch paparazzi (ital. Sg. paparazzo) – paparacis15. Die Wahl der Endung –is ist hier regelmäßig; damit wird das auslautende unbetonte -i auf natürliche Weise ersetzt (vgl. Valeckienė 1967: 115).
Italienische Wörter mit der Singularendung -i sind selten. Die Entlehnungen sind meist erst in jüngerer Zeit übernommen worden; bis auf einzelne Ausnahmen (kiantis < chianti, papatačis < pappataci) bezeichnen sie alle Erzeugnisse, deren italienische Bezeichnungen das finale -i aus dem ge-
12 Zwar kommt im Sprachgebrauch gelegentlich die Form solfedis vor, die analog zu Wörtern mit dem Stamm -ia gebildet wurde, indem solfedžio als Genitiv Singular interpretiert wurde (solfedžio < solfedis wie medžio < medis).
13 Im Verzeichnis der Entsprechungen für Fremdwörter, das durch den protokollarischen Beschluss Nr. PN–4 der VLKK vom 07.04.2011 bestätigt wurde, wird die Pluralform grafičiai. Anm. d. Red. vorgeschlagen.
14 DLKG₄ (S. 82) führt spageti als normgerecht an, obwohl es von einigen Sprachwissenschaftlern anderswo korrigiert wird.
15 Formų paparacis ir paparacas konkurencingumą yra nagrinėjusi L.Vaicekauskienė (2007: 178–179).
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Page 7… des Nachnamens, vgl.: bugatis < Bugatti, feraris < Ferrari, kamparis < Campari, lamborginis < Lamborghini, martinis < Martini16.
It. Sg. buttafuori ‚Bühnenarbeiter, Theaterordner‘ gelangte über das Russische бутафория ins Litauische (butaforija). In der Bedeutung ‚Bühnenausstattung‘ wird es im Italienischen nicht verwendet.
Die Endung -u (meist -ù) ist sowohl im Italienischen als auch im Litauischen sehr selten. Der einzige belegte Italismus mit auslautendem -u ist die nicht übersetzbare Dessertbezeichnung tiramisù17.
Das einzige Wort mit einem Konsonanten am Wortende ist fiat, ein Akronym für FIAT (Fabbrica Italiana Automobili Torino ‚Italienische Automobilfabrik Turin‘). Das ital. Femininum fiat wurde zunächst zum Markennamen und bezeichnete später metonymisch jedes Auto dieser Marke18. Warum lit. fiatas die Endung -as erhielt, lässt sich auf verschiedene Weise erklären. Da im Original keine eindeutige feminine Endung vorliegt, fungiert -as sowohl als unmarkierte Endung als auch als die für das Litauische charakteristischste maskuline Endung (vgl. Valeckienė 1967: 128). Außerdem ist -as phonetisch die passende Endung nach einem harten Konsonanten. Schließlich ist fiatas mit dem Hyperonym automobilis ‚Automobil‘ verbunden, das ebenfalls maskulinen Geschlechts ist (zur Wahrnehmung des Genus von Fremdwörtern ausführlicher vgl. Vaicekauskienė 2007: 170 ff.).
FÄLLE DER ABWEICHUNG VON GENUS UND NUMERUS ZWISCHEN ORIGINAL- UND LEHNWORTFORMEN
Wie bereits erwähnt, kann sich bei der Übernahme eines Wortes die grammatische Bedeutung der Endung aus verschiedenen Gründen verändern. In der entlehnenden Sprache kann eine bestimmte Endung fehlen, selten sein oder eine andere grammatische Bedeutung haben. So sind in den polnischen, deutschen und russischen Sprachen konsonantische Endungen für das Maskulinum und Neutrum charakteristisch; daher wird die italienische vokalische Endung häufig als unsystematisch weggelassen. Ist das Genus des Lehnworts hingegen motiviert, so kann die entlehnende
16 Italienische Nachnamen auf -i sind häufig; es handelt sich dabei einfach um die Pluralform. Zum Beispiel: Ferrari geht auf it. dial. ferraro ‚Schmied‘ zurück.
17 Eine solche Bezeichnung ist im übertragenen Sinn als ‚heb meine Stimmung‘, ‚hilf mir, wieder zu Kräften zu kommen‘ und Ähnliches zu verstehen. Vgl. dazu auch Lanza 2010b. In der von der VLKK durch Beschluss Nr. PN-4 vom 2011-04-07 bestätigten Empfehlungsliste Svetimžodžių atitikmenų sąraše werden die Entsprechungen tiramis 2 und tiramisù vorgeschlagen. Anm. d. Red.
18 Für diese Kategorie metonymisch verwendeter Eigennamen ließe sich die Neuschöpfung ženklavardis vorschlagen. Damit würde eine eingetragene Marke, ein Firmenname, der Nachname eines Entdeckers oder ein ähnliches Wort bezeichnet, das zum Gattungsnamen geworden ist. Diese Typologie von Entlehnungen beschrieb erstmals der italienische Linguist B. Migliorini (1927).
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Page 8Im Litauischen kann die Endung eine seltenere grammatische Bedeutung annehmen; so sind etwa lit. Brigela, dučė, kazanova, podesta ir Pulčinela, die sämtlich männliche Personen bezeichnen, zweifellos maskulin. Wird ein Italianismus nicht angepasst, sind die Prinzipien der Genuszuweisung im Litauischen recht eindeutig. Die Endung -a wird als feminin verstanden, -o, -i, -u dagegen als maskulin19.
Wurde ein Lehnwort indirekt übernommen, wird es im Litauischen morphologisch angepasst, unabhängig von der authentischen Ausdrucksform des Originals. Fälle einer Abweichung der Genuskategorie lassen sich daher durch Zwischenformen erklären, vgl. ital. Fem. torta > russ. Mask. mопт > lit. Mask. tortas; ital. Mask. violoncello > russ. Fem. виолончель > lit. Fem. violončėlė; ital. Mask. mosaico > poln. Fem. mozaika > lit. Fem. mozaika; ital. Fem. palafitta > poln. Mask. palafit > lit. Mask. palafitas; ital. Mask. brigantino > port. Fem. brigantine > lit. Fem. brigantina; ital. Fem. porcellana > nhd. Neutr. Porzellan > lit. Mask. porcelianas.
Wurde das Lehnwort vermutlich direkt, meist über die Schriftsprache, übernommen, werden die italienischen Grundendungen des Maskulinums und Femininums -a und -o den entsprechenden litauischen Endungen -a und -as gleichgesetzt, vgl. mafia > mafija, mozzarella > mocarela, cappuccino > kapučinas, espresso > espresas usw.20 Erst bei der Übertragung der italienischen Endung -e beider Genera als litauisches -ė, das gewöhnlich dem Femininum eigen ist, kommt es zu Genusabweichungen. So beruht die bereits kodifizierte Käsebezeichnung maskarponė offensichtlich auf der italienischen Schreibweise (vgl. mascarpone), obwohl das italienische Wort maskulin ist und der harte Stammendlaut (hier [n]) besser zur Endung -as passen würde. Zudem ist die Form maskarponas (ebenso provolonas, aus ital. provolone, sowie die seltenen kolašonas, kesonas) wegen der Endung -one auch systematisch weit besser und fügt sich zu den bereits vorhandenen balkonas (< ital. balcone), frontonas (< ital. frontone), kartonas (< ital. cartone), trombonas (< ital. trombone) und vazonas (< ital. vasone)21 ein. Noch größere Zweifel weckt ital.
19 Bei Lehnwörtern aus anderen Sprachen, in denen vokalische Endungen nicht selten sind, sind die Prinzipien der Genuszuweisung komplizierter (vgl. Vaicekauskienė 2007: 170 ff.).
20 Dies gilt auch für symbolische Bezeichnungen, vgl. R. Vaskelaitės Bemerkung: „Man kann eine Tendenz beobachten, bei symbolischen Bezeichnungen, deren Auslaut an die Endung femininer Substantive erinnert, feminine Adjektive zu verwenden. [...] Diese Beispiele zeigen bereits eindeutig eine gewisse syntaktische Genusmarkierung bei symbolischen Substantiven: [...] Mirė mafijos bosas T.B., pirmasis atsukęs nugarą liūdnai pagarsėjusiai Sicilijos „Cosa nostra“ ir papasa-koj ęs teisėsaugos organams jos paslaptį R 2000 12 29“ (Vaskelaitė 2003: 47).
21 Maskarponas ist auch unter Berücksichtigung der Wortbildungsgesetze systematischer. Die Endung -one ist im Italienischen tatsächlich ein augmentatives (vergrößerndes) Suffix. So bedeutet ital. cartone (aus car-ta ‘Papier’ + -one) ‘großes, dickes Papier’, ital. trombone (aus tromba ‘Trompete’ + -one) ‘große Trompete’ und ital. vasone (aus vaso ‘Vase’ + -one) ‘große Vase’. Das Wort mascarpone (ältere Form: mascherpone, gebildet aus mascherpa ‘fettarmer Quarkkäse’ + -one) bedeutet „großer, fetter mascherpa-Käse“.
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Page 9Mask. latte ‘Milch’ wurde als latė angepasst. Doch die Frage ist hier nicht, ob die Endung passend gewählt wurde, sondern ob die litauische Sprache ein solches Lehnwort überhaupt braucht²². Abweichungen bei der Numeruskategorie sind selten. Abgesehen von den bereits genannten Lehnwörtern wie brokolis, bei denen der italienische Plural die Grundlage für die litauische Singularform bildet (hinzufügen lässt sich noch lit. pomidoras > aus dem altital. Pl. pomi d’oro ‘goldene Äpfel’), zeigt nur das recht seltene Wort maremai eine Numerusabweichung (aus ital. Sg. Fem. maremma ‘sumpfiges Gebiet an der tyrrhenischen Küste’)²³.
MORPHOLOGISCHE ADAPTATION ANDERER WORTARTEN
Da die meisten Lehnwörter aus dem Bedürfnis entstehen, eine neue Gegebenheit, einen physischen Gegenstand usw. zu benennen, kommen Italianismen anderer Wortarten nur selten vor. Den LKIS-Daten zufolge machen Substantive 84,4% aller Italianismen im Litauischen aus, andere flektierbare Wörter dagegen nur etwa 2%²⁴. Unter diesen sind zwei Zahlwörter am wichtigsten – nulis (aus ital. nulla ‘Nullwert’, über dt. Null) und milijonas (aus ital. milione ‘großes Tausend’, vermutlich über dt. Million). Wie man sieht, wurden sie regelgerecht angepasst: an den weichen Stammschluss l wurde die Endung –is angefügt, an den harten n die Endung –as (vgl. die obigen Ausführungen zu Substantiven).
Entlehnte Adjektive sind ebenfalls selten. Gefunden wurden nur grandiozinis oder grandioziškas (vgl. ital. grandioso), makaroniškas (vgl. ital. maccheronesco, maccheronico), merkan-tilinis (vgl. ital. mercantile), pastozinis oder pastoziskas (vgl. ital. pastoso). Die Adjektivsuffixe –inis und –iškas sind im Litauischen besonders produktiv (vgl. DLKG₄ 207–210), weshalb diese morphologische Integration regelgerecht ist. Nicht auszuschließen ist, dass das Suffix –iškas mit ital. –esco und –ico verwandt sein könnte (vgl. Skardžius 1943: §96).
Im LKIS sind zwölf Verben erfasst²⁵. Sowohl mögliche autonome litauische Ableitungen von Lehnwörtern (z. B.: inkaso > inkasuoti, koncertas > koncertuo-ti, tara > taruoti) als auch echte Lehnwörter erhalten das Suffix –uoti²⁶. Tatsächlich nur ein einzig-
²² Dieses Milch-Kaffee-Getränk heißt auf Italienisch caffellatte (auch caffellatte arba caffè e latte), nicht latte. Es ist schlicht Kaffee mit Milch oder Milch mit Kaffee (Letzteres ist vielleicht treffender, da der Milchanteil größer ist als der Kaffeeanteil). Vermutlich ist lit. latė (anfangs verwendet und mancherorts noch anzutreffen ist auch die morphologisch nicht integrierte, phonetisch ungewöhnliche Bezeichnung latè) lediglich eine Verkürzung von caffè e latte, denn das einzelne Wort latte bedeutet Milch und nicht ein Milch-Kaffee-Getränk.
²³Maremai wurde erstmals 1969 in einem aus dem Russischen übersetzten TŽŽ belegt. Genauer war die Form marema im TŽŽ von 1936.
²⁴ Die verbleibenden rund 14% sind Adverbien (120 gefunden) und Interjektionen (6 gefunden). Die große Zahl der Adverbien ist auf die Vielzahl entlehnter Musiktermini zurückzuführen, die Vortragsanweisungen bezeichnen.
²⁵ Apie keblumus kilndinant ir klasifikuojant veiksmažodžius žr. Lanza 2010a: 84.
²⁶ –uoti scheint das häufigste Suffix bei allen entlehnten Verben zu sein (vgl. Vaicekauskienė 2007: 196).
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Page 10telis balotiruotis hat kein litauisches Grundwort, sodass kein Zweifel daran besteht, dass es sich um ein Lehnwort handelt. Die Litauer übernahmen es aus dem Russischen, wohin es über das Französische aus dem Italienischen gelangt war (vgl. it. ballottare > frz. ballotter > russ. баллотироваться). Die heute etablierte reflexive Form (anstelle des in TŽŽ 1936 und TŽŽ 1951 vorgeschlagenen balotiruoti) ist entweder nach dem Bedeutungsanalogie-Muster von kandidatuotis gebildet worden oder eher dem Russischen entlehnt.
Die vereinzelte umgangssprachliche Verbform kapiš (bisweilen kapisch, capisc) wurde vermutlich dem drohenden Ausdruck capeesh [ka’piːʃ] des amerikanischen Englisch entnommen, der auf die italienische 2. Person Singular Präsens capisci [ka’piʃi] zurückgeht (Infinitiv capire „verstehen“). Wie dem auch sei, diese Form sollte besser als Interjektion betrachtet werden, da sie morphologisch nicht angepasst ist27.
ZUSAMMENFASSUNG
Da sich das litauische Gebiet während der gesamten Geschichte im Umfeld mächtigerer oder zumindest zahlenmäßig überlegener Nachbarn befand, konnten Beziehungen zwischen den Litauern und der geografisch weit entfernten italienischen Sprache lange Zeit allenfalls zufällig und indirekt bestehen. Dies belegen auch die Sprachdaten. Entlehnungen aus dem Italienischen gelangten über Vermittlersprachen ins Litauische: bis zum 19. Jahrhundert über das Polnische und Deutsche, später über das Russische. Die morphologische Integration der Italianismen verlief recht regelmäßig nach klaren phonetischen Kriterien (wobei vor allem die Wortendung oder die phonetischen Eigenschaften des Stammauslauts berücksichtigt wurden) und stützte sich gewöhnlich nicht auf die Form des Originals. Unter dem Einfluss anderer Sprachen nahmen die Italianismen neue sprachliche Merkmale an, anhand derer sich heute häufig der Weg der Entlehnungen ins Litauische erkennen lässt28.
Der Vergleich der Systeme des Italienischen und des Litauischen ist bei der Normierung nicht der Lehnwörter wichtig, die sich erst kürzlich etabliert haben und bereits weit verbreitet sind, sondern der neuen, die noch nicht in die normierenden Wörterbücher aufgenommen wurden. Die heutige Technologie beschleunigt die Wechselwirkung zwischen Sprachen besonders stark; Wörter können schnell und direkt in ihrer Originalform aus einer Sprache in eine andere gelangen. Daher ist anzunehmen, dass die Rolle der Vermittlersprachen verblassen wird, wodurch die Frage der Anpassung von Entlehnungen besonders aktuell wird.
27 Dies lässt sich durch die Analogie zu einem anderen Italianismus, basta, erklären, der, nachdem er den Bezug zum Verb verloren hat, in der Sprache im Wesentlichen als Interjektion fungiert. Die Endung -a wird selbst im Italienischen kaum noch als Endung der 3. Person Singular Präsens des Verbs bastare „genügen“ wahrgenommen (basta! bedeutet es reicht!).
28 Ebenso lässt sich feststellen, über welche Sprache ein Lehnwort nicht gekommen ist. Da beispielsweise nachgewiesen ist, dass nach einem weichen Stammauslaut -l die litauische Endung -is angefügt wird, gelangte cokolis zweifellos über das Russische (цоколь) ins Litauische und nicht über das Polnische (vgl. cokół).
S. M. LANZA. Morfologinė italizmų adaptacija lietuvių kalboje
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Page 11Obwohl etablierte Leitlinien zur Litauisierung von Lehnwörtern und die relative Vereinbarkeit der Endungssysteme des Italienischen und Litauischen die morphologische Anpassung erleichtern, lassen sich keine mechanisch anwendbaren Regeln formulieren. Wenn nach der Untersuchung der Bedeutung und des Gebrauchs eines Lehnworts deutlich wird, dass sich auf Litauisch nicht auf es verzichten lässt, muss die Wahl der Endung eng mit der Anpassung der phonetischen Wortstruktur (und damit auch der Rechtschreibung) an das Litauische verknüpft werden. Leider reichen Zeit, Ressourcen und Kenntnisse nicht immer aus; deshalb finden sich sogar in den Empfehlungskatalogen der VLKK hier und da Fremdwörter, die völlig misslungen angepasst sind29.
Die einzige Möglichkeit, Fragen der Anpassung von Fremdwörtern wirksam zu behandeln, besteht darin, die Zusammenarbeit zwischen Sprachregelungsinstanzen und Fachleuten für Fremdsprachen und Litauisch zu stärken.
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29 Į tokių skolinių, kaip tiramisas, čiabata, karpačas, latė, fokacija, adaptavimą šio straipsnio autor(i)us yra mėginęs atkreipti dėmesį tiek viešai (plg. Lanza 2010b), tiek susirašinėdamas su kalbos norminimo institucijos specialistais.
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KALBOS KULTŪRA | 84
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Gauta 2011 11 15
MORPHOLOGICAL ADAPTATION OF ITALIAN LOAN WORDS IN LITHUANIAN
Summary
The paper overviews Italian loan words adopted in Lithuanian from the point of view of morphological adaptation. The lexis borrowed from Italian is discussed considering Italian inflections and illustrating the periods when the loan words were adopted, highlighting regular morphological changes, discussing several problematic issues. Most of loan words are nouns; they are introduced alongside the features of morphological adaptation of other parts of speech as well. Previous research into the lexicon and a large number of examples demonstrate that the adaptation of Italian loan words has been rather smooth and regular, following certain established phonetic criteria (mostly phonetic peculiarities of inflections and stem-final elements); usually without reference to the original form. In the course of time, under the influence of intermediate languages, mainly Slavic, Italian loan words have acquired linguistic features, which now often help identify their way to the Lithuanian language. However, modern technological developments have eased the interaction between languages, which is why the role of intermediate languages tends to decrease. Hence the question of adapting loan words becomes topical. The paper argues that attempting to cope with the issues of adapting new loan words, more research is needed into the phonetic and morphological features of the word in the language of origin. For that purpose, specialists of Lithuanian and other languages should work together.
KEY WORDS: adaptation of loan words, morphological adaptation, Italian loan words.
STEFANO M. LANZA
Vytauto Didžiojo universitetas
K. Donelaičio g. 52–206, LT-44244 Kaunas
[email protected]
S. M. LANZA. Morfologinė italizmų adaptacija lietuvių kalboje
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