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Das geistliche Lied im Forschungsspektrum der Theolinguistik

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Das geistliche Lied im Forschungsspektrum der Theolinguistik

Author: Albrecht Greule
Year: 2011
Source: https://journals.lki.lt/actalinguisticalithuanica/article/download/1007/1097
120 ac a Linguis ica Li huanica LXIV–LXV
aLb ech g euLe
wissenscha liche o schungs ich ungen: (besonde s heo-
linguis ik und geis liches Lied), ex g amma ik, onomas ik, his o i-
sche syn ax.
das geis Liche Lied
iM o schungssPek uM
de heoLinguis ik
eliginė giesmė eoling is ikos y imų spek e
anMe kung
heolinguis ik besch eib , wie es Menschen geling , mi sp ache übe das gö liche zu
kommunizie en. eine au gabe de heolinguis ik bes eh da in, eine axonomie heolek ale
ex e au zus ellen. eine wich ige olle spielen dabei Übe se zungs ex e, z.b. Übe se zungen
de bibel, die auch im olkssp achlichen go esdiens e wende we den. da übe hinaus
spielen im go esdiens sei de e o ma ion im deu schsp achigen aum geis liche Liede eine
bedeu ende olle. au gabe de heolinguis ik is es auch, die Lied ex e im hinblick au ih e
Ve wendba kei im go esdiens sp achk i isch zu analysie en.
anno a ion
heolinguis ics desc ibes how humans manage o communica e abou he di ine using
language. i is a ask o heolinguis ics o es ablish he axonomy o heolec al ex s. he eby,
ansla ion ex s play an impo an ole, e.g. ansla ions o he bible, which a e also employed
in chu ch se ices, held in he e nacula . u he mo e, since he P o es an e o ma ion,
hymns ha e played an impo an ole in chu ch se ices wi hin he ge man-speaking a ea. i
is also a ask o heolinguis ics o analyse he song ex s c i ically in e ms o language wi h
ega d o he usabili y o hese ex s in chu ch se ices.
1 . heoLinguis ik
„nich noch eine bindes ich-Linguis ik!“ ich e s ehe diesen einwand gegen
den e minus heolinguis ik gu , ich habe auch lange mi mi ge ungen, wie ich
schLÜsseLwö e : heolinguis ik, eligiöse sp ache, sak alsp ache, geis liches Lied, sp ach-
k i ik.
keywo ds: heolinguis ics, eligious language, sac ed language, hymn, linguis ic
c i icism.
das geis liche Lied im o schungsspek um
de heolinguis ik
121s aipsniai / a icles
das, was mich an diesem be eich de sp ach e wendung in e essie und aszinie ,
bezeichnen soll. Zunächs habe ich da ü den e minus „sak alsp ache“ e wende ;
ande e sp echen on „sp ache de eligion“ ode on „ eligiöse sp ache“. in
anbe ach de schie unübe sehba en hema ischen ülle und des eno men o -
schungspo enzials, das sich mi de Zei besonde s jensei s de ge manis ik ange-
sammel ha , wu de mi meh und meh kla , dass de e minus heo linguis ik
noch am ehes en geeigne is , übe na ionalsp achliche und eligionswissenscha -
liche g enzen hinaus einige maßen e end zu benennen, um was es geh .
wohe komm das in e esse an heolinguis ischen ages ellungen? agen wi
uns, was eine kul u sp ache is , dann sehen wi , dass de ka alog de k i e ien,
nach denen eine sp ache als kul u sp ache bezeichne wi d, ohne die au nahme
des k i e iums, ob es in ih eine eligiöse ausp ägung ode ein eligiöses egis e
gib , also – in ande e e minologie – ohne das k i e ium de „sak ali ä “ nich
auskomm (g eule 2004: 140 .). we sich einen Übe blick übe die ges al und
en s ehung de kul u sp achen in eu opa e scha (janich, g eule 2002), wi d
es s ellen, dass iel ach die Übe se zung de bibel in die „Volkssp ache“, o als
olge de e o ma ion, den en scheidenden impuls ü das au kommen eine
s anda dsp ache ode ga ü die Ve sch i lichung de Volkssp ache übe haup wa .
die deu sche „einhei ssp ache“ is da ü das bes e beispiel.
das heiß im ahmen de Va ie ä enlinguis ik o mulie , dass es nach allen
sp achgeschich lichen e ah ungen in jede sp achgemeinscha , die sich ja jeweils
übe eine his o ische einzelsp ache de inie , eine meh ode minde s a k ausge-
p äg e, du ch eine ode meh e e eligionen de inie e sp achdomäne gib . ih e
Mani es a ion im Va ie ä enge üge kann man „ heolek “ nennen. diese kann
gesp ochen, gesungen und gesch ieben ealisie sein. wenn ich eligion als bin-
dung des und de Menschen an ein – gewöhnlich Go (g iechisch heós) genann-
es – pe sonal- anszenden es wesen e s ehe, dann is heolinguis ik die wissen-
scha , die sich mi den sp ach o men be ass , in denen die Menschen diese be-
ziehung zum heos ausged ück haben und ausd ücken.
in die o schung einge üh wu de de e minus „ heolinguis ik“ on jean-
Pie e an noppen, de ihn Mi e de 1970e jah e zum e s en Mal geb auch e und
in spä e en a bei en imme p äzise de inie ha . 1995 sch eib an noppen:
heolinguis ics seeks o desc ibe how human discou se may be employed o e e o
he di ine, and beyond ha , how language ope a es in „ eligious“ si ua ions in man-
ne s which may no mee he na ow s anda ds o di ec , uni ocal e e ence, bu which
ne e heless ope a e wi h a logic which can be dema ca ed in e ms o known linguis-
ic p ocesses (me apho , speech ac s, ...)
Zu eigen lichen Ve b ei ung und ezep ion des e minus ug da id c ys al
bei, de „ heolinguis ik“ 1987 in The Camb idge Encyclopedia o Language (deu sche
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ausgabe 1993): „ heolinguis ik. die un e suchung de sp ache on bibelgeleh en,
heologen und ande e mi eligions heo ie und -ausübung be ass e Pe sonen“.
nach wie o s ammen, wenn man das in e ne zu a e zieh , die meis en belege
ü den geb auch dieses e minus aus den englischsp achigen Quellen.
an diese s elle muss de p og amma ische au sa z on and eas wagne Theo-
linguis ik? – Theolinguis ik! (wagne 1999) he o gehoben we den. in diesem lei-
denscha lichen Plädoye ü heolinguis ische o schung zeig wagne Vo eile
au , die sich aus de Zusammena bei on Linguis en und heologen ü beide
disziplinen e geben könn en. Zielge ich e hema isie e zahl eiche o schungs-
lücken und pos ulie konk e e o schungsp ojek e.
Von de heolinguis ischen o schung is keine eligion ausgeschlossen, wede
die so genann en heidnischen ( o ch is lichen) noch die na u eligionen. alle dings
is de e minus „ heolinguis ik“ ge ade in diese hinsich nich unp oblema isch.
Theos s eh ja ü go (im Mono heismus) bzw. gö e (im Poly heismus) in pe -
sonale ges al ; somi wü de heolinguis ik – zumindes , wenn man sich on de
e ymologie dieses wo es lei en läss , – eligionen ausschließen, welche z.b. Ma-
na e eh en, d.h. eine wel du chd ingende, eben nich pe sonale, übe na ü liche
Mach bzw. ene gie. auße dem lieg au de hand, dass heolinguis ik – e ein-
ach gesag – im g enzbe eich zwischen Linguis ik und heologie anzusiedeln is ,
genauso wie sich e hno-, Psycho- ode soziolinguis ik an de g enze zwischen
Linguis ik und – en sp echend – e hno-, Psycho- und soziologie bewegen. nu
weis de e minus „ heologie“ ein seh ma kan es P o il au : e lei e sich zwa
aus de hellenis ischen (kul isch-my hischen) adi ion he , wu de abe im 4. jah -
hunde in den ch is lichen sp achgeb auch einbezogen. wegen seine ückbezo-
genhei au „heidnische“ wu zeln daue e es dann imme hin noch ach jah hun-
de e, bis e zum obe beg i ü die wissenscha liche beschä igung mi glau-
bens agen de ch is lichen adi ion we den konn e, doch is e heu e ausge ech-
ne in diese adi ion am s ä ks en e anke . Zugespi z o mulie wä e „ heo-
linguis ik“ also ziemlich eu o- und soga ch is ozen isch. dahe is hie au dau-
e eine konsens ähige Lösung d ingend no wendig, dami nich de eind uck
en s eh , eine einzige adi ion möch e die gesam hei de wissenscha lichen
e lexion übe die eligiöse sp ache ü sich in ansp uch nehmen – ein einwand,
de e s ä k aus an h opologischen, e hnologischen und zum eil eligionswissen-
scha lichen eihen komm .
diesen konsens o ausgese z soll heolinguis ische o schung keine sp ache
und keine eligion aus de un e suchung ausschließen. un e „sp achen“ we den
nich nu s anda d- ode sch i sp achen e s anden; un e suchungsgegens and
sind g undsä zlich alle menschlichen Äuße ungen, die eine heolek ale kommu-
nika ionssi ua ion kons i uie en ode aus eine heolek alen kommunika ionssi-
ua ion he o gehen. Zudem is die heolinguis ik nich au die synch onie be-
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de heolinguis ik
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sch änk , sie ha du chaus auch his o ische ie e. so wie es den Ve gleich in de
his o ischen ie e gib , kann es auch den in e lingualen, kon as i en Ve gleich
ebenso geben wie den in e eligiösen. ich meine mi le z e em, dass beispielswei-
se, wie schon geschehen, das jüdische gebe mi dem ch is lichen e glichen wi d.
in diesen be eich gehö das g oße P oblem de Übe se zung kanonische ex e
in die Volkssp achen.
heolek ale o schungen können in dem ges eck en, seh wei en un e su-
chungs ahmen au allen ebenen des sp achsys ems e olgen, also au de ebene
de Phone ik (z.b. he o ik bei de P edig , abe auch gesänge), de g aphe ik
(z.b. e ag amm), de Mo phologie (z.b. sak ali ä ma kie ende Mo pheme), de
Lexik, de syn ax, de Ph aseologie, de ex g amma ik (z.b. ex g amma ik des
gebe s) und de P agma ik. nich zu e gessen is die ka ego ie heonym, die
sich mi den namen und beinamen on go und gö e n be ass . ebenso kann
die un e suchung die heolek alen ex so en be e en, auch wenn wi noch lan-
ge nich übe eine halbwegs e bindliche axonomie heolek ale ex klassen e -
ügen; au sie – eligion ü eligion und sp ache ü sp ache – hinzua bei en,
is eine de zukün igen au gaben de heolinguis ik.
die komplexi ä eine solchen axonomie en sp ich du chaus de komplexi ä
des e minus „ heolek “, den ich mi dem äl e en e minus „ eligiöse sp ache“
gleichse zen möch e. angesich s diese komplexi ä sind die nach olgenden Übe -
legungen zu möglichen ka ego ien heolek ale ex klassen logische weise un oll-
s ändig und be uhen haup sächlich au den bislang gemach en e ah ungen im
be eich de ch is lichen eligion.
1. ela i ein ach abzug enzen is die ka ego ie kanonische ex e, zu de
e wa die bibel und ih e Übe se zungen, die ho a, de ko an u.a. – ähnlich
g undlegende – sch i en gehö en.
2. deu lich he e ogene is de kul isch- i uelle be eich, zu dem alle ex e und
ex exempla e gleich welche sp ache ge echne we den können, die in
go esdiens und andach e wende we den. das spek um diese ex e
eich ü einen ka holischen go esdiens (als beispiel) on den in hie a i-
sche sp ache e ass en es en bes and eilen de Li u gie, übe kanonische
ex e, die als Lesungen o ge agen we den, übe die P edig , die sich seh
e schiedene Va ie ä en eine sp ache bedienen kann, des wei e en übe
o du ch a chaismen gekennzeichne e ki chenliede , bis hin zu spon anen
ü bi en (z.b. in einem kinde -, jugend- ode g uppengo esdiens ), die
e s ä k in eine eligiösen umgangssp ache o mulie we den.
3. de nächs e be eich wä e die pe sönliche go ese ah ung des einzelnen,
die sich am ehes en in p i a en (o selbs s ändig, spon an o mulie en)
gebe en und den sog. Zeugnissen, abe auch in gegen go ebellie enden
aussagen ausd ück .
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4. ein be eich ü sich is de am ssp achliche be eich ü den all, dass eine
eligion ins i u ionalisie is .
5. nich scha oneinande zu ennen sind de eligionsdidak ische und de
heologisch-wissenscha liche be eich, in dem in eine besonde en ausp ä-
gung des heolek s gesp ochen und gesch ieben wi d.
6. nich zule z soll hie auch de küns le ische be eich he o gehoben we den
mi den ex en de eligiösen dich ung bzw. des eligiösen (in dem all
abe nich heologisch-wissenscha lichen ode publizis ischen) sch i ums.
da es nich sel en ge ade die pe sönliche go ese ah ung is , die einen
dich e ode einen sch i s elle inspi ie , können solche ex e du chaus
die o m eines gebe s ode eines Zeugnisses annehmen.
7. wenn wi uns dann noch an die „ eligiöse“ sp ache in den Massenmedien
he anwagen möch en, s ellen wi zwa wei e e besonde hei en abe auch
zahl eiche Übe schneidungen mi den bishe genann en be eichen es .
so wi d aus diese Zusammens ellung e sich lich, dass die age nach de a-
xonomie heolek ale ex e o allem die age nach k i e ien bzw. nach einem
k i e ienka alog is . de wei e s andene kommunika i e kon ex , Va ie ä , s i-
lebene, unk ion, in en ionali ä ode Medium – sie alle (und siche lich noch
iele ande e Va iablen) spielen hie mi . es gil he auszua bei en, wie dieses ge-
üge le z endlich aussieh und was es a sächlich he gib .
2. heoLinguis ische o schung
in de P aXis
den o gang de heolinguis ischen o schung besch eibe ich aus meinem
eigenen e leben: aus de Pe spek i e eines ge manis ischen sp achwissenscha le s
und Philologen. aus diese Pe spek i e is alle dings zu be ich en, dass die be-
schä igung mi „ eligiöse “ sp ache in de ge manis ischen Linguis ik de gegen-
wa und jünge en Ve gangenhei seh klein gesch ieben wi d – um nich zu sagen
igno ie wi d, obwohl – wie ich oben angedeu e habe – die „ heoglossie“, wie
man das sp echen zu ode übe go auch nennen könn e – essen iell zu be-
sch eibung des sp achkul u ellen ni eaus eine sp achgemeinscha gehö . es
schein sich inso e n ein umdenken anzubahnen, als o ku zem ein wich ige
sammelband Sp ache und Religion e schienen is , de den ak uellen o schungss and
zusammen ass (ge be , hobe g 2009).
gleichsam ein daue b enne ge manis ische o schung sind die seh wich igen
o schungen zu sp ache on Lu he s bibelübe se zung. in diesen be eich wu den

das geis liche Lied im o schungsspek um
de heolinguis ik
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allmählich auch die on Ma in Lu he e ass en Lied ex e einbezogen (siehe un-
en kapi el 4). das heolinguis isch wich ige e gebnis diese un e suchungen is
die es s ellung, dass die deu sche Volkssp ache nich nu den i el „ ie e heilige
sp ache“ e hiel , sonde n auch zu sp ache des e angelischen go esdiens es wu -
de. dami wa ü die e angelischen ki chen das P oblem, mi dem sich die ka ho-
lische ki che bis zum 2. Va ikanischen konzil he umschlug, om isch, nämlich
das P oblem, die Li u gie in eine emden und o en sp ache eie n zu müssen.
welche a ak i i ä das Übe se zen de bibel ü ge manis en noch imme ha
und welche b isanz ü das in e ki chliche Ve häl nis da in e bo gen lieg , zeigen
die P obleme beim en s ehen de „einhei sübe se zung“. noch 2005 is eine P es-
semi eilung de ekd mi den d ama isch klingenden wo en übe sch ieben: „e an-
gelische be eiligung an de ‚einhei sübe se zung’ de bibel nich meh möglich“
es ging um die e ision de einhei sübe se zung o dem hin e g und de igi-
den ömischen ins uk ion „Li u giam au hen icam“ on 2001.
die ins uk ion Li u giam au hen icam wa es, die das um ang eiche g oßp ojek
de Messbuch e ision („Messbuch 2000“) zum schei e n b ach e. im jah e 1988
se z e die „in e na ionale a bei sgemeinscha de li u gischen kommissionen im
deu schen sp achgebie “ eine s udienkommission ein, die le z lich eine neuau -
lage des deu schen, nach dem ii. Va icanum gescha enen Messbuchs on 1975
o be ei en soll e. Übe meine a bei in de kommission habe ich meh ach be-
ich e . die e ision und neu-Übe se zung ausende li u gische ex e, die on
den unge äh 10 Mi gliede n de ag3 geleis e e a bei , wa schlussendlich – lei-
de – ü den Papie ko b bes imm .
alle dings le n e ich im ahmen des P ojek s „Messbuch 2000“ auch die o -
schungslage zu polnischen sak alsp ache kennen. ein Ve gleich de deu schen
o schung mi de polnischen is äuße s au schluss eich. sie s ehen zueinande
in k assem gegensa z.
e s ens sind es in Polen die Polonis en, welche die heolinguis ische o schung
o an eiben.
Zwei ens wi d sie, nachdem die e o schung de eligiösen sp ache in Polen
o de wende so gu wie e hinde wa , je z umso dynamische be ieben. die
eligiöse sp ache is inzwischen zu einem de populä s en un e suchungsgegen-
s ände schlech hin in de polnischen Linguis ik gewo den. es exis ie jede Men-
ge kleine e und g öße e s udien zu einzelnen eligiösen ex so en (gebe , P e-
dig , ki chenlied, bibelübe se zungen); es we den iele wich ige heo e ische und
p ak ische aspek e sowohl synch on als auch diach on e olg ; und wenn auch
meh e e be eiche e s in ansä zen e o sch sind, sind die nö igen kapazi ä en
o handen und güns ige ahmenbedingungen ü die wei e en wicklung gescha -
en. d i ens inden in Polen zyklisch g oße in e diziplinä e kon e enzen zu e-
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ligiösen sp ache s a . einige on ihnen e s ehen sich als ein o um zu e schie-
dens en heolinguis ischen agen, ande e s ellen eine e scheinungs o m ode
einen aspek de eligiösen sp ache, z.b. die sp ache de ka echese, die eligiöse
sp ache in den Medien, unk ionen einzelne heolek ale ex so en, in den
Vo de g und. Vie ens sind die wissenscha lichen bemühungen um die eligiöse
sp ache in Polen inzwischen auch ins i u ionell e anke . es gib eine (in e dis-
ziplinä und ökumenisch zusammengese z e) kommission ü eligiöse sp ache,
die im a ü Polnische sp ache am P äsidium de Polnischen akademie de
wissenscha en angesiedel is . die kommission geh einschlägigen P ojek en ge-
ziel nach und die o schungse gebnisse we den dann e ö en lich . eine de ail-
lie e da s ellung bei g eule, kucha ska-d eiß, Makuchowska 2005.
aus dem Ve gleich mi de Lage de o schung in deu schland und in de
Zusammena bei mi polnischen heolinguis innen en s and die idee, de heolin-
guis ischen o schung einen in e na ionalen ahmen zu geben. de in e na ionale
a bei sk eis, de zum e s en Mal 2006 in b eslau dann jäh lich in bochum, kou-
ola, jena, eibu g und P ag ag e, ha es sich zu au gabe gemach , die e o schung
de iel äl igen e scheinungen eligiöse sp ache in eu opa zu ö de n. die e geb-
nisse de agungen we den in de buch eihe Theolinguis ica, he ausgegeben.
3 . iM Zen uM de heoLinguis ik:
die sP ache de Li u gie
Li u gie bezeichne gene ell eligiöse i uale zu Ve eh ung go es und zu
s ä kung des gemeinscha lichen glaubens. sie wi d olls ändig sp achlich ealisie .
deshalb is es une lässlich, die sp ache de Li u gie genau zu un e suchen, und
ge ade ein sp achwissenscha liche blickpunk kann dabei seh au schluss eich und
uch ba sein.
wäh end in den e o ma o ischen ki chen die deu sche sp ache als sp ache
des go esdiens es au eine lange adi ion zu ückblicken kann, blieb in de ö-
misch-ka holischen ki che das La ein, eine „ o e“ sp ache, die sp ache des go -
esdiens es. die bei de Li u gie e wende en ex e, ih sp achs il und die age
ih e klassi ika ion wa en hie e s ändliche weise kein hema ü die ge manis ik,
de wissenscha on eine „lebenden“ einzelsp ache, ih e geschich e und ih e
sp achkul u . die g a ie ende Ände ung b ach e das ii. Va ikanische konzil (1962-
1965), das den geb auch de Volkssp ache in de Li u gie als ü das Volk nich
sel en seh nü zlich ane kann e.
Zu den sp achwissenscha lichen Vo ausse zungen eine Leh e on den li u gi-
schen ex - und edeso en, o allem im bezug au den ka holischen go esdiens ,
das geis liche Lied im o schungsspek um
de heolinguis ik
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gehö das wissen um olgende g undlegende ka ego ien: (1) i uali ä des go -
esdiens es, (2) kommunika i e s uk u des go esdiens es, (3) e scheinungswei-
sen de sp ache im go esdiens .
bei den e scheinungsweisen, in denen sp ache im go esdiens o komm , we -
den un e schieden: (1) Meh sp achigkei , (2) ex ha igkei , (3) gesp ochene sp a-
che, (4) gesch iebene sp ache, (5) gesungene sp ache. Zu gesungenen sp ache
gehö en neben de ü die Li u giewissenscha le wich igen kan illa ion die ü die
hymnologen und sp achwissenscha le in e essan en ex e de ki chenliede .
Mi de g ündung des in e disziplinä en a bei sk eises gesangbuch o schung
an de uni e si ä Mainz 1991 und de anschließenden ein ich ung eines gesang-
bucha chi s an de selben uni e si ä bekam die e o schung des ki chenliedes
und de sp ache des ki chenliedes in deu schland nich nu eine heims ä e,
sonde n on do gehen auch en scheidende o schungsimpulse aus. Man kann
behaup en, dass du ch die ein ich ung des g aduie enkollegs Geis liches Lied und
Ki chenlied in e disziplinä (1996-2005) Mainz zum Zen um de hymnologischen
o schung in deu schland wu de. ausgesp ochen sp achwissenscha liche Mono-
g aphien zu sp ache des deu schen ki chenliedes sind da aus zwa nich he o -
gegangen, abe die sp achwissenscha inde gehö und ih wissen äg zu
e hellung de hema ik bei, wie z.b. aus dem s anda dwe k Geis liches Wunde ho n
(becke 2001) he o geh . desgleichen be eiligen sich sp achwissenscha le an
de „go eslob“- e ision. ge o de is hie in e s e Linie die sp achk i ik und
besonde s sp achwissenscha lich undie e k i ik am neuen geis lichen Lied.
4 . das geis Liche Lied – aL und neu
4 .1 . geschich e
gegens and de olgenden da s ellung sind die ex e de geis lichen Liede ,
die auch ki chenliede genann we den und im Zei aum zwischen ci ca 1450 und
ci ca 1550 (e s mals) übe lie e sind. als das äl es e deu schsp achige ki chenlied,
sieh man om al hochdeu schen Pe uslied ab, gil „ch is is e s anden“. nich
nu das ini ium, sonde n den gesam en ex des u sp ünglich eins ophigen, ie -
zeiligen Liedes und eine olls ändige au zeichnung de neumen bie e e s mals
eine klos e neubu ge handsch i des 14. jah hunde s ( aksimile bei becke
2001: 29). de äl es e nachweis, dass und wo „ch is is e s anden“ om Volk
(„populus“) gesungen wu de, inde sich im salzbu ge Libe o dina ius um die
Mi e des 12. jah hunde s: in das ende de Ma u in (nach go esdiens ) des os e -
sonn ags wu de ein „os e spiel“ in eg ie , ein gang zum „heiligen g ab“, an
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dessen höhepunk die Ve kündigung de au e s ehung ü kle us und Volk e -
olg e. die an wo de gemeinde au die bo scha de au e s ehung wa das Lied
„ch is is e s anden“. „gemeindegesang is hie ein in eg ale bes and eil de
Li u gie, am lich ge egel , bewuss konzipie und o ganisch einge üg in de en
ablau , keineswegs ino izielle ‚Zu a ’, die beliebig weg gelassen we den könn e“
(P aßl 2000: 36).
welche Liede wann im ki chenjah on de gemeinde in de Messe gesungen
wu den bzw. we den soll en, eil de P a e Paul gössel in dem zwischen 1419-
1437, also o e o ma o isch, on ihm e ass en P a buch (pagina 92 ) de ge-
meinde gebenbach unwei ambe g mi : on Lich mess bis Palmsonn ag Nu bi e
wi den heilig(e)n geis , e ne Sanc a ma ia mu e eyne meid / alle nß(e ) no die
sey di geklaid und des hel uns sanc a ma ia; in de Zei on os e n bis P ings en
C is is e s anden und Also he is diese ag / das den nyemend mi lobe e ullen
mag; in de weihnach szei : ns is gebo n ein kind (g eule 1998: 386).
Ma in Lu he begann 1523 mi dem dich en und komponie en deu sche
geis liche Liede . in seinen Übe legungen zu neuo dnung des go esdiens es
äuße e e den wunsch nach möglichs ielen deu schen Liede n, die das Volk im
go esdiens singen soll e. in gen üh e 1542 cal in den ki chengesang mi
einem Psalmlied ( o und nach de P edig ) ein und so g e da ü , dass 1562 ein
olls ändige Liedpsal e en s and.
es handel sich bei den ki chenliede n, die om „Volk“ auswendig gesungen
wu den, um sp achdenkmäle , de en kommunika i e adius dank ih e wei en
Ve b ei ung und ih e belieb hei übe dialek ale und kon essionelle g enzen hin-
weg eich . deshalb wa en sie sei dem 16. jah hunde seh wah scheinlich auch
am sp achausgleich und an de en s ehung de neuhochdeu schen sch i sp ache
be eilig . hie zu bes eh abe noch e hebliche o schungsbeda .
4.2. Übe lie e ung
„ki chenlied und gesangbuch e leben im 16. jah hunde eine blü ezei . Vie-
les, was schon im Mi elal e he angewachsen wa , kam mi hil e de e o ma ion
neu zu blü e. die lebha e en al ung des olkssp achlichen ki chengesangs und
de da aus e wachsenen gesangbüche ha auch eine echnische Vo ausse zung: die
e indung des buchd ucks 1492 und die e indung des no end ucks mi beweg-
lichen ypen um 1520“ (Mölle 2000: 69).
die Übe lie e ung de ex e e olg e au un e schiedliche a en: die ühes en
sind handsch i lich übe lie e ; spä e liegen die ex e ged uck o . sowohl hand-
sch i liche als auch ged uck e Lied ex e kommen e einzel o ; meis sind sie