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Reproduktionsmedizin und Embryonenforschung: Legitimität der geltenden Forschungsverbote?

Author: Rütsche, Bernhard
Publisher: Zenodo
DOI: 10.5281/zenodo.17722067
Source: https://zenodo.org/records/17722067/files/Ruetsche_ReproduktionsmedizinundEmbryonenforschung_2013.pdf
BERNHARD RÜTSCHE, LUZERN
REPRODUKTIONSMEDIZIN UND EMBRYONENFORSCHUNG:
LEGITIMITÄT DER GELTENDEN FORSCHUNGSVERBOTE?
1. EINLEITUNG
Rep oduk ionsmedizin und Emb yonen o schung sind in ak ische (medizinische )
und en sp echend auch in no ma i e ( ech liche und mo alische ) Hinsich eng
mi einande e knüp . Aus ep oduk ionsmedizinischen Ve ah en esul ie en
menschliche Emb yonen, die – so e n sie nich in eine Gebä mu e implan ie
we den – de Fo schung zuge üh we den können.
De Fo schung an menschlichen Emb yonen is du ch das gel ende schweize i-
sche Rech ein enge ech liche Rahmen gese z , welche sich in eine Reihe on
s a beweh en Ve bo en sowie Bewilligungsp l ich en zeig . Wie nach olgend zu zei-
gen sein wi d, allen die ech lichen Regelungen un e schiedlich aus, je nachdem, ob
Emb yonen zum Zweck de Fo p l anzung ode zum Zweck de Fo schung he ge-
s ell we den, ob Emb yonen selbe ode nu de en S ammzellen ü emde Zwecke
(d. h. ü Fo schung) e wende we den und welchen Zwecken die Fo schung selbe
dien . Zwecke spielen somi in de Regulie ung de Emb yonen o schung eine übe -
agende Rolle. Da lieg die These nahe, dass die Vo sch i en zu Emb yonen o -
schung als Aus l uss de Menschenwü de und des ih zug unde liegenden Ins umen-
alisie ungs e bo s zu e s ehen sind: Menschliches Leben soll nich gänzlich ü
emde Zwecke ins umen alisie we den.
De o liegende Bei ag geh de F age nach, ob sich die es ik i en Regelungen
zu Emb yonen o schung legi imie en lassen. Die Legi ima ions age d äng sich
deshalb au , weil Besch änkungen de Fo schung nich nu in die g und ech lich
geschü z e Fo schungs eihei (A . 20 BV)1 eing ei en, sonde n auch – zumindes
sowei es um angewand e Fo schung geh – zum Nach eil on Pa ien innen und
Pa ien en die En wicklung on po enziell wi ksamen The apien behinde n.2 Fo -
schungs e bo e bedü en dahe gu e Rech e igungsg ünde. Diese G ünde müssen
ech liche Na u sein, d. h. es muss sich um ech lich ane kann e ö en liche In e -
essen ode G und ech e D i e handeln ( gl. A . 36 Abs. 2 BV). Wie nach olgend
zu zeigen sein wi d, ha sich de Gese zgebe e schieden lich au die in A . 7 BV
e anke e Menschenwü de be u en, um Besch änkungen de Emb yonen o schung
zu ech e igen. Dami lieg zwa , o mal gesehen, ein ech liche G und o , nu is
diese G und de a o en und unbes imm , dass zu klä en bleib , welche sachlichen
A gumen e dahin e s ehen. Die Menschenwü de nach A . 7 BV is sozusagen ein
ech liche Pla zhal e , de mi Subs anz zu üllen is . Dami komm de e hische
Disku s ins Spiel, in welchem eine Reihe on In e p e a ionsangebo en zu Men-
schenwü de en wickel wo den sind. Die F age nach de Rech e igung on Ve bo-
en de Emb yonen o schung e weis sich dami in de Sache als e hische F age.
1 Bundes e assung de Schweize ischen Eidgenossenscha om 18. Ap il 1999 (SR 101).
2 Vgl. auch A . 118b Abs. 1 BV, de die „Bedeu ung de Fo schung ü Gesundhei und Gesell-
scha “ im Sinne eines ö en lichen In e esses ane kenn .
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Im Folgenden we den zue s die gel enden posi i ech lichen Regelungen zu
Emb yonen- und S ammzellen o schung da geleg (Kap. 2). Anschliessend wi d die
Legi imi ä s age ges ell (Kap. 3). Dabei we den zunächs einige ech s heo e ische
Aus üh ungen no wendig sein, um au zuzeigen, un e welchen o malen Bedingun-
gen e hische A gumen e im Sys em des Rech s e wende we den können (Kap. 3.1).
Danach we den zwei A gumen linien disku ie , mi denen sich Ve bo e de Emb y-
onen o schung allen alls beg ünden lassen: zum einen das A gumen , dass mensch-
lichen Emb yonen ein mo alische S a us zukomm (Kap. 3.2), zum ande en das
e wähn e P inzip de Nich -Ins umen alisie ung menschlichen Lebens (Kap. 3.3).
Am Schluss gil es, aus den gemach en Übe legungen die Schluss olge ungen zu
ziehen (Kap. 4).
2. GELTENDES RECHT
2.1. ERZEUGUNG VON EMBRYONEN FÜR DIE FORSCHUNG
Die E zeugung on Emb yonen mi dem Ziel, sie ü Fo schungszwecke zu e wen-
den, is in de Schweiz be ei s au Ve assungss u e e bo en, und zwa in de Bes im-
mung übe die Fo p l anzungsmedizin und Gen echnologie im Humanbe eich.
A . 119 Abs. 2 Bs . c BV lau e :
„Die Ve ah en de medizinisch un e s ü z en Fo p l anzung dü en nu angewende we den,
wenn die Un uch ba kei ode die Ge ah de Übe agung eine schwe en K ankhei nich an-
de s behoben we den kann, nich abe um beim Kind bes imm e Eigenscha en he beizu üh en
ode um Fo schung zu be eiben; (…).“
Das Ve bo , Emb yonen zu Fo schungszwecken zu e zeugen, wi d im Fo p l anzungs-
medizingese z in Fo m eines S a a bes andes konk e isie (A . 29 Abs. 1 FMedG)3.
De Gese zgebe ha dieses Ve bo mi de Menschenwü de beg ünde und dabei
on eine e pön en „Ins umen alisie ung eines beginnenden menschlichen Le-
bens“ gesp ochen4. Da übe hinaus is das Ve bo im S ammzellen o schungsgese z e -
anke . Dabei wi d ange üg , dass es auch e bo en is , aus einem ü Fo schungs-
zwecke e zeug en Emb yo „S ammzellen zu gewinnen ode solche zu e wenden“
(A . 3 Abs. 1 Bs . a S FG)5. Fe ne e bie e die Biomedizinkon en ion des Eu opa a es
die E zeugung menschliche Emb yonen zu Fo schungszwecken (A . 18 Abs. 2
BMK)6. A . 26 Abs. 1 BMK e laub dem na ionalen Gese zgebe alle dings eine
Einsch änkung dieses Ve bo s, wenn die Einsch änkung zum Schu z de Rech e und
F eihei en ande e bzw. im ö en liche In e esse no wendig is .
3 Bundesgese z om 18. Dezembe 1998 übe die medizinisch un e s ü z e Fo p l anzung (Fo -
p l anzungsmedizingese z; SR 810.11).
4 Bo scha Fo p l anzungsmedizingese z, BBl 1996 III 277, 283.
5 Bundesgese z om 19. Dezembe 2003 übe die Fo schung an emb yonalen S ammzellen
(S ammzellen o schungsgese z; SR 810.31).
6 Übe einkommen om 4. Ap il 1997 zum Schu z de Menschen ech e und de Menschenwü de
im Hinblick au die Anwendung on Biologie und Medizin (Übe einkommen übe Menschen-
ech e und Biomedizin; SR 0.810.2).
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2.2. FORSCHUNG AN EMBRYONALEN STAMMZELLEN
Eine emb yonale S ammzelle is gemäss A . 2 Bs . c S FG eine „Zelle aus einem Emb-
yo in i o, die sich in die e schiedenen Zell ypen zu di e enzie en, abe nich zu
einem Menschen zu en wickeln e mag, und die da aus he o gegangene Zelllinie“.
In die Fo schung an emb yonalen S ammzellen we den g osse E wa ungen gese z .
Au de G undlagenebene e sp ich die S ammzellen o schung neue E kenn nisse
übe die ühe Emb yonalen wicklung, au de Anwendungsebene bes eh o allem
die Ho nung, aus emb yonalen S ammzellen E sa zzellen und E sa zgewebe zu
en wickeln, um Pe sonen zu he apie en, die an schwe en Zellk ankhei en wie zum
Beispiel Diabe es ode Alzheime leiden.7
S ammzellen lassen sich aus übe zähligen Emb yonen gewinnen, d. h. aus Emb y-
onen, die im Rahmen eine In- i o-Fe ilisa ion zu He bei üh ung eine Schwan-
ge scha e zeug wu den, jedoch planwid ig de Wunschmu e nich eingep l anz
we den können.8 Das S ammzellen o schungsgese z e laub g undsä zlich, aus ei-
nem übe zähligen Emb yo bis zum sieb en Tag seine En wicklung zum Zwecke de
Fo schung S ammzellen zu gewinnen, wobei de Emb yo ze s ö wi d ( gl. A . 3
Abs. 2 Bs . c S FG). Nach A . 7 S FG b auch eine Bewilligung des Bundesam es
ü Gesundhei , we aus übe zähligen Emb yonen S ammzellen im Hinblick au die
Du ch üh ung eines Fo schungsp ojek s gewinnen will. Die Bewilligung wi d e eil ,
wenn ü das Fo schungsp ojek selbe die be ü wo ende S ellungnahme de zu-
s ändigen E hikkommission o lieg , im Inland keine geeigne en emb yonalen
S ammzellen o handen sind und nich meh übe zählige Emb yonen geb auch
we den, als zu Gewinnung de emb yonalen S ammzellen unbeding e o de lich
sind. Ausse dem müssen die achlichen und be ieblichen Vo ausse zungen e üll
sein.
Dami ein Fo schungsp ojek mi emb yonalen S ammzellen du chge üh we den
da , müssen die An o de ungen gemäss A . 12 S FG e üll sein. Demnach müssen
mi dem P ojek wesen liche E kenn nisse e lang we den „im Hinblick au die Fes -
s ellung, Behandlung ode Ve hinde ung schwe e K ankhei en des Menschen“ ode
„übe die En wicklungsbiologie des Menschen“. Das e olg e Fo schungsziel muss
somi hoch angig sein. Wei e is o ausgese z , dass „gleichwe ige E kenn nisse
nich auch au ande em Weg e lang we den können“. Mi diese Regelung so g das
S ammzellen o schungsgese z da ü , dass übe zählige Emb yonen nu dann ü die
S ammzellengewinnung e b auch we den, wenn dies ü die Du ch üh ung eines
bes imm en Fo schungsp ojek s unbeding no wendig is . Fe ne muss das P ojek
den „wissenscha lichen Quali ä san o de ungen“ genügen sowie „e hisch e e -
ba “ sein. Le z e es bedeu e , dass zwischen de Wich igkei des Fo schungsziels und
de Fo schungs eihei eine sei s und de Schu zwü digkei on Emb yonen ande-
e sei s im Anwendungs all du ch die E hikkommission eine Gü e wägung gemach
we den muss.9
7 Bo scha Emb yonen o schungsgese z, BBl 2003 1184 .
8 Vgl. die De i ni ion in A . 2 Bs . b S FG. Eine planwid ige Übe zähligkei kann olgende G ün-
de haben: De Emb yo en wickel sich nich no mal, ode die Wunschmu e wi d k ank, e -
un all , s i b ode ände une wa e ih e Meinung ( gl. Bo scha Emb yonen o schungsgese z,
BBl 2003 1174).
9 Bo scha Emb yonen o schungsgese z, BBl 2003 1247.
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Die genann en An o de ungen an die Gewinnung on emb yonalen S ammzel-
len und die Du ch üh ung on Fo schungsp ojek en mi solchen S ammzellen die-
nen dem Schu z de Menschenwü de ( gl. A . 1 Abs. 2 S FG). In de bundes ä li-
chen Bo scha und de pa lamen a ische Deba e zum S ammzellen o schungsge-
se z wu de zu Beg ündung de Fo schungsbesch änkungen wiede hol es gehal en,
dass de Emb yo „An eil an de Menschenwü de“ habe.10
2.3. FORSCHUNG AN ÜBERZÄHLIGEN EMBRYONEN
Wäh end die Fo schung an emb yonalen S ammzellen un e den e wähn en Vo aus-
se zungen e laub is , e bie e das S ammzellen o schungsgese z die e b auchende
Fo schung an übe zähligen Emb yonen selbe (A . 3 Abs. 2 Bs . a S FG). We dieses
Ve bo missach e , wi d gemäss A . 24 Abs. 1 Bs . b S FG mi Ge ängnis bes a .
Zu beach en is alle dings, dass de Gese zgebe einen Sonde all de Fo schung an
übe zähligen Emb yonen zuläss : A . 8 S FG e laub un e gewissen Vo ausse zun-
gen Fo schung an Emb yonen mi dem Ziel, die Ve ah en zu Gewinnung on
S ammzellen aus übe zähligen Emb yonen zu e besse n.11
Die Fo schung an übe zähligen Emb yonen könn e wie die S ammzellen o -
schung dazu bei agen, die ühe Emb yonalen wicklung, insbesonde e die Vo -
gänge de Zelldi e enzie ung, besse zu e s ehen. Zudem könn en mi Hil e diese
Fo schung die U sachen on En wicklungss ö ungen und Spon anabo en besse
beg i en we den. Das so gewonnene Wissen liesse sich o allem ü Ve besse un-
gen de Un uch ba kei sbehandlung und de P äimplan a ionsdiagnos ik p ak isch
einse zen. Hinzu komm die E wa ung, in den Be eichen de Diagnose und The a-
pie gene isch beding e K ankhei en Fo sch i e zu e zielen.12
Mi Blick au die Konsequenzen de Emb yonen o schung und de Fo schung
an emb yonalen S ammzellen – in beiden Fällen we den übe zählige Emb yonen
zu Fo schungszwecken geop e –d äng sich die F age au , weshalb de Gese zgebe
E s e es e bie e , Le z e es dagegen e laub . Nachdem de Bundes a in seinem Ge-
se zesen wu die Emb yonen o schung noch g undsä zlich e lauben woll e, wa es
dann im Jah 2003 das Pa lamen , das au An a en de Na ionalen E hikkommission
(NEK) das Ve bo de Emb yonen o schung ein üh e. Dabei gaben olgende A gu-
men e den Ausschlag: Die ö en liche Deba e und die en sp echende mo alische
Klä ung hä en in de Schweiz bis anhin nu zu S ammzellen age, nich abe zu
Emb yonen o schung s a ge unden. Zudem he sche zu g osse Unkla hei übe
das, was un e dem Ti el „Fo schung an übe zähligen Emb yonen“ eigen lich ge-
mein sein könn e. Schliesslich – dies wa das en scheidende e hische A gumen –
geschehe die Emb yonen o schung am Emb yo selbe und mache dami Emb yo-
nen zum Gegens and on Expe imen en. Demgegenübe e olge die S ammzellen-
10 Bo scha Emb yonen o schungsgese z, BBl 2003 1187, 1234; AB 2003 S 166, 180 (Vo en Bie i,
Be ich e s a e ); AB 2003 N 1349, 1366 (Vo en Randegge , Be ich e s a e ).
11 Die Eidgenössischen Rä e wa en sich des Ums andes bewuss , dass mi de g undsä zlichen Zu-
lassung on Fo schungsp ojek en zu Ve besse ung de S ammzellengewinnung in A . 8 S FG
„eben auch noch e was Emb yonen o schung“ zugelassen we de (so AB 2003 S 175 [Vo um
Schiesse ]).
12 Zum Ganzen Bo scha Emb yonen o schungsgese z, BBl 2003 1180 .
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o schung an he ausgelös en Zellen. Emb yonen wü den bei de Gewinnung solche
Zellen zwa ze s ö , ohne abe di ek zum Gegens and on expe imen ellen In e -
en ionen zu we den.13
2.4. VERWENDUNG VON EMBRYONEN FÜR TRANSPLANTATIONEN
Regelungen zu Fo schung an Emb yonen in i o i nden sich – e was übe aschend
– nich nu im Fo p l anzungsmedizingese z und im S ammzellen o schungsgese z,
sonde n auch im T ansplan a ionsgese z. Dieses en häl einen eigenen Abschni zu
Ve wendung emb yonale menschliche Gewebe und Zellen zu T ansplan a ions-
zwecken (A . 37–42 TxG)14. Emb yonale Gewebe, die zu T ansplan a ion e wen-
de we den können, allen in alle Regel aus Schwange scha sabb üchen an.15 Das
Gese z e ass abe auch die Ve wendung on Emb yonen aus Spon anabo en so-
wie on übe zähligen Emb yonen aus o p l anzungsmedizinischen Ve ah en.
Übe zählige Emb yonen dü en un e bes imm en Vo ausse zungen, de en Vo -
liegen im Rahmen eines Bewilligungs e ah ens gep ü wi d, ü T ansplan a ionen
e wende we den. Dabei e bie e A . 37 Abs. 2 Bs . a TxG, übe zählige Emb yo-
nen nach dem sieb en Tag ih e En wicklung küns lich am Leben zu e hal en, um
ihnen Gewebe ode Zellen zu T ansplan a ionszwecken zu en nehmen. Die En -
wicklungsg enze on sieben Tagen en sp ich de jenigen des S ammzellen o -
schungsgese zes ( gl. A . 3 Abs. 2 Bs . c S FG). Aus de Bo scha des Bundes a s
zum T ansplan a ionsgese z geh he o , dass mi diesem Ve bo Missb äuche e -
hinde und eine Ins umen alisie ung on menschlichem Leben e unmöglich
we den sollen16. Das Ve bo is demnach als Aus l uss de Menschenwü de zu e s e-
hen.Bis zum sieb en Tag ih e En wicklung dü en übe zählige Emb yonen zu T ans-
plan a ionszwecken e wende we den, wenn die in o mie e Zus immung des be-
o enen Paa s o lieg ( gl. A . 40 TxG) und die in A . 38 TxG au gezähl en Be-
willigungs o ausse zungen e üll sind. Die Bewilligung kann en wede ü einen
klinischen Ve such – also ü ein Fo schungsp ojek – ode ü eine S anda dbehand-
lung bean ag we den. In beiden Fällen wi d die Bewilligung nu e eil , wenn ein
he apeu ische Nu zen e wa e we den kann bzw. nachgewiesen is . Gemäss Bo scha
zum T ansplan a ionsgese z bedeu e dies insbesonde e, dass Fo schungs e suche,
die dem blossen In e esse de Wissenscha dienen, sowie Behandlungen zu kosme-
ischen Zwecken ode mi dem Ziel eine Vi alisie ung ode Ve jüngung on gesun-
den Pe sonen nich bewillig we den.17
13 Zu diesen A gumen en Na ionale E hikkommission (NEK), Ve nehmlassungsan wo om 30.
Augus 2002 zum En wu des Bundesgese zes übe die Fo schung an übe zähligen Emb yonen
und emb yonalen S ammzellen (Emb yonen o schungsgese z, EFG), S. 2. In den pa lamen a i-
schen Be a ungen wu de das Ve bo de Emb yonen o schung da übe hinaus dami beg ünde ,
dass die Ve assungsg undlage ü eine um assende Regelung de Fo schung an übe zähligen
Emb yonen zu „schmal“ sei (AB 2003 S 166 [Vo um Bie i, Be ich e s a e ], 168 [Vo um Bü gi]).
14 Bundesgese z om 8. Ok obe 2004 übe die T ansplan a ion on O ganen, Geweben und Zel-
len (T ansplan a ionsgese z; SR 810.21).
15 Bo scha T ansplan a ionsgese z, BBl 2002 161.
16 Bo scha T ansplan a ionsgese z, BBl 2002 161.
17 Bo scha T ansplan a ionsgese z, BBl 2002 162.
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2.5. ZWISCHENERGEBNIS UND FRAGESTELLUNGEN
Dami wi d e sich lich, dass das posi i e Rech die Fo schung an Emb yonen, die
aus ep oduk ionsmedizinischen Ve ah en s ammen, in seh di e enzie e Weise
egulie . Es gib wede ein pauschales Ve bo de Ve wendung on Emb yonen in
i o zu Fo schungszwecken noch einhei liche Bewilligungs o ausse zungen ü Fo -
schungsp ojek e und klinische Ve suche mi übe zähligen Emb yonen. Die nachs e-
hende Tabelle soll einen Übe blick übe die un e schiedlichen Bes immungen zu
Ve wendung on Emb yonen in i o ü die Fo schung geben und dabei mögliche
egula o ische Inkohä enzen andeu en:
Ve bo de E zeugung on
Emb yonen ü die Fo -
schung ↔
Beg enz e Zulassung de Wei e e wendung
on übe zähligen Emb yonen ü die Fo -
schung
Ve bo de Fo schung an
übe zähligen Emb yonen ↔Beg enz e Zulassung de Fo schung an
emb yonalen S ammzellen
Ve bo de Fo schung an
übe zähligen Emb yonen ↔
Beg enz e Zulassung de Wei e e wendung
on übe zähligen Emb yonen ü die T ans-
plan a ionen
Die un e nommene Analyse des gel enden Rech s wi in zweie lei Hinsich die
F age de Legi imi ä au . Zum einen angie en Fo schungs e bo e im Be eich de
Medizin und Biologie nich nu die Fo schungs eihei , sonde n sie lau en auch den
Gesundhei sin e essen po enzielle Pa ien innen und Pa ien en zuwide und bedü -
en dahe de Rech e igung. Zum ande en mach das gel ende Rech Un e schei-
dungen, die e klä ungsbedü ig sind: So is die E zeugung on Emb yonen ü die
Fo schung ande s ge egel als de en Wei e e wendung ü die Fo schung, d. h. die
Gewinnung on emb yonalen S ammzellen zu Fo schungszwecken; wei e gil ü
die Fo schung an Emb yonen ein Ve bo , wäh end die Fo schung an emb yonalen
S ammzellen, die mi els Ve nich ung on Emb yonen gewonnen we den, g und-
sä zlich e laub is ; und schliesslich is zu agen, weshalb die Fo schung an Emb y-
onen e bo en is , wäh end die Ve wendung on Emb yonen zu T ansplan a ions-
zwecken lediglich eine Bewilligungsp l ich un e s eh .
Zu Beg ündung seine Regelungen be e end die Emb yonen o schung ha
sich de Gese zgebe wie gesehen wiede hol au die Menschenwü de abges ü z . Bei
nähe e Be ach ung zeig sich, dass de Gese zgebe das A gumen de Menschen-
wü de in zwei un e schiedlichen Va ian en einse z : Eine sei s üh e die Men-
schenwü de ins Feld, um einen bes imm en S a us des menschlichen Emb yos zu
beg ünden. Da on zeugen die Aussagen, dass de Emb yo nich als blosse Sache
be ach e we den könne, sonde n „An eil an de Menschenwü de“ habe und des-
halb Respek e diene – alle dings nich als T äge p äna ale Lebens- und In eg i-
ä s ech e, sonde n im Sinne eines ela i en Schu zansp uchs, welche mi en gegens e-
henden Rech sgü e n, namen lich de Fo schungs eihei , abzuwägen sei.18 Ande e -
18 Bo scha Emb yonen o schungsgese z, BBl 2003 1187 ., 1236, 1234; AB 2003 S 166, 180 (Vo-
en Bie i, Be ich e s a e ); AB 2003 N 1349, 1366 (Vo en Randegge , Be ich e s a e ).
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sei s be u sich de Gese zgebe au das de Menschenwü de zug unde liegende In-
s umen alisie ungs e bo , um Res ik ionen de Emb yonen o schung zu un e -
maue n.19 In diese Beg ündungs a ian e zeig sich die Menschenwü de als Ve hal-
ensno m, die Pe sonen beim Umgang mi ungebo enem menschlichem Leben
G enzen se z .
Anschliessend wi d un e such , ob die Menschenwü dea gumen e des Gese zge-
be s eine k i ischen Übe p ü ung aus e hische Sich s andhal en. Dabei is o gän-
gig de ech s heo e ische Rahmen au zuzeigen, in den e hische A gumen e einzuo d-
nen sind, wenn sie in die „Sp ache“ des Rech s übe se z we den sollen. Es geh um
die o malen Vo ausse zungen, die o liegen müssen, dami mo alische We e die
Ges al on Rech en (Menschen- bzw. G und ech e) annehmen können; ehl es an
diesen Vo ausse zungen, kann ein mo alische We kein Rech beg ünden, sonde n
lediglich eine de Abwägung un e liegende In e essensposi ion (Kap. 3.1.). In de
Sache wi d zue s die S a us age ges ell , also die F age, ob sich die om Gese zgebe
angenommene ela i e Schu zwü digkei menschliche Emb yonen („An eil an de
Menschenwü de“) mi e hischen A gumen en beg ünden läss (Kap. 3.2.). Auch
wenn diese Beg ündung geling , sind dami die om Gese zgebe o genommenen
Di e enzie ungen im Be eich de Emb yonen o schung, d. h. die Di e enzie ungen
zwischen E zeugung und Wei e e wendung, Emb yonen und emb yonalen S amm-
zellen sowie Fo schung und T ansplan a ion, noch nich ge ech e ig . Diese Di e-
enzie ungen bedü en eine zusä zlichen Beg ündung, welche sich aus dem Schu z
de Menschenwü de als Ve hal ensno m, d. h. als Ins umen alisie ungs e bo , e ge-
ben könn e (Kap. 3.3.).
3. LEGITIMITÄT DES GELTENDEN RECHTS
3.1 RECHTSTHEORETISCHER RAHMEN
3.1.1 Rech e als no ma i e P i ilegien
Rech e zeichnen sich dadu ch aus, dass Sie ih en T äge n no ma i e P i ilegien e -
leihen.20 Ein no ma i es P i ileg, das mi de Rech s ä ge scha e bunden is , be-
s eh da in, dass sich Rech e nich quan i i zie en lassen. Das Rech des Einen is gleich
s a k wie die Rech e on Vielen. Es mach dahe keinen Un e schied, ob das Rech
eines Einzelnen ode die Rech e Hunde e ode Tausende dem Allgemeinin e esse
en gegen e en. In diesem P i ileg on Rech s äge n, als Einzelne be ei s das olle
no ma i e Gewich on Rech en in Ansp uch nehmen zu können, zeig sich die
mach beg enzende Funk ion on Rech en. Dadu ch, dass sich Rech e nich men-
genmässig e echnen lassen, schü zen sie Indi iduen bzw. Minde hei en wi ksam
gegen die Mach ansp üche on Meh hei en. Man kann da in eine an i-u ili a is ische
S oss ich ung on Rech en e kennen.21
19 Bo scha Fo p l anzungsmedizingese z, BBl 1996 III 277, 283; Bo scha Emb yonen o -
schungsgese z, BBl 2003 1236 .; Bo scha T ansplan a ionsgese z, BBl 2002 161.
20 Zum Folgenden eingehend Be nha d Rü sche, Rech e on Ungebo enen au Leben und In eg i ä . Die
Ve assung zwischen E hik und Rech sp axis, Zü ich: Dike/Nomos, 2009, 349 .
21 Vgl. Ronald Dwo kin, Bü ge ech e e ns genommen, F ank u a. M.: Suh kamp, 1990, 334 ., 433.
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Ein wei e es no ma i es P i ileg on Rech en zeig sich da in, dass sie eing i s e-
sis en sind. De S aa , de in Rech e eing ei , wi d ech e igungsp l ich ig. Am wi -
kungs olls en mani es ie sich die Eing i s esis enz on Rech en in de Figu des
Ke ngehal s. Im Sinne on A . 36 Abs. 4 BV gel en jene Schu zbe eiche on G und-
ech en als Ke ngehal e, die „unan as ba “ sind, d. h. un e keinen Ums änden ein-
gesch änk we den dü en. Pa adebeispiel is das Ve bo on Fol e sowie g ausame ,
unmenschliche ode e nied igende Behandlung, das in A . 10 Abs. 3 BV, A . 3
EMRK22 und A . 7 UNO-Pak II23 ga an ie is . Nahe bei den Ke ngehal en liegen
jene Rech e, die g undsä zlich unan as ba sind, jedoch bei Vo liegen bes imm e
Ausnahme a bes ände eingesch änk we den können (sog. „besch änk e Ke ngehal e“).
Zu diesen Rech en gehö namen lich das Rech au Leben, das absich liche Tö un-
gen nu in ganz eng beg enz en Ausnahmesi ua ionen zuläss , namen lich in Fällen
on lebens e ende No weh und No weh hil e sowie im Rahmen ech mässige
K iegshandlungen.
Schliesslich sind Rech e da au angeleg , dass sie gegen den S aa eingeklag we -
den können. De S aa is zwa gehal en, die G und ech e on sich aus zu beach en
und zu ih e Ve wi klichung beizu agen (A . 35 Abs. 2 BV). Eine blosse Selbs bin-
dung des S aa es genüg abe nich . Um die G und ech e in de Rech so dnung e -
ek i zu e wi klichen, is es on en scheidende Bedeu ung, dass G und ech s ä-
ge an unabhängige Kon ollins anzen gelangen können, welche die Kompe enz
haben, G und ech e gegen den S aa du chzuse zen. Dieses Rech au Rech sschu z
is du ch die Rech swegga an ien in A . 29a BV sowie au s aa s e agliche Ebene
in A . 5 Abs. 1 und A . 6 Abs. 1 und A . 13 EMRK gewäh leis e .
3.1.2 Rech e schü zen In e essen on Indi iduen
Rech e p i ilegie en nach dem Gesag en ih e T äge dadu ch, dass sie nich -quan i-
i zie ba , eing i s esis en und einklagba sind. Diese no ma i en P i ilegien e se -
zen Rech s äge in die Lage, gegen die Mach de du ch den S aa ep äsen ie en
Allgemeinhei ein Gegengewich zu se zen. Rech e e eidigen und behaup en das
Indi iduelle gegenübe dem unbes imm en Allgemeinen. Diese Funk ion on Rech-
en als Gegengewich zu Allgemeinhei beding , dass Rech e ih e sei s ge ade nich die
Allgemeinhei , sonde n konk e e Indi iduen bzw. konk e e Ve einigungen on In-
di iduen schü zen.
De indi idualschü zende Zweck on Rech en ha p ak ische Konsequenzen ü
die Konzep ion de Rech s äge scha . Zunächs lieg es au de Hand, dass Allge-
meinhei en im Sinne eine unbes imm en Vielzahl on Pe sonen bzw. Lebewesen
ode ga leblosen Einhei en nich T äge on Rech en sein können. So wü de es dem
indi idualschü zenden Zweck on Rech en zuwide lau en, Allgemeinhei en wie die
Menschhei als solche ode Gesam hei en wie die Na u zu schü zen. Rech e de
Menschhei , Rech e de Na u ode Rech e on Ökosys emen, wie sie eilweise ge o de
we den, e ehlen den ech s heo e ischen Sinn on Rech en. Rech e on Allge-
meinhei en bzw. Gesam hei en wä en le z lich nich s ande es als Rech e des S aa es,
22 Kon en ion om 4. No embe 1950 zum Schu ze de Menschen ech e und G und eihei en
(SR 0.101).
23 In e na ionale Pak om 16. Dezembe 1966 übe bü ge liche und poli ische Rech e (SR
0.103.2).
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de diese selbe ode du ch beau ag e O ganisa ionen ad oka o isch gegen die In-
di iduen du chzuse zen hä e.
Wenn Rech e Indi iduen um ih e selbs willen schü zen, dann bedeu e das
wei e , dass sich im Namen D i e keine Rech e beg ünden lassen. Im Vo de g und
s ehen Kons ella ionen, in denen D i e ein In e esse am Schu z on Indi iduen
haben, mi denen sie eine besonde e Beziehung e binde . So können die El e n
eines Kindes im i e e siblen Koma wünschen, dass sein Leben au ech e hal en
wi d; ode eine Ehe au will nich , dass man ih em Mann im hi n o en Zus and
O gane en nimm . De indi idualschü zende Zweck on Rech en wä e übe sch i -
en, wenn Schu zanliegen D i e gegenübe einem Lebewesen ode einem Gegen-
s and zum Anlass genommen wü den, Rech e dieses Lebewesens ode dieses Gegen-
s ands zu beg ünden. In den e wähn en Beispielen können olglich die Anliegen de
El e n bzw. de Ehe au nich dazu üh en, dass dem Komapa ien en und dem Hi n-
o en Rech e zugesch ieben we den. Das bedeu e na ü lich nich , dass die Anliegen
de El e n und de Ehe au als solche nich Gegens and on Rech en sein können.
Beziehungen zwischen Angehö igen und ande en Nahes ehenden sind du ch das
Rech au P i a sphä e geschü z . Dabei handel es sich jedoch um Rech e D i e
und nich e wa um Rech e, die im Namen D i e beg ünde sind.
Mi de Fes s ellung, dass Rech e Indi iduen schü zen, is de o male Schu z-
zweck on Rech en noch nich abschliessend es geleg . Zu bes immen bleib , wo in
Indi iduen geschü z we den. Die An wo lau e : Rech e schü zen Indi iduen in
ih en In e essen. Im ju is ischen Sinn is „In e esse“ wei zu e s ehen, und zwa als
Nu zen, de Indi iduen objek i zugesch ieben wi d. Eine enge In e p e a ion on
„In e esse“ im Sinne subjek i e ah ene Wünsche a ionale Indi iduen is ausge-
schlossen, weil ansons en Rech e on u eilsun ähigen Menschen nich e klä ba
wä en. Das gel ende Rech geh da on aus, dass Rech e auch die In e essen on In-
di iduen schü zen, welche diese In e essen selbs nich e kennen können. Aus dem
In e essensbeg i olg somi , dass Rech e ü ih e Rech s äge einen Nu zen b in-
gen müssen.
3.1.3 Schü zen Rech e den We on Lebewesen?
In de e hischen und ju is ischen S a usdeba e wi d häu i g o geb ach , menschli-
che Emb yonen seien schu zwü dig, weil sie einen We haben, sei dies ein absolu-
e , objek i e , in insische ode sons eine A on We . Dami d äng sich die
F age au , ob Rech e übe haup den We on Lebewesen schü zen können. Wi d die
F age bejah , könn en Rech e on Emb yonen dami beg ünde we den, dass ihnen
ein We zukomm . Wi d die F age e nein , is eine solche Beg ündung de Rech s-
äge scha e spe .
Wie gesehen gehö es zum o malen Schu zzweck on Rech en, Indi iduen um
ih e selbs willen zu schü zen, und nich weil sie ü i gende was ode i gendjemand
nü ze sind. Das bedeu e , dass Rech e nich das adäqua e ju is ische Ge äss sind, um
den ex insischen We on Lebewesen zu schü zen. Denn ex insische We e kom-
men ih en T äge n nich als solchen, um ih e selbs willen, sonde n als Mi el zu
bes imm en Zwecken zu. Deshalb kann beispielsweise de We , den wi Lebewesen
im Hinblick au die Schu zwü digkei ih e biologischen A , die Schmackha igkei
ih es Fleisches ode den he apeu ischen Nu zen ih e O gane zusch eiben, keinen
G und ü die Ane kennung on Rech en abgeben. Als o male Schu zzweck on
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nos ik die Mo ali ä de No mad essa en schwächen und so undamen ale No men
wie die Menschenwü de, das Lebens ech ode das Disk iminie ungs e bo ins Wan-
ken b ingen könn e. Um solchen Dammb üchen zu o zukommen, sei be ei s dem
e s en unschuldigen Sch i Einhal zu gebie en.
Das A gumen des No menschu zes is da an zu messen, ob die jeweilige
Dammb uchp ognose plausibel is . Es handel sich um eine empi ische F age, die
o wiegend au de Basis bishe ige E ah ungen zu bean wo en is . Solche E ah-
ungen sp echen zumindes au den e s en Blick gegen die These, dass Rela i ie un-
gen des Schu zes on Emb yonen Sch i ü Sch i die Mo ali ä in de Gemein-
scha un e g aben und so gebo ene Menschen in ih e Exis enz bed ohen. E inne
sei da an, dass eine sei s das D i e Reich o z eine es ik i en Ab eibungspoli ik
Eu hanasie und Völke mo d p ak izie e, wäh end ande sei s die Libe alisie ungen
de Ab eibungsgese ze in wes lichen S aa en sowie die Zulassung de e b auchen-
den Emb yonen o schung in Lände n wie England und USA den Lebensschu z ge-
bo ene Menschen kaum e inge haben.36
Das Anliegen des No menschu zes kann abe auch seine Be ech igung haben,
ohne dass übe ku z ode lang Dammb üche d ohen, die zu Au weichung unda-
men ale Rech e on Pe sonen üh en. De Rech ss aa ha un e Ums änden ein
In e esse da an, bes imm e Handlungen allein wegen ih e symbolischen Bedeu ung zu
un e sagen. Es geh um Handlungen, die zwa keine Pe sonen e le zen, die abe
gegen Lebewesen ge ich e sind, die Pe sonen ähnlich sind. Man könn e on „Quasi-
Pe sonen“ sp echen. Solche Handlungen machen in den Augen all jene Bü ge in-
nen und Bü ge , die zwischen Pe sonen und Quasi-Pe sonen keinen Un e schied
machen, den Anschein on Ve le zungshandlungen und mani es ie en insowei die-
selben e we l ichen Eins ellungen, die zu Ve le zung on Pe sonen üh en.
Mi einem Ve bo on Übe g i en gegen Quasi-Pe sonen b ing de Rech ss aa
zum Ausd uck, dass e Gesinnungen, die gegen undamen ale No men wie die Men-
schenwü de ge ich e sind, in keine Weise ole ie . Um die Gel ung undamen ale
No men zu bes ä igen und zu s ä ken, s ell de S aa auch Quasi-Pe sonen un e
ech lichen Schu z. Dami sollen Tugenden wie Mi ge ühl und So ge um das Wohl-
e gehen des Nächs en und gene ell die Mo ali ä in de Rech sgemeinscha lang is-
ig au ech e hal en we den.37 De S aa , de Quasi-Pe sonen aus mo alpädagogi-
schen G ünden un e Schu z s ell , u dies unabhängig da on, ob konk e e Ge ah-
en eines Dammb uchs nachweisba sind. Im Fokus s ehen nich die Konsequenzen
s aa lichen Handelns ode Un e lassens, sonde n das mo alische Selbs e s ändnis
de Gemeinscha selbe . Inso e n kann on eine deon ologischen Va ian e des No -
menschu za gumen es gesp ochen we den, wäh end das Dammb ucha gumen die
konsequenzialis ische Va ian e da s ell .
Dass eine beg enz e Zulassung de E zeugung on Emb yonen zu Fo schungs-
zwecken ode de Emb yonen o schung als solche zu einem No menze all und
36 Da au au me ksam machen e wa Leona d W. Sumne , Abo ion and Mo al Theo y, P ince on/
New Je sey: P ince on Uni e si y P ess, 1981, 24 .; Me kel (Fn. 29), 206 .
37 Dazu H. T is am Engelha d , The Founda ions o Bioe hics, 2. A., New Yo k: Ox o d Uni e si y
P ess, 1996, 147, 149 . („social sense o pe son“); Ma y A. Wa en, Mo al S a us. Obliga ions o
Pe sons and O he Li ing Things, New Yo k: Ox o d Uni e si y P ess, 1997, 207 („psychological
ounda ions o human mo ali y“); Jü gen Habe mas, Die Zukun de menschlichen Na u . Au dem
Weg zu eine libe alen Eugenik?, 4. A., F ank u a. M.: Suh kamp, 2002, 114 .
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eine E odie ung de Menschenwü de üh en könn e, is empi isch schlich unwah -
scheinlich. Dahe e bie e sich eine Be u ung au das konsequenzialis ische No -
menschu za gumen , um das Ve dinglichungs e bo au Emb yonen auszudehnen.
Dagegen kann eine solche Ausdehnung mi Hil e des No menschu za gumen es in
seine deon ologischen Va ian e nich ohne wei e es on de Hand gewiesen we -
den. Menschliche Emb yonen können k a ih e Po enziali ä als Quasi-Pe sonen an-
gesehen we den, denen gegenübe das aus de Menschenwü de l iessende Ve dingli-
chungs e bo als zen ale No m unse es Rech ss aa es au ech e hal en we den
muss.
Au diese Weise läss sich zumindes das Ve bo de E zeugung on Emb yonen
zu Fo schungszwecken legi imie en. Denn es geh dabei um die on An ang an in-
endie e Ve wendung menschlichen Lebens zu einem emden – nich - ep oduk i-
en – Zweck. Eine s ä ke e Fo m on Ins umen alisie ung eine Exis enz is kaum
o s ellba . Ande s is demgegenübe die Fo schung an übe zähligen Emb yonen zu
beu eilen. Zum einen is die Ins umen alisie ung in diesem Fall wenige s a k, da
es sich um Lebewesen handel , die u sp ünglich zu Fo p l anzungszwecken e zeug
wo den sind und mangels Implan ie ba kei in eine Gebä mu e keine Übe lebens-
chance haben. Zum ande en is nich nach ollziehba , weshalb die Fo schung an
übe zähligen Emb yonen ande s ge egel sein soll als die Fo schung an emb yona-
len S ammzellen, die mi els Ve nich ung übe zählige Emb yonen gewonnen we -
den. Im einen wie im ande en Fall e olg die Handlung denselben Zweck (Fo -
schung) mi de selben Konsequenz (Ze s ö ung des Emb yos). Das s a beweh e
Ve bo de Fo schung an übe zähligen Emb yonen is deshalb nich zu ech e i-
gen. Solche Fo schung soll e g undsä zlich zugelassen we den.
4. SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Fo schung an Emb yonen, die aus einem ep oduk ionsmedizinischen Ve ah-
en s ammen, is im schweize ischen Rech seh di e enzie ge egel . Wäh end die
E zeugung on Emb yonen zu Fo schungszwecken sowie die Fo schung an Emb y-
onen selbe e bo en sind, is es un e bes imm en Vo ausse zungen e laub , aus
übe zähligen Emb yonen S ammzellen ü die Fo schung zu gewinnen und an die-
sen S ammzellen zu o schen. Ebenso is die Ve wendung on übe zähligen Emb y-
onen zu T ansplan a ionszwecken g undsä zlich zulässig.
De Gese zgebe s ü z diese Regelungen zu nich - ep oduk i en Ve wendung
menschliche Emb yonen zu Haup sache au die Menschenwü de. Dabei is die
Menschenwü de in zwei un e schiedlichen Face en angesp ochen: Eine sei s als
S a usa gumen , aus dem sich die p inzipielle Schu zwü digkei on Emb yonen
e gib , ande e sei s als Ve hal ensno m, welche die Ve dinglichung, d. h. die gänzli-
che En emdung on Emb yonen on ih em na ü lichen Zweck, sich zu eine Pe -
son zu en wickeln, e bie e .
Im o liegenden Bei ag wu de aus ech s heo e ische und e hische Sich ge-
ag , ob die gel enden Regelungen zu Emb yonen o schung und de en Rech e i-
gung du ch den Gese zgebe legi im sind. Die Un e suchung ha e geben, dass sich
zwa eigen liche Rech e on Emb yonen im Sinne on G und- und Menschen ech-
en nich beg ünden lassen. Dagegen gib es gu e G ünde, menschliche Emb yonen
als po enzielle Pe sonen zum einem gewissen G ad in Schu z zu nehmen. Es han-
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del sich dabei um einen Schu z im In e esse de Mo algemeinscha , welche dem
we denden menschlichen Leben aus un e schiedlichen G ünden einen Eigenwe
zusch eib . Dieses we bezogene Allgemeinin e esse beg ünde eine Rech sposi ion,
welche im Kon l ik all mi den en gegens ehenden Posi ionen de Fo schungs ei-
hei und de ö en lichen Gesundhei abzuwägen is .
Mi Blick au die ela i e Schu zwü digkei on Emb yonen e schein es als ge-
ech e ig , die Emb yonen o schung bes imm en Vo ausse zungen zu un e s ellen,
welche im Rahmen on Bewilligungsp l ich en übe p ü we den. Noch nich ge-
ech e ig sind dami jedoch die gel enden Ve bo e. Diese lassen sich nu plausibel
machen, wenn das de Menschenwü de inhä en e Ve dinglichungs e bo au
menschliche Emb yonen e s eck wi d. Diese E s eckung is ih e sei s beg ün-
dungsbedü ig. Als E s eckungsg und kann ein deon ologisch e s andenes No -
menschu za gumen he angezogen we den: Fundamen ale No men wie die Men-
schenwü de sind unbesehen de Rech s äge scha au alles menschliche Leben an-
zuwenden, um die Mo ali ä in unse e Rech sgemeinscha lang is ig zu e hal en.
Auch dieses No menschu za gumen e mag indessen nu das Ve bo de E zeu-
gung on Emb yonen zu Fo schungszwecken zu legi imie en. Dagegen is das gel-
ende Ve bo de Fo schung an übe zähligen Emb yonen auch au diese Weise nich
zu beg ünden.
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