Kumm, Ma ias
Book Pa — Published Ve sion
„Making he Wo ld Sa e o Democ acy“: Einige
Beobach ungen zum Ve häl nis on In e na ionale
Rech so dnung, Demok a ie und globale Siche hei
P o ided in Coope a ion wi h:
WZB Be lin Social Science Cen e
Sugges ed Ci a ion: Kumm, Ma ias (2024) : „Making he Wo ld Sa e o Democ acy“: Einige
Beobach ungen zum Ve häl nis on In e na ionale Rech so dnung, Demok a ie und globale
Siche hei , In: Nida-Rümelin, Julian G ege , Timo Oldenbou g, And eas (Ed.): No ma i e
Kons i uenzien de Demok a ie, ISBN 9783111118147, De G uy e , Be lin, pp. 359-380,
h ps://doi.o g/10.1515/9783111118147-023
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Ma iasKumm
„Making he Wo ld Sa e o Democ acy“
EinigeBeobach ungenzum Ve häl nis on In e na ionale
Rech so dnung, Demok a ie undglobale Siche hei
Abs ac :The a icle analyzes how in WWII heRoose el adminis a ion concei ed
o and s uc u ed he new wo ld o de hey we ebuilding o „make he wo ld sa e
o democ acy“.I hen goes on o analyze how in i s cu en o m ha o de ails in
his ask. The cu en in e na ional legal o de os e s and enables g ea powe
compe i ion by s uc u ally ailing o p o ide mechanisms o holding accoun able
g ea powe s when hey illegallyuse o ce. Such s uc u al lacko accoun abili y lies
a he hea o dynamicso esen men d i enes ablishmen o coun e -powe by
o he s a es.This in u n leads o mili a ized g ea powe compe i ion wi h g ea
isks o majo wa s.Re o ms aimed a holding g ea powe s legallyaccoun able a e
no onlycompa ible wi h democ acy, hey a e he p econdi ion o success ully
ins i u ionalizing asys em o in e na ional law ha mayac uallysucceed in making
he wo ld sa e o democ acy.
Wäh end de gegenwä igeUk ainek ieg keine lei e ns ha e Diskussion um eine
g undlegende Re o m de in e na ionalen O dnung he o geb ach ha ,wa in de
Geschich e des 20.Jah hunde s de Ein i de Ve einig en S aa en in den E s en
und Zwei en Wel k ieg jeweils Anlass ü den Ve such, die in e na ionale Rech s-
o dnungmaßgeblich zu e o mie en. Dahin e s and die Einsich , dass g oße K iege
wede un e meidba sind noch jeweils nu als das E gebnis kon ingen e pe so-
nale ode geos a egische Mach kons ella ionen ode ideologische Aus ich un-
genbeg i enwe den können. K iegewe den auch du ch die S uk u de in e -
na ionalen O dnungund die jeweils gel enden No men e möglich .Eine O dnung,
die nu au einem Gleichgewich ansons en ungebundene unabhängige Mäch e
be uh ,wi d F iedennich daue ha gewäh leis en können. Umgekeh kann eine
angemessen s uk u ie ein e na ionale Rech so dnungK ieges uk u ell e -
hinde n ode höchs unwah scheinlich machen.
Die Idee sowohl beim Ein i de Ve einig en S aa en in den E s en Wel k ieg
1917als auch beim Ein i in den Zwei en Wel k ieg 1941wa es, die s uk u ell-
ech lichen Bedingungenin e na ionale O dnungsozu e ände n, dass in Zukun
die Möglichkei g oße K iegeausgeschlossen sein wü de (1). Dabei soll en g und-
legendeIdeen und P inzipien ausde Wel libe al-demok a ische Ve assungs-
s aa lichkei auch ü die Kons i u ion eine ech lich kons i uie en globalen
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O dnung on Bedeu ung sein. Ode ande s o mulie : Die kons i u i enP inzipien
des libe al-demok a ischen Ve assungss aa s sind auch kons i u i ü eine diese
S aa en einbe ende, en sp echend s uk u ie e in e na ionale Rech so dnung (2).
P oblema isch ü die bes ehende O dnung, so wie sie sich en wickel ha ,is de en
s uk u elle Unzulänglichkei im Be eich Siche hei sgewäh leis ung, Gewal an-
wendung und K ieg und F ieden. Hie können die maßgeblichen G oßmäch e e -
ek i nich ü illegale Gewal anwendung onde Rech so dnung zu Rechenscha
gezogen we den, und s ehen zunehmend in einem du ch Rech nich wei e ge e-
gel en mili ä isch okussie en Mach we bewe b, in dem unipola eund mul ipo-
la e O dnungs o s ellungen konku ie en (3). Um sich eine solchen po enziell
desas ösen Dynamik zu en ziehen, is es onen scheidende Bedeu ung,den
Ve such de Kons i u ionalisie ung de in e na ionalen O dnungauch in diesem
Be eich wiede au zug ei en und o anzu eiben (4). Ein solches P ojek de S ä -
kungsup ana ionale Ins i u ionen is zwa un e den gegebenenpoli ischenUm-
s änden he aus o de nd, abe nich u opisch. Zudem s eh es nich in einem
Spannungs e häl nis zu demok a ische Selbs bes immung.ImGegen eil: E s eine
solche O dnungwü de demok a ischen Gebo en ge ech we den und die Wel si-
che ü Demok a ie machen (5).
1„Making he Wo ld Sa e o Democ acy“:Von
Wood owWilson zu F anklin Delano Roose el
Als die USAimAp il 1917inden E s enWel k ieg ein a en, a en sie es mi dem on
P äsiden Wood ow Wilson p oklamie en Ziel, „die Wel siche ü Demok a ien
zu machen“.Dazu gehö e nich nu ,de „En en e“mi demok a ischen Lände n wie
England und F ank eich im Kamp gegendie Mi elmäch ebeizus ehen. De K ieg
müsse eine T ans o ma ion de in e na ionalen Beziehungen mi sich b ingen, an
dessen Ende eine neue F iedenso dnung s ünde, die au kla e P inzipien geg ünde
und du ch in e na ionale Ins i u ionen ope a ional gemach we de, undsoinde
Lagesein wü de, daue ha und zu e lässig den F ieden zu gewäh leis en. Konk e
e künde e Wilson im Janua 1918 einen 14-Punk e-Plan, au dessen G undlage
F iedens e handlungens a inden könn en. Nebendem P inzip des Selbs be-
s immungs ech s de Völke ,das allgemein die G undlagezu Lösung e i o iale
Ansp üche bilden soll e, soll eu.a.auch ein Völke bund gescha en we den, in-
ne halb dessen S aa en po enzielle Kon lik e diploma isch lösen und gemeinsam
En scheidungen ällen soll en. Wilsons Ein luss in Pa is nach dem Ende de k ie-
ge ischen Auseinande se zung wa jedoch aus e schiedenen G ünden geschwäch .
Das im Ve saille Ve ag kodi izie eE gebnis s ell e wede eine konsequen e
360 Ma iasKumm
Implemen a ion des P inzips de Selbs bes immung zwischen den K iegspa eien
(und e s ech nich zwischenden Kolonialmäch en und ih enKolonien) da ,noch
gelang es Wilson innenpoli isch im ame ikanischen Kong ess, die no wendigen
Meh hei en ü den Bei i zum Völke bund zu o ganisie en. Das al e in e na io-
nale Rech als „Jus Publicum Eu opaeum“mi de Idee eines Gleichgewich s de
Mäch e im Binnen e häl nis eu opäische Na ionenund onkolonialem We be-
we b im Ve häl niszum Res de Wel übe leb e den E s en Wel k ieg nich .Abe
die Gebu eine neuenO dnungin e na ionalen Rech s soll enich gelingen. De
Ve saille Ve ag und die mi ihm e such e Beg ündungeine neuen O dnung
e wies sich o z einige iel e sp echende Inno a ionen im De ail als wenigmeh
als ein glo i izie e Wa ens ills and, ein In e egnum, das nu 20 Jah e hiel ,be o
mi dem deu schen Ang i au Polen am 1. Sep embe 1939 in Eu opade Zwei e
Wel k ieg begann.
Von e heblich g öße e his o ische Wi ksamkei und Bedeu ung wa das
P ojek Roose el s,eine neue Wel o dnungnach dem Zwei en Wel k ieg zu scha -
en. De Beginn de ö en lichen Kampagne ü einesolche neue O dnunge olg e,
zei gleich mi dem Ve such, das ame ikanische Publikum ü den Ein i de Ve -
einig en S aa en in den K ieg zu gewinnen, in Roose el s be ühm en „Fou F ee-
doms“-Rede o dem Kong ess im Janua 1941.¹Das Einschwö en des ame ikani-
schen Volks au K ieg und Ve zich ging einhe mi de A ikula ion de G undidee
eine neuen Wel o dnungals K iegsziel. Diese wü de sich au de uni e salen
Ane kennung on ie G und eihei en g ünden:Die zwei klassischen nega i en
F eihei en ausdem e s en Ve assungszusa z de US-Ve assung, Religions eihei
und Meinungs eihei ,wu den e gänz du ch die F eihei onNo (F eedom om
Wan ) und die F eihei onAngs (F eedom om Fea ). Diese G undideen soll en
au in e na ionale Ebene du ch Scha ung eine en sp echenden Menschen-
ech so dnung,Wi scha so dnungund Siche hei so dnungangemessen ins i u-
ionalisie we den.Roose el beau ag e knapp zwei Wochen nachK iegsein i
eine Planungskommission im S a e Depa men ,die Vo schlägezu ins i u ionellen
S uk u de Nachk iegso dnung o nehmen soll e. In einem k iegsbeglei enden
P ozess, de an die A lan ik Cha a anknüp e und übe B e on Woods bis nachSan
F ancisco üh e, wu de Sch i ü Sch i die ins i u ionelle S uk u de Nach-
k iegso dnungausgehandel .Als am 2. Sep embe 1945auch im Pazi ik de K ieg
mi de japanischen Kapi ula ion ende e, lag die UN-Cha a schon sei meh e en
Mona enzu Ra i ika ion o und a wenigspä e am 24.Ok obe 1945inK a .
1Die Rede wu deam6.Janua 1941als S a eo he Union Add ess o beiden Häuse n des Kon-
g esses gehal en.
„Making he Wo ld Sa e o Democ acy“361
2Ein kons i u ionalis ische Neuan ang: D ei
G undp eile de globalen Nachk iegso dnung
Das Roose el ’sche P ojek läss sich als Ve such ekons uie en, eineglobale
O dnungzukons i u ionalisie en, die au d ei Ideen uh e, die jeweils nach ange-
messene Ins i u ionalisie ung e lang en.
2.1 Neuo ien ie ung onS aa lichkei : Ex e ne undin e ne
Selbs bes immung
Die e s e Ke nidee wa ,dass die in e ne S uk u des S aa es ele an ü die
Scha ung eines s abilen iedlichenin e na ionalen Sys ems sei. Ein impe iale ,
übe Kolonien he schende S aa ,de in e n die Menschen ech e seine Bü ge
e le z ,solau e edie A gumen a ion,wi d auch ehe geneig sein, die Rech e
ande e S aa en mi Gewal zu e le zen. Wäh end im klassischenVölke ech ein
S aa lediglich du ch die d ei Ke nelemen e S aa sgebie ,S aa s olk und S aa sge-
wal o malals gül ige e i o ial gebundene Mach o m bes imm wu de, wu de
mi de Ein üh ung des allgemeinen P inzips de Selbs bes immung in de UN-
Cha a die S uk u onS aa lichkei in zwei ache Hinsich no ma i - ech s ö -
migen An o de ungenausgese z : Zum einen wu den ex e ne Kolonialisie ung und
Kolonien disk edi ie ,was olge ich ig zu einem sich global en al enden P ozess
de Dekolonialisie ung in de Nachk iegszei und zu einem allmählichen Ende des
klassischeneu opäischen Impe ialismus üh e.²Zum ande en wu de die s aa liche
Gewal in e n no ma i anMenschen ech egebunden.³De Zweck des S aa es soll e
2Aus dem P inzip de Selbs bes immungwu de spä es ens bis zu GA Res.1514XV(1960) ein Rech
au Selbs bes immung. Dagegenblieben die in de UN-Cha a auch o gesehenen Vo sch i en übe
eine in e na ionale T euhandscha de Kolonien (A .75–91 UN-Cha a) wei gehend Makula u ,
auch wenn sie sich e s 1994 ollkommen e ledig habensoll en. Die gel end gemach en Ansp üche
au Selbs bes immunginde Nachk iegszei und die Delegi imie ung de kolonialen F emdhe -
scha ließ solche Be o mundung, auch wennsie un e in e na ionalem Vo zeichen e olgensoll e,
e ek i nich meh zu.
3Wäh end die UN-Cha a in de P äambel UN-Cha a und in den A ikeln 59 und 60 UN-Cha a nu
seh allgemein onMenschen ech en ede e, wu den diese du ch die Allgemeine E klä ungde
Menschen ech e (A/Res/217A(III) GV om10. Dezembe 1948) und dann den g oßen Kodi ika ionen
des In e na ionalen Pak es ü Bü ge liche und Poli ische Rech e(IPBPR,de im Mä z 1976 in K a
a ) und den In e na ionalen Pak ü Kul u elle, Wi scha liche und Soziale Rech e(IPKWSR, de
am 3. Janua 1976 in K a a ), sowie wei e espezi ische Rech ebe e ende Kon en ionen, kon-
k e isie .
362 Ma iasKumm
nunmeh sein, Menschen ech e zu ach en, zu schü zen und zu ealisie en. Die
Aus ich ungau Menschen ech e soll edie Selbs bes immungsp axis de sich in
S aa en o ganisie enden Völke anlei en. Meh noch, mi de Ausa bei ung on
Menschen ech ska alogenimin e na ionalen Rech wu de deu lich, dass die Ge-
wäh leis ungen onMeinungs-und Ve sammlungs eihei im Zusammenhang mi
de Fo de ungnach egelmäßigdu chzu üh enden allgemeinen und eien Wahlen
sowie de Ga an ieeines e ek i enRech sschu zes im Wesen lichen die Ins i u-
ionalisie ung libe al-demok a ische Ve assungss aa en e lang .⁴Dami knüp
das in e na ionale Rech implizi anImmanuel Kan s Fo de ungan, dass im In-
e esse eines ewigen, d.h. nich nu o übe gehenden, au eine Mach balance
be uhenden F iedens, S aa en „Republiken“(gemein wa in heu ige Sp ache:li-
be ale Demok a ien) sein müss en. Heu eha in den Poli ikwissenscha en die
„democ a ic peace hesis“wei gehend Ane kennung ge unden: Libe ale Demok a-
ien üh en a sächlich keine K iegegegeneinande .⁵Es wa nu konsequen ,wenn
die Ve einig en S aa enals Besa zungsmach da au hinwi k en, dass sich die ü-
he en Feinds aa en Deu schland (jeden alls in den Wes gebie en) und Japan als
libe ale Demok a ien neu kons i uie en.
Die Ta sache, dass No mendes Menschen ech sschu zes –bis hin zum Gebo
libe al-demok a ische Ve assungss aa en zu e ich en – ölke ech lich e bind-
lich ü S aa ensind, heiß abe nich ,dass diese No men on mäch igen S aa en mi
Gewal gegen ande e S aa en du chgese z we den dü en. In de Gegenwa kann
sich zwa die Biden-Adminis a ion au de Sei e des Völke ech s wähnen, wenn
sie allgemein oneinem Kamp („s uggle“)zwischendemok a ischen und au o i-
ä en S aa en sp ich .Das Völke ech e lang ,dass S aa en libe ale Demok a ien
sein sollen. Abe das Völke ech schließ g undsä zlich Gewal als Mi el zu uni-
la e alen Du chse zung in e na ional ech liche Ansp üche aus. Das gil auch ü
Ansp üche, die au die Du chse zung onDemok a ie und Menschen ech en aus-
ge ich e sind. Die ielen im Kal en K ieg und in de Zei nach dem 11. Sep embe
onden USAini iie en undmi Hil e onGeheimdiens endu chge üh en Regime-
Change-Ope a ionen sind genauso ölke ech swid igwie die ö en lich p opa-
gie en mili ä ische Feldzüge mi dem Ziel, ein y annischesRegime zu besei igen
und Demok a ie sowie Menschen ech sschu z zu be ö de n. Ein p inzipiell öl-
ke s a ech lich e bo ene und s a ba e Ang i sk ieg bleib ein solche ,auch
wenn e im Namen de Demok a ie und Menschen ech e ge üh wi d. De Kamp
de Demok a ien gegenAu ok a ien da nu dann die Fo m mili ä ische Gewal
4Zu Diskussion siehe F anck (1992).K i isch aus ech spoli ischen G ünden siehe Ma ks (2003).
5In de mode nenpoli ikwissenscha lichen Diskussion siehe Doyle (1983). Die Li e a u zu be-
g i lichen F agen, empi ischen Me hodologien, kausalen Mechanismen und Implika ionen is
kaum zu übe blicken. Eine Bibliog a ie bie e Rummel (2023).
„Making he Wo ld Sa e o Democ acy“363
annehmen, wenn es, wie im K ieg zwischen de Uk aine und Russland, da um geh ,
dass ein ech swid ig angeg i enes Land sein Rech au Selbs e eidigung ausüb ,
um den Ang i abzuweh en. Die ech lich ele an e Un e scheidung in diesem
Zusammenhang is dann abe nich die zwischenau o i ä emund demok a ischem
S aa ,sonde n die zwischen ech swid ig ang ei endem und sich selbs gegeneinen
solchen Ang i e eidigenden S aa .EineDemok a ie zu sein ode im In e esse
de Ve b ei ung on Demok a ie zu handeln, e scha keine P i ilegien hin-
sich lichdes Ve bo s de Gewal anwendungund schließ auch nich das Selbs -
e eidigungs ech eines ech swid ig angeg i enen au ok a ischen S aa es aus.
2.2 Scha ung eine globalin eg ie enWi scha so dnung
Die Scha ung eine global in eg ie en Wel wi scha so dnungwa de zwei e
P eile de onRoose el ini iie en neuen Wel o dnung. Ein wesen liche G und
ü die E ich ung eine in eg ie en Wel wi scha wa siche hei spoli isch. Eine
globale O dnung, in de „ eedom om ea “ ealisie sein wü de, müss e eine
wi scha lich in e dependen e e loch ene Wel sein. Roose el wa de Übe -
zeugung,dass Kon lik e in eine Wel ,indenen Handel o zugsweise inne halb
impe ial au ge eil e G oß äume s a inde ,schwie ige iedlichzulösen seien, als
in eine global in eg ie en in e dependen enWi scha so dnung. Eine in e de-
penden e Wel wi scha soll eda ü So ge agen, dass e en uell au kommende
Kon lik e zwischen maßgebendenMäch en sel ene „ze o sum“sein wü den, son-
de n s uk u ell iedliche „Win-win“-Lösungen bie en wü den. Eine Wel , bes e-
hend aus egional abgescho e en ode nach Allianzen s uk u ie en Wi scha s-
äumen, is eine Wel , in de au kommende In e essenkon lik emi g öße e
Wah scheinlichkei eine „Ze o-sum“-S uk u au weisen unddami In e essen-
kon lik eeskala ions äch ige we den und die O dnung ins abile wi d.
In diese Hinsich sind eineganze Reihe ongegenwä igeEn wicklungs en-
denzen beso gnise egend: Die WTOwi dzunehmend an den Rand ged äng ⁶und
neue G oßp ojek ewie die T ansa lan ische Handels-und In es i ionspa ne scha
(TTIP) sowie die T anspazi ische Pa ne scha (TPP) kommen nich o an, wäh-
end gleichzei ig ein „decoupling“zwischen den USAund China sowiezwischen
Russlandund Eu opa zu beobach en is ,zusammen mi einem allgemeinen T end
zum Au bau on We schöp ungs-und Handelske en im Rahmen bes ehende
6Die 2001 e ö ne eWTO-Doha-Ve handlungsg unde lieg sei Jah enau Eis. Zudem können
Kon lik eun e de WHO zu zei nich o den da ü o gesehenen Schiedsge ich en beim DSB
Appella eBodyausge agen we den, da die Be u ung on Schieds ich e n on den USAblockie
wi d.
364 Ma iasKumm
Allianzen(„ iend sou cing“). Na ü lich is es ein Gebo poli ische Klughei , So ge
da ü zu agen, dass ein demok a ische S aa nich oneinem au o i ä en S aa
hinsich lich lebenswich ige Gü e in Abhängigkei ge ä und e en sp echend
da au hinwi k ,dass die no wendige In as uk u und ande e Vo ausse zungen
ü eine Di e si ika ion on Lie e ke en bes ehen. Es is zudem plausibel, einen
S aa ,de dabei is ,einen massi enAng i sk ieg gegeneinen benachba enS aa
zu üh en, solangedie eindlichen Handlungenandaue n, wi scha lich zu sank-
ionie en, so e n das eine e ek i e Maßnahme is ,umihn zu schwächen. Es is abe
e was ande es,Handelspoli ik allgemein an ansp uchs ollen mo alischen K i e ien
auszu ich en und ande e S aa en p inzipiell auszug enzen ode massi zube-
nach eiligen. Eine solchePoli ikis nich nu unklug, weil sie au o i ä eS aa en, die
ansons en un e Ums änden ech un e schiedliche In e essen haben, in eineAlli-
anz gegenDemok a ien eib .Sie is auch s uk u ell ein Rezep ,das den F ieden
un e minie und Kon lik e zu e schä en d oh . Schließlich schei e sie häu ig
auch ausp ak ischen G ünden und gib ypische weise Anlasszualle lei Hypo-
k isien (mi el is igkein Gas ode Öl ausRussland, abe bi e meh Gas und Öl aus
Saudi-A abien, den Emi a en ode Venezuela).
Na ü lich s anden bei de Scha ung eine neuen Wel wi scha so dnungnich
nu siche hei spoli ische G ünde im Vo de g und. Die Ins i u ionalisie ung eines
ech lichen Rahmens ü einen ela i o enen Wel handel wu de auch deswegen
e olg ,weil Roose el glaub e, dass eine solche in e na ionale A bei s eilung,eine
begüns igende Wel wi scha ss uk u allgemein ü Wachs ums und Wohls and
ö de lich sei und somi dazu bei age, „ eedom om wan “zu ealisie en. Zudem
wa es auch im ame ikanischen In e esse, in de Nachk iegszei Absa zmä k e ü
in den USAp oduzie e Gü e zu scha en.Da übe hinaus gabesdamals nich die
E wa ung, dass Handel und Wohls ands ö de ungno wendige weise zu Demo-
k a isie ungen üh en wü de. Diese Ideen wu den e s spä e ein luss eich,umin
de jünge en Gegenwa nich nu wegen Russland, sonde n auch angesich s de
En wicklungChinas wiede an Plausibili ä zu e lie en.
2.3 Dasallgemeine Gewal e bo unddas Sys em kollek i e
Siche hei
Als d i e G undp eile globale O dnungsoll edas Sys em kollek i e Siche hei
dienen. Ziel eines solchen Sys ems soll eesle z lich sein, g öße e K ieg zu e -
meiden und Gewal ausübung allgemein ech lich zu binden. Dieses Sys emsoll e
lang is igaus ie Ke nkomponen en bes ehen.
Die e s e Komponen eund das no ma i e Fundamen de neuenO dnungwa
das allgemeine Gewal e bo ,das in A .2IV de UN-Cha a kodi izie wu de. Das
„Making he Wo ld Sa e o Democ acy“365
Gewal e bo soll enich nu impe ialeE obe ungsk iegeausschließen.Essoll e
allgemein nich meh möglich sein, du ch die Behaup ung,die ande e Sei e wü de
ih e ech lichen Ve p lich ungen nich einhal en, Rech sdu chse zung mi Gewal
zu e olgen. Gewal is g undsä zlich nu im Falle de Selbs e eidigung gegen
einen gegenwä igen ech swid igen Ang i e laub ode wenn de UN-Siche -
hei s a selbs solche Maßnahmen ano dne ode au o isie .
Dies is de ech liche Rahmen, de es e laub ,die ussische mili ä ische In-
asion de Uk aine ohne Wei e es als ech swid igen Ak zu e dammen, wäh end
die Uk aine sich au ein Selbs e eidigungs ech be u en kann. Im Üb igen sind
alle S aa en be ug (abe nich e p lich e ), au Ve langen de Uk aine nich nu
(leich e und schwe e) Wa en zu lie e n, sonde n auch mili ä isch au de uk ai-
nischen Sei e gegenRussland zu in e enie en. Auch nich angeg i ene S aa en
haben das Rech ,dem angeg i enen S aa beisei ezus ehen und sich gegenden
ech swid igen Ang i in Ausübung eines kollek i enSelbs e eidigungs ech szu
weh en. So e n es zu zei die Posi ion de USAund de NATO is ,nich di ek mi-
li ä isch au de Sei e de Uk aine zu kämp en, is das kein Gebo des Völke ech s.
Abe das ech lich no mie e Gewal e bo allein eich nich aus. Die E ah-
ung de Zei o dem Zwei en Wel k ieg ha e gezeig , dass ein Ve bo des K ieges
allein wenigdazu bei äg , K ieg a sächlich zum Ve schwinden zu b ingen.De
Kellogg-B iand-Pak on1928, de K ieg e bo ,wu de onallen maßgeblichen
Mäch en de Zwischenk iegszei un e sch ieben und doch be anden sich alle diese
Mäch e 15 Jah e spä e wiede im bis dahin g öß en K ieg de Wel geschich e ge-
geneinande .Deswegen soll eesals zwei en P eile des Sys ems kollek i e Si-
che hei eine globale poli ische Ins anz geben, die im Falle eine Ge ah ü den
F ieden ode eines Ak s de Agg ession du ch quali izie e Meh hei ech s e -
bindlich en scheidenkönnen soll e, wie die in e na ionale Gemeinscha da au
eagie .Esen s and de UN-Siche hei s a ,dessen heu e 15 Mi gliede ,mi quali-
izie e Meh hei (9 on15Mi gliede n), e bindlich ü alle Mi gliede de Ve -
ein en Na ion en scheidenkönnen, wie au solche Si ua ionen zu eagie en is .
Dabei is alle dings onzen ale Bedeu ung,dass die ün pe manen en UN-Si-
che hei s a smi gliede (die P5),die USA, China, Russland, G oßb i annien und
F ank eich, ein Ve o ech haben. Gegen ih enWillen kann de UN-Siche hei s a
keine inhal lichenMaßnahmen zu Regelungdes in e na ionalen F iedens und de
Siche hei e en. Obwohl Roose el selbs o en wa ü die Idee eines Siche -
hei s a es,indem kein S aa ein Ve o hä e, hiel e das Ve o ech le z lich ü
no wendig, um die Zus immung S alins und auch des US-Sena s, siche zus ellen. Da
Russlandals Rech snach olge de UdSSR im Siche hei s a übe ein Ve o e üg ,
spiel ede UN-Siche hei s a wie schon in den Ke nkon lik en des Kal en K ieges
auch im Uk ainek ieg nu als Schaupla z diploma ische Kon on a ionen eine
Rolle. Zwa kann die Gene al e sammlungeinen ak i enpoli ischenPa übe -
366 Ma iasKumm
Wäh end die Mobilisie ung des Wes ens bis je z zu Übe aschung iele e -
s aunlich gu geling , äll noch e was ande es au : Es is appie end, dass es einen
wei gehenden, in de oben e wähn en Resolu ion de Gene al e sammlungmani-
es ie en, Konsens in de Wel gemeinscha hinsich lich de Rech swid igkei und
Ve dammungswü digkei ussische Agg ession gib .Abe einen en sp echenden
Konsens hinsich lich de Sank ionie ung Russlandgib es nich .Wa enlie e ungen
an die Uk aine und wi scha liche Sank ionen we den as ausschließlich om
Wes en und onS aa en un e dem nuklea en Schu zschild de USAge agen.
G und da ü sind nich nu wi scha liche In e essen und Abhängigkei en. Von
zen ale Bedeu ung is auch eine in de auße wes lichen Wel wei e b ei e e
K i ik wes liche Hypok isie und de Vo wu , mi e schiedenen Maßs äben zu
messen.
Wa umsoll eman den eigenen Wi scha s- und Handelsin e essen schaden,
um Russlandzusank ionie en, wenn diejenige,die Sank ionen e langen, o he
selbs die O dnungebenso ekla an e le z haben?Das A gumen , dass es keine
Äqui alenz gebe, z.B. zwischen den Ta en de US-Regie ung im Mi le en Os en im
Rahmen des An i-Te o -Kamp es und de ussischen In asion in de Uk aine,
übe zeug auße halb des Wes ens niemanden.Ja, US-lancie e Regime-Changes in
A ghanis an, I ak, Libyenusw. ich e esich nich gegendemok a ischegewähl e
und einige maßen menschen ech s eundlicheRegie ungen, sonde n gegendie
Taliban, SaddamHussein und Gadda i usw.Selenskis Regie ung in de Uk aine
dagegen is ,wie imme manauch die Geschehnisseumden Maidan he um im Jah
2014 bewe en mag, ei gewähl wo den, und bei alle Ko up ion und Disk imi-
nie ung onTeilen des ussischsp achigen Teils de Be ölke ungnich e gleichba
mi den geschass en Dik a o en im Mi le enOs en. Abe das ände nich s da an,
dass die US-ge üh en Ak ionen im Mi le enOs en (und ande swo) in den Augen
de Ö en lichkei mi dem Makel de Rech swid igkei be leck wa en und im
Üb igen, was die Anzahlde To en und Ve le z en angeh ,ineine G ößeno dnung
lagen, die du chaus e gleichba is mi dem, was bis heu e in de Uk aine ge-
schehen is .We hie keine Äqui alenz sieh ,sokönn e man meinen, weiß en -
wede nich s übe die Zahl de Op e diese K iege(in wes lichen Medien hö man
ypische weise nu die Zahl de au de eigenen Sei e ge allenen) ode gewich e
ein weißesuk ainisches Menschenleben ande s als ein a abisches. Wenn man die
Pe spek i e au die Zei des Kal en K ieges e wei e ,wi d zudem kla ,dass die USA
sich nich da o scheu en „ egime change“auch gegenDemok a ien und zuguns en
onihnen a o isie en Dik a o en du chzu üh enode zu un e s ü zen. Wei e hin
haben die USA, ande s als Russland, auch keine Te i o ien annek ie ,alle dings
haben Sie sie die Annexion onTe i o ien du ch ande e S aa en – onIndonesien
in Os -Timo bis zu Is ael hinsich lichde Golan-Höhen jeweils be ü wo e , wenn
sie glaub en, da an ein In e esse zu haben. Insgesam is es ü wei eTeile de Wel
„Making he Wo ld Sa e o Democ acy“373
nich o ensich lich, dass eine Wel , in de die USAdie p ä oga i e Mach mono-
polisie en, wi klich besse is als einemul ipola e Wel ,inde es Gegengewich e
gib .Chinawi e Mo genlu .Wie Xi Jinpingominös anlässlich seines Besuches in
Moskau om 21.Mä z 2023 zu Pu in sag e: „Es gib je z Ve ände ungen (in de
in e na ionalen O dnung), wie wi sie sei hunde Jah en nich gesehen haben –
lass uns diese Ve ände ungen gemeinsam o an eiben.“
Wenn diese Sich a sächlich eine global e b ei e e Pe spek i e plausibel e-
kons uie ,sieh es nich gu aus, ü diejenigen im Wes en, die ho en, den S a us
quo de globalen O dnung,sowie e sich nach dem Kal en K ieg ü e wa zwei-
einhalbJah zehn e langeda s ell e, auch in Zukun zu e hal en.
4Die En wicklungde In e na ionalen
Rech so dnung zu eine kons i u ionalis ischen
O dnung
Dabei soll edie Ke n ageabe nich sein, welche G oßmach p ä oga i e Mach
ausüb ,obdiese Ausübung unipola ode mul ipola sein soll und wie wei sie
eich .Die P ä oga i e ha im kons i u ionalis ischen Denken nu als k i isches
Analyseins umen einen Pla zund e weis au zen ale De izi e de in e na io-
nalen O dnung. Die Domänede P ä oga i e is die Domäne, in de Mach o Rech
gil .Die Ke n agesoll esein, wie die Kons i u ionalisie ung de Rech so dnung
o ange iebenwe den kann, sodass das in e na ionale Rech den Raum p ä oga-
i e Mach imme wei e einsch änk und den Raum ech liche ins i u ionali-
sie e Ve an wo lichkei auch des Handelnsde G oßmäch e wachsen läss .
Nach dem Ende des Kal en K ieges wu de die Wiede belebung de u sp üng-
lichen Ideen eine in den Ve ein en Na ionen e anke en globalen Siche hei sa -
chi ek u mi UN-S ei k ä en, bei gleichzei ige A bei an dem Ziel eine Wel ohne
Nuklea wa en, ebenso e nachlässig ,wie de Au baueine genuinen in eg a i en
Siche hei sa chi ek u in Eu opa, die auch Russlandmi um ass .S a dessen wa en
Ideen ein luss eich,denen zu olge die Ve b ei ung libe ale Demok a ien sich
wei e o se zen wü de und in eine Wel libe ale Demok a ien siche hei spoli-
ische Belangekeineg oße Rolle meh spielen wü den, da Demok a ien keine
K iegegegeneinande üh en wü den.⁹In de Übe gangszei wü den die USAals
einzig e bleibendeSupe mach als Anke de neuen libe alen Wel o dnung un-
gie en und einen Pax Ame icana gewäh leis en. Dassdem Wel polizis en ü diese
9Imme noch maßgeblich is hie Doyle (1983).
374 Ma iasKumm
Zweckep ä oga i e Mach zuges anden we den muss e und en sp echend au Re-
o mans engungenhinsich lich de globalen Siche hei sa chi ek u e zich e
wu de, schien e e ba zu sein.
Dieses Kalkül ha sich als ehle ha e wiesen. Sei 2008 nimm die Anzahlli-
be ale Demok a ien wel wei ab,wäh end au o i ä e Regime sich als ela i e s abil
und zum Teil auch, was die En wicklungde na ionalenWi scha anging,als e -
olg eich e weisen. Wäh end gleichzei igwes liche Volkswi scha en on Finanz-
k isen e schü e we den undehe anämisches Wachs umau weisen, is inzwi-
schen in den USA, wie auch in Teilen Eu opas,die libe ale Demok a ie keine
Selbs e s ändlichkei meh .Und die Außenpoli ik de USAkann schon langenich
meh als e lässliche Anke ü eine libe ale in e na ionale O dnung gedeu e
we den. Die Ve bindung on s a k mili a isie e ,s a k mo alisie e ,o illega-
le und spek akulä e olglose In e en ionspoli ik üh un e ande em zu e -
b ei e en Ressen imen s, die global den Boden ü einen neuen We bewe b on
G oßmäch en be ei e en.
Um diese Dynamike was en gegenzuse zen und die Kons i u ionalisie ung de
in e na ionalen Rech so dnung o anzu eiben, sollen hie nu d ei o ensich liche
Eckpunk ezen ale Re o menku z genann we den.Sie e geben sich ausde
obigen Analyse p ä oga i e Mach und sind ollkommen uno iginell. Jede diese
Punk e läss sich mi einem wei en Spek um an Vo schlägen konk e isie en.
E s ens muss de UN-Siche hei s a endlich so e o mie we den, dass e e-
p äsen a i e wi d, und die Ausübung des Ve os,wenn es übe haup Bes and haben
soll, maßgeblich p ozedu al eingeheg und inhal lich beg enz wi d. Was das Ve o
angeh ,beginnen die Vo schlägedami ,A .27Abs.3 de UN-Cha e ein ach e ns
zu nehmen, ans a die Vo sch i ,wie bishe ,zuigno ie en: Diesem A ikel zu olge
kann ü iele En scheidungendes UN-Siche hei s a es einePa ei kein Ve o ein-
legen, wenn sie Gegens and des Ve ah ens is .Wei e hin geh es um die Re i ali-
sie ung de Rolle de Gene al e sammlungun e de „Uni ed o Peace Resolu ion“
(Resolu ion GV A/RES/ 377 (V) om3.No embe 1950), mi de Inno a ion eine Be-
g ündungsp lich sei ens des Ve o einlegenden S aa eseinzu o de n (Resolu ion GV
A/RES/ES-11/1 om2.Mä z 2022).Schließlich gib es A gumen e, un e bes imm en
Vo ausse zungen ein willkü lich eingeleg es Ve o als nich igund dahe ech lich
unwi ksam zu e klä en (so z.B. Pe e s 2009).
Zwei ens soll in Zukun die Ju isdik ion des IGHs und auch des IS GHs nich
wie zu zei onde Zus immung de jeweiligenS aa en abhängen. Wenn es um die
Ve le zung ong undlegenden No men de in e na ionalen O dnung geh ,kann es
nich sein, dass sich ein e le zende S aa da au be u ,de Ju isdik ion des IGHs
nich zuges imm zu haben. Zudem:We als pe manen es Mi glied und Ve o-Ak eu
im UN-Siche hei s a besonde e Ve an wo ung äg , muss ü seine Ak ionenauch
„Making he Wo ld Sa e o Democ acy“375
de in e na ionalen Gemeinscha gegenübe ech lich zu Ve an wo unggezogen
we den können.
D i ens muss die nuklea e Ab üs ung globale P io i ä gewinnen. Nuklea e
Wa en siche n keinen F ieden du ch gegensei igeAbsch eckung, sie machen den
We bewe b um p ä oga i e Mach o ene und ge äh liche .Ganz konk e spielen
heu e im Uk ainek ieg A omwa en einemaßgebliche Rolle. Die In asion de
Uk aine is nu un e Bedingungendenkba ,indenen Russland mi de nuklea en
Eskala ion d ohen kann. Wei e hin gib es nu deswegen,jeden allszu zei ,keine
unmi elba emili ä ische In e en ion de NATO in den Kon lik ,weil die NATO die
D ohungde nuklea en Eskala ion e ns nimm .Nuklea wa en haben den K ieg
e möglich ,ih e Exis enz mach ein baldiges Ende unwah scheinlich, wäh end
du ch sie gleichzei ig ein egionale Kon lik die gesam e No dhalbkugel, wenn
nich die gesam e Menschhei ,ge äh de .Die d eipolige geos a egische Si ua ion,
die dynamische echnologische En wicklungdes abilisie ende Wa ensys eme in
einem Kon ex demog a isch-wi scha lich beding e Mach e schiebungen, e -
höh die Wah scheinlichkei onFehlkalkula ionen und Miss e s ändnissen und
mach ein neues, einige maßen belas ba es,Gleichgewich des Sch eckens un-
wah scheinlich. Gleichzei igsindalle de Au üs ungsspi ale G enzen se zenden
Ve einba ungen ausdem Kal en K ieg ode de Zei danach nich meh inK a : Die
Ve einig en S aa en haben den wich igen ABM-Ve ag schon 2002 einsei ig ge-
kündig , den Mi els ecken ake en be e enden Ve ag (INF-Ve ag)haben die
USAimJanua 2019 gekündig , und die Russen haben im Feb ua 2023 mi dem
„New S a “-Ve ag den le z en noch e bleibendenVe ag ausgese z .
5Eine kons i u ionalis isch-sup ana ionale
O dnung: Un ealis ische und
demok a ie heo e isch agwü digeU opie
ode ealisie ba es demok a isches Gebo ?
Die obigeAnalyse ha au gezeig , wie wenigdie exis ie ende Rech so dnung ge-
eigne is ,die Wel ü Demok a ien siche zumachen und de Menschhei kollek i e
Siche hei zu ga an ie en. Eine „ ealis ische“Analyse leg zunächs nahe, diesen
Sach e hal mi dem Hinweis au die a sächlichen Mach e häl nisse zu e klä en
und als unabände ba hinzus ellen: Mäch igeS aa en wie Russland, Chinaode die
USAhaben eben ein ach kein In e esse da an, die ech lichen Vo ausse zungen ü
die Ausübung p ä oga i e Mach zu un e g aben.Sie we den keine Ve ände ung
de UN-Cha e zus immen, die das Ve o ech im UN-Siche hei s a abscha , sie
376 Ma iasKumm
we den wede dem IS GH bei e en ode sich allgemein dem IGH un e we en und
seine Ju isdik ion ane kennen, noch we den sie ih e p i ilegie e Posi ion hin-
sich lichih es A omwa ena senals zu Disposi ion s ellen. An diese A gumen a-
ion is e was d an: Es is imme schwie ig,ineinem Sys em Re o mengegen die
mäch igs en Ak eu edu chzuse zen. Abe diese A on „ ealis ische “Be ach ung
g ei dennoch zu ku z. Im na ionalen Kon ex is die Geschich e oll one olg-
eichen ans o ma i enVe ände ungen auch gegendie mäch igs en, omS a us
quo p o i ie enden, Ak eu e, onde F anzösischen Re olu ion bis hin zu Theodo e
Roose el s „ us bus ing“im spä en 19.Jah hunde in den USA. Wenn ein bes e-
hendesSys emden In e essen de meis en Menschenun e seine Au o i ä o -
ensich lich nich dien , de Appell zu Re o menimme wiede e hall , ohne dass
sich e was Wesen liches ände , ich e sich de Blick au die bes ehenden S uk-
u en und die F agenach den G undlagen ih e Legi imi ä auch au . T ans o -
ma i e P ozesse gehen einhe mi de Delegi imie ung de den S a us quo e an-
ke nden Legi ima ionsna a i e.
Im In e na ionalen Rech is die Posi ion de G oßmäch e wei gehend geschü z
du ch ein Legi ima ionsna a i , demzu olgeIn e na ionales Rech im Wesen li-
chen au de Zus immung de jeweils zu e p lich enden sou e änen S aa en be-
s eh .Wenn die G oßmäch e sich nich de Ju isdik ion eines Ge ich s un e we en
wollen, dann ha das Ge ich eben keine Ju isdik ion. Wenn sie keinem nuklea en
Ab üs ungs e ag zus immenwollen, dann können sie eben ih e A omwa en
behal en. In de demok a ie heo e isch ange eiche en Va ian e dieses Na a i s,
is Legi imi ä au s aa liche Ebene dadu ch gesiche ,dass ein Volk sich eine
Ve assung gib und sich in dessen Rahmen demok a ische selbs bes imm egie .
In e na ionales Rech is legi im, inso e nesau die Zus immung de jeweils du ch
das Rech gebundene S aa en be u en kann.
Dieses Legi ima ionsna a i abe s eh nich nu ineinem Spannungs e -
häl nis zu undamen alen No mende in e na ionalen Rech so dnung, die neben
Ve ägen,eben auch Völke gewohnhei s ech und allgemeine Rech sp inzipien als
Rech squellen ane kenn .Das Na a i is auch demok a ie heo e isch ehle ha .
Die Legi imi ä des S aa esund seine e assungs ech lichen O dnunghängen
nich nu da onab, wie sie in e n e ass sind. S a dessen is es eine Vo ausse -
zung ü die Legi imi ä na ionalen Ve assungs ech s, dass es au angemessene A
und Weise in ein en sp echend s uk u ie es Sys em in e na ionalen Rech sein-
gebe e is .¹⁰Es is eine de Haup zwecke des In e na ionalen Rech s, die Bedin-
gungen zu de inie enund zu scha en, un e denen S aa enlegi ime weise Sou e-
äni ä gel end machen können, ohne ande e sou e äneS aa en in ih en Rech en zu
10 Fü eine aus üh licheBeg ündungsiehe Kumm (2013).
„Making he Wo ld Sa e o Democ acy“377
e le zen. Kein S aa ha ein Rech ,sich Ins i u ionen und Mechanismen zu en -
ziehen, die siche s ellen, dass sie nich ande e S aa en dominie en und ih e Rech e
e le zen. S aa en s ehen un e eine allgemeinen P lich , ein Sys em in e na io-
nalen Rech szu ö de n und au ech zue hal en, das einesolcheFunk ion e üllen
kann. Dies is nich nu ein leich nachzu ollziehendes Ge ech igkei spos ula .Das
e gib sich auch ausP inzipien, die dem libe al demok a ischen Ve assungss aa
und dem In e na ionalen Rech nach 1945zug unde liegen.Diese P inzipien sind im
In e na ionalen Rech zwa abs ak ane kann , abe de en Implika ionen zum Teil
nich oll in ins i u ionellen A angemen s und ane kann en Dogmenkonk e isie .
Dami is das gegenwä igein e na ionale Rech gekennzeichne du ch ein ech s-
in e nes Spannungs e häl nis zwischen solchen Rech sp inzipien und einzelnen
konk e en ins i u ionellen A angemen s und Dogmen. Gleichzei ig is ein solches
Spannungs e häl nis G undlage ü eine p og essi e Fo en wicklungdes Rech s
du ch en sp echende in e p e a i e Ans engungen (Kumm 2019).
Wenn behaup e wi d, dass die exis ie ende Rech so dnungnun mal die Ju-
isdik ion onGe ich en übe S aa en on de Zus immung de S aa en abhängigis ,
ode wenn behaup e wi d, dass de UN-Siche hei s a nun malein Ve o ech an-
e kenn , is das zwa nich alsch,abe iel zu ein ach. Es gib eine Vielzahl an
in e p e a i enMöglichkei en ü das in e na ionale Rech ,sich in Rich ung eine
wei e gehenden Kons i u ionalisie ung und Einsch änkung p ä oga i e Mach zu
en wickeln, um dami das Ve häl nis zwischen abs ak ane kann en P inzipien
und konk e egel ö migen ins i u ionellen A angemen s und Dogmen zu en -
spannen. Dami das geschieh ,müss en solche In e p e a ionen abe du ch die in-
e na ionale Gemeinscha –die g oße Meh hei de S aa en –bewuss e olg und
un e s ü z we den. Oben habe ich nu au einige solche Möglichkei en und En -
wicklungen e wiesen.
Es is kein Zu all, dass ielleich die wich igs en s uk u ellen Inno a ionen im
In e na ionalen Rech sei dem Ende des Kal en K ieges Rech onde Meh hei de
S aa en, abe ohne Un e s ü zungund wei gehend gegenden Willen de G oß-
mäch e e olg e: Die E ablie ung des IS GH gelang un e de Füh ung eine Koali ion
gleichgesonnene S aa en, zu denen Russlandund China nich gehö en und die USA
auch nu eine pe iphe e Rolle spiel en. Ebensoambi ionie is de Ve such eine
wei en Koali ion onS aa en, die A ommäch edu ch Ve einba ung des A omwa -
en e bo s e ages¹¹ un e D uck zu se zen und ih e Ve p lich ung un e A .VI
des Ve ages übe die Nich e b ei ung on A omwa en (NPT-Ve ag)nachzu-
11 De A omwa en e bo s e ag e bie e En wicklung, P oduk ion, Tes , E we b, Lage ung,
T anspo , S a ionie ungund Einsa z onKe nwa en und and bei seine Adop ion die Un e -
s ü zung on 122S aa en, da un e abe keine Nuklea mach . Am 22. Janua 2021 a de Ve ag in
K a .
378 Ma iasKumm
kommen, in edliche Absich Ve handlungenu.a.übe nuklea e Ab üs ung zu
üh en. Es is eine Schande deu sche und eu opäische Poli ikaus alsch e -
s andene Loyali ä gegenübe den USA –mi de löblichen Ausnahme de Nie-
de lande als einzigem NATO-S aa –da au e zich e zu haben, übe haup am Tisch
zu si zen,als de A omwa en e bo s e ag e handel und dann mi 122S immen
angenommenwu de. Die Pa izipa ion wenigs ens an den Ve handlungen, wenn
auch ielleich nich gleich die Ra i ika ion des Ve ages, wä e ein Mi el gewesen,
auch de a oma en Schu zmach gegenübe zu demons ie en, dass die Teilnehme
es beg üßen wü den, wenn die A ommäch e ih e Ve p lich ung ausA .VIdes NPT-
Ve ages nachkämen. Es is auch wenig iel e sp echend, dass ein E eignis wie die
UNO-Kon e enz zu Übe p ü ung des A omwa enspe e ags,die im Augus 2022
wiede einmal zu Ende gegangenis ,ohne die Ve einba ung e bindliche nächs e
Ab üs ungssch i e und ohne dass die Pa eien sich au eine gemeinsame Ab-
schlusse klä ung haben einigen können (Uni ed Na ions 2022), nu seh beg enz
Au me ksamkei in de Ö en lichkei inde und nich zum K is allisa ionspunk
ü ö en licheDiskussionen und Demons a ionen wi d.
Eine globale Ö en lichkei ,ge agen oneine wachen globalen Zi ilgesell-
scha ,die eine g oße Meh hei onS aa en mobilisie ,kann zusammen mi eine
p og essi enIn e p e a ion bes ehenden Rech s eine maßgebliche Rolle, ü die
wei e gehendeKons i u ionalisie ung de in e na ionalen O dnungund eine Be-
g enzungp ä oga i e Mach spielen. Solangedies un e bleib ,bleib die in e na-
ionaleRech so dnungs uk u ell de izi ä und die Wel –nich nu ü Demo-
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