S ee en, Paul
A icle
Hil e, Handel und En wicklung
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: S ee en, Paul (1964) : Hil e, Handel und En wicklung, Schmolle s Jah buch ü
Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol.
84, Iss. 6, pp. 675-690,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.6.675
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Hil e, Handel und En wicklung
Von Paul S ee en, Ox o d*
Die poli ischen Spannungen de Gegenwa e lau en wie die ie
Himmels ich ungen: Os -Wes und No d-Süd. G oß sind die P o-
bleme, mi denen sie uns kon on ie en. An e s e S elle s eh siche
die Au gabe, den A omk ieg zu e hinde n. Abe kaum wenige
d ingend is die No wendigkei , eine E wei e ung de Klu zwischen
den eichen und a men Na ionen in den nächs en Jah zehn en zu
e hinde n. Denn es is une äglich unid ge äh lich^ daß zwei D i el
de Wel be ölke ung in einem Zus and e bä mliche A mu leben
müssen, wäh end sich de Res übe P obleme des Übe lusses und
de Übe schiußp oduk ion den Kop ze b ich .
Im „(En wicklunigsjah zehn " de Ve ein en Na ionen wi d das be-
scheidene Ziel anges eb , in den a men Lände n die Ra e des jäh -
lichen Wi scha swachs ums bis 1970 so zu e höhen, daß do gegen
Ende des Jah hunde s de Lebenss anda d doppel so hoch is wie
gegenwä ig. Eine E höhung de jäh lichen Wadis ums a en on ge-
genwä ig 3,5 % au 5
®/o
bis zum Jah e 1970 wü de in diesen Län-
de n bei eine jäh lichen Be ölke ungszunahme on 2 bis 3
°/o
eine
E höhung des P o-Kop -Einkommens on de zei 25 £ au 50 £ nach
35 Jah en e möglichen. Handel und Hil e können dazu bei agen,
dieses Ziel im Rahmen in e na ionale Koope a ion zu e eichen.
Hil e
Leide wi d zu Zei eine sachliche Diskussion übe die Chancen
de En wicklungshil e schon du ch auße o den lich e wi ende Be-
echnungsme hoden seh e schwe . Geschenke und Anleihen de e -
schiedens en A we den zusammengezähl ; die Summe diese Mi-
schung wi d au das Volkseinkommen bezogen, und das E gebnis
diese willkü lichen Be echnung dien dann dazu, die Bei äge de
e schiedenen en wickel en Lände mi einande zu e gleichen. Häu-
ig wi d in diesem Zusammenhang die Fo de ung au ges ell , jene
* Die Übe se zung aus dem Englischen beso g e Hans H. Lechne , Be lin.
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676 Paul S ee en
Bei äge on gegenwä ig 0,7 °/o au 1 °/o des jeweiligen Volkseinkom-
mens zu e höhen1.
Dieses gegenwä ig zu beobach ende Du cheinande bei de Be-
echnung des jeweiligen Um angs de En wicklungshil e: die wahllose
Addie ung on K edi en in weiche und in ha e Wäh ung, on
ku z is igen und lang is igen, gebundenen und ungebundenen An-
leihen zu komme ziellem und sub en ionie em Zins und on eien
Geschenken, wobei dann noch nich einmal die Be echnungsme hoden
de einzelnen Lände die gleichen sind, e schleie den a sächlichen
Um ang de geleis e en En wicklungshil e.
Um ihn ich ig zu e mi eln, müß e om jeweiligen We alle
A en on En wicklungshil e de diskon ie e Gegenwa swe de
Tilgungen abgezogen we den, wobei de Zins uß zu Diskon ie ung
benu z we den soll, de die al e na i en Ve wendungen de lang-
is igen ö en lichen Anleihen anzeig 2. Au diese Weise wü den alle
A en de En wicklungshil e au ih en a sächlichen We als eines
Geschenk (ode Sub en ion) zu ückge üh . Je länge beispielsweise
eine Anleihe läu , je nied ige sie zu e zinsen und je spä e sie zu
ilgen is , um so g öße wä e in eine solchen Anleihe bei diese Be-
echnung das Hil selemen . Es is na ü lich nich leich , den ü diese
Be echnung ich igen Zins uß he auszu inden. Is es de einheimische
landesübliche Zins, de Ma k zins ü Auslandsanleihen, ode is es
de Zins, den p i a e In es o en e langen wü den, wenn sie im
Ausland in es ie en? Je nachdem wä en un e schiedliche Zinssä ze
zug unde zu legen* wobei de en Höhe on 5 bis 10 a iie en kann.
In Anbe ach de Un ollkommenhei des in e na ionalen Kapi al-
ma k es we den die Op e des Gebe s und de Nu zen des Emp än-
ge s un e schiedlich g oß sein. Audi aus diesem G und sind, je nach-
dem, ob das Op e des Gebe s ode de Nu zen des Emp änge s e -
mi el we den soll, un e schiedliche Zinssä ze eine solchen Be ech-
nung zug unde zu legen.
Eine de a ige Neube echnung des Um angs de En wicklungshil e,
welche die eigen liche Hil e sich ba mach , wü de die bishe ange-
gebenen Zahlen be äch lich eduzie en. Alle dings wü den die ein-
zelnen Lände un e schiedlich da on be o en we den. 1962 bei-
spielsweise kämen die Ve einig en S aa en om d i en Pla z au den
zwei en, Deu schland wü de om ün en Pla z (nach Po ugal,
F ank eich, USA, G oßb i annien) au den d i en Pla z (nach F ank-
eich und den USA) o ücken, wäh end G oßb i annien on de
1 Wäh end des Ma shallplans gaben die USA Auslandshil e in Höhe on 2
%>
ih es Volkseinkommens.
2 Vgl. John A. Pincus: The Cos o Fo eign Aid. In: The Re iew o Economics
and S a is ics (1963). S. 361.
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Hil e, Handel und En wicklung 677
ie en S elle au die ün e käme (Po ugal u sch om e s en au
den ach en Pla z). Dabei wü de sich e ne e geben, daß die Bundes-
epublik nich 0,59
°/o
des B u osozialp oduk s gegeben ha , sonde n
be äch lich wenige , nämlich 0,27%; im Du chschni alle OECD-
Lände wü de diese An eil on 0,82 °/o au 0,52 °/o sinken. Wi übe -
eiben alle nich nu , wi übe eiben auch no-ch in un e schied-
lichem Um ang.
Die E gebnisse diese eigen lich doch ech ge ingen Hil e haben
den E wa ungen nich en sp ochen. In ielen Emp änge lände n
sind die emp angenen Mi el e schwende o/de zu Finanzie ung
on K iegen umd eindlichen Handlungen gegenübe dem Gebe de
Hil e ode seinen Alliie en e wende wo den. Die poli ische Re-
ak ion in den 'Gebe lände n wa ande e sei s nich wenige alsch.
Die ich ige An wo au Liede lichkei , Ve schwendung und Feind-
seligkei is nich die Ve inge ung de Hil e ode ih e Bindung an
poli ische Au lagen (wie das de ame ikanische Kong eß ge an ha ).
Vielmeh is in solchen Fällen die En wicklung eine in eg ie en
S a egie am Pla ze, in de die Hil e mi ande en Maßnahmen zu
Siche ung des gewünsch en E olges de En wicklungshil e kombi-
nie wi d.
Eine de a ige S a egie hä e olgendes zu beach en:
1. En wicklungshil e muß au de G undlage eines e nün igen
in e na ionalen Handels- und Zahlungssys ems gewäh we den. Hil e,
die gegen ein solches Sys em ankämp en muß, wi d wah scheinlich
nu zlos e pu en, zu Ve schwendung üh en und F ik ionen e -
u sachen.
2. Hil e da nich zu g oße und wachsende Ve schuldung üh-
en. Die gegenwä ige En wicklung, daß die En wicklungslände hohe
und s eigende An eile ih e Expo e löse zu Bedienung on Schul-
den e wenden müssen, is ge äh lich. P o ek ionis ische Maßnahmen
d ohen iel om Nu zen de Hil e zunich e zu machen.
3. Hil e da keine Zahlungsbilanzschwie igkei en ü die Gebe -
lände he au beschwö en ode e g öße n. Es wi d e such , du ch
Bindung de Hil e diese on den P oblemen de Zahlungsbilanz zu
lösen, und es gib Vo schläge ü gene elle Maßnahmen au dem Ge-
bie de in e na ionalen Liquidi ä , welche die Zahlungsbilanzp o-
bleme on de En wicklungshil e ennen sollen. Maßnahmen, wie
die Bindung de En wicklungshil e ode — in K isen ällen — ih e
He abse zung, e minde n abe den We de gegebenen Hil e und
sind mögliche weise nu zlos. Bindung wie Reduzie ung haben un e
Ums änden einen Rückgang de eien Expo e löse zu Folge. Mail
könn e soga a gumen ie en, daß Kü zungen de Auslandshil e die
Zahlungsbilanizschwie igkei en de Gebe lände nich nu nich e -
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minde n, sonde n im Gegen eil noch e g öße n. Abe selbs wenn
diese Kü zungen die Zahlungsbilanzlage de Gebe lände e besse n
soll en, so e inge n sie doch den Nu zen ü die Emp änge lände .
4. Hil e soll mi den En wicklungsplänen de Emp änge lände
de a e bunden we den, daß sich diese au eine Fo se zung de
Hil e e lassen können. Müß en sie eine Eins ellung ode Kü zung
de Hil e be ü ch en, dann wü de die Wi ksamkei de Hil e beein-
äch ig , auch wenn sie nich a sächlich einges ell wi d.
5. Hil e soll au jene Lände konzen ie we den, die o aus-
sich lich den bes en Geb auch on ih machen; sie soll mi echnische
Hil e e bunden sein.
6. An de Au b ingung de Hil e sollen sich alle Gebe lände in
angemessenem Um ang be eiligen; die Emp änge lände müssen sich
bewuß we den, daß sie zu gegebene Zei eben alls Gebe lände
we den. Aus de Hil e soll Zusammena bei en s ehen.
Insbesonde e soll en Nahmngsmi elübe scbüs&e des eichen No -
dens in die a men Lände gelenk we den. Dabei da jedoch die
Fähigkei de Emp änge lände , ih e eigene Landwi scha zu en -
wickeln, nich beein äch ig we den und auch keine S ö ung de
be ei s bes ehenden Ve so gungsm-öglichkei en ü Nah ungsmi el
ein e en. Auße dem muß die Las diese Hil e on den e schiede-
nen nah ungsmi ele zeugenden und nah ungsmi elimpo ie enden
eichen Lände n in angemessenem Ve häl nis ge agen we den. Es is
ich ig, daß du ch diese Bedingungen die Aus üh ung de P og amme
„Nah ung ü den F ieden" komplizie e wi d. Auch ande e P o-
bleme en s ehen, wie z. B. die Scha ung on Lage kapazi ä en ode
die F age des Ausgleichs zwischen den e schiedenen A en de Übe -
schußp oduk e und den Lebensmi ela en, die on den schlech - und
un e e näh en Völke n benö ig we den und akzep ie ba sind. Abe
diese Schwie igkei en we den häu ig g öße da ges ell , als sie es sind.
Die Au gabe, die Nah ungsmi elübe schüsse des No dens an die
un e - ode schlech e näh en Völke des Südens zu e eilen, ohne
all die ü ch e lichen Konsequenzen he au zubeschwö en, mi denen
no male weise solche Ak ionen im Geis e beglei e we den, kann die
geis igen Fähigkei en de Menschhei wohl kaum übe o de n.
Besonde s in e essan sind Pläne, welche eine E höhung de in e -
na ionalen Liquidi ä mi eine En wicklungshil e e binden. Diese
Pläne, wie e wa jene , de kü zlich on Maxwell
S amp
en wo en
wu de, sollen die aus Fu ch o Zahlungsbilanzschwie igkei en mög-
liche weise nich oll ausgenu z en P oduk ionsk ä e de eichen
Lände den En wicklungslände n nu zba machen. Zu diesem Zweck
soll eine neue A on in e na ionalen Zahlungsmi eln gescha en
und den En wicklungslände n zu Ve ügung ges ell we den. Diese
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Hil e, Handel und En wicklung 679
können dami Impo e aus allen Lände n bezahlen, die be ei sind,
diese Wäh ung en gegenzunehmen. Die geldschöp enden Ins anzen
hä en dabei au eine Reihe on e schiedenen Fak o en Rücksich
zu nehmen, beispielsweise au die e ms o ade de a men Lände
ode das Ni eau de Nach age und de Beschä igung in den eichen
Lände n. Da eine De la ion im No den und sich e schlech e nde
e ms o ade im Sii/den o nebeneinande he gehen, wi d es no -
male weise jedoch kaum schwie ig sein, den ich igen Zei punk ü
eine de a ige Geldschöp ung zu inden.
Gegen Pläne diese A sind na ü lich eine Reihe Einwände denk-
ba . So könn e man einwenden, daß En wicklungshil e nich on
Konjunk u einb iichen in eichen Lände n abhängig sein soll und
daß En wicklungshil e nich mi den P oblemen de Lei wäh ungen
(P und und Dolla ) e knüp we den soll, da die En wicklungs-
lände mi den e hal enen Be ägen nich unbeding ame ikanische
und b i ische P oduk e kau en. We den abe die Be äge ü Ein-
käu e in den Expo übe schußlände n e wende , dann bleib das
S e ling- ode Dolla -P oblem wei e hin ungelös . Abe solche Ein-
wände zeigen nu , daß de Plan on Maxwell
S amp
nich alle P o-
bleme lös , daß ielmeh zusä zliche Hil e au G und ande e P in-
zipien gegeben und die disp opo ionale Ve eilung de in e na iona-
len Liquidi ä auch mi ande en Mi eln bekämp we den muß. Die
K i ik minde nich die Vo züge eines Planes, de die En wicklungs-
hil e mi eine Ve besse ung de in e na ionalen Liquidi ä e bin-
de , ohne die Ve schuldung zu e höhen.
Eine ande e iel disku ie e F age is die F age de Bindung de
En wicklungshil e. Soll die En wicklungshil e an die Au lage gebun-
den we den, nu aus bes imm en Wäh ungsgebie en, nu on be-
s imm en Indus ien in un e beschä ig en Regionen zu beziehen ode
nu zu Finanzie ung bes imm e P ojek e in den En wicklungslän-
de n e wende zu we den? Vom S andpunk de En wicklungslände
is die Hil e o ensich lich dann am g öß en, wenn sie öllig unge-
bunden gegeben wi d — es sei denn, daß die Au lagen das Risiko
de Ve schwendung e inge n. Abe dies is im allgemeinen nich
die Al e na i e. Die F age lau e in Wi klichkei no male weise so:
Wie iel wenige En wicklungshil e soll gegeben we den, dami die
gebundene Hil e e inge wü de, bzw. wie iel meh Hil e lohn es
sich noch zu emp angen, wenn da ü zusä zlichen Hil sp og ammen
Bindungen au e leg we den?
Ein Vo eil de
p ojek gebundenen
Hil e lieg scheinba da in, daß
die Chancen eine sinn ollen und wi ksamen Ve wendung g öße
we den. Abe o üg de Schein. Es is zwa du chaus möglich,
daß die Emp änge lä de um Hil e zu Finanzie ung de wi klich
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wich igen P ojek e e suchen. Das heiß abe nich , daß sie ohne En -
wicklungshil e nich du chge üh wü den. Jede Hil e, welche an ein
höchs d ingliches P ojek gebunden is , se z in den Emp änge län-
de n Mi el ei, die imme noch e schwende we den können. Es
is nach alledem keine Ga an ie geigen Ve schwendung, daß die Ve -
gabe bes imm e Geldsummen mi bes imm en Au lagen e sehen
wi d. Da übe hinaus ha de Fall Indien gezeig , daß eine P ojek -
hil e ohne angemessene ei e ügba e Be äge dann au Schwie ig-
kei en s öß , wenn bes imm e heimische Lie e ungen benö ig we den,
die ih e sei s abe Impo e on Rohs o en, E sa z eilen usw. o aus-
se zen. Be äch liche Summen können in ungenü z en Kapazi ä en
und nich e wendba en Fonds e schwende we den, wenn die Hil e
eie Hil e gekau we den können.
De Vo eil eine Bindung de Hil e an die Wäh ung des Gebe -
landes schein da in zu liegen, daß keine Zahlungsbilanzschwie igkei-
en en s ehen. In Wi klichkei is das abe nu dann ein Vo eil, wenn
die Einkäu e de En wicklungslände au G und de emp angenen
Hil e nich e wa an die S elle ühe e Impo käu e e en und so die
Expo e löse des Gebe landes e inge n. Von Nach eil is diese ge-
bundene Hil e dann, wenn de Emp änge höhe e P eise zahlen ode
schlech e e P oduk e abnehmen muß als bei eiem Einkau . Ein
Beispiel hie ü is das b i ische Angebo an Indien im Jah e 1963,
En wicklungshil e in Fo m on Lie e ungen de un e beschä ig en
b i ischen S ahlindus ie zu geben, de en P eise abe um nich we-
nige als 30%> übe den Angebo en de Konku enz lagen. Schließ-
lich wi d an de Bindung de Hil e an Bezüge aus dem Gebe land
k i isie , daß sie do die no wendige Anpassung de P oduk ion an
die om s ä ke en in e na ionalen We bewe b ausgehenden S uk-
u e ände ungen e hinde e. Dies is in de Ta denkba . Gegen
diesen Einwand muß abe gesag we den, daß zei weilig un e beschä -
ig e Kapazi ä en und A bei sk ä e zu P oduk ion on Gü e n e -
wende we den können, die on den En wicklungslände n benö ig
we den und diesen dann geschenk we den können, ohne daß dami
ech e Op e au Sei en des Gebe landes e bunden sind.
Handel
Da die un e en wickel en Lände du ch in e na ionalen Handel
sechsmal meh an De isen einnehmen als du ch Hil e und Kapi al-
ein uh zusammen, kann das En wicklungsp obleim nich gelös we -
den, wenn nich sowohl das Volumen des in e na ionalen Handels de
En wicklungslände e höh als auch die e ms o ade e besse
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Hil e, Handel und En wicklung 681
we den. De beach liche T end in den ün zige und sechzige Jah en
in Rich ung au einen eie en und ex ensi e en in e na ionalen Han-
del blieb wei gehend au die eichen Na ionen besch änk .
Was können wi un, dami die a men Lände meh du ch Expo e
e dienen? Wi können e s ens unse e Nach age nach ih en P o-
duk en e höhen und ih Wachs um beschleunigen. Wi können zwei-
ens o allem die Disk iminie ungen des Expo es de En wicklungs-
lände au heben und in ölligem Gegensa z zu bishe igen P axis zu
ih en Guns en disk iminie en und sie e mu igen, zu unse en Un-
guns en zu disk iminie en. Wi können d i ens die Rohs o p eise
s abilisie en. Meis ens wi d on uns auch ge o de , unse e Land-
wi scha und unse en Be gbau nich meh zu schü zen und besonde s
jene Rohs o a en e meh nachzu agen, die je z in den en wickel-
en Lände n geschü z we den. Abe dies is besonde s s i ig.
Diese Punk e sollen im einzelnen be ach e we den:
1. Alles was die Nach age de o gesch i enen Indus iena io-
nen nach den P oduk en de En wicklungslände e höh und ih
Wachs um ö de , läß diese meh De isen e dienen. He sch in
eichen Lände n De la ion und S agna ion, dann können selbs e -
s ändlich auch die a men nich meh e dienen. Im Einzel all is
na ü lich schwe ziu sagen, nach welchen P oduk en die Nach age am
meis en s eigen wi d.
2. Wäh end wi gegenwä ig die Expo e de En wicklungslände
au e schiedene Weise disk iminie en, um sie zu behinde n, soll en
wi diese Disk iminie ungen en wede au heben odie besse , alls
möglich, so ausges al en, daß die Expo e de En wicklungslände ge-
ö de we den. Gegenwä ig be äg de An eil de En wicklungs-
lände am Wel handel nu 26%>. Eine E höhung dieses An eils um
nu wenige P ozen wü de die De iseneinnahmen diese Lände schon
be äch lich e besse n.
Die Disk iminie ung de Expo e de un e en wickel en Lände
e olg au e schiedene Weise. Die wich igs e Fo m is de Schu z
on Ag a - und Mon ane zeugnissen, die bei den Expo en de un e -
en wickel en Lände eine g oße Rolle spielen. Wi we den jedoch,
ganz im Gegensa z zu eine wei e b ei e en Ansich , sehen, daß
diese besonde e Fo m de Disk iminie ung ü die En wicklungslän-
de o eilha sein kann. Ein wei e es Beispiel de a ige Disk imi-
nie ungen is die Behinde ung de Ein uh a bei sin ensi e zeug e
Gü e , wie z. B. Ba/umwoll ex ilien nach G oßb i annien und den Ve -
einig en S aa en, du ch es ik i e Ve einba ungen mi den P odu-
zen en in Hongkong, Pakis an und Indien. Auße dem e heben wi
au e a bei e e Nah ungsmi el und Indus iep oduk e höhe e Zölle
als au Rohs o e. Au diese Weise e inge n wi den Expo hoch-
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682 Paul S ee en
we ige Gü e a<us En wicklungslände n und behinde n daimi de en
Indus ialisie ung.
Eine Abscha ung de Disk iminie ung on Baumwoll ex ilien und
Ju e wü de Lancashi e und Dundee in G oßb i annien Schaden zu-
ügen und auch in Deu schland beg ünde e In e essen e le zen.
Da ü lassen sich abe Indus iezweige au bauen, welche die on
den En wicklungslände n benö ig en Maschinen p oduzie en und die
in olge de e meh en Tex il- und Ju eimpo e eigese z en A bei e
abso bie en. Wie abe auch Umschulung und Waede beschä igung im
einzelnen o sieh gehen: Die wi scha liche Expansion de einzel-
nen Indus ielände soll e so geplan we den, daß ü seh iel meh
Impo e aus den a men En wicklungslände n Pla z is . Das gil ins-
besonde e ü Indus iep oduk e, weil de en Bedeu ung im wei e en
Ve lau de En wicklung und Indus ialisie ung ü diese En wick-
lungslände g öße wi d. G oßb i annien ha gegenübe den En wick-
lungslände n s e s eine iel libe ale e Impo poli ik be ieben als
Ame ika ode die kon inen aleu opäischen S aa en. Dies da nun
abe nich , wie das gelegen lich geschieh , als Vo wand dienen, nich
noch meh zu un. Und die kon inen aleu opäischen S aa en soll en
e ns ha da angehen, ih e Mä k e den Halb- und Fe igwa en de
En wicklungslände zu ö nen. Sp echen gewich ige G ünde ü die
Beibehal ung de Zölle au Impo e aus En wicklungslände n, dann
soll e wenigs ens ih E ag diesen Lände n eilweise ode ganz zu-
gu e kommen. So wä en bes imm e Schu z- ode Finanzzölle au Gü-
e mi p eisunelas ische Nach age, wie beispielsweise Tee, Ka ee
ode Kakao, gleichzei ig auch zu Hil e zu benu zen.
Die Au hebung bes ehende Disk iminie unigen genüg abe noch
nich . So könn e das E ziehungszolla gumen de ges al e wei e
we den, daß jungen, sich en wickelnden Indus ien P ä e enzen und
jungen, sich en wickelnden Expo indus ien Sub en ionen gewäh
we den. P oduk e mi nied igen Kos en, wie Baumwoll ex ilien, wä-
en bei eine Au hebung des Zollschu zes du chaus konku enz ähig
mi den en sp echenden P oduk en de en wickel en Indus ielände .
Abe komplizie e P oduk e, wie e wa Leich maschinen ode Radios,
müß en gegenübe Impo en ähnliche Gü e aus eiche en Lände n
geschü z we den. In E gänzung hie zu muß Ma k o schung be ie-
ben we den. Auch sind e schiedene Maßnahmen zu Absa z ö de ung
nö ig, selbs wenn heimische In e essen da un e zu leiden haben.
Eine wei e e Fo m de Disk iminie ung zuguns en de un e en -
wickel en Lände — besse gesag — zu unse en Unguns en wä e die
An egung und Fö de ung de Bildung egionale Wi scha sgemein-
scha en on En wicklungslände n, die unse e Indus iep oduk e dis-
k iminie en wü den. Eine solche In eg a ion wü de den Au bau und
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Hil e, Handel und En wicklung 689
S ellung de Menschen zu A bei und Leben. Nehmen Hil e und Han-
del au diese Ve bindung keine Rücksich , wi d Ve schwendung die
Folge sein.
Die Abs immung on Hil e und Handel au die e o de lichen
Ände ungen de Ins i u ionen und de menschlichen Ve hal enswei-
sen begegne poli ischen Schwie igkei en, und sich da übe kla zu
we den, welche A diese Ve ände ungen sein soll en, s öß au Hin-
de nisse in ellek uelle A . Abe wenn wi das Schwe gewich unse e
Hil e nich on de Be ei s ellung on P oduk i k ä en au die He -
bei üh ung gesellscha liche Ände ungen e lage n, we den En -
äuschungen nich ausbleiben. Die Ein üh ung on Ins i u ionen und
Ve hal ensweisen, welche die En wicklung ö de n, is genauso wich-
ig wie de Expo on Gü e n und Diens leis ungen. Sons is
unse e Mild ä igkei nu eine Ve legenhei slösung, mi de wi allen-
alls unse Gewissen be uhigen, nich abe den En wicklungslände n
iel hel en können. Die Ve knüp ung de Hil e mi Bedingungen,
wie Ein üh ung wi ksame Me hoden de Gebu enkon olle, Boden-
e o m, Ände ungen in de E ziehungss uk u ode In eg a ion
g öße e Regionen, wü de gewiß als Neokolonialismus und Neoimpe-
ialismus e sch ien we den. Diese Vo wü e können zum Teil iel-
leich e mieden we den, indem die En wicklungshil e übe in e -
na ionale Ins i u ionen gelei e wi d. Abe auch dann noch müssen
die Gebe lände da au ach en, daß diese Ins i u ionen on Menschen
gelei e we den, die au Gebu enkon olle, Boden e o m, echnische
E ziehung und egionale In eg a ion bes ehen. De le z e P ü s ein
unse e Poli ik is ih e Wi kung au die Soizial e onm inne halb de
En wicklungslände , meh als i gendeine g ob e mi el e Quo e on
inanzielle En wicklungshil e und Volkseinkommen.
Obwohl die P inzipien de wi ksamen in e na ionalen Hil e, des
echnischen Beis ands und de Abscha ung on Handelshemmnissen
allgemein ane kann sind, s a en iele unse e Handlungen diese
P inzipien Lügen. Wi geben Hil e, abe wi binden sie o an den
Bezug eu e P oduk e und e langen einen gewinnb ingenden Zins.
Wi e klä en unse e Be ei scha , Kapi al und E ah ung zu Ve -
ügung zu s ellen, abe wi bo gen on den a men Lände n Kapi al,
ö de n die Repa iie ung unse es do angeleg en P i a kapi als und
die Rückkeh on Ve wal ungsbeam en, de en Pensionen die Lände
zahlen müssen, ü die sie nich meh a bei en. England ö ne
scheinba seine Mä k e ü Tex ilien, o de abe die P oduzen en
in Indien und Hongkong au , sich eiwillig Ve kau sbesch änkungen
au zue legen. In Deu schland dien die En wicklungshil e als e -
s eck e Sub en ion ü die heimische a bei sin ensi e Indus ie und
ü unp oduk i e Un e nehmen, die on Schu zzöllen am Leben e -
44 Schmolle s Jah buch 84,6
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690 Paul S ee en
hal en wenden. In England gib es ein Minis e ium ü echnische
Zusammena bei , abe ü 'En wicklungshil e in Fo m on Geschenken
un)d Anleihen is es nich zus ändig, und sein Lei e is ohne Kabi-
ne s ang3. Wi beklagen die Hohlhei des Übe lusses und e säumen
es, unse e wachsende Kapazi ä de P oduk ion on Gü e n zuzuwen-
den, die on den a men Na ionen benö ig we den.
Ein p ak isches Ak ionsp og amm muß on den Zielen des En -
wicklungsjah izehn s de Ve ein en Na ionen ausgehen, das eine
Ve doppelung de P o-Kop -Einkommen de a men zwei D i el de
Menschhei zum Ende dieses Jah hunde s o sieh . Es ha dann
so g äl ig We/ge au zuzeigen, au denen un e en wickel en Lände n
zei weilig die Diens e ähige Expe en, denen genug An eiz gebo en
wi d, zu Ve ügung ges ell we den können. Dazu müssen abe die
A bei sbedingungen in den eichen Lände n so geände we den, daß
de a ige Diens e s a wie bishe bes a , in Zukun belohn we -
den. Geschenke, Anleihen und echnische Hil e soll en un e einem
Minis e mi Kabine s ang koo dinie we den. Und die lang is ige
Wi scha splanung ode Wi scha slenkung de en wickel en Indu-
s ielände , wie sie im einzelnen auch imme ausgep äg sein mag,
muß einen g öße en und wachsenden An eil des Handels mi den
un e en wickel en Lände n o sehen und in die Wi scha spoli ik
einbauen.
3 Sei Am san i de Labou -Regie ung im Ok obe 1964 gib es ein Mini-
s e ium, das ü alle Fo men on Wi scha shil e e an wo lich is .
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