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Staat und Verwaltung vom Techniker gesehen. Versuch einer Systematik der Verwaltung als Funktionstheorie

Abstract

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Staat und Verwaltung vom Techniker gesehen. Versuch einer Systematik der Verwaltung als Funktionstheorie

Author: Wienecke, Carl
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1951
DOI: 10.3790/schm.71.4.65
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/290731/1/schm.071.4.065.pdf
Wienecke, Ca l
A icle
S aa und Ve wal ung om Technike gesehen. Ve such
eine Sys ema ik de Ve wal ung als Funk ions heo ie
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Wienecke, Ca l (1951) : S aa und Ve wal ung om Technike gesehen. Ve such
eine Sys ema ik de Ve wal ung als Funk ions heo ie, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung,
Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 71, Iss. 4, pp.
65-92,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/290731
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449] 65
S aa und Ve wal ung om Technike gesehen
Ve such eine Sys ema ik de Ve wal ung
als Funk ions heo ie
Von
Ca l Wienecke, Be lin
Inhal s e zeichnis: I. Wandlung de S aa sbe ach ung: S. 65. 1. analysie ende,
2. pa ielle, 3. syn hesie ende. — II. Scien i ic managemen ü We k ä igkei und
indus ielle Ve wal ung aus A bei ss udien: S. 74. 4. Objek — Tä igkei , 5. Tä ig-
kei — Subjek , 6. Objek — Subjek . — III. Sys ema ik de Ve wal ung: S. 81.
7. Me hode: Analyse — Syn hese. 8. Analyse: a) Objek : (1) inhal lich, (2) äum-
lich, b) Tä igkei : (1) A , (2) Wi kungsweise, (3) Zweck ich ung de Funk ionen,
c) Subjek : (1) ho izon al: Selbs e wal ung de bü ge lichen Rech ssphä e, kommu-
nale Selbs e wal ung, einzels aa liche, bundess aa liche, zwischens aa liche Ve wal ung,
(2) e ikal, 9. Syn hese: a) Welche Aem e ? b) Welche Zus ändigkei en?
c) Welche Bese zung? — IV. P axis: S. 86. 10. Ve gangenes: a) Obe s e S aa s-
behö den, b) nachgeo dne e Behö den, c) Selbs e wal ung und S aa sau sich ,
d) Reich und Lände . 11. Heu iges: a) F emde Ein lüsse, b) zen i ugale In e essen,
c) Bundesbau ohne Ve wal ungs e o m? 12. Nö iges: Sammlung in syn he ische Einhei .
I. Wandlung de S aa sbe ach ung
1. „Imme wi d di de Küns le den G und sagen können, um
dessen willen e eine Sache z. B. gemal ha , und diese Zw eck is das
höchs e Ziel seine Kuns ". Wie e hie einen Küns le z. B. in de Mal-
kuns ode in de Baukuns , de Heilkuns ode eine ande en den
nenn , de sein We k als Mi el zum Zweck e aß , also Mi elges al ung
und Zweckse zung in seinem Wi ken op imal ausgleich — im Gegen-
sa z zum „engs i nigen Handwe ke , de nu zu eine Au gabe ged ill
is "—, so will A is o eles, de Schöp e de sys ema ischen wissenscha -
lichen S aa sleh e, in seine Poli ik den S aa e kennen, de seine
Zwecke am bes en e üll . E zeig auch die E kenn nisme hode: „Wie
man nämlich auch bei ande en Objek en das Zusammengese z e so lange
eilen muß, bis man zu ein achen Bes and eilen gelang — denn diese
sind die kleins en Teile eines Ganzen —, so müssen wi auch den S aa
in seine Bes and eile ze legen und we den dann genaue sehen, wo-
du ch diese sich oneinande un e scheiden und, ob es möglich is , übe
jeden de genann en Teile ein wissenscha liches U eil zu gewinnen.
Auch bei diesen Dingen wi d man am bes en zu eine E kenn nis ge-
Schmolle s Jah buch LXXI, 4 O
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66 Ca l Wienecke [450
langen, wenn man, wie bei ande en, zusieh , wie sie on An ang an
na ü liche weise e wachsen". Die E kenn nisme hode is also Analyse
mi K i ik de ge undenen Elemen e in his o ische Be ach ung de
En wicklung des S aa es, om Haus zum Do und zu polis mi ih en
ländlichen Annexen, dem S ad s aa de An ike. Au gabe de S aa s-
wissenscha is ü A is o eles, zu un e suchen, welches die bes e Ve -
assung is . „Die Ve assung is die s aa liche O dnung, die in den
Äm e n und in de A ih e Ve wal ung zum Ausd uck komm ; sie
bes imm e ne , in wessen Hand die ausschlaggebende Mach im S aa e
lieg und was das Ziel des be e enden Gemeinwesens is . Die Gese ze
dagegen bes immen die G undsä ze, nach denen die Beam en zu egie-
en haben. Die Ve assung is die bes e, nach de ein S aa am bes en
egie wi d, und die bes e Regie ung eine solche, bei de de S aa am
glücklichs en sein kann." Die Lebensgü e , die alle zu einem glücklichen
Leben no wendig gehö en, eil A is o eles in leibliche, geis ige und
äuße e.
Als Elemen e de G undanalyse inde A is o eles die S aa sau -
gaben (Objek ) und die S aa sgewal (Subjek ).
A is o eles ze leg die S aa sau gaben wei e : „Wi müssen dahe
die Zahl de Au gaben des S aa es ins Auge assen, da an wi d die
Sache kla we den. In e s e Linie nun muß ü Nah ung geso g
we den; dann beda es echnische Fe igkei en, denn zum Leben
b auch man iele Mi el; d i ens Bewa nung, denn die S aa s-
gemeinscha muß diese zu Au ech e hal ung ih e He scha im
Inne n gegen die Ungeho samen haben, abe auch gegen äuße e Feinde,
die ih zu schaden e suchen. Vie ens muß eine wohlge üll e S aa s-
kasse o handen sein zu Bes ei ung de Bedü nisse de Ve wal ung
und de K iegs üh ung. Fün ens und o allem muß ü die Ve eh ung
de Go hei geso g we den, was wi Kul us nennen. Zum sechs en sind
das alle no wendigs e Behö den, die zweckmäßige Maßnahmen e en
und die Rech ss ei igkei en de Bü ge un e einande en scheiden.
Das sind unge äh die Au gaben, die jede S aa sich s ellen muß. Denn
ein S aa is nich eine beliebige Menge Menschen, sonde n ein in seinem
Leben selbs ändiges Gebilde; ehl abe eine de genann en Ein ich un-
gen, so kann diese Gemeinscha nich schlech hin selbs ändig sein."
Diese sechs Au gaben des S aa es en sp echen de damaligen Zei und
sind in Beg i en unse e Zei ausged ück die Resso s E näh ung,
Gewe be (Wi scha ), Weh wesen, Finanzen, Kul us sowie — damals
noch unge eil — Allgemeines und Jus iz.
Als Analyse de S aa sgewal sag A is o eles: „In allen Ve assun-
gen gib es d ei Bes and eile, bezüglich de en de üch ige Gese zgebe
übe legen muß, was einem jeden zu äglich is . Von diesen d ei Bes and-
eilen bilde den e s en die Be a ung de ö en lichen Angelegenhei en
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451] S aa und Ve wal ung om Technike gesehen 67
(En scheidung übe K ieg und F ieden, übe Abschluß und Lösung on
Bündnissen, übe die Gese ze, übe Todess a e, Ve bannung und Ve -
mögenseinziehung sowie übe die Rechenscha sablage de Beam en),
den zwei en bilden die Äm e (d. h. die F agen, welche einge ich e
we den müssen, was ih e Zus ändigkei sein soll und au welche Weise
sie bese z we den sollen), den d i en das Ge ich swesen". Dami ha
A is o eles die d ei Zweige de S aa sgewal so e kann , wie wi sie
auch heu e sehen.
Die Äm e , die Ve wal ung, eil A is o eles wei e in de ho izon-
alen Ebene nach A bei sg uppen in poli ische und ökonomische Äm e
und im e ikalen Au bau nach Ve wal ungss u en in ob igkei liche und
diens e ich ende Äm e , ähnlich wie wi heu e in Behö den und
Diens s ellen. E zieh die Äm e in Sachg uppen zusammen, wie Kul-
us, K iegswesen, Einnahmen und Ausgaben, Polizei, usw.
In diesem allgemeinen Rahmen denk A is o eles auch an die Ra io-
nalisie ung de Ve wal ung im einzelnen Gemeinwesen: „In den g oßen
Gemeinwesen kann und soll je eine Behö de ü einen Geschä sk eis
e o dne sein. In den kleinen Gemeinwesen abe o de es die No -
wendigkei , iele Äm e au wenige Pe sonen zu e einen. Wüß e man
also anzugeben, wie iele ih e jede S aa haben muß, und wie iele e
zwa nich unbeding haben muß, abe doch üglich haben soll e, so
wü de man au G und diese Einsich mi de Zusammenlegung solche
Äm e , die man passend zu einem e einig , leich e zu ech kommen."
(De Einhei sgliede ungsplan des Deu schen Gemeinde ages on 1937
ha ü die Kommunal e wal ung — Geschä s e eilung und Ak en-
wesen, Haushal und Rechnungswesen — diese Einsich e wi klich .)
Fü die Quali ika ion de Beam en o de A is o eles: „Die Män-
ne , welche die wich igs en S aa säm e bekleiden, müssen d ei Eigen-
scha en haben: Ve assungs eue, Rech scha enhei und Ge ech ig-
kei ssinn und d i ens die höchs en Fähigkei en ü die Au gaben ih es
Am es."
In Ta el 1 is die Analyse des S aa es und seine Ve wal ung, de
Äm e , nach A is o eles sys ema isch zusammenge aß .
A is o eles ha die G undlage eine Sys ema ik de Ve wal ung ge-
scha en, indem e
1. die E kenn nis m e h o d e beg ünde als Analyse mi empi ische
Be ach ung und
2. in Du ch üh ung de Analyse den lebenden S aa ze leg in die
beiden Fak o en Objek (S aa sau gaben) und Subjek (S aa s-
gewal ) und wei e gliede
die Au gaben in sechs A bei sgebie e und
die Ve wal ung, die Äm e , in A bei sg uppen (ho izon al) und
in Au baus u en ( e ikal).
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68 Ca l Wienecke [452
Ta el 1
Analyse des S aa es nach A is o eles
S aa
(1) Gewal (Subjek )
(2) Gese zgebung Ve wal ung Ge ich swesen
Äm e
Kul us, K iegswesen, Einnahmen und Ausgaben,
Ma k -, S ad -, Ha en- und Landpolizei und Au sehe
übe Gebäude und S aßen. Ein agung de ge ich -
lichen E kenn nisse und de Kon ak e. Bei eibung
de Bußen und Ge ängniswesen. Rechnungskon olle
und Kassen e ision. Lei ung de Be a ung de ö en -
lichen Angelegenhei en.
(3) Äm e g uppen
poli ische — ökonomische
(4) Äm e s u en
ob igkei liche
diens e ich ende
Aus de K i ik de in de Analyse gewonnenen Einzelhei en e geben
sich d ei O ganisa ionsp inzipien :
a) Au gaben eilung (Objek ) und Äm e eilung (Subjek ),
b) Ra ionalisie ung de Ve wal ung du ch einen Äm e plan,
c) Funk ionsquali izie e Beam e.
Die Abhängigkei und die Ve bindung zwischen den Au gabenge-
bie en (Objek ) und den Äm e n (Subjek ) — die Syn hese de Ve -
wal ung aus de Analyse de S aa sau gaben — bleib noch o en. Das
Ziel de Syn hese — die F agen: Welche Äm e ? Welche Zus ändig-
kei en? Welche Bese zung? — is e kann .
Das s aa swissenscha liche Denken des A is o eles is eleologisch,
indem e den S aa p ak isch-poli isch ü die E üllung seine Zwecke
o ganisie en und bes ellen will. Seine Be ach ung olg das Al e um
bis in die scholas ische Li e a u .
2. Im Mi elal e en s eh eine Be ach ung des S aa es, die ihn
haup sächlich als Rech sgebilde e aß . Die Leh e om S aa wi d ein Teil
de Rech swissenscha , ein Gedanke, de de An ike e ngelegen ha .
De S aa wi d in e s e Linie als eine Ins i u ion zu Au ech e hal ung
de Rech so dnung gesehen. Diese Au assung e s ä k sich im poli i-
schen und wi scha lichen Libe alismus de Neuzei . Dessen G und-
idee is die F eihei des Indi iduums gegenübe de Gemeinscha . E
weis dem Indi iduum die Au gabe zu, T äge de posi i en En wick-
lung zu sein und sieh die Au gaben des S aa es in de Au ech e hai-
Au gaben (Objek )
E näh ung, Gewe be, Weh -
wesen, Finanzen, Kul us,
Allgemeines und Jus iz.
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453] S aa und Ve wal ung om Technike gesehen 69
ung des o malen Rech s. Im 19. Jah hunde en s eh die Ve wal-
ungswissenscha . Es wi d geb äuchlich, sie in Ye wal ungs ech (No -
men), Ve wal ungsleh e (O ganisa ion und Wi ken) und Ve wal ungs-
poli ik (Zweckmäßigkei sk i ik) zu gliede n und zu eilen. Vo wiegend
wi d das Ve wal ungs ech e aß . O o Maye wi d de Sys ema ike
des Ve wal ungs ech es; e gliede es
in einen allgemeinen Teil mi d ei Abschni en: En wicklungss u en,
G undzüge, Rech sschu z und
in einen besonde en Teil mi sechs Abschni en: Polizei, Finanzwesen,
ö en liche Sachen, ö en liche Diens e und Las en, ö en liche Ve -
leihungen und Nu zungen, besonde e ech s ähige Ve wal ungen.
Die Behö deno dnung behandel O o Maye nich ; e sag : „sie mag
mi dem geis es e wand en S aa s ech auch wei e hin das deu sche
S aa s ech bilden."
Die Wandlung on de p ak isch poli ischen S aa sbe ach ung de
An ike zu ju is ischen im Mi elal e en sp ach de Besch änkung,
welche die S aa sau gaben im Mi elal e im Ve gleich zu An ike au -
wiesen. In G iechenland umschloß de S aa , die polis, das ganze ö en -
liche Leben. Im Mi elal e wa de S aa nich meh S ad s aa , son-
de n Land, abe in d ei Teile ze allen: die ü s liche Ho - und Ve -
mögens e wal ung, de Feudals and au dem Lande, de die G undhe -
scha und die pa imoniale Ge ich sba kei ausüb e, und die S äd e,
in de en G enzen und Bünden Gewe be und Handel, Bildung und Kul-
u leb en. Daneben s and die Ki che. De Fü s mi seinem Geheimen
Ra wa die S aa s e wal ung; Rech sschu z nach außen und innen und
die ü s liche Ve mögens e wal ung wa en seine Haup au gaben; Hee -
bann, Ge ich sbann, Domänen und Fo s en und Regalien wa en seine
Rech e. Die Be ach ung des S aa es als Rech ssubjek um aß e also
seine a sächlichen Au gaben im wesen lichen.
Die Au gaben des S aa es wuchsen om sechzehn en Jah hunde
ab. De Absolu ismus o m e in den du ch den Wes äliscKen F ieden
sou e än gewo denen Te i o ials aa en den S aa zu einem Ganzen,
in das e die mancheno s en a e e Selbs e wal ung de S äd e und
die mi elal e liche Selbs ändigkei de Lands ände einspann e. Dami
beginn die einhei liche E assung und En wicklung alle Au gaben und
K ä e des ganzen S aa es. Diese s aa liche Einhei nimm Wi scha
und Kul u als seine, das ganze Gebie des S aa es und das Volk in S ad
und Land um assende Au gaben au : Pos , Kuns s aßen und B ücken,
Landesmelio a ion und Kanäle, Feue löscho dnung und Baupolizei,
Medizinal- und Sani ä so dnung, Be g- und Hü enwesen, Salinen und
Manu ak u en, Banken und Handel, Schul eglemen , Damp schi -
ah , Eisenbahnen. Dazu kommen aus dem Wandel on de Ag a - und
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70 Ca l Wienecke [454
Manu ak u zei zum Zei al e de Technik und des Ve keh s und aus
de Umschich ung de Gesellscha im 19. Jah hunde olgend die sozi-
alen Au gaben, beginnend mi ge egel e A meno dnung und mi Ein-
sch änkung de Kinde a bei und endend in de Reihe A bei sschu z,
A bei s e siche ung, A bei s e ag, A bei spla z und de um assenden
sozialen Wohnungs- und Lebenshal ungs ü so ge und in de o alen
K iegswi scha s- und E näh ungslenkung, au die Libe alisie ung,
Kon ingen ie ung undRelibe alisie ung olg en. De S aa beau sich ig
als Hohei s äge zu Wah ung de In e essen de Allgemeinhei das
Wi ken des Einzelnen und de Kö pe scha en au allen Gebie en des ge-
sellscha lichen, kul u ellen und echnisch-wi scha lichen Lebens. Au
ielen Gebie en wi d de S aa als Fiskus selbs ä ig, als Eigen üme
und Un e nehme , als Objek e wal ung. Bei de Du ch üh ung de
Objek e wal ung müssen alle Funk ionen, die in dem be e enden
Ve wal ungszweige zu Tä igkei kommen, gekonn und be ä ig we -
den; abe auch bei Ausübung de s aa shohei lichen Au sich übe die
Selbs e wal ung müssen sie beu eil we den können.
Diese E wei e ung de S aa sau gaben — sei es als Au sich , sei es
als Objek e wal ung — kann die Be ach ung des S aa es als Rech s:
subjek und eine Ve wal ungswissenscha , die allein ode haup sächlich
die Rech ssä ze e aß , nach denen die Rech e des Einzelnen ode de
Kö pe scha en gegenübe dem S aa e besch änk ode beg ünde we -
den, nich oll ge ech we den, denn de S aa is O ganismus und
Mechanismus gewo den und muß als Lebens- und A bei s o m e aß
we den. Die Rech so dnung e lie nich an Bedeu ung, abe sie e aß
nu eine Funk ion de Ve wal ung und is nu eins de Mi el zu E -
eichung de S aa szwecke. Die ju is ische S aa sbe ach ung is eine
pa ielle. Sie eich zu Analyse de Au gaben und zu E kenn nis des
Au baues des S aa es und seine Ve wal ung nich aus. Die Einzelbe-
g i e ha sie wei gehend geklä und de inie .
3. Im le z en Vie el des 19. Jah hunde s beginn de Wiene P o-
esso de poli ischen Ökonomie Lo enz on S ein eine sys ema ische,
on dem Gesam inhal des S aa es und seine Zwecke ausgehende Ve -
wal ungsleh e. S ein sag , daß A is o eles in dem le z en Buch seine
Poli ik einen Nach olge nich ge unden habe: „Was die A bei des S aa-
es is , da ü inden wi noch keine Analyse und keine Philosophie". E
will eine Ve wal ungsleh e scha en, welche die gesellscha lichen, e hi-
schen und wi scha lichen G undgedanken und den gesam en Zusam-
menhang de Ve wal ung klä , und e will in einem Sys em das Ge-
sam bewuß sein alle Zus ände und alle Au gaben als Gewissen de
Ve wal ung ausd ücken. Dazu müsse die S aa swissenscha den leben-
digen a bei enden S aa in de Gesam hei de ihn scha enden K ä e
du chd ingen. Sie dü e sich nich au De ini ionen besch änken, son-
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455] S aa und Ve wal ung om Technike gesehen 71
dem müsse au die En wicklung eingehen und die Zus ände, Ta sachen
und Da en e kennen.
S ein will den au allen Gebie en des Lebens de Gesellscha a bei-
enden S aa e assen, wie e sich aus seinen beiden g oßen Fak o en
Land und Volk zu de Vielhei seine Ein ich ungen und Un e nehmen
ausgebilde ha . Die Idee dieses a bei enden S aa es is — sag S ein —
die Idee de Ve wal ung. Sie mani es ie e sich in ün G undau gaben:
de E hal ung de S aa es als eie Pe sönlichkei gegenübe den an-
de en S aa en au de G undlage des Völke ech s, de O ganisa ion
de K a des S aa es im Hee eswesen, de S aa swi scha als G und-
lage de E üllung de Idee des S aa es, de Ve wi klichung des Rech es
zu E hal ung de indi iduellen F eihei und schließlich in de Ges al-
ung de Bedingungen und O dnungen du ch die Gemeinscha ü die
Au gaben, die auße halb de K a des Indi iduums liegen und die de
Einzelne nich meh selbe zu ges al en e mag. Ähnlich sieh spä e
Rudol Kjellen in seinem Sys em de Poli ik den S aa in Volk und
Gebie als Lebens o m und in Wi scha , Gesellscha und S aa sgewal
als Kul u o m.
S ein behandel in einem allgemeinen Teil als die in allen Ve wal-
ungsgebie en e möge de Gemeinsamkei ih e le z en Zwecke liegen-
den gemeinsamen Au gaben: Polizei, S aa sau sich , S a is ik. Fü die
einzelnen Au gabengebie e s ell S ein den G undsa z au , daß sie in
En wicklung und Ges al wi scha lich, gesellscha lich und ech lich
oneinande e schieden seien de a , daß jedes Gebie ein selbs än-
dige Ta sachen- und Lebensbe eich sei, und sich als selbs ändige Fak-
o im S aa swesen zu Gel ung b inge. Da aus olge S ein, daß jedem
Au gabengebie sein Ve wal ungs ech , sein O ganismus und sein Mini-
s e ium eigen sei. Au gabe de S aa swissenscha sei es, den Inhal und
das P inzip diese Ve schiedenhei en zu zeigen. Diesen Ve schieden-
hei en — posi i ausged ück : diese Wesenseigenhei und Wesensein-
hei — de einzelnen Au gabengebie e en sp echend sei die Ve wal ung
zu gliede n und zu o ganisie en. Lei endes P inzip da ü sei die Kon-
g uenz de Au gabengebie e — Objek einhei en — und de Kompe enz-
k eise de Ve wal ung — Subjek be eiche —; diese Kong uenzsa z gil
sowohl ü die Gliede ung de obe s en S aa sbehö den als auch ü die
wei e e Gliede ung de un e en Behö den. S ein sieh au de Ebene
de obe s en S aa sbehö den die kong uen e Ve wal ungso ganisa ion
zu seinen oben wiede gegebenen ün G undau gaben des S aa es in den
ün klassischen Minis e ien des 18. Jah hunde s: Auswä iges, Hee es-
wesen, Finanzen, Jus iz und dem damals alles ande e um assenden
Inne en. S ein be ach e — wie in Ta el 2 in kü zes e Übe sich zu-
sammenge aß is — das Inne e wei e in ie Abschni en: Pe sön-
liches, geis iges, wi scha liches und gesellscha liches Leben.
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Ca l Wienecke
Ta el 2
Ve wal ungswissenscha
Hee eswesen Finanzen
liches II. wi scha liches
A. Allgemeine Teil
1. Gesellscha swescn
2. Elemen e
Feue , Wasse , Ve -
siche ungswesen
3. Ve keh swesen:
Wege, Pos , Eisenbah-
nen, Maß- lind Gewich ,
Geld und K edi ,
En eignung
1. Allgemeine Sozial e -
wal ung
2. Hil swesen
a) A menwesen
b) A bei e wesen
3. Soziales Kapi al
Bildungswesen
a) G undbesi z
b) Hil skassen,
c) Sozial e siche ung
72
Sys em de
Auswä iges
I.
A. Rech de Pe son
1. Be ölke ungswesen
2. Gesundhei swesen
3. P legscha swesen
B. Geis esleben
1. Volksschule
2. Be u sbildung
3. Allgemeine Bildung,
Si enpolizei, P esse
B. Besonde e Teil
1. U p oduk ion:
Be gwesen, Fo s wesen
2. Landwi scha
3. Gewe be
4. In e na ionale Volks-
wi scha
[456
nach Lo enz . S ein
Rech swesen Inne es
III. gesellscha liches
Leben
Diese S o disposi ion is abe keine o ganische O dnung des Inne n.
Audi S ein e kenn nich , daß e au diese Weise sein Ziel — die
O dnung und Gliede ung de Ve wal ung in o ganisch geschlossenen
Au gabengebie en und in einem kong uen en Au bau de Ve wal ung —
nich e eich , und sag , daß sich alle S aa en noch in de Suche be-
änden, wie die inne e S aa s e wal ung zu gliede n is . Dazu is an-
zume ken, daß in de p eußischen Ve wal ung zu Zei on Lo enz
. S ein aus dem Gesam gebie de inne en S aa s e wal ung schon
Kul us (1817), Handel und Gewe be, ö en liche A bei en und Land-
wi scha (1848) als selbs ändige Resso s ausgeschieden und dami aus
den ün klassischen Minis e ien des 18. Jah hunde s be ei s neun Au -
gaben« und Ve wal ungsbe eiche gewo den wa en.
Gegenübe seine E kenn nis de Wesenseigenhei und Wesensein-
hei o ganisch geschlossene Au gabengebie e und seine Fo de ung on
Ve wal ungsbe eichen, die den einzelnen Au gabengebie en kong uen
sind, be on S ein, daß die Au lösung in einzelne Ve wal ungsbe eiche
nich e gessen machen dü e, daß de S aa die Einhei sein muß, die
alle Zwecke und Tä igkei en zusammen aß , um die höchs e Ha monie
alle menschlichen In e essen zu e wi klichen. Nö ig sei deshalb eine
O ganisa ion, in de die gemeinsamen F agen alle Ve wal ungsbe eiche
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463] S aa und Ve wal ung om Technike gesehen 79
hohem Maße e leich e n; sie e möglichen besse als eine lange Be-
sch eibung, mi einem Blick das Ganze des O ganismus, die Ab eilun-
gen mi ih en K ä en und die Rangs u eno dnung zu e assen; sie
lenken die Au me ksamkei au die schwachen Punk e, wie Übe -
einande g ei en ode Beein äch igung on Ab eilungen, Zweihei de
Ano dnung, Funk ion ohne Lei e , Mangel an einhei liche Lei ung
usw.; diese Fo m de Da s ellung paß ü alle A en on Un e -
nehmungen, ü die g oßen wie ü die kleinen". In Ta el 4 is de O -
ganisa ionsau bau eines Eisenwe kes wiede gegeben.
6. Taylo und Fayol haben — wie Fayol es aussp ich — die Me-
hode des Ca esius, die Me hode de empi ischen Fo schung s a des
Ausgehens on Beg i en und Dogmen (Faus egeln) in die Un e -
suchung de Fe igung und de indus iellen Ve wal ung einge üh .
Taylo will eine Kombina ion on zwei Momen en e zielen, die ühe
nich bes anden, nämlich 1. das Handeln des A bei e s du ch Ze legung
alle A bei s o gänge in die kleins en und ein achs en Elemen e analy-
sie en und g uppie en und danach die al e e b en Faus egeln de
A bei so in Gese ze und Regeln e wandeln, daß eine in wissenscha -
liche Be iebs üh ung a ionalisie e Tä igkei — g öß e Leis ung bei
ge ings em Au wand an Pe sonal, Unkos en und Zei — da aus wi d,
und 2. will Taylo eine neue Ve eilung de P lich en zwischen A bei e
und Lei ung de a o nehmen, daß die A bei saus üh ung on de
Lei ung nach den aus de A bei sanalyse abgelei e en P inzipien
o ganisie wi d; die Lei ung nimm alle A bei , ü die sie sich besse
eigne als de A bei e , au ih e Schul e , wäh end bishe as die
ganze A bei und de g öß e Teil de Ve an wo ung au die A bei e
gewälz wu de. Fayol aß sich dahin zusammen, daß seine Me hode de
Ve besse ung des Be iebes da in bes ehe, die Ta sachen zu beobach en,
zu sammeln, zu klassi izie en und zu deu en und aus diese Gesam hei
on Vo a bei en Regeln ü die O ganisa ion und ü die Bes ellung des
Pe sonals abzulei en und du ch die Einwi kung des Lei e s in die Ge-
schä sp axis einzu üh en.
Fü die me hodische Un e suchung on Un e nehmen
e geben sich aus Taylo und Fayol ün Lei sä ze:
1. Die Un e suchung muß auße dem Objek und dem Subjek
auch die Tä igkei e assen.
2. Die Un e suchung muß als e s es das Objek in seinen Eigenscha en
und K ä en analysie en und e kennen.
3. Aus den e kann en Eigenscha en und K ä en des Objek s müssen
die zu seine Ak i ie ung e o de lichen Funk ionen abgelei e
we den und ü die a ionells e Tä igkei zu op imalen Zweck-
e üllung abges imm we den.
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80 Ca l Wienecke [464
4. Das Subjek muß so be ähig sein, daß es die aus dem Objek ab-
gelei e en Einzel unk ionen de Tä igkei bes ens e üll .
5. Aus den Sä zen 3 und 4 olg e de Schluß : das Subjek muß in
seinem Au bau und seinen Be ähigungen aus den Eigenscha en und
K ä en des Objek s bes imm we den.
Das Ziel indus ielle Tä igkei is die E höhung de P oduk ion
du ch g öß e Leis ung mi ge ings en Ve b auchswe en. Das Ziel de
Ve wal ung muß sinngemäß sein die bes e Leis ung und Ve minde ung
ih e Kos en du ch Ra ionalisie ung ih es Au baues und ih e Ge-
schä s üh ung und du ch Leis ungs e besse ung ih e Funk ionä e.
Fü die O ganisa ion de ö en lichen Ve wal ung olg aus Taylo und
Fayol die Pa allele: Nich das Ve wal ungssubjek (Reich, Lände ,
K eise, Gemeinden), nich Beg i e ode Wo e, wie Sou e äni ä und
Lände hohei , Föde alismus und Selbs e wal ung, Einhei und Ein-
äumigkei de Ve wal ung, Poli ik und Funk ionalismus, Ve wal ung
und Technik können Ausgangspunk e sein ü Au gaben e eilung und
O ganisa ion de Ve wal ung, sonde n die Au gaben e eilung und die
O ganisa ion de einzelnen Ve wal ungszweige müssen en wickel
we den aus de konk e en Wi klichkei , aus den Funk ionen, die nö ig
sind zu Ak i ie ung de Eigenscha en und K ä e des Objek s, de
„S aa sau gaben, die jede S aa , de eine selbs ändige Gemeinscha
sein will, sich s ellen muß".
Die Me hode, das zu e kennen und au zubauen, ha A is o eles
als Analyse des lebenden S aa es im Objek und Subjek be-
g ünde . Lo enz on S ein ha die Me hodik o ge üh dadu ch, daß
e das Ziel se z e, die Syn hese des a bei enden S aa es du ch die Ve -
bindung on Objek und Subjek zu inden. Taylo und Fayol haben
du ch Ein üh ung de Tä igkei als Ve bindung on Objek und
Subjek den K eis de Be ach ung geschlossen.
Aus dem We k diese Vie e geben sich ün O ganisa ions-
p inzipien als Lei sä ze eine Funk ions heo ie de Ve wal ung.
a) Ve wal ungsobjek : A bei s eilung in Funk ions-
einhei en,
b) Ve wal ungssubjek : O ganisa ion in Kong uenz mi
den Funk ionseinhei en,
c) Ve wal ungswi ken: Funk ionsbe ä igung in einhei -
liche Aus ich ung de Ve wal ung,
d) Ve wal ungskos en : Ra ionalisie e S ellenplan und
Sachau wand,
e) Ve wal ungsgü e: Funk ionsquali izie e S ellen-
bese zung.
Das Sys em bleib zu scha en.
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Analyse
Sys ema ik de Ve wal ung aus de Funk ion
S aa
Volk
O dnung de
Gemeinscha
Ve assung
Pe sonens and
Wahlen
O dnungs-,
Siche hei s-,
K iminal-Polizei
äuße e Gü e geis ige Gü e
Einkommen Un e ich
Ve mögen Kul u
Abgaben Religion
leibliche Gü e
Gesundhei s-
wesen
K ankenwesen
Fü so ge
A bei sschu z
A bei s e -
siche ung
A bei s e ag
A bei spla z
G und u. Boden Rohs o e und
Na u k ä e
Land- und Vieh- Be g- und
Wi scha Hü enwesen
Fische ei Rohs o - und
E näh ung Ene giege-
winnung
Handwe k
Indus ie
Handel, Banken, Ve siche ung
Wohn- und
A bei ss ä ei
Hochbau
Siedlung
S äd ebau
Ve so gung
Landesplanung
ganismu Lebens o Mecha
Geis eswissen-
scha en
Küns e
Theologie
Medizin
Soziologie
Gese z e
Objek
Tä igkei
T agende Funk ionen
Landbau und
Ve e inä - A n g e w a n
Wissenscha en
Fundie ende P inzipien
Ve waliungs o
Syn hese
I. Auswä iges
II. Weh wesen
III. Jus iz
IV.
Inne es
Allgemeines
V.
Finanzen
s aa s ech liche Dekonzen a io:
einhei ss aa liche, bundess aa liche, zwischens aa liche Obe s e S aa sbehö den
Gliede ung de s aa lichen Ve wal u
VI.
Un e ich s-,
Kul u - und
geis liche
Angelegenhei en
VII.
Medizinalangel egenhei en,
Sozial- und A bei swesen
VIII. IX.
Landwi scha Gewe be und
und E näh ung Handel
(Wi scha )
X.
Ö en liche
A bei en
(Bauwesen)
(1848) 1879 -19]
Ein ich-
ungsjah 1808 1808, 1919 1919 (1848) 1879
1933-1945
E i n h
e
i
s
g
1 i e
d
e
u n
g s p
1
a
n de K
o m
m u n
a
1
e
w a 11
0 Allgemeine
Ve wal ung
00 Ve assung
01 O ganisa ion
02 Sach e wal ung
03 Pe sonal
04 Au agsangele-
genhei en
05 Besonde es
06 Rechnungs-
p ü ungswesen
I Polizei
10 S aa l. Polizei
II Allgemeines
12 Siche hei s-;Pol.
13. Gewe be-Pol.
14 Sonde -Pol.
15 K iminal-Pol.
16 Lu schu z
9 Finanzen 2 Schalwesen
90 Allgemeines 20 Allgemeines
91 Ve mögens-21 Volksschule
e wal ung 22 Be u sschule
92 Haushal 23 mi le e Sch.
93 Kassen- und 24 höhe e Schule
Rechnungs 25 Fachschule
wesen 26 S ad bilds ell.
94 S eue n 29 sons iges
95 Finanz-Schulwesen
s a is ik
3 Kul u
30 Allgemeines
31 Wissenscha
32 Kuns
33 Volksbildung
34 Gemein-
scha p lege
35 Heima p lege
36 ki chliche An-
gelegenhei en
40 Allgemeines
41 o ene Fü so ge
42 geschlossene Fü so ge
43 eie Wohl ah
44 Familienun e s ü zung
45 Fü so geein ich ungen
46 Jugendhil e
47 Ein ich ungen de Jugendhil e
48 A bei slosen ü so ge
5 Gesundhei
50 Allgemeines
51 Gesundhei sp lege
52 Ein ich ungen!
53 Volkse üch igung
7 Wi scha s ö de ung
und wi scha s ö de nde
Ein ich ungen
70 Wi scha s ö de ung
700 Allgemeines
701 Landwi scha
702 Handwe k
703 Indus ie
704 Handel und Ma k wesen
705 Ve keh s ö de ung
706 Plaka wesen
71 wi scha s ö de nde
Ein ich ungen
710 Schlach - und Viehho
711 Abdecke ei
712 Ma k hallen
713 S ad waage
6 Bau- und
Siedlungs-
wesen
60 Allgemeine
Ve wal ung
61 Hochbau e
wal ung
62 S äd ebau ui
Planung
63 Siedlungs-
wesen
64 Ve messung
wesen
65 Wohnungs-
wesen
66 Tie bau e -
wal ung
67 Ein ich un-
gen des Bai
Wege- u. S i
¿enwesens
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s heo ie
Gebie
Ve keh Gese zgebung
Wasse s aßen
und Wasse -
wi scha
Land- und O s- Eisenbahnen und Lu ah
s a£en Kleinbahnen
Pos - und Nach- s aa liche
ich enwesen Ve wal ung
Gewal
Ve wal ung Rech ssp echung
s aa liche Au sich
Selbs e wal ung
mus — Wi scha s o m
d e Na u wissenscha en und Technik
Na u gese ze
adminis a i e
— nachgeo dne e Behö den
Dezen alisa ion
Au ags e wal ung, Selbs e wal ung
XII.
Ve keh
XII.
Pos - und Nach-
ich enwesen
(1648) 1869
ung on 1937
Behö den: Kommunale Sons ige ö en - bü ge lich- ech -
obe s e, Gebie skö pe - lich- ech liche liehe; na ü liche
Obe -, Schä en: Kö pe scha en: und ju is ische
mi le e, Bezi ke Kamme n Pe sonen,
un e e, K eise Ins i u e p i a e und
Diens s ellen Gemeinden Ve bände gemisch wi -
Zweck e bände scha liche
Un e nehmen
Subjek
8 Wi scha liche Un e nehmen und
Be eiligung
80 Allgemeines
81 Gemeindewe ke
82 S aßenbahn- und Au obusbe iebe
83 P i a - und Kleinbahnen
84 Ha en- und Umschlagbe iebe
85 Un e nehmen de Ve keh sbe ö de ung
86 Land- und o s wi scha liche, indu-
s ielle und gewe bliche Un e nehmen
87 Ku be iebe
88 Sons ige
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465] S aa und Ve wal ung om Technike gesehen 81
III. Sys ema ik
7. „Das Indi iduum, ja selbs Gese zgebung und Vollziehung, können
du ch wi scha liche und gesellscha liche Gewal en sich d ängen
lassen, ein einzelnes ü die en scheidende Haup sache zu e klä en.
Ein Sys em is es, das zule z niemandem ges a e , in dem U eil
übe eine Sache das U eil übe das Ganze zu e gessen." (Lo enz
on S ein).
Ein Sys em soll nach me hodischen G undsä zen die Bes and eile,
Eigenscha en und Ta sachen, aus denen eine na ü liche Einhei zu-
sammengese z is , inden, gliede n und o dnen; diese O dnung muß
du ch empi ische und heo e ische Be ach ungen aus den immanen en
Bedingungen de Einhei he ausgehol , nich aus Beg i en ode
Dogmen in sie hineingeb ach we den; jede Bes and eil de Einhei
e häl im Sys em du ch K i ik seine Bedeu ung und du ch De ini ion
seinen Beg i . Das Sys em soll es e möglichen, die Einhei ü wissen-
scha liche und p ak ische Zwecke un e bes imm en Gesich spunk en
zu e assen. Die Bildung eines Sys ems ha also zwei Abschni e:
Analyse und Syn hese. Die Analyse muß das Ma e ialobjek — das is
hie de a bei ende im Subjek , Objek und in de Tä igkei in E schei-
nung e ende S aa — es los ze legen und muß die Elemen e ein und
geschlossen he ausdes illie en. Die Syn hese soll die einzelnen Bes and-
eile au dem umgekeh en Wege de Analyse, in de Be ach ung des
analysie en Ma e ialobjek es als Fo malobjek un e einem bes imm-
en Gesich spunk e zusammen üh en, um die dem gese z en Zweck en -
sp echende Einhei — hie die Ve wal ung zu E üllung de S aa s-
zwecke — zu scha en. Analyse und Syn hese bilden als zusammen-
hängende Reihe das Sys em, „denn de Übe legende analysie und lös
seinen Plan wie eine geome ische Au gabe, und, was in de Analyse
das Le z e is , das is bei de Ve wi klichung de Gedanken das E s e"
(A is o eles).
8 a. De S aa is die Volksgemeinscha au eigenem Gebie mi
eigene Hohei . Seine Zwecke sind Siche hei nach außen und im Inne n,
ma e ielle Wohl ah und kul u elle Fö de ung de Volksgemeinscha .
De e s e diese beiden Sä ze leg als G undanalyse die d ei Elemen e
de Einhei S aa o en: Volk, Gebie , S aa sgewal . Volk und Gebie
sind subs anzielle und dynamische Eleme e, die S aa sgewal is
dynamisches Elemen . Volk und Gebie sind Objek , Volk und S aa s-
gewal sind Subjek . Fo mung de Subs anz und Ak i ie ung de
Dynamik des Objek s zu E üllung de Zwecke is die Au gabe des
Subjek s, die du ch seine Tä igkei zu e üllen is .
(1) Aus dem Inhal des Elemen s Volk e geben sich ie G und-
au gaben: O dnung de Gemeinscha und So ge ü ih e Lebensgü e ,
nämlich — nach A is o eles — die äuße en, die geis igen und die leib-
Schmolle s Jah buch LXXI, 4 6
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82 Ca l Wienecke [466
liehen Gü e . Mi Bezug au das Gebie bes ehen ü seine Fo mung und
En wicklung die ie G undau gaben: Nu zung des G und und Bodens,
Nu zung de Rohs o e und Na u k ä e, Scha ung on Wohn- und
A bei ss ä en und Scha ung on Ve keh smi eln. Jede diese ach
Au gabeng uppen eil sich wei e in Un e g uppen, Einzelg uppen
usw., z. B. die O dnung de Gemeinscha in Ve assungswesen, Pe -
sonens ands- und Au en hal swesen, O dnungs-, Siche hei s- und
K iminalpolizei usw. ode die G uppe Wohn- und A bei ss ä en in
Hochbau, Siedlung, S äd ebau, Ve messungswesen, Landesplanung,
Baupolizei, Ve so gung. Es is nich möglich, in einem Sys em die ein-
zelnen Gebie e mi ma hema ische Siche hei gegeneinande abzug en-
zen, sonde n es we den sich Übe schneidungen und o ene F agen
e geben, z. B. die Zugehö igkei des Gesundhei swesens zu Polizei ode
zu Sozial ü so ge ode zu G uppe de geis igen Gü e , ode die Zu-
gehö igkei des Geld- und K edi wesens zu G uppe Wi scha ode
zu G uppe Finanzen ode die Zugehö igkei des Beam enwesens zu
G uppe O dnung de Gemeinscha ode zu G uppe Finanzen ode die
Zugehö igkei de S a is ik zu G uppe O dnung de Gemeinscha ode
zu G uppe Wi scha ode die Zugehö igkei de O ss aßen und des
Nah e keh s zu G uppe Wohn- und A bei ss ä en ode zu G uppe
Ve keh smi el ode die Zugehö igkei de Wasse wi scha zu Land-
wi scha ode zum Bauwesen. Einzelhei en de Analyse we den hie
nich wei e be ach e we den, da hie nu die G undgedanken de
Sys ema ik und de Rahmen ü ih e zusammenhängende Fassung im
Sys em en wickel we den sollen.
Das E gebnis de Analyse des Objek s aus seinem Inhal sind also
ach wesenseigene Au gabengebie e de Ve wal ung, ich ige neun, da
Pos mi Nach ich enwesen ein eigenes Sonde gebie des Ve keh s-
wesens is , das ande s gea e is als die ie Ve keh sans al en Wasse -
s aßen, Lands aßen, Schienenbahnen und Lu ah . Dazu kommen
die d ei Sonde gebie e Auswä iges, Weh wesen und Jus iz, so daß die
Analyse mi zwöl Au gabengebie en ende .
(2) Diese zwöl Au gabengebie e sind wesenseigen nich nu ih em
Inhal nach, sonde n auch hinsich lich ih e Fo m, de äumlichen Ab-
g enzung de Ve wal ungsbezi ke. Fü die aus dem Volkso ganismus
en wickel en Au gabengebie e wi d die Abg enzung de Ve wal ungs-
gebie e beding du ch die Ve eilung de Be ölke ung, demopoli isch,
egional. Fü die aus dem Gebie smechanismus en sp ingenden Au -
gaben wi d die Abg enzung de Ve wal ungs äume geophysikalisch eal
beding du ch die Fundo e de Subs anz und die S ando e de P o-
duk ion (z. B. Kohlenbezi ke, E zbezi ke) ode ande e Lagebedingun-
gen (z. B. Wasse s aßen- und Wasse wi scha s e wal ung du ch den
gemeinsamen Wasse einzugsbe eich).
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467] S aa und Ve wal ung om Technike gesehen 83
ü die Rohs o - und Ene gie-
gewinnung und Ve a bei-
ung,
ü Wohn- und A bei ss ä en,
ü Ve keh sans al en
8 b. Die Tä igkei is zu be ach en nach A de Funk ionen, nach
ih e Wi kungsweise und nach ih e Zweckse zung.
(1) Die Funk ionen scheiden sich nach de A in d ei G uppen:
agende Funk ionen, Hil s unk ionen und Einhei s unk ionen.
1. Die jedem Au gabengebie e cha ak e is ische und spezi ische
Funk ion is die agende Funk ion des Au gabengebie es. Das is
ü die O dnung de Gemeinscha : das Rech ,
ü die äuße en Gü e : das Rech ,
ü die geis igen Gü e : die Geis eswissenscha en, die Küns e, die
Religion,
ü die leiblichen Gü e : die Medizin, die Sozial ü so ge, die O dnung
de A bei ,
ü die Nu zung des G und und Bodens: die Landbau- und Ve e inä -
wissenscha en,
die e schiedenen Zweige de Tech-
nik, wie Be g- und Hü enwesen,
angewand e Chemie und Physik,
Maschinenbau und Elek o echnik,
Fah zeugbau, Hochbau und Ve so -
gung, Wasse s aßen und Wasse -
wi scha , Land- und O ss aßen,
Schienenbahnen, Lu ah , Pos
und Nach ich enwesen.
2. Auße de agenden Funk ion e o de die Ak i ie ung jedes
Au gabengebie es als Hil s- und Neben unk ion solche Funk ionen, die
in ande en Au gabengebie en als agende Funk ionen e scheinen, mi
ande en Wo en: die Ve wal ung jedes Au gabengebie es ha alle Au -
gabengebie e au ih e Bedeu ung ü ih eigenes Gebie zu p ü en und
zu seine eigenen bes en Ges al ung he anzuziehen; abe die Ve wal-
ung jedes Au gabengebie es ha auch da ü So ge zu agen, daß du ch
die In ensi ä de eigenen Tä igkei nich i gendein ande es kul u elles,
soziales ode echnisch-wi scha liches Au gabengebie geschädig wi d.
3. Endlich muß in jedem Au gabengebie die Einhei s unk ion, die
aus ich ende, da ü so gen, daß alle Funk ionen so ausgeüb we den,
daß das einzelne Au gabengebie sein eigenes Ziel ollkommen e eich ,
daß es abe auch dem Ganzen de Volksgemeinscha bes ens und ein-
hei lich dien .
(2) Fü die Ausübung de Funk ionen, ü ih e Wi kungsweise e -
gib sich en sp echend den beiden Elemen en des Objek s: Volk und
Gebie ein Un e schied: 1. gegenübe dem Volk kann das gese z e Rech
— mag es als agende Funk ion bei de O dnung de Gemeinscha
und de äuße en Gü e ode als Hil s unk ion bei de Fö de ung de
geis igen und de leiblichen Gü e e scheinen — du chgese z we den,
6*
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84 Ca l Wienecke [468
da die O gane des S aa es übe das Volk Willensmach gewinnen
können. 2. Übe die Subs anz und die K ä e des Gebie es dagegen is
— abgesehen om Eigen ums ech — wede dem S aa e noch dem ein-
zelnen die Möglichkei de Behe schung gegeben; sie we den be-
he sch du ch die Na u gese ze, die dem He sche willen des Men-
schen als es e Sch anke gegenübe s ehen. Doch kann de Mensch
inne halb diese Sch anken die K ä e und die Subs anz des Gebie es
sich nu zba machen, wenn e ih e Gese ze e kenn und ane kenn und
aus diese Kenn nis sie als Mi el zu Nu zung des Gebie es nach seinen
Zwecken ges al e . Das können die Na u wissenscha en als E kenn nis
und die Technik als Anwendung; sie sind ü die Ak i ie ung des Ge-
bie s das undie ende P inzip. Fü die O dnung de Gemeinscha und
ih e äuße en Gü e is das gese z e Rech das undie ende P inzip.
(3) Nach ih em Zwecke be ach e is die Tä igkei 1. Objek e wal-
ung (eigene ode Au ags e wal ung), wenn sie au die olle E üllung
de Zwecke des Au gabengebie es ge ich e is . 2. Is die Tä igkei nu
da au ge ich e , da übe zu wachen, daß die Objek e wal ung die zu
Wah ung de In e essen de Allgemeinhei e lassenen Gese ze und
Ve o dnungen beach e , so is sie Au sich s e wal ung als Hohei s-
au sich . Is die Tä igkei da au ge ich e , die E üllung des Au ags
zu übe wachen, so is sie Au agsau sich .
8 c. Das Subjek ha A is o eles in d ei G uppen gegliede :
Gese zgebung, Ve wal ung und Ge ich swesen. Die Ve wal ung ha e
wei e be ach e in ho izon ale Gliede ung nach Kompe enz-
be eichen und in e ikale Gliede ung nach Äm e s u en. De S aa des
A is o eles wa die polis, de S ad s aa , de eine unmi elba e S aa s-
e wal ung ha e.
(1) Heu e is die Ve wal ung ho izon al zu gliede n in s aa liche
Ve wal ung und in Selbs e wal ung. Die s aa liche Ve wal ung e -
schein als einzels aa liche, als bundess aa liche, als zwischens aa liche.
Die Selbs e wal ung e schein als bü ge lich- ech liche und als kom-
munale de Gebie skö pe scha en (Gemeinde, K eise, Bezi ke) und de
Zweck e bände (Dezen alisa ion).
(2) Die s aa liche Ve wal ung s u sich e ikal ab (Dekonzen a-
ion) in Minis e ien, obe s e und obe e, mi le e, un e e Behö den und
in Diens s ellen. Die zwischens aa liche Ve wal ung ha je nach ih em
Zweck Sonde o men, z. B. ha die „eu opäische Gemeinscha ü
Kohle und S ahl" (Schumanplan) eine Hohe Behö de und einen
Minis e a auße de gemeinsamen Ve sammlung und dem Ge ich s-
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OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:30