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Staat und Verwaltung vom Techniker gesehen. Versuch einer Systematik der Verwaltung als Funktionstheorie

Wienecke, Carl

Abstract

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Full text

Wienecke, Ca l A icle S aa und Ve wal ung om Technike gesehen. Ve such eine Sys ema ik de Ve wal ung als Funk ions heo ie Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Wienecke, Ca l (1951) : S aa und Ve wal ung om Technike gesehen. Ve such eine Sys ema ik de Ve wal ung als Funk ions heo ie, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 71, Iss. 4, pp. 65-92, h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/290731 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. 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Scien i ic managemen ü We k ä igkei und indus ielle Ve wal ung aus A bei ss udien: S. 74. 4. Objek — Tä igkei , 5. Tä ig- kei — Subjek , 6. Objek — Subjek . — III. Sys ema ik de Ve wal ung: S. 81. 7. Me hode: Analyse — Syn hese. 8. Analyse: a) Objek : (1) inhal lich, (2) äum- lich, b) Tä igkei : (1) A , (2) Wi kungsweise, (3) Zweck ich ung de Funk ionen, c) Subjek : (1) ho izon al: Selbs e wal ung de bü ge lichen Rech ssphä e, kommu- nale Selbs e wal ung, einzels aa liche, bundess aa liche, zwischens aa liche Ve wal ung, (2) e ikal, 9. Syn hese: a) Welche Aem e ? b) Welche Zus ändigkei en? c) Welche Bese zung? — IV. P axis: S. 86. 10. Ve gangenes: a) Obe s e S aa s- behö den, b) nachgeo dne e Behö den, c) Selbs e wal ung und S aa sau sich , d) Reich und Lände . 11. Heu iges: a) F emde Ein lüsse, b) zen i ugale In e essen, c) Bundesbau ohne Ve wal ungs e o m? 12. Nö iges: Sammlung in syn he ische Einhei . I. Wandlung de S aa sbe ach ung 1. „Imme wi d di de Küns le den G und sagen können, um dessen willen e eine Sache z. B. gemal ha , und diese Zw eck is das höchs e Ziel seine Kuns ". Wie e hie einen Küns le z. B. in de Mal- kuns ode in de Baukuns , de Heilkuns ode eine ande en den nenn , de sein We k als Mi el zum Zweck e aß , also Mi elges al ung und Zweckse zung in seinem Wi ken op imal ausgleich — im Gegen- sa z zum „engs i nigen Handwe ke , de nu zu eine Au gabe ged ill is "—, so will A is o eles, de Schöp e de sys ema ischen wissenscha - lichen S aa sleh e, in seine Poli ik den S aa e kennen, de seine Zwecke am bes en e üll . E zeig auch die E kenn nisme hode: „Wie man nämlich auch bei ande en Objek en das Zusammengese z e so lange eilen muß, bis man zu ein achen Bes and eilen gelang — denn diese sind die kleins en Teile eines Ganzen —, so müssen wi auch den S aa in seine Bes and eile ze legen und we den dann genaue sehen, wo- du ch diese sich oneinande un e scheiden und, ob es möglich is , übe jeden de genann en Teile ein wissenscha liches U eil zu gewinnen. Auch bei diesen Dingen wi d man am bes en zu eine E kenn nis ge- Schmolle s Jah buch LXXI, 4 O OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:30 66 Ca l Wienecke [450 langen, wenn man, wie bei ande en, zusieh , wie sie on An ang an na ü liche weise e wachsen". Die E kenn nisme hode is also Analyse mi K i ik de ge undenen Elemen e in his o ische Be ach ung de En wicklung des S aa es, om Haus zum Do und zu polis mi ih en ländlichen Annexen, dem S ad s aa de An ike. Au gabe de S aa s- wissenscha is ü A is o eles, zu un e suchen, welches die bes e Ve - assung is . „Die Ve assung is die s aa liche O dnung, die in den Äm e n und in de A ih e Ve wal ung zum Ausd uck komm ; sie bes imm e ne , in wessen Hand die ausschlaggebende Mach im S aa e lieg und was das Ziel des be e enden Gemeinwesens is . Die Gese ze dagegen bes immen die G undsä ze, nach denen die Beam en zu egie- en haben. Die Ve assung is die bes e, nach de ein S aa am bes en egie wi d, und die bes e Regie ung eine solche, bei de de S aa am glücklichs en sein kann." Die Lebensgü e , die alle zu einem glücklichen Leben no wendig gehö en, eil A is o eles in leibliche, geis ige und äuße e. Als Elemen e de G undanalyse inde A is o eles die S aa sau - gaben (Objek ) und die S aa sgewal (Subjek ). A is o eles ze leg die S aa sau gaben wei e : „Wi müssen dahe die Zahl de Au gaben des S aa es ins Auge assen, da an wi d die Sache kla we den. In e s e Linie nun muß ü Nah ung geso g we den; dann beda es echnische Fe igkei en, denn zum Leben b auch man iele Mi el; d i ens Bewa nung, denn die S aa s- gemeinscha muß diese zu Au ech e hal ung ih e He scha im Inne n gegen die Ungeho samen haben, abe auch gegen äuße e Feinde, die ih zu schaden e suchen. Vie ens muß eine wohlge üll e S aa s- kasse o handen sein zu Bes ei ung de Bedü nisse de Ve wal ung und de K iegs üh ung. Fün ens und o allem muß ü die Ve eh ung de Go hei geso g we den, was wi Kul us nennen. Zum sechs en sind das alle no wendigs e Behö den, die zweckmäßige Maßnahmen e en und die Rech ss ei igkei en de Bü ge un e einande en scheiden. Das sind unge äh die Au gaben, die jede S aa sich s ellen muß. Denn ein S aa is nich eine beliebige Menge Menschen, sonde n ein in seinem Leben selbs ändiges Gebilde; ehl abe eine de genann en Ein ich un- gen, so kann diese Gemeinscha nich schlech hin selbs ändig sein." Diese sechs Au gaben des S aa es en sp echen de damaligen Zei und sind in Beg i en unse e Zei ausged ück die Resso s E näh ung, Gewe be (Wi scha ), Weh wesen, Finanzen, Kul us sowie — damals noch unge eil — Allgemeines und Jus iz. Als Analyse de S aa sgewal sag A is o eles: „In allen Ve assun- gen gib es d ei Bes and eile, bezüglich de en de üch ige Gese zgebe übe legen muß, was einem jeden zu äglich is . Von diesen d ei Bes and- eilen bilde den e s en die Be a ung de ö en lichen Angelegenhei en OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:30 451] S aa und Ve wal ung om Technike gesehen 67 (En scheidung übe K ieg und F ieden, übe Abschluß und Lösung on Bündnissen, übe die Gese ze, übe Todess a e, Ve bannung und Ve - mögenseinziehung sowie übe die Rechenscha sablage de Beam en), den zwei en bilden die Äm e (d. h. die F agen, welche einge ich e we den müssen, was ih e Zus ändigkei sein soll und au welche Weise sie bese z we den sollen), den d i en das Ge ich swesen". Dami ha A is o eles die d ei Zweige de S aa sgewal so e kann , wie wi sie auch heu e sehen. Die Äm e , die Ve wal ung, eil A is o eles wei e in de ho izon- alen Ebene nach A bei sg uppen in poli ische und ökonomische Äm e und im e ikalen Au bau nach Ve wal ungss u en in ob igkei liche und diens e ich ende Äm e , ähnlich wie wi heu e in Behö den und Diens s ellen. E zieh die Äm e in Sachg uppen zusammen, wie Kul- us, K iegswesen, Einnahmen und Ausgaben, Polizei, usw. In diesem allgemeinen Rahmen denk A is o eles auch an die Ra io- nalisie ung de Ve wal ung im einzelnen Gemeinwesen: „In den g oßen Gemeinwesen kann und soll je eine Behö de ü einen Geschä sk eis e o dne sein. In den kleinen Gemeinwesen abe o de es die No - wendigkei , iele Äm e au wenige Pe sonen zu e einen. Wüß e man also anzugeben, wie iele ih e jede S aa haben muß, und wie iele e zwa nich unbeding haben muß, abe doch üglich haben soll e, so wü de man au G und diese Einsich mi de Zusammenlegung solche Äm e , die man passend zu einem e einig , leich e zu ech kommen." (De Einhei sgliede ungsplan des Deu schen Gemeinde ages on 1937 ha ü die Kommunal e wal ung — Geschä s e eilung und Ak en- wesen, Haushal und Rechnungswesen — diese Einsich e wi klich .) Fü die Quali ika ion de Beam en o de A is o eles: „Die Män- ne , welche die wich igs en S aa säm e bekleiden, müssen d ei Eigen- scha en haben: Ve assungs eue, Rech scha enhei und Ge ech ig- kei ssinn und d i ens die höchs en Fähigkei en ü die Au gaben ih es Am es." In Ta el 1 is die Analyse des S aa es und seine Ve wal ung, de Äm e , nach A is o eles sys ema isch zusammenge aß . A is o eles ha die G undlage eine Sys ema ik de Ve wal ung ge- scha en, indem e 1. die E kenn nis m e h o d e beg ünde als Analyse mi empi ische Be ach ung und 2. in Du ch üh ung de Analyse den lebenden S aa ze leg in die beiden Fak o en Objek (S aa sau gaben) und Subjek (S aa s- gewal ) und wei e gliede die Au gaben in sechs A bei sgebie e und die Ve wal ung, die Äm e , in A bei sg uppen (ho izon al) und in Au baus u en ( e ikal). 5* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:30 68 Ca l Wienecke [452 Ta el 1 Analyse des S aa es nach A is o eles S aa (1) Gewal (Subjek ) (2) Gese zgebung Ve wal ung Ge ich swesen Äm e Kul us, K iegswesen, Einnahmen und Ausgaben, Ma k -, S ad -, Ha en- und Landpolizei und Au sehe übe Gebäude und S aßen. Ein agung de ge ich - lichen E kenn nisse und de Kon ak e. Bei eibung de Bußen und Ge ängniswesen. Rechnungskon olle und Kassen e ision. Lei ung de Be a ung de ö en - lichen Angelegenhei en. (3) Äm e g uppen poli ische — ökonomische (4) Äm e s u en ob igkei liche diens e ich ende Aus de K i ik de in de Analyse gewonnenen Einzelhei en e geben sich d ei O ganisa ionsp inzipien : a) Au gaben eilung (Objek ) und Äm e eilung (Subjek ), b) Ra ionalisie ung de Ve wal ung du ch einen Äm e plan, c) Funk ionsquali izie e Beam e. Die Abhängigkei und die Ve bindung zwischen den Au gabenge- bie en (Objek ) und den Äm e n (Subjek ) — die Syn hese de Ve - wal ung aus de Analyse de S aa sau gaben — bleib noch o en. Das Ziel de Syn hese — die F agen: Welche Äm e ? Welche Zus ändig- kei en? Welche Bese zung? — is e kann . Das s aa swissenscha liche Denken des A is o eles is eleologisch, indem e den S aa p ak isch-poli isch ü die E üllung seine Zwecke o ganisie en und bes ellen will. Seine Be ach ung olg das Al e um bis in die scholas ische Li e a u . 2. Im Mi elal e en s eh eine Be ach ung des S aa es, die ihn haup sächlich als Rech sgebilde e aß . Die Leh e om S aa wi d ein Teil de Rech swissenscha , ein Gedanke, de de An ike e ngelegen ha . De S aa wi d in e s e Linie als eine Ins i u ion zu Au ech e hal ung de Rech so dnung gesehen. Diese Au assung e s ä k sich im poli i- schen und wi scha lichen Libe alismus de Neuzei . Dessen G und- idee is die F eihei des Indi iduums gegenübe de Gemeinscha . E weis dem Indi iduum die Au gabe zu, T äge de posi i en En wick- lung zu sein und sieh die Au gaben des S aa es in de Au ech e hai- Au gaben (Objek ) E näh ung, Gewe be, Weh - wesen, Finanzen, Kul us, Allgemeines und Jus iz. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:30 453] S aa und Ve wal ung om Technike gesehen 69 ung des o malen Rech s. Im 19. Jah hunde en s eh die Ve wal- ungswissenscha . Es wi d geb äuchlich, sie in Ye wal ungs ech (No - men), Ve wal ungsleh e (O ganisa ion und Wi ken) und Ve wal ungs- poli ik (Zweckmäßigkei sk i ik) zu gliede n und zu eilen. Vo wiegend wi d das Ve wal ungs ech e aß . O o Maye wi d de Sys ema ike des Ve wal ungs ech es; e gliede es in einen allgemeinen Teil mi d ei Abschni en: En wicklungss u en, G undzüge, Rech sschu z und in einen besonde en Teil mi sechs Abschni en: Polizei, Finanzwesen, ö en liche Sachen, ö en liche Diens e und Las en, ö en liche Ve - leihungen und Nu zungen, besonde e ech s ähige Ve wal ungen. Die Behö deno dnung behandel O o Maye nich ; e sag : „sie mag mi dem geis es e wand en S aa s ech auch wei e hin das deu sche S aa s ech bilden." Die Wandlung on de p ak isch poli ischen S aa sbe ach ung de An ike zu ju is ischen im Mi elal e en sp ach de Besch änkung, welche die S aa sau gaben im Mi elal e im Ve gleich zu An ike au - wiesen. In G iechenland umschloß de S aa , die polis, das ganze ö en - liche Leben. Im Mi elal e wa de S aa nich meh S ad s aa , son- de n Land, abe in d ei Teile ze allen: die ü s liche Ho - und Ve - mögens e wal ung, de Feudals and au dem Lande, de die G undhe - scha und die pa imoniale Ge ich sba kei ausüb e, und die S äd e, in de en G enzen und Bünden Gewe be und Handel, Bildung und Kul- u leb en. Daneben s and die Ki che. De Fü s mi seinem Geheimen Ra wa die S aa s e wal ung; Rech sschu z nach außen und innen und die ü s liche Ve mögens e wal ung wa en seine Haup au gaben; Hee - bann, Ge ich sbann, Domänen und Fo s en und Regalien wa en seine Rech e. Die Be ach ung des S aa es als Rech ssubjek um aß e also seine a sächlichen Au gaben im wesen lichen. Die Au gaben des S aa es wuchsen om sechzehn en Jah hunde ab. De Absolu ismus o m e in den du ch den Wes äliscKen F ieden sou e än gewo denen Te i o ials aa en den S aa zu einem Ganzen, in das e die mancheno s en a e e Selbs e wal ung de S äd e und die mi elal e liche Selbs ändigkei de Lands ände einspann e. Dami beginn die einhei liche E assung und En wicklung alle Au gaben und K ä e des ganzen S aa es. Diese s aa liche Einhei nimm Wi scha und Kul u als seine, das ganze Gebie des S aa es und das Volk in S ad und Land um assende Au gaben au : Pos , Kuns s aßen und B ücken, Landesmelio a ion und Kanäle, Feue löscho dnung und Baupolizei, Medizinal- und Sani ä so dnung, Be g- und Hü enwesen, Salinen und Manu ak u en, Banken und Handel, Schul eglemen , Damp schi - ah , Eisenbahnen. Dazu kommen aus dem Wandel on de Ag a - und OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:30 70 Ca l Wienecke [454 Manu ak u zei zum Zei al e de Technik und des Ve keh s und aus de Umschich ung de Gesellscha im 19. Jah hunde olgend die sozi- alen Au gaben, beginnend mi ge egel e A meno dnung und mi Ein- sch änkung de Kinde a bei und endend in de Reihe A bei sschu z, A bei s e siche ung, A bei s e ag, A bei spla z und de um assenden sozialen Wohnungs- und Lebenshal ungs ü so ge und in de o alen K iegswi scha s- und E näh ungslenkung, au die Libe alisie ung, Kon ingen ie ung undRelibe alisie ung olg en. De S aa beau sich ig als Hohei s äge zu Wah ung de In e essen de Allgemeinhei das Wi ken des Einzelnen und de Kö pe scha en au allen Gebie en des ge- sellscha lichen, kul u ellen und echnisch-wi scha lichen Lebens. Au ielen Gebie en wi d de S aa als Fiskus selbs ä ig, als Eigen üme und Un e nehme , als Objek e wal ung. Bei de Du ch üh ung de Objek e wal ung müssen alle Funk ionen, die in dem be e enden Ve wal ungszweige zu Tä igkei kommen, gekonn und be ä ig we - den; abe auch bei Ausübung de s aa shohei lichen Au sich übe die Selbs e wal ung müssen sie beu eil we den können. Diese E wei e ung de S aa sau gaben — sei es als Au sich , sei es als Objek e wal ung — kann die Be ach ung des S aa es als Rech s: subjek und eine Ve wal ungswissenscha , die allein ode haup sächlich die Rech ssä ze e aß , nach denen die Rech e des Einzelnen ode de Kö pe scha en gegenübe dem S aa e besch änk ode beg ünde we - den, nich oll ge ech we den, denn de S aa is O ganismus und Mechanismus gewo den und muß als Lebens- und A bei s o m e aß we den. Die Rech so dnung e lie nich an Bedeu ung, abe sie e aß nu eine Funk ion de Ve wal ung und is nu eins de Mi el zu E - eichung de S aa szwecke. Die ju is ische S aa sbe ach ung is eine pa ielle. Sie eich zu Analyse de Au gaben und zu E kenn nis des Au baues des S aa es und seine Ve wal ung nich aus. Die Einzelbe- g i e ha sie wei gehend geklä und de inie . 3. Im le z en Vie el des 19. Jah hunde s beginn de Wiene P o- esso de poli ischen Ökonomie Lo enz on S ein eine sys ema ische, on dem Gesam inhal des S aa es und seine Zwecke ausgehende Ve - wal ungsleh e. S ein sag , daß A is o eles in dem le z en Buch seine Poli ik einen Nach olge nich ge unden habe: „Was die A bei des S aa- es is , da ü inden wi noch keine Analyse und keine Philosophie". E will eine Ve wal ungsleh e scha en, welche die gesellscha lichen, e hi- schen und wi scha lichen G undgedanken und den gesam en Zusam- menhang de Ve wal ung klä , und e will in einem Sys em das Ge- sam bewuß sein alle Zus ände und alle Au gaben als Gewissen de Ve wal ung ausd ücken. Dazu müsse die S aa swissenscha den leben- digen a bei enden S aa in de Gesam hei de ihn scha enden K ä e du chd ingen. Sie dü e sich nich au De ini ionen besch änken, son- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:30 455] S aa und Ve wal ung om Technike gesehen 71 dem müsse au die En wicklung eingehen und die Zus ände, Ta sachen und Da en e kennen. S ein will den au allen Gebie en des Lebens de Gesellscha a bei- enden S aa e assen, wie e sich aus seinen beiden g oßen Fak o en Land und Volk zu de Vielhei seine Ein ich ungen und Un e nehmen ausgebilde ha . Die Idee dieses a bei enden S aa es is — sag S ein — die Idee de Ve wal ung. Sie mani es ie e sich in ün G undau gaben: de E hal ung de S aa es als eie Pe sönlichkei gegenübe den an- de en S aa en au de G undlage des Völke ech s, de O ganisa ion de K a des S aa es im Hee eswesen, de S aa swi scha als G und- lage de E üllung de Idee des S aa es, de Ve wi klichung des Rech es zu E hal ung de indi iduellen F eihei und schließlich in de Ges al- ung de Bedingungen und O dnungen du ch die Gemeinscha ü die Au gaben, die auße halb de K a des Indi iduums liegen und die de Einzelne nich meh selbe zu ges al en e mag. Ähnlich sieh spä e Rudol Kjellen in seinem Sys em de Poli ik den S aa in Volk und Gebie als Lebens o m und in Wi scha , Gesellscha und S aa sgewal als Kul u o m. S ein behandel in einem allgemeinen Teil als die in allen Ve wal- ungsgebie en e möge de Gemeinsamkei ih e le z en Zwecke liegen- den gemeinsamen Au gaben: Polizei, S aa sau sich , S a is ik. Fü die einzelnen Au gabengebie e s ell S ein den G undsa z au , daß sie in En wicklung und Ges al wi scha lich, gesellscha lich und ech lich oneinande e schieden seien de a , daß jedes Gebie ein selbs än- dige Ta sachen- und Lebensbe eich sei, und sich als selbs ändige Fak- o im S aa swesen zu Gel ung b inge. Da aus olge S ein, daß jedem Au gabengebie sein Ve wal ungs ech , sein O ganismus und sein Mini- s e ium eigen sei. Au gabe de S aa swissenscha sei es, den Inhal und das P inzip diese Ve schiedenhei en zu zeigen. Diesen Ve schieden- hei en — posi i ausged ück : diese Wesenseigenhei und Wesensein- hei — de einzelnen Au gabengebie e en sp echend sei die Ve wal ung zu gliede n und zu o ganisie en. Lei endes P inzip da ü sei die Kon- g uenz de Au gabengebie e — Objek einhei en — und de Kompe enz- k eise de Ve wal ung — Subjek be eiche —; diese Kong uenzsa z gil sowohl ü die Gliede ung de obe s en S aa sbehö den als auch ü die wei e e Gliede ung de un e en Behö den. S ein sieh au de Ebene de obe s en S aa sbehö den die kong uen e Ve wal ungso ganisa ion zu seinen oben wiede gegebenen ün G undau gaben des S aa es in den ün klassischen Minis e ien des 18. Jah hunde s: Auswä iges, Hee es- wesen, Finanzen, Jus iz und dem damals alles ande e um assenden Inne en. S ein be ach e — wie in Ta el 2 in kü zes e Übe sich zu- sammenge aß is — das Inne e wei e in ie Abschni en: Pe sön- liches, geis iges, wi scha liches und gesellscha liches Leben. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:30 Ca l Wienecke Ta el 2 Ve wal ungswissenscha Hee eswesen Finanzen liches II. wi scha liches A. Allgemeine Teil 1. Gesellscha swescn 2. Elemen e Feue , Wasse , Ve - siche ungswesen 3. Ve keh swesen: Wege, Pos , Eisenbah- nen, Maß- lind Gewich , Geld und K edi , En eignung 1. Allgemeine Sozial e - wal ung 2. Hil swesen a) A menwesen b) A bei e wesen 3. Soziales Kapi al Bildungswesen a) G undbesi z b) Hil skassen, c) Sozial e siche ung 72 Sys em de Auswä iges I. A. Rech de Pe son 1. Be ölke ungswesen 2. Gesundhei swesen 3. P legscha swesen B. Geis esleben 1. Volksschule 2. Be u sbildung 3. Allgemeine Bildung, Si enpolizei, P esse B. Besonde e Teil 1. U p oduk ion: Be gwesen, Fo s wesen 2. Landwi scha 3. Gewe be 4. In e na ionale Volks- wi scha [456 nach Lo enz . S ein Rech swesen Inne es III. gesellscha liches Leben Diese S o disposi ion is abe keine o ganische O dnung des Inne n. Audi S ein e kenn nich , daß e au diese Weise sein Ziel — die O dnung und Gliede ung de Ve wal ung in o ganisch geschlossenen Au gabengebie en und in einem kong uen en Au bau de Ve wal ung — nich e eich , und sag , daß sich alle S aa en noch in de Suche be- änden, wie die inne e S aa s e wal ung zu gliede n is . Dazu is an- zume ken, daß in de p eußischen Ve wal ung zu Zei on Lo enz . S ein aus dem Gesam gebie de inne en S aa s e wal ung schon Kul us (1817), Handel und Gewe be, ö en liche A bei en und Land- wi scha (1848) als selbs ändige Resso s ausgeschieden und dami aus den ün klassischen Minis e ien des 18. Jah hunde s be ei s neun Au - gaben« und Ve wal ungsbe eiche gewo den wa en. Gegenübe seine E kenn nis de Wesenseigenhei und Wesensein- hei o ganisch geschlossene Au gabengebie e und seine Fo de ung on Ve wal ungsbe eichen, die den einzelnen Au gabengebie en kong uen sind, be on S ein, daß die Au lösung in einzelne Ve wal ungsbe eiche nich e gessen machen dü e, daß de S aa die Einhei sein muß, die alle Zwecke und Tä igkei en zusammen aß , um die höchs e Ha monie alle menschlichen In e essen zu e wi klichen. Nö ig sei deshalb eine O ganisa ion, in de die gemeinsamen F agen alle Ve wal ungsbe eiche OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:30 463] S aa und Ve wal ung om Technike gesehen 79 hohem Maße e leich e n; sie e möglichen besse als eine lange Be- sch eibung, mi einem Blick das Ganze des O ganismus, die Ab eilun- gen mi ih en K ä en und die Rangs u eno dnung zu e assen; sie lenken die Au me ksamkei au die schwachen Punk e, wie Übe - einande g ei en ode Beein äch igung on Ab eilungen, Zweihei de Ano dnung, Funk ion ohne Lei e , Mangel an einhei liche Lei ung usw.; diese Fo m de Da s ellung paß ü alle A en on Un e - nehmungen, ü die g oßen wie ü die kleinen". In Ta el 4 is de O - ganisa ionsau bau eines Eisenwe kes wiede gegeben. 6. Taylo und Fayol haben — wie Fayol es aussp ich — die Me- hode des Ca esius, die Me hode de empi ischen Fo schung s a des Ausgehens on Beg i en und Dogmen (Faus egeln) in die Un e - suchung de Fe igung und de indus iellen Ve wal ung einge üh . Taylo will eine Kombina ion on zwei Momen en e zielen, die ühe nich bes anden, nämlich 1. das Handeln des A bei e s du ch Ze legung alle A bei s o gänge in die kleins en und ein achs en Elemen e analy- sie en und g uppie en und danach die al e e b en Faus egeln de A bei so in Gese ze und Regeln e wandeln, daß eine in wissenscha - liche Be iebs üh ung a ionalisie e Tä igkei — g öß e Leis ung bei ge ings em Au wand an Pe sonal, Unkos en und Zei — da aus wi d, und 2. will Taylo eine neue Ve eilung de P lich en zwischen A bei e und Lei ung de a o nehmen, daß die A bei saus üh ung on de Lei ung nach den aus de A bei sanalyse abgelei e en P inzipien o ganisie wi d; die Lei ung nimm alle A bei , ü die sie sich besse eigne als de A bei e , au ih e Schul e , wäh end bishe as die ganze A bei und de g öß e Teil de Ve an wo ung au die A bei e gewälz wu de. Fayol aß sich dahin zusammen, daß seine Me hode de Ve besse ung des Be iebes da in bes ehe, die Ta sachen zu beobach en, zu sammeln, zu klassi izie en und zu deu en und aus diese Gesam hei on Vo a bei en Regeln ü die O ganisa ion und ü die Bes ellung des Pe sonals abzulei en und du ch die Einwi kung des Lei e s in die Ge- schä sp axis einzu üh en. Fü die me hodische Un e suchung on Un e nehmen e geben sich aus Taylo und Fayol ün Lei sä ze: 1. Die Un e suchung muß auße dem Objek und dem Subjek auch die Tä igkei e assen. 2. Die Un e suchung muß als e s es das Objek in seinen Eigenscha en und K ä en analysie en und e kennen. 3. Aus den e kann en Eigenscha en und K ä en des Objek s müssen die zu seine Ak i ie ung e o de lichen Funk ionen abgelei e we den und ü die a ionells e Tä igkei zu op imalen Zweck- e üllung abges imm we den. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:30 80 Ca l Wienecke [464 4. Das Subjek muß so be ähig sein, daß es die aus dem Objek ab- gelei e en Einzel unk ionen de Tä igkei bes ens e üll . 5. Aus den Sä zen 3 und 4 olg e de Schluß : das Subjek muß in seinem Au bau und seinen Be ähigungen aus den Eigenscha en und K ä en des Objek s bes imm we den. Das Ziel indus ielle Tä igkei is die E höhung de P oduk ion du ch g öß e Leis ung mi ge ings en Ve b auchswe en. Das Ziel de Ve wal ung muß sinngemäß sein die bes e Leis ung und Ve minde ung ih e Kos en du ch Ra ionalisie ung ih es Au baues und ih e Ge- schä s üh ung und du ch Leis ungs e besse ung ih e Funk ionä e. Fü die O ganisa ion de ö en lichen Ve wal ung olg aus Taylo und Fayol die Pa allele: Nich das Ve wal ungssubjek (Reich, Lände , K eise, Gemeinden), nich Beg i e ode Wo e, wie Sou e äni ä und Lände hohei , Föde alismus und Selbs e wal ung, Einhei und Ein- äumigkei de Ve wal ung, Poli ik und Funk ionalismus, Ve wal ung und Technik können Ausgangspunk e sein ü Au gaben e eilung und O ganisa ion de Ve wal ung, sonde n die Au gaben e eilung und die O ganisa ion de einzelnen Ve wal ungszweige müssen en wickel we den aus de konk e en Wi klichkei , aus den Funk ionen, die nö ig sind zu Ak i ie ung de Eigenscha en und K ä e des Objek s, de „S aa sau gaben, die jede S aa , de eine selbs ändige Gemeinscha sein will, sich s ellen muß". Die Me hode, das zu e kennen und au zubauen, ha A is o eles als Analyse des lebenden S aa es im Objek und Subjek be- g ünde . Lo enz on S ein ha die Me hodik o ge üh dadu ch, daß e das Ziel se z e, die Syn hese des a bei enden S aa es du ch die Ve - bindung on Objek und Subjek zu inden. Taylo und Fayol haben du ch Ein üh ung de Tä igkei als Ve bindung on Objek und Subjek den K eis de Be ach ung geschlossen. Aus dem We k diese Vie e geben sich ün O ganisa ions- p inzipien als Lei sä ze eine Funk ions heo ie de Ve wal ung. a) Ve wal ungsobjek : A bei s eilung in Funk ions- einhei en, b) Ve wal ungssubjek : O ganisa ion in Kong uenz mi den Funk ionseinhei en, c) Ve wal ungswi ken: Funk ionsbe ä igung in einhei - liche Aus ich ung de Ve wal ung, d) Ve wal ungskos en : Ra ionalisie e S ellenplan und Sachau wand, e) Ve wal ungsgü e: Funk ionsquali izie e S ellen- bese zung. Das Sys em bleib zu scha en. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:30 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:30 Analyse Sys ema ik de Ve wal ung aus de Funk ion S aa Volk O dnung de Gemeinscha Ve assung Pe sonens and Wahlen O dnungs-, Siche hei s-, K iminal-Polizei äuße e Gü e geis ige Gü e Einkommen Un e ich Ve mögen Kul u Abgaben Religion leibliche Gü e Gesundhei s- wesen K ankenwesen Fü so ge A bei sschu z A bei s e - siche ung A bei s e ag A bei spla z G und u. Boden Rohs o e und Na u k ä e Land- und Vieh- Be g- und Wi scha Hü enwesen Fische ei Rohs o - und E näh ung Ene giege- winnung Handwe k Indus ie Handel, Banken, Ve siche ung Wohn- und A bei ss ä ei Hochbau Siedlung S äd ebau Ve so gung Landesplanung ganismu Lebens o Mecha Geis eswissen- scha en Küns e Theologie Medizin Soziologie Gese z e Objek Tä igkei T agende Funk ionen Landbau und Ve e inä - A n g e w a n Wissenscha en Fundie ende P inzipien Ve waliungs o Syn hese I. Auswä iges II. Weh wesen III. Jus iz IV. Inne es Allgemeines V. Finanzen s aa s ech liche Dekonzen a io: einhei ss aa liche, bundess aa liche, zwischens aa liche Obe s e S aa sbehö den Gliede ung de s aa lichen Ve wal u VI. Un e ich s-, Kul u - und geis liche Angelegenhei en VII. Medizinalangel egenhei en, Sozial- und A bei swesen VIII. IX. Landwi scha Gewe be und und E näh ung Handel (Wi scha ) X. Ö en liche A bei en (Bauwesen) (1848) 1879 -19] Ein ich- ungsjah 1808 1808, 1919 1919 (1848) 1879 1933-1945 E i n h e i s g 1 i e d e u n g s p 1 a n de K o m m u n a 1 e w a 11 0 Allgemeine Ve wal ung 00 Ve assung 01 O ganisa ion 02 Sach e wal ung 03 Pe sonal 04 Au agsangele- genhei en 05 Besonde es 06 Rechnungs- p ü ungswesen I Polizei 10 S aa l. Polizei II Allgemeines 12 Siche hei s-;Pol. 13. Gewe be-Pol. 14 Sonde -Pol. 15 K iminal-Pol. 16 Lu schu z 9 Finanzen 2 Schalwesen 90 Allgemeines 20 Allgemeines 91 Ve mögens-21 Volksschule e wal ung 22 Be u sschule 92 Haushal 23 mi le e Sch. 93 Kassen- und 24 höhe e Schule Rechnungs 25 Fachschule wesen 26 S ad bilds ell. 94 S eue n 29 sons iges 95 Finanz-Schulwesen s a is ik 3 Kul u 30 Allgemeines 31 Wissenscha 32 Kuns 33 Volksbildung 34 Gemein- scha p lege 35 Heima p lege 36 ki chliche An- gelegenhei en 40 Allgemeines 41 o ene Fü so ge 42 geschlossene Fü so ge 43 eie Wohl ah 44 Familienun e s ü zung 45 Fü so geein ich ungen 46 Jugendhil e 47 Ein ich ungen de Jugendhil e 48 A bei slosen ü so ge 5 Gesundhei 50 Allgemeines 51 Gesundhei sp lege 52 Ein ich ungen! 53 Volkse üch igung 7 Wi scha s ö de ung und wi scha s ö de nde Ein ich ungen 70 Wi scha s ö de ung 700 Allgemeines 701 Landwi scha 702 Handwe k 703 Indus ie 704 Handel und Ma k wesen 705 Ve keh s ö de ung 706 Plaka wesen 71 wi scha s ö de nde Ein ich ungen 710 Schlach - und Viehho 711 Abdecke ei 712 Ma k hallen 713 S ad waage 6 Bau- und Siedlungs- wesen 60 Allgemeine Ve wal ung 61 Hochbau e wal ung 62 S äd ebau ui Planung 63 Siedlungs- wesen 64 Ve messung wesen 65 Wohnungs- wesen 66 Tie bau e - wal ung 67 Ein ich un- gen des Bai Wege- u. S i ¿enwesens OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:30 s heo ie Gebie Ve keh Gese zgebung Wasse s aßen und Wasse - wi scha Land- und O s- Eisenbahnen und Lu ah s a£en Kleinbahnen Pos - und Nach- s aa liche ich enwesen Ve wal ung Gewal Ve wal ung Rech ssp echung s aa liche Au sich Selbs e wal ung mus — Wi scha s o m d e Na u wissenscha en und Technik Na u gese ze adminis a i e — nachgeo dne e Behö den Dezen alisa ion Au ags e wal ung, Selbs e wal ung XII. Ve keh XII. Pos - und Nach- ich enwesen (1648) 1869 ung on 1937 Behö den: Kommunale Sons ige ö en - bü ge lich- ech - obe s e, Gebie skö pe - lich- ech liche liehe; na ü liche Obe -, Schä en: Kö pe scha en: und ju is ische mi le e, Bezi ke Kamme n Pe sonen, un e e, K eise Ins i u e p i a e und Diens s ellen Gemeinden Ve bände gemisch wi - Zweck e bände scha liche Un e nehmen Subjek 8 Wi scha liche Un e nehmen und Be eiligung 80 Allgemeines 81 Gemeindewe ke 82 S aßenbahn- und Au obusbe iebe 83 P i a - und Kleinbahnen 84 Ha en- und Umschlagbe iebe 85 Un e nehmen de Ve keh sbe ö de ung 86 Land- und o s wi scha liche, indu- s ielle und gewe bliche Un e nehmen 87 Ku be iebe 88 Sons ige OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:30 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:30 465] S aa und Ve wal ung om Technike gesehen 81 III. Sys ema ik 7. „Das Indi iduum, ja selbs Gese zgebung und Vollziehung, können du ch wi scha liche und gesellscha liche Gewal en sich d ängen lassen, ein einzelnes ü die en scheidende Haup sache zu e klä en. Ein Sys em is es, das zule z niemandem ges a e , in dem U eil übe eine Sache das U eil übe das Ganze zu e gessen." (Lo enz on S ein). Ein Sys em soll nach me hodischen G undsä zen die Bes and eile, Eigenscha en und Ta sachen, aus denen eine na ü liche Einhei zu- sammengese z is , inden, gliede n und o dnen; diese O dnung muß du ch empi ische und heo e ische Be ach ungen aus den immanen en Bedingungen de Einhei he ausgehol , nich aus Beg i en ode Dogmen in sie hineingeb ach we den; jede Bes and eil de Einhei e häl im Sys em du ch K i ik seine Bedeu ung und du ch De ini ion seinen Beg i . Das Sys em soll es e möglichen, die Einhei ü wissen- scha liche und p ak ische Zwecke un e bes imm en Gesich spunk en zu e assen. Die Bildung eines Sys ems ha also zwei Abschni e: Analyse und Syn hese. Die Analyse muß das Ma e ialobjek — das is hie de a bei ende im Subjek , Objek und in de Tä igkei in E schei- nung e ende S aa — es los ze legen und muß die Elemen e ein und geschlossen he ausdes illie en. Die Syn hese soll die einzelnen Bes and- eile au dem umgekeh en Wege de Analyse, in de Be ach ung des analysie en Ma e ialobjek es als Fo malobjek un e einem bes imm- en Gesich spunk e zusammen üh en, um die dem gese z en Zweck en - sp echende Einhei — hie die Ve wal ung zu E üllung de S aa s- zwecke — zu scha en. Analyse und Syn hese bilden als zusammen- hängende Reihe das Sys em, „denn de Übe legende analysie und lös seinen Plan wie eine geome ische Au gabe, und, was in de Analyse das Le z e is , das is bei de Ve wi klichung de Gedanken das E s e" (A is o eles). 8 a. De S aa is die Volksgemeinscha au eigenem Gebie mi eigene Hohei . Seine Zwecke sind Siche hei nach außen und im Inne n, ma e ielle Wohl ah und kul u elle Fö de ung de Volksgemeinscha . De e s e diese beiden Sä ze leg als G undanalyse die d ei Elemen e de Einhei S aa o en: Volk, Gebie , S aa sgewal . Volk und Gebie sind subs anzielle und dynamische Eleme e, die S aa sgewal is dynamisches Elemen . Volk und Gebie sind Objek , Volk und S aa s- gewal sind Subjek . Fo mung de Subs anz und Ak i ie ung de Dynamik des Objek s zu E üllung de Zwecke is die Au gabe des Subjek s, die du ch seine Tä igkei zu e üllen is . (1) Aus dem Inhal des Elemen s Volk e geben sich ie G und- au gaben: O dnung de Gemeinscha und So ge ü ih e Lebensgü e , nämlich — nach A is o eles — die äuße en, die geis igen und die leib- Schmolle s Jah buch LXXI, 4 6 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:30 82 Ca l Wienecke [466 liehen Gü e . Mi Bezug au das Gebie bes ehen ü seine Fo mung und En wicklung die ie G undau gaben: Nu zung des G und und Bodens, Nu zung de Rohs o e und Na u k ä e, Scha ung on Wohn- und A bei ss ä en und Scha ung on Ve keh smi eln. Jede diese ach Au gabeng uppen eil sich wei e in Un e g uppen, Einzelg uppen usw., z. B. die O dnung de Gemeinscha in Ve assungswesen, Pe - sonens ands- und Au en hal swesen, O dnungs-, Siche hei s- und K iminalpolizei usw. ode die G uppe Wohn- und A bei ss ä en in Hochbau, Siedlung, S äd ebau, Ve messungswesen, Landesplanung, Baupolizei, Ve so gung. Es is nich möglich, in einem Sys em die ein- zelnen Gebie e mi ma hema ische Siche hei gegeneinande abzug en- zen, sonde n es we den sich Übe schneidungen und o ene F agen e geben, z. B. die Zugehö igkei des Gesundhei swesens zu Polizei ode zu Sozial ü so ge ode zu G uppe de geis igen Gü e , ode die Zu- gehö igkei des Geld- und K edi wesens zu G uppe Wi scha ode zu G uppe Finanzen ode die Zugehö igkei des Beam enwesens zu G uppe O dnung de Gemeinscha ode zu G uppe Finanzen ode die Zugehö igkei de S a is ik zu G uppe O dnung de Gemeinscha ode zu G uppe Wi scha ode die Zugehö igkei de O ss aßen und des Nah e keh s zu G uppe Wohn- und A bei ss ä en ode zu G uppe Ve keh smi el ode die Zugehö igkei de Wasse wi scha zu Land- wi scha ode zum Bauwesen. Einzelhei en de Analyse we den hie nich wei e be ach e we den, da hie nu die G undgedanken de Sys ema ik und de Rahmen ü ih e zusammenhängende Fassung im Sys em en wickel we den sollen. Das E gebnis de Analyse des Objek s aus seinem Inhal sind also ach wesenseigene Au gabengebie e de Ve wal ung, ich ige neun, da Pos mi Nach ich enwesen ein eigenes Sonde gebie des Ve keh s- wesens is , das ande s gea e is als die ie Ve keh sans al en Wasse - s aßen, Lands aßen, Schienenbahnen und Lu ah . Dazu kommen die d ei Sonde gebie e Auswä iges, Weh wesen und Jus iz, so daß die Analyse mi zwöl Au gabengebie en ende . (2) Diese zwöl Au gabengebie e sind wesenseigen nich nu ih em Inhal nach, sonde n auch hinsich lich ih e Fo m, de äumlichen Ab- g enzung de Ve wal ungsbezi ke. Fü die aus dem Volkso ganismus en wickel en Au gabengebie e wi d die Abg enzung de Ve wal ungs- gebie e beding du ch die Ve eilung de Be ölke ung, demopoli isch, egional. Fü die aus dem Gebie smechanismus en sp ingenden Au - gaben wi d die Abg enzung de Ve wal ungs äume geophysikalisch eal beding du ch die Fundo e de Subs anz und die S ando e de P o- duk ion (z. B. Kohlenbezi ke, E zbezi ke) ode ande e Lagebedingun- gen (z. B. Wasse s aßen- und Wasse wi scha s e wal ung du ch den gemeinsamen Wasse einzugsbe eich). OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:30 467] S aa und Ve wal ung om Technike gesehen 83 ü die Rohs o - und Ene gie- gewinnung und Ve a bei- ung, ü Wohn- und A bei ss ä en, ü Ve keh sans al en 8 b. Die Tä igkei is zu be ach en nach A de Funk ionen, nach ih e Wi kungsweise und nach ih e Zweckse zung. (1) Die Funk ionen scheiden sich nach de A in d ei G uppen: agende Funk ionen, Hil s unk ionen und Einhei s unk ionen. 1. Die jedem Au gabengebie e cha ak e is ische und spezi ische Funk ion is die agende Funk ion des Au gabengebie es. Das is ü die O dnung de Gemeinscha : das Rech , ü die äuße en Gü e : das Rech , ü die geis igen Gü e : die Geis eswissenscha en, die Küns e, die Religion, ü die leiblichen Gü e : die Medizin, die Sozial ü so ge, die O dnung de A bei , ü die Nu zung des G und und Bodens: die Landbau- und Ve e inä - wissenscha en, die e schiedenen Zweige de Tech- nik, wie Be g- und Hü enwesen, angewand e Chemie und Physik, Maschinenbau und Elek o echnik, Fah zeugbau, Hochbau und Ve so - gung, Wasse s aßen und Wasse - wi scha , Land- und O ss aßen, Schienenbahnen, Lu ah , Pos und Nach ich enwesen. 2. Auße de agenden Funk ion e o de die Ak i ie ung jedes Au gabengebie es als Hil s- und Neben unk ion solche Funk ionen, die in ande en Au gabengebie en als agende Funk ionen e scheinen, mi ande en Wo en: die Ve wal ung jedes Au gabengebie es ha alle Au - gabengebie e au ih e Bedeu ung ü ih eigenes Gebie zu p ü en und zu seine eigenen bes en Ges al ung he anzuziehen; abe die Ve wal- ung jedes Au gabengebie es ha auch da ü So ge zu agen, daß du ch die In ensi ä de eigenen Tä igkei nich i gendein ande es kul u elles, soziales ode echnisch-wi scha liches Au gabengebie geschädig wi d. 3. Endlich muß in jedem Au gabengebie die Einhei s unk ion, die aus ich ende, da ü so gen, daß alle Funk ionen so ausgeüb we den, daß das einzelne Au gabengebie sein eigenes Ziel ollkommen e eich , daß es abe auch dem Ganzen de Volksgemeinscha bes ens und ein- hei lich dien . (2) Fü die Ausübung de Funk ionen, ü ih e Wi kungsweise e - gib sich en sp echend den beiden Elemen en des Objek s: Volk und Gebie ein Un e schied: 1. gegenübe dem Volk kann das gese z e Rech — mag es als agende Funk ion bei de O dnung de Gemeinscha und de äuße en Gü e ode als Hil s unk ion bei de Fö de ung de geis igen und de leiblichen Gü e e scheinen — du chgese z we den, 6* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:30 84 Ca l Wienecke [468 da die O gane des S aa es übe das Volk Willensmach gewinnen können. 2. Übe die Subs anz und die K ä e des Gebie es dagegen is — abgesehen om Eigen ums ech — wede dem S aa e noch dem ein- zelnen die Möglichkei de Behe schung gegeben; sie we den be- he sch du ch die Na u gese ze, die dem He sche willen des Men- schen als es e Sch anke gegenübe s ehen. Doch kann de Mensch inne halb diese Sch anken die K ä e und die Subs anz des Gebie es sich nu zba machen, wenn e ih e Gese ze e kenn und ane kenn und aus diese Kenn nis sie als Mi el zu Nu zung des Gebie es nach seinen Zwecken ges al e . Das können die Na u wissenscha en als E kenn nis und die Technik als Anwendung; sie sind ü die Ak i ie ung des Ge- bie s das undie ende P inzip. Fü die O dnung de Gemeinscha und ih e äuße en Gü e is das gese z e Rech das undie ende P inzip. (3) Nach ih em Zwecke be ach e is die Tä igkei 1. Objek e wal- ung (eigene ode Au ags e wal ung), wenn sie au die olle E üllung de Zwecke des Au gabengebie es ge ich e is . 2. Is die Tä igkei nu da au ge ich e , da übe zu wachen, daß die Objek e wal ung die zu Wah ung de In e essen de Allgemeinhei e lassenen Gese ze und Ve o dnungen beach e , so is sie Au sich s e wal ung als Hohei s- au sich . Is die Tä igkei da au ge ich e , die E üllung des Au ags zu übe wachen, so is sie Au agsau sich . 8 c. Das Subjek ha A is o eles in d ei G uppen gegliede : Gese zgebung, Ve wal ung und Ge ich swesen. Die Ve wal ung ha e wei e be ach e in ho izon ale Gliede ung nach Kompe enz- be eichen und in e ikale Gliede ung nach Äm e s u en. De S aa des A is o eles wa die polis, de S ad s aa , de eine unmi elba e S aa s- e wal ung ha e. (1) Heu e is die Ve wal ung ho izon al zu gliede n in s aa liche Ve wal ung und in Selbs e wal ung. Die s aa liche Ve wal ung e - schein als einzels aa liche, als bundess aa liche, als zwischens aa liche. Die Selbs e wal ung e schein als bü ge lich- ech liche und als kom- munale de Gebie skö pe scha en (Gemeinde, K eise, Bezi ke) und de Zweck e bände (Dezen alisa ion). (2) Die s aa liche Ve wal ung s u sich e ikal ab (Dekonzen a- ion) in Minis e ien, obe s e und obe e, mi le e, un e e Behö den und in Diens s ellen. Die zwischens aa liche Ve wal ung ha je nach ih em Zweck Sonde o men, z. B. ha die „eu opäische Gemeinscha ü Kohle und S ahl" (Schumanplan) eine Hohe Behö de und einen Minis e a auße de gemeinsamen Ve sammlung und dem Ge ich s- ho . Die UNO ha Sek e a ia , Gene al e sammlung und d ei Rä e, den Siche hei s a , den T euhandscha s a und den Wi scha s- und Sozial- a , on denen de Wi scha s- und Sozial a in d eizehn Einzel- o ganisa ionen ge eil is (A bei , Landwi scha , E ziehung, Wissen- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.4.65 | Gene a ed on 2023-04-04 11:05:30