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Marktwirtschaft und Zwangswirtschaft

Abstract

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Marktwirtschaft und Zwangswirtschaft

Author: Kerschagl, Richard
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1961
DOI: 10.3790/schm.81.6.1
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/290980/1/schm.081.6.001.pdf
Ke schagl, Richa d
A icle
Ma k wi scha und Zwangswi scha
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Ke schagl, Richa d (1961) : Ma k wi scha und Zwangswi scha , Schmolle s
Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo ,
Be lin, Vol. 81, Iss. 6, pp. 1-21,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.81.6.1
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/290980
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Ma k wi scha und Zwangswi scha
Von
Richa d Ke schagl- Wien
I.
Wenn wi die Cha ak e is ika de einen Ma k wi scha ode iel-
meh des Modelles eine solchen be ach en, so e schein uns als eines
de wich igs en Momen e eine solchen die eie P eisbildung du ch
Angebo und Nach age au deim Ma k e. Hie bei e geben sich so o
zwei wei e e Momen e: die eie Konku enz au Sei e des Angebo es
wie de Nach age, und dami die eie Wahl au Käu e - wie au
Ve käu e &ei e, dahe au de P oduzen ensei e die E zeugung je nach
de ü den P oduzen en güns igs en, du ch Um ang und S ä ke de
jeweiligen Nach age gegebenen E agslage. Im Wesen lichen wi d
die maßgebliche ,Spiel egel4, mag es sich um einen öllig eien Ma k
ode um ein Monopol (handeln, die des soigenann en Cou no sdien
Gese zes sein, also das S eben, den jeweils möglichen ela i höchs en
Einzelgewinn bei jeweils möglichem höchs en Absa z olumen zu e -
zielen. Hie bei wi d ¡die Un e g enze des P eises s ik e du ch die
Selbs kos en, und zwa bei ich ige Wi scha s echnung nich de
P oduk ionskos en, sonde n de Rep oduk ionskos en, gegeben sein.
Das Gegen eil da on, mag es nun du ch eigene Fehl echnung ode
du ch behö dliche Ano dnung bewi k sein, muß un ehlba zu En -
kapi alisie unig nich nu ides Einzelun e nehmens, sonde n de Ge-
sam wi scha üh en, gleichgül ig, in wessen Händen sich die P o-
duk ionsmi el jeweils be inden. Cha ak e is isch ü die eine Ma k -
wi scha is wei e s das eie Funk ionie en des P eis-Kos en-Me-
chanismus au allen Gebie en und nich nu dem de Gü e e zeugung,
sonde n auch au denen des Diens leis ungsma k es, Kapi alsma k es
usw.
Schließlich wä en noch zwei cha ak e is ische Momen e he o zu-
heben: Die Du chse zung des Leis ungsp inzips au allen Gebie en
und die Übe agung des Gedankens de eien Wi scha om na io-
nalen auch au das in e na ionale Gebie , beziehungsweise die
zwischens aa lichen Wi scha sbeziehungen. Es is kla , daß eine e -
nün ige Anwendung des Kos enp inzips nu au gebau we den kann
im engs en Zusammenhange mi den idiesen Kos en en sp echenden
1 Schmolle s Jah buch 81, 6
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2 Richa d Ke schagl 642
Gegenleis ungen. Es sind demen sp echend Leis ungslöhne ein y-
pisches Momen de Ma k wi scha , wobei die Bemessung de
Leis ung sich au dem eien Ma k aus Angebo und Nach age
e gib . Genauso, wie in de Gü e p oduik ion die He s ellungskos en
die Un e g enze des P eises bilden — und nu die Un e g enze! —
genauso bilden beim Lohn die Lebenskos en die Un e g enze des
Angebo es an A bei sleis ung, und zwa wiede um nu idie Un e -
g enze!
Auch au de Gewinn-, beziehungsweise E agssei e wachsen die
Bäume nich in den Himmel, solange ech e Ma k wi scha he sch .
Hie he gehö e s ens die Konku enz, welche gewinnd ückend wi k
und sowohl zu He abse zung de möglichen Gewinns spanne als auch
zu ene gischen Bemühungen bei äg , du ch Kos ensenkung sie zu e -
hal en und zu e eidigen, sobald dies wegen de Konku enz ein
au de P eissei e nich meh möglich is . Hie he gehö wei e s das
Cou no sche Geise z, welches zwing , de Ta sache Rechnung zu agen,
daß du ch jede P eise höhung de K eis d'e ,G enzkäu e ' e eng
und du ch jede P eissenkung e wei e wi d, solange, bis de , igide
Punk des Konsums' e eich is , idas heiß Nach age zu keinem
P eis meh o handen is . Abe auch on Sei en de S eue , sowie
sie in i gendeine Rich ung p og essi is ode sich p og essi aus-
wi k , wi d da ü geso g , daß die Bäume nich in den Himmel wach-
sen. In dem Momen alle dings, wo die S eue zu eine A on
,leoninischem Ve ag zwischen P i a en unid S aa 4 wi d, kann de
P oduk ions- und Leis ungswille ganz au hö en, auch wenn noch
i gendein Ne oe ag übe bleib .
Dem P inzip de einen Ma k wi scha im Inne n en sp ich das
P inzip des absolu en F eihandels nach außen. Es is alle dings aus
de Wi scha sgeschich e genügend bekann , daß es sich hie meis
um eine ein heo e ische Fo de ung handel , die p ak isch niemals
uni e sell in unse e Indus iegesellscha oin heu e angewende be-
ziehungsweise e wi klich wo den is . Sie is en wede nu on wei
übe legenen S aa en au ges ell ode doch i gendwie e i o ial be-
g enz ode abe als Endziel eines langen, ja p ak isch wegen des
dynamischen Cha ak e s de Wi scha unübe sehba en Übe gangs-
s adiums au ges ell wo den. Dem e s en Fall en sp ich e wa das
Ve hal en Englands zu Beginn de eu opäischen Inidus ialisie ungs-
epoche, dem zwei en Fall die heu igen Ideen on EWG, EFTA usw.,
dem d i en Fall die Lis sche Idee de E ziehungszölle in allen ih en
Va ia ionen. Vo allem abe is diese Idee in ih e ollen Reinhei
on dem heu igen Haup ziel alle Wi scha spoli ik übe scha e ,
nämlich de Fo de ung nach Vollbeschä igung, ein nich nu wi -
scha liches, sonde n auch o allem ein poli isches Ziel jede S aa s-
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643 Ma k wi scha und Zwangswi scha 3
poli ik ka ' exochen. Es gib heu e kaum eine Regie ung, ja kaum
einen S aa , de eine länge e Pe iode g öße e A bei slosigkei übe -
leben wü de, zumindes nich bei Anwendung demok a ische G und-
sä ze bei de Bes immung de S aa s üh ung. F eilich muß diese«
P inzip de Vollbeschä igung — wi kommen noch an ande e S elle
da au zu ück — eue genug bezahl we den. Ganz abgesehen da on,
daß, allen Ve suchen zum T o z, bishe p ak isch noch ni gends de
Beweis da ü e b ach wo den is , daß Vollbeschä igung ohne E -
scheinungen eine In la ion — sei es auch eine dosie en — möglich
sei, is Vollbeschä igung zwei ellos nich ge ade leis ungs ö de nd,
geschieh iel ach un e Au ech e hal ung un en able Be iebe au
Kos en deis g öß möglichen Sozialp oduk es und wi d nu allzuleich
zu unech e Vollbeschä igung, das heiß zu Beschä igungen, die dem
in eine Wi scha möglichen op imalen Geb auch de nun einmal an
sich imme nu in beg enz e Menge o handenen ech en Konsum-
und P oduk ionsgü e nich en sp echen.
Imme hin ha sich, in e na ional gesehen, die Ma k wi scha in-
so e n o einen höhe en G ad on wi scha liche Ve nun be-
wah — alle dings wegen de unzähligen Dumpingmöglichkei en
imme nu ganz allgemein gesehen daß man im zwischens aa lichen
Ve keh niemand zwingen kann, ge ade bei dem eu e en Ve käu e
einzukau en ode Kapi al ü einen o ensich lich un en ablen Ve -
wendungszweck zu Ve ügung zu s ellen, wenigs ens solange de -
a ige E wägungen au 'de ein wi scha lichen Ebene bleiben.
Wenden wi uns nun den Vo eilen zu, welche .eine eine Ma k -
wi scha zu bie en e mag. Zwei ellos is sie geeigne , die ü den
Konsumen en güns igs e und na ü liche P eislage zu scha en. Sie
siche die E hal ung de Subs anz de Wi scha und ih en Fo -
sch i du ch angemessene Bildung on neuem Kapi al. Sie: siche ein
Höchs maß an pe sönliche F eihei . Sie üh zu maximalen Leis un-
gen inne halb de Wi scha und üh zu s ä ks möglichen Bildung
ech en Sozialp oduk es ohne Kapi al e zeh .
Ebenso abe sind ih e Nach eile nich zu e kennen. De al e
Sp uch des Kong Fu Tse, daß de bes e S aa de siei, on dem man
am wenigs en me ke, ha na ü lich auch seine Scha ensei en. Die
Ge ah de Un e lassung auch eine e nün igen Be ücksich igung
be ech ig e soziale Momen e is zwei ellos gegeben. Schwe punk e
wünschenswe e S a bedingungen selbs ü wi scha lich du chaus
ich ige Wi scha sexpansion we den in ih zwei ellos manchmal
übe sehen. Daß sie die Vollbeschä igung als p imä es Ziel de Wi -
scha spoli ik auch inne halb e nün ige G enzen, nich imme und
unbeding be ücksich ig , is be ei s gesiag wo den. Es is auch du ch-
aus möglich — alle dings auch inne halb de Planwi scha — daß
l
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sich Schwe punk e on Kapi alszusammenballungen inne halb de -
selben bilden, die ehe monopolis ischen Tendenzen als solchen ech e
eie Ma k wi scha en sp echen. Sie wind o dazu neigen, den
einen P oduk ionsmechanismus zuunguns en des Ve eilungsmecha-
nismus in seine Bedeu ung zu übe schä zen — wenn auch das Gegen-
eil da on mindes ebenso ge äh lich is .
II.
Ein Modell de Zwangswi scha is ungleich schwie ige au zu-
s ellen als eines -de Ma k wi scha . Es gib nämlich unzählige, o
seh komplizie e Modelle eine Zwangswi scha und inne halb de
einzelnen Modelle wiede zahl eiche S u en de ge o enen Maß-
nahmen. Gemeinsam! is allen diesen Modellen eigen lich nu zweie -
lei: eine meb ode wenige zen ale Lenkung und das Eigen um ode
doch die Ve ügungsgewal übe säm liche ode doch einen seh we-
sen lichen Teil de P oduk ionsmi el. Von den möglichen Cha ak-
e is ika eine Zwangswi scha lieg ein seh g oße Teil au dem
Gebie e de P eise. Denn wenn man ein ach on di igie en P eisen
sp ich , wie dies o geschieh , so is diese Beg i so wei , daß e
alles Mögliche einschließen kann. Au jeden Fall is ein Abgehen
on de Kos en-plus-Gewinn echnung zu e zeichnen. Die Selbs kos en
bilden nich meh die un e s e P eisg enze und die obe s e wi d nich
meh du ch dem au dem Ma k e zielba en Gewinn bes imm . Schon
diese Ta sache mach wei e e und neue Lenkungsmaßnahmen nö ig.
P oduk ionszweigen, die ohne Gewinn ode mi Ve lus a bei en, is
wede eine Absch eibung noch ga eine Neuin e<s i ion nach no malen
G undsä zen möglich. Es müssen dahe eine sei s Mi el neu zuge-
üh we den, die ein P i a e nach no malen G undsä zen niemals
he geben wü de; dahe müssen ande e sei s ö en liche Mi el ein-
sp ingen, ö en liche Mi el, die na ü lich le z en Endes du ch S eue n
au geb ach we den umd le z en Endes doch wiede au Kos en des
Konsumen en gehen müssen. Typisch hie ü is e wa de sogenann e
Mie e schu z, de die Au b ingung imme neue Mi el ü einen sons
selbs e s ändlich un e bleibenden Wohnungsbau aus S eue mi eln —
denn auch Anleihen müssen schließlich aus S eue n e zins und ge-
ilg we den — nö ig mach ode das De izi on Bahnen, wo nied ige
Ta i e schließlich mi S eue mi eln bezahl we den müssen. Das Sys em
de küns lichen P eise6 e eich seinen Höhepunk schließlich in den
sogenann en di e enzie en P eisen, wo die Einhei de P eise au
dem Ma k e du chb ochen wi d und e schiedene Pe sonen ode
Pe soneng uppen ü dieselbe Sache e schiedene P eise zu en ich en
haben. Rein echnisch is dies meis nu übe s aa liche Ve eilungs-
s ellen und du ch ein Ka ensys em möglich, selbs e s ändlich un e
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645 Ma k wi scha und Zwangswi scha 5
Ausschal ung jede Gewinn- und Ve lus echnung bei de P oduk ion,
zumindes jede ech en. Daß dabei p ak isch die Di e enzie ung
de indi iduellen Kau k a du ch die, indi iduelle, ela i e Einkom-
menshöhe au gehoben wi d, also ein Sys em nich nu on
Schein-
p eisen
, sonde n gleichzei ig auch on
Scheineinkommen
en s eh , is
selbs e s ändlich. Wenngleich au dem Gebie e de Gü e p eise die
unangenehmen Folgen dieseis Sys ems es selbs in S aa en zwangs-
wi scha lichen Sys ems als Ganzes meis wiede e schwinden ließen,
is es doch soga in S aa en ¡ma k wi scha lichen Sys ems in meh
ode wenige e hüll e Fo m e häl nismäßig häu ig, besonde s, so-
wei es sich um K edi e und Diens leis ungen handel . Hie seien
nu als kleine Beispiele die Zins ußbegüns igungen ü bes imm e
G uppen on K edi nehme n und die Fah begüns igen ü bes imm e
G uppen on Pe sonen e wähn . In dieselbe Ka ego ie gehö en abe
le z en Endes auch »die di e enzie en Abnahmep eise ü bes imm e
Lie e an en landwi scha liche P oduk e, die — alle dings meis
chao ische — Ges al ung on Mie p eisen, die Abgabe , e billig e ',
das heiß om S eue zahle bezahl e P oduk e übe haup . Besonde e
Bedeu ung komm in einem solchen Sys em dem Gedanken zu, eine
sogenann e
P oduk i i ä
ans elle de Ren abili ä zu se zen. Hie bei
wi d meis mi einem öllig e schwommenen und unkla en Beg i
de P oduk i i ä gea bei e . Mi dem ein echnischen P oduk i i-
ä sbeg i is hie nich s anzu angen und de e agsmäßige Ren abili-
ä sbeg i äll meh ode wenige mi -dem de Ren abili ä zu-
sammen. So bleib denn le z en Endes meis nu eine ganz unkla e
Vo s ellung üb ig, wie e wa die ,Weckung wi scha liche K ä e6,
die ielleich i gend wann einmal in E scheinung e en sollen, oide
des „P ima s de Vollbeschä igung auch um den P eis on Ve lus en
und des dami e bundeinen auch olkswi scha lichen Subs anz e -
zeh s" ode auch die Idee, die Ve lus e in einem Un e nehmen du ch
den Übe schuß des ande en bezahlen zu lassen, wobei imme übe -
sehen wi d, daß dann zwa im bes en Fall kein Ve lus , abe auch
kein ode nu ein geminde e E ag, also ein siche e E agsaus all
au i gendeine S u e, üb igbleib . Vielleich das g a ie ends e Mo-
men eine solchen Zwangswi scha abe is , daß sie nu allzuleich
ühe ode spä e eine „
planlose Planwi scha
" wi d, da sie übe
keine ech e, ja nich einmal meh übe eine übe sehba e Wi scha s-
echnung e üg . Es is dahe du chaus e s ändlich, daß man soga
in zwangswi scha lichen Sys emen ühe oide spä e — meis
spä e — und ganz ode eilweise — meis nu eilweise — bemüh
is , i gendwelche Momen e de Ma k wi scha einzubauen, um
wenigs ens so e was ähnliches wie eine wi kliche, wenn auch unech e,
Wi scha s echnung au bauen zu können und nich öllig den ech-
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6 Richa d Ke schagl 646
nungsmäßigen Boden un e den Füßen zu e lie en, ohne den le z en
Endes nich einmal die Fik ion eine Wi scha s echnung meh au -
ech e hal en we den kann.
Unse Bild wä e un olls ändig, wü den wi nich auch des Um-
s andes gedenken, daß die En lohnung in planwi scha lichen Sys e-
men leich imme s ä ke om Leis ungsp inzip abgeh und zum
Alimen a ionsp inzip übe geh . Tä e ode u sie dies nich , so wü de
sie nu allzuo die K i ik e ah en, daß sie ,auch nich besse sei als
das Sys em kapi alis ische Ausbeu ung6. Da »ich dies in de Regel
nich di ek du ch üh en läß , weil es sons bei ungleichem Lohn ü
gleiche unmi elba e Leis ung auch den le z en Leis ungswillen e -
ö en wü de, übe nimm den ,alimen i en Teil6 des Lohnes in de
Regel die ö en liche Hand — auch da nich imme o/hne nega i en
Ein luß au den Leis ungswillen. Vom S andpunk e olkswi scha -
liche Gesam echnung aus gesehen, ände dies alle dings nich s an
de nich leis ungsmäßigen Ve eilung des Sozialp oduk es. Zwei ellos
is die Regelung im Sinne eine du chaus be ech ig en Be ücksich i-
gung alimen ä e Momen e du ch s aa liche Zusa zleis ungen jeden-
alls, sowohl om S andpunk e de Wi scha s echnung wie dem de
Leis ungs ö de ung, jede ande en Regelung o zuziehen, wenn man
sich nu dessen bewuß bleib , daß die dazu au gewende en S eue -
gelde le z en Endes wiede als Kos en ak o in de P oduk ion und
dami in den P eisen e scheinen müssen.
Wenden wi uns nun den Vo eilen eines solchen Sys ems zu. Es is
unleugba , daß in Momen en eine no wendigen Zusammenballung
on K ä en, ähnlich wie beim Mili ä , eine zen ale s a e Leis ung
gewisse Vo eile au weis . Sie kann zu Meh leis ungen, zu bewuß en
Schwe punk bildung de Ans engungen in bes imm en Be eichen, zu
o übe gehend soga seh g oßen E olgen üh en. Es kann zu En -
wicklung ganz neue P oduk ionszweige üh en, die ielleich sons ,
zumindes gewisse Zei noch, unen wickel ode un e en wickel ge-
blieben wä en. Es kann zu eine Vollbeschä igung, ja zu eine solchen
um jeden P eis üh en und ih e Au ech e hal ung siche n hel en.
Diesen Vo eilen s ehen alle dings eno me Nach eile gegenübe ,
eben als de P eis, de da ü bezahl we den muß. Zualle e s wä e
de Ve lus de pe sönlichen F eihei zu e wähnen, on de F eihei
de Be u swahl bis zu F eihei de Wahl des Käu e s — denn es
wi d ja nu meh nach einem dek e ie en ,Beda 6 und nich nach
pe sönlichen Wünschen und Bedü nissen e zeug und zuge eil . Daß
in einem solchen Sys em ohne gene elle ech e Kau k a und ohne
ech e Wi scha s echnung das Geld seinen Cha ak e o al ände ,
is wohl selbs e s ändlich. Es wi d beim Ka ensys em sozusagen
„schizoph enindem die Kau k a zwischen Ka e und Geldschein
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647 Ma k wi scha und Zwangswi scha 7
ge eil wind, es wi d du ch dek e ie e P eise zu einem Geld ohne
ech e Kau k a pa i ä en und schon dami ein eines Inlandsgeld.
Die mangelnde F eihei des Geldes e schlimme noch die m-angelnde
F eihei des Geldbesi ze s. Daß die no wendigen Fehle de Wi -
scha s echnung zu unausbleiblichen und soga nich meh ech zei ig
e kennba en Subs anz e lus en üh en müssen, haben wi be ei s
gezeig . Daß ein allgemeine Leis ungs ückgang um so s ä ke au -
i , je meh das Alimen a ionsp inzip in den Vo de g und i , is
wohl selbs e s ändlich. An die S elle eines o zugegebene maßen
übe iebenen einem E agss ebens i o Bü ok a isie ung, Ve -
an wo ungsscheu und in «dem Maße, als eine Ve s aa lichung um
sich g ei , Poli isie ung. Es en s ehen bei de Ve s aa lichung noch
leich e Mammu gebilde als bei de Ve us ung und an die S elle
eine a sächlich beim ex emen ma k wi scha lichen Sys em o
schwe e eichba en „Ve menschlichung des S aa es" i die mindes
ebenso une wünsch e „Ve s aa lichung des Menschen". Daß ein solche
Vo gang zu e höh em S eue d uck und zu e höh e In la ionsge ah
leich üh en kann, e gib sich schon da aus, daß eine unech e P eis-
echnung und Wi scha s echnung die G enzen nich ¡meih e kennen
läß , wo es sich nu meh um ik i e Kau k a schöp ung handel und
ob und wo ©ine Übe legenhei de s aa lichen Wi scha s üh ung wi k-
lich bes eh . Dieise F age, die seh schwe und zu e schiedenen Zei en
wohl auch seh e schieden zu bean wo en is , .e o de zu ih e
ich igen Bean wo ung ge ade die genaues e Wi scha s-, E ags-
und We schöp ungs echnung, soll sich nich de
John-Lawsdie-I um
in ungeahn en Ausmaßen wiede holen.
De menschliche Geis is nu allzuleich geneig , o Schein-
leis ungen hoch zu bewe en und den Menschen da übe zu e gessen.
Au den Knochen on Millionen Skla en sind die Py amiden e bau ,
au S ömen on Blu neue Wi scha s- und Sozialsys eme e ich e ,
um den P eis g öß e Un eihei gigan ische echnische E olge jede
A sowie ungeheue liche; Mach zusammenballungen gescha en wo -
den. Meh als zwei elha bleib alle dings, ob diese ,E olge6 als
le z e We e i gendeine Bedeu ung besi zen und nich nu Gö zen
sind, denen in Wi klichkei „alles Menschliche emd" is .
III.
Wi haben e such , im Vo he gehenden so e was wie einen Ideal-
ypus de Ma k wi scha und de Planwi scha zu kons uie en
und das Fü und Wide diese Ideal ypen abzuwägen. Unse e Be-
ach ung wü de abe gewisse maßen im lu lee en Raum s ehen,
wü den wi nich noch zwei Momen e in diesem Zusammenhange
e ö e n: die Ta sache, daß in de Ma k wi scha gewisse zwangs-
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8 Richa d Ke sdiagl 648
wi scha liche Fak o en sich eingeschlichen haben und do im Be-
wuß sein de Massen schon Selbs e s ändlichkei en gewo den sind
und, ice e sa, das Eind ingen s a ke ma k wi scha liche Fak-
o en in so gu wie allen ealisie en Fo men de Zwangswi scha ,
so daß p ak isch as übe all Misch o men de e schiedens en A
en s anden sind, die üb igens in den meis en Fällen ga nich meh
als Misch o men emp unden we den. Be o wi in die Schilde ung
de Einzel o men solche Misch o men ein e en, sei es ges a e ,
noch ein paa Wo e übe die sogenann e „Soziale Ma k wi scha "
zu sagen. Um es gleich kla zus ellen: eine soziale Ma k wi scha
als Modell gib es nich . Es handel sich eben ein ach um eine Misch-
o m, wobei da nach ge ach e wi d, so iel als möglich on den
essen iellen Momen en de Ma k wi scha zu e hal en und doch ge-
wissen soizialen Pos ula en de e schiedens en A gleichzei ig Rech-
nung zu agen. Schon aus diese Fes s ellung wi d kla , wa um es
ein ech es Modell eine sozialen Ma k wi scha im heo e ischen
Sinne ga nich geben kann. Die Mischung on Sein und Sein-Sollen,
die diese Idee inhä en is , schließ schon ein me hodologisch ein
ech es Modell im Sinne ech e wissenscha liche Theo ie aus. Da -
übe hinaus abe is auch dieses Sein-Sollen iel ach zei - und um-
s ändebeding und äg , wenn auch o im gu en Sinne, ein oppo -
unis ischen Cha ak e , oppoi unis isch o allem im Sinne des jeweils
poli isch Du chse zba en. Dies wi d soga seh o das poli isch Ve -
nün ige sein, wenn wi Poli ik als die Kuns des E eichens des
jeweils Bes möglichen e s ehen. Abe schon dieses Wo om Bes -
möglichen en häl wiede ein We u eil und is als solches de
E wägung und Abwägung au e schiedenen We skalen un e wo en
und dahe du chaus di e en .
Um zu den einzelnen Misch o men zu ückzukeh en: Schu zzölle
sind in de einen Ma k wi scha ebenso ein zwangswi scha liche
Fak o wie die p og essi e Bes eue ung als eines de Haup mi el
zu Scha ung eines zwei en, s aa lichen Einkommensk eislau es. Die
küns liche Manipulie ung des Zins ußes, und zwa sowohl du ch die
No enbank als bei di e enzie en Bedingungen ü bes imm e K edi e
de Komme zbanken is zwei ellois ein S ück Zwangswi scha . Daß
alle Fo men des Mie e schu zes ein S ück Zwangswi scha da s ellen
und zu imme neuen »wangswi scha lichen Fo men auch au ande en
Gebie en üh en, ja üh en müssen, is kla . Die sogenann e Ka ell-
gese zgebung mag ,man wohl als einen Ve such zu E hal ung eie e
Wi schia s o men da s ellen, welche du ch s aa liche Eing i e siche -
ges ell we den sollen. Abe bedeu e nich schon de s aa liche Ein-
g i an sich wiede eine, wenn auch ande s gea e e, zwangswi -
scha liche Maßnahme? Von den Bekämp e n de Ka elle wi d
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655 Ma k wi scha und Zwangswi scha 15
Ak ienbesi ze s in beizug au E ag seh s a k an, ohne die Rücken-
deckung des Subs anzwe es und de dami wenigs ens eilweise au -
e enden Ku ssiche ung zu besi zen. Hie &oll selbs e s ändlich nich
on einem bes imm en Lande die Rede sein, schon weil in unse e
modellha en und s a k abs ahie enden Da s ellung nich alle ande en
und o .seh wich ige Nebenmomen e be ücksich ig we den können.
Aus unse en Be ach ungen beide Spa en e gib sich abe mi
g öß e Deu lichkei , daß es auch die wohl e s andene Au gabe de
Gewe kscha en sein müsse, D eie lei zu un, um die Kau k a de
Löhne, auch de e höh en Löhne, zu siche n:
E s ens: Nich nu die Kau k a de Löhne selbs , sonde n auch
die de Spa gelde de A bei nehme und die wesen lich igide en
Sozialleis ungen kau k a mäßig zu schü zen.
Zwei ens: Da ü zu so gen, daß Lohne höhungen nu un e so g-
äl igs e Be ücksich igung de P oduk i i ä in jede Spa e zu e -
e en und insbesonde e de Übe wälzungsp oizeß alle Kos enbes and-
eile ebenso so g äl ig zu beach en und zu. beobach en sind wie die
scheinba e ziel e Lohnhöhe. Hie bei da e s ech nich e gessen
we den, daß die Eigen um sbildung beim A bei nehme wede ges ö
noch e hinde we den isoll, soll ech e Gleichbe ech igung des A bei -
nehme s schließlich e ziel we den. Jede, abe auch jede Lohne hö-
hung ode E agse höhung in i gendeine Spa e de P oduk ion,
sowei sie le z en Endes in la o ische E scheinungen auslös , is un-
beding zu eue bezahl ! Die Wissenscha besi z heu e, Go sei
Dank, genügend e läßliche Me hoden, um dies einwand ei und un-
pa eiisch es s ellen und jeden Lügen s a en zu können, de Un-
wah es behaup e . Die Wissenscha besi z -alle dings keine Me hode,
welche an de Ta sache e was ände n könn e, daß Gewal nich nu
Rech , sonde n auch wi scha liche Ve nun nich <zu e se zen e -
mag! Und noch wenige e mag sie ein Rezep anzugeben ü den
,T aum de mode nen Alchimis en4, In la ion ohne In la ionswi kun-
gen be eiben zu können!
Dami sind wi «abe bei eine de unsinnigs en Fo de ungen an-
gelang , die imme wiede in den Köp en de Menschen, soga on
Pseudowissenscha le n e e en, he umspuk : In la ion ohne In la-
ionswi kungen! S a lose Du ch üh ung hemmungslose Geld e meh-
ung ohne gleichzei ig disponible Konsumgü e e meh ung bei glei-
chen ode »womöglich gesenk en Kos en und P eisen! Es handel sich
hie bei nich um die Gü e e meh ung an sich, sonde n um die ech e
Ve meh ung wi kliche Konsumgü e . Man kann, neben den be ei s
au ges ell en Sä zen, hie bei noch e wa olgende Faus egeln au -
s ellen, ohne in eine zu komplizie e, wenn auch an sich ich ige e
De ailun e suchung de Zusammenhänge einzugehen:
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16 Richa d Ke schagl 656
P oduk i gu e 9
also e wa Elek izi ä swe ke, Maschinen usw. e en
nu mi ih em jeweiligen E ag an Konsump oduk en in den Gü e -
k eislau ein. Es en s eh also eine Di e genz zwischen gescha ene
Kau k a und gescha enem Komsumgü e o a , solange, bis das
P oduk i gu "du ch Konsumgü e — einschließlich seines eigenen
Ve b aucheis und seine E hal ungskos en — gewisse maßen amo i-
sie 6, bzw. in Konsumgü e e wandel is . Diese
jn la o ische
Übe b ückungszei aum6
i nu dann nich in E scheinung, wenn
das P O'duk i gu aus ech em Kapi al gescha en wo den is , also seine
Basis in be ei s gescha enen Konsumgü e n, die de Spa e jedoch
noch nich e b auch , bzw. nich angescha ha , besi z .
Je kü ze die
,konsumgü e mäßige Au üllung des in la o ischen
Übe b ückungszei aumes
4 is , des o ge inge sind die Bedenken, hie
auch bis zu einem gewissen G ade iduzia en K edi ein ließen zu
lassen. Dies is die , olkswi scha liche Sei e6 de P oduk ionsgü e -
scha ung.
Konsumgü e ,
die nich ode nich übe den Ges ehungskos en ab-
se zba sind, e meh en nich ode nu au Kos en des Volks e mö-
gens ode , ku z gesag , de Kapi aldecke de Wi scha den ech en
Konsumgü e k eislau .
Kein außenwi scha lich s a k abhängiges Land kann zu Übe -
p eisen seinen
E xpo gü e k eislau
abse zen und dami seinen Im-
po bezahlen. Kein om Auslande s a k abhängiges Land — und
welches ma k wi scha lich o ien ie e Land is dies im Zeichen de
Wel wi scha nich in i gendeinem G ade? — kann einen solchen
Zus and e wa du ch Expo sub en ionen au die Daue übe b ücken,
mögen diese welchen Namen imme agen. Kein Land könn e dies
ohne g öß e Budge schwie igkei en, die. sich bis zu in la o ischen
E scheinungen s eige n können, aushal en. Die A bei splä ze de in
den Expo indus ien beschä ig en A bei e s ehen und allen mi
eine konku enz ähigen Kos enges al ung gegenübe dem Auslande.
Wenden wi uns nun de
F age de Höhe de Da lehenszinsen
zu.
Wi haben im Vo he gehenden gezeig , daß man nu e leihen kann,
was o he eingeleg wo den is , wenn man nich du ch ein iduziä e
K edi gewäh ung nu allzuleich in la o ische E scheinungen du ch
Nich beach ung des ,Au üliungs hy hmus6 he o u en will. Nun is
es kla , daß in eine öllig einen Ma k wi scha niemals genug
ech e kapi alsmäßig gedeck e K edi o handen sein wi d, um alle
K edi we be zu be iedigen. Dies wi d zumindes dann gel en, wenn
sich die Wi scha nich in einem -solchen S adium de Dep ession
be inde , daß übe haup keine ode nu eine seh ge inge K edi -
nach age o handen is . Da also nich jede be iedig we den kann,
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657 Ma k wi scha und Zwangswi scha 17
so muß i gendein Selek ionsp inzip o handen sein und dieses Selek-
ionsp inzip is eben die Zinshöhe. Die ideale Zins ußpoli ik müß e
den Zins uß jeweils au de Höhe hal en, daß die o handene Ka-
pi aldecke ü den Ve leih eich und daß jene G enzbe iebe, de en
P oduk i i ä nich meh zu Zahlung dieses Zinses eich , eben aus-
geschlossen bleiben. Nun be inde sich die Wi scha on heu e abe
sei e wa 150 Jah en -dadu ch in einem a gen Dilemma, daß zwei
Wi scha szweige, nämlich Landwi scha und Teile des Gewe bes in
ih e E agsquo e hin e den ande en Wi scha szweigen zu ückblei-
ben — insbesonde e hin e de Indus ie — und so bei eine Ma k -
wi scha au dem Kapi al e eilungsgebie , ein ach niemals zum
Zuge kommen wü den. Dies gil na ü lich nu ü die besonde en Be-
dingungen au dem eu opäischen Kon inen , wäh end dies au ande en
Kon inen en wei gehend nich de Fall is . Es e olg also schon sei
ielen Jah zehn en au diesem Gebie e eine Zinss ü zungs- ode Sub-
en ionie ungspoli ik, wenn nich übe haup gleich du ch ein plan-
wi scha liche Maßnahmen au dem Gebie e eine sogenann en ,K e-
di lenkung6 übe haup de Zins als Selek ions ak o wei gehend aus-
geschal e is . Diese E mäßigung de jeweiligen Zins a e wi d na ü -
lich le z en Endes du ch Beis ellung ö en liche Mi el beso g und
e olg in de e schiedens en Fo m, on sogenann en Wi scha s-
hil e onds e schiedene A bis zu un e zinslichen Einlagen ö en -
liche Kö pe scha en bei den be e enden Ins i u en und on de
Beis ellung di ek e budge ä e Mi el zu Zinse mäßigung — also
Übe nahme eines Teiles de Zinsleis ung du ch die ö en liche Hand —
bis zu di ek en K edi gewäh ung aus ö en lichen Mi eln. Au diese
Weise soll bei eine zwei ellos gegebenen Zinsdi e enzie ung ü ein-
zelne Wi scha szweige ode doch bes imm e Teilg uppen de selben
doch im allgemeinen i gendwie das ma k wi scha liche P inzip au -
ech e hal en we den. Diese Ak ionen, welche zwei ellos dem Zins uß
einen seh g oßen Teil seine Selek ions unk ion genommen haben,
die sich abe in gesam wi scha liche Schau in ielen Fällen du ch-
aus ech e igen lassen, sind imme hin noch allen
Ve suchen eine
indi iduellen Zins ußdi e enzie ung
o zuziehen, die p ak isch dazu
üh en müß e, Leis ungs ähigkei un e S a e und Nich leis ungs-
ähigkei un e Belohnung zu s ellen, oide seine Willkü Pla z zu
geben und de Geschenkideologie einen wei e en Pla z an S elle de
Leis ungsideologie mi allen dami e bundenen e hee enden, nich
nu psychologischen, Folgen ü die Gesam wi scha einzu äumen.
Auch die F age, ob dadu ch nich jede ech e We bewe b ges ö
we de, läß sich nich so ohne wei e es bean wo en. Man kann näm-
lich ebensogu behaup en, daß es sich hie ein ach um eine besonde s
komplizie e und umweg eiche Fo m de Sub en ionie ung handle,
2 Schmolle s Jah buch 81, 6
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18 Richa d Ke schagl 658
wie, daß dadu ch e s ech e We bewe bs e häl nisse on gleichem
S a punk aus gescha en wü den. En scheidend ü diese ode
jene Beu eilung da ü den wah ha objek i en Beobach e wohl
nu die Ta sache sein, ob dadu ch eine ech e, auch kos enmäßig wenig-
s ens ela i e Leis ungss eige ung ein i ode ob dadu ch ieine e -
s eck e Unbeweglichkei eine ohnedies ungüns igen Lage un e s ü z
und die Au zuch sogenann e T eibhausp lanzen ge ö de wi d.
In ielen Fällen -wi d
eine E leich e ung des in e na ionalen Ka-
pi al e keh s
mi ande en Lände n, welche zu olge s ä ke e Kapi al-
decke ein nied ige es Zins ußni eau haben, eine e hebliche E leich e-
ung scha en können. Es is dahe du chaus unlogisch und gehö
eben in unse e Ka ego ie de unsinnigen Fo de ungen, wenn gleich-
zei ig Au ech e hal ung eine De isenbewi scha ung und E mäßi-
gung des K edi zins ußes e lang wi d! Alle dings da mi Rech de
Einbau gewisse Siche ungen
e lang we den und zwa on Siche-
ungen in e schiedene Rich ung. E s ens, Siche ung de Ve ügungs-
gewal , dami nich eine A on péné a ion paci ique in Wi klichkei
auch die poli ische Abhängigkei des be e enden S aa es ak isch
beende . Zwei ens, Siche ung gegen plö zlichen Abzug aus i gend-
welchen nu einsei ig bes imm en G ünden, de einem G i an die
Gu gel6 auße o den lich nahe kommen könn e. Und, d i ens, die Ab-
le aniung jedwede poli ischen Bedingungen — sei eis di ek , ,6ei es in-
di ek 6 —, welche p ak isch einen Teil des K edi p eises — meis einen
zu hohen — da s ellen wü den. Diese Vo ausse zungen sind mi eine
Ma k wi scha nich nu e einba , sonde n sie e möglichen le z en
Endes e s eine ech e und eie Ma k Wi scha im eigen lichen
Sinne! Selbs sogenann e Geschenke, die un e ande en als den ge-
nann en Bedingungen gewäh we den, s ellen le z en Endes keine
ech en, sonde n nu seh ge äh liche Danae geschenke da .
Aus dem eichen Ka alog unsinnige Fo de ungen seien noch zwei
hie he ausgehoben, Die e s e —gleiche Lohn ü gleiche A bei —
is an sich du chaus ni di un e nün ig, e d eh abe den wah en
Ta bes and in de Regiel um 180 G ad. E bezieh sich zum Beispiel
au die gleiche Bezahlung männliche und weibliche Beschä ig e ü
die gleiche A bei , un e diesem Zi a eine scheinba de Ve nun
wie de Ge ech igkei ollkommen en sp echende Fo de ung. In
Wi klichkei abe lieg , insgesam be ach e , eine ech e gleiche
Leis ung in ielen Be u szweigen und Al e sjah gängen ga nich o .
Nu einige diese G ünde seien hie ange üh . Die Gewäh ung oll-
bezahl e Schwange scha s-, S ill- und ande e U laube bis zu einem
Jah , die aus ein na ü lichen G ünden as doppel so hohe K ank-
hei sabsenz machen du ch häu ige und un o he sehba e — ode o -
he sehba e? — Abwesienhei diese A bei wesen lich kos spieliege ,
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659 Ma k wi scha und Zwangswi scha 19
als dem einen, abe hie nu ik i en, Loh i ak o en sp ich . Ähn-
liches gil ü die
p ak ische Un e se zba kei
e hei a e e F auen.
Ähnlich liegen die sogenann en
In alideneins ellungsgese ze
, ü
die es jedoch eine sogenann e Be eiungszahlung gib . Mi Ausnahme
on ganz wenigen Ve wendungen lieg in keine Weise eine gleich-
we ige Leis ung o , sonde n ein cha i a i e Ak . Nun is es ein adi
selbs e s ändlich, daß die Gemeinscha sowohl die we denden iind
gewo denen Mü e schü z als auch ü die K iegs- o<de A bei s-
in aliden e was u . Abe es is schlich und ein ach ein e logenes
Schlagwo , wenn man sich hie bei au gleichen Lohn ü gleiche Lei-
s ung s ü zen will. Selbs e s ändlich is in de mode nen Gesellscha
als Schlagwo die ,A bei s he apie6 anzuwenden. Abe es handel
sich um einen Ak de sozialen Fü so ge und um nich s ande es und
die an sich gu e Sache gewinn nich du ch eine unwah e Da s ellung
des wi klichen Sach e hal s.
Wenden wi uns nun eine le z en Fo de ung zu, die imme wiede
e hoben wi d:
Kü ze e A bei szei bei e höh em Lohn!
Um nich miß-
e s anden zu we den, möch en wi gleich an angs es s ellen, daß die
unwü digen A bei szei en des o igen Jah hunde s, die dem A bei -
nehme wede Zei izu Wei e bildung noch zu schon ein physisch
nö igen E holung ließen, auch ein be iebsmäßig o on äuße s
zwei elha en E olge wa en, da dabei wiede hol schon das ein kö -
pe liche Leis ungsop imum e heblich übe sch i en wu de.
Wenn wi abe den gegenwä igen Zus and be ach en, so müssen
wi eine Reihe seh wich ige Fes s ellungen machen. E s ens: Die
bishe e olg e Kü zung de A bei szei , die also eine E höhung des
Lohnes gleichkomm , auch wenn eine solche zi e nmäßig nich e olg ,
konn e in d eie lei Weise bewäl ig we den. E s ens «du ch einen
de e höh en Lohnquo e iden en P eisau schlag; in diesem Falle e -
olg e sie iau Kos en alle Konsumen en, also auch de Nu znieße
de e kü z en A bei szei . Zwei ens au Kos en des Un e nehme -
gewinnes, wo eine Ve minde ung de Gewinns spanne möglich wa .
Dies se z e alle dings o aus, daß dann noch übe haup eine solche
Gewinns spanne üb igblieb, daß die P oduk ion in diese Spa e
übe haup noch i gendwie a ak i e schien und daß un e solchen
Bedingungen noch die He anziehung on Leihkapi al zu Neuin es i-
ionen möglich wa . D i ens abe — und dies wa bishe wenigs ens
in den meis en Indus ien de Fall — dadu ch, daß du ch e höh en
Kapi aleinsa z, also du ch Neuin es i ionen, die zei liche Minde -
leis ung du ch A bei szei e kü zung du ch maschinenmäßige Meh -
leis ung kompensie we den konn e. Ge ade aus diese Ta sache e -
geben sich abe eine Reihe on Folgen. Die Lösung d ei wa übe -
haup nu do möglich, wo ein solche Maschineneinsa z echnisch
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20 Richa d Ke sch a gl 660
möglich und wi scha lich ich ig wa , was keineswegs übe all zu a .
Jeden alls ha die du ch A bei szei e kü zung und Lohn- sowie
Sozialabgaben einge e ene Ve eue ung de A bei sk a in ielen
Spa en die e s ä k e Maschinen Ve wendung e s wi scha lich ge-
mach . So seh diese E leich e ung zu beg üßen is , so» da dabei doch
nich übe sehen we den, daß sie nu in Zei en absolu e Vollbeschä i-
gung übe haup agba e schein . Beim ge ings en Rückschlag in de
Konjunk u muß ein Maschineneinsa z as um jeden P eis eine La-
wine de A bei slosigkei auslösen und den Bes ebungen nach Vollbe-
schä igung diame al en gegengese z sein. Man da auch nich übe -
sehen, daß dadu ch imme g öße e Mengen on In es i ionskapi al
no wendig we den, und zwa bei sinkendem Kapi ale ag, also eben-
alls eine seh wide sp uchs olle Au gabe, die es zu lösen gil . Wi kön-
nen nich nu sagen, sonde n die olkswi scha lichen S a is iken alle
Lände beweisen es, daß in nahezu allen Fällen die sinkende A bei s-
leis ung ode A bei sp oduk i i ä du ch die e höh e E indungs-
leis ung und die e höh e In es i ions ä igkei , das heiß e höh en
Kapi aleinsa z au ge angen we den muß e. Es is dahe absolu un-
sinnig zu sagen, die A bei sleis ung als solche sei so iel p oduk i e
gewo den — im Gegen eil: du ch imme neue Kombina ionsbildungen
zwischen Kapi al und A bei béi geände en P opo ionen beide
P oduk ions ak o en wu de ein Kompensa ionsp ozeß eingelei e , bei
dessen S ills and die bishe ige Poli ik ein ach nich meh o gese z
we den könne. Ge ade alle G uppen de A bei nehme müß en dahe
au s äuße s e da an in e essie sein, daß du ch Spa en imme neue
Kapi aleinsä ze möglich we den und daß die Fo sche , au de en
Schul e n le z en Endes wi scha lich und echnisch de Fo sch i
uh , en gel lich so ges ell we den, daß sie endlich zu einem ih e
wi klichen Leis ung en sp echenden An eil am Sozialp oduk und
Na ionaleinkommen gelangen, eine Au gabe, die wegen de e häl nis-
mäßig ge ingen Zahl diese Pe soneng uppe eigen lich leich zu lösen
sein müß e!
Unse e Be ach ung wä e abe un olls ändig, wü den wi nich
nochmals au die F age zu ückkommen, daß die so gewonnene F eizei
e nün ige weise nu d ei Zwecken dienen kann: de In ensi ie ung
des Familienlebens, de Wei e bildung und de gesundhei lichen
Besse s ellung. Alle diese d ei Zwecke abe sind in eine ungeheu en
Zahl on Fällen dadu ch in F age ges ell , daß die gewonnene F eizei
ein ach de Ve ich ung om P usche a bei dien , also wei e en Lohn-
Ve besse ungen. In manchen Spa en is dies soga ein ach zu eine
Selbs e s ändlichkei gewo den und — abgesehen da on, daß also
die o genommene A bei szei e kü zung dadu ch jedes olksgesund-
hei lichen, ja wei gehend auch jedes sozialpoli ischen Cha ak e s übe -
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661 Ma k wi scha und Zwangswi scha 21
haup en kleide wi d, we den die dadu ch anges eb en Wi kungen
ebenso wie die da ü ange üh en A gumen e wei gehend ad absu dum
ge üh ! Es wä e auch an diese S elle — de Raum ehl hie ü
aus üh liche e E ö e ungen — da au hinzuweisen, daß es wah -
scheinlich seh aglich is , oib die F age de be u lichen Wei e bil-
dung, ge ade angesich s des heu igen asenden echnischen Fo -
sch i es, übe haup noch übe die bishe übliche meh anle nmäßige
Ausbildung hinaus noch au öllig eiwillige Basis gelös we den
kann. Es wi d auch hie wah scheinlich eine seh wich ige Au gabe
de Gewe kscha en sein, ¡bei de Lösung dieses P oblemes mi zu-
wi ken und auch im Wege de s ä ke en Gehal sdi e enzie ung e -
nün ige Lösungen, sowei dies übe haup au eiwillige Basis mög-
lich is , ielleich auch Hand in Hand mi de Volksbildung o zu-
be ei en, wenn wi nich alle eines Tages meh ode wenige zu den
un e en wickel en Völke scha en gehö en wollen.
All diese hie ku z da ges ell en P obleme lassen jeden alls deu lich
e kennen, in welch auße o den lich hohem Ausmaße, mag man nun
Anhänge de eien Ma k wi scha ode de Zwangs- ode Plan-
wi scha sein, es no wendig is , die ich ige E kenn nis de wi k-
lichen wi scha lichen Zusammenhänge zum Allgemeingu we den zu
lassen, nich ein ach zu o de n, abzulehnen ode zu übe eden, son-
de n zu übe zeugen, wenigs ens jene, die gu en Willens sind, sich
übe zeugen zu lassen. Denn eine ich ige und im In e esse alle ge-
üh e Wi scha spoli ik kann nu mi Einsich und Vo aussich und
nich mi de Au s ellung meh ode meis wenige beweisba e und
e üllba e Pos úla e ge üh we den. Audi die Ma k wi scha muß
planen und die Planwi scha den eien Menschen e hal en, wenn
sich nich beide on jedem e nün igen Zweck imme s ä ke en -
e nen wollen.
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