Egne , E ich
A icle
Eine pe sonale Theo ie des Familienhaushal s
Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Egne , E ich (1971) : Eine pe sonale Theo ie des Familienhaushal s, Schmolle s
Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, ISSN 0036-6234, Duncke & Humblo , Be lin,
Vol. 91, Iss. 2, pp. 220-228,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.2.220
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Eine pe sonale Theo ie des Familienhaushal s
Beme kungen zum Buche on Rosma ie . Schwei ze *
Gegenübe den wäh end de le z en Jah e e schienenen Büche n mi
konsumwi scha liche F ages ellung on Meye -Dohm, Hae lige , E ich
und Monika S eißle wende sich das anzuzeigende Buch dem p i a en
Haushal zu und ück du ch die dami e ände e F ages ellung den
gleichen empi ischen Zusammenhang in ein ande es Lich . Das is on
besonde em In e esse, weil de Familienhaushal bishe on de Neu-
belebung de Familiensoziologie in de Nachk iegszei wei hin ausge-
klamme geblieben is . Auße dem is das Buch in dem Augenblick
e schienen, in dem de Haushal s o schung und -leh e de Weg au die
wes deu schen Hochschulen un e dem geheimnis oll klingenden Na-
men eine öko ophologie e schlossen wo den is .
I.
Es geh de Au o in um die Du chleuch ung des haushäl e ischen
Handelns, wie de Un e i el besag , was zunächs zu Haushal sana-
lyse hin üh . Un e diesem Gesich swinkel we den die Haushal e als
O e des haushäl e ischen Handelns, ih e hauswi scha lichen und
ma k wi scha lichen Au gaben umsch ieben, e ne de amiliale Le-
benss il, Haushal ss uk u und de Haushal ss uk u e gleich behan-
del . Da an anschließend wi d die Haushal splanung g undsä zlich
du ch eine Analyse de P obleme des Lebenss anda ds in ih e Bedeu-
ung ü das haushäl e ische Handeln e läu e . Das üh im nächs en
Abschni zu Rolle de hauswi scha lichen Ve an wo ung hin, so-
wohl ü Haushal und Familie als auch ü den einzelnen und
schließlich ü die ganze Gesellscha . Ein Schlußabschni is de Haus-
hal sbe a ung gewidme , wobei die gewonnenen Einsich en übe Haus-
hal sanalyse und Haushal splanung nu zba gemach we den.
De Gesich sk eis des Buches is wei gespann . Ihm is eine philoso-
phisch-an h opologische Be ach ung o anges ell , die on de Lebens-
no des Menschen als Bewegg und ü das haushäl e ische Handeln
* Rosma ie . Schwei ze : Haushal sanalyse und Haushal splanung. Ve such eine
sys ema ischen Da s ellung des haushäl e ischen Handelns exempli izie am land-
wi scha lichen Haushal . Be lin 1968. Duncke & Humblo . 325 S.
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Li e a u 221
ausgeh . Eine philosophische und, wie sich spä e zeig , auch pädago-
gische G undo ien ie ung is de ganzen A bei eigen, wäh end die
Au o in im üb igen ih e Abkun on de Landwi scha e kennen
läß . Dem is manche lei Anschauung und empi ische Ve deu lichung
zu e danken. Die ökonomischen Übe legungen e a en ih e He kun
on de landwi scha lichen Be iebsleh e, sie sind du chweg mik o-
ökonomisch ausge ich e .
Das haushäl e ische Handeln ziel in de Sich de Au o in au die
Übe windung de leiblichen und seelischen Lebensno du ch a ionale
Kon olle de Bedü nisse und du ch den Au bau eine Lebenshal ung,
die de Lebense hal ung dien . Doch lieg da in, wie sich spä e e gib ,
nu die Minimalleis ung des Haushal ens (S. 239 .), das da übe hin-
aus du ch ein Höchs maß an Fü so ge jedem Familienmi gliede die
Möglichkei de Pe sönlichkei sbildung und -en al ung zu geben ha
(S. 177, 213). Dais is die zen ale These im Denken de Au o in, weshalb
ih Haushal s e s ändnis als eine pe sonale Theo ie angesp ochen we -
den kann. Aus diese pe sonalen Sich wi d dann dem Haushal en eine
Kul u leis ung dadu ch zugesch ieben, daß es eine Ha monie zwischen
de ma e iellen und ideellen Bedü nisbe iedigung des Menschen he -
s ell (S. 202), e ne dadu ch, daß es einen o gegebenen sozialen Le-
benss il in indi iduelle Weise ausges al e (S. 144). Dabei wi d o -
ausgese z , daß de jenige, de übe Muße ü sein haushäl e isches
Handeln e üg , da in übe den e s eb en ökonomischen Zweck hin-
aus zugleich eine zweck eie, we escha ende Leis ung um de schöp e-
ischen Ges al ung willen zu ollb ingen such (S. 202). Schließlich e -
wächs eine Kul u leis ung auch da aus, daß de Mensch sich imme
neue schöp e ische Au gaben zu Bedü nisbe iedigung e sinn , um
dadu ch die Kul u menschliche zu ges al en (S. 197). Solche Leis un-
gen zeigen, daß de Haushal nich nu in sich eine bildende K a ha ,
sonde n auch bei dem heu e s a k e wei e en F eihei sspiel aum de
Familie ü ih haushäl e isches Handeln ein haushäl e isches Bildungs-
angebo on Sei en de Gesellscha nö ig ha , das sich übe die Schul-
un e weisung hinaus besonde s in de Haushal sbe a ung als E wach-
senenbildung niede schlagen muß (S. 216). Die Hin üh ung zu Haus-
hal splanung ha das Ziel eine sys ema ischen Haushal sbe a ung zu
sein (S. 218).
II.
Diese Andeu ungen lassen e kennen, daß die Ve asse in übe eine
in sich abge unde e Konzep ion e üg . Dabei wi k die s a k pe -
sonale Aus ich ung ih e Haushal sin e p e a ion au den Lese übe -
aschend, denn de Haushal is eine Ins i u ion, die no male weise
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222 Li e a u
eine G uppe, de Familie, diens ba is . Es is wohl kein Zu all, daß
die Au o in nich den Haushal , sonde n das Haushal en in den Vo -
de g und ück (S. 18, 29). Ins i u ionen und G uppen e en bei ih
zuguns en des Menschen zu ück, „da in diesen Haushal en die Pe sön-
lichkei sbildung ü die Gesellscha e olg " (S. 213). Das is bes en-
alls eine Teilwah hei , da e da ü nich meh als eine K a in eine
Reihe yon ande en is (Al e sgenossen, Schule, Wissenscha , Poli ik,
Kuns und Li e a u ) und un e dem Ein luß de mode nen gesell-
scha lichen En wicklung auch nu ein sinkendes Gewich ha . Hie
en wi die Au o in ein on de Gegenwa abgehobenes, ideales Bild
om Haushal en, hie zeig es sich, daß ih Denken on eine idealis i-
schen G undhal ung ge agen is .
Das e kenn man auch an de Vo s ellung on de zu bewi kenden
Ha monie zwischen ma e ielle und ideelle Bedü nisbe iedigung
(S. 30 .). Diese Gegenübe s ellung is nu in einem on de konk e en
Wel ge enn en abs ak en Raum ollziehba , hil abe nich ü die
Beu eilung des ealen Haushal shandelns wei e . Hie gib es keine
kla e T ennungslinie zwischen beiden. Wie woll e man wohl übe wie-
gend ma e iellen Bedü nissen nachjagende Menschen on übe wiegend
ideell o ien ie en sonde n, wenn man on Ex emen absieh , wie den
Ausgleich zwischen ideellen und ma e iellen Bedü nissen he s ellen
(S. 116)? Fü das alles gib es keine allgemeinen, empi isch e i izie -
ba en K i e ien. Was ha man auße dem un e eine „gebilde en Le-
bensau assung" zu e s ehen (S. 152) ? Hinsich lich de Kul u leis un-
gen deu e die Ve asse in an, daß dabei die Muße ü „jene Wel des
zweck eien Handelns, in welche de Mensch nach dem Ausd uck sei-
ne selbs such ", o ausgese z wi d (S. 202). Da in e kenn man eine
nich nu idealis ische, sonde n zugleich auch eli ä e Sich on Haus-
hal und Haushal en, die wohl eine kleinen in ellek uellen Schich an-
gemessen sein mag, nich abe au die heu ige menschliche Gesellscha
insgesam paß .
Die idealis ische G undhal ung d ück sich auch im Bildungsop imis-
mus des Buches aus. Gewiß gib es heu e eine d ingende Bildungs- und
Be a ungsau gabe, die hie nich e kleine we den soll und de en
Schwie igkei en die Ve asse in deu lich sieh . T o zdem we den on
diese Sei e allein die ak uellen Haushal sp obleme nich gelös we den
können, da e ah ungsgemäß diejenigen, die de Beleh ung besonde s
bedü en, ih am meis en abgeneig sind. Selbs wenn es geling , sol-
chen Menschen und G uppen neue Einsich en zu e mi eln, so is da-
mi noch nich de en Umse zung in die Ta gesiche . Wie man aus Be-
mühungen in den En wicklungslände n weiß, kann die Skepsis übe die
Neue ung und de en Gelingen alle Beleh ung zunich e machen. Deshalb
sind neben de ideellen Ansp ache on Menschen, die nich schon ge-
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Li e a u 223
wisse G undwe e de gebo enen Bildung bejahen, auch eale, poli i-
sche Maßnahmen nö ig, um du ch wi scha liche und soziale Fö de-
ung ih ma e ielles In e esse zu wecken. Dadu ch da man ho en, sie
auch ideell au zuschließen.
Hie is auch au die Rolle de Gesellscha im Denken de Ve asse-
in hinzuweisen. Dabei s öß man au das ielleich in e essan es e on
ih au gewo ene P oblem. De Gesellscha wi d iel ach gedach , so
wenn om sozialen Umk eis ode om sozialen Lebenshal ungss il die
Rede is , wenn e ne die Dialek ik zwischen Haushal und Gesell-
scha (S. 206, 212) und die no wendige E gänzung on Einzelmensch
und Gesellscha (S. 176 ., 179 ., 212) he ausgea bei e wi d. Au gabe
des haushäl e ischen Handelns is es, sich nich planlos den gesell-
scha lichen T ends hinzugeben (S. 143). Bei Fo de ungen nach An-
passung de Haushal e an gesellscha liche En wicklungen und Klagen
übe die Unangepaß hei handel es sich, so e siche die Au o in,
um Ideologien (S. 191). Die Gesellscha ha die Ve an wo ung ü die
Kul u des haushäl e ischen Handelns (S. 204) und ü den Spiel aum
de indi iduellen Ges al ung, den sie den Familien zubillig . Sie ha
abe du ch die Massenmedien seh an Mach gegenübe den einzelnen
gewonnen (S. 205). Ih schein die Au gabe zuzu allen, de Ve -
nun diese Einzelwesen einen op imalen F eihei s aum zu geben
(S. 206).
Angesich s diese Gedankengänge äll es au , daß die Gesellscha
gegenübe dem Haushal keine ak i e Rolle, wenigs ens in einem posi-
i en Sinne, zu spielen ha . Sie is mäch ig gewo den, dadu ch s eh de
Haushal ih gegenübe in eine gewissen Ve eidigungss ellung. Wohl
is de Dialog mi den gesellscha lichen Gewal en onnö en, abe we-
sen lich doch, um ihnen ih e Ve an wo ung ü die Kul u und die
F eihei de in den Haushal en handelnden Menschen o Augen zu
hal en. Demgegenübe is die F age zu s ellen, ob eine solche Sich de
heu igen Wi klichkei ge ech wi d.
Es kann kein Zwei el da übe bes ehen, daß die Gesellscha ü die
Familienhaushal e ein ambi alen es Gesich ha . Dazu gehö en die Ge-
ah en, welche die Au o in im Auge ha , wenn sie be ü ch e , daß ge-
sellscha liche K ä e das Eigenleben de Haushal e e d ücken könn en.
Diese Ge ah en eichen wei e , als sie das zugib . Ih em Glauben an
einen e g öße en F eihei sspiel aum de Familie bei e inge em
sozialkul u ellen D uck au sie in unse e heu igen wes lichen Gesell-
scha (S. 211, 215) lieg eine Täuschung zug unde. Dieses U eil is nu
am Obe lächenbild o ien ie , da die mode ne Gesellscha du ch iele
soziale und ins i u ionelle Zwänge s illschweigend und dem einzelnen
wei hin unbewuß nich ge inge en Ein luß au das Ve hal en de Men-
schen in ih en Haushal en ausüb als die adi ionale Gesellscha . Sie
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u es nu au ande en Wegen, besonde s indem sie bei o mal den
Ve b auche n einge äum en F eihei en einen nich zu Ruhe kommen-
den Gel ungswe bewe b de G uppen un e einande en al e . Da aus
lei e sich de hochg adige Kon o mismus de egali ä en Gesellscha
ab, de den Be ach e imme wiede in S aunen e se z .
Abe die Gesellscha ha ü die Haushal e doch auch eine posi i e
Funk ion. Man da ih e Leis ung ü die heu ige Lage des Haushal s
und seine Lebenshal ung nich e gessen. Diese Funk ion de Gesell-
scha ü die Familienhaushal e lieg da in, daß sie übe das wei e
Sys em a bei s eiligen Zusammenwi kens alle die Ene gien en al e ,
die eine schnell wachsenden Menschenzahl übe Wissenscha , Technik
und Wi scha sich wei ende Lebensmöglichkei en geben. Die Dynamik
unse es Zei al e s geh on diese plu alis ischen Gesellscha aus.
Haushal und Familie sind gezwungen, sich lau end dami auseinande -
zuse zen, die Impulse de Außenwel so au zunehmen, daß dem eige-
nen Lebensk eis da aus kein Schaden, sonde n ehe ein Nu zen e -
wächs , was o ausse z , daß man ak i in diese En wicklung einge-
spann bleib . Da diese Gesellscha unse alle Schicksal gewo den is ,
wi d es ü den einzelnen und seine Familie ge äh lich, aus diese En -
wicklung auszusche en. Dabei ha die mode ne Tendenz zu Ni ellie-
ung de Lebenshal ungen, die sich aus diesem gesellscha lichen P o-
zeß e gib , die En al ungsmöglichkei en de indi iduellen Haushal s-
s ile be äch lich, wenn auch schich enmäßig in e schiedenem Maße,
eingesch änk und wi d dies kün ig noch s ä ke un. Diese Fes s el-
lung besag alle dings nich , wie de Au o in einge äum we den muß,
daß das Heil de Haushal e in eine k i iklosen Anpassung an gesell-
scha liche T ends liegen könn e. Den Thesen on einem no wendigen
Dialog zwischen Haushal und Gesellscha (S. 212) und einem anzu-
s ebenden Ausgleich zwischen Kon o mismus und Nonkon o mismus
(S. 144) is gewiß zuzus immen.
Volkswi scha liche Übe legungen s ehen am Rande des Buches. Die
Au o in häl dem Sch eibe diese Zeilen o (S. 192), daß e dem
Haushal e olkswi scha liche Maßs äbe se ze und dami den Wi -
scha spoli ike zum Rich e übe das haushäl e ische Handeln habe e -
heben wollen. Pa adoxe weise zi ie sie ihn zwanzig Sei en ühe mi
de Fes s ellung, daß die haushäl e ische Ve nun ih e Maxime nich
aus olkswi scha lichen Einsich en beziehen könne (S. 173). Da an
e kenn man, daß es sich um ein bloßes Miß e s ändnis handel . Wei-
e k i isie sie am je zigen Be ich e s a e den Fo malismus des on
ihm bemüh en Kan sdien ka ego ischen Impe a i s, den e he anzog,
um kla zu machen, daß die Menschen in eine unk ionie enden Ge-
sellscha sich bei ih en hauswi scha lichen Ve ügungen ih e Ve -
an wo ung o de Gesam hei bewuß sein müssen. Demgegenübe is
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Li e a u 225
zu agen, wie man ohne einen solchen Fo malismus eine so allgemeine
Aussage machen kann, wenn man sich nich au absolu e No men eines
Na u ech s es legen will. Die Au o in möch e kein mo alisches, son-
de n ein e nün iges haushäl e isches Handeln bes immen (S. 197).
Das möch e de sich angesp ochen ühlende Rezensen auch, doch wie
will man dazu kommen, wenn man keine We se zungen, d. h. mo a-
lische P ämissen un e s ell ?
G undsä zliche Bedenken sind schließlich gegenübe einigen olks-
wi scha lichen Aus üh ungen des Buches o zub ingen. So is de
Op imismus au allend, dem die Ve asse in hinsich lich des schon e -
eich en ode doch schon abzusehenden S andes de wi scha lichen
En wicklung huldig . Dadu ch sollen g oße hauswi scha liche Ve än-
de ungen möglich we den, so diejenige eine „Loslösung des Menschen
aus den Fesseln de Bedü nisbe iedigung" ode de „Be eiung des
Menschen om Zwang haushäl e ischen Handelns" (S. 74/75). „Noch
sind wi nich eich genug, um bedü nislos zu sein, abe de Weg is
o enba " heiß es im gleichen Zusammenhang mi Ve weisung au
Galb ai h. Un e solchen Gesich swinkeln is die Au o in auch geneig ,
Mode o hei en und Gel ungskonsum nachsich ig zu behandeln, weil sie
F eude machen und zu Wohls andszu iedenhei üh en, denen die
Volkswi scha ih e P ospe i ä zu e danken schein (S. 196). So
heiß es e ne : „Wenn wi abe im Übe luß leben und das Glück ha-
ben, A bei skapazi ä ode Geld übe den Lebenss anda d hinaus e -
ügba zu haben, wa um soll e dann nich ein An eil dieses Übe schus-
ses dem homo ludens in uns zu Ve ügung s ehen?" (S. 203).
Zunächs is zu diesem Zi a zu beme ken, daß de Gedanke, im
Zus ande des Übe lusses — o ausgese z , daß man diesen bes immen
könn e — ließe sich ein Übe schuß übe den Lebenss anda d hinaus ü
den homo ludens be ei s ellen, ein Wide sp uch in sich is . Wenn ein
Spielbedü nis sich eg , so muß man un e s ellen, daß es om Lebens-
s anda d umschlossen wi d, selbs wenn es bishe wegen ge inge
D inglichkei nich zum Zuge gekommen is . Sobald dann das Ein-
kommen sich wei e , wi d ihm dem S anda d en sp echend Rechnung
ge agen we den müssen. S ell sich abe eine Einkommens e meh ung
ein, ohne daß bishe dieses Bedü nis be ücksich ig wo den wa , so gib
es nu zwei Möglichkei en, nämlich en wede den Übe schuß einem
om Lebenss anda d umschlossenen, abe mangels e ügba e Mi el
noch nich zum Zuge gekommenen Bedü nis zuzu üh en ode abe den
bishe igen Lebenss anda d umzuwe en und dem homo ludens in einem
neuen S anda d ge ech zu we den.
Abe abgesehen on de beans ande en, ielleich nu unglücklichen
Fo mulie ung sieh man, wie die Au o in gelegen lich so s a k nich
15 Schmolle s Jah buch 91,2
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226 Li e a u
nu mik oökonomisch, sonde n auch einzelwi scha lich ausge ich e
is , daß sie olkswi scha liche Zusammenhänge übe sieh . Das gil ü
die zi ie e Ve eidigung on Mode o hei en und Gel ungskonsum. Sie
machen F eude, man muß sie sich nu auch hauswi scha lich leis en
können (S. 196). Nach den olkswi scha lichen und sozialen Impli-
ka ionen wi d dabei nich ge ag , ode sie we den ohne nähe e E -
wägung op imis isch gedeu e , eine Hal ung, die seh dem un e neh-
me ischen E we bsin e esse en gegenkomm . An ande e S elle wi d
dagegen die No wendigkei eine Be ücksich igung de gesellscha -
lichen Auss ahlungen du chaus ane kann (S. 176).
Eine Beme kung g undsä zliche A is zu den ho nungs ollen E -
wa ungen de Au o in hinsich lich de Be eiung des Menschen om
Zwang haushäl e ischen Handelns nö ig. Sie sind un e olkswi scha -
lichen Gesich spunk en nich zu hal en. In ihnen d ück sich eine Kon-
zession an die wäh end de le z en Jah e e b ei e e P ospe i ä sideo-
logie om Hineinwachsen in die Übe lußgesellscha aus, die sich den
Ti el des bekann en Buches on Galb ai h zunu ze mach . Nu eine
Hochkonjunk u -Eupho ie konn e das Bild om Ein i in ein neues
Zei al e du ch wi scha liche Fo sch i e o gaukeln. De Mensch
kann abe nich übe seinen Scha en sp ingen, die G und o ausse -
zungen seines Wi scha ens sind ein ü allemal gegeben. Übe luß is
au diese Wel imme nu pa iell und nich schlech hin möglich, was
die om Schicksal Begüns ig en ge lissen lich zu übe sehen p legen. Die
Ho nung au Be eiung om Zwang zum Haushal en is deshalb ü-
ge isch, sie e s öß gegen nich abände ba e menschliche Exis enz-
bedingungen. Was „Wohls andszu iedenhei " is , au welche die Au-
o in anspiel , und wann sie wi scha liche P ospe i ä nach sich zieh ,
is höchs ungeklä ; wohl abe leh die Geschich e, daß Wohls and
keineswegs imme Zu iedenhei mi sich b ing , daß e auße dem
iel ach wi scha lichen Niede gang zusammen mi sozialem und po-
li ischem Ve all nach sich gezogen ha .
III.
Es sei nun e such , zu eine Gesam wü digung zu kommen. Gewiß
handel es sich um ein Buch on g oße gedankliche Selbs ändigkei
und eine um assenden P oblemsich . Man da alle dings auch die
dabei o en bleibenden Deside a a nich übe sehen. De Lese gewinn
den Eind uck, daß die A bei eilig gesch ieben wo den is , ohne daß
es zu eine spä e en gedanklichen und da s elle ischen Re ision und
Konzen a ion gekommen wä e. So s olpe man übe Flüch igkei en
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Li e a u 227
und logische So glosigkei en1. Fü diese zule z genann en einige
Beispiele: Im gleichen Absa z s ehen die beiden Sä ze: De Lebens-
s anda d is „die e olg e Planung ü das haushäl e ische Handeln"
und „is ein En wu , de zu Planungen üh " (S. 117). Imme hin be-
zieh sich de Lebenss anda d beide Male au Haushal splanung, e
wi d auch eine „Ziel unk ion ü das haushäl e ische Handeln" ge-
nann (S. 99). Dann is e abe nu im Nach ollzug e aßba , kann e
„im le z en Sinne nich zielanweisend" sein (S. 138). Wei e : Eine -
sei s wi d de En wu des Lebenss anda ds on d ei K ä en gebilde
— Übe lie e ung, Gesellscha und Spon anei ä des einzelnen Men-
schen (S. 113) — ande e sei s gib es kein Kausal e häl nis ü die
Bes immung de Lebenss anda ds, nu ein his o isch beding es Sinn-
e s ändnis ü eine ganz konk e o liegende Lebenss anda d o s el-
lung (S. 138).
Alle solche Beobach ungen, welche den Lese i i ie en, soll en je-
doch nich den Blick au den Ke n des Buches e s ellen. Die Ausein-
ande se zung mi ihm is die eigen liche Au gabe. De Be ich e s a e
möch e die pe sonale Theo ie des Familienhaushal s nich schlech hin e -
we en, nu au die ih zu ziehenden G enzen hinzuweisen. Wohl haben
Familie und Haushal es
auch
mi Pe sönlichkei sbildung zu un, doch
sind die Chancen da ü un e dem D uck de ielen Ins i u ionen, die
heu e au Familie und Indi iduum einwi ken, besch änk . Noch wich i-
ge is die Einsich , daß die A , wie Pe sönlichkei sbildung on diese
Sei e he be ieben wi d, du chaus un e schiedlich is . De Wel anschau-
ungsplu alismus de Familien is an den e schiedens en Lei bilde n
o ien ie , weshalb de on ihnen ausgehende Ein luß au die Pe sön-
lichkei sbildung, wenn man on allen ande en K ä en absieh , ü die
Gesam hei ein agwü diges E gebnis ha . Das muß in eine libe alen
Gesellscha hingenommen we den, solange sie, wie de mode ne In-
dus ialismus, on s a ken sozialen Spannungen du chse z is . Eine
solchen skep ischen, abe wohl ealis ischen Fes s ellung gegenübe is
de Op imismus de Au o in, die Pe sönlichkei sbildung und die Kul-
1 Als D uck ehle allen abgesehen on kleine en Ve sehen au : S. 24 wi d
E.
Engels
(„De U sp ung de Familie") zi ie , eine Ve wechslung on F ied ich
Engels
mi E ns
Engel
. S. 32 wi d
Ve sho enB
„Die Ma k en nahme als Ke ns ück
de Wi scha s o schung" als „Neuausgabe des e s en Buches de Ve b auchs o -
schung" o ges ell s a als Neuausgabe des e s en Bandes des Handbuches de Ve -
b auchs o schung. Au S. 147 wi d ein HdWS zi ie , womi das Handwö e buch de
Sozialwissenscha en (HdSw) gemein is . Dabei wi d zugleich de Name des Au o s
Ca l
B inkmann
un e schlagen, ebenso de Ti el des zi ie en A ikels „Lebens-
s anda d". Au S. 152 heiß es „
Rüs ow
wo
Ros ow
gemein is . Ein un olls än-
dige Sa z inde sich im Tex de Sei e 163. Au S. 176 s eh
Bu gess, Loeke, Tho~
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Bu gess, Locke, Thomes.
Schließlich inde sich au S. 198 die Ve weisung
au eine Anme kung, die es ga nich gib . Die do genann e Sei e en s amm e -
mu lich dem Manusk ip .
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OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.2.220 | Gene a ed on 2023-04-04 11:46:54