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Eine personale Theorie des Familienhaushalts

Egner, Erich

Abstract

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Full text

Egne , E ich A icle Eine pe sonale Theo ie des Familienhaushal s Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Egne , E ich (1971) : Eine pe sonale Theo ie des Familienhaushal s, Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, ISSN 0036-6234, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 91, Iss. 2, pp. 220-228, h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.2.220 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/291245 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen (insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en, gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e. Te ms o use: Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal and schola ly pu poses. You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public. I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence. h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/ Eine pe sonale Theo ie des Familienhaushal s Beme kungen zum Buche on Rosma ie . Schwei ze * Gegenübe den wäh end de le z en Jah e e schienenen Büche n mi konsumwi scha liche F ages ellung on Meye -Dohm, Hae lige , E ich und Monika S eißle wende sich das anzuzeigende Buch dem p i a en Haushal zu und ück du ch die dami e ände e F ages ellung den gleichen empi ischen Zusammenhang in ein ande es Lich . Das is on besonde em In e esse, weil de Familienhaushal bishe on de Neu- belebung de Familiensoziologie in de Nachk iegszei wei hin ausge- klamme geblieben is . Auße dem is das Buch in dem Augenblick e schienen, in dem de Haushal s o schung und -leh e de Weg au die wes deu schen Hochschulen un e dem geheimnis oll klingenden Na- men eine öko ophologie e schlossen wo den is . I. Es geh de Au o in um die Du chleuch ung des haushäl e ischen Handelns, wie de Un e i el besag , was zunächs zu Haushal sana- lyse hin üh . Un e diesem Gesich swinkel we den die Haushal e als O e des haushäl e ischen Handelns, ih e hauswi scha lichen und ma k wi scha lichen Au gaben umsch ieben, e ne de amiliale Le- benss il, Haushal ss uk u und de Haushal ss uk u e gleich behan- del . Da an anschließend wi d die Haushal splanung g undsä zlich du ch eine Analyse de P obleme des Lebenss anda ds in ih e Bedeu- ung ü das haushäl e ische Handeln e läu e . Das üh im nächs en Abschni zu Rolle de hauswi scha lichen Ve an wo ung hin, so- wohl ü Haushal und Familie als auch ü den einzelnen und schließlich ü die ganze Gesellscha . Ein Schlußabschni is de Haus- hal sbe a ung gewidme , wobei die gewonnenen Einsich en übe Haus- hal sanalyse und Haushal splanung nu zba gemach we den. De Gesich sk eis des Buches is wei gespann . Ihm is eine philoso- phisch-an h opologische Be ach ung o anges ell , die on de Lebens- no des Menschen als Bewegg und ü das haushäl e ische Handeln * Rosma ie . Schwei ze : Haushal sanalyse und Haushal splanung. Ve such eine sys ema ischen Da s ellung des haushäl e ischen Handelns exempli izie am land- wi scha lichen Haushal . Be lin 1968. Duncke & Humblo . 325 S. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.2.220 | Gene a ed on 2023-04-04 11:46:54 Li e a u 221 ausgeh . Eine philosophische und, wie sich spä e zeig , auch pädago- gische G undo ien ie ung is de ganzen A bei eigen, wäh end die Au o in im üb igen ih e Abkun on de Landwi scha e kennen läß . Dem is manche lei Anschauung und empi ische Ve deu lichung zu e danken. Die ökonomischen Übe legungen e a en ih e He kun on de landwi scha lichen Be iebsleh e, sie sind du chweg mik o- ökonomisch ausge ich e . Das haushäl e ische Handeln ziel in de Sich de Au o in au die Übe windung de leiblichen und seelischen Lebensno du ch a ionale Kon olle de Bedü nisse und du ch den Au bau eine Lebenshal ung, die de Lebense hal ung dien . Doch lieg da in, wie sich spä e e gib , nu die Minimalleis ung des Haushal ens (S. 239 .), das da übe hin- aus du ch ein Höchs maß an Fü so ge jedem Familienmi gliede die Möglichkei de Pe sönlichkei sbildung und -en al ung zu geben ha (S. 177, 213). Dais is die zen ale These im Denken de Au o in, weshalb ih Haushal s e s ändnis als eine pe sonale Theo ie angesp ochen we - den kann. Aus diese pe sonalen Sich wi d dann dem Haushal en eine Kul u leis ung dadu ch zugesch ieben, daß es eine Ha monie zwischen de ma e iellen und ideellen Bedü nisbe iedigung des Menschen he - s ell (S. 202), e ne dadu ch, daß es einen o gegebenen sozialen Le- benss il in indi iduelle Weise ausges al e (S. 144). Dabei wi d o - ausgese z , daß de jenige, de übe Muße ü sein haushäl e isches Handeln e üg , da in übe den e s eb en ökonomischen Zweck hin- aus zugleich eine zweck eie, we escha ende Leis ung um de schöp e- ischen Ges al ung willen zu ollb ingen such (S. 202). Schließlich e - wächs eine Kul u leis ung auch da aus, daß de Mensch sich imme neue schöp e ische Au gaben zu Bedü nisbe iedigung e sinn , um dadu ch die Kul u menschliche zu ges al en (S. 197). Solche Leis un- gen zeigen, daß de Haushal nich nu in sich eine bildende K a ha , sonde n auch bei dem heu e s a k e wei e en F eihei sspiel aum de Familie ü ih haushäl e isches Handeln ein haushäl e isches Bildungs- angebo on Sei en de Gesellscha nö ig ha , das sich übe die Schul- un e weisung hinaus besonde s in de Haushal sbe a ung als E wach- senenbildung niede schlagen muß (S. 216). Die Hin üh ung zu Haus- hal splanung ha das Ziel eine sys ema ischen Haushal sbe a ung zu sein (S. 218). II. Diese Andeu ungen lassen e kennen, daß die Ve asse in übe eine in sich abge unde e Konzep ion e üg . Dabei wi k die s a k pe - sonale Aus ich ung ih e Haushal sin e p e a ion au den Lese übe - aschend, denn de Haushal is eine Ins i u ion, die no male weise OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.2.220 | Gene a ed on 2023-04-04 11:46:54 222 Li e a u eine G uppe, de Familie, diens ba is . Es is wohl kein Zu all, daß die Au o in nich den Haushal , sonde n das Haushal en in den Vo - de g und ück (S. 18, 29). Ins i u ionen und G uppen e en bei ih zuguns en des Menschen zu ück, „da in diesen Haushal en die Pe sön- lichkei sbildung ü die Gesellscha e olg " (S. 213). Das is bes en- alls eine Teilwah hei , da e da ü nich meh als eine K a in eine Reihe yon ande en is (Al e sgenossen, Schule, Wissenscha , Poli ik, Kuns und Li e a u ) und un e dem Ein luß de mode nen gesell- scha lichen En wicklung auch nu ein sinkendes Gewich ha . Hie en wi die Au o in ein on de Gegenwa abgehobenes, ideales Bild om Haushal en, hie zeig es sich, daß ih Denken on eine idealis i- schen G undhal ung ge agen is . Das e kenn man auch an de Vo s ellung on de zu bewi kenden Ha monie zwischen ma e ielle und ideelle Bedü nisbe iedigung (S. 30 .). Diese Gegenübe s ellung is nu in einem on de konk e en Wel ge enn en abs ak en Raum ollziehba , hil abe nich ü die Beu eilung des ealen Haushal shandelns wei e . Hie gib es keine kla e T ennungslinie zwischen beiden. Wie woll e man wohl übe wie- gend ma e iellen Bedü nissen nachjagende Menschen on übe wiegend ideell o ien ie en sonde n, wenn man on Ex emen absieh , wie den Ausgleich zwischen ideellen und ma e iellen Bedü nissen he s ellen (S. 116)? Fü das alles gib es keine allgemeinen, empi isch e i izie - ba en K i e ien. Was ha man auße dem un e eine „gebilde en Le- bensau assung" zu e s ehen (S. 152) ? Hinsich lich de Kul u leis un- gen deu e die Ve asse in an, daß dabei die Muße ü „jene Wel des zweck eien Handelns, in welche de Mensch nach dem Ausd uck sei- ne selbs such ", o ausgese z wi d (S. 202). Da in e kenn man eine nich nu idealis ische, sonde n zugleich auch eli ä e Sich on Haus- hal und Haushal en, die wohl eine kleinen in ellek uellen Schich an- gemessen sein mag, nich abe au die heu ige menschliche Gesellscha insgesam paß . Die idealis ische G undhal ung d ück sich auch im Bildungsop imis- mus des Buches aus. Gewiß gib es heu e eine d ingende Bildungs- und Be a ungsau gabe, die hie nich e kleine we den soll und de en Schwie igkei en die Ve asse in deu lich sieh . T o zdem we den on diese Sei e allein die ak uellen Haushal sp obleme nich gelös we den können, da e ah ungsgemäß diejenigen, die de Beleh ung besonde s bedü en, ih am meis en abgeneig sind. Selbs wenn es geling , sol- chen Menschen und G uppen neue Einsich en zu e mi eln, so is da- mi noch nich de en Umse zung in die Ta gesiche . Wie man aus Be- mühungen in den En wicklungslände n weiß, kann die Skepsis übe die Neue ung und de en Gelingen alle Beleh ung zunich e machen. Deshalb sind neben de ideellen Ansp ache on Menschen, die nich schon ge- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.2.220 | Gene a ed on 2023-04-04 11:46:54 Li e a u 223 wisse G undwe e de gebo enen Bildung bejahen, auch eale, poli i- sche Maßnahmen nö ig, um du ch wi scha liche und soziale Fö de- ung ih ma e ielles In e esse zu wecken. Dadu ch da man ho en, sie auch ideell au zuschließen. Hie is auch au die Rolle de Gesellscha im Denken de Ve asse- in hinzuweisen. Dabei s öß man au das ielleich in e essan es e on ih au gewo ene P oblem. De Gesellscha wi d iel ach gedach , so wenn om sozialen Umk eis ode om sozialen Lebenshal ungss il die Rede is , wenn e ne die Dialek ik zwischen Haushal und Gesell- scha (S. 206, 212) und die no wendige E gänzung on Einzelmensch und Gesellscha (S. 176 ., 179 ., 212) he ausgea bei e wi d. Au gabe des haushäl e ischen Handelns is es, sich nich planlos den gesell- scha lichen T ends hinzugeben (S. 143). Bei Fo de ungen nach An- passung de Haushal e an gesellscha liche En wicklungen und Klagen übe die Unangepaß hei handel es sich, so e siche die Au o in, um Ideologien (S. 191). Die Gesellscha ha die Ve an wo ung ü die Kul u des haushäl e ischen Handelns (S. 204) und ü den Spiel aum de indi iduellen Ges al ung, den sie den Familien zubillig . Sie ha abe du ch die Massenmedien seh an Mach gegenübe den einzelnen gewonnen (S. 205). Ih schein die Au gabe zuzu allen, de Ve - nun diese Einzelwesen einen op imalen F eihei s aum zu geben (S. 206). Angesich s diese Gedankengänge äll es au , daß die Gesellscha gegenübe dem Haushal keine ak i e Rolle, wenigs ens in einem posi- i en Sinne, zu spielen ha . Sie is mäch ig gewo den, dadu ch s eh de Haushal ih gegenübe in eine gewissen Ve eidigungss ellung. Wohl is de Dialog mi den gesellscha lichen Gewal en onnö en, abe we- sen lich doch, um ihnen ih e Ve an wo ung ü die Kul u und die F eihei de in den Haushal en handelnden Menschen o Augen zu hal en. Demgegenübe is die F age zu s ellen, ob eine solche Sich de heu igen Wi klichkei ge ech wi d. Es kann kein Zwei el da übe bes ehen, daß die Gesellscha ü die Familienhaushal e ein ambi alen es Gesich ha . Dazu gehö en die Ge- ah en, welche die Au o in im Auge ha , wenn sie be ü ch e , daß ge- sellscha liche K ä e das Eigenleben de Haushal e e d ücken könn en. Diese Ge ah en eichen wei e , als sie das zugib . Ih em Glauben an einen e g öße en F eihei sspiel aum de Familie bei e inge em sozialkul u ellen D uck au sie in unse e heu igen wes lichen Gesell- scha (S. 211, 215) lieg eine Täuschung zug unde. Dieses U eil is nu am Obe lächenbild o ien ie , da die mode ne Gesellscha du ch iele soziale und ins i u ionelle Zwänge s illschweigend und dem einzelnen wei hin unbewuß nich ge inge en Ein luß au das Ve hal en de Men- schen in ih en Haushal en ausüb als die adi ionale Gesellscha . Sie OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.2.220 | Gene a ed on 2023-04-04 11:46:54 224 Li e a u u es nu au ande en Wegen, besonde s indem sie bei o mal den Ve b auche n einge äum en F eihei en einen nich zu Ruhe kommen- den Gel ungswe bewe b de G uppen un e einande en al e . Da aus lei e sich de hochg adige Kon o mismus de egali ä en Gesellscha ab, de den Be ach e imme wiede in S aunen e se z . Abe die Gesellscha ha ü die Haushal e doch auch eine posi i e Funk ion. Man da ih e Leis ung ü die heu ige Lage des Haushal s und seine Lebenshal ung nich e gessen. Diese Funk ion de Gesell- scha ü die Familienhaushal e lieg da in, daß sie übe das wei e Sys em a bei s eiligen Zusammenwi kens alle die Ene gien en al e , die eine schnell wachsenden Menschenzahl übe Wissenscha , Technik und Wi scha sich wei ende Lebensmöglichkei en geben. Die Dynamik unse es Zei al e s geh on diese plu alis ischen Gesellscha aus. Haushal und Familie sind gezwungen, sich lau end dami auseinande - zuse zen, die Impulse de Außenwel so au zunehmen, daß dem eige- nen Lebensk eis da aus kein Schaden, sonde n ehe ein Nu zen e - wächs , was o ausse z , daß man ak i in diese En wicklung einge- spann bleib . Da diese Gesellscha unse alle Schicksal gewo den is , wi d es ü den einzelnen und seine Familie ge äh lich, aus diese En - wicklung auszusche en. Dabei ha die mode ne Tendenz zu Ni ellie- ung de Lebenshal ungen, die sich aus diesem gesellscha lichen P o- zeß e gib , die En al ungsmöglichkei en de indi iduellen Haushal s- s ile be äch lich, wenn auch schich enmäßig in e schiedenem Maße, eingesch änk und wi d dies kün ig noch s ä ke un. Diese Fes s el- lung besag alle dings nich , wie de Au o in einge äum we den muß, daß das Heil de Haushal e in eine k i iklosen Anpassung an gesell- scha liche T ends liegen könn e. Den Thesen on einem no wendigen Dialog zwischen Haushal und Gesellscha (S. 212) und einem anzu- s ebenden Ausgleich zwischen Kon o mismus und Nonkon o mismus (S. 144) is gewiß zuzus immen. Volkswi scha liche Übe legungen s ehen am Rande des Buches. Die Au o in häl dem Sch eibe diese Zeilen o (S. 192), daß e dem Haushal e olkswi scha liche Maßs äbe se ze und dami den Wi - scha spoli ike zum Rich e übe das haushäl e ische Handeln habe e - heben wollen. Pa adoxe weise zi ie sie ihn zwanzig Sei en ühe mi de Fes s ellung, daß die haushäl e ische Ve nun ih e Maxime nich aus olkswi scha lichen Einsich en beziehen könne (S. 173). Da an e kenn man, daß es sich um ein bloßes Miß e s ändnis handel . Wei- e k i isie sie am je zigen Be ich e s a e den Fo malismus des on ihm bemüh en Kan sdien ka ego ischen Impe a i s, den e he anzog, um kla zu machen, daß die Menschen in eine unk ionie enden Ge- sellscha sich bei ih en hauswi scha lichen Ve ügungen ih e Ve - an wo ung o de Gesam hei bewuß sein müssen. Demgegenübe is OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.2.220 | Gene a ed on 2023-04-04 11:46:54 Li e a u 225 zu agen, wie man ohne einen solchen Fo malismus eine so allgemeine Aussage machen kann, wenn man sich nich au absolu e No men eines Na u ech s es legen will. Die Au o in möch e kein mo alisches, son- de n ein e nün iges haushäl e isches Handeln bes immen (S. 197). Das möch e de sich angesp ochen ühlende Rezensen auch, doch wie will man dazu kommen, wenn man keine We se zungen, d. h. mo a- lische P ämissen un e s ell ? G undsä zliche Bedenken sind schließlich gegenübe einigen olks- wi scha lichen Aus üh ungen des Buches o zub ingen. So is de Op imismus au allend, dem die Ve asse in hinsich lich des schon e - eich en ode doch schon abzusehenden S andes de wi scha lichen En wicklung huldig . Dadu ch sollen g oße hauswi scha liche Ve än- de ungen möglich we den, so diejenige eine „Loslösung des Menschen aus den Fesseln de Bedü nisbe iedigung" ode de „Be eiung des Menschen om Zwang haushäl e ischen Handelns" (S. 74/75). „Noch sind wi nich eich genug, um bedü nislos zu sein, abe de Weg is o enba " heiß es im gleichen Zusammenhang mi Ve weisung au Galb ai h. Un e solchen Gesich swinkeln is die Au o in auch geneig , Mode o hei en und Gel ungskonsum nachsich ig zu behandeln, weil sie F eude machen und zu Wohls andszu iedenhei üh en, denen die Volkswi scha ih e P ospe i ä zu e danken schein (S. 196). So heiß es e ne : „Wenn wi abe im Übe luß leben und das Glück ha- ben, A bei skapazi ä ode Geld übe den Lebenss anda d hinaus e - ügba zu haben, wa um soll e dann nich ein An eil dieses Übe schus- ses dem homo ludens in uns zu Ve ügung s ehen?" (S. 203). Zunächs is zu diesem Zi a zu beme ken, daß de Gedanke, im Zus ande des Übe lusses — o ausgese z , daß man diesen bes immen könn e — ließe sich ein Übe schuß übe den Lebenss anda d hinaus ü den homo ludens be ei s ellen, ein Wide sp uch in sich is . Wenn ein Spielbedü nis sich eg , so muß man un e s ellen, daß es om Lebens- s anda d umschlossen wi d, selbs wenn es bishe wegen ge inge D inglichkei nich zum Zuge gekommen is . Sobald dann das Ein- kommen sich wei e , wi d ihm dem S anda d en sp echend Rechnung ge agen we den müssen. S ell sich abe eine Einkommens e meh ung ein, ohne daß bishe dieses Bedü nis be ücksich ig wo den wa , so gib es nu zwei Möglichkei en, nämlich en wede den Übe schuß einem om Lebenss anda d umschlossenen, abe mangels e ügba e Mi el noch nich zum Zuge gekommenen Bedü nis zuzu üh en ode abe den bishe igen Lebenss anda d umzuwe en und dem homo ludens in einem neuen S anda d ge ech zu we den. Abe abgesehen on de beans ande en, ielleich nu unglücklichen Fo mulie ung sieh man, wie die Au o in gelegen lich so s a k nich 15 Schmolle s Jah buch 91,2 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.2.220 | Gene a ed on 2023-04-04 11:46:54 226 Li e a u nu mik oökonomisch, sonde n auch einzelwi scha lich ausge ich e is , daß sie olkswi scha liche Zusammenhänge übe sieh . Das gil ü die zi ie e Ve eidigung on Mode o hei en und Gel ungskonsum. Sie machen F eude, man muß sie sich nu auch hauswi scha lich leis en können (S. 196). Nach den olkswi scha lichen und sozialen Impli- ka ionen wi d dabei nich ge ag , ode sie we den ohne nähe e E - wägung op imis isch gedeu e , eine Hal ung, die seh dem un e neh- me ischen E we bsin e esse en gegenkomm . An ande e S elle wi d dagegen die No wendigkei eine Be ücksich igung de gesellscha - lichen Auss ahlungen du chaus ane kann (S. 176). Eine Beme kung g undsä zliche A is zu den ho nungs ollen E - wa ungen de Au o in hinsich lich de Be eiung des Menschen om Zwang haushäl e ischen Handelns nö ig. Sie sind un e olkswi scha - lichen Gesich spunk en nich zu hal en. In ihnen d ück sich eine Kon- zession an die wäh end de le z en Jah e e b ei e e P ospe i ä sideo- logie om Hineinwachsen in die Übe lußgesellscha aus, die sich den Ti el des bekann en Buches on Galb ai h zunu ze mach . Nu eine Hochkonjunk u -Eupho ie konn e das Bild om Ein i in ein neues Zei al e du ch wi scha liche Fo sch i e o gaukeln. De Mensch kann abe nich übe seinen Scha en sp ingen, die G und o ausse - zungen seines Wi scha ens sind ein ü allemal gegeben. Übe luß is au diese Wel imme nu pa iell und nich schlech hin möglich, was die om Schicksal Begüns ig en ge lissen lich zu übe sehen p legen. Die Ho nung au Be eiung om Zwang zum Haushal en is deshalb ü- ge isch, sie e s öß gegen nich abände ba e menschliche Exis enz- bedingungen. Was „Wohls andszu iedenhei " is , au welche die Au- o in anspiel , und wann sie wi scha liche P ospe i ä nach sich zieh , is höchs ungeklä ; wohl abe leh die Geschich e, daß Wohls and keineswegs imme Zu iedenhei mi sich b ing , daß e auße dem iel ach wi scha lichen Niede gang zusammen mi sozialem und po- li ischem Ve all nach sich gezogen ha . III. Es sei nun e such , zu eine Gesam wü digung zu kommen. Gewiß handel es sich um ein Buch on g oße gedankliche Selbs ändigkei und eine um assenden P oblemsich . Man da alle dings auch die dabei o en bleibenden Deside a a nich übe sehen. De Lese gewinn den Eind uck, daß die A bei eilig gesch ieben wo den is , ohne daß es zu eine spä e en gedanklichen und da s elle ischen Re ision und Konzen a ion gekommen wä e. So s olpe man übe Flüch igkei en OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.2.220 | Gene a ed on 2023-04-04 11:46:54 Li e a u 227 und logische So glosigkei en1. Fü diese zule z genann en einige Beispiele: Im gleichen Absa z s ehen die beiden Sä ze: De Lebens- s anda d is „die e olg e Planung ü das haushäl e ische Handeln" und „is ein En wu , de zu Planungen üh " (S. 117). Imme hin be- zieh sich de Lebenss anda d beide Male au Haushal splanung, e wi d auch eine „Ziel unk ion ü das haushäl e ische Handeln" ge- nann (S. 99). Dann is e abe nu im Nach ollzug e aßba , kann e „im le z en Sinne nich zielanweisend" sein (S. 138). Wei e : Eine - sei s wi d de En wu des Lebenss anda ds on d ei K ä en gebilde — Übe lie e ung, Gesellscha und Spon anei ä des einzelnen Men- schen (S. 113) — ande e sei s gib es kein Kausal e häl nis ü die Bes immung de Lebenss anda ds, nu ein his o isch beding es Sinn- e s ändnis ü eine ganz konk e o liegende Lebenss anda d o s el- lung (S. 138). Alle solche Beobach ungen, welche den Lese i i ie en, soll en je- doch nich den Blick au den Ke n des Buches e s ellen. Die Ausein- ande se zung mi ihm is die eigen liche Au gabe. De Be ich e s a e möch e die pe sonale Theo ie des Familienhaushal s nich schlech hin e - we en, nu au die ih zu ziehenden G enzen hinzuweisen. Wohl haben Familie und Haushal es auch mi Pe sönlichkei sbildung zu un, doch sind die Chancen da ü un e dem D uck de ielen Ins i u ionen, die heu e au Familie und Indi iduum einwi ken, besch änk . Noch wich i- ge is die Einsich , daß die A , wie Pe sönlichkei sbildung on diese Sei e he be ieben wi d, du chaus un e schiedlich is . De Wel anschau- ungsplu alismus de Familien is an den e schiedens en Lei bilde n o ien ie , weshalb de on ihnen ausgehende Ein luß au die Pe sön- lichkei sbildung, wenn man on allen ande en K ä en absieh , ü die Gesam hei ein agwü diges E gebnis ha . Das muß in eine libe alen Gesellscha hingenommen we den, solange sie, wie de mode ne In- dus ialismus, on s a ken sozialen Spannungen du chse z is . Eine solchen skep ischen, abe wohl ealis ischen Fes s ellung gegenübe is de Op imismus de Au o in, die Pe sönlichkei sbildung und die Kul- 1 Als D uck ehle allen abgesehen on kleine en Ve sehen au : S. 24 wi d E. Engels („De U sp ung de Familie") zi ie , eine Ve wechslung on F ied ich Engels mi E ns Engel . S. 32 wi d Ve sho enB „Die Ma k en nahme als Ke ns ück de Wi scha s o schung" als „Neuausgabe des e s en Buches de Ve b auchs o - schung" o ges ell s a als Neuausgabe des e s en Bandes des Handbuches de Ve - b auchs o schung. Au S. 147 wi d ein HdWS zi ie , womi das Handwö e buch de Sozialwissenscha en (HdSw) gemein is . Dabei wi d zugleich de Name des Au o s Ca l B inkmann un e schlagen, ebenso de Ti el des zi ie en A ikels „Lebens- s anda d". Au S. 152 heiß es „ Rüs ow wo Ros ow gemein is . Ein un olls än- dige Sa z inde sich im Tex de Sei e 163. Au S. 176 s eh Bu gess, Loeke, Tho~ mes ü Bu gess, Locke, Thomes. Schließlich inde sich au S. 198 die Ve weisung au eine Anme kung, die es ga nich gib . Die do genann e Sei e en s amm e - mu lich dem Manusk ip . 15* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.2.220 | Gene a ed on 2023-04-04 11:46:54