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Die Vorausschätzung von Angebot und Bedarf an Arbeitskräften

Abstract

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Die Vorausschätzung von Angebot und Bedarf an Arbeitskräften

Author: Sperling, Hans
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1963
DOI: 10.3790/schm.83.3.359
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/291024/1/schm.083.3.359.pdf
Spe ling, Hans
A icle
Die Vo ausschä zung on Angebo und Beda an
A bei sk ä en
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Spe ling, Hans (1963) : Die Vo ausschä zung on Angebo und Beda an
A bei sk ä en, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN
1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 83, Iss. 3, pp. 359-363,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.83.3.359
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291024
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Die Vo ausschä zung on
Angebo und Beda an A bei sk ä en
Die Zahl de E we bspe sonen wi d, wenn man allein die na ü -
lichen Ve ände ungen du ch Ein i in das E we bsleben und du ch
Ausscheiden da aus be ücksich ig , in den nächs en Jah en zu ück-
gehen. Das is das nüch e ne E gebnis eine neuen Vo ausschä zung,
die das S a is ische Bundesam je z e ö en lich ha 1. Bei gleich-
bleibende E we bsbe eiligung in den Al e sklassen e wa e es ü
1966 einen Fehlbe ag on 90 000 gegenübe 1962, bei e was e -
s ä k e E we bsbe eiligung ein Minus on 70 000. De Wande ungs-
gewinn is eine ungewisse, de zei wenig Subs anz bie ende G öße.
Selbs eine E hal ung des gegenwä igen Jah essaldos wü de nach de
Au assung des S a is ischen Bundesam es den Bes and ansässig blei-
bende E we bspe sonen 1966 um nich meh als 10 000 übe 1962
heben. Es .zieh abe auch einen Rückgang au p ak isch Null ab 1963
in Be ach . Dann bleib de Bes and 1966 um 89 000 un e dem
on 1962.
Un e diesen Ums änden lenk sich de Blick au die ausländischen
A bei nehme . De en Zahl ha sich in den le z en Jah en sp ungha
en wickel . Eine Fo se zung dieses T ends is nich zu e wa en. Das
S a is ische Bundesam nimm o sich iige weise niu einen Ans ieg au
eine Zahl on 680 000 im Jah esdu chschni 1963 an, die es bis 1966
kons an häl , und übe läß es dem Benu ze de Schä zung, diese
Annahme nach seinem Da ü hal en zu modi izie en. Das is na ü lich
eine F age des Beda s.
In eine Beu eilung de ökonomischen En wicklung, nach de «ich
ja de A bei sk ä ebeda bemiß , läß sich das S a is ische Bundes-
am bei diese .Schä zung nich ein. Man könn e dies auch nu un e
meh ode wenige gewoll en Bedingungen. Eine da on is das on
de OECD ü ih e Mi gliedslände insgesam ge o de e Wachs um
des Sozialp oduk s um 50 % on 1960 bis 1970. Da on ausgehend,
daß die Mi gliedslände un e schiedlich indus ialisie sind, e echne
das P ognoseins i u , Basel2, daß ü die s ä ke indus ialisie en
1 Wi scha und S a is ik, 1963, He 4.
2 P ognos: Wi scha liche und demog aphische Wachs umsk ä e ausgewähl e
S ad egionen in de Bundes epublik Deu schland 1950—1970, Allgemeine Teil.
Ve iel äl igung in beg enz e Zahl. Basel, Sep . 1962.
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360 Be ich e
Lände ein höhe e als de gesam du chischni liche S eige angssa z
on 4,2
"%
e onde lich is , und se z ü die Bundes epublik 4,5
%>
an. Die Deu sche Bundesbank e anschlag 4®/o. Im Du chschni de
le z en 5 Jah e be ug e 6,0 % mi ückläu ige Tendenz de Zu-
wachs a en sei i9603. Gewiß ha e sich das Wachs um des B u o-
inlandsp oduk s auch nach de e s en Häl e des 6. Jah zehn s bis
1958 e langsam , um dann bis 1960 wiede zuzunehmen. Die Zu-
wachs a e on 1962 en sp ich mi 4,1
®/o
noch den obigen En wick-
lungsansä zen. 1961 be ug sie abe noch 5,7
%>.
Und die Zuwachs a e
on 1958 mi nu 3,1 Vo mach deu lich, daß auch ein jäh liche Zu-
wachs on 4'°/o zunächs einmal eine Fo de ung, echne isch ausge-
d ück , eine Annahme da s ell .
Gleichzei ig is das B u oinlandsp oduk (imme in gleichen P ei-
sen ge echne ) je E we bs ä igen ges iegen, abe diese Zuwachs a en
nehmen im lang is igen Zei e gleich ab. 1951 be ug de Zuwachs
7,7'%, 1955 nach •zwischenzei liche Ve minde ung um 1 bis 2 Punk e
noch 7,5 Vo, 1960 nach einem Nachgeben um bis ziu 5 Punk en (1958)
wiede 6,6 Vo und 1962 nu 2,9 Vo. In diese Zei allen a i liche A -
bei szei e kü zungen und die Zunahme de Teilzei a bei . Von 1957
bis 1961 ha die Zahl de Pe sonen nach den Fes ellungen des S a is i-
schen Bundesam es in de einzigen ode o wiegenden E we bs ä ig-
kei um 4
®/o
zugenommen, die geleis e en A bei ss unden haben sich
abe nu knapp au gleiche Höhe gehal en4. Bei den Männe n s ehen
ßich hie Zunahmen um 4,2 und 1,7
°/o
gegenübe , bei den F auen
s ieg die Pe sonenizahl um 3,7
®/o
und die A bei s S undenzahl nahm
um 4,2
®/o
ab. De ge inge An eil (V25) de zwei en Tä igkei en, de
nach Zahl und S undenleis ung um e wa 25
'%>
gegenübe 1957 zuge-
nommen ha , kann diese En wicklung nich ausgleichen. Wenn die
Bes ebungen zu A bei szei e kü zung anhal en und Au oma isie-
ung und Ra ionalisie ung sich in bishe igem Ausmaß bewegen, wi d
man annehmen können, daß die En wicklung des Sozialp oduk s je
E we bs ä igen nich nennenswe on ih e bishe igen Tendenz
abweich .
Man kann nun, wenn man au diesen Zahlen des S a is ischen Bun-
desam es au bau , annehmen, daß die Tendeniz wei e hin dem lang-
is igen T end olg und sich in den kommenden Jah en wiede so
wei e besse , daß man im Mi el de Bewegung eine Zuwachs a e
on 3,8 ode 3,5 % anse zen kann. Angesich s de Ve knappung de
A bei sk ä e wi d abe im Hinblick au die ( om A bei sk ä ebeda
he ) zunehmende Bedeu ung de Teilzei a bei und au die Bes e-
bungen izu Ve kü zung de No mala bei sizei auch eine S abilisie ung
3 Wi scha und S a is ik, 1963, He 1, S. 5.
4 Wi scha und S a is ik, 1963, He 3, S. 140.
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Be ich e 361
de Zuwachs a e au 3 Vo zu e wägen und nach dem Vo gang on
1958 auch ein wei e es Absinken de Zuwachs a e in Be ach zu
ziehen sein.
Je nach dem Ansa z ü die En wicklung des B u oinlandsp oduk s
je E we bs ä igen wi d die Di e enz zwischen Beda und einheimi-
schem Angebo an A bei sk ä en bei einem angenommenen "Wachs-
um des B u oinlandsp oduk s als Ganzem um jäh lich 4 °/o e schie-
den aus allen. In seine güns ige en Annahme de eingangs e wähn-
en Vo ausschä zung des Angebo s an A bei sk ä en, d. h., beim
Fo bes and eines gewissen jäh lichen Wande ungsgewinnes, echne
das S a is ische Bundesam ü 1966 mi und 25,6 Mill. E we bs-
pe sonen, die ohne ausländische A bei sk ä e zu Ve ügung s ehen
wü den. Da on se z es 110 000 Pe sonen im Jah esdu chschni als
A bei slose ab, was gegenübe 1962 ein Gewinn on 30 000 E we bs-
ä igen wä e, obwohl schon in diesem Jah die A bei slosen haup -
sächlich S ellungswechsle und in ih e Leis ungs ähigkei Einge-
sch änk e wa en. Dann bleiben also nach dem Ansa z des S a is ischen
Bundesam es ü 1966 im Jah esdu chschni und 25,5 Millionen E -
we bs ä ige aus dem Inland e ügba .
Be echne man nun demgegenübe den Beda aus de Vo aus-
se zung eine jäh lichen Zunahme des Sozialp oduk s (zu gleichen
P eisen) um 4"% un e e schiedenen, aus dem bishe igen Ve lau
abgelei e en Hypo hesen hinsich lich de Zuwachs a e je E we bs-
ä igen, so bedeu e dies selbs e s ändlich einen du chaus schema-
ischen Ansa z. Diese le z e e Zuwachs a e bes imm sich ja nich nu
nach pe sonengebundenen Fak o en wie de A bei szei leis ung, son-
de n auch nach a bei spla zigebundenen, d. h., den P oduk ionsmi eln.
Es is nun -du chaus denkba , daß eine Abwägung de A bei skos en,
also de Löhne usw., gegen den Kapi alau wand izu eine Ve s ä -
kung de In es i ionen üh , die eine e hebliche Zunahme de
Leis ungskapazi ä je A bei spla z und Beschä ig en izu Folge ha .
Dadu ch wü de de de zei e scheinende Fehlbeda an A bei sk ä en
siche lich e minde , mögliche weise geschlossen, ielleich soga
übe kompensie we den. Die Au oma ion in den USA ha p ak ische
Beispiele hie ü gelie e . Man kann die P oblems ellung also ge-
wisse maßen umkeh en, indem man nach de S eige ung de A bei s-
p oduk i i ä ag , die e o de lich is , um den A bei sma k mi de
zu e wa enden Zahl an inländischen A bei sk ä en zu sa u ie en.
Das wä e bis 1966 du chschni lich eine jäh liche Zuwachs a e des
B u oinlandsp oduk s je E we bs ä igen e wa on 4,9 °/o. Gegenübe
dem om S a is ischen Bundesam ü 1966 (geschä z en Angebo e gib
sich dami nach den hie on uns gese z en e schiedena igen An-
nahmen olgendes echne ische Bild de Beda ssi ua ion:
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362 Be ich e
Jäh l. Zuwachs a e des
B u oinlandsp oduk s
je E we bs ä igen in %
Beda an
E we bs ä igkei
in Mill.
Fehlbes and an einhei-
mischen A bei sk ä en
in Mill.
4,9 25,5 0,0
3,8 26,2 0,7
3,5 26,6 1,1
3,0 27,1 1,6
2,5 27,6 2,1
Die om S a is ischen Bundesam in seine Vo aus Schä zung des
Angebo s angenommene S eige ung des Bes andes an ausländischen
A bei nehme n au 680 000 wü de also den Beda un e den Vo aus-
se zunigen de zwei en Zeile obige Übe sich decken. Ob diese Vo -
ausse zungen ode ga diejenigen de e s en Zeile ealisie ba sind,
häng da on ab, ob und in welchem Maße sich die o gesehene S eige-
ung de Zuwachs a e des Sozialp oduk s je E we bs ä igen gegenübe
dem de zei nied ige en S and bewäl igen läß . Wenn nich , bleib die
F age de E gänizba kei des Fehlbes andes du ch ausländische A -
bei nehme . Sind ü das eine ode das ande e keine aus eichenden
Bedingungen gegeben, so i die F age de Realisie ba kei eines
Wachs ums des Sozialp oduk s um jäh lich 4®/o, also de G undan-
nahme, au . Das zeig , daß es sich bei diesen Beda shypo hesen
keines alls um eine P ognose dessen handel , was wie bei eine
We e o he sage gemäß bes imm en Gese zmäßigkei en ein e en
wi d, sonde n nu um eine Vo kalkula ion dessen, was un e bes imm-
en olun a is ischen Bedingungen ein e en kann. Wie diese Bedin-
gungen ges ell we den, is eine wi scha sp oli iseli e Zielse zung und
nich gewisse maßen die Ex apola ion eines bishe igen meh ode
wenige gese zmäßigen Ablau s wie e wa die Vo ausschä zung eine
demog aphischen En wicklung5.
Diese Vo- kalkula ion is global. Sie lie e nu einen Ausgangs-
punk ü di e enzie e e Un e suchungen. Die wei e gehende F age
is doch die, welche Ein lüsse in den einzelnen Wi scha szweigen im
Hinblick au das E eichen ode Nich e eichen de globalen Ziel-
se zung einzukalkulie en sind. Sie un e liegen selbs de Au s ellung
on Teilzielen, die keineswegs ohne wei e es einhei lich ode gleich-
sinnig, abe auch nich unbeein lußba sind. Ande sei s lie e eine
nach Wi scha szweigen un e schiedene Abwägung de Wi kungs-
elemen e noch keine nähe e Vo s ellung übe die A des A bei s-
k ä ebeda s. Die Umschich ungen in de Be u s s uk u be uhen au
den echnisch-o ganisa o ischen Ve ände ungen, die sich in den e -
5 Employmen o ecas ing. OECD-Publ. No. 15, 165. Mä z 1963. — In e na ionale
S udien agung de OECD übe Ve ah en de Vo ausbe echnung on Angebo
und Beda an A bei sk ä en. In: Allg. S a . A dii , 1962, He 3, S. 285.
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Be ich e 363
schiedenen Gewe ben ollziehen. Sie beein lussen die Tä igkei s-
elemen e, die noch zu wenig du chleuch e sind, als daß übe die
quan i a i en Auswi kungen de echnologischen Vo gänge au die
Be u s s uk u des Beda s im allgemeinen auch nu annähe nd ge-
naue Aussagen möglich wä en. Eine Di e enzie ung de Vo kalku-
la ion in diese Rich ung kann nu sch i weise en wickel we den.
Sie als eine A bei sk ä ebilanz de Zukun anzusehen, wä e nich
nu deshalb e ehl , weil ih e Beda s a e eine Kondi ionalhypo hese
is , sonde n weil eins weilen mindes ens auch die Vo ausse zungen zu
ih e Gliede ung ungenügend sind.
Wenn man on eine Vo ausschä zumg des Beda s an A bei s-
k ä en sp ich , so gewinn 'diese Ausd uck beim Benu ze solche
Angaben leich eine Fä bung, als olge das E gebnis eine solchen Be-
echnung gewisse maßen au oma isch ablesba aus den Gegebenhei en
be ei s im Lau e be indliche Vo gänge und sei da um sozusagen die
sich on selbs o sch eibende wi scha spoli ische Konzep ion. Ge-
nau dies is abe , wie hie da zus ellen e such wu de, nich de
Fall, sonde n die wi scha spoli ische Konzep ion is die G undlage
de Beda o ausschä zung. Und alles, was echne isch au diesem
Kalkül au bau , is — um einen Ausd ude de anzösischen Wi -
scha s üh ung zu e wenden — „Plani ioa ion", de en Realis ik sich
e s an dem kommenden Wi scha sablau e weis und nach ihm
imme neu o ien ie we den muß. Solche Vo kalkula ionen au
G und willen lich »gese z e Annahmen hinsich lich de wi scha lichen
Dynamik au zus ellen, äll wohl nich meh in den Rahmen de
Massenbeobach ung, die den Gegens and de am lichen S a is ik bilde .
Deshalb wi d man es als wohlbedach e Besch änkung au ih en Be-
eich ansehen müssen, wenn sie übe eine Vo ausschä zung des im
wesen lichen nach demog aphischen Abläu en bes immba en Angebo s
an A bei sk ä en nich hinausgeh .
Hans Spe ling, Wiesbaden
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