Ha mann, Heinz
A icle
Theo ie und Wi klichkei de Au o i ä
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Ha mann, Heinz (1964) : Theo ie und Wi klichkei de Au o i ä , Schmolle s
Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo ,
Be lin, Vol. 84, Iss. 5, pp. 513-535,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.5.513
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Theo ie und Wi klichkei de Au o i ä
Von Heinz Ha mann, Do mund
Wo heu e Ve häl nisse de sozialen Übe - und Un e o dnung zu
Diskussion s ehen, hö man mi g oße Wah scheinlichkei auch Hin-
weise au eine „neue Au o i ä "1. Dami sind die e schiedens en E -
scheinungen gemein : öllig neue A en und Fo men des sozialen Ein-
lusses, Ve schiebungen in de Akzen uie ung schon bekann e Au o i-
ä s e häl nisse ode auch nu die Ausübung imme schon p ak izie -
e Au o i ä du ch neue Inhabe . In jedem Fall abe soll mi diesen
Hinweisen angedeu e we den, daß die gegenwä igen Au o i ä sbe-
ziehungen on den e gangenen beme kenswe e schieden seien und
daß die neue Au o i ä mi einem eigenen Ausd uck zu bezeichnen
sei; bei diese Benennung behil man sich noch mi eine ein achen
Kons uk ion, in de o e s nu die inno a i e Quali ä diese Au o-
i ä plaka ie wi d, ohne daß man sich au eine inhal liche Bes im-
mung schon es legen wü de.
Solche Ve me ke eizen e s ä k zu eine Übe legung, die schon
aus heo e ischen G ünden imme wiede anges ell we den muß: de
F age, inwiewei sich in de sozialen Wi klichkei de Au o i ä sbe-
ziehungen in de Ta bedeu same Ände ungen ollziehen und inwie-
wei (im Falle eines posi i en Be unds) unse e adi ionellen Beg i e
diese Wi klichkei noch assen können. Als Maßs ab signi ikan en
Wandels mag dabei die Bedingung gel en, daß on neuen E scheinun-
gen niu dann gesp ochen we den da , wenn diese Phänomene sich
nich meh un e bekann e De ini ionen au gleiche Abs ak ions-
s u e un e b ingen lassen- Die Wahl eines zugehö igen Beig i s e -
olg dann nach Maßgabe de analy ischen (Eigenscha , die dem Be-
obach e an den konk e en E scheinungen am wich igs en schein 2.
1 Von ielen möglichen Beispielen mag hie besonde s ein Sammelband übe
„Menschen üh ung, Pe sonalauslese, Technik in Wi scha und A mee". H sg.
Heinz
Ka s
, Ebe ha d
Bee mann
und F anz
G osse
(„Ve ö en lichungen de
Volkswi scha lichen Gesellscha ". Band 4). Da ms ad (1954) he ausges ell
we den. Das S ichwo äll au S. 142, abe as die gesam e Diskussion is e-
le an . Diese Sammelband emp iehl sich o allem deswegen als Beispiel, weil e
sowohl den wi scha lichen wie den mili ä ischen Be eich ansp ich und dami
einen ela i g öße en Sek o des sozialen Lebens e aß als ande e Ve -
ö en lichungen.
2 Daß dies nich imme die au d inglichs e ode häu igs e Eigenscha sein muß,
läß sich am Beispiel des
Schumpe e sdien.
Un e nehme beg i s illus ie en. Die
33 Schmolle s Jah buch 84,6
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514 Heinz Ha mann
Um die e wünsch e Wendung ins G undsä zliche beizubehal en,
soll e man bei de P ü ung g ei ba e Beg i e wenige on speziellen
Äuße ungen des Wandels in unse e Wi klichkei ausgehen als on
eine Bes andsau nahme de gängigs en De ini ionen mi ih en analy-
ischen Möglichkei en und Mängeln. Diese Emp ehlung üh ge ade-
wegs in die
Webe sdie
He scha ssoziologie, die in ih e B ei e und
Di e enzie ung am ehes en de g oßen Viel al konk e e Au o i ä s-
e häl nisse gewachsen zu sein schein . Wenn i gendwo, so möch e
man glauben, inde sich in de Beg i swel Max
Webe s
das no wen-
dige beg i liche Ins umen a ium. Und es ehl in de Ta nich an
S immen, die gegenübe allen En deckungen „neue Au o i ä " zu
an wo en wissen, daß deswegen du chaus keine neuen Ka ego ien
e dach we den müß en, sonde n
Webe
auch diese angeblich neuen
E scheinungen im Ansa z iden i izie und e klä habe.
Demgegenübe soll hie gezeig we den, daß die
Webe sdien
Ge-
danken zu Au o i ä sp oblema ik wesen liche F agenkomplexe aus-
gespa lassen und daß nu neue Ka ego ien, wie sie sich eben e s
ausbilden, de neuen Wi klichkei beg i lich ge ech we den. In die-
sem Zusammenhang sei insbesonde e e wiesen au die A bei en eini-
ge Ve e e de mode nen ame ikanischen O ganisa ions- und Ve -
wal ungswissenscha (adminis a i e science and O ganiza ion heo y).
Alle dings läß sich diese Diskussion nich üh en ohne eine allge-
meine Besinnung au das Ve häl nis on Wi klichkei und Beg i s-
bildung — was schließlich auch zu k i ischen Kommen a en gegenübe
den Ve asse n de neuen Ka ego ien üh .
1. Möglichkei en und G enzen
de Webe schen He scha ssoziologie
Das Te ain de Re ision und des no wendigen Ausbaus de
Webe -
sehen De ini ionen läß sich am ehes en dadu ch abs ecken, daß seine
bleibenden Leis ungen ausd ücklich au ge üh we den. Schon in dem
Beg i de He scha , de inie als Chance de Geho sams indung0.
ha
Webe
de sozialwissenscha lichen Analyse ein We kzeug in die
kons i u i e Tä igkei des Un e nehme s wi d nach
Schumpe e
imme nu seh
be is e ausgeüb , und diese Tä igkei is nach seinem Da ü hal en seh iel
wenige augen ällig als ande e Funk ionen des Un e nehme s. Siehe Joseph A.
Schumpe e :
The Theo y o Economic De elopmen , übe s. Red e s
Opie
(„Ha -
a d Economic S udies." Band 46). Camb idge, Mass. 1934. S. 20. In dem deu -
schen O iginal is alle dings nu da on die Rede, daß „. . . die wesen liche Funk-
ion des Un e nehme s imme zusammen mi ande en Tä igkei en au e en
[muß], ohne daß doch i gendeine da on . . . no wendig wä e und schlech hin all-
gemein o käme". Siehe seine Theo ie de wi scha lichen En wicklung. München
1926. S. 115.
3 Max
Webe :
Wi sdia und Gesellscha . 4. Au lage. Tübingen 1956. S. 122.
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Theo ie und Wi klichkei de Au o i ä 515
Hand gegeben, das seh ielsei ig einse zba und bishe nich einmal
bis an die G enzen seine Nu zba kei beansp uch wo den zu sein
schein 4. Diese Beg i is e wa bezüglich de Mo i e de Folgsamkei
so wei gedach , daß e ein schie une schöp liches Spek um mögliche
Mo i e um aß : „ on dump e Gewöhnung ange angen bis zu ein
zweck a ionalen E wägungen."
Bis an die Synonymi ä he an eichend is mi „He scha " ein an-
de e Beg i e bunden, de sich eben alls als dienlich e wiesen ha :
„Legi imi ä ." Mi Legi imi ä is bei Webe , s eng genommen, nu
eine Eigenscha de He scha gemein ; legi ime He scha is , in
den Augen de Behe sch en, eine be ech ig e He scha , eine ge-
ech e ig e He scha . Diese Eigenscha is , wenn nich ü die De-
ini ion, so doch ü die Da s ellung de He scha so wesen lich, daß
man sie als kons i u i bezeichnen da . In ich ige E kenn nis dieses
Ve häl nisses on Legi imi ä und He scha benu z die angelsäch-
sische Soziologie dieses A ibu auch iel ach, um den Beg i de
He scha on dem allgemeine en Beg i de Mach zu un e schei-
den; do wi d He scha häu ig als „legi ime Mach " iden i izie 5.
In jedem Fall abe bleiben die inhal liche Füllung und die A de
Ve ö en lichung de Legi imi ä zunächs öllig o en: G ünde und
Fo m des Legi imi ä sansp uches eine sei s und A und Weise des
Legi imi ä sein e s ändnisses we den nich p äde e minie . Auch die
Ka ego ie de Legi imi ä schein also ielsei ig einse zba .
Diese Ane kennung de Ka ego ien on He scha und Legi imi ä
muß abe on eine Einsch änkung beglei e we den, die schnell an
die G enzen de We&e schen Vo leis ung üh . Diese Einsch änkung
e gib sich im wesen lichen da aus, daß die genann en Beg i e bei
Webe an zugehö ige Aussagen gebunden sind, die den Anwendungs-
be eich diese beiden Ka ego ien s a k einengen. He scha is bei
Webe . genaue be ach e , eben doch auch e was seh Spezi isches,
und Legi imi ä wi d o en sp echend speziell e s anden.
Ein Beweis ü diese Behaup ung lieg in de längs in den soziolo-
gischen „Wissenss o " übe nommenen Fes s ellung Webe s, daß es
d ei Typen legi ime He scha gebe: legale, adi ionale und cha is-
ma ische He scha . Na ü lich e laub seine dami gegebene ideal ypi-
sche Un e eilung alle möglichen Zwischen ypen konk e e A . Nich
minde o ensich lich abe soll e sein, daß dami die einen ode
4 Siehe insbesonde e den Diskussionsbei ag on Ka l *W.
Deu sch
anläßlich des
15. Deu schen Soziologen ages in Heidelbe g am 29. 4. 1964, in dem e eine
„Übe se zung" des Webe sdien He scha sbeg i s in eine s a is ische Fo mel
an eg e, du ch die mi un e schiedlichen Chancen ausges a e e He scha s-
ansp üche gleich gu un e einen He scha sbeg i subsumie we den könn en.
5 Hie begegne uns de al e Gegensa z on auc o i as und po es as — mi de
Va ian e, daß un e po es as Mach als Obe beg i e s anden wi d.
33*
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516 Heinz Ha mann
haup sächlichen Typen de He scha axioma isch au d ei besch änk
we den. He scha is in diesem Rahmen eben nich die allgemeine
Chance de Geho sams indung, sonde n ganz speziell gleichzuse zen
mi de Möglichkei , au dem Wege übe T adi ion, Cha isma ode
Sa zung Fügsamkei zu inden. Zumindes de a ionale Typus is
zwa in sich s a k di e enzie ba . So ha Bendix da au hingewiesen,
daß diese Ve sion de He scha eine Fülle on sozialen Si ua ionen
beg i lich ge ech we den könne6. Die Bindung des He scha sbe-
g i s an spezi ische Vo kommnisse is also un e schiedlich exklusi .
T o zdem is nich zu übe sehen, daß diese e mein liche G undbe-
g i du ch die Webe sdie Typologisie ung inhal lich in ganz bes imm-
e Weise e o e wi d.
Neben diese noch ela i allgemeine Fes legung e en de aillie -
e e Bindungen. Das geschieh e wa du ch die Zuo dnung komple-
men ä e Beg i e zu einem Haup beg i , wie in de Webe sdien
Au zählung on „G undka ego ien de a ionalen He scha ". Be-
g i »komplexe, du ch die die Ve wendung des Zen albeg i s in
ganz eigena ige Weise ixie we den kann, en wickeln sich abe
auch aus de Ve quickung on Beg i en und axonomischen Lis en
zugehö ige Eigenscha en (wie in de We ce schen Cha ak e is ik de
Einzelbeam en), die quasi-de ini o ischen Ansp uch besi zen. Schließ-
lich wi d die Ve wendba kei de G undbeg i e eingesch änk du ch
den Einbezug de e schiedenen Beg i e in heo e isie ende Sä ze
(e wa: „die Disziplin de Wahlbeam en-Hie a chie e eich niemals
auch nu annähe nd die gleiche S enge wie die in eine Hie a chie
mi e nann en Beam en"), du ch die das Ve häl nis zwischen den hie
de inie en Va iablen ode zwischen diesen und ande en nähe de e -
minie wi d7.
An diese S elle kann man nun de F age kaum noch ausweichen,
ob man diese We&e schen Beg i e in ih e speziellen Inhal lichkei
ode ih e möglichen allgemeinen Bedeu ung e wenden will. Diese
F age wi d sich wei gehend danach bean wo en, inwiewei schon die
spezi isch ge aß en De ini ionen de Wi klichkei ge ech we den kön-
nen. Übe einen wei e en Maßs ab, de bei diese En scheidung ange-
leg we den könn e, gib Webe selbe einen passenden Hinweis,
wenn e on seine Konzep ion de He scha sag : „Die Zweck-
mäßigkei diese [seine ] Ein eilung kann nu de dadu ch e ziel e
6 Reinha d Bendix: Concep s and Gene aliza ions in Compa a i e Sociological
S udies. In: Ame ican Sociological Re iew. 1963. S. 537.
7 Von „ heo e isie enden" Sä zen wi d hie deswegen gesp ochen, weil Webe
(a) Fes s ellungen wie die zi ie e o ensich lich nich als Hypo hese e s anden
wissen will und sie in diese Fo m wohl auch kaum als Hypo hese gel en dü en,
(b) ielmeh allem Anschein nach dami Ve allgemeine ungen au ges ell haben
will — de en Ve i ika ionsmodus alle dings undu chsich ig is und die deshalb
nich als „Theo ie" im s engen Sinn gel en dü en.
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Theo ie und Wi klichkei de Au o i ä 517
E ag an Sys ema ik e weisen." Das heiß , es wi d wei e hin zu a-
gen sein, inwiewei ein gegebene Beg i zusä zliche Zusammenhänge
sehen läß , meh Wi klichkei e schließ als ande e8.
F agen wie diese sind inne halb des uns besonde s in e essie enden
Be eiches de Webe schen Soziologie schon ges ell und e suchsweise
bean wo e wo den — wenn auch in ungleich spezielle em Bezug als
hie o geschlagen. Die be e ende Auseinande se zung konzen ie
sich au den Webe sdien Beg i de Bü ok a ie, genaue : au seine
Anwendba kei in e schiedenen sozialen Lagen. So ha Be ge be-
ach liche Zwei el gegen die B auchba kei dieses Beg i s beim S u-
dium on non-wes e n-socie ies o ge agen9, und ande e Au o en
haben au G und ih e S udien in En wicklungslände n bezüglich ih e
eigenen Fo schungsbe eiche ähnliche Bedenken o geb ach 10. William
Delany ha diese Zwei el e ie , indem e das We&e sche Konzep
de Bü ok a ie nich einmal in den wes lichen Gesellscha en allge-
mein gel en lassen will, sonde n allen alls in den eu opäischen Län-
de n11. Als en scheidend ü solche Wide sp üche e weis sich bei
nähe em Hinsehen in jedem Fall, daß nach Meinung des be e enden
Opponen en die mi dem Bü ok a iebeg i e bundenen Komple-
men ä beg i e und Theo eme in den genann en Fo schungs eide n
„lee " bleiben, wäh end sie ande e sei s wich ige P obleme übe -
gehen.
Die an sich hochin e essan e Diskussion12 übe die B auchba kei
des Bü ok a iebeg i s soll jedoch nich on de allgemeine en F age
ablenken, wie es um die Tauglichkei des We&e schen He scha sbe-
g i s bes ell sei. Diese F age bleib wei e hin aku — nich weil sie
8 Die Bedeu ung dieses Maßs abs zeig sich an olgendem Fall besonde s deu -
lich: Ein gegebene Beg i mag eine gegebene E scheinung analy isch nich meh
assen. Ob diese Enge jedoch als Mangel e s anden we den da , häng u. a.
da on ab, ob das Ve s ändnis diese E scheinung ü unse allgemeines "Wi klich-
kei s e s ändnis bedeu sam is .
9 Mo oe Be ge : Bu eauc acy Eas and Wes . In: Adminis a i e Science
Qua e ly. I (1957). S. 518—532; siehe auch seine A bei Bu eauc acy and Socie y
in Mode n Egyp : A S udy o he Highe Ci il Se ice. P ince on, N. J. 1957.
10 Siehe beispielsweise Robe V. P es hus: The Social Bases o Bu eauc a ic
O ganiza ion. In: Social Fo ces. (1959). S. 103—109, und "Webe ian s. "Wel a e
Bu eauc acy in T adi ional Socie y. In: Adminis a i e Science Qua e ly. 1961.
S. 1—24.
11 William Delany: Pa imonial and Bu eauc a ic Adminis a ion. In: Ad-
minis a i e Science Qua e ly. 1963. S. 458—501.
12 Die Auseinande se zung um diese S ei age is keineswegs abgeschlossen.
Eine sei s wi d ausd ücklich die Gegen hese e e en, daß de Bü ok a ie-Beg i
doch allgemein anwendba sei (siehe Fe el Heady: Bu eauc a ic Theo and
Compa a i e Adminis a ion. In: Adminis a i e Science Qua e ly. 1959, S. 509
bis 525, wäh end ande e Behaup ungen noch übe die oben skizzie en Einwen-
dungen hinauszielen: Un e Hinweisen au sogenann e „Debü ok a isie ungs*4-
E scheinungen in den en wickel en ode indus iellen Gesellscha en bilde sich
die These aus, daß de Webe sdie Beg i auch in diesen Lände n an Gehal und
Nu zen e lie e.
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518 Heinz Ha mann
noch nie ges ell wo den wä e, sonde n weil sie ande s bean wo e
we den muß, als sie bishe bean wo e wo den is . Eine de e s en,
de die Webe -K i ik in diese Rich ung wei e ge ieben ha , wa Tal-
co Pa sons, de seine auszugsweise Übe se zung on Webe s „Wi -
scha und Gesellscha " mi übe aus lesenswe en Kommen a en e -
sehen ha e. Zu Webe s d ei Typen de He scha beme k e Pa sons
insbesonde e, daß neben den genann en diodi wohl noch ande e o -
s ellba seien. Im einzelnen and e , daß die p o essional supe io i y
on Webe ungenügend be ücksich ig wo den sei13. Mi p o essional
supe io i y soll e eine Au o i ä bezeichne sein, die wesen lich au
geach e e Sach e s ändigkei be uh .
Die be e ende K i ik e wies sich jedoch nich nu als ein übe
ih e Maße hinaus uch ba e Hinweis au die „Sach e s ändigen-
Au o i ä ", sonde n sie en hiel eine wei e e, spä e meh ach au ge-
g i ene An egung. Da Pa sons nämlich sein Konzep de p o essional
supe io i y am Beispiel de eien Be u e e a bei e ha e, ge ie e
in die Nähe de spä e colleague au ho i y genann en Au o i ä , die
eng mi de demok a isch legi imie en Au o i ä e wand is . Nach
Pa sons bilden Mi gliede eie Be u e eine Company o equals, eine
Gemeinscha de Gleichen, in de „die unausbleibliche Un e schied-
lichkei de Leis ung und Auszeichnung" unbeach e bleib 14.
Zunächs abe geh es Pa sons um die Expe en-Au o i ä , on de
e glaub , daß sie in Webe s Typus de a ionalen He scha zwa
en hal en, abe nich genügend explizie sei. Haup beweiss ück des
posi i en Teils seine Ve mu ung is ihm die Webe sdie Fes s ellung,
daß Bü ok a ie He scha k a Wissen da s elle — on Pa sons
übe se z mi : „Bu eauc a ic adminis a ion means . . . he exe cise
o con ol on he basis o knowle^ge15." Dami abe ha sich ein ganz
en scheidnde Fehle in die angelsächsische In e p e a ion de We-
¿e sehen We scha ssoziologie eingeschlichen. Fehle ha wa an die-
se Übe se zung, daß Pa sons dieses Wö chien „k a " hie nich —
wie on Webe gemein — ins umen eil au aß . „Bü ok a ie is
He scha k a Wissen" abe muß e s anden we den: „. .. is He -
scha du ch Wissen, mi Hil e on Wissen, by means o knowledge."
In de Pa sonssdien Übe se zung wi d das Wissen aus diese ins u-
men eilen Bedeu ung hinauska apul ie in eine ganz ande e: Hie
wi d Wissen plö zlich zu Legi ima ion de Bü ok a ie. So da denn
nich wiunide nehmen, daß Pa sons keine ande en S ellen bei Webe
13 Max Webe : The Theo y o Social and Economic O ganiza ion. Übe s, und
H sg. A. M. Hende son und Talco Pa sons. New Yo k. 1947. S. 58—60.
14 Die inne e Wide sp üchlichkei diese beiden Au o i ä s o s ellungen und
die ih en sp echenden ealen Kon lik chancen zwischen „ unk ionale " und
„demok a ische " Au o i ä we den wede bei Pa sons noch bei ande en Kom-
men a o en diese Zusammenhänge disku ie .
15 Webe : The Theo y a.a.O., S. 339.
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Theo ie und Wi klichkei de Au o i ä 519
inde , die die In e p e a ion s ü zen wü den, und e demen sp e-
chend bemängel , Webe habe die p o essional au ho i y nu „im
Ansa z64 e aß .
In de Folge is die Pa sonssdie Deu ung dann in imme wei e
e g öbe e Fo m on ande en ame ikanischen Sozialwissenscha le n
au geg i en wo den: on Me on16, Gouldne 17, E zioni18, um nu
einige de bedeu ende en soziologischen Au o en zu nennen19.
2. „Funk ionale Au o i ä "
Im Gegensa z zu diese In e p e a ion de Webe sdien Vo lage
wi d hie die Meinung e e en, daß die Sach e s ändigen-Au o i ä
sich nich du ch die Ka ego ie de He scha und die dami zusam-
menhängenden Komplemen ä beg i e assen läß . Nach Be ücksich-
igung alle scheinba wesen lichen Anläu e, Implika ionen und Meh -
deu igkei en de He scha ssoziologie Max Webe s e gib sich als ein-
zig e e ba es Fazi , daß diese Typus de Au o i ä nich in den
d ei Typen de He scha un e zub ingen is 20. Die Expe en-Au o i-
ä wi d bei Webe nich nu nich genann ; die Au o i ä des Expe -
en is ielmeh auch in wesen lichen Aspek en mi den haup säch-
lichen Eigenscha en de bekann en d ei Typen legi ime He scha
un e einba : mi de absolu en Selbs ändigkei de Legi imi ä s-
g ünde, mi de k edi i en Fo m des Legi imi ä sein e s ändnisses
und mi de unbeding en Fügsamkei de Behe sch en21.
16 Robe K. Me on: Bu eauc a ic S uc u e and Pe sonali y. In seinem Sam-
melband Social Theo y and Social S uc u e. Glencoe, III., 1949. S. 151—152.
Me on sp ich do alle dings, o sich ige als Pa sons, nu on einem „assign-
men o oles . . . on he basis o echnical quali ica ions". T o zdem geh e da-
mi übe die Fes s ellungen on Webe hinaus. De Fall Me ons un e scheide
sich wei e hin on den noch zu nennenden, als wegen de ela i en Gleichzei ig-
kei seine und de Pa sonssdien Ve ö en lichung ein Res des Zwei els bleib
ob Me on diese Wendung on seinem zei weisen Leh e Pa sons übe nommen ha „.
17 Al in W. Gouldne : Pa e ns o Indus ial Bu eauc acy. Glencoe, III., 1954.
S. 219—220 e passim; und O ganiza ional Analysis. In: Sociology Today. H sg.
R. K. Me on, L. B oom und L. S. Co ell J . New Yo k 1959. S. 402.
18 Ami ai E zioni: Au ho i y S uc u e and O ganiza ional E ec i eness. In:
Adminis a i e Science Qua e ly. 1959. S. 62.
19 Auch die Webe sdien Vo s ellungen übe Bü ok a ie sind in imme wei e
e g öbe e Fo m in den USA e b ei e wo den. Fü eine Dokumen a ion
diese Ve ein achung, siehe Richa d A. Hall: In ao ganiza ional S uc u al Va ia-
ion: Applica ion o he Bu eauc a ic Model. In: Adminis a i e Science Qua e -
ly. 1962. S. 295—308. Fü eine k i ische Besp echung einige Folgen, siehe Heinz
Ha mann: Bü ok a ische und olun a is ische Dimensionen im o ganisie en Sozial-
gebilde. In: Jah buch ü Sozialwissenscha . 1964. S. 116—127.
20 Die G undlagen dieses E gebnisses sind om Ve asse in alle Aus üh lich-
kei da ges ell . Vgl. Heinz Ha mann: Funk ionale Au o i ä . S u ga 1964;
siehe insbesonde e das 3. Kapi el übe „Funk ionale Au o i ä und legale He -
scha ", das ganz de Auseinande se zung mi Webe gewidme is .
21 A nold Gehlen ha e 1952 schon gleich dezidie be unden, daß Max Webe
die „ unk ionelle He scha " nich in seine Typologie be ücksich ig habe. Alle -
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520 Heinz Ha mann
Auße halb des Bannk eises de We&e -Exegese wa diese A Au o-
i ä schon e heblich ühe als selbs ändige E scheinung e s anden
und mi eigenem Namen beleg wo den. Wäh end Pa sons und ande e
noch dazu neig en, diese Au o i ä als eine Ve sion de a ionalen
He scha anzusehen^ ha e Lyndall U wick schon on echnical
au ho i y22 gesp ochen, He be A. Simon on eine „Weisungsgewal
de Ideen23". An ang und Mi e de ün zige Jah e wi d die Bezeich-
nung unc ional au ho i y in de O ganisa ionsli e a u ge adezu zu
Selbs e s ändlichkei , wobei alle dings nich übe sehen we den da ,
daß diesem Beg i und seinen Spiela en ( unc ional powe , unc-
ional o e lay, s a au ho i y) auch do keine einhei liche und ein-
deu ige De ini ion in unse em Sinne anhäng . In eine Auslegung
handel es sich dabei um eine E mäch igung du ch den Linien o ge-
se z en an den S ab, in bes imm en G enzen eigene En scheidungen
zu e en; in ande e Deu ung is diese Au o i ä ein P oduk des
übe legenen Wissens und Könnens eine Sonde g uppe in de O gani-
sa ion: de S absexpe en24. Man i jedoch du chaus auch au Vo -
s ellungen, nach denen Au o i ä allgemein du ch besonde en Sach-
e s and legi imie we den kann25.
In spä e en Jah en e s ehen sich dann auch einige Soziologen zu
sepa a e Benennung diese E scheinung, wobei sie sich eils an Vo -
schläge aus dem auße soziologischen Be eich hal en, eils an ühe An-
egungen aus dem eigenen Fach. So sp ich Janowi z 1959 on eine
echnical au ho i y, die e audi au ho i y o skill and achie emen
ode achie ed au ho i y nenn 28. Im gleichen Jah s ell E zioni de
al bekann en bü ok a ischen He scha ode adminis a i e au ho i-
y eine p o essional au ho i y gegenübe 27; bei de Besp echung die-
se p o essional au ho i y bezieh sich E zioni audi au Wilbe Moo e.
de schon 1946 einmal on eine unc ional au ho i y, on unk iona-
dings e s eh Gehlen un e unk ionelle He scha eine „unpe sönliche He -
scha . . . aus dem Zwang de Sachen he aus", „Anweisungsbe ugnis om Sach-
zwang he ." Gehlens Au assung on „ unk ionelle He scha " deck sich also
nich mi unse e Vo s ellung on „ unk ionale Au o i ä ", die du ch pe sön-
liches Wissen und Können legi imie is . Siehe A. Gehlen, P obleme eine sozio-
logischen Handlungsleh e. In: Soziologie und Leben. H sg. Ca l B inkmann.
Tübingen 1952. S. 38—39; Un e s eichung im Tex .
22 Lyndall U wick: The Elemen s o Adminis a ion. New Yo k 1943. S. 42.
23 He be A. Simon: Adminis a i e Beha io , in d sch. Übe se zung: Das
Ve wal ungshandeln. S u ga 1955. S. 90. Das O iginal e schien 1945.
24 Siehe e wa William H. Newman: Adminis a i e Ac ion. Englewood Cli s,
N.J. 1951, insbes. S. 191—197, ode Ha old Koon z und Cy il O'Donnell: P in-
ciples o Managemen . New Yo k 1955. S. 57.
25 Siehe e wa John M. P i ne und F ank P. She wood: Adminis a i e O ga-
niza ion. Englewood Cli s, N. J. 1960. S. 21, 31 e passim.
26 Mo is Janowi z: Sociology and he Mili a y Es ablishmen . New Yo k 1959.
S. 29—34.
27 E zioni: a.a.O.
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Theo ie und Wi klichkei de Au o i ä 527
Diese pe sonale Au o i ä sbeg i , wie e u. a. on Simon49, Den-
nis50 ode P es hus51 e e en wi d, e heb sich inso e n zu eine ge-
wissen analy ischen Selbs ändigkei , als die Legi ima ion diese A
Au o i ä hie wede au de G undlage eines Glaubens (wie in allen
Typen de Webe sc ien He scha ) noch au de Basis on Wissen
(wie iin Falle de unk ionalen Au o i ä ) zus ande komm . Gemein-
sam dagegen wä e de pe sonalen Au o i ä mi ande en Au o i ä s-
o s ellungen, daß auch hie eine Gemeinsamkei übe We e e s eb
wi d. Dami wi d die pe sonale Au o i ä gegen eine Reduk ion au
psychologische Ka ego ien gesiche , die ja hie nahelieg . Bei dem
sozialpsychologischen Au o i ä sbeg i , de meis un e de Bezeich-
nung au ho i y o leade ship ode auch nu leade ship au i , is
diese Ge ah jeden alls e heblich g öße .
Bei diesem Phänomen hel en die We&e schen Typen de He scha
o ensich lich ebenso wenig wei e wie bei de unk ionalen Au o i ä .
Diese Mangel wi d dadu ch besonde s p ekä , daß nach Ansich meh-
e e Au o en ge ade diese A Au o i ä zunehmend Anhänge in-
de und im Ve häl nis zu ande s legi imie en Beein lussungschancen
an sozialem Gewich gewonnen ha . Audi da in gleich diese Fall dem
de unk ionalen Au o i ä 52. Ande s als im unk ionalen Fall da
diese Expansions hese abe wohl nu mi Vo behal wiede gegeben
we den. Denn es gib einigen G und ü die Ve mu ung, daß den An-
hänge n diese Au o i ä s o s ellung da an gelegen is , die pe sonale
Au o i ä expansi e scheinen zu lassen. Anhänge e wi b diese
Au o i ä na ü lich wenige un e dem ehe pejo a i en Kennwo de
49 Simon: Au ho i y a.a.O., S. 104—106.
50 Wa en G. Bennis: Leade ship Theo y and Adminis a i e Beha io : The
P oblem o Au ho i y. In: Adminis a i e Science Qua e ly. 1959. S. 289.
51 Robe V. P es hus: Au ho i y in O ganiza ions. In: Public Adminis a ion
Re iew. 1960. S. 89—90.
52 Alle dings behaup e F ied ich Wel z ü einen Teilbe eich de on ihm
un e such en Be iebe, daß de Au o i ä sansp uch de Vo gese z en sich au
Kos en unk ionale Legi ima ions e suche meh und meh au pe sonale Be-
g ündungen e lage e. Obwohl bei de Be agung 66
°/o
alle angesp ochenen
Meis e und S eige angaben, Au o i ä lasse sich p imä du ch Fachkenn nisse
gewinnen, wa en die P oduk ionsmeis e , de en Chance zu Demons a ion ach-
liche Übe legenhei sich e inge e, ela i häu ig de Meinung, es komme o
allem „au die Fähigkei an, mi Menschen umzugehen". Siehe seinen Fo schungs-
be ich : Vo gese z e zwischen Managemen und A bei e n. Düsseldo 1959. S. 99,
104—105, und die zugehö ige Buch e ö en lichung gleichen Ti els, in de das
Zahlenma e ial jedoch leide ehl (S u ga 1964. S. 60 e passim). So en geh
dem Buchlese leide manche in e essan e Diskussionss o . Die quan i a i en
Un e lagen zeigen beispielsweise, daß und die Häl e alle be ag en Meis e
und S eige annehmen, daß die A bei e om Meis e p imä „gu e Menschen-
behandlung" e wa en, wäh end nu 24°/o de Meis e und 31
°/o
de S eige
glauben, man e wa e on ihnen „Fachkönnen". Wie komm es, daß man eine -
sei s glaub , Fachkönnen üh e zu Au o i ä , wäh end ande e sei s angenommen
wi d, die A bei e e wa e en om Meis e /S eige p imä e was ande es als
Fachkönnen?
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528 Heinz Ha mann
Manipula ion als un e wenige e däch ige E ike ie ung. Ans elle
on Manipula ion wi d beispielsweise auch on in e pe sonal skill
ode main enance o he wo k clima e, on appo ode he wa m
Pe sonali y o he boss gesp ochen.
Dami soll nich auch gesag sein, daß die Anhänge de Menschen-
üh ungs-Au o i ä die euphemis ischen Bezeichnungen planmäßig
o schieben. Im Gegen eil is es ielleich ge ade ih e Faszina ion mi
den posi i en Assozia ionen, die sie die pe sonale Au o i ä au dem
Vomma sch sehen lassen möch e. So O o
Neuloh
, wenn e on eine
Schwe punk e lage ung in de be ieblichen Au o i ä ss uk u : on
de Am sau o i ä weg zu pe sonalen Au o i ä hin sp ich . Obwohl
seine eigenen Be agungse gebnisse zeigen, daß die „menschliche
Au o i ä " de Vo gese z en on den Un e gebenen besonde s scha
k i isie wi d, bleib
Neuloh
bei seine These und mahn en sp e-
chend: „In olge dieses Wandels is de Beg i Vo gese z e ... nich
meh be iebskon o m und am bes en du ch den Beg i Füh ungs-
k ä e zu e se zen, bei denen die soziale Quali ika ion maßgebend
is . . . . en sp echend wi d die Bezeichnung Un e gebene ' .. . du ch
den Beg i ,Mi a bei e ' e se z 53."
An diese S elle soll das Haup a gumen abgeb ochen we den, ob-
wohl doch noch seh iel zu un bliebe. Insbesonde e müß en die
Eigena en und Übe schneidungen de einzelnen Au o i ä s o s ellun-
gen noch p äzise he ausgea bei e we den. Einige de zi ie en Au o-
en zeichnen sich nich eben du ch exak e Beg i sbildung aus. So en -
häl die colleague au ho i y on
Ma cson
sowohl bü ok a ische wie
demok a ische, unk ionale wie pe sonale Aspek e. Abe zumindes
die S oß ich ung unse e A gumen a ion soll e kla und de eine ode
ande e Beleg übe zeugend ge a en sein. In o o schein hin eichend
geklä , daß die
Webe sdie
He scha ssoziologie in de Ta die unk-
ionale und die pe sonale Au o i ä nich e klä und daß dami we-
sen liche Segmen e unse e gesellscha lichen Wi klichkei aus seine
Theo ie ausgeklamme geblieben sind. Diese Ums and is um so be-
me kenswe e , als die unk ionale und ielleich auch die pe sonale
Legi ima ion ü die heu igen Au o i ä s e häl nisse eine g oße Rolle
spielen.
63 O o
Neuloh:
De neue Be iebss il. Tübingen 1960. S. 195, 201, 303. Die
Neulohadien
Angaben zeigen, daß keine de Be ag en be ei wa , den Obe -
meis e n, We kche s, dem echn. Di ek o zu bescheinigen, daß sie „pe sönlich
gu angesehen" seien. E heblich wenige als 1 °/o on meh e en hunde ange-
sp ochenen Pe sonen wa en de Ansich , daß Be iebsingenieu e und Be iebsche s
pe sönlich gu angesehen seien, und bloße 1,6 °/o alle Be ag en en schieden sich
ü eine en sp echende Ane kennung de Be iebsassis en en, die dami zu be-
lieb es en G uppe au ücken! Imme hin 9,2 °/o alle Be ag en be onen ausd ück-
lich, daß die Obe meis e pe sönlich nich gu angesehen sind.
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Theo ie und Wi klichkei de Au o i ä 529
4. Beding hei und Allgemeinhei de Beg i sbildung
Nun muß man alle dings inso e n noch übe dieses E gebnis hin-
ausgehen, als auch die G ünde ü die mangelha e En sp echung on
ka ego ialem Appa a usw. au de einen Sei e und zu bea bei ende
Wi klichkei au de ande en ein Wo de E kundigung we schei-
nen. Is es denn nich e wunde lich, daß die Webe sdie He scha s-
soziologie so un ollkommen is ? Läß sich hie ielleich e was le nen
übe die Risiken de Beg i sbildung ode umgekeh übe die Mög-
lichkei , Beg i skomplexe und Hypo hesen on besonde s s a ke
E klä ungsk a au zubauen?
Um die Poin e o wegzunehmen: Es schein , als ob die zunächs
e wunde liche Lücke in de Webe sdien Soziologie ih e E klä ung
inde in ih e Beding hei du ch die Wi klichkei selbe . Webe s
Ka ego ien, Typen, axioma ische Sä ze sind gebunden -an seine Wi k-
lichkei , an seine zei geschich lichen und his o ischen Beobach ungen.
Webe wa eben o allem ein his o isch und induk i o ien ie e
Soziologe (es is nich on unge äh , daß e Ideal ypen und nich
Theo ien ausa bei e e). Diese Wi klichkei abe bo ihm hinsich lich
de Au o i ä sp oblema ik nich die Vo lage, die uns du ch unse Hie
und Heu e o gegeben wi d. Ganz siche ehl e in ih die Akzen uie-
ung de Legi ima ion du ch Sach e s and, die in de sich anbahnen-
den „wissenscha lichen Zi ilisa ion" zu Selbs e s ändlichkei wi d
und adi ionelle Legi ima ionsg ünde ablös . Na ü lich wa Webe s
geschul em Blick nich en gangen, daß die His o ie auch Beispiele
unk ional beg ünde e Ein lußchancen kenn . So e klä en sich seh
wah scheinlich die gelegen lichen Anläu e, die Webe in Rich ung au
eine eigene Typisie ung de unk ionalen Au o i ä un e nimm .
Webe s Si ua ion in diesem Falle is in gewisse Beziehung na ü -
lich nu ein Exea apel de allgemeinen Ve assung de Soziologie. Je
meh Wi klichkei uns zugänglich wi d, um so deu liche wi d uns die
aumizei liche Rela i i ä unse es bes ehenden Beg i s- und Theo ien-
undus. Un e dem bezeichnenden Ti el „E hno-cen ic Sociology" ha
de o jäh ige P äsiden de ame ikanischen Soziologen-Gesellscha ,
E e e C. Hughes, die ma e iale und me hodische Besch änkung de
soziologischen A bei au und du ch „unse e Gesellscha " k i isie .
E wü de es höchs bedaue lich inden, mein e Hughes, wenn die So-
ziologie wei e hin nu do Wu zeln eiben we de „whe e e e yone
speaks English, and e e yone — including he women — wea s
pan s54".
54 E e e C. Hughes: E hno-cen ic Sociology. In: Social Fo ces (1961—1962).
S. 3.
34 Schmolle s Jah buch 84,6
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530 Heinz Ha mann
Wie ech Hughes ha , wenn e den äumlichen P o inzialismus de
Soziologie a ackie , zeigen zwei kleine Auszählungen on Robe M.
Ma sh. Danach be aß en sich 1960 as 90
%>
on den und 1500 sozio-
logischen Disse a ionen in den USA mi den USA; und on dem
kleinen Res beschä ig en sich wiede um beme kenswe iele mi
Gesellscha en, die den USA wei gehend gleichen (wie Kanada ode
die wes eu opäischen Lände )55. In E gänzung diese Fes s ellung is
dann un e Bezug au den Whi eheadsdien Aussp uch „Men can be
p o incial in ime and as well as in space" on A nold S. Nash be-
me k wo den, daß die Soziologie auch in de zei lichen Dimension
p o inziell angeleg sei56.
Wie seh sich die Soziologie in de En wicklung ih es Denkens an
de ih jeweils hie und je z gegenübe s ehenden Wi klichkei o ien-
ie , mag an einem speziellen Beispiel aus de Au o i ä s hema ik
illus ie sein. Dieses Beispiel en s amm de Pa sonssdien Einlei-
ung zu seine Übe se zung on Webe s „Wi scha und Gesellscha ".
„Beeind uck du ch die seine zei ige Diskussion de allgemeinen Un-
siche hei , die modische Beschä igung mi den Human Rela ions in
Indus y und die eben beobach e e An älligkei gegenübe eine nazi-
s ischen und aschis ischen P opagie ung eine Rückkeh zu Volks-
gemeinscha , schloß sich Pa sons [do damals] Webe s pessimis i-
sche Meinung an, daß die Au o i ä s e häl nisse in den wes lichen
Inidius iegesellscha en sich höchs wah scheinlich in Rich ung au a-
di ional umd pe sönlich gehal ene He scha s ypen, au cha isma ische
Bewegungen und Dik a u en ode ielleich eine Mischung on beiden
zubewegen wü den57."
Diese P ognose, so können und müssen wi au G und eine ande s
e lau enden En wicklung heu e sagen, ha sich als alsch e wiesen —
ielleich wenige , weil Pa sons die Zeichen seine Zei alsch in e -
p e ie und angewende hä e als wegen eines g undsä zlichen Wan-
dels de sozialen Wi klichkei . Diese neue Wi klichkei o de uns
ganz neue Ka ego ien und Theo ien ab, und sie ela i ie den au
uns übe kommenen Bes and. Hinsich lich des on Pa sons seine zei
(1947!) noch emp ohlenen Cha isma-Beg i es e wa könn e man heu e
sagen, daß e e gleichsweise en beh lich wi d. Wäh end eine Sozio-
logie e gangene Jah e ohne diesen Beg i ode eine En sp echung
au die Fo mulie ung wesen liche E gebnisse hä e e zich en müs-
sen, leis en uns gegenwä ig ande e Beg i e zu Au o i ä besse e
Diens e.
55 Robe M. Ma sh: T aining o Compa a i e Resea ch in Sociology. In:
Ame ican Sociological Re iew. 1962. S. 147—149.
66 A nold S. Nash: Is Sociology P o incial in Time as well as in Space? In:
Ame ican Sociological Re iew. 1962. S. 591.
57
Delany, a.a.O.. S. 475.
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Theo ie und Wi klichkei de Au o i ä 531
Dami ha sich unse e P oblema ik e schä : Zunächs ging es nu
da um, es zus ellen, daß die We&e sche He scha ssoziologie lücken-
ha is , weil sie „nu " au die Wi klichkei ih e Zei an wo e e und
in olgedessen die neue Wi klichkei schlech e e klä als die Beg i e.
Beg i skomplexe usw., die wi speziell au die uns je z beschä igen-
den F agen hin en wickel haben. Nun komm olgendes hinzu: Wenn
in de Ta eine solche Abhängigkei de Beg i s- und Theo iebildung
bes eh , dann könn e man wei e olge n, daß diese Beg i e und
Theo ien jeweils nu in de sozialen Wi klichkei gül ig sind, au die
sie so speziell zugeschni en sind. Die Webe sdie He scha ssoziolo-
gie wä e demnach nich nu ohne Schlüssel zu unk ionalen Au o i-
ä ; man hä e ielmeh heu e auch Zwei el an de gene ell au schlüs-
selnden K a de schon o handenen Typen.
Hin e diesem P oblem s eck nach Ansich einige Soziologen und
Wissenscha s heo e ike ein allgemeine es Dilemma. So mein To-
pi sch, „daß wi es in den Sozialwissenscha en nich mi einem es en
Bes and on Theo ien zu un haben, die einen ein ü allemal gege-
benen Zus and besch eiben, sonde n mi du ch und du ch dynamischen
und labilen Ve häl nissen: eine im Wandel be indliche G uppe on
Theo ien .. . bezieh sich au eine im Wandel be indliche Gesellscha ,
und diese Theo ien sind selbs ein Teil des du ch sie da ges ell en
Geschehens.. .58". Topi sch ha hie o wiegend die Soziologie im
Auge, abe Ähnliches is auch übe ande e Sozialwissenscha en gesag
wo den. Albe , beispielsweise, e weis in einem unlängs e schiene-
nen Bei ag nachd ücklich au die aumzei liche Rela i i ä einige
ökonomische Ka ego ien59. Zum Un e schied on Topi sch is Albe
alle dings de Meinung, daß die ökonomische Theo ie wede im gan-
zen de a gebunden sein muß noch e ek i so gebunden is .
Dami s ell sich eine le z e F age: die F age, ob auch die Soziologie
Ka ego ien und Theo ien ausbilden kann, die sich übe die Bindung
an sozio-kul uo elle Milieus eine spezi ischen Epoche e heben und als
uni e selles We kzeug ü die Analyse soziale S uk u en und P o-
zesse zu Ve ügung s ehen. Es e s eh sich, daß diese F age hie o
allem au die P obleme on Au o i ä , He scha , Ein luß, Kon olle
usw. ziel . Muß man sich zu esignie enden Ane kennung beg enz e
und be is e e Anwendba kei e s ehen, ode bes eh eine be ech-
ig e Ho nung au die Ausbildung seh abs ak e Beg i e und Ve -
allgemeine ungen, die unbeding e wendba wä en?
58 E ns Topi sch: Max Webe und die Soziologie heu e. (Hek og aphie es
Manusk ip ) 1964. S. 11.
59 Hans Albe : Modell-Pla onismus. In: Sozialwissenscha und Gesellscha s-
ges al ung; Fes sch i ü Ge ha d Weisse . H sg. F. Ka enbe g und H. Albe .
Be lin 1963. S. 74 -76.
34*
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532 Heinz Ha mann
Wissenscha s heo e isch zumindes bes eh o ensich lich kein
G und zum Rückzug au einen allgemeinen Rela i ismus, wie Topi scli
ihn p opagie . Hie is die Posi ion on Bendix ehe übe zeugend,
de eine sei s die aumzei liche Bindung soziologische Ka ego ien
au deck , die bishe als uni e selle G undbeg i e angesehen wu den,
ande e sei s die Möglichkei uni e selle Beg i sbildung wei e hin
zuläß und eben diese Möglichkei du ch die En hüllung de Rela i is-
men zu ö de n such 60. Jeden alls schein diese S ellung hal ba , so-
lange einige de heu e on uns e wende en Beg i e noch allsei ig
und allzei lich einse zba sind. Als Beispiel bie e sich de Rollen-
beg i , de zwa aus eine bes imm en gesellscha lichen Lage zu sei-
ne je zigen P ominenz e höh wu de, au äumlich und zei lich an-
de e soziale Lagen abe nich wenige anwendba is . Daß de Rol-
lenbeg i und e wand e Ka ego ien „mi solchem Akzen und so
g oßem heo e ischen Aplomb on Ame ikane n behandel we den",
sch eib Plessne , „häng mi den eigenen gesellscha lichen E ah un-
gen zusammen, welche die Wel de USA ih en Angehö igen in seh
ausgesp ochene Weise e mi el ". Das gil insbesonde e ü den Rol-
lenbeg i in seine unk ionellen Bedeu ung, de an Menschen und
ih Ve hal en nich gebunden is . „Abe ", konzedie Plessne , „me k-
wü dige weise e sag [diese unk ionelle Analyse auch nich gegen-
übe den] ... al e ümlichen Typen on Gesellscha , die den Funk-
ionalismus de A bei nich kennen61."
Welche Weg wä e denn nun gangba ode zu besch ei en, um zu
einem uni e sellen Au o i ä sbeg i zu kommen — ode wie imme
diese Beg i dann genann wü de. Na ü lich is uns jede Beg i s-
ealismus e sag : Unse e Suche nach eine hochabs ak en Ka ego ie
da keine Suche sein nach dem einen Beg i , de dem Au o i ä s-
phänomen wesensmäßig zugeo dne is ; und de imme wiede au -
lebenden Diskussion übe die eigen liche Bedeu ung ode , wie man
gelegen lich auch sag , übe die „Achse" des Au o i ä sbeg i s soll e
man ehe ausweichen als bei e en. Auch de implizi e Beg i s ealis-
mus, wie e sich e wa in die Dah endo sehe Rollen-In e p e a ion
einschleich , is nu ge äh lich. Selbs wenn meh e e Disku an en au
einen Beg i hin kon e gie en, soll e da aus da um nich geschlossen
we den, diese Übe eins immung besage e was übe eine „Wesens"-
beziehung zwischen Beg i und E scheinung62.
60 Bendix, a.a.O.
61 Helmu h Plessne : Soziale Rolle und menschliche Na u . In: E kenn nis und
Ve an wo ung; Fes sch i ü Theodo Li . H sg. J. De bolas und F. Nicolin.
Düsseldo 1960. S. 106, 110.
62 Siehe dagegen die Folge ung Dah endo s, de solche Kon e genz beim
Rollenbeg i als Indiz da ü nimm , es „sei diese Name dahe in gewisse
Weise meh als Schall und Rauch". (Homo Sociologicus. 4. Au l. Köln u. Opladen
1964. S. 17.)
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Theo ie und Wi klichkei de Au o i ä 533
Welche ande e Weg abe emp iehl sich? Dem Nominalis en bleib
keine ande e Möglichkei , als neue Beg i e du chzup obie en und —
ge eu de eingangs zi ie en Fo de ung Max
Webe s
— ih e „Zweck-
mäßigkei nach dem dadu ch e ziel en E ag" zu bemessen. Sowei
sich übe sehen läß , bie en sich zu Zei o -allem zwei Beg i e als
Ve suchsobjek e an: de Beg i de Rezip ozi ä und das Beg i s-
paa Abhängigkei /Unabhängigkei . Beide bie en anscheinend gu e
Vo ausse zungen da ü , daß die Diskussion de Au o i ä sich aus ih e
Gebundenhei an spezi ische Si ua ionen lös unid zu uni e sellen
Ka ego ien und Ve allgemeine ungen hin inde .
Wenn wi on de sozialpsychologischen Li e a u absehen63, dann
is es o allem Richa d M.
Eme son,
de mi Hil e des Abhängigkei s-
beg i s wei e zukommen e such . Um diesen Zen albeg i he um
kons uie e eine ein ache Theo ie des Mach e häl nisses, in de e
E klä ungen ü die un e schiedlichs en, bishe wei gehend sepa a
angegangenen Mach -, Ein luß-, He scha sp obleme usw. inde .
Au o i ä ode legi ime Mach beispielsweise wi d do gedeu e als
ein Sonde all des Koali ionsp ozesses, du ch den soziale Regeln und
Ve hal ens o sch i en ausgebilde we den. Im Zen um seine Ana-
lyse s ehen e schieden angese z e Ve suche zwischen den Teilhabe n
an einem Mach e häl nis, zu eine balance, eine Balance, einem
Ausgleich de Abhängigkei en zu kommen64.
Vo
Eme son
ha en
Janowi z
und
Thompson
schon mi dem Ab-
hängigkei sbeg i zu a bei en e such — wenn auch in e heblich
wenige sys ema ische Fo m. In seine Un e suchung übe die sich
wandelnde S uk u de Mili ä o ganisa ion ha e
Janowi z
da au
hingewiesen, daß die wechselsei ige Abhängigkei de Spezialis en in
einem mili ä ischen Team wich ige sei als de Zusammenhal , de
du ch die Hie a chie de Ins anzen bewi k we de — und e behaup-
e dann wei e , daß diese In e dependenz jedem Mi glied des Teams
eine gewisse Mach übe ande e gebe65.
Thompson
geh einen Sch i
übe
Janowi z
hinaus, indem e auch die mach -beg ündende Quali ä
des Abhängigkei s e häl nisses he auss eich , in das de Spezialis
ande e Mi gliede seine O ganisa ion, insbesonde e den ode die
Vo gese z en e se zen kann. In dem Unabhängigkei s-/Abhängigkei s-
beg i sieh
Thompson
also eine Ka ego ie, die ihm nich nu den
e au en Fall de Vo gese z en-Unabhängigkei /Un e gebenen-Ab-
63 Do wi d das Beg i spaa Abhängigkei /Unabhängigkei o allem on J.
Thibau
und H. H.
Kelley
in ih em We k übe The Social Psychology o G oups,
New Yo k 1959, au den uns in e essie enden F agenkomplex angewende .
64 Richa d M.
Eme son:
Powe -Dependence Rela ions. In: Ame ican Sociological
Re iew. 1962. S. 31—41.
65 Janowi z:
Sociology a.a.O., S. 38.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.5.513 | Gene a ed on 2023-04-04 11:34:29
534 Heinz Ha mann
hängigkei analysie en hil , sonde n audi umgekeh e („au wä s")
und la e al (ho izon al) e lau ende Abhängigkei s e häl nisse.
Thompson bezeichne solche In e dependenzen audi als „Tausch-
e häl nisse": Jede Pa ei habe de ande en e was zu bie en66. Auch
ande e sp echen in diesem Zusammenhang neue dings häu ig on
Tausch ode Rezip ozi ä 67. So ha Geo ge
S auss
nachgewiesen, daß
das Beein lussungs e häl nis in la e alen Sozialbeziehungen als
Tauschbeziehung e s anden we den kann68, wäh end Ba ney G. Gla-
se
audi e ikal e lau ende Ein lußlinien mi Hil e des Rezip ozi-
ä sbeg i es zu e klä en e such ha 69.
Diese Beg i zeichne sich jedoch nich nu dadu ch aus, daß e
au die gleiche Viel al s uk u elle Zuo dnung anwendba schein
wie das Beg i spaa Abhängigkei /Unabhängigkei , sonde n e leis e
ein üb iges: E deck auch Ein luß e häl nisse, in denen alle ode
einige Be eilig e ein e häl nismäßig g oßes Maß an Au onomie be-
si zen und keine daue ha e (Tausch-) Beziehung, sonde n nu ein
(Tausch-) Ak gegeben sein mag. Wi haben es hie mi einem Sonde -
all zu un, den ande e Beg i e schlech e assen wü den. Eben we-
gen diese e gleichsweisen Übe legenhei abe da man sich agen,
ob mi de Ein üh ung des Rezip ozi ä sbeg i s in die Analyse on
Mach , He scha , ode wie imme man diese Phänomene schluß-
endlich benennen will, nich ein Sch i in Rich ung au die En wick-
lung uni e selle Ka ego ien ge an is .
Nun, diese F age kann hie nich bean wo e we den. Obwohl an-
zue kennen is , daß die beiden le z genann en Beg i e abs ak e
gemein sind als die in diesem Zusammenhang bishe geb auch en
Ka ego ien, und obwohl eine gewisse A ini ä bes eh zwischen Ab-
s ak hei im Sinne allgemeine en Bezugs eine sei s und Uni e salis-
mus im Sinne aumzei liche Ungebundenhei , muß die F age doch
o en bleiben, ob diese sozusagen neuen Beg i e nich in ih e Ab-
s ak hei o zdem wiede nu speziellen sozio-kul u ellen Si ua ionen
gegenübe gül ig sind.
66 Thompson:
Mode n O ganiza ion a.a.O., S. 46—47.
67 Wie übe haup de Rezip ozi ä sbeg i und seine Synonyme ba gaining,
exchange u. ä. in de Soziologie, o allem de ame ikanischen, in le z e Zei
eine übe aschend g oße Anhänge scha ge unden haben. Beispiele inden sidi
in T.
Pa sons'
und N.
Smelse B
A bei übe Economy and Socie y (Glencoe, III.,
1956) und ih e Be onung de bounda y exchanges; in William J.
Goode
s Bei-
ägen übe A Theo y o Role S ain. In: Ame ican Jou nal o Sociology. 1960.
S. 483—496, und No m Commi men and Con o mi y o Role-S a us Obliga ions.
In: Ame ican Jou nal o Sociology. 1960. S. 246—258. In Geo ge C. Ho naus
le z en heo e ischen A bei en (Human Beha io as Exchange. In: Ame ican
Jou nal o Sociology. 1958. S. 597—606, und Social Beha io . New Yo k 1961).
68 Geo ge
S auss:
Tac ics o La e al Rela ionship: The Pu chasing Agen . In:
Adminis a i e Science Qua e ly. 1962. S. 161—186, insbes. S. 174—175.
69 Ba ney G.
Glase :
The Scien is -Supe iso Rela ionship. In: Adminis a i e
Science Qua e ly. 1963. S. 379—398.
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DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.5.513 | Gene a ed on 2023-04-04 11:34:29
Theo ie und Wi klichkei de Au o i ä 535
Es schein zumindes eine nü zliche These, daß die Be onung de
„au onomen Si ua ion", de Balance, de ezip oken Ve häl nisse in
de Analyse on Mach , He scha , Au o i ä du ch die no dame ika-
nische Wi klichkei p o ozie und nu do sinn oll sein könn e.
Diese Beg i e passen, in e was wei e em Rahmen gesehen, auße -
o den lich gu au eine plu alis ische Wi scha sgesellscha und o -
de n dami den Ve dach he aus, daß auch sie milieugebunden sein
könn en. Wenn dem abe wi klich so wä e, dann hä en wi in diesen
Beg i en eben keine uni e sals, sonde n nu abs ak e e Rela i is-
men, und dann ließe sich olgendes Gleichnis kons uie en: daß die
neuen Ka ego ien so an die Wi klichkei on heu e gebunden wä en
wie die Webe sdie Typologie de He scha an ih e Wi klichkei on
damals. Ob diese Ve gleich be ech ig is , ode ob wi in de Ta hie
uni e selle Beg i e o uns haben, ob wi uns mi ad hoc en wickel-
en No hel e n, wie den Beg i en de unk ionalen und pe sonalen
Au o i ä , bescheiden müssen, das kann nu die Fo schung zeigen, die
diese Beg i e und dami zusammenhängenden Ve allgemeine ungen
am konk e en P oblem imme wiede au ih e Möglichkei en und
G enzen übe p ü .
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