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Ein Erschütterter. Ernst Jünger in den Ketzerischen Essays Jan Patočkas

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Ein Erschütterter. Ernst Jünger in den Ketzerischen Essays Jan Patočkas

Author: Miller, Václav
Publisher: Univerzita Karlova, Filozofická fakulta,Praha
Year: 2020
Source: https://dspace.cuni.cz/bitstream/20.500.11956/123781/1/Vaclav_Miller_93-99.pdf
Ein E schü e e . E ns Jünge in den Ke ze ischen
Essays Jan Pa očkas
Václa Mille – Ins i u ü ge manische S udien, Ka ls ‑Uni e si ä , P ag
ABSTRACT
De o liegende Au sa z is de Rezep ion E ns Jünge s in den Ke ze ischen Essays zu Philo-
sophie de Geschich e Jan Pa očkas gewidme . Ve anschaulich we den Übe eins immungen
und Un e schiede in de Behandlung on ausgewähl en gemeinsamen Themen wie K ieg
und A bei in de indus iellen Gesellscha , das deu sche Hee im E s en Wel k ieg und
die Au assung des Menschen als K a . Es wi d gezeig , wie Pa očka Jünge s Gedanken
anhand de Pola i ä on Tag und Nach bewe e und in die eigene Au assung de Ge-
schich e in eg ie .
SCHLÜSSELWÖRTER
Jan Pa očka, E ns Jünge , Ke ze ische Essays, E s e Wel k ieg, A bei e , Technik, K a
ABSTRACT
AShaken Man. E ns Jünge in Jan Pa očka’sHe e ical Essays
The subjec o his sho a icle is he ecep ion o he ea ly w i ings o he Ge man au -
ho E ns Jünge by he Czech philosophe Jan Pa očka, as published in Pa očka’sbook
He e ical Essays in he Philosophy o His o y. I is demons a ed how he iews o bo h
w i e s on chosen opics ma ch o di e . These opics a e in pa icula : wa and labou in
an indus ial socie y, he Ge man a my in he Fi s Wo ld Wa and he concep ion o man
as a o ce. I is u he shown how Pa očka e alua es Jünge ’sideas based on he pola i y
o Day and Nigh and in eg a es hem in o his own concep o his o y.
KEY WORDS
Jan Pa očka, E ns Jünge , He e ical Essays, Fi s Wo ld Wa , Wo ke , Technology, Fo ce
Im Li e a u e zeichnis de 1975 im Samisda publizie en Ke ze ischen Essays zu
Philosophie de Geschich e
1
des schechischen Phänomenologen Jan Pa očka (1907–1977)
inde man d ei Publika ionen des deu schen F on solda en und Sch i s elle s E ns
Jünge (1895–1998). Es handel sich um die Abhandlung De Kamp als inne es E leb-
nis (1922), das Essay Die o ale Mobilmachung (1930) und die bald da au e schienene
Sch i De A bei e . He scha und Ges al (1932). Die E wähnungen on Jünge in den
1 Zi ie wi d hie nach de olgenden deu schen Übe se zung: Pa očka, Jan (1988): Ke ze ische Essays zu
Philosophie de Geschich e. S u ga : Kle -Co a.
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Ke ze ischen Essays besch änken sich au die le z en zwei de sechs Kapi el (Is die
echnische Zi ilisa ion zum Ve all bes imm ? und Die K iege des zwanzigs en Jah hunde s
und das zwanzigs e Jah hunde als K ieg), in denen Pa očka die En wicklung Eu opas
nach de indus iellen Re olu ion hema isie . In seine Analyse de indus iellen
Zi ilisa ion be u sich Pa očka meh mals au Jünge als einen au me ksamen Be-
obach e , dessen Fes s ellungen e zu Un e maue ung seine eigenen Au assung
de Geschich e an üh .
1. KRIEG UND ORGIASMUS
Es übe asch kaum, dass de Name E ns Jünge s in den Ke ze ischen Essays im Zu-
sammenhang mi dem P oblem des K ieges e schein . De K ieg besi z sowohl ü
Jünge als auch ü Pa očka keine ausschließlich nega i e Quali ä : E is keine unan-
genehme Zäsu de iedlichen, p oduk i en Exis enz ode bes ens eine no wendige
E schü e ung, nach de das no male Leben dankba und neu beleb wiede o gese z
we den kann. Pa očka sp ich om K ieg als „Deu endem“, das aus sich selbs he aus
eine sinngebende K a besi z (Pa očka 1988: 147), und be u sich bei seine Analyse
wei gehend au Jünge s Konzep de o alen Mobilmachung. Diese is ü Jünge eine
allgemeine, om Wesen de indus iellen Zi ilisa ion nich zu ennende Tendenz zu
o sch ei enden Au lösung alle Bindungen. Jünge un e scheide in seinen Essays
zwischen de Mobilmachung „als eine Maßnahme des o ganisa o ischen Denkens“
(Jünge 1931: 9) und de o alen Mobilmachung als einem sich selbs ollziehenden
(Jünge 1931: 5), abs ak en P inzip; die e s e e is nu de Ausd uck de le z e en.
Pa očka se z sich in seinen Essays zu Philosophie de Geschich e nich mi de Ta -
sache auseinande , dass Jünge s o ale Mobilmachung ein We kzeug in den Händen
de on Jünge pos ulie en Ges al des A bei e s is . S a dessen in eg ie Pa očka
Jünge s o ale Mobilmachung in seine eigenen Re lexionen übe die gewandel e Be-
ziehung des Menschen zum Sein und übe den Sch i zu ück, welchen de mode ne,
au Behe schung abzielende Ra ionalismus in Bezug au das eigens e P oblem des
Indi iduums bedeu e .
His o ische Ve suche um Ein e leibung des Dämonischen we den, so Pa očka, sei
de E ablie ung de Wissenscha und Technik als de eigen lichen Beziehung zum
Sein als unglaubwü dig einges u und beisei egeschoben. Die Disziplinie ung des
O gias ischen, sei dem An ang de Geschich e die wich igs e Au gabe, o welche
de Mensch s eh , wi d un e den Bedingungen de indus iellen Zi ilisa ion adikal
e schwe . De K ieg als P oduk und zugleich We kzeug de o alen Mobilmachung,
die „pe ek e Re olu ion des All ags“ (Pa očka 1988: 139) bedeu e die F eise zung o -
gias ische Po enziale. Die He scha de Planung, des All ags und den o gias ischen
Sp ung in die Fins e nis üh Pa očka als zwei Sei en de selben Münze an. Das an
sich selbs ge essel e Leben ha im ö en lichen und p i a en O giasmus sein no -
wendiges Komplemen . Das P oblem de Diens ba machung des O giasmus is on
de Dimension des ech en und unech en Lebens, wie es Pa očka de inie , zu un e -
scheiden; de S u z ins O gias ische mach zwa au die En emdung (Unech hei )
des im All äglichen e lo enen Menschen au me ksam, is abe auch ims ande, diese
En emdung zu e ie en.
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In seinen Aus üh ungen zum Phänomen de mode nen Langeweile und zum
Hinge issensein du ch das Dämonische wi d Jünge on Pa očka zwa nich genann ,
ieles aus Jünge s K iegsau zeichnungen könn e jedoch in diesem Zusammenhang
ange üh we den. Die F on e ah ung eil sich ü den zum Sch i s elle gewo de-
nen S oß upple haup sächlich in den Rausch de Kamp handlungen au de einen
Sei e und in une ägliche Langeweile au de ande en. Die Gewal o gien des K ie-
ges, wie Jünge e kenn , bilden nich einen Gegensa z zu Wel de A bei , sonde n
sind de en in eg ale Bes and eil. Jünge s E s lingswe k In S ahlgewi e n zeug om
S aunen des Au o s übe diese me kwü dige Nachba scha on selbs e gessene
Leidenscha und quälende Langeweile. E ns Jünge , welche das Schlach eld als
Neunzehnjäh ige ge ade in eine Lebensphase des Ze alls seine oman ischen
Illusionen be a , inde an de F on , on de e sich Aben eue und die Üppigkei
des E lebens e sp ach, alle wesen lichen Elemen e de bü ge lichen Wel , o de
e nich lange zu o nach A ika loh. In de Abhandlung De K ieg als äuße es E lebnis
cha ak e isie Jünge knapp und sugges i die Ma e ialschlach :
De Feind wa nich meh g ei ba , e e schleie e sich imme meh hin e de
Wi kung e n agende Maschinen und wu de zu eine s a en, unpe sönlichen
Mach . Sel en bekam man ihn noch zu Gesich , einige huschende Ges al en in
de Dämme ung, e schwommene Um isse im Au bli zen de Schüsse bei näch -
lichen Begegnungen– das wa alles, ausgenommen die imme sel ene we denden
Augenblicke, in denen die S u mwellen de In an e ie übe das o ene Gelände
lu e en.
Das oman ische, beweg e Bild de Schlach wa zu dem eine ein önigen, ge äh -
lichen A bei gewo den, die bei Tage und bei Nach ih e An o de ungen s ell e.
Das Helden um wu de zu eine schmucklosen und nüch e nen Angelegenhei [.]
(Jünge 2001: 90)
In den K iegsbe ich en Jünge s gib es kaum eine länge e Schilde ung des F on lebens,
in de nich be on wü de, dass de Solda in une wa e em Maße einem A bei e äh-
nel : „De G aben […] mach e den K ieg zum Handwe k, die K iege zu Tagelöhne n
des Todes, on blu igem All ag geschli en“ (Jünge 1978: 24).
2. DIE ROLLE DES HEERES IM DEUTSCHEN KAMPF GEGEN DEN
STATUS QUO
Gegen die ma xis ische Bewe ung des deu schen Reiches des Jah es 1914 als eine
konse a i en, eak ionä en Mach s ell Pa očka seine These übe die e olu ionä e
Na u Deu schlands und seinen Kamp gegen den S a us quo. Den Gedanken, mi dem
Deu schland in den K ieg zog, besch eib Pa očka olgende weise:
Auch diese K ieg wa ein Ideenk ieg, mag seine Idee auch schwe zu inden sein,
is sie doch in ih e Nega i i ä seh unau ällig. […] Die allgemeine Idee, welche
im Hin e g und des e s en Wel k iegs s and, wa die allmählich au gekeim e
Übe zeugung, dass es so e was wie einen objek i en Sinn de Wel und de Dinge
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nich gebe, und dass es eine Angelegenhei on K a und Mach sei, einen solchen
Sinn in jenem Be eich zu ealisie en, de dem menschlichen Zug i zugänglich
is . (Pa očka 1988: 148)
Dieses Deu schland, das (neben den Ve einig en S aa en) „de Wi klichkei des neuen
wissenscha lich - echnischen Zei al e s am nächs en komm “ (Pa očka 1988: 149),
nu z wei gehend seine adi ionellen S uk u en zuguns en de e olu ionä en Ziele;
sein Konse a i ismus dien eilweise de Disziplin, eilweise is e eine Illusion, die
dadu ch en s eh , dass konk e e Sch i e au Wegen un e nommen we den müssen,
welche his o isch o be ei e wo den sind. Pa očka e wähn Jünge in diesem Kon ex
mi dem Hinweis, dass dessen Essay De A bei e „implizi “ „eine Vo ahnung dieses
e olu ionä en Cha ak e s des al en Vo k iegsdeu schland“ en häl (Pa očka 1988: 149).
Jünge äuße diesen Gedanken jedoch in seinen kü ze en Tex en und Zei ungsa i-
keln de Zwischenk iegszei auch ausd ücklich. In de Abhandlung Re olu ion und Idee
(1923) sch eib e , dass im E s en Wel k ieg „nich eine Regie ung“ im Kamp s and,
sonde n „das Volk als ganzes […] um eine neue Fo m de Wel “ (Jünge 2001: 34) och .
Jünge e kenn , dass de T adi ionalismus den K iegspa eien in de Ä a de Indus-
ie nich die Obe hand e scha en kann, auch do nich , wo e zweck oll schein :
„[I]n diesem K iege kam es nich au den G ad an, in dem ein S aa Mili ä s aa wa
ode nich , sonde n au den G ad, in dem e zu o alen Mobilmachung be ähig wa “
(Jünge 1931: 8). Jünge schä z die auße o den liche deu sche Disziplin, k i isie abe
die deu sche Un ähigkei , on zei gemäßen Mi eln Geb auch zu machen. In seine
Abhandlung Die Technik in de Zukun sschlach (Mili ä -Wochenbla , 1921) ag Jünge :
Is nich […] unse e Kamp esa zu oh und e schwende isch, ielleich schon
übe hol ? Ve lassen wi uns nich zu seh au die menschliche K a ? Gewiß e -
wenden wi bei Ang i und Ve eidigung schon Maschinen. We en wi abe
z.B. bei unse en Übungen genügend den Tank und Panze k a wagen, denen mi
ih en M. G. und Geschü zen das Schlach eld de Zukun gehö ? In den le z en
K iegsjah en haben uns die Tanks doch wohl genügend zu scha en gemach ! Is
de In an e is mi seinen Wa en ihnen gewachsen? »Ja, bei en schlossenem Zu-
assen«, wi d behaup e . Is es abe nich ein I weg, hie den Menschen gegen die
Maschine einse zen zu wollen […]? Wie ein solche Kamp enden muss, haben die
le z en Schlach en im Wes en gezeig . (Jünge 2001: 24)
Dass die deu sche Hee eslei ung angesich s de echnischen Übe legenhei de En-
en e op e be ei e Fußsolda en in die Waagschale wa , s a mi E ns am Ausbau
eigene Panze uppen zu a bei en, gehö zu den agischs en und p ägends en
E ah ungen des jungen Leu nan s.
Vom Solda en um, wie es sich Jünge au g und seine (s a k oman isch ge ä b en)
his o ischen Kenn nisse o s ell , inde e zu de Zei , als e an die F on beo de
wi d, nu noch F agmen e. In seinen publizie en K iegsau zeichnungen be on
Jünge , wie gezeig , den A bei scha ak e des F on lebens. De S ellungsk ieg schein
das Aben eue liche am Solda endasein zu e eiben; e se z wi d es mi äuße s
e müdende A bei : Schanzen, Wachdiens , Schleppen on Ma e ial, das alles as
ohne Schla und in eine wüs en Landscha , in welche de Feind zu eine sel enen
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E scheinung gewo den is . Fü diese Tendenz mach Jünge ie zehn Jah e spä e ,
wie angedeu e , die Ges al des A bei e s und ih We kzeug, die o ale Mobilma-
chung, e an wo lich. Sie mach jedes indi iduelle Leben zum Leben eines A bei e s
und e d äng alle üb igen Weisen de Lebensges al ung, da un e auch den Typus
des Solda en. De Solda de al en P ägung s e be au dem ihm emd gewo denen
Schlach eld, ohne dass e den Sieg ha e e ingen können; seinen Nach olge , den
uni o mie en A bei e , glaub Jünge e s in den le z en K iegsjah en in den Schü -
zeng äben zu e blicken.
Die ange üh en Gedanken weisen au einen Schluss hin, den man bei Jünge
jedoch nich inden wi d: Dass de schwache Punk Deu schlands und seine K a -
en al ung eben sein Mili ä wa . Pa očka e klä :
Auch [die Mili ä maschine ie] be inde sich zwa au dem Wege zu den Managemen -
Techniken in Denken und A bei , abe da gib es noch iele Hinde nisse: die Fas-
zina ion du ch die T adi ion und du ch de en Konzep e, Schema a und Ziele. De
gewal igen Zähigkei und Ausdaue s eh die he schsüch ige Rohhei und ein ab-
solu e Mangel an Phan asie gegenübe . Die K iegs üh ung is mechanisch, gesieg
wi d du ch O ganisa ion, Zähigkei und O dnung do , wo die A mee au einen
Mangel an diesen Eigenscha en bei de Gegensei e i . Denk aulhei bewi k , dass
es keine Al e na i en gib , z. B. O ensi pläne ü den Os en. Auch das „Ve mode n“
im G abenk ieg is ein „Ve diens “ des deu schen Gene als abs– Vo ausse zungen
ü einen Bewegungsk ieg du ch Mo o en echnik ha es be ei s 1914 gegeben, abe
nu die F anzosen haben es e s anden, sie in de Schlach an de Ma ne eilweise
zu nu zen. Das ganze „Können“ e schöp e sich in de S eige ung de Feue k a ,
die im Ende ek nu den Ve eidige n zugu e kam. (Pa očka 1988: 150 )
Die deu sche Hee eslei ung is aus diese Sich nich s ande es als ein Hinde nis ü
die Behaup ung Deu schlands. Jünge selbs sieh den G und ü die Niede lage in
eine allgemeinen Un ähigkei , genügend K ä e ü die g oße Auseinande se zung
be ei zus ellen. In seine eigenen Te minologie: S a de o alen Mobilmachung als
eine Maßnahme konn e nu eine pa ielle Mobilmachung du chge üh we den.
Jünge häl jedoch, wie seine kü ze en Abhandlungen bezeugen, einige Mi gliede
de Obe s en Hee eslei ung ü p og essi e als ande e. In den Nachk iegsjah en
publizie e meh e e Tex e, welche die Pe sönlichkei E ich Ludendo s p eisen,
da un e auch einen A ikel aus dem Jah e 1924, welche den Namen des Gene als
im Ti el äg . Hie wi d Ludendo zum Schöp e eines „neuen S il[s] de Schlach “
on 1918 und zu einem K iege , de den Finge am Puls de Zei häl .
Sowohl Pa očka als auch Jünge widmen sich auch de F age nach de Rolle de -
jenigen, die sich selbs als T äge de Re olu ion wah genommen haben inne halb
eine Gesellscha so dnung, welche sie ü eak ionä e klä en. Pa očka sch eib übe
die Opposi ion de Sozialis en: Sie „a bei e en […] selbe mi an de O ganisie ung
eine neuen Gesellscha de A bei , Disziplin und P oduk ion sowie eines planmä-
ßigen Au baus, de au allen Sei en zu F eise zung on imme wei e en Ene gie-
ese en üh e. Dieses Deu schland e ände e Eu opa schon lange o dem K ieg
in einen ene ge ischen Komplex“ (Pa očka 1988: 150). Jünge e inne in de To alen
Mobilmachung in einem ähnlichen Sinne da an, dass die Sozialdemok a ie, „eine de

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Haup s ü zen des Fo sch i es in Deu schland“, „den dialek ischen Teil ih e Au -
gabe e aß [ha e], indem sie den Sinn des K ieges gleichse z e mi de Ze s ö ung
des za is ischen, an i o sch i lichen Regimes“ (Jünge 1931: 9 ). Die un e lek ie e
A bei an demselben We k kennzeichne ü Jünge und Pa očka die scheinba gegen-
sä zlichen S ömungen des ö en lichen Lebens. Jünge nenn spä e im A bei e den
Kapi alismus und den Sozialismus „Gegensä ze on un e geo dne e A “, weil sie
„zwei Sek en de g oßen Ki che des Fo sch i es“ sind. „Keine [Sei e] du chb ich
die G enzen des gemeinsamen Glaubens aumes“ (Jünge 1931: 17).
3. DER MENSCH ALS MATERIAL DER FREIWERDENDEN KRAFT
Die wich igs e Ve ände ung, welche sich mi de E ablie ung de indus iellen Zi i-
lisa ion en al e , is jedoch nach Pa očka die gewandel e Beziehung des Menschen
zum Sein. De Mensch gib das P i ileg au , sich au das Sein zu beziehen– e hö
au , diese Beziehung zu sein. Un e dem Ein luss de wissenscha lich - echnischen
Lebensanschauung p oblema isie e das Sein nich meh , weil es keine wei e en
E klä ung bedü ig schein . S a eines Seinsbezugs wi d de Mensch zu K a .
Manches on seine Vision des Menschen als K a schöp Pa očka o ensich lich
aus den We ken Jünge s. Die o ale Mobilmachung, welche Jünge als Umse zung
des Lebens in Ene gie de inie , is das wich igs e Mi el, du ch das die Ges al des
A bei e s ih e plane a ische Hegemonie e wi klich .
Pa očka kommen ie zwa Jünge s Kons uk ion de Ges al nich , e klä abe ,
wie die „ ik i e“ und „unech e“ Me aphysik de K a , welche Jünge als die Wah hei
des A bei e s p äsen ie , doch du ch ih e „p ak ische Ve gö e ung“ zu Reali ä
wi d. Inne halb eines Wel bildes, das nu noch aus K ä en bes eh , wi d de Mensch
in dieselben Be echnungsp ozesse eingegliede ; sein Leben is je z auch lediglich
eine Akkumulie ung und F eise zung de ene ge ischen Po en iale. De K ieg is ü
beide Au o en ein no wendige Bes and eil eines so au ge ass en Lebens. Pa očka
besch eib den K ieg in de Wel de K a als eine „aku e Opposi ion, das in ensi s e
Mi el eine aschen En al ung de akkumulie en K ä e“. Kon lik is „das g oße
Mi el, dessen sich […] die K a bedien , um aus de Po en iali ä in die Ak uali ä
zu wechseln“ (Pa očka 1988: 152). Auch bei Jünge s eh die Au assung de Wel als
Ene gie mi dem K ieg in engs e Ve bindung. Die o ale Mobilmachung besch eib
e als „ein[en] Ak , du ch den das wei e zweig e und iel ach di e enzie e S om-
ne z des mode nen Lebens du ch einen einzigen G i am Schal b e dem g oßen
S ome de k iege ischen Ene gie zugelei e wi d“ (Jünge 1931: 5). Weil de K ieg
imme wenige eine bewa ne e Handlung im äl e en Sinne is und imme meh zu
einem A bei sp ozess wi d, muss in de le z en Phase de Mobilmachung „das Bild
des k iege ischen Vo gangs“ be ei s in de „O dnung des iedlichen Zus andes“ o -
gezeichne sein (Jünge 1931: 5). De K ieg nimm den F ieden in sich au und wi d
pe manen . Vo dem K iegszus and gib es kein En kommen; we au ihn e zich e ,
e d äng ihn nu und kapi ulie o dem mobilisie enden Gegne .
Im Un e schied zu a alis ischen Vision Jünge s, ü den die Geschich e no wen-
dige weise mi de o alen He scha de Ges al des A bei e s ende , en häl bei
Pa očka das zu kollek i en, me aphysischen E ah ung gewo dene F on e lebnis das
Po enzial zu Ve besse ung de allgemeinen Lage. Die E kenn nis, dass das Op e de
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Kämp enden einen absolu en We besi z und nich nu einen, de au die K iegs- und
F iedensziele bezogen is , is ims ande, die He scha des Tages, die He scha de
K a übe das Indi iduum zu b echen. De E schü e e is be ei , sich au den Weg
zu einem wi klichen F ieden zu machen:
Die Mo i e des Tages, die den Willen zum K ieg he o geb ach ha en, e b en-
nen im Feue de F on , o ausgese z , die F on e ah ung is ie genug, um den
K ä en des Tages s andzuhal en. De F ieden, in den Willen zum K ieg e wandel ,
ha es e iggeb ach , den Menschen zu e dinglichen und zu e äuße lichen, so
lange diese noch om Tag behe sch wa , on de Ho nung au das All ägliche, au
den Be u , au die Lau bahn, ku z au die Möglichkei en, um die e bangen muß e
und die e bed oh ühl e. Je z abe wi d diese F ieden sam seinen Planungen
und P og ammen, sam seine o sch i lichen und gegenübe de S e blichkei
indi e en en Ideen zu ie s e schü e . Alle All äglichkei , alle Bilde eines kün -
igen Lebens e blassen o diesem ein achen Gip el, den de Mensch hie e eich .
(Pa očka 1988: 157)
E ns Jünge s F on e ah ung e äll be ei s wenige Jah e nach dem K iege e -
schiedenen om All ag dik ie en In e p e a ionen. De als K a au ge ass e Mensch
is ü Jünge , im Un e schied zu Pa očka, nich ein ge äh liche I weg, sonde n
eine sich unau hal sam du chse zende Wah hei . Jünge s li e a ische, in die unmi -
elba e Nachk iegszei allende Auseinande se zung mi dem P oblem de eigenen
F on e ah ung behäl jedoch bis heu e ih den All ag bed ohendes Po enzial. „Hie
o enba sich eine G öße, die übe die G enzen hinauswuchs, inne halb de en es
Zwecke gib “, sch eib Jünge in de Vo ede zu einem seine Be ich e (Jünge 2001:
49) übe das ungeheu e Geschehen des E s en Wel k ieges und s ell dami auch, im
au älligen Kon as zu seinem spä e en Scha en, die Be eiung des Teilnehmenden
on den In e essen des Tages es .
LITERATUR
Jünge , E ns (1982): De A bei e . He scha und Ges al . S u ga : Kle -Co a.
Jünge , E ns (1931): Die o ale Mobilmachung. Be lin: Ve lag ü Zei k i ik.
Jünge , E ns (2001): Poli ische Publizis ik 1919–1933. S u ga : Kle -Co a.
Jünge , E ns (1978): Säm liche We ke. E s e Ab eilung. Tagebüche 1. Band 1. De e s e Wel k ieg. S u -
ga : Kle -Co a.
Pa očka, Jan (1990): Kacířské eseje o iloso ii dějin. P ag: Academia.
Pa očka, Jan (1988): Ke ze ische Essays zu Philosophie de Geschich e. S u ga : Kle -Co a.