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Ein Erschütterter. Ernst Jünger in den Ketzerischen Essays Jan Patočkas

Miller, Václav

Abstract

93

Full text

Ein E schü e e . E ns Jünge in den Ke ze ischen Essays Jan Pa očkas Václa Mille – Ins i u ü ge manische S udien, Ka ls ‑Uni e si ä , P ag ABSTRACT De o liegende Au sa z is de Rezep ion E ns Jünge s in den Ke ze ischen Essays zu Philo- sophie de Geschich e Jan Pa očkas gewidme . Ve anschaulich we den Übe eins immungen und Un e schiede in de Behandlung on ausgewähl en gemeinsamen Themen wie K ieg und A bei in de indus iellen Gesellscha , das deu sche Hee im E s en Wel k ieg und die Au assung des Menschen als K a . Es wi d gezeig , wie Pa očka Jünge s Gedanken anhand de Pola i ä on Tag und Nach bewe e und in die eigene Au assung de Ge- schich e in eg ie . SCHLÜSSELWÖRTER Jan Pa očka, E ns Jünge , Ke ze ische Essays, E s e Wel k ieg, A bei e , Technik, K a ABSTRACT AShaken Man. E ns Jünge in Jan Pa očka’sHe e ical Essays The subjec o his sho a icle is he ecep ion o he ea ly w i ings o he Ge man au - ho E ns Jünge by he Czech philosophe Jan Pa očka, as published in Pa očka’sbook He e ical Essays in he Philosophy o His o y. I is demons a ed how he iews o bo h w i e s on chosen opics ma ch o di e . These opics a e in pa icula : wa and labou in an indus ial socie y, he Ge man a my in he Fi s Wo ld Wa and he concep ion o man as a o ce. I is u he shown how Pa očka e alua es Jünge ’sideas based on he pola i y o Day and Nigh and in eg a es hem in o his own concep o his o y. KEY WORDS Jan Pa očka, E ns Jünge , He e ical Essays, Fi s Wo ld Wa , Wo ke , Technology, Fo ce Im Li e a u e zeichnis de 1975 im Samisda publizie en Ke ze ischen Essays zu Philosophie de Geschich e 1 des schechischen Phänomenologen Jan Pa očka (1907–1977) inde man d ei Publika ionen des deu schen F on solda en und Sch i s elle s E ns Jünge (1895–1998). Es handel sich um die Abhandlung De Kamp als inne es E leb- nis (1922), das Essay Die o ale Mobilmachung (1930) und die bald da au e schienene Sch i De A bei e . He scha und Ges al (1932). Die E wähnungen on Jünge in den 1 Zi ie wi d hie nach de olgenden deu schen Übe se zung: Pa očka, Jan (1988): Ke ze ische Essays zu Philosophie de Geschich e. S u ga : Kle -Co a. 94 BRÜCKEN 27/2 Ke ze ischen Essays besch änken sich au die le z en zwei de sechs Kapi el (Is die echnische Zi ilisa ion zum Ve all bes imm ? und Die K iege des zwanzigs en Jah hunde s und das zwanzigs e Jah hunde als K ieg), in denen Pa očka die En wicklung Eu opas nach de indus iellen Re olu ion hema isie . In seine Analyse de indus iellen Zi ilisa ion be u sich Pa očka meh mals au Jünge als einen au me ksamen Be- obach e , dessen Fes s ellungen e zu Un e maue ung seine eigenen Au assung de Geschich e an üh . 1. KRIEG UND ORGIASMUS Es übe asch kaum, dass de Name E ns Jünge s in den Ke ze ischen Essays im Zu- sammenhang mi dem P oblem des K ieges e schein . De K ieg besi z sowohl ü Jünge als auch ü Pa očka keine ausschließlich nega i e Quali ä : E is keine unan- genehme Zäsu de iedlichen, p oduk i en Exis enz ode bes ens eine no wendige E schü e ung, nach de das no male Leben dankba und neu beleb wiede o gese z we den kann. Pa očka sp ich om K ieg als „Deu endem“, das aus sich selbs he aus eine sinngebende K a besi z (Pa očka 1988: 147), und be u sich bei seine Analyse wei gehend au Jünge s Konzep de o alen Mobilmachung. Diese is ü Jünge eine allgemeine, om Wesen de indus iellen Zi ilisa ion nich zu ennende Tendenz zu o sch ei enden Au lösung alle Bindungen. Jünge un e scheide in seinen Essays zwischen de Mobilmachung „als eine Maßnahme des o ganisa o ischen Denkens“ (Jünge 1931: 9) und de o alen Mobilmachung als einem sich selbs ollziehenden (Jünge 1931: 5), abs ak en P inzip; die e s e e is nu de Ausd uck de le z e en. Pa očka se z sich in seinen Essays zu Philosophie de Geschich e nich mi de Ta - sache auseinande , dass Jünge s o ale Mobilmachung ein We kzeug in den Händen de on Jünge pos ulie en Ges al des A bei e s is . S a dessen in eg ie Pa očka Jünge s o ale Mobilmachung in seine eigenen Re lexionen übe die gewandel e Be- ziehung des Menschen zum Sein und übe den Sch i zu ück, welchen de mode ne, au Behe schung abzielende Ra ionalismus in Bezug au das eigens e P oblem des Indi iduums bedeu e . His o ische Ve suche um Ein e leibung des Dämonischen we den, so Pa očka, sei de E ablie ung de Wissenscha und Technik als de eigen lichen Beziehung zum Sein als unglaubwü dig einges u und beisei egeschoben. Die Disziplinie ung des O gias ischen, sei dem An ang de Geschich e die wich igs e Au gabe, o welche de Mensch s eh , wi d un e den Bedingungen de indus iellen Zi ilisa ion adikal e schwe . De K ieg als P oduk und zugleich We kzeug de o alen Mobilmachung, die „pe ek e Re olu ion des All ags“ (Pa očka 1988: 139) bedeu e die F eise zung o - gias ische Po enziale. Die He scha de Planung, des All ags und den o gias ischen Sp ung in die Fins e nis üh Pa očka als zwei Sei en de selben Münze an. Das an sich selbs ge essel e Leben ha im ö en lichen und p i a en O giasmus sein no - wendiges Komplemen . Das P oblem de Diens ba machung des O giasmus is on de Dimension des ech en und unech en Lebens, wie es Pa očka de inie , zu un e - scheiden; de S u z ins O gias ische mach zwa au die En emdung (Unech hei ) des im All äglichen e lo enen Menschen au me ksam, is abe auch ims ande, diese En emdung zu e ie en. 95VÁCLAV MILLER In seinen Aus üh ungen zum Phänomen de mode nen Langeweile und zum Hinge issensein du ch das Dämonische wi d Jünge on Pa očka zwa nich genann , ieles aus Jünge s K iegsau zeichnungen könn e jedoch in diesem Zusammenhang ange üh we den. Die F on e ah ung eil sich ü den zum Sch i s elle gewo de- nen S oß upple haup sächlich in den Rausch de Kamp handlungen au de einen Sei e und in une ägliche Langeweile au de ande en. Die Gewal o gien des K ie- ges, wie Jünge e kenn , bilden nich einen Gegensa z zu Wel de A bei , sonde n sind de en in eg ale Bes and eil. Jünge s E s lingswe k In S ahlgewi e n zeug om S aunen des Au o s übe diese me kwü dige Nachba scha on selbs e gessene Leidenscha und quälende Langeweile. E ns Jünge , welche das Schlach eld als Neunzehnjäh ige ge ade in eine Lebensphase des Ze alls seine oman ischen Illusionen be a , inde an de F on , on de e sich Aben eue und die Üppigkei des E lebens e sp ach, alle wesen lichen Elemen e de bü ge lichen Wel , o de e nich lange zu o nach A ika loh. In de Abhandlung De K ieg als äuße es E lebnis cha ak e isie Jünge knapp und sugges i die Ma e ialschlach : De Feind wa nich meh g ei ba , e e schleie e sich imme meh hin e de Wi kung e n agende Maschinen und wu de zu eine s a en, unpe sönlichen Mach . Sel en bekam man ihn noch zu Gesich , einige huschende Ges al en in de Dämme ung, e schwommene Um isse im Au bli zen de Schüsse bei näch - lichen Begegnungen– das wa alles, ausgenommen die imme sel ene we denden Augenblicke, in denen die S u mwellen de In an e ie übe das o ene Gelände lu e en. Das oman ische, beweg e Bild de Schlach wa zu dem eine ein önigen, ge äh - lichen A bei gewo den, die bei Tage und bei Nach ih e An o de ungen s ell e. Das Helden um wu de zu eine schmucklosen und nüch e nen Angelegenhei [.] (Jünge 2001: 90) In den K iegsbe ich en Jünge s gib es kaum eine länge e Schilde ung des F on lebens, in de nich be on wü de, dass de Solda in une wa e em Maße einem A bei e äh- nel : „De G aben […] mach e den K ieg zum Handwe k, die K iege zu Tagelöhne n des Todes, on blu igem All ag geschli en“ (Jünge 1978: 24). 2. DIE ROLLE DES HEERES IM DEUTSCHEN KAMPF GEGEN DEN STATUS QUO Gegen die ma xis ische Bewe ung des deu schen Reiches des Jah es 1914 als eine konse a i en, eak ionä en Mach s ell Pa očka seine These übe die e olu ionä e Na u Deu schlands und seinen Kamp gegen den S a us quo. Den Gedanken, mi dem Deu schland in den K ieg zog, besch eib Pa očka olgende weise: Auch diese K ieg wa ein Ideenk ieg, mag seine Idee auch schwe zu inden sein, is sie doch in ih e Nega i i ä seh unau ällig. […] Die allgemeine Idee, welche im Hin e g und des e s en Wel k iegs s and, wa die allmählich au gekeim e Übe zeugung, dass es so e was wie einen objek i en Sinn de Wel und de Dinge 96 BRÜCKEN 27/2 nich gebe, und dass es eine Angelegenhei on K a und Mach sei, einen solchen Sinn in jenem Be eich zu ealisie en, de dem menschlichen Zug i zugänglich is . (Pa očka 1988: 148) Dieses Deu schland, das (neben den Ve einig en S aa en) „de Wi klichkei des neuen wissenscha lich - echnischen Zei al e s am nächs en komm “ (Pa očka 1988: 149), nu z wei gehend seine adi ionellen S uk u en zuguns en de e olu ionä en Ziele; sein Konse a i ismus dien eilweise de Disziplin, eilweise is e eine Illusion, die dadu ch en s eh , dass konk e e Sch i e au Wegen un e nommen we den müssen, welche his o isch o be ei e wo den sind. Pa očka e wähn Jünge in diesem Kon ex mi dem Hinweis, dass dessen Essay De A bei e „implizi “ „eine Vo ahnung dieses e olu ionä en Cha ak e s des al en Vo k iegsdeu schland“ en häl (Pa očka 1988: 149). Jünge äuße diesen Gedanken jedoch in seinen kü ze en Tex en und Zei ungsa i- keln de Zwischenk iegszei auch ausd ücklich. In de Abhandlung Re olu ion und Idee (1923) sch eib e , dass im E s en Wel k ieg „nich eine Regie ung“ im Kamp s and, sonde n „das Volk als ganzes […] um eine neue Fo m de Wel “ (Jünge 2001: 34) och . Jünge e kenn , dass de T adi ionalismus den K iegspa eien in de Ä a de Indus- ie nich die Obe hand e scha en kann, auch do nich , wo e zweck oll schein : „[I]n diesem K iege kam es nich au den G ad an, in dem ein S aa Mili ä s aa wa ode nich , sonde n au den G ad, in dem e zu o alen Mobilmachung be ähig wa “ (Jünge 1931: 8). Jünge schä z die auße o den liche deu sche Disziplin, k i isie abe die deu sche Un ähigkei , on zei gemäßen Mi eln Geb auch zu machen. In seine Abhandlung Die Technik in de Zukun sschlach (Mili ä -Wochenbla , 1921) ag Jünge : Is nich […] unse e Kamp esa zu oh und e schwende isch, ielleich schon übe hol ? Ve lassen wi uns nich zu seh au die menschliche K a ? Gewiß e - wenden wi bei Ang i und Ve eidigung schon Maschinen. We en wi abe z.B. bei unse en Übungen genügend den Tank und Panze k a wagen, denen mi ih en M. G. und Geschü zen das Schlach eld de Zukun gehö ? In den le z en K iegsjah en haben uns die Tanks doch wohl genügend zu scha en gemach ! Is de In an e is mi seinen Wa en ihnen gewachsen? »Ja, bei en schlossenem Zu- assen«, wi d behaup e . Is es abe nich ein I weg, hie den Menschen gegen die Maschine einse zen zu wollen […]? Wie ein solche Kamp enden muss, haben die le z en Schlach en im Wes en gezeig . (Jünge 2001: 24) Dass die deu sche Hee eslei ung angesich s de echnischen Übe legenhei de En- en e op e be ei e Fußsolda en in die Waagschale wa , s a mi E ns am Ausbau eigene Panze uppen zu a bei en, gehö zu den agischs en und p ägends en E ah ungen des jungen Leu nan s. Vom Solda en um, wie es sich Jünge au g und seine (s a k oman isch ge ä b en) his o ischen Kenn nisse o s ell , inde e zu de Zei , als e an die F on beo de wi d, nu noch F agmen e. In seinen publizie en K iegsau zeichnungen be on Jünge , wie gezeig , den A bei scha ak e des F on lebens. De S ellungsk ieg schein das Aben eue liche am Solda endasein zu e eiben; e se z wi d es mi äuße s e müdende A bei : Schanzen, Wachdiens , Schleppen on Ma e ial, das alles as ohne Schla und in eine wüs en Landscha , in welche de Feind zu eine sel enen 97VÁCLAV MILLER E scheinung gewo den is . Fü diese Tendenz mach Jünge ie zehn Jah e spä e , wie angedeu e , die Ges al des A bei e s und ih We kzeug, die o ale Mobilma- chung, e an wo lich. Sie mach jedes indi iduelle Leben zum Leben eines A bei e s und e d äng alle üb igen Weisen de Lebensges al ung, da un e auch den Typus des Solda en. De Solda de al en P ägung s e be au dem ihm emd gewo denen Schlach eld, ohne dass e den Sieg ha e e ingen können; seinen Nach olge , den uni o mie en A bei e , glaub Jünge e s in den le z en K iegsjah en in den Schü - zeng äben zu e blicken. Die ange üh en Gedanken weisen au einen Schluss hin, den man bei Jünge jedoch nich inden wi d: Dass de schwache Punk Deu schlands und seine K a - en al ung eben sein Mili ä wa . Pa očka e klä : Auch [die Mili ä maschine ie] be inde sich zwa au dem Wege zu den Managemen - Techniken in Denken und A bei , abe da gib es noch iele Hinde nisse: die Fas- zina ion du ch die T adi ion und du ch de en Konzep e, Schema a und Ziele. De gewal igen Zähigkei und Ausdaue s eh die he schsüch ige Rohhei und ein ab- solu e Mangel an Phan asie gegenübe . Die K iegs üh ung is mechanisch, gesieg wi d du ch O ganisa ion, Zähigkei und O dnung do , wo die A mee au einen Mangel an diesen Eigenscha en bei de Gegensei e i . Denk aulhei bewi k , dass es keine Al e na i en gib , z. B. O ensi pläne ü den Os en. Auch das „Ve mode n“ im G abenk ieg is ein „Ve diens “ des deu schen Gene als abs– Vo ausse zungen ü einen Bewegungsk ieg du ch Mo o en echnik ha es be ei s 1914 gegeben, abe nu die F anzosen haben es e s anden, sie in de Schlach an de Ma ne eilweise zu nu zen. Das ganze „Können“ e schöp e sich in de S eige ung de Feue k a , die im Ende ek nu den Ve eidige n zugu e kam. (Pa očka 1988: 150 ) Die deu sche Hee eslei ung is aus diese Sich nich s ande es als ein Hinde nis ü die Behaup ung Deu schlands. Jünge selbs sieh den G und ü die Niede lage in eine allgemeinen Un ähigkei , genügend K ä e ü die g oße Auseinande se zung be ei zus ellen. In seine eigenen Te minologie: S a de o alen Mobilmachung als eine Maßnahme konn e nu eine pa ielle Mobilmachung du chge üh we den. Jünge häl jedoch, wie seine kü ze en Abhandlungen bezeugen, einige Mi gliede de Obe s en Hee eslei ung ü p og essi e als ande e. In den Nachk iegsjah en publizie e meh e e Tex e, welche die Pe sönlichkei E ich Ludendo s p eisen, da un e auch einen A ikel aus dem Jah e 1924, welche den Namen des Gene als im Ti el äg . Hie wi d Ludendo zum Schöp e eines „neuen S il[s] de Schlach “ on 1918 und zu einem K iege , de den Finge am Puls de Zei häl . Sowohl Pa očka als auch Jünge widmen sich auch de F age nach de Rolle de - jenigen, die sich selbs als T äge de Re olu ion wah genommen haben inne halb eine Gesellscha so dnung, welche sie ü eak ionä e klä en. Pa očka sch eib übe die Opposi ion de Sozialis en: Sie „a bei e en […] selbe mi an de O ganisie ung eine neuen Gesellscha de A bei , Disziplin und P oduk ion sowie eines planmä- ßigen Au baus, de au allen Sei en zu F eise zung on imme wei e en Ene gie- ese en üh e. Dieses Deu schland e ände e Eu opa schon lange o dem K ieg in einen ene ge ischen Komplex“ (Pa očka 1988: 150). Jünge e inne in de To alen Mobilmachung in einem ähnlichen Sinne da an, dass die Sozialdemok a ie, „eine de 98 BRÜCKEN 27/2 Haup s ü zen des Fo sch i es in Deu schland“, „den dialek ischen Teil ih e Au - gabe e aß [ha e], indem sie den Sinn des K ieges gleichse z e mi de Ze s ö ung des za is ischen, an i o sch i lichen Regimes“ (Jünge 1931: 9 ). Die un e lek ie e A bei an demselben We k kennzeichne ü Jünge und Pa očka die scheinba gegen- sä zlichen S ömungen des ö en lichen Lebens. Jünge nenn spä e im A bei e den Kapi alismus und den Sozialismus „Gegensä ze on un e geo dne e A “, weil sie „zwei Sek en de g oßen Ki che des Fo sch i es“ sind. „Keine [Sei e] du chb ich die G enzen des gemeinsamen Glaubens aumes“ (Jünge 1931: 17). 3. DER MENSCH ALS MATERIAL DER FREIWERDENDEN KRAFT Die wich igs e Ve ände ung, welche sich mi de E ablie ung de indus iellen Zi i- lisa ion en al e , is jedoch nach Pa očka die gewandel e Beziehung des Menschen zum Sein. De Mensch gib das P i ileg au , sich au das Sein zu beziehen– e hö au , diese Beziehung zu sein. Un e dem Ein luss de wissenscha lich - echnischen Lebensanschauung p oblema isie e das Sein nich meh , weil es keine wei e en E klä ung bedü ig schein . S a eines Seinsbezugs wi d de Mensch zu K a . Manches on seine Vision des Menschen als K a schöp Pa očka o ensich lich aus den We ken Jünge s. Die o ale Mobilmachung, welche Jünge als Umse zung des Lebens in Ene gie de inie , is das wich igs e Mi el, du ch das die Ges al des A bei e s ih e plane a ische Hegemonie e wi klich . Pa očka kommen ie zwa Jünge s Kons uk ion de Ges al nich , e klä abe , wie die „ ik i e“ und „unech e“ Me aphysik de K a , welche Jünge als die Wah hei des A bei e s p äsen ie , doch du ch ih e „p ak ische Ve gö e ung“ zu Reali ä wi d. Inne halb eines Wel bildes, das nu noch aus K ä en bes eh , wi d de Mensch in dieselben Be echnungsp ozesse eingegliede ; sein Leben is je z auch lediglich eine Akkumulie ung und F eise zung de ene ge ischen Po en iale. De K ieg is ü beide Au o en ein no wendige Bes and eil eines so au ge ass en Lebens. Pa očka besch eib den K ieg in de Wel de K a als eine „aku e Opposi ion, das in ensi s e Mi el eine aschen En al ung de akkumulie en K ä e“. Kon lik is „das g oße Mi el, dessen sich […] die K a bedien , um aus de Po en iali ä in die Ak uali ä zu wechseln“ (Pa očka 1988: 152). Auch bei Jünge s eh die Au assung de Wel als Ene gie mi dem K ieg in engs e Ve bindung. Die o ale Mobilmachung besch eib e als „ein[en] Ak , du ch den das wei e zweig e und iel ach di e enzie e S om- ne z des mode nen Lebens du ch einen einzigen G i am Schal b e dem g oßen S ome de k iege ischen Ene gie zugelei e wi d“ (Jünge 1931: 5). Weil de K ieg imme wenige eine bewa ne e Handlung im äl e en Sinne is und imme meh zu einem A bei sp ozess wi d, muss in de le z en Phase de Mobilmachung „das Bild des k iege ischen Vo gangs“ be ei s in de „O dnung des iedlichen Zus andes“ o - gezeichne sein (Jünge 1931: 5). De K ieg nimm den F ieden in sich au und wi d pe manen . Vo dem K iegszus and gib es kein En kommen; we au ihn e zich e , e d äng ihn nu und kapi ulie o dem mobilisie enden Gegne . Im Un e schied zu a alis ischen Vision Jünge s, ü den die Geschich e no wen- dige weise mi de o alen He scha de Ges al des A bei e s ende , en häl bei Pa očka das zu kollek i en, me aphysischen E ah ung gewo dene F on e lebnis das Po enzial zu Ve besse ung de allgemeinen Lage. Die E kenn nis, dass das Op e de 99VÁCLAV MILLER Kämp enden einen absolu en We besi z und nich nu einen, de au die K iegs- und F iedensziele bezogen is , is ims ande, die He scha des Tages, die He scha de K a übe das Indi iduum zu b echen. De E schü e e is be ei , sich au den Weg zu einem wi klichen F ieden zu machen: Die Mo i e des Tages, die den Willen zum K ieg he o geb ach ha en, e b en- nen im Feue de F on , o ausgese z , die F on e ah ung is ie genug, um den K ä en des Tages s andzuhal en. De F ieden, in den Willen zum K ieg e wandel , ha es e iggeb ach , den Menschen zu e dinglichen und zu e äuße lichen, so lange diese noch om Tag behe sch wa , on de Ho nung au das All ägliche, au den Be u , au die Lau bahn, ku z au die Möglichkei en, um die e bangen muß e und die e bed oh ühl e. Je z abe wi d diese F ieden sam seinen Planungen und P og ammen, sam seine o sch i lichen und gegenübe de S e blichkei indi e en en Ideen zu ie s e schü e . Alle All äglichkei , alle Bilde eines kün - igen Lebens e blassen o diesem ein achen Gip el, den de Mensch hie e eich . (Pa očka 1988: 157) E ns Jünge s F on e ah ung e äll be ei s wenige Jah e nach dem K iege e - schiedenen om All ag dik ie en In e p e a ionen. De als K a au ge ass e Mensch is ü Jünge , im Un e schied zu Pa očka, nich ein ge äh liche I weg, sonde n eine sich unau hal sam du chse zende Wah hei . Jünge s li e a ische, in die unmi - elba e Nachk iegszei allende Auseinande se zung mi dem P oblem de eigenen F on e ah ung behäl jedoch bis heu e ih den All ag bed ohendes Po enzial. „Hie o enba sich eine G öße, die übe die G enzen hinauswuchs, inne halb de en es Zwecke gib “, sch eib Jünge in de Vo ede zu einem seine Be ich e (Jünge 2001: 49) übe das ungeheu e Geschehen des E s en Wel k ieges und s ell dami auch, im au älligen Kon as zu seinem spä e en Scha en, die Be eiung des Teilnehmenden on den In e essen des Tages es . LITERATUR Jünge , E ns (1982): De A bei e . He scha und Ges al . S u ga : Kle -Co a. Jünge , E ns (1931): Die o ale Mobilmachung. Be lin: Ve lag ü Zei k i ik. Jünge , E ns (2001): Poli ische Publizis ik 1919–1933. S u ga : Kle -Co a. Jünge , E ns (1978): Säm liche We ke. E s e Ab eilung. Tagebüche 1. Band 1. De e s e Wel k ieg. S u - ga : Kle -Co a. Pa očka, Jan (1990): Kacířské eseje o iloso ii dějin. P ag: Academia. Pa očka, Jan (1988): Ke ze ische Essays zu Philosophie de Geschich e. S u ga : Kle -Co a.