scieee Science in your language
[en] (orig)

DEUTSCHE REISEBERICHTE IM MITTELALTER

Author: Tabısxanov N.T.
Publisher: Zenodo
DOI: 10.5281/zenodo.17715398
Source: https://zenodo.org/records/17715398/files/154-156.pdf
154
DEUTSCHE REISEBERICHTE IM MITTELALTER
Tabısxano N.T., dok o and,
Ka akalpakische s aa liche Uni e sei ä
DOI: h ps://doi.o g/10.5281/zenodo.17715398
Anno a ion. This a icle explo es he o igins and de elopmen o Ge man a el li e a u e
du ing he Middle Ages. I analyzes he eligious, cul u al, and in ellec ual mo i a ions ha shaped
medie al a el w i ing and examines i s dual unc ion as bo h a spi i ual and documen a y gen e. The
s udy highligh s he mos signi ican Ge man a el accoun s, including hose by Be nha d on
B eidenbach, Wilhelm on Boldensele, and Johann Schil be ge , who combined obse a ion wi h
de o ion. Th ough hese wo ks, he medie al wo ld iew and ea ly Eu opean encoun e s wi h o eign
cul u es a e e ealed. The a icle emphasizes he impo ance o medie al a el na a i es as
p ecu so s o mode n e hnog aphic and li e a y a el w i ing.
Key wo ds: wo ld iew, expe ience o ai h, ch onicle, Middle Ages, a el li e a u e.
Anno a siya. Ushbu maqolada o‘ a as la dagi nemis sayoha adabiyo ining kelib chiqishi a
i ojlanishi ahlil qilinadi. Asa da o‘sha da sayoha yozu la ini shakllan i gan diniy, madaniy a
in ellek ual omilla yo i iladi. Mualli Be nha d on B eidenbach, Wilhelm on Boldensele a Johann
Schil be ge kabi yozu chila ning asa la ini ahlil qilib, ula ning kuza u chanlik a diniy sadoqa ni
bi lash i ganini ko‘ sa adi. Maqola o‘ a as nemis sayoha ma nla ining Ye opa a Sha q
o‘ asidagi ilk madaniy aloqala dagi ahamiya ini a’kidlaydi. Shuningdek, bu asa la zamona iy
e nog a ik a adabiy sayoha jan ining boshlanishi si a ida alqin e iladi.
Tayanch sózla : Dunyoqa ash, E iqod aj ibasi, Yilnoma, Madaniy uch ashu , O‘ a as la ,
Sayoha adabiyo i.
Die mi elal e liche Reiseli e a u gehö zu den aszinie ends en Kapi eln de
deu schen Li e a u geschich e. Sie s ell nich nu eine li e a ische Ga ung, sonde n
auch ein kul u elles Phänomen da , das die Wel wah nehmung, F ömmigkei und
Wissbegie de de Menschen im Mi elal e wide spiegel . Reisebe ich e des Mi elal e s
sind zugleich his o ische Quellen, e hnog aphische Beobach ungen und Ausd uck
indi iduelle Lebense ah ungen in eine Zei , in de Mobili ä noch Ausnahme wa .
Das Reisen im Mi elal e un e schied sich g undlegend on dem, was man heu e
un e Reisen e s eh . Es wa ge äh lich, langwie ig und mi e heblichen En beh ungen
e bunden. Dennoch mach en sich zahl eiche Menschen au den Weg – aus eligiösen,
wi scha lichen, poli ischen ode wissenscha lichen G ünden.Die bedeu ends e Fo m
des Reisens wa die Pilge ah . Sei dem 11. Jah hunde pilge en Tausende on
Gläubigen nach Je usalem, Rom, San iago de Compos ela ode zu egionalen
Wall ah so en. De Pilge e s and seine Reise als eine Fo m de Buße und spi i uellen
Reinigung. Die Pilge be ich e, die aus diesen Un e nehmungen he o gingen, dien en
de eligiösen Un e weisung, de mo alischen S ä kung und dem Nach ollzug des
Glaubensweges ande e Ch is en.Neben Pilge n a en auch Gesand e, Kau leu e und
Missiona e als Reisende in E scheinung. Mi de zunehmenden Ve lech ung de
155
eu opäischen und o ien alischen Wel – besonde s nach den K euzzügen – en s anden
Be ich e, die geog a ische, e hnologische und poli ische In o ma ionen en hiel en. Diese
Tex e bilde en die G undlage ü das eu opäische Wissen übe den O ien und Asien
und beein luss en das Wel bild de Deu schen übe Jah hunde e hinweg.
Die mi elal e lichen Reisebe ich e lassen sich g ob in zwei Haup o men
ein eilen:
1. Religiöse Pilge be ich e, die de spi i uellen E bauung und de Ve b ei ung
ch is liche E ah ungen dien en.
2. Wel liche Be ich e, die Beobach ungen zu Lände n, Menschen und Kul u en
es hiel en und o auch diploma ische ode wissenscha liche Zwecke e olg en.
Die eligiösen Be ich e ha en eine kla e mo alisch-didak ische Funk ion. Sie
woll en dem Lese nich bloß Fak en e mi eln, sonde n seine Seele zum Gu en üh en.
Die Wel gal als gö liche Schöp ung, und das Reisen wu de als Weg de Läu e ung
e s anden. Die wel lichen Reisebe ich e dagegen a en o allem in de Spä phase des
Mi elal e s s ä ke in E scheinung. Hie wi d die Neugie des Indi iduums, das S eben
nach Wissen und die F eude am Beobach en sich ba e . Dami be ei e en diese Tex e
be ei s den Übe gang zu ühneuzei lichen En decke li e a u o . Die Sp ache de
mi elal e lichen Reisebe ich e is häu ig ein ach und sachlich. Au o en s eb en nach
Glaubwü digkei und Genauigkei , auch wenn iele Besch eibungen my hische
Elemen e en hal en. Besonde s in ühen Tex en e mischen sich eale Beobach ungen
mi eligiösen Symbolen und Wunde be ich en.Viele Be ich e wu den u sp ünglich au
La ein e ass , da La ein die Sp ache de Ki che und de Geleh samkei wa . E s
gegen Ende des Mi elal e s en s ehen deu schsp achige Reisebe ich e, die einem
b ei e en Publikum zugänglich wa en. Dadu ch leis e en sie einen wich igen Bei ag zu
En wicklung de deu schen P osa.Cha ak e is isch is die ch onologische S uk u : De
Reisende schilde E appe ü E appe, besch eib Landscha en, S äd e, B äuche und
Begegnungen. Dabei bleib de Au o meis bescheiden im Hin e g und – das Ich i
sel en he o . E s in spä e en Jah hunde en wi d das pe sönliche E leben be on .
Un e den bekann en Au o en mi elal e liche Reisebe ich e nimm Be nha d on
B eidenbach (†1497) eine zen ale S ellung ein. Sein We k Pe eg ina io in e am
sanc am (1486) schilde seine Pilge eise ins Heilige Land. Es zeichne sich du ch eine
ungewöhnliche Genauigkei und eine eiche Bebilde ung aus. Zum e s en Mal wu den
Holzschni e und Landka en in einen Reisebe ich in eg ie , was das We k zu einem
Meilens ein de Reiseli e a u mach e. Ein wei e e wich ige Au o is Wilhelm on
Boldensele, de um 1336 seinen Be ich Libe de quibusdam ul ama inis pa ibus
e ass e. Seine Besch eibungen on Kons an inopel, Zype n und Je usalem sind
nüch e n, p äzise und on g oßem In o ma ionswe . Boldensele s eh am Übe gang
zwischen mi elal e liche Pilge li e a u und mode ne E ah ungsp osa.Von
156
he aus agende Bedeu ung is auch das Reisebuch des Johann Schil be ge (um 1427).
Schil be ge wu de als junge Mann in ü kische Ge angenscha e schlepp und
e b ach e iele Jah e in Asien. Sein Be ich bie e aszinie ende Einblicke in die Kul u
und Religionen des O ien s. E schilde seine Beobach ungen mi e s aunliche
Genauigkei und gil dami als eine de e s en deu schen Augenzeugenbe ich e übe
den islamischen Raum.Wei e e E wähnung e dienen Hans Tuche und Sebald Rie e ,
die im 15. Jah hunde Reisen ins Heilige Land un e nahmen. Ih e Be ich e kombinie en
eligiöse F ömmigkei mi wachsendem In e esse an Kuns , Geog a ie und Wi scha .
Die mi elal e lichen Reisebe ich e o enba en ein Wel bild, das on Religion,
Hie a chie und Symbolik gep äg wa . Die Wel e schien als gö lich geo dne es
Ganzes, in dem jede Reise eine geis liche Bedeu ung ha e. Gleichzei ig zeigen die
Tex e eine wachsende O enhei gegenübe emden Kul u en.Übe die Be ich e
gelang en neue Kenn nisse übe Geog a ie, Tie e, P lanzen und Si en emde Völke
nach Mi eleu opa. So ugen sie wesen lich zu E wei e ung des Wissensho izon s bei.
Sie sind ühe Zeugnisse eines eu opäischen Uni e salismus, de spä e in de
Renaissance und Au klä ung seine En al ung and. Da übe hinaus besi zen die
Reisebe ich e eine iden i ä ss i ende Funk ion: Sie zeigen, wie deu sche Au o en das
F emde wah nahmen und ih eigenes kul u elles Selbs e s ändnis im Spiegel de
ande en o m en. Das Mi elal e liche Eu opa le n e, sich als Teil eine g öße en Wel
zu beg ei en. Die deu schen Reisebe ich e des Mi elal e s bilden die G undlage de
eu opäischen Reiseli e a u . Sie sind Dokumen e des Glaubens, des Wissensdu s es und
de kul u ellen Begegnung. T o z ih e eligiösen P ägung en hal en sie be ei s
Elemen e des wissenscha lichen Beobach ens und de k i ischen Wel besch eibung.
Mi We ken wie denen on B eidenbach, Boldensele und Schil be ge beginn die
lange T adi ion des deu schsp achigen Reisebe ich s, die sich in de Renaissance,
Au klä ung und Mode ne o se z . Das Mi elal e wa also nich – wie o
angenommen – eine Zei de Isola ion, sonde n eine Epoche des Aus auschs, de
Bewegung und des wachsenden Bewuss seins ü die Viel al de Wel .
Li e a u e zeichnis
1. Beu in, Wol gang: Deu sche Li e a u geschich e. Von den An ängen bis zu Gegenwa . S u ga :
Me zle Ve lag, 2019, S. 45–60.
2. E e, O ma : Reiseli e a u . Ein Handbuch. S u ga /Weima : J.B. Me zle , 2004, S. 12–52.
3. Mülle , Jan-Di k: Das deu sche Mi elal e . Li e a u und Kul u 800–1500. München: C.H. Beck,
2007, S. 173–199.
4. Schil be ge , Johann: Reisebuch. H sg. on Ul ich Simons. S u ga : Reclam, 1983, S. 5–45.
5. B eidenbach, Be nha d on: Pe eg ina io in e am sanc am. Mainz, 1486.
6. Boldensele, Wilhelm on: Libe de quibusdam ul ama inis pa ibus. Leipzig, 1336.
7. Tuche , Hans / Rie e , Sebald: Pilge eisen nach Je usalem. In: F ühneuzei liche Reisebe ich e.
H sg. on Klaus Ga be . Tübingen: Niemeye , 1990, S. 21–40.