Sande , Ha ald
A icle
"Anpassung mi Wachs um" ode
Schuldene leich e ungen?
K edi und Kapi al
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Sande , Ha ald (1990) : "Anpassung mi Wachs um" ode
Schuldene leich e ungen?, K edi und Kapi al, ISSN 0023-4591, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 23,
Iss. 1, pp. 1-29,
h ps://doi.o g/10.3790/ccm.23.1.1
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„Anpassung mi Wachs um" ode Schuldene leich e ungen?
Die heo e ischen G undlagen eine e s ä k en
Koope a ion on IWF und Wel bank
Von Ha ald Sande *, Bochum
I. Wachs umso ien ie e Au lagenpoli ik:
Ein neues Pa adigma de B e on-Woods-O ganisa ionen?
Ein neue Beg i mach sei einige Zei in de Diskussion um die Aus-
lands e schuldung de En wicklungslände die Runde: de Schuldenübe -
hang. Seman isch au ein „Zu iel" an Auslandsschulden e weisend, üh
diese Beg i inhal lich zu de F age nach dem „Zu iel ü was?". Zwei
In e p e a ionen we den angebo en:
1. De o handene Schuldenbes and iele En wicklungslände is zu hoch,
um gleichzei ig Wachs um e zeugen und die Schulden bedienen zu kön-
nen (Wel bank 1986);
2. De o handene Schuldenbes and is zu hoch, um p i a e K edi gebe zu
eine wei e en eiwilligen Neuk edi e gabe an die be o enen Lände
zu bewegen ( gl. K ugman 1985).
De Vo schlag des ame ikanischen Finanzminis e s Bake in Seoul 1985 -
de sogenann e „Bake -Plan" -, meh p i a e und ö en liche K edi e ü
die ün zehn am höchs en e schulde en En wicklungslände be ei zus el-
len, s ell einen Ve such da , diese Schuldenübe hänge zu besei igen. Die
Lösungs o mel heiß „Anpassung mi Wachs um": Du ch aus eichende
ex e ne Finanzie ung sollen die P oblemlände in die Lage e se z we den,
ih e Schulden e agsgemäß zu bedienen und gleichzei ig eine wachs-
umso ien ie e Poli ik zu be eiben. So soll nich die absolu e Höhe de
* Die A bei en an diesem A ikel wu den im Augus 1988 abgeschlossen. Inzwi-
schen we den hoch e schulde en Lände n om „B ady-Plan" neben Neuk edi en
auch Schuldene leich e ungen - Zinssenkungen ode Schulden eduk ionen - in Aus-
sich ges ell . Dami is de im Schlußwo angesp ochene S a egiewandel be ei s
( eilweise) Reali ä gewo den. Die neuen Op ionen we den jedoch in diesem Bei ag
be ei s - aus damalige Sich „an izipie end" - analysie . Au eine „Ak ualisie ung"
konn e dahe e zich e we den.
1 K edi und Kapi al 1/1990
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2 Ha ald Sande
Auslands e schuldung eduzie , sonde n die wi scha liche Leis ungs ä-
higkei de Schuldne lände mi de Ve schuldung in Einklang geb ach
we den. Lang is ig sinkende Schuldenkennzi e n (z.B. Auslandsschulden
zu Sozialp oduk ode Expo en) sind das Ziel diese Finanzie ungss a e-
gie. Diese so gen - nach eine Phase des „ o ced lending" - ü eine Wiede -
belebung de eiwilligen p i a en K edi e gabe1.
Die adi ionelle Besch eibung de Au gaben e eilung zwischen den bei-
den B e on-Woods-O ganisa ionen - de IWF s ell ku z is ige Zahlungs-
bilanz inanzie ung un e s abilisie ungspoli ischen Au lagen, die Wel bank
lang is ige En wicklungs inanzie ung zu wachs umspoli ischen Kondi io-
nen zu Ve ügung - wi d du ch ein neues Pa adigma „Anpassung mi
Wachs um" be ei s heo e isch unscha . In de Reali ä lassen sich beide
Aspek e ohnehin nu schwe ennen: S abilisie ungspoli ische Maßnahmen
können ebenso länge is ig wachs ums ele an e Wi kungen au weisen2
wie wachs umso ien ie e Poli ikau lagen ku z is ig s abilisie end ode
des abilisie end wi ken können. So e wunde die Fes s ellung on Mi a -
bei e n diese Ins i u ionen nich , daß „on he ace o i , he policy packages
o he bank and he und seem ema kably indis inguishable" (Khan / Mon-
iel / Haque 1986, S. 3). Denn eine sei s be on de IWF imme wiede , daß
seine Poli ikau lagen auch Elemen e wie Maßnahmen zu Handels- und
Kapi alma k libe alisie ung, zum Sub en ionsabbau ode zu Reduzie ung
on „P eis e ze ungen" en hal en, on denen e auch eine Ve besse ung
de Ressou cenalloka ion und eine E höhung des P oduk ionspo en ials in
den Schuldne lände n e wa e ( gl. z.B. Khan / Knigh 1985, Tanzi 1987).
Dieses sind abe ypische Ing edienzien mak oökonomisch ausge ich e e
Wel bankp og amme. Ande e sei s inden sich in le z e en auch klassi-
sche IWF-Poli ikins umen e wie Abwe ungen de Schuldne wäh ungen,
G enzwe e ü S aa sbudge de izi e ode Kü zungen on s aa lichen Kon-
sumausgaben. Dennoch, die un e schiedlichen Ziele und de en Gewich ung
in den P og ammen de beiden Ins i u ionen e anlassen die Be ü wo e
eine wachs umso ien ie en Au lagenpoli ik, eine s ä ke e Koope a ion
on IWF und Wel bank und eine Abs immung de jeweiligen P og amme zu
o de n.
1 Diese Posi ion wi d o mi de Schuldenzyklus heo ie ( gl. Selowsky / an de
Tak 1986) beg ünde . Wegen des lang is igen Cha ak e s eine wachs umso ien ie -
en Anpassungspoli ik müssen die K edi gebe ku z- bis mi el is ig s eigende
Schuldenquo en in E wa ung des lang is igen S a egiee olges akzep ie en.
2 Eine Übe sich übe empi ische Un e suchungen de Wachs umswi kungen on
IWF-S abilisie ungsp og ammen geben die IWF-Mi a bei e Khan und Knigh
(1985). Vgl. e ne die A bei on Killick u.a. (1984).
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„Anpassung mi Wachs um" ode Schuldene leich e ungen? 3
Das e s e bedeu ende Beispiel ü den Ve such ein in eg ie es IWF-Wel -
bank-Konzep zu e ablie en wa das Mexiko-P og amm on 1986, ü das
und 20 M d. US-$ an K edi en mobilisie wu den. Eine ins i u ionalisie e
Fo m ha die Koope a ionen de beiden O ganisa ionen du ch die S uk u -
anpassungs azili ä und - sei dem 31.12.1987 - die E wei e e S uk u an-
passungs azili ä (le z e e s ell mi 6 M d. Sonde ziehungs ech en d eimal
meh Mi el als die e s e e be ei ) des IWF ge unden. Beide Fazili ä en s e-
hen ü die ä ms en Mi gliedslände zu Ve ügung und se zen wi scha s-
poli ische Rahmen e einba ungen übe die wi scha spoli ischen P o-
g ammziele mi den Lände n o aus, die gemeinsam mi beiden Ins i u io-
nen e a bei e we den sollen (IWF 1988, S. 27).
Diese Au sa z se z sich mi den heo e ischen G undlagen eine e -
s ä k en IWF-Wel bank-Koope a ion auseinande . Ausgehend on de Da -
s ellung de leide wenig bekann en, in de P axis abe du chaus ele an en
Modell heo ien on IWF und Wel bank (Kapi el II), wi d ein on Mi a bei-
e n diese Ins i u ionen en wickel es Syn hesemodell o ges ell . Diese
Ansa z, als heo e ische Basis eine wachs umso ien ie en Au lagenpoli ik
gedach , wi d anschließend so e wei e , daß e ü die Ablei ung on Schul-
dene leich e ungen genu z we den kann (Kapi el III). Eine k i ische Wü -
digung diese Modelle schließ die Aus üh ungen ab (Kapi el IV).
II. Die heo e ischen G undlagen
de Au lagenpoli ik on IWF und Wel bank
Die Un e schiede in de Au lagenpoli ik de beiden B e on-Woods-O ga-
nisa ionen sind e s ens in den P og ammziel o mulie ungen, zwei ens in
den jeweils he o gehobenen Kausalbeziehungen zwischen Ins umen en-
einsa z und e wa e e Wi kung und d i ens und aus beidem olgend, in de
e schiedenen Gewich ung de eingese z en Poli ikins umen e auszuma-
chen. So hä e z.B. eine IWF-Poli ikau lage zu Beg enzung des S aa skon-
sums die p imä e Funk ion, eine es ik i e inländische K edi poli ik
du chzuse zen, um die Zahlungsbilanz des Schuldne landes zu e besse n
und die In la ion zu eduzie en. In einem Wel bankp og amm wü den on
de selben Maßnahme Wachs umsimpulse du ch die E höhung de s aa -
lichen E spa nis e wa e .
Da beide Ins i u ionen ih e Au lagenpoli ik meh ode wenige explizi
heo e isch beg ünden, also ein „Fonds-Modell" und ein „Bank-Modell"
exis ie , is es sinn oll und möglich, die Di e enzen zwischen den jeweili-
gen Kondi ionali ä en an Hand diese sogenann en P og ammie ungsmo-
delle (in Anlehnung an Khan / Mon iel / Haque 1986) zu un e suchen. Im
l*
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4 Ha ald Sande
Gegensa z zu „posi i " o mulie en Theo ien, bes immen diese nich die
We e de endogenen Va iablen, sonde n be echnen zu o gegebenen Zielen
quan i a i e G ößen ü diese Va iablen, die die G undlage ü die Vo gaben
de mak oökonomischen Poli ikau lagen bilden. Übliche weise wi d dabei
zwischen „p econdi ions", also Au lagen die o Abschluß eines Abkom-
mens zwischen IWF und Schuldne land e üll we den müssen (in de Regel
eine Abwe ung de Wäh ung) und „pe o mance-K i e ien", also Au lagen
die wäh end de P og ammlau zei e üll we den müssen (z.B. G enzen ü
die s aa liche K edi au nahme), un e schieden. Wäh end de IWF im Rah-
men des „ inancial p og amming" - de p og ammie en und z.T. e wei e -
en Ve sion de Mone ä en Zahlungsbilanz heo ie3 - mi nominellen ( inan-
ziellen) G ößen a bei e , e wende die Wel bank ein ealwi scha liches
Wachs umsmodell om Ha od-Doma -Typ ü o ene Volkswi scha en.
Im Sp achgeb auch de Bank wi d dessen p og ammie e Fo m als „Re ised
Minimum S anda d Model" (RMSM) bezeichne .
G undlegend ü beide Modelle (wie ü die nach olgende In eg a ion bei-
de Ansä ze) sind die Budge es ik ionen de einzelnen Wi scha ssek o-
en. Als ( e ein ach e) Iden i ä sgleichungen de olkswi scha lichen
Gesam echnung siche n sie zugleich die logische Modellkonsis enz:
(1) y - T - CP - IP = AM - ADP P i a e Sek o
(2) T-Cs - Is = - AF - AD s S aa
(3) IM - EX = AF - AR Ausland
(4) AM = AR + ADP + ADs Bankensek o
Da diese Budge es ik ionen keine Fak o zahlungen om ode an das
Ausland be ücksich igen, e ziel de p i a e Sek o ein Einkommen in Höhe
des B u osozialp oduk s, das dem B u oinlandsp oduk (Y) en sp ich .
Dieses Einkommen wi d ü S eue zahlungen (T), p i a en Konsum (CP )
und p i a e In es i ionen (IP ) ausgegeben. De e bleibende Finanzie-
ungssaldo - zuzüglich de in diese Pe iode neu an den p i a en Sek o e -
gebenen K edi e (A DP ) - wi d zu Akkumula ion on Geldbes änden (A M)
e wende 4. De S aa deck ein mögliches Finanzie ungsde izi - das nach
Abzug des S aa skonsums (CS ) und de s aa lichen In es i ionen (Is ) on
3 Das G undmodell geh au Polak (1957) zu ück. Zu Mone ä en Zahlungsbilanz-
heo ie siehe den Sammelband on F enkel / Johnson (1977).
4 Es wi d on p i a en Kapi alexpo en und -impo en abs ahie . Da die Ve än-
de ung de ausländischen Ak i a (bzw. Passi a) in den olgenden Modellen als
exogene Va iable behandel wi d, kann diese Modelle wei e ung seh ein ach o ge-
nommen we den.
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„Anpassung mi Wachs um" ode Schuldene leich e ungen? 5
den S eue einnahmen en s eh - du ch eine K edi au nahme im Inland
(ADs ) ode im Ausland (AF) ab. Gleichung (3) gib die Zahlungsbilanzde-
ini ion wiede : Ein Übe schuß de Impo e (IM) übe die Expo e (EX)
wi d du ch Auslandsk edi e ode Ve ände ungen de ausländischen De i-
sen ese en (AR) inanzie . Die konsolidie e Bilanz des Bankensys ems
(4) zeig , daß die Geldmengenände ungen du ch Rese enände ungen und
K edi e an den S aa und die P i a en he o ge u en we den. Summie
man die Budge es ik ionen alle Sek o en au , so e häl man die De ini-
ionsgleichung ü das B u oinlandsp oduk :
(5) Y=CP + Cs +
IPT
+ Is + EX-IM.
Mi Hil e diese Budge es ik ionen gelang man du ch die jeweilige
Ziel o mulie ung und Spezi ika ion on Ve hal enshypo hesen di ek zu
den P og ammie ungsmodellen on IWF und Wel bank.
1. IWF-Au lagenpoli ik und inanzielle P og ammie ung
Das p imä e Ziel de IWF-Au lagenpoli ik is die Siche ung de Zah-
lungs ähigkei eines Schuldne s, de IWF-Ressou cen in Ansp uch nimm .
Die Kondi ionali ä will also ga an ie en, daß nach Ablau de P og amm-
lau zei hin eichend De isen ese en im Schuldne land o handen sind, um
eine pünk liche Rückzahlung zu gewäh leis en. P og ammlau zei en on
du chschni lich 1-3 Jah en beg ünden dabei die ehe ku z is ige O ien-
ie ung des IWF-Modells, das in de ein achs en Ve sion lediglich eine Ziel-
g öße ü die Ve ände ung de De isen ese en AR* (ein „*" soll anzeigen,
daß es sich um eine Ziel a iable handel ) o gib . Ve hal ens heo e isch gib
sich das Modell bescheiden: Das Fundamen bilde neben den Budge e-
s ik ionen nu die Quan i ä sgleichung, also die echne ische Iden i ä
mone ä e (Geldmenge x Umlau geschwindigkei des Geldes) und eale
T ansak ionen (Sozialp oduk x P eisni eau), die du ch d ei ein ache
Hypo hesen in den S a us eine Theo ie e hoben wi d:
1. De Geldma k be inde sich nich nu im Bes ands-, sonde n auch im
S omgleichgewich : Eine Ve ände ung des Geldangebo s (AMS) en sp ich
imme eine Ve ände ung de Geldnach age (AMd):
(6) AM* = AMd.
2. Die Geldnach age is nu abhängig om nominalen B u oinlandsp o-
duk . Die Umlau geschwindigkei des Geldes ( ) is wäh end des gesam en
Analysezei aums kons an . Die Geldnach age unk ion lau e also:
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6 Ha ald Sande
(7) AMd = AY/ .
3. Das nominale B u oinlandsp oduk und dessen Ve ände ung is wäh-
end de P og ammlau zei exogen und unabhängig on den gegebenen alls
eingese z en Poli ikins umen en (exogene Va iablen sind du ch ein „~"
gekennzeichne ):
(8) AY = ~ÄY.
Einse zen on (7) und (8) in (6) zeig , daß ein Geldma k gleichgewich nu
mi einem einzigen We ü die Geldangebo se höhung e äglich is :
(6a) AMS = ~ÄY/ .
Die Bilanz (ode Budge es ik ion) des Bankensek o s zeig , daß jede
Ände ung des Geldangebo es en wede au De isen ese enände ungen
ode eine Ve ände ung des K edi olumens (AD = ADP + ADS ) zu ück-
geh . S eh eine inländische K edi expansion ode -kon ak ion und die
hie aus esul ie ende Geldmengenände ung nich im Einklang mi de
Geldnach age, so komm es zu eine Reduk ion ode Expansion de De i-
sen ese en. Die Zahlungsbilanz is ein Re lex des Geldma k es. Zahlungs-
bilanzk isen sind somi die Folge eine zu expansi en inländischen K edi -
poli ik. Diese Ke n hese de mone ä en Zahlungsbilanz heo ie läß sich
du ch Einse zen on
(6 a)
in (4) algeb aisch da s ellen:
(9) AR = ~ÄY! ~ AD.
Is mi de „ e ehl en K edi poli ik" de Ve u sache de Zahlungs-
bilanzk ise e s einmal ausgemach , bie e sich diese als Poli ikins umen
de IWF-Kondi ionali ä an und die „Ku sko ek u " is leich zu „p o-
g ammie en": Die exogene Nominaleinkommensände ung und die Geld-
nach age unk ion (also de empi ische We on „u") we den geschä z , ein
Zahlungsbilanzziel AR* o gegeben und de Ins umen enwe (du ch ein
„A" gekennzeichne ) ü die maximale K edi expansion mi de Fondsglei-
chung
(4 ) AD = ~ÄY/ ~ AR*
be echne . Diese We dien als Pe o mance-K i e ium de P og amm-
übe wachung. Weich das k edi nach agende Land in seine K edi poli ik
on diese G enze nach oben ab, so kann dies zu Suspendie ung de Aus-
zahlung wei e e IWF-K edi e üh en. Zwa wi d ein e hal ens heo e isch
beg ünde e Kausalnexus, de die zahlungsbilanz e besse nde Wi kung de
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.Anpassung mi Wachs um" ode Schuldene leich e ungen? 7
K edi es ik ion e klä , nich unmi elba deu lich, es is jedoch o en-
sich lich, daß ein Rese enzuwachs nu du ch eine Beg enzung de inländi-
schen Abso p ion (A = CP + Cs + Ip + Is ) und de Impo e im Rahmen
diese Modellogik möglich is . E s e es läß sich algeb aisch da s ellen,
wenn man die Budge es ik ion de P i a en (1) und des S aa es (2) addie
und die Geldma k gleichgewich sbedingung (6 a) ü AM einse z :
Y - A =
~ÄY/
- AD -~ÄF.
Bei gegebenem Ne okapi alimpo (neue Auslandsk edi e abzüglich
Rückzahlungen) üh die K edi es ik ion zu eine Abso p ions eduk ion
im gleichen Ausmaß. Sie en sp ich zugleich dem quan i a i en We de
Impo eduk ion. Die Zahlungsbilanzgleichung zeig dann bei gegebenem
Rese enziel die „p og ammie e" Impo höhe:
(3 ) IM =
1ËX
+
~ÄF —
AR*
Wi d diese Impo we abe quasi au oma isch e eich , e wa du ch eine
Eins-zu-Eins-Reduk ion de s aa lichen Impo e? Im allgemeinen wohl
nich . Sind die Impo e abhängig om Nominaleinkommen, gil also die
Impo unk ion
(10) IM = m
•
Y,
so is nich meh gesiche , daß de in
(3
F) be echne e We a sächlich eali-
sie wi d ( heo e isch gesp ochen lieg also ein übe de e minie es Modell
o ). Soll das Zahlungsbilanzziel nich ko igie we den und lassen sich
wede Expo e noch Kapi alimpo e inne halb de P og ammlau zei e -
ände n, so können zu hohe Impo e - zumindes in diese mak oökonomi-
schen Modellogik - nu du ch eine Nominaleinkommens eduk ion nach
un en angepaß we den.
Die Nominaleinkommens eduk ion is das He zs ück eines IWF-Anpas-
sungsp og amms, und es gib zwei Wege sie zus andezub ingen: du ch
P eisni eau- bzw. In la ions a ensenkung ode du ch Realeinkommenskon-
ak ion. Wäh end die K i ike de Fonds-P og amme diese ü Wachs ums-,
Beschä igungs- und P oduk ionseinb üche in den P og ammlände n e -
an wo lich machen, we den on IWF-Sei e die P eisanpassungen be on .
Eine eale Kon ak ion sei allen alls empo ä . De niede ländische Öko-
nom J. J. Polak ha 1957 als IWF-Mi a bei e die heo e ischen G undlagen
de inanziellen P og ammie ung bei a iablem P eisni eau en wickel und
dami das wohl „ein luß eichs e" ökonomische Modell sei Keynes gescha -
en.
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8 Ha ald Sande
Das Polak-Modell eku ie - wie de zu o o ges ell e ein ache P o-
g ammie ungsansa z - au die Quan i ä sgleichung, pos ulie ein Geld-
ma k s omgleichgewich (Gleichung 6) und un e s ell eine s abile Geld-
nach age unk ion mi kons an e Geldumlau geschwindigkei . Als exogen
und unabhängig on den gegebenen alls eingese z en Poli ikins umen en
wi d nun jedoch nu noch das eale B u oinlandsp oduk (y) und dessen
Ve ände ung behandel :
(8a) Ay = ~Äy.
Die Ände ung des Nominaleinkommens läß sich dann du ch
(11) AY = APy -. + P -C^
app oximie en5. Somi wi d die P eisni eauände ung quan i ä s heo e isch
du ch die Ände ung des Geldangebo s e klä . Wi d jedoch mi zahlungsbi-
lanzpoli isch mo i ie en K edi es ik ionen die Ve ände ung des inländi-
schen P eisni eaus beein luß , lieg es nahe, diese Va iable zu einem „in e -
nen" P og ammziel zu machen (AP*). Fü o gegebene ex e ne und in e ne
P og ammziele läß sich dann die „ ich ige" K edi expansion e echnen.
Du ch Einse zen on (11) in (4F) e häl man:
(4aF) AD = (y .1/ )AP* + (P -1/ )l£y- AR*.
Je höhe die in endie e Rese ene höhung und je ge inge die P eiss ei-
ge ungen aus allen sollen, des o es ik i e wi d das pe o mance-K i e-
ium ü die K edi expansion aus allen. Wenn abe - wie eine ökonome i-
sche Un e suchung on Kenen (1986) beleg - de IWF die P eiss eige ungen
sys ema isch un e schä z , äll die be echne e mone ä e Kon ak ion zu
s a k aus. Realeinkommenssenkungen können die Folge sein. Und in de Ta
zeig Kenens Un e suchung, daß de Fonds das B u oinlandsp oduk -
wachs um de P og ammlände häu ig übe schä z . Wäh end also in de
Reali ä eale Einkommenseinbußen zu einem be äch lichen Teil ü die
Impo eduk ion und die Zahlungsbilanz e besse ung e an wo lich sind,
beg ünde das Polak-Modell diese Wi kungen mi P eissenkungen bzw. de
Reduk ion on P eiss eige ungen. Dies wi d e sich lich, wenn man die
Impo unk ion (10) in die Zahlungsbilanz es ik ion einse z , das Nominal-
einkommen de Anpassungspe iode als Y = Y
_
x + A Y de inie und A Y
5
Aus de Di e en ia ion de Nominaleinkommensde ini ion (AY=A(Py) =
APy + P Ay) olg nach Einse zen on P = P -i + AP und y = y _ i + Ay die exak e
Fo m on Gleichung (11): AY = APy - i + P _ YAy + 2APAy. Fü ela i kleine
We e on AP und Ay kann de le z e Te m e nachlässig we den.
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„ Anpassung mi Wachs um" ode Schuldene leich e ungen? 15
Eine In eg a ion beide Ansä ze is so o möglich, wenn das eale B u o-
inlandsp oduk - die exogene Va iable im IWF-Modell - du ch die Wachs-
umsp og ammie ung de Wel bank endogenisie wi d und somi de (lang-
is ige) Ne okapi alimpo das Poli ikins umen a ium des IWF e gänz .
Dies is au de abs ak en heo e ischen Ebene die Besch eibung de au
poli ischen Gip eln disku ie en Fo de ungen nach eine Auswei ung de
Finanzie ung du ch höhe e IWF-/Wel bank azili ä en und e s ä k e p i-
a e K edi e gabe, nach länge en P og ammlau zei en, nach eine Wachs-
umso ien ie ung on Anpassungsp og ammen und eine e s ä k en IWF-
Wel bank-Koope a ion.
Die heo e isch ein achs e und zugleich am wenigs en be iedigende In e-
g a ionslösung is die eku si e Bes immung eines wachs umso ien ie en
Anpassungsp og amms: Die Wel bank wü de zunächs den e o de lichen
Ne okapi alimpo zu Finanzie ung des gewünsch en Wi scha swachs-
ums (un e Beach ung des - mi dem IWF abges imm en - Zahlungsbilanz-
ziels) be echnen. Beide We e (Ay* und AF) gingen dann als exogene Va ia-
blen in die IWF-P og ammie ung de in e nen K edi expansions a e ein.
Diese Vo schlag implizie abe d ei heo e ische P obleme und (minde-
s ens) eine p ak ische Schwie igkei : Theo e isch e aß eine eku si e
Modellösung nich alle o handenen In e dependenzen zwischen den ealen
G ößen de Wachs ums- und den nominellen G ößen de inanziellen P o-
g ammie ung, ein mögliche Ein luß de K edi poli ik (AD) au die Kapi-
albildung und das eale Sozialp oduk wi d nich beach e und wei e hin
we den Zinszahlungen au Auslandsschulden im Modell nich e aß . P ak-
isch ha sich hingegen in den le z en Jah en gezeig , daß insbesonde e die
Finanzie ungsbe ei scha de p i a en Banken hin e den E wa ungen
und E o de nissen zu ückgeblieben is und es zu einem sogenann en nega-
i en inanziellen T ans e - die Neuk edi e gabe is ge inge als de
Schuldendiens - gekommen is , de ü Lände mi Schuldendiens p oble-
men in den le z en Jah en zwischen 2 und
4 %
des B u oinlandsp oduk s
be ug11.
Im olgenden soll zunächs ein in eg ie es IWF-Wel bank-Modell o ge-
s ell we den, das on Mi a bei e n diese Ins i u ionen (Khan / Mon iel /
Haque 1986) e a bei e wu de und gewisse maßen das heo e ische Pendan
zum Bake -Plan da s ell , jedoch den Ressou cen ans e nich be ücksich-
ig . Anschließend wi d dieses Modell um Zinszahlungen au Auslands-
schulden e wei e und gezeig , wie Schuldene leich e ungen - Zins eduk-
ion und Schuldene laß - im Rahmen des heo e ischen Ansa zes on Fonds
11 Ve gleiche dazu IWF (1987, S.26). In einigen Lände n La einame ikas übe -
sch ei e diese Zahl die Fün -P ozen -G enze (De lin 1987).
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16 Ha ald Sande
und Bank un e s abilisie ungs- und wachs umspoli ischen Zielse zungen
„p og ammie " we den können.
1. Das in eg ie e IWF-Wel bank-Modell
Das gemeinsame P og ammie ungsmodell on IWF und Wel bank muß
den Ins umen eneinsa z so es legen, daß d ei P og ammziele gleichzei ig
e eich we den können: das Zahlungsbilanz-, das In la ions- und das
Wachs umsziel. Dami e gib sich die olgende Modells uk u :
Ziel a iablen endogene
Va iablen
exogene
Va iablen
Ins umen -
a iablen Pa ame e
AR AY EX Cs V
AP AM T m
Ay IM AD K
I AF/Ae s
Abb. 3: S uk u eines in eg ie en IWF-Wel bankmodells
Da ie Ins umen e zu E eichung on d ei Zielen be ei s ehen, läß sich
de quan i a i e We eines Ins umen es ei wählen, die es lichen d ei
Ins umen enwe e we den dann du ch das Modell bes imm (wenn Wech-
selku sak ionen mi einbezogen we den, können zwei Ins umen enwe e
willkü lich es geleg we den). Dies is eilich wei meh als ein echnisches
P oblem: Leg man z.B. AFun e Be ücksich igung de (gegenwä ig ge in-
gen) Finanzie ungsbe ei scha de Banken es , könn e dies z.B. höhe e
Einsch änkungen ü den S aa skonsum zu Folge haben. Wi d dessen (wei-
e e) Einsch änkung hingegen als poli isch und sozial nich meh e e ba
bewe e und CS a p io i es geleg , e o de dies eine g öße e Finanzie-
ungsbe ei scha de ö en lichen und p i a en K edi gebe .
Das in eg ie e Modell kann du ch d ei Gleichungen zusammen assend
besch ieben we den. Zunächs kann au die beiden IWF-P og ammie ungs-
gleichungen (3aF) und (4aF) mi de einzigen Ände ung zu ückgeg i en
we den, daß die Realeinkommensände ung Ay nun eine Ziel- und keine
exogene Va iable meh da s ell . Sch eib man beide Gleichungen ü den
Fonds-Bank-Ansa z (FB) in allgemeine Fo m, so weisen sie die olgende
Vo zeichens uk u au :
AR* = (Ay*, AP* AF, EX)
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.Anpassung mi Wachs um" ode Schuldene leich e ungen? 17
(4 b) AP* = g(Ay*, AR*, AD).
- + +
Die Beg ündung diese Wi kungs ich ungen is kon en ionell und olg
di ek aus dem IWF-Ansa z: S eigende Realeinkommen und P eise e höhen
die Impo e und eduzie en so die De isen ese en, wäh end Expo e und
Kapi alimpo e diese di ek e höhen. Im Geldma k wi k eine Realeinkom-
menss eige ung übe die E höhung de Geldnach age in la ionsdämp end.
Eine Auswei ung de Geldangebo sen s ehungskomponen en AR und AD
wi k p eisni eaue höhend.
Mi de allgemeinen Bes immungsgleichung ü die eale B u oinlands-
p oduk ände ung is das Modell olls ändig o mulie :
(12FB) Ay* = h(AP*,AF,AD, ,CS ).
+ + + + -
Die hie pos ulie en Wachs umswi kungen sind noch ku z zu beg ünden,
da sie nich aus dem ealwi scha lichen RMSM-Ansa z, sonde n aus einem
mone ä en Wachs umsmodell abgelei e we den.
Dazu we den zunächs die nominalen In es i ionswe e des p i a en und
ö en lichen Sek o s du ch de en Budge es ik ionen de inie :
(la) IP = (Y - CP - T) - AM+ ADP
(2a) Is = (T- Cs ) + AF+ ADs .
Die e hal ens heo e ische Beg ündung des gesam wi scha lichen
nominalen In es i ions olumens g ei wiede um nu au die sek o alen
Spa unk ionen (13) und (14) und die quan i ä s heo e ische Geldma k -
gleichgewich sbes immung (Gleichung
6
a) zu ück. Die en sp echende Sub-
s i u ion e gib :
(16) I = s(Y - T) + T - Cs - AY/ + AF + AD .
Die eale Wachs umswi kung de In es i ionen kann dann nach De la io-
nie ung on I mi dem lau enden P eisni eau (P = P -i + AP) und
anschließendem Einse zen in die P oduk ions unk ion (12 a) e mi el we -
den:
(12a') Ay = K { I/(P
_
x + AP) }
ode in de p og ammie en und olls ändigen s uk u ellen Sch eibweise12:
2 K edi und Kapi al 1/1990
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18 Ha ald Sande
(12 b) Ay* = - {(s - 1/ ) AP* + (1 -s)T-CS + AF+ AD} .
(1//k) - (s- 1/V)
Solange die Spa quo e höhe is als die Geldho ungsquo e (1/ ), üh
ein P eisans ieg dazu, daß zumindes ein Teil de Nominaleinkommense hö-
hung zu Realkapi albildung e wende wi d. De di ek e E ek de E hö-
hung de s aa lichen E spa nis, des Ne okapi alimpo s und de Inlands-
k edi e au die Kapi albildung is na ü lich posi i . Die endgül ige Wachs-
umswi kung läß sich jedoch e s aus de simul anen Lösung de d ei
Modellgleichungen (3FB, 4FB und 12FB) bes immen. Die olgende Ma ix gib
die Wi kungs ich ungen de Ziel-Mi el-Beziehungen im Gesam modell
wiede 13:
Mi el
Ziel AD AF Cs
Ay* + + + -
AP* ?(+) ? -+
AR* ?(") ?(+) ? ?
Abb. 4: Ziel-Mi el-Beziehungen im IWF-Wel bank-Ans a z
Die „posi i e" Lösung dieses wachs ums heo e isch e wei e en IWF-
Modells zeig daß in e ne K edi es ik ionen wachs ums eduzie end wi -
ken können, ohne daß die S abilisie ungsziele eindeu ig e eich we den.
De en Reak ion häng le z lich on de Rela ion de a sächlichen Pa ame-
e we e zueinande ab. Eine K edi es ik ion ha zwa die übliche - quan-
i ä s heo e isch e klä e - de la o ische Wi kung, diese wi d jedoch kon-
e ka ie du ch die nega i e Angebo swi kung, da mi ealen Einkommens-
eduk ionen auch die Geldnach age sink und die induzie e Impo sen-
kung mi den De isen ese en (ce e is pa ibus) das Geldangebo e höh . Die
Unsiche hei übe den P eise ek beg ünde dann auch die agliche Reak-
12 Diese Gleichung gil wiede um nu ü kleine Ände ungen on AP und Ay, da
sie un e Ve wendung de app oxima i en Gleichung (11) abgelei e wu de.
13 Aus dem olgenden Gleichungssys em (in Ma izenda s ellung) läß sich bei de
gegebenen Vo zeichens uk u die Wi kungs ich ung de Poli ikins umen e bes im-
i-O-I [Ay*'1 + + + -~|
+ 1- M4P' = +000
L+ + lJ L^Ä*J Lo i o oJ
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„Anpassung mi Wachs um" ode Schuldene leich e ungen? 19
ion de Zahlungsbilanz. Bei plausible Pa ame e kons ella ion - insbeson-
de e bei hohen Kapi alkoe izien en und en sp echend ge ing ügigen
Wachs umse ek en - kann jedoch e wa e we den, daß eine K edi es ik-
ion de la ionä und zahlungsbilanz e besse nd wi k . Die p eisans iegsen-
kende Wi kung on K edi es ik ionen - und diese Fes s ellung deck sich
mi den zi ie en E gebnissen on Kenens S udie - is ge inge , als sie in de
ein achen inanziellen P og ammie ung des IWF e echne wi d. Eine Ve -
nachlässigung on Wachs umse ek en wü de also zu übe op imis ischen
In la ions eduk ionsp ognosen üh en, aus denen eine zu es ik i e K edi -
poli ik p og ammie we den wü de ( gl. Gleichung 4aF). Komm es insge-
sam zu eine P eissenkung und zu eine Realeinkommens eduk ion, so wi d
sich die Zahlungsbilanz jedoch e besse n (AR > 0).
Ein Ne okapi alimpo e höh übe den Wachs umszusammenhang
(12 b) di ek das Realeinkommen und e besse na ü lich auch di ek die
Rese enposi ion des Schuldne landes (Gleichung 3FB). S eigende Rese en
e höhen jedoch das inländische Geldangebo . Füh AF zu hohen Wachs-
umse ek en, könn e de einkommensinduzie e Geldnach ageans ieg
diesen in la o ischen Impuls beg enzen bzw. umkeh en. Gleichzei ig s ei-
gende Impo e e b auchen De isen und eduzie en die Geldangebo sinjek-
ion. Im Ideal all s eig die wachs umsinduzie e Geldnach age s ä ke als
das Geldangebo , de P eisans ieg äll und eduzie den Nominalwe de
Impo e bei eale Impo expansion, so daß de Kapi alimpo nu zum Teil
ü Impo expansionen e b auch wi d und die e bleibende Rese enex-
pansionen zu einem Geldangebo szuwachs üh en, de höchs ens de Geld-
nach ageauswei ung en sp ich .
Eine E höhung de s aa lichen E spa nis (AT > 0 ode ACS < 0) s eige
di ek das eale Sozialp oduk und dami die eale Geldnach age. Sie wi k
also auch p eissenkend. De Zahlungsbilanze ek is ungewiß, weil die
Impo e einkommensinduzie zu- und p eisinduzie abnehmen.
Die P og ammie ung eine wachs umso ien ie en Anpassungspoli ik
lie e dann wie olg ab:
1. Ziel o mulie ungen ü Ay* , AR* und AP*.
2. P ojek ion de exogenen Expo e.
3. Empi ische Schä zung de Modellpa ame e u, m, K und s.
4. Auswahl und Fes legung des ei bes immba en Ins umen es.
5. Lösung de d ei Modellgleichungen zu Bes immung de We e ü den
Einsa z de üb igen d ei Poli ikins umen e.
2*
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20 Ha ald Sande
6. P ü ung, ob die e mi el en Vo gaben ü die Ins umen e ealisie ba
sind und gg . nach Ziel e isionen ode Ände ung de Vo gaben ü das
ei wählba e Ins umen neue Modell echnungen du ch üh en.
Das p ak ische P oblem de wachs umso ien ie en Anpassungss a egie
bleib eilich die Mobilisie ung de ex e nen Finanzie ungsmi el. S ellen
diese eali e die exogene und limi ie ende Va iable da , sch ump de
„neue Ansa z" au eine angebo so ien ie e Ve sion de adi ionellen IWF-
Poli ik zusammen. K edi es ik ionen, Kü zungen de S aa sausgaben und
Abwe ungen bleiben die wesen lichen Poli ikins umen e, wobei die
Anpassungslas en o nehmlich den nich -in es i en ö en lichen Ausgaben
au gebü de wü den: S eichungen on Sub en ionen, Einkommenskü zun-
gen ü und En lassungen on ö en lichen Bediens e en, P i a isie ung
s aa liche und halb-s aa liche Un e nehmen und Kü zungen on Sozial-
ausgaben s ellen einige de in diesem Zusammenhang wich igen Poli ikin-
s umen e da .
2. Nega i e Ressou cen ans e
und Schuldene leich e ungsp og ammie ung
Gegenwä ig sind die Zinszahlungen de meis en hoch e schulde en Län-
de an ih e ausländischen Gläubige höhe als die zu ließenden Ne okapi-
alimpo e (de inie als Neuk edi e abzüglich Rückzahlungen). De hie mi
e bundene nega i e Ressou cen ans e muß zum g öß en Teil di ek übe
das S aa sbudge au geb ach we den, da as 90% de lang is igen Aus-
landsschulden de En wicklungslände s aa liche ode s aa lich ga an ie e
Schulden da s ellen. So muß en z.B. En wicklungslände mi Schulden-
diens p oblemen 1986 du chschni lich 3,8% ih es B u oinlandsp oduk s
ü Zinszahlungen an ih e ausländischen Gläubige e wenden14. Diese sind
dann zum g öß en Teil übe den S aa shaushal in e n zu inanzie en.
De Ve weis au den nega i en Ressou cen ans e is ein häu ig e wen-
de es A gumen ü Schuldene leich e ungss a egien. Sel ene hingegen
inde man eine ökonomisch p äzise Beg i sde ini ion und Wi kungsana-
lyse. So e nachlässig auch das o ges ell e IWF-Wel bank-Modell die
Zinszahlungen au Auslandsschulden und kann dahe dem Beg i des Res-
sou cen ans e s keinen heo e ischen Pla z zuweisen. Dies soll hie nach-
gehol we den.
Be ach en wi zu Ve ein achung nu Zinszahlungen au s aa liche Aus-
landsschulden ( F; mi = Du chschni szinssa z au Auslandsschulden)
14 Eigene Be echnungen nach IWF (1987).
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, Anpassung mi Wachs um " ode Schuldene leich e ungen? 21
und abs ahie en on ande en g enzübe sch ei enden Fak o zahlungen, so
lau e die S aa sbudge es ik ion nun:
(2 ) T- Cs ~
Is
- F = - AF - AD .
Die Zahlungsbilanz es ik ion wi d so de inie , daß (IM
—
EX) nun das
Nich -Zins-Leis ungsbilanzde izi besch eib , IM also nu Gü e - und
nich - inanzielle Diens leis ungsimpo e um aß
(3 ) IM-EX+ F = AF- AR
ode
(3aRT) IM- EX = (AF - F) - AR = F (gF - ) - AR
De Nich -Zins-Leis ungsbilanzsaldo wi d übliche weise als Real ans e
bezeichne . E un e scheide sich om inanziellen T ans e (AF
—
) du ch
die Ände ung de De isen ese en. Bei kons an en De isen ese en impli-
zie also ein Nich -Zins-Leis ungsbilanzübe schuß einen nega i en inan-
ziellen T ans e , de bei gegebenem Schuldenbes and dadu ch gekennzeich-
ne is , daß die Wachs ums a e de Auslands e schuldung (gF) ge inge is
als de Zinssa z ( ).
Die Budge es ik ionen des p i a en Sek o s (1) und des Banksek o s (4)
bleiben un e ände . Die Budge es ik ion de Gesam wi scha , die sich
nun du ch Addi ion de sek o alen Bilanzen e gib , de inie das B u oin-
landsp oduk (Y). Dieses en sp ich dem B u osozialp oduk (BSP)
zuzüglich de Zinszahlungen:
(5 ) Y = CP +
Cs
+
Ip
+
Is
+ EX - IM ^ BSP + F.
Wi d de Nich -Zins-Leis ungsbilanzsaldo du ch (3 aRT) e se z , so zeig
(5aRT) Y + F (gF - ) = (CP + Cs + IP +
Is )
+ AR = A + AR ,
daß bei gegebenem B u oinlandsp oduk ein nega i e Finanz ans e de i-
ni o isch die Abso p ion und/ode die Rese enbildung beg enz .
Besch änken wi uns nun wiede um au die Theo ieelemen e des Fonds-
Bank-Ansa zes - Spa unk ionen und Quan i ä s heo ie so kann analog
zum do igen Vo gehen das nominale In es i ions olumen
(16 ) I = s (Y - T) + T - Cs - AY/ + AD + F (gF - )
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22 Ha ald Sande
und die s uk u elle Bes immungsgleichung de ealen B u osozialp o-
duk s ände ung abgelei e we den:
(12RT)Ay* = {(s - 1/ ) AP* + (1-s) - CS + AD + F(gF- )}
(1 / K) - (s - 1/ )
Ve olls ändig wi d das Modell du ch die IWF-P og ammie ungsglei-
chungen (3aF) und (4aF) mi den zwei Ände ungen, daß in de Zahlungsbil-
anzgleichung (3aF) AF du ch den inanziellen T ans e F(gF- ) e se z
wi d und die Impo e on Gü e n und Nich -Zins-Diens leis ungen nun als
Funk ion des Nominaleinkommens e klä we den (IM = mY). Da in de
inde dependen en Modellösung die Wi kungen des Ins umen eneinsa zes
im wesen lichen denen im Fonds-Bank-Modell en sp echen und de inan-
zielle T ans e - au exak e e De ini ionsebene - eine wi kungsäqui alen e
Rolle zum Ne okapi alimpo übe nimm , kann hie au eine ie e gehende
Besch eibung de Modellmechanik e zich e und das Augenme k au einige
p ak ische e P obleme gelenk we den.
Be ach e man den inanziellen T ans e insgesam als Poli ik a iable
ü die wachs umso ien ie e Anpassungss a egie, so lassen sich d ei
Schuldenmanagemen op ionen iden i izie en: Mobilisie ung de Neuk edi -
e gabe (E höhung on gF), Zins eduk ion bzw. Zinskapi alisie ung und
Schuldens eichung (Reduk ion on F). Die ge inge Finanzie ungsbe ei -
scha p i a e K edi gebe egis ie end, o de n imme meh Ökonomen
en wede eine „ ezip oke Kondi ionali ä " (z.B. Bacha 1987) ode Schul-
den eduk ionen. Eine ezip oke Kondi ionali ä will, ausgehend on eine
Wachs umsp og ammie ung, die den no wendigen Ne okapi alimpo
bes imm , diesen We als pe o mance-K i e ium ü die K edi gebe
anse zen. Wi d dieses nich e üll , sollen die P og ammlände en wede zu
au oma ischen Ziehungen bei den B e on-Woods-Ins i u ionen be ech ig
we den ode eine Zinskapi alisie ung o genommen we den. Auch ande e
Au o en schlagen o , eine Nich inanzie ungsbe ei scha de Banken als
K i e ium ü die Ein üh ung eine Schuldene leich e ungsini ia i e zu e -
wenden (Sachs 1986, Williamson 1986, Fische 1987). Bei gegebenem Ne o-
kapi alzu luß (gF) we den Zins- und/ode Schulden eduk ionen zu den
Ins umen en eine wachs umso ien ie en Anpassungspoli ik.
Ohne eine Schuldene leich e ungsini ia i e is de inanzielle T ans e
bei e spe em Kapi alma k zugang eine exogene Va iable, de sich die
Nich -Zins-Leis ungsbilanz de hoch e schulde en Lände du ch E zeu-
gung on Übe schüssen anpassen muß. Dies is ein ealwi scha liches
Symp om de De isenknapphei (ode de „ex e nen S angulie ung", wie
es im Um eld de UN-Wi scha skommission ü La einame ika in den
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, Anpassung mi Wachs um" ode Schuldene leich e ungen? 23
sechzige Jah en hieß). Ein inanzielles Symp om is die zunehmende
Schwie igkei iele P og ammlände , die K edi obe g enzen ü den
ö en lichen Sek o - das sogenann e „Public Sec o Bo owing Requi e-
men " - einzuhal en. Ein Blick au die S aa sbudge es ik ion zeig einige
U sachen hie ü :
(2aRT) ADs = Is + (Cs -T)- F(gF - ) ode :
(2bRT) ADS = Is + (Cs - T) + (EX -IM)- AR.
Jede E höhung de Ve zinsung de Auslandsschuld, jede Einsch änkung
de Neuk edi e e höh den in e nen Finanzie ungsbeda . Das ex e ne Ve -
schuldungsp oblem üh in eine Schuldenübe hangsi ua ion asch zu
einem in e nen Ve schuldungsp oblem. Le z e es läß sich - wie Gleichung
(2bRT) zeig - nich mi de E zeugung on Leis ungsbilanzübe schüssen
besei igen, da diese bei beg enz em Finanz ans e die inländische K edi -
au nahme des S aa es e höhen. In eine solchen Si ua ion üh en nich -an i-
zipie e E höhungen des nega i en Finanz ans e s (z.B. du ch Zinss eige-
ungen) dazu, daß en wede die K edi obe g enzen nich eingehal en we -
den können, ode ex-pos Budge kü zungen o genommen we den müssen.
Da le z e e in de Regel die lexible en S aa sin es i ionen e en, en s eh
ein Zielkon lik zwischen S abilisie ungs- und Wachs umszielen. Dieses
Dilemma neue dings ane kennend, s imm e de IWF im Mexiko-P og amm
on 1986 zu, lediglich eine K edi obe g enze ü das „p ima y de ici " - das
um Zinszahlungen be einig e inanzielle S aa sbudge de izi - o zugeben.
Vo ausgese z die mone ä e In la ionse klä ung im Fonds-Bank-Modell is
ich ig, komm dies wiede um eine Au gabe des S abilisie ungsziels gleich
wie beispielha an den Mexiko-Da en illus ie we den kann: Das inan-
zielle S aa sde izi sank on 17,6% des B u oinlandsp oduk s in 1982 au -
imme noch hohe - 9,9% in 1985. Abe die p ima y-balance zeig mi einem
Übe schuß on 2,1% im Jah e 1985, daß gegenübe dem 1982-e De izi on
9,4% eine einschneidende Anpassung s a ge unden ha (Banco de México
1986). Diese ging insbesonde e zu Las en de ö en lichen In es i ionen und
dami auch des Wi scha swachs ums (ohne eilich den S aa skonsum zu
schonen).
Diese Beobach ungen üh en uns zu eine d i en De ini ion des Schul-
denübe hangs: De o handene ex e ne Schuldenbes and is zu hoch, um
ohne Schuldene leich e ungen gleichzei ig die In la ion bekämp en und
Wachs um e zeugen zu können.
Die s a egische An wo au diese P oblemlage könn e mi Schuldene -
leich e ungen - Schulden eduk ion, Zins eduk ion und Kapi alisie ung
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24 Ha ald Sande
nich -an izipie e ode in la ionä wi kende Zinss eige ungen - gegeben
we den.
Eine wachs umso ien ie e „Schuldene leich e ungsp og ammie ung" -
dies konn e hie gezeig we den - is mi den heo e ischen Denkschema a
de B e on-Woods-O ganisa ionen du chaus e einba . Am Beispiel eine
Schulden eduk ion da ges ell , könn e diese den olgenden Ablau haben:
1. Fo mulie ung de P og ammziele Ay*, AP* und AR* .
2. P ognose de exogenen Va iablen EX, gF und und Schä zung de
Modellpa ame e K, , m und s.
3. Simul ane Bes immung de Ins umen enwe e AD, CSi und T bei gege-
bene Auslands e schuldung und gegebenem Wechselku s.
4. P ü ung, ob die e echne en Ins umen enwe e in de Anpassungspe-
iode ealisie ba und im Schuldne land sozial und poli isch e e ba
sind. Dabei sind insbesonde e be ei s e b ach e Anpassungsleis ungen
und die dami e bundenen Kos en in Be ach zu ziehen.
5. Füh die P og ammie ung nich zu plausiblen und du ch üh ba en
Ins umen enwe en, is - gegebenen alls nach eine P ü ung de Wi -
kung on Wechselku sände ungen - eine e neu e Modell echnung du ch-
zu üh en, aus de die no wendige Schulden eduk ion e echne wi d, die
mi ökonomisch, poli isch und sozial e e ba en Vo gaben ü die ande-
en Ins umen enwe e e einba sind.
IV. K i ische Wü digung de heo e ischen G undlagen
de IWF-Wel bank-Poli ik
Das o ges ell e gemeinsame IWF-Wel bank-Modell g ei as aus-
schließlich au die adi ionellen Theo iebaus eine de Einzelmodelle
zu ück, so daß de en S uk u eigenscha en im wesen lichen e hal en blei-
ben. Das eigen lich Neue im In eg a ionsansa z is die angebo s heo e ische
Realeinkommense klä ung, die das IWF-Modell e wei e . Das Syn hese-
modell en k ä e also nich die bekann en A gumen e gegen die al en
Modellelemen e:
1. Die P oduk ion is wei e hin angebo sde e minie . Eine es ik i e K e-
di poli ik kann jedoch die eale Nach age eduzie en und nega i e Mul-
iplika o e ek e auslösen, die die P oduk ion on de Nach agesei e he
eduzie en. Das Fonds-Bank-Modell beg ünde die Realeinkommenswi -
kungen jedoch nu mi den (ku z is ig ge ingen) Kapazi ä se ek en de
In es i ionen und nich mi de en Einkommense ek en. Es bes eh also
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.23.1.1 | Gene a ed on 2023-01-16 12:58:42